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Dokumentenidentifikation DE102004034090A1 02.02.2006
Titel Walzanlage zum Walzen metallischen Guts
Anmelder SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Klapdor, Armin, 57399 Kirchhundem, DE
Vertreter Hemmerich und Kollegen, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 15.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004034090
Offenlegungstag 02.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.02.2006
IPC-Hauptklasse B21B 41/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B21B 31/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B21B 13/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B21B 45/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Bei einer Walzanlage (1) zum Walzen metallischen Guts (2), die mindestens ein Walzgerüst (3) sowie eine sich beiderseits des Walzgerüsts (3) über eine vorgegebene Länge (L) erstreckende Förderstrecke (4) für das zu walzende Gut (2) aufweist, ist vorgesehen, dass im Bereich der Längenerstreckung der Förderstrecke (4) mindestens eine Aufnahmevorrichtung (5) für ein Coil (6) des metallischen Guts (2) angeordnet ist, die in einer ersten Position (A) angeordnet werden kann, in der sie das Fördern des metallischen Guts (2) entlang der Förderstrecke (4) nicht behindert, und in einer zeiten Position (B) angeordnet werden kann, in der sie das Coil (6) nahe des Walzgerüsts (3) auf der Förderstrecke (4) zum Ab- bzw. Aufwickeln des Coils (6) positioniert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Walzanlage zum Walzen metallischen Guts, die mindestens ein Walzgerüst aufweist sowie eine sich beiderseits des Walzgerüsts über eine vorgegebene Länge erstreckende Förderstrecke für das zu walzende Gut.

Walzanlagen der gattungsgemäßen Art werden beispielsweise für die Herstellung von Aluminiumblech benötigt. Dabei wird das Blech in einem mehrstufigen Prozess hergestellt, bei dem zunächst ein Warmwalzen der Bramme erfolgt. Ist diese hinreichend ausgewalzt und ggf. wärmebehandelt, erfolgt ein Kaltwalzen des Blechs auf die Enddicke. Sowohl Warmwalzanlagen als auch Kaltwalzanlagen sind für diesen Zweck gebräuchlich und im Stand der Technik hinlänglich beschrieben.

Die WO 98/53111 offenbart ein Verfahren zur Erzeugung von warmgewalztem Aluminium-Dosenband, wobei das Verfahren insbesondere für geringere Produktionsmengen von weniger als 250.000 t pro Jahr geeignet sein soll. Dort wird zunächst eine reversierende Vorwalzung des warm eingesetzten Vormaterials auf einer Warmwalzanlage vorgesehen, woran sich unmittelbar ein Fertigwalzen des Bandes anschließt, der eine Wärmebehandlung des zu Bunden aufgehaspelten Bandes folgt. Dabei wird während der letzten Fertigwalzstiche die Rekristallisation im Walzgut durch gesteuerte Temperaturführung des Warmbandes unterdrückt und die Rekristallisation erst im unmittelbaren Anschluss an die Fertigwalzung außerhalb der Walzstrasse gezielt herbeigefügt.

Auch die WO 96/10655 und die WO 96/10656 betreffen ein Fertigungsverfahren für Aluminiumblech. Auch hier erfolgt zunächst ein Warmwalzen der Bramme bzw. des durch den Walzprozess hergestellten Bandes auf einer Warmwalzanlage. Dann wird ein Wärmebehandlungsprozess vorgenommen und schließlich ein Kaltwalzvorgang auf einer Kaltwalzanlage durchgeführt.

Die Warmwalzanlage und die Kaltwalzanlage unterscheiden sich dabei grundsätzlich, weil die Warmwalzanlage beiderseits des Walzgerüsts eine sich über eine vorgegebene Länge erstreckende Förderstrecke für das zu walzende Gut benötigt. Die Bramme wird zunächst in die Anlage eingebracht und ausgewalzt. Dabei erfolgt in der Regel ein reversierender Prozess, d. h. die durch das Walzen immer dünner werdende Bramme bewegt sich durch das Walzgerüst hin und her. Nach Abschluss des Warmwalzvorganges wird das ausgewalzte Band auf einem Haspel zu einem Coil bzw. Bund aufgewickelt.

