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Dokumentenidentifikation DE102005003768A1 02.02.2006
Titel Messvorrichtung zur Ermittlung einer Temperatur, insbesondere der Siedetemperatur einer Flüssigkeit
Anmelder UST Umweltsensortechnik GmbH, 98716 Geschwenda, DE
Erfinder Kiesewetter, Olaf, Dr., 98716 Geschwenda, DE;
Steingräber, Walter, 98716 Geraberg, DE;
Melchert, Volkmar, 98693 Martinroda, DE
Vertreter Patentanwälte Liedtke & Partner, 99096 Erfurt
DE-Anmeldedatum 27.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005003768
Offenlegungstag 02.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.02.2006
IPC-Hauptklasse G01N 25/08(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Messvorrichtung (1) zur Ermittlung einer Temperatur einer Flüssigkeit (F), wobei ein Temperatursensor (2) und ein im Bereich des Temperatursensors (2) angeordnetes Heizelement (5) gemeinsam in eine Flüssigkeit (F) einführbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (2) von einem Sensorkörper (3) umgeben ist, wobei der Sensorkörper (3) und das Heizelement (5) voneinander beabstandet angeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Messvorrichtung zur Ermittelung einer Temperatur, insbesondere der Siedetemperatur einer Flüssigkeit, wobei ein Temperatursensor und ein im Bereich des Temperatursensors angeordnetes Heizelement gemeinsam in eine Flüssigkeit einführbar sind.

Derartige Messvorrichtungen können prinzipiell für beliebige Flüssigkeiten verwendet werden. Sie finden insbesondere in Bremsflüssigkeitsbehältern von Fahrzeugen Anwendung, da mit ihnen einerseits der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit ermittelt und damit andererseits sichergestellt werden kann, dass die Bremsflüssigkeit während des Fahrzeugbetriebs nicht über ihre Siedetemperatur erhitzt wird, was zur Dampfblasenbildung und damit zum Bremsversagen führte.

Die Siedepunkte von Flüssigkeiten sind nicht konstant, da die jeweilige Siedetemperatur die zu einem bestimmten Druck gehörende Temperatur ist. Somit schwankt sie beispielsweise in Abhängigkeit vom Umgebungsluftdruck. Speziell Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und nimmt daher laufend Wasserdampf aus der Luft auf, wodurch ihr Siedepunkt im Laufe der Zeit sinkt. Dieser Effekt ist besonders stark im Kurzstreckenbetrieb eines Fahrzeugs. Er hat zur Folge, dass im Laufe der Zeit bei immer niedrigeren Temperaturen die Gefahr des Bremsversagens besteht. Bei längerem Betrieb kann der Wassergehalt in der Bremsflüssigkeit auch wieder abnehmen und somit Schwankungen unterliegen.

In DE 199 53 818 A1 wird ein elektronisches Gerät zur Verminderung von Bremsversagen an Kraftfahrzeugen beschrieben, mit dem die Temperatur der Bremsflüssigkeit laufend gemessen und dem Fahrer zur Anzeige gebracht wird. Dabei wird als kritischer Punkt für die Bremsflüssigkeit kurz vor Erreichen der Siedetemperatur zusätzlich eine Warnung signalisiert, welche gleichzeitig zum Erkennen ständig schleifender und/oder fest hängender Bremsen genutzt werden kann. Das Messen der Temperatur soll dabei über Temperaturfühler erfolgen, die in Bohrungen in den Bremssätteln der Fahrzeuge angeordnet sind.

Die Siedetemperatur müsste dazu jedoch im jeweiligen Fall bekannt sein. Die Bohrungen in den Bremssätteln erfordern einen großen Herstellungsaufwand.

