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Dokumentenidentifikation DE102004032399A1 09.02.2006
Titel Mischungszusammensetzung enthaltend Copolymere auf Basis von ungesättigten Carbonsäure- und Alkenylether-Derivaten sowie sulfogruppenhaltige Co- und Terpolymere
Anmelder Construction Research & Technology GmbH, 83308 Trostberg, DE
Erfinder Maier, Markus, Dr., 83308 Trostberg, DE;
Kästner, Ulrike, Dr., 83308 Trostberg, DE;
Strauß, Werner, Dr., 83308 Trostberg, DE;
Wutz, Konrad, Dr., 83308 Trostberg, DE;
Keilhofer, Gregor, Dr., 83342 Tacherting, DE;
Fenchl, Andrea, Dr., 83512 Wasserburg, DE
DE-Anmeldedatum 03.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004032399
Offenlegungstag 09.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.02.2006
IPC-Hauptklasse C08L 33/08(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse C08L 71/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C08L 67/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C09D 7/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C09D 5/34(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C08G 81/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C04B 24/24(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Beschrieben wird eine Mischungszusammensetzung mit dispergierenden Eigenschaften, enthaltend Copolymere auf Basis von ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure-Derivaten und Oxyalkylenglycol-Alkenylethern als Komponente I und wasserlösliche sulfogruppenhaltige Co- und Terpolymere mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von 50 000 bis 20 000 000 g/mol als Komponente II. Durch die Kombination der beiden Komponenten, die jeweils durch vier unterschiedliche Baugruppen gekennzeichnet sein können, werden Mischungszusammensetzungen erhalten, die neben den bekannten Anwendungsgebieten im bauchemischen Bereich insbesondere auch als Dispergiermittel für organische und/oder anorganische Pigmente und Füllstoffe eingesetzt werden können. Im bauchemischen Anwendungsbereich eignen sich die Mischungszusammensetzungen aufgrund ihrer dispergierenden Eigenschaften vor allem in keramischen Systemen und in wasserbasierenden Anstrich- und Beschichtungssystemen. Unabhängig von der dispergierenden Wirkung sind die beschriebenen Mischungszusammensetzungen auch hervorragend als Fließmittel geeignet, wobei sie aufgrund ihrer gleichzeitig stabilisierenden Wirkung, insbesondere als Casein-Ersatz, auch in selbstverlaufenden Ausgleichs- und Spachtelmassen eingesetzt werden können. Die vorgeschlagene Mischungszusammensetzung vereinigt somit die bekannten positiven Eigenschaften der Komponente I und der Komponente II und erschließt darüber hinaus vollkommen neue Anwendungsgebiete auch im ...

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mischungszusammensetzung mit dispergierenden Eigenschaften, die zum einen Copolymere auf Basis von ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure-Derivaten und Oxyalkylenglykol-Alkenylethern als Komponente I und zum anderen sulfogruppenhaltige Co- und Terpolymere als Komponente II enthält, sowie die Verwendung dieser Mischungszusammensetzung.

Die beiden Hauptkomponenten I und II der beanspruchten Mischungszusammensetzung sind aus dem Stand der Technik für sich jeweils hinlänglich bekannt. So beschreibt die deutsche Offenlegungsschrift DE 199 26 611 Copolymere gemäß Komponente I, die sich hervorragend als Zusatzmittel für wässrige Suspensionen anorganischer und organischer Feststoffe eignen, die insbesondere auf mineralischen oder bituminösen Bindemitteln, wie Zement, Gips, Kalk, Anhydrit oder sonstigen Calciumsulfat-basierenden Baustoffen beruhen. Die beschriebenen Copolymere können aber auch gleichermaßen als Zusatzmittel für wässrige Suspensionen eingesetzt werden, die auf pulverförmigen Dispersionsbindemitteln basieren. Vorbeschrieben ist auch der Einsatz dieser Copolymeren in den Bereichen keramische Massen, Feuerfestmassen sowie Ölfeldbaustoffe.