Beim Kaltwalzen wird indes das bereits vorbereitete Coil in die Anlage gebracht. Das Walzgerüst befindet sich zwischen zwei Haspeln. Von dem einen Haspel wird das Band vom Coil abgewickelt und dem Walzspalt zugeführt. Auf der anderen Seite wird das kaltgewalzte Band dem anderen Haspel zugeführt und zum Coil aufgewickelt.

Daher ergeben sich grundsätzlich andere Größenverhältnisse bzw. Bauraumerfordernisse bei einer Warmwalzanlage einerseits und bei der Kaltwalzanlage andererseits. Die Warmwalzanlage benötigt eine große Längenerstreckung, während die Kaltwalzanlage mit relativ geringem Bauraum auskommt.

Mit Blick auf die Auslastung vorhandener Walzanlagen und damit hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Investitionen ist es nachteilig, dass für die jeweiligen Teilprozesse separate Anlagen benötigt werden. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Warmwalzanlage während des Kaltwalzens nicht benötigt wird und umgekehrt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Walzwerk der eingangs genannten Art so auszubilden, dass der genannte Nachteil nicht auftritt und es zu einer rentableren Nutzung kommt.

Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Längenerstreckung der Förderstrecke mindestens eine Aufnahmevorrichtung für ein Coil des metallischen Guts angeordnet ist, die in einer ersten Position angeordnet werden kann, in der sie das Fördern des metallischen Guts entlang der Förderstrecke nicht behindert, und in einer zweiten Position angeordnet werden kann, in der sie das Coil nahe des Walzgerüsts auf der Förderstrecke zum Ab- bzw. Aufwickeln des Coils positioniert.

Die Erfindung stellt also darauf ab, dass Maßnahmen ergriffen werden, um eine Warmwalzanlage auch für die Durchführung des Kaltwalzprozesses tauglich zu machen. Die beim Warmwalzen nicht benötigte Aufnahmevorrichtung für ein Coil wird beispielsweise unterhalb des Rollengangs angeordnet, und sie ist während des Warmwalzens nicht im Einsatz. Für das Kaltwalzen wird die Aufnahmevorrichtung in Arbeitsposition gefahren, so dass auf der Warmwalzanlage auch kalt gewalzt werden kann. Die Wirtschaftlichkeit der Walzanlage wird dadurch wesentlich erhöht.

Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die mindestens eine Aufnahmevorrichtung auf einer Hubvorrichtung angeordnet ist, mit der sie in vertikale Richtung in gewünschter Höhe positioniert werden kann. Dabei kann insbesondere vorgesehen werden, dass auf der Hubvorrichtung mindestens eine Bandführungsrolle, insbesondere eine angetriebene Bandführungsrolle, angeordnet ist. Diese wird für das Kaltwalzen benötigt, weil das zu walzende Band von dem Haspel in die Horizontale umgelenkt werden muss, bevor das Band dem Walzspalt zugeführt wird. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die mindestens eine Bandführungsrolle in der abgesenkten Position der Hubvorrichtung auf Höhe der anderen Rollen der Förderstrecke angeordnet ist. Sie erfüllt damit dann auch während des Warmwalzvorgangs eine Funktion.

Mit Vorteil ist ferner eine Warmbesäumschere vorgesehen, die mit Verschiebemitteln, insbesondere Hubmitteln, versehen ist, mit denen sie in Arbeitsposition (für das Warmwalzen) gefahren oder aus dieser herausgefahren werden kann (für das Kaltwalzen).

Für das Kaltwalzen vorteilhaft sind ferner Bandstütz- und/oder Bandantriebs- und/oder Bandrichtmittel, die mit Verschiebemitteln, insbesondere Hubmitteln, versehen sind, mit denen sie in Arbeitsposition (für das Kaltwalzen) gefahren oder aus dieser herausgefahren werden können (für das Warmwalzen). Bei den Bandstütz- und/oder Bandantriebs- und/oder Bandrichtmittel handelt es sich bevorzugt um eine an sich vorbekannten Bridlerollenkombination, insbesondere um eine 4-Rollen-Bridlerollenkombination, mit aufgesetztem Treiber.

Weiterhin kann mindestens eine mit der Bandführungsrolle zusammenwirkende Gegenrolle vorgesehen werden, die in vertikale Richtung verschiebbar ist und in vorgegebener Höhe positioniert werden kann.

