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Dokumentenidentifikation DE69830152T2 26.01.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0000966247
Titel OXIDATIVE ZUSAMMENSETZUNG UND VERWENDUNG ZUM FÄRBEN, ZUR DAUERHAFTEN VERFORMUNG UND ZUM ENTFÄRBEN DER HAARE
Anmelder L'OREAL, Paris, FR
Erfinder DE LA METTRIE, Roland, F-78110 Le Vesinet, FR;
COTTERET, Jean, F-78480 Verneuil sur Seine, FR;
DE LABBEY, Arnaud, F-93600 Aulnay sous bois, FR;
MAUBRU, Mireille, F-78400 Chatou, FR
Vertreter BEETZ & PARTNER Patentanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69830152
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 22.09.1998
EP-Aktenzeichen 989453485
WO-Anmeldetag 22.09.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/FR98/02024
WO-Veröffentlichungsnummer 0099017721
WO-Veröffentlichungsdatum 15.04.1999
EP-Offenlegungsdatum 29.12.1999
EP date of grant 11.05.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.01.2006
IPC-Hauptklasse A61K 7/06(2000.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61K 7/13(2000.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61K 7/135(2000.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61K 7/09(2000.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft oxidierende Zusammensetzungen, die zur Behandlung von Keratinfasern vorgesehen sind und die mindestens ein Enzym vom Typ der Oxidoreduktasen, die 2 Elektronen übertragen, in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym und mindestens ein nichtionisches Guargummi enthalten, sowie ihre Verwendungen zum Färben, zur dauerhaften Verformung oder zum Entfärben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Haaren.

Es ist bekannt, Keratinfasern und insbesondere menschliches Haar mit Farbmittelzusammensetzungen zu färben, die Farbstoffvorprodukte von Oxidationsfarbstoffen enthalten, insbesondere p-Phenylendiamine, o- oder p-Aminophenole oder heterocyclische Basen, die im Allgemeinen als Oxidationsbasen bezeichnet werden. Die Farbstoffvorprodukte von Oxidationsfarbstoffen oder Oxidationsbasen sind farblose oder schwach farbige Verbindungen, die in Kombination mit oxidierenden Produkten über eine oxidative Kondensation farbige und färbende Verbindungen ergeben können.

Es ist ferner bekannt, dass die mit den Oxidationsbasen erzielten Farbnuancen variiert werden können, indem sie mit Kupplern oder Farbnuancierungsmitteln kombiniert werden, wobei diese insbesondere unter den aromatischen m-Diaminen, m-Aminophenolen, m-Dihydroxybenzolen und verschiedenen heterocyclischen Verbindungen ausgewählt sind.

Durch die Mannigfaltigkeit der Moleküle, die als Oxidationsbasen und Kuppler verwendet werden, kann eine große Farbpalette erzeugt werden.

Die durch die Oxidationsbasen erzielte so genannte "permanente" Färbung muss im Übrigen verschiedenen Anforderungen genügen. So darf sie keine Nachteile bezüglich der Toxikologie mit sich bringen, es müssen Farbnuancen in der gewünschten Intensität erzeugt werden können und sie muss eine hohe Beständigkeit gegenüber äußeren Einwirkungen aufweisen (Licht, ungünstige Witterungseinflüsse, Wäschen, permanente Verformungen, Transpirieren, Reibung).

Durch die Farbmittel müssen ferner weiße Haare abgedeckt werden können und sie müssen schließlich so wenig selektiv wie möglich sein, d.h., mit ihnen dürfen nur möglichst geringe Farbabweichungen über die Länge einer Keratinfaser auftreten, die nämlich von ihrer Wurzel bis zu ihrer Spitze unterschiedlich sensibilisiert (d.h. strapaziert) sein kann.

Das oxidative Färben von Keratinfasern wird im Allgemeinen in Gegenwart von Wasserstoffperoxid in alkalischen Medien durchgeführt. Die Verwendung von alkalischen Medien in Gegenwart von Wasserstoffperoxid hat jedoch den Nachteil, dass die Keratinfasern in nicht zu vernachlässigendem Maße geschädigt und außerdem deutlich entfärbt werden, was nicht immer gewünscht wird.

Keratinfasern können auch unter Verwendung von Oxidationssystemen oxidativ gefärbt werden, die von Wasserstoffperoxid verschieden sind, beispielsweise enzymatischen Systemen. Es wurde insbesondere in der Patentanmeldung EP-A-0 0310 675 bereits vorgeschlagen, Keratinfasern mit Zusammensetzungen zu färben, die ein Farbstoffvorprodukt eines Oxidationsfarbstoffes in Kombination mit Enzymen, beispielsweise Pyranose-Oxidase, Glucose-Oxidase oder Uricase, in Gegenwart eines Donors für diese Enzyme enthalten. Diese Formulierungen zum Färben werden zwar unter Bedingungen verwendet, unter denen die Keratinfasern im Vergleich mit in Gegenwart von Wasserstoffperoxid durchgeführten Färbungen nicht in gleichem Maße geschädigt werden, sie führen jedoch zu Färbungen, die bezüglich der Homogenität der Farbe über die Länge der Faser («Egalisierung»), der Farbsättigung (Leuchtkraft), der Färbekraft und der Beständigkeit gegenüber verschiedenen Einwirkungen, denen die Haare ausgesetzt sein können, noch unzureichend sind.

Die gebräuchlichste Technik zur Erzielung einer dauerhaften Verformung des Haares besteht bekanntermaßen darin, in einem ersten Schritt die Disulfidbindungen -S-S- des Keratins (Cystin) mit einer Zusammensetzung zu öffnen, die ein geeignetes Reduktionsmittel enthält (Reduktionsschritt), und anschließend, nachdem das so behandelte Haar gespült wurde, in einem zweiten Schritt diese Disulfidbindungen wiederherzustellen, indem auf das zuvor unter Spannung gesetzte Haar (Lockenwickler und dergleichen) eine oxidierende Zusammensetzung aufgebracht wird (Oxidationsschritt, auch als Fixierung bezeichnet), um dem Haar die gewünschte Form zu geben. Mit dieser Technik kann gleichermaßen eine Wellung der Haare, die Entfernung dieser Wellung oder die Entkräuselung von gekräuseltem Haar erreicht werden. Die den Haaren durch eine chemische Behandlung, beispielsweise die oben beschriebene Behandlung, verliehene Form ist außerordentlich lange haltbar und übersteht im Gegensatz zu herkömmlichen einfachen, nicht dauerhaften Verformungstechniken, wie z.B. dem Legen einer Wasserwelle, insbesondere das Waschen mit Wasser oder Haarwaschmitteln.

Die reduzierenden Zusammensetzungen, die zur Durchführung des ersten Schritts einer permanenten Verformung verwendbar sind, enthalten im Allgemeinen als Reduktionsmittel Sulfite, Hydrogensulfite, Alkylphosphine oder vorzugsweise Thiole. Von diesen werden häufig Cystein und seine verschiedenen Derivate, Cysteamin und seine Derivate, Thiomilchsäure oder Thioglykolsäure, deren Salze und deren Ester, insbesondere Glycerylthioglykolat, ausgewählt.

Als oxidierende Zusammensetzungen, die zur Durchführung des Fixierschritts erforderlich sind, werden in der Praxis meistens Zusammensetzungen auf Wasserstoffperoxid- oder Natriumbromatbasis oder auf der Basis von Salzen von Persäuren, wie Natriumperborat, eingesetzt, die den Nachteil haben, dass sie das Haar strapazieren können.