Die deutsche Offenlegungsschrift 100 37 629 und das noch unveröffentlichte Dokument DE 103 48 502.3 beschreiben die Co- und Terpolymeren gemäß Hauptkomponente II. DE 100 37 629 schreibt Copolymeren gemäß Hauptkomponente II ausgezeichnete wasserrückhaltende Eigenschaften auch bei relativ hohen Anwendungstemperaturen zu, wobei die Copolymeren auch dazu geeignet sind, Pigment-haltigen Anstrichstoffen, Putzen, Klebemörteln, Spachtelmassen, Fugenfüllern, Spritzbeton, Unterwasserbeton, Erdölbohrzementen und anderen bauchemischen Produkten hervorragende anwendungstechnische Eigenschaft sowohl im Verarbeitungs- als auch im erhärteten bzw. getrockneten Zustand zu verleihen. Die dort beschriebenen Polymeren zeichnen sich besonders dadurch aus, dass man mit ihnen in den Baustoffmischungen auch bei hoher Elektrolytkonzentration die verdickenden Eigenschaften gezielt über die Kettenlänge, Ladungsdichte, Amphiphilie und hydrophoben Seitenketten einstellen kann. In Beton und Fließestrichen und anderen fließfähigen Ausgleichsmassen dienen die Copolymeren gemäß DE 100 37 629 in niedriger Dosierung als Stabilisatoren und Antisegregationsmittel.

In der noch nicht veröffentlichten deutschen Patentanmeldung 103 48 502.3 werden aufbauend auf DE 100 37 629 wasserlösliche sulfogruppenhaltige Co- und Terpolymere vorbeschrieben, die ebenfalls hervorragend geeignet sind, um wässrigen Baustoffsystemen und wasserbasierenden Anstrich- und Beschichtungssystemen stabilisierende Eigenschaften zu verleihen. Als in diesem Zusammenhang besonders geeignete Anwendungsgebiete sind wässrige Baustoffsysteme genannt, die als hydraulische Bindemittel Zement, Kalk, Gips und Anhydrit enthalten.

Bei der Entwicklung der Copolymeren entsprechend Hauptkomponente I stand die Aufgabe im Vordergrund, neue Verbindungen bereitzustellen, die bereits mit geringer Dosierung die Verarbeitbarkeit hochkonzentrierter Baustoffmischungen praxisgerecht lange aufrechterhalten, wobei auch bei einer durch eine extreme Absenkung des Wasser/Bindemittel-Verhältnisses gleichzeitig eine erhöhte Festigkeit im erhärteten Zustand des Baustoffs erreicht werden sollte.

Für die Entwicklung der Co- und Terpolymeren entsprechend Hauptkomponente II der vorliegenden Erfindung stand als Ziel eine bei vergleichsweise hohen Temperaturen ausgeprägte Wirksamkeit im Vordergrund. Gleichermaßen sollten diese Polymere auch bei hohen Elektrolyt-Gehalten konstant verdickende Eigenschaften zeigen, sie sollten einfach und gut reproduzierbar herstellbar sein und schließlich den Baustoff- und Anstrichsystemen, denen sie zugesetzt werden, ausgezeichnete anwendungstechnische Eigenschaften bei der Verarbeitung, aber auch im erhärteten bzw. getrockneten Zustand, verleihen.

Dafür die beiden beschriebenen Polymergruppen sowohl jeweils die Aufgabenstellungen erfüllt werden konnten und sich überdies in der Praxis zusätzliche positive Eigenschaften nachweisen ließen, wäre es nun wünschenswert, wenn sowohl die jeweiligen positiven Eigenschaften der beschriebenen Polymeren in einer Zusammensetzung vereint, als auch die jeweiligen Vorteile in bekannten Anwendungsgebieten auf andere Bereiche ausgedehnt werden könnten.

Für die vorliegende Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, eine Mischungszusammensetzung bereitzustellen, die auf Basis bekannter Co- und Terpolymere sowohl dispergierende Eigenschaften für anorganische und organische Feststoffe, insbesondere auf Basis mineralischer oder bituminöser Bindemittel, aufweist als auch die Viskosität von Baustoffmischungen positiv beeinflusst, wobei insbesondere die Stabilität der Baustoffmischungen bereits in niedriger Dosierung möglich werden sollte. Zudem sollte diese Mischungszusammensetzung in einfacher und wirtschaftlicher Weise zugänglich sein.