Da für das Warmwalzen einerseits und für das Kaltwalzen andererseits unterschiedliche Walzen benötigt werden, sind vorzugsweise Mittel zum Austauschen der Walzen des Walzgerüsts vorgesehen, mit denen der Austausch der Walzen durchgeführt bzw. zumindest unterstützt werden kann.

Schließlich sind für die beiden Arten des Walzens unterschiedliche Kühl- bzw. Schmierbedingungen erforderlich. Damit die Walzanlage für beide Walzprozesse eingesetzt werden kann, sieht eine Fortbildung vor, dass die Anlage Mittel zum Versorgen der Walzen des Walzgerüsts und/oder des zu walzenden Guts mit einem Kühl- und/oder Schmiermittel aufweist, wobei diese Mittel wahlweise zur Versorgung mit Walzöl oder zur Versorgung mit Emulsion umschaltbar sind.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

1 schematisch eine Walzanlage während des Warmwalzens einer Aluminiumbramme und

2 die Anlage gemäß 1 während des Kaltwalzens des Aluminiumbandes.

In den Figuren ist eine Walzanlage 1 skizziert, auf der wahlweise ein Kaltwalzprozess oder ein Warmwalzprozess durchgeführt werden kann. Die Walzanlage dient zum Walzen eines metallischen Guts 2, das in 1 als Bramme und in 2 als bereits vorgewalztes Blech dargestellt ist. Zum Walzen dient ein Walzgerüst 3, das vorliegend als Quarto-Walzgerüst mit zwei Arbeitswalzen und zwei Stützwalzen ausgebildet ist. Dabei sind die Walzen für das Warmwalzen mit 15 (s. 1) und die für das Kaltwalzen mit 16 bezeichnet (s. 2). Genauso können aber auch andere Walzgerüste – eines oder mehrere – zum Einsatz kommen. Beiderseits des Walzgerüsts 3, in den Figuren also links und rechts vom Walzgerüst, erstreckt sich je eine Förderstrecke 4, die eine gewisse Länge L aufweist. Die Längen L sind beiderseits des Walzgerüsts 3 gleich groß, was jedoch nicht zwingend ist. Entlang der Förderstrecke sind eine Anzahl Rollen 9 in bekannter Weise angeordnet.

Mit dem in 1 dargestellten Aufbau der Anlage 1 wird der Warmwalzprozess vorgenommen. Hierzu bewegt sich die Bramme 2 reversierend (s. horizontalen Doppelpfeil) durch das Walzgerüst 3 hindurch. Bei jedem Walzstich reduziert sich die Dicke der Bramme, bis das für das Warmwalzen gewünschte Dickenmaß erreicht ist.

Unterhalb der Förderstrecke 4, d. h. unterhalb des Rollengangs, ist beiderseits des Walzgerüsts 3 je eine Aufnahmevorrichtung 5 für ein Coil gewalzten Bandes vorgesehen. Nur schematisch ist eine Hubvorrichtung 7 angedeutet sowie ein in Richtung der Vertikalen eingetragener Doppelpfeil. Der ebenfalls eingetragene Hub N deutet an, dass die Hubvorrichtung 7 die Aufnahmevorrichtung 5 samt Coil 6 vertikal anheben oder absenken kann. Hier wie auch in den nachfolgenden Ausführungen ist für ein Bewegungselement schematisch ein Kolben-Zylinder-System skizziert, womit angedeutet werden soll, dass die Bewegung hydraulisch erfolgen kann. Genauso ist es aber auch möglich, dass die Bewegung durch elektrische Bewegungselemente o. ä. bewerkstelligt werden kann.

Beim Warmwalzen gemäß 1 befindet sich die Aufnahmevorrichtung – mit ausgezogenen Linien dargestellt – in abgesenkter Position; mit gestrichelten Linien ist angedeutet, welche Position die Aufnahmevorrichtung 5 und das Coil 6 während des Kaltwalzens einnimmt. Die Warmwalzposition ist mit A (erste Position) bezeichnet, während die Kaltwalzposition mit B angegeben ist (zweite Position).