Das Problem der derzeit bekannten Verformungstechniken besteht darin, dass durch das Aufbringen der Zusammensetzungen auf die Haare auf Dauer die Haarqualität beeinträchtigt wird. Die Hauptursachen für die Beeinträchtigung der Haarqualität sind eine Verschlechterung der kosmetischen Eigenschaften, beispielsweise des Glanzes und des Griffs, und eine Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften, insbesondere eine Beeinträchtigung ihrer mechanischen Festigkeit, die durch das Quellen der Keratinfasern bei dem zwischen dem Reduktionsschritt und dem Oxidationsschritt durchgeführten Spülen hervorgerufen wird und die auch durch eine höhere Porosität der Haare zum Ausdruck kommen kann. Die Haare sind geschwächt und können bei nachfolgenden Behandlungen, wie Bürsten, brüchig werden.

Das Problem der Beeinträchtigung der Keratinfasern tritt auch bei den Verfahren zum Entfärben der Haare auf.

Keratinfasern können bekanntlich auch unter milderen Bedingungen mit Oxidationssystemen dauerhaft verformt oder entfärbt werden, die von Wasserstoffperoxid verschieden sind, beispielsweise enzymatischen Systemen. Es wurden insbesondere in der Patentanmeldung EP-A-0 310 675 bereits Verfahren zur dauerhaften Verformung oder Entfärbung der Keratinfasern mit Hilfe von Zusammensetzungen vorgeschlagen, die ein Enzym, beispielsweise Pyranose-Oxidase, Glucose-Oxidase oder Uricase, in Gegenwart eines Donors für dieses Enzym enthalten.

Auch in der Patentanmeldung DE-A-195 47 991 werden kosmetische oder dermatologische Zusammensetzungen, die eine Kombination aus Uricase und Harnsäure enthalten, und ihre Verwendung insbesondere zur Aufhellung der Haut und/oder der Haare offenbart.

In der Patentanmeldung EP-A-0 716 846 werden ebenfalls Zusammensetzungen zum oxidativen Färben der Haare vorgeschlagen, die Uricase, Harnsäure, eine oxidativen Farbstoff und gegebenenfalls ein Reduktionsmittel sowie Verdickungsmittel enthalten, beispielsweise Xanthangummi.

Obwohl diese oxidierenden Zusammensetzungen unter Bedingungen angewandt werden, unter denen die Keratinfasern im Vergleich mit herkömmlichen dauerhaften Verformungen oder Entfärbungen nicht in gleichem Maße geschädigt werden, führen sie jedoch zu Ergebnissen, die bezüglich der zeitlichen Haltbarkeit der Frisur, der Kompatibilität der dauergewellten oder entfärbten Haare mit späteren Behandlungen, der Verminderung der Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften der dauergewellten Haare, insbesondere der Verminderung ihrer Porosität, der kosmetischen Eigenschaften, wie dem Griff, oder der Gleichförmigkeit der Entfärbung über die Länge der Keratinfaser noch unzureichend sind.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, diese Probleme zu lösen.

Die Anmelderin hat überraschend neue Zusammensetzungen aufgefunden, die zumindest als oxidierendes System ein Enzym vom Typ Oxidoreduktase (2 Elektronen) in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym und mindestens ein nichtionisches Guargummi enthalten und die in Gegenwart von Farbstoffvorprodukten von Oxidationsfarbstoffen (Oxidationsbasen) und gegebenenfalls Kupplern gebrauchsfertige Farbmittelformulierungen darstellen können, die zu homogeneren, kräftigeren und chromatischeren Färbungen führen können, ohne dass die Keratinfasern erheblich geschädigt werden, die wenig selektiv sind und die gegenüber äußeren Einwirkungen, denen die Fasern ausgesetzt sein können, besonders beständig sind.

Die Anmelderin hat außerdem überraschend festgestellt, dass durch die Verwendung einer oxidierenden Zusammensetzung, die zumindest als Oxidationssystem ein Enzym vom Typ Oxidoreduktase (2 Elektronen) in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym und mindestens ein nichtionisches Guargummi enthält, in einem Verfahren zur dauerhaften Verformung von Keratinfasern den oben beschriebenen technischen Problemen abgeholfen werden kann. Durch einen derartigen Typ von oxidierender Zusammensetzung kann insbesondere die zeitliche Haltbarkeit der Frisur verbessert, die Porosität der dauergewellten Haare deutlich vermindert und die Kompatibilität der dauergewellten Haare mit späteren Behandlungen erhöht werden.

Die Anmelderin hat ferner in überraschender Weise festgestellt, dass durch die Verwendung einer oxidierenden Zusammensetzung, die als Oxidationssystem zumindest ein Enzym vom Typ Oxidoreduktase (2 Elektronen) in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym und mindestens ein nichtionisches Guargummi enthält, in einem Verfahren zum Entfärben von Keratinfasern den oben beschriebenen technischen Problemen abgeholfen werden kann; insbesondere kann die Kompatibilität der entfärbten Haare mit späteren Behandlungen verbessert werden. Durch einen derartigen Typ von oxidierender Zusammensetzung können die Haare gleichförmiger entfärbt werden und die kosmetischen Eigenschaften, wie der Griff, können verbessert werden.

Die vorliegende Erfindung basiert auf diesen Feststellungen.

Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine kosmetische und/oder dermatologische Zusammensetzung zur Behandlung von Keratinfasern, insbesondere menschlichen Keratinfasern und besonders menschlichen Haaren, die in einem für Keratinfasern geeigneten Träger enthält:

  • (a) mindestens ein Enzym vom Typ der Oxidoreduktasen, die 2 Elektronen übertragen, in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym, und
  • (b) mindestens ein nichtionisches Guargummi.

Die Oxidoreduktase(n), die 2 Elektronen übertragen und die in den erfindungsgemäßen oxidierenden Zusammensetzungen verwendet werden, können insbesondere unter den Pyranose-Oxidasen, Glucose-Oxidasen, Glycerin-Oxidasen, Lactat-Oxidasen, Pyruvat-Oxidasen und Uricasen ausgewählt werden.

Die Oxidoreduktase (2 Elektronen) ist erfindungsgemäß vorzugsweise unter den Uricasen tierischer, mikrobiologischer oder biotechnologischer Herkunft ausgewählt.

Es sind insbesondere die Uricase, die aus Wildschweinleber gewonnen wird, die Uricase aus Arthrobacter globiformis und die Uricase aus Aspergillus flavus zu nennen.

Die Oxidoreduktase(n), die 2 Elektronen übertragen, können in reiner kristalliner Form oder verdünnt in einem Verdünnungsmittel, das gegenüber der Oxidoreduktase (2 Elektronen) inert ist, eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäße(n) Oxidoreduktase(n) (2 Elektronen) machen vorzugsweise etwa 0,01 bis 20 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung und noch bevorzugter ungefähr 0,1 bis 5 Gew.-% ihres Gewichts aus.

Unter einem Donor werden erfindungsgemäß die verschiedenen Substrate verstanden, die an der Funktionsweise der Oxidoreduktase(n) (2 Elektronen) teilhaben.

Die Art des Donors (oder Substrats) für das Enzym variiert in Abhängigkeit von der Art der verwendeten Oxidoreduktase (2 Elektronen). Als Donor für die Pyranose-Oxidasen können beispielsweise D-Glucose, L-Sorbose und D-Xylose angegeben werden; als Donor für Glucose-Oxidasen ist die D-Glucose zu nennen; als Donor für Glycerin-Oxidasen kommen Glycerin und Dihydroxyaceton in Betracht; als Donor für Lactat-Oxidasen können Milchsäure und ihre Salze angegeben werden; als Donor für Pyruvat-Oxidasen können Brenztraubensäure und ihre Salze verwendet werden; und Beispiele für Donoren von Uricasen sind etwa die Harnsäure und ihre Salze.