Gelöst wurde diese Aufgabe mit einer Mischungszusammensetzung mit dispergierenden Eigenschaften enthaltend I) Copolymere auf Basis von ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure-Derivaten und Oxyalkylenglykol-Alkenylethern und II) wasserlösliche sulfogruppenhaltige Co- und Terpolymere mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von 50 000 bis 20 000 000 g/Mol.

Überraschend hat sich bei dieser Mischungszusammensetzung herausgestellt, dass sie nicht nur die geforderten Produkteigenschaften besitzt, sondern dass sie darüber hinaus ein Anwendungsspektrum abdeckt, das über die Verwendungsmöglichkeiten der Einzelkomponenten hinaus reicht. So kann die beanspruchte Mischungszusammensetzung nicht nur als Dispergiermittel in bauchemischen Anwendungen eingesetzt werden, sondern sie ist ganz allgemein geeignet, organische und anorganische Pigmente und Füllstoffe zu dispergieren. Im bauchemischen Anwendungsbereich gehen die Verwendungsmöglichkeiten für die erfindungsgemäße Mischungszusammensetzung ebenfalls über den bekannten Einsatz als Zusatzmittel für wässrige Baustoffsysteme hinaus, da die die Komponenten I) und II) enthaltenden Mischungszusammensetzungen ausgezeichnete verflüssigende und gleichzeitig ausgeprägt stabilisierende Eigenschaften aufweisen, aber darüber hinaus geeignet sind, bislang bekannte Fließmittelzusätze, wie bspw. Casein zu ersetzen, wobei sowohl die Wirksamkeit als auch die Verarbeitung deutlich gesteigert werden können. Die Summe der mit der erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzung erzielbaren Wirkungen in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen übersteigt somit diejenigen, wie sie aus der eigentlich naheliegenden Kombination der Einzelkomponenten zu erwarten waren, was in dieser Ausprägung nicht vorhersehbar war.

Die Komponente I der Mischungszusammensetzung entsprechend der vorliegenden Erfindung enthält mindestens 3, vorzugsweise jedoch 4 Baugruppen a), b), c) und d). Die erste Baugruppe a) stellt ein Mono- oder Dicarbonsäwe-Derivat mit der allgemeinen Formel Ia, Ib oder Ic dar.

Beim Monocarbonsäure-Derivat Ia bedeutet R1 Wasserstoff oder einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen, vorzugsweise eine Methylgruppe. X1 in den Strukturen Ia und Ib steht für -OaM1 und/oder -O-(CmH2mO)n-R2 bzw. -NH-(CmH2mO)n-R2 mit folgender Bedeutung für M1, a, m, n und R2:

M1 bedeutet Wasserstoff, ein ein- oder zweiwertiges Metallkation, Ammonium, ein organischer Aminrest sowie a = ½ oder 1, je nachdem, ob es sich bei M1 um ein ein- oder zweiwertiges Kation handelt. Als organische Aminreste werden vorzugsweise substituierte Ammonium-Gruppen eingesetzt, die sich ableiten von primären, sekundären oder tertiären C1-20-Alkylaminen, C1-20-Alkanolaminen, C5-8-Cycloalkylaminen und C8-14-Arylaminen. Beispiele für die entsprechenden Amine sind Methylamin, Dimethylamin, Trimethylamin, Ethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin, Methyldiethanolamin, Cyclohexylamin, Dicyclohexylamin, Phenylamin, Diphenylamin in der protonierten (Ammonium)Form. Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium stellen bzgl. M1 bevorzugte ein- oder zweiwertige Metallionen dar.