Auf der Hubvorrichtung 7 ist weiterhin eine Bandführungsrolle 8 angeordnet, was nur sehr schematisch gezeigt ist. Diese Rolle bewegt sich beim Anheben der Aufnahmevorrichtung 5 für das Coil 6 nach oben bzw. nach unten mit. Dabei ist die Anlage so ausgestaltet, dass die Bandführungsrolle 8 in ihrer abgesenkten Position genau in Höhe der anderen Rollen 9 der Förderstrecke 4 liegt, d. h. sie dient in dieser Position dem Hin- und Herbewegen der Bramme 2. Auch die Bandführungsrolle 8 ist in 1 mit ausgezogenen Linien in der Position (A) dargestellt, die während des Warmwalzens eingenommen wird, während mit gestrichelten Linien die Position angegeben ist, die während des Kaltwalzens eingenommen wird (Position B).

Für das Warmwalzen wird in der Regel eine Warmbesäumschere 10 benötigt, die an Verschiebemitteln 11 angeordnet ist, mit denen sie vertikal bewegt und in ihre jeweilige Position (A, B) gefahren werden kann. Auch hier gilt, dass die Position A diejenige des Warmwalzens und Position B diejenige des Kaltwalzens bezeichnet. Wie in der Zusammenschau der 1 und 2 gesehen werden kann, befindet sich die Besäumschere 10 in 1 beim Warmwalzen in ihrer Arbeitsposition, während sie beim Kaltwalzen außer Eingriff gefahren wurde.

Für das Kaltwalzen nicht benötigt werden Bandstütz- und/oder Bandantriebs- und/oder Bandrichtmittel, die mit 12 bezeichnet sind. Es handelt sich dabei insbesondere um eine Bridlerollenkombination mit aufgesetztem Treiber. In 1, also beim Warmwalzen, befinden sich diese Mittel 12 nicht in ihrer Arbeitsposition, sondern in einem angehobenen Zustand, der durch Verschiebemittel 13 angefahren wird. Entsprechend sind beim Kaltwalzen, s. 2, diese Mittel 12 über die Verschiebemittel 13 in ihre Arbeitsposition gefahren worden.

In 2 ist eine für das Kaltwalzen benötigte schematisch dargestellte Gegenrolle 14 zu sehen, die durch nicht dargestellte Bewegungsmittel in Arbeitsposition gefahren werden kann. Die Gegenrolle 14 arbeitet mit der Bandführungsrolle 8 zusammen und sorgt für eine Führung und ggf. für einen Antrieb des kaltzuwalzenden Bandes 2.

Die beschriebene Walzanlage kann binnen kurzer Zeit (innerhalb einiger Stunden) von der Ausrüstung für das Warmwalzen auf diejenige für das Kaltwalzen und umgekehrt umgerüstet werden. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist damit im gegebenen Falle, d. h. bei nicht vorliegender Vollauslastung für eine Walzart, erheblich gesteigert.

Eine große Anzahl weiterer Elemente ist zwar nicht dargestellt, jedoch in der Weise, wie es für Warm- bzw. Kaltwalzwerke üblich ist, realisiert. Soweit nachfolgend von neuen Elementen bzw. Bauteilen gesprochen wird, sind hierunter solche zu verstehen, die neu in das Warmwalzwerk integriert werden, um es für das Kaltwalzen tauglich zu machen.

Eine Station zur Vorbereitung der kaltzuwalzenden Bunde (Coils) kann einen Hubstuhl, einen Rollendrehwagen, einen Bundöffnungstisch, eine Treibrollen- und Richtrolleneinheit, eine Schopfschere, einen Grundrahmen mit Schrottrutsche, einen Schrottkübel samt Verfahreinheit, eine Bundzange, sowie eine Bundmittenzentrierung und eine Höhenrichtstation aufweisen.

Der Ablaufhaspel hat eine Bandmittenregelung, einen Verschieberahmen für ein Abhaspelgetriebe, eine Antriebswelle und ein Axiallager zur Haspelverschiebung und ein Haspelaußenlager.

Im Bereich der Einlaufführung des zu walzenden Bandes ist eine Andrückrolle im Rollgangsbereich, ein Bundöffnungsmeißel, eine Bürstvorrichtung für eine Umlenkrolle, ein Lagergehäuse für die Umlenkrolle samt einer Anordnung von Kraftmessdosen, eine Postrolle samt Bürstvorrichtung, eine Niederhalterolle, eine Schopfschere mit Schrottentsorgung und die Bridlerollenanordnung samt Treiber angeordnet.