Der Donor oder die Donoren (oder Substrate), die erfindungsgemäß verwendet werden, machen vorzugsweise etwa 0,01 bis 20 Gew.-% des Gesamtgewichts der erfindungsgemäßen Zusammensetzung und noch bevorzugter etwa 0,1 bis 5% dieses Gewichts aus.

Erfindungsgemäß können chemisch modifizierte oder nicht modifizierte, nichtionische Guargummen verwendet werden.

Nicht modifizierte, nichtionische Guargummen sind beispielsweise die unter der Bezeichnung VIDOGUM GH 175 von UNIPECTINE und unter der Bezeichnung JAGUAR C von MEYHALL im Handel befindlichen Produkte.

Erfindungsgemäß verwendbare nichtionische Guargummen sind vorzugsweise mit C1-6-Hydroxyalkylgruppen modifiziert.

Von den Hydroxyalkylgruppen können beispielsweise die Gruppen Hydroxymethyl, Hydroxyethyl, Hydroxypropyl und Hydroxybutyl genannt werden.

Diese Guargummen sind im Stand der Technik bekannt und können beispielsweise hergestellt werden, indem die entsprechenden Alkenoxide, wie beispielsweise Propylenoxide, mit Guargummi so umgesetzt werden, wodurch ein mit Hydroxypropylgruppen modifiziertes Guargummi erhalten wird.

Der Hydroxyalkylierungsgrad, der der Anzahl der für die am Guargummi vorliegenden freien Hydroxygruppen verbrauchten Alkylenoxidmoleküle entspricht, liegt vorzugsweise im Bereich von 0,4 bis 1,2.

Die gegebenenfalls mit Hydroxyalkylgruppen modifizierten, nichtionischen Guargummen sind beispielsweise unter den Handelsbezeichnungen JAGUAR HP8, JAGUAR HP60 und JAGUAR HP120, JAGUAR DC 293 und JAGUAR HP 105 von der Firma RHONE POULENC (MEYHALL) oder unter der Bezeichnung GALACTASOL 4H4FD2 von der Firma AQUALON erhältlich.

Die Konzentration des nichtionischen Guargummi kann im Bereich von etwa 0,01 bis 10 Gew.-% und vorzugsweise etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, liegen.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch gebrauchsfertige Zusammensetzungen zum oxidativen Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie Haaren, die in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens eine Oxidationsbase und gegebenenfalls einen oder mehrere Kuppler enthält und die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie:

  • (a) mindestens ein Enzym vom Typ Oxidoreduktase (2 Elektronen) in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym, und
  • (b) mindestens ein nichtionisches Guargummi enthält.

Die Art der Oxidationsbase(n), die in der erfindungsgemäßen gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzung verwendet werden, ist kein kritischer Parameter. Sie können insbesondere unter den p-Phenylendiaminen, Doppelbasen, p-Aminophenolen, o-Aminophenolen und den heterocyclischen Oxidationsbasen sowie den Additionssalzen dieser Verbindungen mit einer Säure ausgewählt werden.

Von den p-Phenylendiaminen, die als Oxidationsbasen in den erfindungsgemäßen Farbmittelzusammensetzungen verwendet werden können, können insbesondere die Verbindungen der folgenden Formel (I) und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden:

worin bedeuten:
  • – R1 Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Monohydroxyalkyl, C2-4-Polyhydroxyalkyl, C1-4-Alkoxy-C1-4-alkyl, eine mit einer stickstoffhaltigen Gruppe substituierte C1-4-Alkylgruppe, Phenyl oder 4'-Aminophenyl,
  • – R2 Wasserstoff, C1-4-Alkyl, C1-4-Monohydroxyalkyl, C2-4-Polyhydroxyalkyl, C1-4-Alkoxy-C1-4-alkyl oder eine mit einer stickstoffhaltigen Gruppe substituierte C1-4-Alkylgruppe,
  • – R3 Wasserstoff, Halogen, wie Chlor, Brom, Iod oder Fluor, C1-4-Alkyl, C1-4-Monohydroxyalkyl, C1-4-Hydroxyalkoxy, C1-4-Acetylaminoalkoxy, C1-4-Mesylaminoalkoxy oder C1-4-Carbamoylaminoalkoxy, und
  • – R4 Wasserstoff, Halogen oder C1-4-Alkyl.

Von den stickstoffhaltigen Gruppen der Formel (I) können insbesondere die Gruppen Amino, Monoalkyl(C1-4)amino, Dialkyl(C1-4)amino, Trialkyl(C1-4)amino, Monohydroxyalkyl(C1-4)amino, Imidazolinium und Ammonium angegeben werden.

Von den p-Phenylendiaminen der oben genannten Formel (I) können insbesondere p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin, 2-Chlor-p-phenylendiamin, 2,3-Dimethyl-p-phenylendiamin, 2,6-Dimethyl-p-phenylendiamin, 2,6-Diethyl-p-phenylendiamin, 2,5-Dimethyl-p-phenylendiamin, N,N-Dimethyl-p-phenylendiamin, N,N-Diethyl-p-phenylendiamin, N,N-Dipropyl-p-phenylendiamin, 4-Amino-N,N-diethyl-3-methyl-anilin, N,N-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, 4-N,N-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)amino-2-methyl-anilin, 4-N,N-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)amino-2-chlor-anilin, 2-&bgr;-Hydroxyethyl-p-phenylendiamin, 2-Fluor-p-phenylendiamin, 2-Isopropyl-p-phenylendiamin, N-(&bgr;-Hydroxypropyl)-p-phenylendiamin, 2-Hydroxymethyl-p-phenylendiamin, N,N-Dimethyl-3-methyl-p-phenylendiamin, N,N-(Ethyl, &bgr;-hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, N-(&bgr;,&ggr;-Dihydroxypropyl)-p-phenylendiamin, N-(4'-Aminophenyl)-p-phenylendiamin, N-Phenyl-p-phenylendiamin, 2-&bgr;-Hydroxyethyloxy-p-phenylendiamin, 2-&bgr;-Acetylaminoethyloxy-p-phenylendiamin, N-(&bgr;-Methoxyethyl)-p-phenylendiamin und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden.

Von den p-Phenylendiaminen der Formel (I) werden insbesondere bevorzugt: p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin, 2-Isopropyl-p-phenylendiamin, 2-&bgr;-Hydroxyethyl-p-phenylendiamin, 2-&bgr;-Hydroxyethyloxy-p-phenylendiamin, 2,6-Dimethyl-p-phenylen-diamin, 2,6-Diethyl-p-phenylendiamin, 2,3-Dimethyl-p-phenylendiamin, N,N-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, 2-Chlor-p-phenylendiamin, 2-&bgr;-Acetylaminoethyloxy-p-phenylendiamin und deren Additionssalze mit einer Säure.

Unter Doppelbasen werden erfindungsgemäß Verbindungen verstanden, die mindestens zwei aromatische Ringe aufweisen, an denen Amino- und/oder Hydroxygruppen vorhanden sind.