R2 bedeutet Wasserstoff, ein aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen, ein cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 8 C-Atomen, ein Arylrest mit 6 bis 14 C-Atomen, der ggf. noch substituiert sein kann, m = 2 bis 4 sowie n = 0 bis 200. Die aliphatischen Kohlenwasserstoffe können hierbei linear oder verzweigt sowie gesättigt oder ungesättigt sein. Als bevorzugte Cycloalkylreste sind Cyclopentyl- oder Cyclohexylreste, als bevorzugte Arylreste Phenyl- oder Naphthylreste anzusehen, die insbesondere noch durch Hydroxyl-, Carboxyl- oder Sulfonsäuregruppen substituiert sein können.

Anstelle des oder neben dem Dicarbonsäure-Derivat gemäß Formel Ib kann die Baugruppe a) (Mono- oder Dicarbonsäure-Derivat) auch in cyclischer Form entsprechend Formel Ic vorliegen, wobei Y = O (Säureanhydrid) oder NR2 (Säureimid) darstellen kann mit der oben bezeichneten Bedeutung für R2.

Die zweite Baugruppe b) entspricht Formel II

und leitet sich von Oxyalkylenglykol-Alkenylethern ab, in der m, n und R2 die oben bezeichnete Bedeutung besitzen. R3 bedeutet wiederum Wasserstoff oder einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 5 C-Atomen, der ebenfalls linear oder verzweigt bzw. auch ungesättigt sein kann. p kann Werte zwischen 0 und 3 annehmen.

Gemäß den bevorzugten Ausführungsformen bedeuten in den Formeln Ia, Ib und II m = 2 und/oder 3, so dass es sich um Polyalkylenoxid-Gruppen handelt, die sich von Polyethylenoxid und/oder Polypropylenoxid ableiten. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bedeutet p in Formel II 0 oder 1, d.h. es handelt sich um Vinyl- und/oder Alkylpolyalkoxylate.

Die dritte Baugruppe c) entspricht der Formel IIIa oder IIIb

In Formel IIIa kann R4 = H oder CH3 sein, je nachdem es sich um Acryl- oder Methacrylsäure-Derivate handelt. S1 kann hierbei -H, -COOaM1 oder -COOR5 bedeuten, wobei a und M1 die oben erwähnte Bedeutung besitzen und R5 ein aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 20 C-Atomen, ein cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 8 C-Atomen oder ein Arylrest mit 6 bis 14 C-Atomen sein kann. Der aliphatische Kohlenwasserstoffrest kann ebenfalls linear oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein. Die bevorzugten cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffreste sind wiederum Cyclopentyl- oder Cyclohexylreste und die bevorzugten Arylreste Phenyl- oder Naphthylreste. Im Falle von T1 = -COOR5 ist S1 = COOaM oder -COOR5. Für den Fall, dass T1 und S1 = COOR5 sind, leiten sich die entsprechenden Baugruppen von den Dicarbonsäureestern ab.

Neben diesen Esterstruktureinheiten können die Baugruppen c) noch andere hydrophobe Strukturelemente besitzen. Hierzu gehören die Polypropylenoxid- bzw. Polypropylenoxid-Polethylenoxid-Derivate mit

x nimmt hierbei einen Wert von 1 bis 150 und y von 0 bis 15 an. Die Polypropylenoxid(-Polyethylenoxid-)-Derivate können hierbei über eine Gruppierung U1 mit dem Ethylrest der Baugruppe c) entsprechend Formel IIIa verknüpft sein, wobei U1 = -CO-NH-, -O- oder -CH2-O- sein kann. Hierbei handelt es sich um die entsprechenden Amid-, Vinyl- oder Allylether der Baugruppe entsprechend Formel IIIa. R6 kann hierbei wiederum R2 (Bedeutung von R2 siehe oben) oder
sein, wobei U2 = -NH-CO-, -O-, oder -OCH2- bedeuten kann und S1 die oben beschriebene Bedeutung besitzt. Diese Verbindungen stellen Polypropylenoxid(-Polyethylenoxid-)-Derivate von den bifunktionellen Alkenylverbindungen entsprechend Formel IIIa dar.

Als weiteres hydrophobes Strukturelement können die Verbindungen entsprechend Formel IIIa Polydimethylsiloxan-Gruppen enthalten, was im Formelschema IIIa T1 = -W1-R7 entspricht.