Die DE 197 41 892 C2 beschreibt eine Vorrichtung zur Bestimmung und/oder Überwachung der Quantität und Qualität einer in einem hydraulischen System befindlichen Flüssigkeit. Dabei enthält ein im Flüssigkeitssystem angeordneter Sensor ein temperaturabhängiges Widerstandselement, wobei im Bereich des Widerstandselements ein Heiz-Widerstandselement angeordnet ist, das an einer Messeinrichtung angeschlossen ist, welche einerseits eine Stromquelle zur Stromspeisung des Sensors und andererseits ein Spannungsmessgerät zur Ermittlung der Spannung am Sensor enthält. Außerdem sind ein Computer zur Steuerung des Messablaufes sowie ein optisches und/oder akustisches Anzeigegerät vorgesehen.

Mit dieser Vorrichtung ist eine Bestimmung der Siedetemperatur der Flüssigkeit nicht exakt genug möglich. Der Sensor ist zudem nicht gegen chemisch aggressive Flüssigkeiten wie Bremsflüssigkeit geschützt.

Aus JP 03209705 A ist das dichte Versiegeln von Halbleiterwiderständen bekannt, indem sie in Alkali-Barium-basiertem Glas gekapselt werden.

In DE 101 47 804 A1 wird eine Vorrichtung zur Überwachung einer hygroskopischen Flüssigkeit beschrieben, bei der in einem geschlossenen Behälter, in dem sich die zu überprüfende Flüssigkeit befindet, eine Messkammer angeordnet ist, die durch eine Abgrenzung einen Teil der Flüssigkeit vom Gesamtvolumen des Mediums trennt, wobei die Abtrennung eine Teildurchlässigkeit aufweist und innerhalb der Abtrennung ein Sensorelement zur Messung der Temperatur sowie ein Heizelement zum Erwärmen des innerhalb der Abtrennung sich befindenden Flüssigkeitsteils angeordnet ist.

Diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass das Sensorelement nicht gegen chemisch aggressive Flüssigkeiten geschützt ist. Außerdem ist die Messung ungenau, da die Flüssigkeit bezüglich des Sensorelements nicht gleichmäßig erwärmt wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Messvorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit der eine exakte Bestimmung der Temperatur einer Flüssigkeit, insbesondere der Siedetemperatur möglich ist und die unempfindlich gegenüber chemisch aggressiven Flüssigkeiten ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Messvorrichtung, die die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Das genaue Messen von Temperatur und Siedepunkt einer Flüssigkeit gelingt erfindungsgemäß, indem ein einen Temperatursensor umgebender Sensorkörper und somit der Temperatursensor und ein zugehöriges Heizelement voneinander beabstandet angeordnet sind. Das Heizelement heizt dadurch nicht unmittelbar den Temperatursensor selbst auf, wenn es eingeschaltet ist, sondern es erwärmt die Flüssigkeit, die sich zwischen Heizelement und Sensorkörper befindet, wenn die Messvorrichtung in die Flüssigkeit getaucht ist. Mittels des Temperatursensors ist dadurch sowohl die höhere Temperatur der erwärmten Flüssigkeit als auch die Temperatur der Flüssigkeit bei abgeschaltetem Heizelement sehr genau messbar. Die Messvorrichtung ist zudem unempfindlich gegenüber chemisch aggressiven Flüssigkeiten, indem der empfindliche Temperatursensor in einem Sensorkörper gekapselt ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Sensorkörper im wesentlichen stabförmig und wird durch das Heizelement wenigstens teilweise etwa ringförmig umschlossen. Im eingetauchten Zustand umgibt die Flüssigkeit dadurch gleichmäßig den Temperatursensor im Sensorkörper und ist ihrerseits rund um den Temperatursensor gleichmäßig durch das Heizelement erwärmbar.