Von den Doppelbasen, die in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen als Oxidationsbasen eingesetzt werden können, können insbesondere die Verbindungen der folgenden Formel (II) und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden:

worin bedeuten:
  • – Z1 und Z2, die identisch oder voneinander verschieden sind, Hydroxy oder eine NH2-Gruppe, die mit C1-4-Alkyl oder einer Verbindungsgruppe Y substituiert sein kann,
  • – die Verbindungsgruppe Y eine geradkettige oder verzweigte Alkylengruppe mit 1 bis 14 Kohlenstoffatomen, die durch eine oder mehrere stickstoffhaltige Gruppen und/oder ein oder mehrere Heteroatome, wie Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff, unterbrochen oder abgeschlossen werden und gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxy- oder C1-6-Alkoxygruppen substituiert sein kann,
  • – R5 und R6 Wasserstoff, Halogen, C1-4-Alkyl, C1-4-Monohydroxyalkyl, C2-4-Polyhydroxyalkyl, C1-4-Aminoalkyl oder eine Verbindungsgruppe Y,
  • – R7, R8, R9, R10, R11 und R12, die identisch oder voneinander verschieden sind, Wasserstoff, eine Verbindungsgruppe Y oder C1-4-Alkyl,
mit der Maßgabe, dass die Verbindungen der Formel (II) nur eine Verbindungsgruppe Y pro Molekül aufweisen.

Von den stickstoffhaltigen Gruppen der Formel (II) können insbesondere die Gruppen Amino, Monoalkyl(C1-4)amino, Dialkyl(C1-4)amino, Trialkyl(C1-4)amino, Monohydroxyalkyl(C1-4)amino, Imidazolinium und Ammonium angegeben werden.

Von den Doppelbasen der oben genannten Formel (II) können insbesondere N,N'-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)-N,N'-bis(4'-aminophenyl)-1,3-diaminopropanol, N,N'-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)-N,N'-bis(4'-aminophenyl)-ethylendiamin, N,N'-Bis(4-aminophenyl)-tetramethylendiamin, N,N'-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)-N,N'-bis(4-aminophenyl)-tetramethylendiamin, N,N'-Bis(4-methylaminophenyl)-tetramethylendiamin, N,N'-Bis(ethyl)-N,N'-bis(4'-amino-3'-methylphenyl)-ethylendiamin, 1,8-Bis(2,5-diamino-phenoxy)-3,5-dioxaoctan und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden.

Von den Doppelbasen der Formel (II) werden das N,N'-Bis(&bgr;-hydroxyethyl)-N,N'-bis(4'-aminophenyl)-1,3-diaminopropanol und das 1,8-Bis(2,5-diaminophenoxy)-3,5-dioxaoctan oder die Additionssalze dieser Verbindungen mit einer Säure besonders bevorzugt.

Von den p-Aminophenolen, die als Oxidationsbasen in den erfindungsgemäßen Farbmittelzusammensetzungen verwendet werden können, können insbesondere die Verbindungen der folgenden Formel (III) und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden:

worin bedeuten:
  • – R13 Wasserstoff, Halogen, C1-4-Alkyl, C1-4-Monohydroxyalkyl, C1-4-Alkoxy-C1-4-alkyl, C1-4-Aminoalkyl oder C1-4-Hydroxyalkyl-C1-4-aminoalkyl,
  • – R14 Wasserstoff, Halogen, C1-4-Alkyl, C1-4-Monohydroxyalkyl, C2-4-Polyhydroxyalkyl, C1-4-Aminoalkyl, C1-4-Cyanoalkyl oder C1-4-Alkoxy-C1-4-alkyl,
mit der Maßgabe, dass mindestens eine der Gruppen R13 oder R14 Wasserstoff bedeutet.

Von den p-Aminophenolen der oben genannten Formel (III) können insbesondere p-Aminophenol, 4-Amino-3-methyl-phenol, 4-Amino-3-fluor-phenol, 4-Amino-3-hydroxymethyl-phenol, 4-Amino-2-methyl-phenol, 4-Amino-2-hydroxymethyl-phenol, 4-Amino-2-methoxy-methyl-phenol, 4-Amino-2-aminomethyl-phenol, 4-Amino-2-(&bgr;-hydroxyethylaminomethyl)-phenol, 4-Amino-2-fluor-phenol und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden.

Von den o-Aminophenolen, die als Oxidationsbasen in den erfindungsgemäßen Farbmittelzusammensetzungen verwendbar sind, können insbesondere 2-Amino-phenol, 2-Amino-5-methyl-phenol, 2-Amino-6-methyl-phenol, 5-Acetamido-2-amino-phenol und deren Additionssalze mit einer Säure angegeben werden.

Von den heterocyclischen Basen, die als Oxidationsbasen in den erfindungsgemäßen Farbmittelzusammensetzungen verwendbar sind, können insbesondere die Pyridinderivate, die Pyrimidinderivate, die Pyrazolderivate, die Pyrazolo-pyrimidinderivate und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden.

Von den Pyridinderivaten können insbesondere die Verbindungen, die beispielsweise in den Patenten GB 1 026 978 und GB 1 153 196 beschrieben sind, wie 2,5-Diamino-pyridin, 2-(4-Methoxyphenyl)-amino-3-aminopyridin, 2,3-Diamino-6-methoxy-pyridin, 2-(&bgr;-Methoxyethyl)amino-3-amino-6-methoxypyridin, 3,4-Diaminopyridin, und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden.

Von den Pyrimidinderivaten kommen insbesondere die Verbindungen, die beispielsweise in dem deutschen Patent DE 2 359 399 oder dem japanischen Patent JP 88-169 571 oder der Patentanmeldung WO96/15765 beschrieben sind, wie 2,4,5,6-Tetraaminopyrimidin, 4-Hydroxy-2,5,6-triaminopyrimidin, 2-Hydroxy-4,5,6-triaminopyrimidin, 2,4-Dihydroxy-5,6-diaminopyrimidin und 2,5,6-Triaminopyrimidin, und deren Additionssalze mit einer Säure in Betracht.

Von den Pyrazolderivaten können insbesondere die Verbindungen, die in den Patenten DE 3 843 892 und DE 4 133 957 und den Patentanmeldungen WO 94/08969, WO 94/08970, FR-A-2 733 749 und DE 195 43 988 beschrieben sind, wie 4,5-Diamino-1-methyl-pyrazol, 3,4-Diaminopyrazol, 4,5-Diamino-1-(4'-chlorbenzyl)-pyrazol, 4,5-Diamino-1,3-dimethylpyrazol, 4,5-Diamino-3-methyl-1-phenyl-pyrazol, 4,5-Diamino-1-methyl-3-phenyl-pyrazol, 4-Amino-1,3-dimethyl-5-hydrazino-pyrazol, 1-Benzyl-4,5-diamino-3-methyl-pyrazol, 4,5-Diamino-3-t-butyl-1-methyl-pyrazol, 4,5-Diamino-1-t-butyl-3-methyl-pyrazol, 4,5-Diamino-1-(&bgr;-hydroxyethyl)-3-methyl-pyrazol, 4,5-Diamino-1-ethyl-3-methyl-pyrazol, 4,5-Diamino-1-ethyl-3-(4'-methoxyphenyl)-pyrazol, 4,5-Diamino-1-ethyl-3-hydroxymethyl-pyrazol, 4,5-Diamino-3-hydroxymethyl-1-methyl-pyrazol, 4,5-Diamino-3-hydroxymethyl-1-isopropyl-pyrazol, 4,5-Diamino-3-methyl-1-isopropyl-pyrazol, 4-Amino-5-(2'-aminoethyl)amino-1,3-dimethyl-pyrazol, 3,4,5-Triamino-pyrazol, 1-Methyl-3,4,5-triamino-pyrazol, 3,5-Diamino-1-methyl-4-methylamino-pyrazol, 3,5-Diamino-4-(&bgr;-hydroxyethyl)amino-1-methyl-pyrazol, und deren Additionssalze mit einer Säure genannt werden.