W1 bedeutet hierbei

(nachfolgend Polydimethylsiloxan-Gruppierung genannt), R7 kann = R2 sein und r kann hierbei Werte von 2 bis 100 annehmen.

Die Polydimethylsiloxan-Gruppierung kann nicht nur direkt an den Ethylenrest gemäß Formel IIIa gebunden sein, sondern auch noch über die Gruppierungen -CO-[NH-(CH2)3]s-W1-R7 oder -CO-O(CH2)z-W1-R7, wobei R7 vorzugsweise = R2 bedeutet und s = 1 oder 2 und z = 0 bis 4 sein können. R7 kann außerdem noch

bedeuten.

Hierbei handelt es sich um die entsprechenden difunktionellen Ethylenverbindungen entsprechend der Formel IIIa, die über die entsprechenden Amid- oder Estergruppierungen miteinander verknüpft sind und wobei nur eine Ethylengruppe copolymerisiert wurde.

Ähnlich verhält es sich auch mit den Verbindungen gemäß Formel IIIa mit T1 = (CH2)z-V1-(CH2)z-CH = CH-R2, wobei z = 0 bis 4, V1 entweder ein Polydimethylsiloxan-Rest W1 oder ein -O-CO-C6H4-CO-O-Rest sein kann und R2 die oben angegebene Bedeutung besitzt. Diese Verbindungen leiten sich von den entsprechenden Dialkenyl-phenyl-dicarbonsäureestern oder Dialkenyl-polydimethylsiloxan-Derivaten ab.

Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch möglich, dass nicht nur eine, sondern beide Ethylengruppen der difunktionellen Ethylenverbindungen copolymerisiert wurden. Dies entspricht im wesentlichen den Baugruppen entsprechend der Formel IIIb

wobei R2, V1 und z die bereits beschriebene Bedeutung besitzen.

Die vierte Baugruppe d) leitet sich ab von einem ungesättigten Dicarbonsäure-Derivat der allgemeinen Formel IVa und/oder IVb

mit der oben angegebenen Bedeutung für a, M1, X1 und Y1.

Es ist dabei als bevorzugt anzusehen, dass die Copolymere I 51 bis 95 Mol-% Baugruppen der Formel Ia und/oder Ib und/oder Ic, 1 bis 48,9 Mol-% Baugruppen der Formel II, 0,1 bis 5 Mol-% Baugruppen der Formel IIIa und/oder IIIb und 0 bis 47,9 Mol-% Baugruppen der Formel IVa und/oder IVb enthalten.

Besonders bevorzugt enthält Komponente I 55 – 75 Mol-% Baugruppen der Formel Ia und/oder Ib, 19,5 bis 39,5 Mol-% Baugruppen der Formel II, 0,5 bis 2 Mol-% Baugruppen der Formel IIIa und/oder IIIb und 5 bis 20 Mol-% Baugruppen der Formel IVa und/oder IVb.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße Mischungszusammensetzung bzgl. Komponente I zusätzlich noch bis zu 50 Mol-%, insbesondere bis zu 20 Mol-% bezogen auf die Summe der Baugruppen der Formeln I, II, III und IV, Strukturen, die auf Monomeren auf Basis von Vinyl- oder (Meth-)Acrylsäure-Derivaten wie Styrol, &agr;-Methylstyrol, Vinylacetat, Vinylpropionat, Ethylen, Propylen, Isobuten, Hydroxyalkyl(meth)acrylate, Acrylamid, Methacrylamid, N-Vinylpyrrolidon, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure, Vinylsulfonsäure, Vinylphosphonsäure, AMPS, Methylmethacrylat, Methylacrylat, Butylacrylat, Allylhexylacrylat u.a. beruhen. Die Anzahl der sich wiederholenden Struktureinheiten in den Copolymeren I ist nicht eingeschränkt. Als besonders vorteilhaft hat es sich jedoch erwiesen, mittlere Molekulargewichte von 1 000 bis 100 000 g/Mol einzustellen.

Die Co- und Terpolymeren II enthalten erfindungsgemäß vier Baugruppen a), b), c) und d).