Im Bereich des zentralen Walzgerüsts sind die Walzen mit Verschiebe- und Biegesystem, eine Spindelhalterung, Antriebsspindeln (Gelenkwellen) mit Längenausgleich und motor- und walzenseitigen Treffern, eine Spindelbalancierung mit den Lagern für die Spindel, Axiallager für die Arbeitswalzen, ggf. ein Wechselrahmen für die Arbeitswalzen, Gelenkwellen zu den Arbeitswalzenbürsten, eine Stützwalzenverriegelung, Arbeitswalzeneinbaustücke, Abstreifleisten, eine Bandabblasung, eine Bandkantenabblasung, eine Auslaufführung, eine Kühlmittelverteilung, Stützwalzenabstreifer und eine Stützwalzenbürstvorrichtung angeordnet.

Im Bereich der Auslaufseite ist ein Treibergestell untergebracht sowie eine Postrolle samt Bürstvorrichtung, eine Planheitsmessrolle mit Schutz-Unterzug und Kraftmessdosen und eine Bürstvorrichtung für die Planheitsmessrolle.

Ferner sind ein Riemenwickler samt Coilzange, ein Überleittisch für den Riemenwickler und ein Dunstabsaugkanal vorhanden.

Zum Spulenhandling ist eine Wegmesssystem für die Spulenpositionierung, ein Wegmesssystem zur Bundpositionierung, ein Wegmesssystem für Niederhalterollen der Bundzange und ein Wegmesssystem für die Bundzange vorgesehen.

Die Mediensysteme sind, wie schon erwähnt, gegebenenfalls an den wahlweisen Aufbau als Warm- oder Kaltwalzanlage angepasst. Ansonsten sind die Systeme wie an sich bekannt ausgelegt. Dies betrifft die Hydraulik und Pneumatik (Hydraulik- bzw. Pneumatiksteuerungen, Maschinenverrohrung), die Walzölverrohrung im Gerüstbereich, die Emulsionsverrohung im Gerüstbereich, die Öl-Luft-Schmierung (Steuerung der Öl-Luft-Schmierung, Maschinenverrohrung), die zentrale Fettschmierung (Maschinenverrohrung), die Verbindungsrohrleitungen und die Walzölanlage (Walzöl und Emulsion).

Zur Vorgehens- und Betriebsweise bzw. zur Umrüstung einer bestehenden Aluminium-Warm-Reversier-Walzanlage zu einer Walzanlage für das kombinierte Warm- und Kaltwalzen sei folgendes angemerkt:

Die Eingangsbunde werden mit werkseigenen Mitteln auf einen drehbaren Rollenhubwagen zur Bundvorbereitungsstation aufgegeben. Der Rollenhubwagen kann aus dem Schatten des Traggestells der Bundzange herausfahren, um die Bunde (Coils) aufzunehmen. Die Bunde werden vom Rollenhubwagen in die Bundvorbereitungsposition gefahren und dort zur Vorbereitung in die Bundvorbereitungsstation eingefädelt. In der Bundvorbereitungsstation, bestehend aus Bundöffnertischen, Treibrollen-Richteinheit, Schopfschere und Schrottkübel-Verfahreinrichtung, wird der Bandanfang bzw. werden die äußeren Windungen der Bunde abgeschnitten.

Nach dem Vorbereiten werden die Bunde mittels eines drehbaren Rollenhubwagens in die richtige Ablaufposition gedreht und abhängig vom Coildurchmesser höhengerichtet, d. h. auf Haspelhöhe positioniert.

Dann werden die Bunde von der vorhandenen Bundzange übernommen und über das Signal der Bundmittenzentrierung und des Wegmesssystems an der Bundzange auf den Abhaspel aufgebracht.

Um das Anfahren der Bundvorbereitung mit der Bundzange zu ermöglichen, wird das Traggestell zur Bundzange verlängert.

Der Abhaspel 5 wird mit der Hubvorrichtung 7 und entsprechenden Antriebswellen, Axiallager und Bundmittenregelung ausgerüstet.

Sobald das Bund auf dem Haspel aufgebracht wurde, wird die von unten einschwenkbare und angetriebene Andrückrolle (Bandführungsrolle 8) an das Bund angelegt. Die Bundzange wird geöffnet und aus der Walzlinie herausgefahren. Nun kann die zweite Andrückrolle (Gegenrolle 14) an das Bund angelegt werden. Ein Bundöffnermeißel, der am vorhandenen Traggerüst des Treib- bzw. Richtrollenaggregates angeordnet ist, wird zur Führung des Bandanfanges an das Bund gefahren. In abgesenkter Position bilden diese beiden Andrückrollen – wie oben erläutert – einen Bestandteil des Rollgangs für den Warmbetrieb.