Von den Pyrazolo-pyrmidinderivaten können insbesondere die Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidine der folgenden Formel (IV), ihre Additionssalze mit einer Säure oder mit einer Base und, falls ein tautomeres Gleichgewicht vorliegt, ihre Tautomeren genannt werden:

worin bedeuten:
  • – R15, R16, R17 und R18, die identisch oder voneinander verschieden sind, Wasserstoff, C1-4-Alkyl, Aryl, C1-4-Hydroxyalkyl, C2-4-Polyhydroxyalkyl, C1-4-Alkoxy-C1-4-alkyl, C1-4-Aminoalkyl (wobei die Aminogruppe mit Acetyl, Ureido oder Sulfonyl geschützt sein kann), C1-4-Alkylamino-C1-4-alkyl, Di-[C1-4-alkyl]amino-C1-4-alkyl (wobei die beiden Alkylgruppen einen Kohlenstoffring oder einen Heterocyclus mit 5 oder 6 Gliedern bilden können), Hydroxy-C1-4-alkylamino-C1-4-alkyl oder Di-[hydroxy-C1-4-alkyl]amino-C1-4-alkyl;
  • – die Gruppen X, die identisch oder voneinander verschieden sind, Wasserstoff, C1-4-Alkyl, Aryl, C1-4-Hydroxyalkyl, C2-4-Polyhydroxyalkyl, C1-4-Aminoalkyl, C1-4-Alkylamino-C1-4-alkyl, Di-[C1-4-alkyl]amino-C1-4-alkyl (wobei die beiden Alkylgruppen einen Kohlenstoffring oder einen Heterocyclus mit 5 oder 6 Gliedern bilden können), Hydroxy-C1-4-alkylamino-C1-4-alkyl, Di-[Hydroxy-C1-4-alkyl]amino-C1-4-alkyl, Amino, C1-4-Alkylamino, Di-[C1-4-alkyl]amino, Halogen, Carboxy oder eine Sulfonsäuregruppe;
  • – i 0, 1, 2 oder 3;
  • – p 0 oder 1:
  • – q 0 oder 1;
  • – n 0 oder 1;
mit der Maßgabe, dass
  • – die Summe p + q von Null verschieden ist;
  • – n Null bedeutet und die Gruppen NR15R16 und NR17R18 die Stellungen (2,3); (5,6); (6,7); (3,5) oder (3,7) einnehmen, wenn p + q 2 ist;
  • – n 1 bedeutet und die Gruppe NR15R16 (oder NR17R18) und die OH-Gruppe die Stellungen (2,3); (5,6); (6,7); (3,5) oder (3,7) einnehmen, wenn p + q 1 ist.

Wenn die Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidine der Formel (IV) eine Hydroxygruppe in einer der Stellungen 2, 5 oder 7 in &agr;-Stellung zu einem Stickstoffatom aufweisen, existiert ein tautomeres Gleichgewicht, das beispielsweise durch das folgende Schema dargestellt werden kann:

Von den Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidinen der Formel (IV) können insbesondere angegeben werden:

  • – Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,7-diamin,
  • – 2,5-Dimethyl-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,7-diamin,
  • – Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,5-diamin,
  • – 2,7-Dimethyl-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,5-diamin,
  • – 3-Amino-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-7-ol,
  • – 3-Amino-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-5-ol,
  • – 2-(3-Amino-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-7-ylamino)-ethanol,
  • – 2-(7-Amino-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3-ylamino)-ethanol,
  • – 2-[(3-Amino-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-7-yl)-(2-hydroxyethyl)amino]-ethanol,
  • – 2-[(7-Amino-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3-yl)-(2-hydroxyethyl)amino]-ethanol,
  • – 5,6-Dimethyl-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,7-diamin,
  • – 2,6-Dimethyl-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,7-diamin, und
  • – 2,5,N7,N7-Tetramethyl-pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidin-3,7-diamin
  • – und deren Additionssalze und deren tautomeren Formen, wenn tautomere Formen im Gleichgewicht vorliegen.

Die Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidine der Formel (IV) können ausgehend von einem Aminopyrazol durch Cyclisierung gemäß den in den folgenden Referenzen beschriebenen Syntheseverfahren hergestellt werden:

  • EP 628 559 Beiersdorf-Lilly,
  • – R. Vishdu, H. Navedul, Indian J. Chem. 34b (6), 514, 1995,
  • – N. S. Ibrahim, K. U. Sadek, F. A. Abdel-Al, Arch. Pharm. 320, 240, 1987,
  • – R. H. Springer, M. B. Scholten, D. E. O'Brien, T. Novinson, J. P. Miller, R. K. Robins, J. Med. Chem. 25, 235, 1982,
  • – T. Novinson, R. K. Robins, T. R. Matthews, J. Med. Chem. 20, 296, 1977,
  • US 39 07 799 ICN Pharmaceuticals.

Die Pyrazolo-[1,5-a]-pyrimidine der Formel (IV) können auch ausgehend von einem Hydrazin durch Cyclisierung gemäß den in den folgenden Referenzen beschriebenen Syntheseverfahren hergestellt werden:

  • – A. McKillop und R. J. Kobilecki, Heterocycles 6(9), 1355, 1977,
  • – E. Alcade, J. DeMendoza, J. M. Marcia-Marquina, C. Almera, J. Elguero, J. Heterocyclic Chem., 11(3), 423, 1974,
  • – K. Saito, I. Hori, M. Higarashi, H. Midorikawa, Bull. Chem. Soc. Japan, 47(2), 476, 1974.

Die erfindungsgemäße(n) Oxidationsbase(n) machen vorzugsweise etwa 0,0005 bis 12 Gew.-% des Gesamtgewichts der gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzung und noch bevorzugter etwa 0,005 bis 6 Gew.-% des Gesamtgewichts aus.

Die Kuppler, die in den Zusammensetzungen zum oxidativen Färben verwendet werden können, sind herkömmliche Verbindungen, d.h. m-Phenylendiamine, m-Aminophenole, m-Dihydroxybenzole, mono- oder polyhydroxylierte Naphthalinderivate, Sesamol und seine Derivate und heterocyclische Verbindungen, wie beispielsweise Indolderivate, Indolinderivate, Benzimidazolderivate, Benzomorpholinderivate, Sesamolderivate, Pyrazolo-azolderivate, Pyrrolo-azolderivate, Imidazolo-azolderivate, Pyrazolo-pyrimidinderivate, Pyrazolin-3,5-dionderivate, Pyrrolo-[3,2-d]-oxazolderivate, Pyrazolo-[3,4-d]-thiazolderivate, S-Oxid-thiazolo-azolderivate, S,S-Dioxid-thiazolo-azolderivate und deren Additionssalze mit einer Säure.

Die Kuppler können insbesondere unter 2-Methyl-5-amino-phenol, 5-N-(&bgr;-Hydroxyethyl)-amino-2-methyl-phenol, 3-Amino-phenol, 1,3-Dihydroxy-benzol, 1,3-Dihydroxy-2-methyl-benzol, 4-Chlor-1,3-dihydroxy-benzol, 2,4-Diamino-1-(&bgr;-hydroxyethyloxy)-benzol, 2-Amino-4-(&bgr;-hydroxyethylamino)-1-methoxy-benzol, 1,3-Diamino-benzol, 1,3-Bis(2,4-diaminophenoxy)-propan, Sesamol, &agr;-Naphthol, 6-Hydroxyindol, 4-Hydroxyindol, 4-Hydroxy-N-methyl-indol, 6-Hydroxyindolin, 2,6-Dihydroxy-4-methyl-pyridin, 1-H-3-Methylpyrazol-5-on, 1-Phenyl-3-methyl-pyrazol-5-on und den Additionssalzen dieser Verbindungen mit einer Säure ausgewählt werden.