Eine weitere, vorteilhafte Ausführungsform ermöglicht den lösbaren Anschluss der Messvorrichtung an eine Auswerteelektronik, indem der Temperatursensor und das Heizelement jeweils über elektrische Leitungen mit Anschlusskontakten verbunden sind. Als Anschlusskontakte können handelsübliche Steckkontakte kostengünstig eingesetzt werden. Die Messvorrichtung ist dabei unempfindlich gegenüber chemisch aggressiven Flüssigkeiten, indem die elektrischen Leitungen des Temperatursensors teilweise im Sensorkörper verlaufen. Eine verbesserte Unempfindlichkeit gegenüber chemisch aggressiven Flüssigkeiten ergibt sich dabei, indem die Anschlusskontakte in einem Gehäuse vor Berührung mit der Flüssigkeit geschützt angeordnet sind. Vorzugsweise weisen die Anschlusskontakte von der Flüssigkeit weg, wobei das Gehäuse im Bereich der Anschlusskontakte offen und beispielsweise durch einen mit den Anschlusskontakten zu verbindenden Stecker verschließbar ist. Kurzschlüsse und eine Beeinträchtigung der elektrischen Verbindung der Anschlusskontakte mit einem Stecker durch Erwärmung werden vermieden, indem die Anschlusskontakte im Gehäuse in einer thermisch und elektrisch isolierenden Schicht angeordnet und befestigt sind. Ein Gehäuse aus Edelstahl ist mit geringem Aufwand herstellbar. Kostengünstig und chemisch unempfindlich werden die elektrischen Leitungen teilweise im Gehäuse verlegt, wodurch die Verlegelängen kurz sind und die Leitungen nicht in Kontakt mit der Flüssigkeit kommen.

In einer bevorzugten Ausführungsform ragt der Sensorkörper in eine Öffnung des Gehäuses hinein, wodurch er einerseits stabil befestigt ist und andererseits der Übertritt von im Sensorkörper verlaufenden elektrischen Leitungen in das Gehäuse möglich ist. Dadurch sind die elektrischen Leitungen vor Kontakt mit der Flüssigkeit geschützt. Zudem schließt der Sensorkörper auf diese Weise das Gehäuse und damit die Anschlusskontakte gegen die Flüssigkeit ab. In einer weiteren Ausgestaltung ist die Öffnung des Gehäuses mit einer als Vollkörper ausgeführten Glasdurchführung versehen, die den Sensorkörper teilweise umschließt. In der Glasdurchführung ist der Sensorkörper noch stabiler mit dem Gehäuse verbunden, welches durch die Glasdurchführung zudem besser gegen die Flüssigkeit abgedichtet ist. Vorzugsweise besteht die Glasdurchführung aus einem schlecht Wärme leitenden Schmelzglas. Zudem weist sie an ihrem vom Gehäuse weg orientierten Rand in Richtung der auf eine Temperatur zu überwachenden Flüssigkeit vorzugsweise eine konkave Wölbung auf. Hierdurch ist die Messvorrichtung möglichst gut gegen eine Verschmutzung durch die zu messende Flüssigkeit ausgeführt. Insbesondere können sich keine aggressiven Schmutzreste der zu überwachenden Flüssigkeit an der Glasdurchführung ablagern.

In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform ist das Heizelement an der Innenseite eines Ringzylinders angeordnet, in dessen Innenraum der Sensorkörper mit dem Temperatursensor berührungslos hineinragt, wobei der Ringzylinder an einem axialen Ende flüssigkeitsdicht mit dem Gehäuse verbunden ist. Durch den Ringzylinder ist im eingetauchten Zustand in eine zu überwachende Flüssigkeit, die sich im Innenraum des Ringzylinders um den Sensorkörper befindet, eine einstellbare Wärmemenge über das Heizelement zuführbar, wodurch eine genaue Siedepunktsbestimmung möglich ist. Vorzugsweise besteht der Ringzylinder aus Edelstahl, da Edelstahl durch Bremsflüssigkeit nicht angegriffen wird, aber mit geringem Aufwand formbar ist. Chemisch unempfindlich werden die elektrischen Leitungen des Heizelementes vorteilhafterweise teilweise zwischen den Wänden des Ringzylinders angeordnet. Bei eingeschaltetem Heizelement wird die Innenseite des Ringzylinders erwärmt während die Außenseite kühl bleibt, indem zwischen den Wänden des Ringzylinders Luft oder ein anderes Medium mit geringer Wärmeleitung als Isolation angeordnet ist. Dadurch wird die Flüssigkeit außerhalb des Messbereiches der Messvorrichtung nicht unnötig erwärmt. In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind an der Außenseite und/oder an dem nicht mit dem Gehäuse verbundenen Ende des Ringzylinders Dehnungssicken angeordnet. Durch die Dehnungssicken kann sich der Ringzylinder innen und außen unterschiedlich stark ausdehnen, ohne beschädigt zu werden.