Der Bandanfang wird durch Drehen des Abhaspels und der angetriebenen Andrückrollen zum Treiber vorgeschoben. Dort wird der Bandanfang über die Kalt-Treibrolle, die Postrolle und die Niederhalterolle gerichtet. Es werden Putzvorrichtungen für die Kalt-Treibrolle und die Postrolle vorgesehen. Die obere Treibrollenlagerung wird mit Kraftmessdosen zur Bandzugmessung ausgestattet. Der Bandanfang wird über eine Schopfschere zur Bridlerollenkombination mit angetriebenen Rollen und dem nachfolgenden Treiber geführt. Die Kombination aus Schopfschere, Bridlerollen und Treiber auf einem gemeinsamen, verfahrbaren Grundrahmen kann über die vorhandene Verfahreinrichtung der Warm-Besäumschere aus bzw. in die Walzlinie eingefahren werden. Der Grundrahmen ist mit einer Ölauffangwanne versehen, die das Walzöl zum Schmieren der Bridlerollen bzw. Bridlerollenlager auffängt und ableitet.

Der zentrale Gerüstbereich wird aus Gründen der Profil- bzw. Planheitsbeeinflussung mit einer bekannten Walzenverschiebung ausgerüstet. Hierzu werden neben den Modifikationen und Neuteilen zu den Walzensätzen neue Antriebsspindeln mit Spindelbalancierung sowie eine neue Spindelklemmung benötigt.

Die Kühlmittelverteilung erfolgt über die vorhandenen Spritzbalken, die jedoch mit neuen Düsen ausgerüstet werden.

Für die Kaltwalzstiche wird ein separater Walzensatz erforderlich, der ohne Walzenbürsten, jedoch mit separater Walzenabblasung ausgerüstet ist. Eine weitere Bandabblasung wird in der neu zu fertigenden Einlaufführung (Wasserkasten) angeordnet.

Der Treiber wird dem vorhandenen Treiber entsprechend baugleich ausgeführt, jedoch zusätzlich mit einer Planheitsmessrolle und zugehöriger Putzvorrichtung ausgestattet. Während des Warmbetriebs wird die Planheitsmessrolle durch einen einschwenkbaren Unterzug geschützt. Es wird eine neue zylindrische Postrolle mit Putzvorrichtung vorgesehen. Die Hydraulikzylinder zur Anstellung der Planheitsmessrolle werden mit Klemmköpfen zur sicheren Positionierung ausgestattet. Die Lageraufnahme der Planheitsmessrolle wird mit Kraftmessdosen zur Bandzugmessung ausgerüstet.

Im Bereich des vorhandenen Banddickenmessgeräts werden mechanische Befestigungen für den Einbau von Stripscannern angeordnet, die zur Erfassung der Bandkantenposition diesen.

Das aus der Auslaufvorrichtung laufende Band wird über einen hydraulischen heb- und senkbaren Leittisch dem am vorhandenen Traggerüst zum Warm-Gurtumschlinger bzw. Bundzange angeordneten Kalt-Riemenwickler zugeführt. Für den Einbau des neuen Kalt-Riemenwicklers wird das Traggerüst modifiziert.

Das Zudienen von Spulen erfolgt über die vorhandene Bundzange. Die Spulen werden mit werkseigenen Mitteln auf den Hubstuhl aufgelegt. Der Hubstuhl fährt in eine definierte Höhenposition, von der die Spulen von der vorhandenen Bundzange übernommen werden und über eine Spulenmittenregelung auf den Haspeldorn aufgebracht werden. Das Abdienen der Spulen auf der Einlaufseite erfolgt ebenfalls mit der vorhandenen Bundzange. Hier werden die Spulen auf dem vorhandenen Hubstuhl abgelegt und an den vorhandenen Höcker-Kettenförderer übergeben. Die Abdienung der Spulen vom Höcker-Kettenförderer erfolgt mit werkseigenen Mitteln. In beiden Spulenzangen wird die Andrückrolle mit einem Wegmesssystem ausgerüstet.