Wenn Kuppler vorliegen, machen sie vorzugsweise etwa 0,0001 bis 10 Gew.-% des Gesamtgewichts der gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzung und noch bevorzugter etwa 0,005 bis 5 Gew.-% dieses Gewichts aus.

Die Additionssalze mit einer Säure, die im Rahmen der erfindungsgemäßen Farbmittelzusammensetzungen verwendbar sind (Oxidationsbasen und Kuppler), sind ganz allgemein insbesondere unter den Hydrochloriden, Hydrobromiden, Sulfaten, Tartraten, Lactaten und Acetaten ausgewählt.

Die erfindungsgemäße Farbmittelzusammensetzung kann neben den oben definierten Oxidationsbasen und gegebenenfalls vorliegenden Kupplern auch Direktfarbstoffe enthalten, um die Färbungen mit Glanz anzureichern. Die Direktfarbstoffe können insbesondere unter den nitrierten Farbstoffen, Azofarbstoffen und Anthrachinon-Farbstoffen ausgewählt werden.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie beispielsweise zum Färben der Haare, unter Verwendung der oben definierten gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzung.

Nach diesem Verfahren wird auf die Fasern mindestens eine oben definierte gebrauchsfertige Farbmittelzusammensetzung während einer Zeitspanne, die zur Bildung der gewünschten Färbung ausreichend ist, aufgebracht, worauf gespült, gegebenenfalls mit Haarwaschmittel gewaschen, von neuem gespült und getrocknet wird.

Die Zeitspanne, die zur Bildung einer Färbung auf den Keratinfasern erforderlich ist, liegt im Allgemeinen im Bereich von 3 bis 60 min und noch genauer im Bereich von 5 bis 40 min.

Nach einer speziellen Ausführungsform der Erfindung umfasst das Verfahren einen vorbereitenden Schritt, der darin besteht, einerseits eine Zusammensetzung (A), die in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens eine oben definierte Oxidationsbase und gegebenenfalls mindestens einen oben definierten Kuppler enthält, und andererseits eine Zusammensetzung (B) getrennt voneinander aufzubewahren, die in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens ein Enzym vom Typ Oxidoreduktase (2 Elektronen) in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym und mindestens ein nichtionisches Guargummi enthält, das mindestens eine hydrophile Einheit und mindestens eine Fettkette umfasst, und diese bei der Anwendung zu vermischen, bevor das Gemisch auf die Keratinfasern aufgebracht wird.

Nach einer anderen speziellen Ausführungsform der Erfindung kann das nichtionische Guargummi auch in die Zusammensetzung (A) eingearbeitet werden.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung mit mehreren Abteilungen oder "Kit" zum Färben oder beliebige andere Konfektionierungssysteme mit mehreren Abteilungen, wobei eine erste Abteilung die oben definierte Zusammensetzung (A) und eine zweite Abteilung die oben definierte Zusammensetzung (B) enthält. Die Vorrichtungen können mit einer Einrichtung ausgestattet sein, durch die das gewünschte Gemisch auf das Haar aufgebracht werden kann, wie beispielsweise die Vorrichtungen, die in dem Patent FR-2 586 913 der Anmelderin beschrieben sind.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein neues Verfahren zur Behandlung keratinischer Materialien und insbesondere des Haares, um eine dauerhafte Verformung der Haare, insbesondere in Form von dauergewelltem Haar, zu erzielen, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst: (i) auf das zu behandelnde keratinische Material wird eine reduzierende Zusammensetzung aufgebracht, wobei das keratinische Material vor, während oder nach dem Aufbringen unter mechanische Spannung gesetzt wird, (ii) das keratinische Material wird gegebenenfalls gespült, (iii) auf das gegebenenfalls gespülte keratinische Material wird eine oben definierte oxidierende Zusammensetzung aufgebracht und (iv) das keratinische Material wird gegebenenfalls nochmals gespült.

Der erste Schritt (i) dieses Verfahrens besteht darin, eine reduzierende Zusammensetzung auf das Haar aufzutragen. Die Zusammensetzung wird Strähne für Strähne oder auf einmal auf das gesamte Haar aufgetragen.

Die reduzierende Zusammensetzung enthält mindestens ein Reduktionsmittel, das insbesondere unter Thioglykolsäure, Cystein, Cysteamin, Glycerylthioglykolat, Thiomilchsäure oder den Salzen von Thiomilchsäure oder Thioglykolsäure ausgewählt sein kann.

Der übliche Schritt, bei dem das Haar in einer Form unter Spannung gesetzt wird, die der gewünschten endgültigen Form des Haares entspricht (beispielsweise Locken), kann mit beliebigen an sich geeigneten und bekannten Mitteln, insbesondere mechanischen Mitteln, durchgeführt werden, mit denen das Haar unter Spannung gehalten werden kann, wie beispielsweise Rollen, Lockenwicklern und dergleichen.

Das Haar kann auch ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Mittel einfach mit den Fingern in Form gebracht werden.

Bevor im folgenden der Spülschritt (ii) durchgeführt wird, der fakultativ ist, ist es normalerweise zweckmäßig, das Haar, auf das die reduzierende Zusammensetzung aufgetragen wurde, einige Minuten, im Allgemeinen 5 Minuten bis eine Stunde und vorzugsweise 10 bis 30 Minuten, ruhen zu lassen, um dem Reduktionsmittel genug Zeit zu lassen, einwandfrei auf das Haar zu wirken. Diese Wartephase erfolgt vorzugsweise bei einer Temperatur von 35 bis 45°C, wobei das Haar vorzugsweise durch eine Haube geschützt wird.

In dem zweiten Schritt des Verfahrens (Schritt (ii)), der fakultativ ist, wird das mit der reduzierenden Zusammensetzung getränkte Haar dann sorgfältig mit einer wässerigen Zusammensetzung ausgespült.

Anschließend wird in einem dritten Schritt (Schritt (iii)) die erfindungsgemäße oxidierende Zusammensetzung auf das so gespülte Haar aufgebracht, um die neue, dem Haar verliehene Form zu fixieren.

Wie im Fall der Anwendung der reduzierenden Zusammensetzung wird das Haar, auf das die oxidierende Zusammensetzung aufgetragen wurde, anschließend in herkömmlicher Weise während einer Ruhephase oder Wartezeit, die einige Minuten, im Allgemeinen 3 bis 30 Minuten und vorzugsweise 5 bis 15 Minuten, dauert, ruhen gelassen.

Wenn das Haar mit Hilfsmitteln unter Spannung gehalten wurde, können diese (Rollen, Lockenwickler und dergleichen) vor oder nach dem Fixierschritt aus dem Haar entfernt werden.

Schließlich wird im letzten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens (Schritt (iv)), bei dem es sich ebenfalls um einen fakultativen Schritt handelt, das mit der oxidierenden Zusammensetzung getränkte Haar gewöhnlich mit Wasser sorgfältig ausgespült.

Am Ende wird eine Frisur erhalten, die sich leicht auskämmen lässt und geschmeidig ist. Das Haar ist gewellt.