In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das Gehäuse mindestens eine Entlüftungsöffnung auf, die den Innenraum des Ringzylinders mit dem Außenraum verbindet und somit das Entweichen von beim Erwärmen der Flüssigkeit nahe des Siedepunktes im Innenraum des Ringzylinders entstehenden Dampf ermöglicht. Vorteilhafterweise ist eine Entlüftungsöffnung des Gehäuses eine quer zum Sensorkörper angeordnete Bohrung, da eine Bohrung durch das Gehäuse mit geringem Aufwand herstellbar ist. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Bohrung dabei einen Durchmesser von 4 mm bis 5 mm auf.

In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform weist der Ringzylinder einen Innendurchmesser von 4 mm bis 4,5 mm auf.

In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform weist der Ringzylinder einen Außendurchmesser von 10 mm bis 12 mm auf.

Messgenauigkeit und Stabilität der Messvorrichtung sind hoch, wenn der Sensorkörper aus Quarzglas, dünnem Edelstahl oder Keramik besteht. Diese Materialien weisen eine gute Wärmeleitfähigkeit und eine geringe Wärmekapazität auf, wodurch Temperaturänderungen der Flüssigkeit schnell zum Temperatursensor leitbar sind. Weiterhin sind diese Materialien chemisch unempfindlich gegenüber Bremsflüssigkeit.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Sensorkörper quer zu seiner Längsachse einen Durchmesser von 1,5 mm bis 1,8 mm auf.

Das zeitversetzte Messen der Flüssigkeitstemperatur und der Siedetemperatur ist im eingetauchten Zustand möglich, indem der Temperatursensor und das Heizelement unabhängig voneinander ansteuerbar sind. So sind vorzugsweise kontinuierlich die Flüssigkeitstemperatur und in vorgegebenen Intervallen oder vorzugsweise außerhalb des Fahrzeugbetriebs die Siedetemperatur ermittelbar, indem das Heizelement betrieben wird, bis mittels des Temperatursensors das Sieden der Flüssigkeit detektiert wird. Die dabei mittels des Temperatursensors gemessene Temperatur wird als Siedetemperatur angenommen. Im weiteren Verlauf können die jeweils bei ausgeschaltetem Heizelement gemessenen Temperaturen mit der ermittelten Siedetemperatur verglichen werden. Bei Annäherung an diese kann im Fahrzeugbetrieb dann eine Ausgabe zur Warnung erfolgen. Die Auswertung wird vorzugsweise mittels einer Auswerteelektronik durchgeführt.

Eine kostengünstige und messgenaue Ausgestaltung der Messvorrichtung mit kurzer Ansprechzeit enthält als Temperatursensor ein Widerstandsthermometer, in einer bevorzugten Ausführung einen Pt100-Platinwiderstand.

Ein besonders gleichmäßiges Aufheizen ist möglich, indem zwei separat angeschlossene Heizelemente um den Sensorkörper angeordnet sind.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert.

Dazu zeigen:

1, 2 eine Messvorrichtung im Längsschnitt und

3 die Messvorrichtung ohne Vergussmasse und ohne Kontaktstifte im Querschnitt.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

1 zeigt eine Messvorrichtung 1 zum Ermitteln einer Temperatur, insbesondere der Siedetemperatur einer Flüssigkeit F, in die die Messvorrichtung 1 teilweise eintauchbar ist. Die Messvorrichtung 1 besteht aus einem Temperatursensor 2, der vollständig von einem Sensorkörper 3 umgeben ist. Der Sensorkörper 3 ist beispielsweise stabförmig, insbesondere radial rund in Form eines halboffenen Hohlzylinders ausgebildet. Der Sensorkörper 3 ist vorzugsweise aus einem möglichst guten Wärme leitenden Material ausgeführt. Als bevorzugtes Material, insbesondere zur Überwachung einer aggressiven Flüssigkeit F, wie z. B. der Bremsflüssigkeit, wird Quarzglas verwendet. Quarzglas ist besonders chemikalienfest. Alternativ sind auch entsprechende Sensorkörper 3 aus Keramik oder dünn ausgeführtem Edelstahl möglich.