Die erste Baugruppe a) stellt ein sulfogruppenhaltiges substituiertes Acryl- oder Methacrylderivat der Formel I dar:

mit R8 = Wasserstoff oder Methyl, R9, R10 und R11 = Wasserstoff, aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 C-Atomen, ggf. mit Methylgruppen substituierter Phenylrest, V2 = NH oder Sauerstoff und M2 = Wasserstoff, ein- oder zweiwertiges Metallkation, Ammonium oder ein organischer Aminrest, n = 1 bis 5 sowie a = ¼ oder 1. Als ein- oder zweiwertiges Metallkation finden vorzugsweise Natrium-, Kalium-, Calcium- oder Magnesiumionen Verwendung. Als organische Aminreste werden vorzugsweise substituierte Ammoniumgruppen eingesetzt, die sich ableiten von primären, sekundären oder tertiären C1- bis C20-Alkylaminen, C1- bis C20-Alkanolaminen, C5- bis C8-Cycloalkylaminen und C6- bis C14-Arylaminen. Beispiele für entsprechende Amine sind Methylamin, Dimethylamin, Trimethylamin, Ethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin, Cyclohexylamin, Dicyclohexylamin, Phenylamin sowie Diphenylamin in der protonierten Ammoniumform.

Die Baugruppe a) der Komponente II leitet sich vor allem ab von Monomeren wie 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, 2-Methacrylamido-2-methylpropansulfonsäure, 2-Acrylamidobutansulfonsäure, 3-Acrylamido-3-methylbutansulfonsäure, 2-Acrylamido-2,4,4-trimethylpentansulfonsäure, 3-(Methacryloyl-oxy)-propansulfonsäure. Besonders bevorzugt ist 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure (AMPS) oder eines seiner Salze.

Gegebenenfalls können bis zu 50 Mol-% der Baugruppen a) von Komponente II durch weitere sulfonsäuregruppenhaltige Struktureinheiten ersetzt sein, die sich von Methallylsulfonsäure- oder Allylsulfonsäure-Monomeren ableiten.

In Komponente II entspricht die zweite Baugruppe b) der Formel VIa) und/oder VIb):

worin W2 = -CO-, -CO-O-(CH2)x-, -CO-NR9-(CH2)x-

x = 1 bis 6 darstellen und

R8 sowie R9 oben genannte Bedeutung besitzen.

R12 und R13 stehen unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen, einen cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 8 C-Atomen oder einen Arylrest mit 6 bis 14 C-Atomen. Diese Reste können ggf. mit Hydroxyl-, Carboxyl- oder Sulfonsäuregruppen substituiert sein.

Q bedeutet in Formel VIb) Wasserstoff oder -CHR12R14. Im Falle von Q ≠ H können R12 und R13 außerdem in der Struktur VIb) zusammen für eine -CH2-(CH2)y-Methylengruppe mit y = 1 bis 4 stehen, die unter Einschluss des Restes der Formel VIb)

einen fünf- bis achtgliedrigen heterozyklischen Ring bilden.

R14 kann ein Wasserstoffatom, einen C1- bis C4-Alkylrest, eine Carboxylsäure- oder eine Carboxylatgruppe -COOM2a darstellen, wobei M2 und a die oben genannte Bedeutung besitzen.

Als Monomere, die die Struktur VIa) bilden, kommen vorzugsweise folgende Verbindungen in Frage: Acrylamid, Methacrylamid, N-Methylacrylamid, N,N-Dimethylacrylamid, N-Ethylacrylamid, N-Cyclohexylacrylamid, N-Benzylacrylamid, N-Methylolacrylamid, N-tertiär Butylacrylamid usw. Beispiele für Monomere als Basis für die Struktur VIb) sind N-Methyl-N-vinylformamid, N-Methyl-N-vinylacetamid, N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinylpyrrolidon-5-carbonsäure u.a.