Die erfindungsgemäße oxidierende Zusammensetzung kann auch in einem Verfahren zum Entfärben von Keratinfasern und insbesondere zum Entfärben der Haare eingesetzt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Entfärben umfasst einen Schritt, bei dem eine erfindungsgemäße oxidierende Zusammensetzung auf die Keratinfasern aufgebracht wird, wobei gegebenenfalls ein zusätzliches Oxidationsmittel enthalten ist. Ein zweiter Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Entfärben ist herkömmlich ein Schritt, bei dem die Keratinfasern gespült werden.

Das für Keratinfasern geeignete Medium (oder der Träger) der erfindungsgemäßen gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzungen und der erfindungsgemäßen oxidierenden Zusammensetzungen für permanente Verformungen oder zum Entfärben von Keratinfasern besteht im Allgemeinen aus Wasser oder einem Gemisch von Wasser und mindestens einem organischen Lösungsmittel zur Solubilisierung der Verbindungen, die nicht ausreichend wasserlöslich sind. Von den organischen Lösungsmitteln kommen beispielsweise die C1-4-Alkanole, wie Ethanol und Isopropanol; Glycerin; die Glykole und Glykolether, wie 2-Butoxyethanol, Propylenglykol, Propylenglykolmonomethylether, Diethylenglykolmonoethylether und Diethylenglykolmonomethylether, sowie die aromatischen Alkohole, wie Benzylalkohol oder Phenoxyethanol, analoge Produkte und deren Gemische in Betracht.

Die Lösungsmittel können in Mengenanteilen vorzugsweise im Bereich von etwa 1 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Farbmittelzusammensetzung, und noch bevorzugter etwa 5 bis 30 Gew.-% vorliegen.

Der pH-Wert der erfindungsgemäßen gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzungen und der erfindungsgemäßen oxidierenden Zusammensetzungen für permanente Verformungen oder zum Entfärben von Keratinfasern ist so ausgewählt, dass die enzymatische Aktivität der Oxidoreduktase (2 Elektronen) nicht verändert wird. Er liegt im Allgemeinen im Bereich von etwa 5 bis 11 und vorzugsweise etwa 6, 5 bis 10. Er kann mit herkömmlich beim Färben von Keratinfasern verwendeten Mitteln zum Ansäuern oder Alkalischmachen auf den gewünschten Wert eingestellt werden.

Von den Ansäuerungsmitteln können beispielsweise die anorganischen oder organischen Säuren genannt werden, wie Salzsäure, Orthophosphorsäure, Schwefelsäure, die Carbonsäuren, wie Essigsäure, Weinsäure, Citronensäure und Milchsäure, und die Sulfonsäuren.

Von den Alkalisierungsmitteln können beispielsweise Ammoniak, die Alkalicarbonate, Alkanolamine, wie Mono-, Di- und Triethanolamin, 2-Methyl-2-amino-propanol sowie deren Derivate, Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid und die Verbindungen der folgenden Formel (V) genannt werden:

worin W eine gegebenenfalls mit einer Hydroxygruppe oder einer C1-4-Alkylgruppe substituierte Propylengruppe bedeutet und R13, R14, R15 und R16, die identisch oder voneinander verschieden sind, Wasserstoff, C1-4-Alkyl oder C1-4-Hydroxyalkyl bedeuten.

Die erfindungsgemäßen gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzungen und die erfindungsgemäßen oxidierenden Zusammensetzungen für permanente Verformungen oder zum Entfärben von Keratinfasern können außerdem verschiedene Zusatzstoffe enthalten, die gewöhnlich in Zusammensetzungen zum Färben, permanenten Verformen oder Entfärben der Haare verwendet werden, wie beispielsweise anionische, kationische, nichtionische, amphotere oder zwitterionische grenzflächenaktive Stoffe oder deren Gemische, anionische, kationische, nichtionische, amphotere oder zwitterionische Polymere oder deren Gemische, anorganische oder organische Verdickungsmittel, Antioxidantien, Enzyme, die von den erfindungsgemäß verwendeten Oxidoreduktasen (2 Elektronen) verschieden sind, beispielsweise Peroxidasen, Penetrationsmittel, Maskierungsmittel, Parfums, Puffer, Dispergiermittel, Konditioniermittel, beispielsweise Silicone, Filmbildner, Konservierungsmittel und Trübungsmittel.

Der Fachmann wird selbstverständlich die gegebenenfalls vorliegende(n) zusätzliche(n) Verbindung(en) so auswählen, dass die mit den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen verbundenen vorteilhaften Eigenschaften durch den beabsichtigten Zusatz oder die Zusätze nicht oder nicht wesentlich verändert werden.

Die erfindungsgemäßen gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzungen und die erfindungsgemäßen oxidierenden Zusammensetzungen für permanente Verformungen oder zum Entfärben von Keratinfasern können gegebenenfalls unter Druck in unterschiedlichen Formen vorliegen, beispielsweise als Flüssigkeit, Creme oder Gel, oder in beliebigen anderen Formen, die für die Durchführung einer Färbung, permanenten Verformung oder Entfärbung von Keratinfasern und insbesondere von menschlichem Haar geeignet sind.

Wenn im Falle einer gebrauchsfertigen Farbmittelzusammensetzung der Oxidationsfarbstoff oder die Oxidationsfarbstoffe und die Oxidoreduktase(n) (2 Elektronen) in der gleichen Zusammensetzung vorliegen, darf diese keinen gasförmigen Sauerstoff enthalten, um eine vorzeitige Oxidation des Oxidationsfarbstoffes oder der Oxidationsfarbstoffe zu unterbinden.

Im Folgenden werden zur Erläuterung der Erfindung konkrete Beispiele angegeben.

Falls nicht Gegenteiliges angegeben ist, sind die Mengenanteile in der gesamten Beschreibung in Masseprozent ausgedrückt.

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie in irgendeiner Weise einzuschränken.

Beispiel 1: Zusammensetzung zum Färben

Es wird die folgende gebrauchsfertige Farbmittelzusammensetzung hergestellt (Mengenanteile in g): - Uricase aus Arthrobacter globiformis, 20 internationale Einheiten (iE)/mg, von der Firma Sigma im Handel 1,5 g - Harnsäure 1,5 g - C8-10-Alkylpolyglucosid in wässriger Lösung mit 60% WS (wirksame Substanz), unter der Bezeichnung ORAMIX CG 110 von SEPPIC im Handel 8,0 g - p-Phenylendiamin 0,324 g - Resorcin 0,32 g - hydroxypropyliertes Guargummi, unter der Bezeichnung JAGUAR HP 60 von MAYHALL erhältlich 1,6 g - Ethanol 20,0 g - Monoethanolamin qs pH 9,5 - entmineralisiertes Wasser ad 100 g

Die gebrauchsfertige Farbmittelzusammensetzung wird 30 min auf natürliche graue Haarsträhnen mit 90% weißen Haaren aufgebracht.

Die Haare werden dann gespült, mit Standardhaarwaschmittel gewaschen und anschließend getrocknet.