Der Temperatursensor 2 ist für eine schnelle und einfache Messung als ein Widerstandsthermometer, insbesondere als ein Pt100-Widerstandsthermometer ausgeführt. Alternativ kann als Temperatursensor 2 auch ein beliebig anderer Sensor, z. B. ein Thermoelement, verwendet werden.

Der Sensorkörper 3 weist zur Aufnahme des Temperatursensors 2 beispielsweise einen Durchmesser von 1,5 mm. Im Bereich des Temperatursensors 2 ist beabstandet von dem Sensorkörper 3 um diesen herum ein Ringzylinder 4 angeordnet. Der Ringzylinder 4 ist vorzugsweise als eine Edelstahlhülse ausgeführt, in welche ein Heizelement 5 angeordnet ist, durch welches die Flüssigkeit F im Innenraum R des Ringzylinders 4 erwärmbar ist. Das Heizelement 5 ist an der Innenseite der doppelwandigen Edelstahlhülse angeordnet, die eine innere und eine konzentrische äußere Wand aufweist, wobei die innere Wand den axialen Innenraum R des Ringzylinders 4 mit einem Innendurchmesser von 4 mm und einem Außendurchmesser von 10 mm bildet, in den der Sensorkörper 3 hineinragt. Somit umschließt der Ringzylinder 4 mit seiner Innenseite den Sensorkörper 3 berührungslos.

Mittels des im Sensorkörper 3 angeordneten Temperatursensors 2 ist die Temperatur der Flüssigkeit F im Innenraum R des Ringzylinders 4 ermittelbar. Der Temperatursensor 2 ist über elektrische Leitungen 6 ebenso wie das Heizelement 5 über elektrische Leitungen 7 mit Anschlusskontakten 8 verbunden, die in einem Gehäuse 9 aus Edelstahl in einer Vergussmasse 10 in Form von Kontaktstiften angeordnet sind. Die Vergussmasse 10 ist beispielsweise aus einem thermisch und elektrisch isolierenden Material, insbesondere aus Kunststoff gebildet. Auf die Anschlusskontakte 8 ist ein Stecker aufsteckbar, über den die Messvorrichtung 1 mit einer nicht näher abgebildeten Auswerteelektronik verbindbar ist. Das Gehäuse 9 ist mit dem axialen Ende 4.1 des Ringzylinders 4 flüssigkeitsdicht verbunden. Beispielsweise ist der Ringzylinder 4 mit dem Gehäuse 9 laserverschweißt.

Der Ringzylinder 4 weist an seinem anderen axialen Ende 4.2 eine öffnung E auf, die den Innenraum R mit dem Außenraum verbindet. Durch diese Öffnung E kann die Flüssigkeit F in den Innenraum R eintreten. Der Sensorkörper 3 ist in einer Glasdurchführung 11 aus einem Einschmelzglas angeordnet, die sich in einer Öffnung des Gehäuses 9 befindet und als Dichtung zwischen Sensorkörper 3 und Gehäuse 9 dient. Die Glasdurchführung 11 weist rundum eine konische Wölbung 12 zum Schutz vor Verschmutzung durch die zu überwachende Flüssigkeit F auf. Die Glasdurchführung 11 ist thermisch bis 300 °C und elektrisch isolierend sowie chemikalienfest ausgeführt. Somit ist eine derart ausgebildete Messvorrichtung 1 für die Überwachung einer besonders aggressiven Flüssigkeit F, wie z. B. der Bremsflüssigkeit eines Fahrzeugs geeignet.