Die Umrüstung vom Warmwalzbetrieb zum Kaltwalzbetrieb erfolgt wie folgt:

Zunächst wird der Warm-Arbeitswalzensatz ausgefahren. Dann wird das Walzgerüst manuell mit einem Dampfstahlgerät gereinigt. Anschließend wird der Kalt-Arbeitswalzensatz eingefahren. Weiterhin wird die 4-Rollen-Bridlekombination mit aufgesetztem Treiber in die Anlage eingefahren. Dies geschieht durch Ausfahren der Warm-Besäumschere aus der Walzlinie.

Umgekehrt sehen die Maßnahmen für den Wechsel vom Kaltwalzbetrieb zum Warmwalzbetrieb wie folgt aus:

Zunächst wird der Kalt-Arbeitswalzensatz ausgefahren. Dann werden die Warm-Arbeitswalzen eingefahren. Anschließend erfolgt das Ausfahren der 4-Rollen-Bridlekombination mit aufgesetztem Treiber aus der Anlage. Dies geschieht durch Einfahren der Warm- Besäumschere in die Walzlinie.

Ferner werden – wie schon erwähnt – Maßnahmen für den Wechselbetrieb ergriffen, was die Versorgung mit Emulsion bzw. Walzöl anbelangt. Der Abzweig in der vorhandenen Rücklaufleitung für Walzölbetrieb wird mit manuell zu verstellenden Absperrklappen versehen. Die Restentleerung erfolgt in den Pumpensumpf. Im Rücklaufrohr zum Öl-Rückpumpbehälter wird eine Flammenbox eingebaut. Ein neuer Öl-Rückpumpbehälter wird mit einer separaten Kammer für Spülöl versehen. Weiterhin werden die erforderlichen Rückförderpumpen und Rückpumpleitungen zur Walzölanlage vorgesehen. Neue Walzölvorlaufleitungen mit Umschaltklappen werden so nahe wie möglich an die vorhandenen Grip-Balken angeschlossen. Ein Anschluss für das Ausblasen der Grip-Balken mittels Druckluft ist vorzusehen. Schließlich wird auch ein Anschluss für das Spülen der Spritzbalken mit Walzöl sowie der Gerüstwanne geplant.

Die Vorgehensweise beim Umschalten von Emulsionsbetrieb auf Walzölbetrieb sieht wie folgt aus:

Zunächst erfolgt ein manuelles Reinigen des Gerüsts mit einem Dampfstrahlgerät. Während dieses Vorgangs wird in den Rückpumpbehälter Emulsion abgeleitet.

Dann wird der Grip-Balken mittels Druckluft ausgeblasen. Anschließend wird der Behälter mit Hilfe der Rückförderpumpe bzw. Entleerungspumpe bis zum Minimal-Niveau entleert. Die Armaturen in der Rücklaufleitung für Emulsion werden nach entsprechender Nachtropfzeit geschlossen. Dann wird der Ablauf in die neue Auffangkammer für gebrauchtes Spülöl geöffnet. Nach dem Einschalten der Systempumpe der Walzölanlage wird der Düsenbalken und, falls erforderlich, auch die Gerüstwanne über einen Spülanschluss mit Walzöl gespült. Verunreinigtes Waschöl wird über die Auffangkammer mittels Rückförderpumpen zum Behälter für gebrauchtes Spülöl im neuen Walzölgebäude entsorgt. Schließlich wird der Rücklauf zum Rückpumpenbehälter für Walzöl geöffnet.

Die Vorgehensweise beim Umschalten von Walzölbetrieb auf Emulsionsbetrieb erfolgt folgendermaßen:

Der Grip-Balken wird zunächst mittels Druckluft ausgeblasen. Dann wird der Rücklauf zum Rückpumpbehälter für Walzöl nach entsprechender Nachtropfzeit geschlossen. Sodann wird der Restentleerungsanschluss am Rücklauf für Walzöl geöffnet. Nach dem Schließen des Restentleerungsanschlusses am Rücklauf für Walzöl wird der Rücklauf zum Rückpumpbehälter für Emulsion geöffnet.

Die Umschaltarmaturen in den Rücklaufleitungen sowie die Restentleerungen sind als manuelle Armaturen mit Endlagenüberwachung ausgeführt. Die Umschaltarmaturen in den Vorlaufleitungen am Gerüst sind als pneumatisch betätigte Armaturen mit Endlagenüberwachung ausgebildet.