Die Haarsträhnen sind in einer matten dunkelblonden Farbnuance gefärbt. Beispiel 2: Oxidierende Zusammensetzung für Dauerwellen oder Entfärbungen - Uricase aus Arthrobacter globiformis, 20 internationale Einheiten (iE)/mg, von der Firma Sigma im Handel 1,8 g - Harnsäure 1,65 g - Ethanol 20,0 g - C8-10-Alkylpolyglucosid in wässriger Lösung von 60% WS (Wirkstoff), unter der Bezeichnung ORAMIX CG 110 von SEPPIC im Handel 8,0 g - hydroxypropyliertes Guargummi, unter der Bezeichnung JAGUAR HP 60 von MAYHALL erhältlich 0,25 g - 2-Methyl-2-amino-1-propanol qs pH = 9,5 - entmineralisiertes Wasser ad 100 g


Anspruch[de]
  1. Kosmetische und/oder dermatologische Zusammensetzung zur Behandlung von Keratinfasern, insbesondere menschlichen Keratinfasern und besonders menschlichen Haaren, die in einem für Keratinfasern geeigneten Träger enthält:

    (a) mindestens ein Enzym vom Typ der Oxidoreduktasen, die 2 Elektronen übertragen, in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym, und

    (b) mindestens ein nichtionisches Guargummi.
  2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidoreduktase (2 Elektronen) unter den Pyranose-Oxidasen, Glucose-Oxidasen, Glycerin-Oxidasen, Lactat-Oxidasen, Pyruvat-Oxidasen und Uricasen ausgewählt ist.
  3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidoreduktase (2 Elektronen) unter den Uricasen tierischer, mikrobiologischer oder biotechnologischer Herkunft ausgewählt ist.
  4. Zusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidoreduktase(n) (2 Elektronen) 0,01 bis 20 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung ausmachen.
  5. Zusammensetzung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidoreduktase(n) (2 Elektronen) 0,1 bis 5 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung ausmachen.
  6. Zusammensetzung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Donor (oder das Substrat) für die Oxidoreduktase (2 Elektronen) unter Harnsäure und ihren Salzen ausgewählt ist.
  7. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Donor oder die Donoren 0,01 bis 20 Gew.-% des Gesamtgewichts Zusammensetzung ausmachen.
  8. Zusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Donor oder die Donoren 0,1 bis 5 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung ausmachen.
  9. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtionische Guargummi mit C1-6-Hydroxyalkylgruppen modifiziert wurde.
  10. Zusammensetzung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydroxyalkylgruppen unter Hydroxymethyl, Hydroxyethyl, Hydroxypropyl und Hydroxybutyl ausgewählt sind.
  11. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtionische Guargummi einen Hydroxyalkylierungsgrad von 0,4 bis 1,2 aufweist.
  12. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration des nichtionische Guargummi im Bereich von 0,01 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, und vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 5% liegt.
  13. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, die gebrauchsfertig ist, zum oxidativen Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie dem Haar, die in einem für Keratinfasern geeigneten Medium ferner mindestens eine Oxidationsbase und gegebenenfalls einen oder mehrere Kuppler enthält.
  14. Zusammensetzung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidationsbasen unter den p-Phenylendiaminen, Doppelbasen, o- oder p-Aminophenolen und den heterocyclischen Oxidationsbasen sowie den Additionssalzen dieser Verbindungen mit einer Säure ausgewählt sind.
  15. Zusammensetzung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidationsbasen in Konzentrationen von 0,0005 bis 12 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegen.
  16. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kuppler unter den m-Phenylendiaminen, m-Aminophenolen, m-Dihydroxybenzolen, heterocyclischen Kupplern sowie den Additionssalzen dieser Verbindungen mit einer Säure ausgewählt sind.
  17. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Kuppler in Konzentrationen von 0,0001 bis 10 Gew.-% des Gesamtgewichts der Zusammensetzung, enthalten sind.
  18. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Additionssalze der Oxidationsbasen und Kuppler mit einer Säure unter den Hydrochloriden, Hydrobromiden, Sulfaten, Tartraten, Lactaten und Acetaten ausgewählt sind.
  19. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner Direktfarbstoffe enthält.
  20. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das für Keratinfasern geeignete Medium (oder der Träger) aus Wasser oder einem Gemisch von Wasser und mindestens einem organischen Lösungsmittel besteht.
  21. Zusammensetzung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Lösungsmittel in Mengenanteilen vorzugsweise von 1 bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, und noch bevorzugter 5 bis 30 Gew.-% vorliegen können.
  22. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen pH-Wert im Bereich von 5 bis 11 und vorzugsweise 6, 5 bis 10 aufweist.
  23. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner mindestens einen kosmetischen Zusatzstoff enthält, der herkömmlich in Zusammensetzungen zum Färben, permanenten Verformen oder Entfärben der Haare verwendet wird und der unter den anionischen, kationischen, nichtionischen, amphoteren oder zwitterionischen grenzflächenaktiven Stoffen oder deren Gemischen, anionischen, kationischen, nichtionischen, amphoteren oder zwitterionischen Polymeren oder deren Gemischen, anorganischen oder organischen Verdickungsmitteln, Antioxidantien, Enzymen, die von den Oxidoreduktasen (2 Elektronen) verschieden sind, Penetrationsmitteln, Maskierungsmitteln, Parfums, Puffern, Dispergiermitteln, Konditioniermitteln, Filmbildnern, Konservierungsmitteln und Trübungsmitteln ausgewählt ist.
  24. Verfahren zum Färben von Keratinfasern und insbesondere menschlichen Keratinfasern, wie Haaren, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Fasern während einer Zeitspanne, die zur Entwicklung der gewünschten Färbung ausreichend ist, mindestens eine gebrauchsfertige Farbmittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 13 bis 23 aufgebracht wird.
  25. Verfahren nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass es einen vorbereitenden Schritt umfasst, der darin besteht, einerseits eine Zusammensetzung (A), die in einem zum Färben geeigneten Medium mindestens eine Oxidationsbase und gegebenenfalls mindestens einen Kuppler nach einem der Ansprüche 13 bis 19 enthält, und andererseits eine Zusammensetzung (B) getrennt voneinander aufzubewahren, die in einem für Keratinfasern geeigneten Medium mindestens ein Enzym vom Typ der Oxidoreduktasen (2 Elektronen) in Gegenwart mindestens eines Donors für das Enzym nach einem der vorhergehenden Ansprüche enthält, und diese bei der Anwendung zu vermischen, bevor das Gemisch auf die Fasern aufgebracht wird, wobei entweder die Zusammensetzung (A) oder die Zusammensetzung (B) das in den vorhergehenden Ansprüchen definierte nichtionische Guargummi enthält.
  26. Vorrichtung mit mehreren Abteilungen oder "Kit" zum Färben, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine erste Abteilung mit der in Anspruch 25 definierten Zusammensetzung (A) und eine zweite Abteilung mit der in Anspruch 25 definierten Zusammensetzung (B) enthält.
  27. Verfahren zur Behandlung von Keratinfasern und insbesondere des Haares, um eine dauerhafte Verformung des Haares, insbesondere in Form von dauergewelltem Haar, zu erzielen, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst: (i) auf die zu behandelnden Keratinfasern wird eine reduzierende Zusammensetzung aufgebracht, wobei das keratinische Material vor, während oder nach dem Aufbringen unter mechanische Spannung gesetzt wird, (ii) das keratinische Material wird gegebenenfalls gespült, (iii) auf das gegebenenfalls gespülte keratinische Material wird eine Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 und 20 bis 23 aufgebracht und (iv) das keratinische Material wird gegebenenfalls nochmals gespült.
  28. Verfahren zur Behandlung von Keratinfasern und insbesondere des Haares, um das Haar zu entfärben, wobei auf die Keratinfasern eine oxidierende Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 und 20 bis 23 aufgebracht wird, die gegebenenfalls ein zusätzliches Oxidationsmittel enthält, und in einem zweiten Schritt die Keratinfasern gespült werden.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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