Das Gehäuse 9 weist zwei Bohrungen als Entlüftungsöffnungen 13 auf, die jeweils einen Durchmesser von 4 mm aufweisen. Sie erlauben zum einen vor dem Eintauchen im Innenraum R befindlicher Luft beim Eintauchen auszutreten und zum anderen beim Erwärmen der Flüssigkeit 2 im Innenraum R entstehendem Dampf zu entweichen.

Die Edelstahlhülse des Ringzylinders 4 ist an dessen Ende 4.1 umlaufend flüssigkeitsdicht mit dem Gehäuse 9 verbunden. Beispielsweise ist der Ringzylinder 4 laserverschweißt an dem Gehäuse 9 befestigt. Auch das gegenüberliegende Ende 4.2 des Ringzylinders 4 ist für eine hinreichend gute Dichtheit gegenüber der umgebenden Flüssigkeit F laserverschweißt geschlossen. Darüber hinaus sind am Ende 4.2 im Bereich des Heizelements 5 Dehnungssicken 14 vorgesehen, durch die eine unterschiedliche Längenausdehnung der inneren und äußeren Wand der Edelstahlhülse bei Erwärmung durch das Heizelement 5 ausgleichbar ist. Die Dehnungssicken 14 sind insbesondere im Bereich des Heizelements 5 angeordnet. Alternativ oder zusätzlich können die Dehnungssicken 14 je nach Heizleistung auch auf der Außenseite des Ringzylinders 4 angeordnet sein, wie dies in 2 näher dargestellt ist. In dieser Variante ist ein zweites Heizelement 5 in dem Ringzylinder 4 angeordnet, das ein gleichmäßigeres Erwärmen des Innenraums R erlaubt.

Das Heizelement 5 kann auch zweiteilig ausgeführt sein, wodurch eine gleichmäßigere Erwärmung der Flüssigkeit F erreichbar ist.

In 3 ist die Messvorrichtung 1 im Querschnitt A–A dargestellt. Die elektrischen Leitungen 6 des Temperatursensors 2, die aus dem Sensorkörper 3 austreten, und die elektrischen Leitungen 7 des Heizelements 5, die aus dem Gehäuse 9, insbesondere der Vergussmasse 10 austreten, dienen dem Anschluss an die Anschlusskontakte 8 für eine externe nicht näher dargestellte Auswerteelektronik. Die Vergussmasse 10 und die Anschlusskontakte 8 sind zur besseren Erkennbarkeit nicht dargestellt.

Zur Ermittlung des Siedepunkts der Flüssigkeit F wird beispielhaft mittels der Messvorrichtung 1 zyklisch die Temperatur der Flüssigkeit F in Abhängigkeit von einer dem Heizelement 5 zugeführten Heizleistung bestimmt. Dazu sind im eingetauchten Zustand der Messvorrichtung 1 der Temperatursensor 2 und das Heizelement 5 oder mehrere Heizelemente unabhängig voneinander steuerbar. So sind vorzugsweise kontinuierlich die Flüssigkeitstemperatur und in vorgegebenen Intervallen oder beispielsweise für die Überwachung der Temperatur einer Bremsflüssigkeit außerhalb des Fahrzeugbetriebs die Siedetemperatur ermittelbar, indem das Heizelement 5 betrieben wird, bis mittels des Temperatursensors 2 das Sieden der Flüssigkeit detektiert wird. Die dabei mittels des Temperatursensors 2 gemessene Temperatur wird als Siedetemperatur angenommen. Im weiteren Verlauf können die jeweils bei ausgeschaltetem Heizelement 5 gemessenen Temperaturen mit der ermittelten Siedetemperatur verglichen werden. Bei Annäherung an diese kann im Fahrzeugbetrieb dann eine Ausgabe zur Warnung erfolgen. Die Auswertung wird dann mittels einer Auswerteelektronik durchgeführt.