Notwendige Modifikationen an der Hydraulik- bzw. der Pneumatiksteuerung sowie zugehörige Änderungen an Pumpen, Kompressoren und dementsprechende Aggregatverrohrung sind nicht näher vermerkt und erfolgen in üblicher fachmännischer Weise.

Die benötigen Änderungen sind sowohl hinsichtlich der apparativen Ausstattung als auch hinsichtlich der zu ergreifenden Maßnahmen relativ preiswert zu bewerkstelligen, so dass ein hoher wirtschaftlicher Nutzen aus dem erfindungsgemäßen Vorschlag zu ziehen ist.

1Walzanlage 2metallisches Gut 3Walzgerüst 4Förderstrecke 5Aufnahmevorrichtung 6Coil 7Hubvorrichtung 8Bandführungsrolle 9Rollen der Förderstrecke 10Warmbesäumschere 11Verschiebemittel 12Bandstütz- und/oder Bandantriebs- und/oder Bandrichtmittel (Bridlerollenkombination mit aufgesetztem Treiber) 13Verschiebemittel 14Gegenrolle 15Walzen des Walzgerüsts zum Warmwalzen 16Walzen des Walzgerüsts zum Kaltwalzen LLänge Aerste Position (Warmwalzen) Bzweite Position (Kaltwalzen) HHub

Anspruch[de]
  1. Walzanlage (1) zum Walzen metallischen Guts (2), die mindestens ein Walzgerüst (3) sowie eine sich beiderseits des Walzgerüsts (3) über eine vorgegebene Länge (L) erstreckende Förderstrecke (4) für das zu walzende Gut (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Längenerstreckung der Förderstrecke (4) mindestens eine Aufnahmevorrichtung (5) für ein Coil (6) des metallischen Guts (2) angeordnet ist, die in einer ersten Position (A) angeordnet werden kann, in der sie das Fördern des metallischen Guts (2) entlang der Förderstrecke (4) nicht behindert, und in einer zweiten Position (B) angeordnet werden kann, in der sie das Coil (6) nahe des Walzgerüsts (3) auf der Förderstrecke (4) zum Ab- bzw. Aufwickeln des Coils (6) positioniert.
  2. Walzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Aufnahmevorrichtung (5) auf einer Hubvorrichtung (7) angeordnet ist, mit der sie in vertikale Richtung in gewünschter Höhe positioniert werden kann.
  3. Walzanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Hubvorrichtung (7) mindestens eine Bandführungsrolle (8), insbesondere eine angetriebene Bandführungsrolle, angeordnet ist.
  4. Walzanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Bandführungsrolle (8) in der abgesenkten Position der Hubvorrichtung (A) auf Höhe der anderen Rollen (9) der Förderstrecke (4) angeordnet ist.
  5. Walzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch, eine Warmbesäumschere (10), die mit Verschiebemitteln (11), insbesondere Hubmitteln, versehen ist, mit denen sie in Arbeitsposition (A) gefahren oder aus dieser herausgefahren (B) werden kann.
  6. Walzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch, Bandstütz- und/oder Bandantriebs- und/oder Bandrichtmittel (12), die mit Verschiebemitteln (13), insbesondere Hubmitteln, versehen sind, mit denen sie in Arbeitsposition (B) gefahren oder aus dieser herausgefahren (A) werden können.
  7. Walzanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandstütz- und/oder Bandantriebs- und/oder Bandrichtmittel (12) eine Bridlerollenkombination, insbesondere eine 4-Rollen-Bridlerollenkombination, mit aufgesetztem Treiber aufweisen.
  8. Walzanlage nach einem der Ansprüche 3 bis 7, gekennzeichnet durch, mindestens eine mit der Bandführungsrolle (8) zusammenwirkende Gegenrolle (14), die, insbesondere in vertikale Richtung, verschiebbar und in vorgegebener Höhe positionierbar ist.
  9. Walzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Versorgen der Walzen (15, 16) des Walzgerüsts (3) und/oder des zu walzenden Guts (2) mit einem Kühl- und/oder Schmiermittel aufweist, wobei diese Mittel wahlweise zur Versorgung mit Walzöl bzw. zur Versorgung mit Emulsion umschaltbar sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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