Die Messvorrichtung 1 ist als ein integriertes Bauteil durch die glasgekapselte Ausführung des Temperatursensors 2 mit dem diesen in einem vorgegebenen Abstand umgebenden Heizelement 5 für einen Einsatz in aggressiven Flüssigkeiten F, wie z. B. der Bremsflüssigkeit, besonders geeignet.


Anspruch[de]
  1. Messvorrichtung (1) zur Ermittelung einer Temperatur einer Flüssigkeit (F), wobei ein Temperatursensor (2) und ein im Bereich des Temperatursensors (2) angeordnetes Heizelement (5) gemeinsam in eine Flüssigkeit (F) einführbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (2) von einem Sensorkörper (3) umgeben ist, wobei der Sensorkörper (3) und das Heizelement (5) voneinander beabstandet angeordnet sind.
  2. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensorkörper (3) im Wesentlichen stabförmig ausgebildet ist und dass das Heizelement (5) den Sensorkörper (3) wenigstens teilweise etwa ringförmig umschließt.
  3. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (2) und das Heizelement (5) jeweils über elektrische Leitungen (6, 7) mit Anschlusskontakten (8) verbunden sind, mittels derer eine Auswerteelektronik anschließbar ist, wobei die elektrischen Leitungen (6) des Temperatursensors (2) teilweise im Sensorkörper (3) verlaufen.
  4. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlusskontakte (8) in einem Gehäuse (8) vor Berührung mit der Flüssigkeit (F) geschützt angeordnet sind.
  5. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlusskontakte (8) im Gehäuse (9) in einer thermisch und elektrisch isolierenden Schicht (10) angeordnet und befestigt sind.
  6. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (9) aus Edelstahl besteht.
  7. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Leitungen (6, 7) teilweise im Gehäuse (9) verlaufen.
  8. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensorkörper (3) in eine Öffnung des Gehäuses (9) hineinragt.
  9. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung des Gehäuses (9) mit einer als Vollkörper ausgeführten Glasdurchführung (11) versehen ist, die den Sensorkörper (3) teilweise umschließt.
  10. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasdurchführung aus Schmelzglas besteht.
  11. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizelement (5) an der Innenseite eines Ringzylinders (4) angeordnet ist, in dessen Innenraum (R) der Sensorkörper (3) berührungslos hineinragt, wobei der Ringzylinder (4) an einem axialen Ende (4.1) flüssigkeitsdicht mit dem Gehäuse (9) verbunden ist.
  12. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringzylinder (4) aus Edelstahl besteht.
  13. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Leitungen (7) des Heizelementes (5) teilweise zwischen den Wänden des Ringzylinders (4) verlaufen.
  14. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite und/oder an dem nicht mit dem Gehäuse (9) verbundenen Ende (4.1) des Ringzylinders (4) Dehnungssicken (14) angeordnet sind.
  15. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (9) mindestens eine Entlüftungsöffnung (13) aufweist, die den Innenraum (R) des Ringzylinders (4) mit dem Außenraum verbindet.
  16. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Entlüftungsöffnung (13) des Gehäuses (9) eine quer zum Sensorkörper (3) angeordnete Bohrung ist.
  17. Messvorrichtung (1) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung einen Durchmesser von 4 bis 5 mm aufweist.
  18. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringzylinder (4) einen Innendurchmesser von 4 bis 4,5 mm aufweist.
  19. Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringzylinder (4) einen Außendurchmesser von 10 bis 12 mm aufweist.
  20. Messvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensorkörper (3) aus Edelstahl, Keramik oder Quarzglas besteht.
  21. Messvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensorkörper (3) quer zu seiner Längsachse einen Durchmesser von 1,5 bis 1,8 mm aufweist.
  22. Messvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (2) und das Heizelement (5) unabhängig voneinander steuerbar sind.
  23. Messvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (2) ein Widerstandsthermometer ist.
  24. Messvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizelement (5) aus zwei separat elektrisch angeschlossenen Teilen besteht.
  25. Verwendung einer Messvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 24 zur Ermittlung der Siedetemperatur einer Flüssigkeit (F), insbesondere einer Bremsflüssigkeit.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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