Die dritte Baugruppe c) der Komponente II entspricht den Formeln VIIa und/oder VIIb

worin Y2 = O, NH oder NR12

V2 = -(CH2)x-,


R15 = R12 bzw. R13, -(CH2)x-SO3 M2a,


X2 = Halogen (vorzugsweise Cl, Br), C1- bis C4-Alkylsulfat (vorzugsweise Methylsulfat) oder C1- bis C4-Alkylsulfonat und R8, R9, R10, R12, R13 und x oben genannte Bedeutung besitzen.

Als Monomere, welche die Struktur (VIIa) bilden, kommen vorzugsweise folgende Verbindungen in Frage: [2-(Acryloyloxy)-ethyl]-trimethyl-ammoniumchlorid, [2-(Acryloylamino)-ethyl]-trimethyl-ammoniumchlorid, [2-(Acryloyloxy)-ethyl]-trimethyl-ammoniummethosulfat, [2-(Methacryloyloxy)-ethyl]-trimethylammonium-chlorid bzw. -methosulfat, [3-(Methacryloylamino)-propyl]-trimethylammoniumchlorid, N-(3-Sulfopropyl)-N-methacryloxyethyl-N-N-dimethyl-ammonium-betain, N-(3-Sulfopropyl)-N-methyacrylamidopropyl-N,N-dimethyl-ammonium-betain und 1-(3-Sulfopropyl)-2-vinyl-pyridinium-betain.

Beispiele für Monomere als Basis für die Struktur VIIb) sind N,N-Dimethyl-diallyl-ammoniumchlorid und N,N-Diethyl-diallyl-ammoniumchlorid.

Die vierte Baugruppe d) der Komponente II entspricht der Formel VIII

mit Z2 = -COO(CmH2mO)n-R16, -(CH2)p-O(CmH2mO)n-R9

R16= H,
wobei mindestens ein Rest R17, R18 und/oder R19 vertreten sein muss, sowie ungesättigter oder gesättigter, linearer oder verzweigter, aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 40 C-Atomen

R17 = H, C1-C6-Alkyl-, Phenyl-, Benzyl-, C1-C6-Alkoxy, Halogen (F, Cl, Br, I), Cyano, -COOH, -COOR12, -CO-NH2, -OCOR12

R18 = Arylalkylgruppe mit C1-C12-Alkyl- und C6-C14-Arylrest

m = 2 bis 4

n = 0 bis 200

p = 0 bis 20

sowie R8 und R12 oben genannte Bedeutung besitzen.

Bevorzugte Monomere, welche die Struktur VIII bilden, sind Tristyrylpolyethylenglykol-1100-methacrylat, Behenylpolyethylenglykol-1100-methacrylat, Tristyrylpolyethylenglykol-1100-acrylat, Tristyrylpolyethenglykol-1100-monovinylether, Behenylpolyethenglykol-1100-monovinylether, Phenyltriethylenglykolacrylat, Tristyrylpolyethylenglykol-1100-vinyloxy-butylether, Behenylpolyethylenglykol-1100-vinyloxy-butylether, Tristyrylpolyethylenglykol-block-propylenglykolallylether, Behenylpolyethylenglykol-block-propylenglykolallylether usw.

Es ist als bevorzugt anzusehen, dass die Co- und Terpolymere II aus 3 bis 96 Mol-% der Baugruppe a), 3 bis 96 Mol-% der Baugruppe b) und 0,05 bis 75 Mol-% der Baugruppe c), 0,01 bis 30 Mol-% der Baugruppe d) bestehen. Besonders bevorzugt enthält die beanspruchte Mischungszusammensetzung Polymere II, die 30 bis 80 Mol-% a), 5 bis 55 Mol-% b), 2 bis 30 Mol-% c) und 0,2 bis 15 Mol-% d) enthalten.

Die Anzahl der sich wiederholenden Strukturelemente in den erfindungsgemäß enthaltenen Co- und Terpolymeren II ist nicht eingeschränkt und hängt sehr stark vom jeweiligen Anwendungsgebiet ab. Es hat sich allerdings als vorteilhaft erwiesen, die Anzahl der Struktureinheiten so einzustellen, dass die Co- und Terpolymere ein zahlenmittleres Molekulargewicht von 50 000 bis 10 000 000 aufweisen.

Es hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn der molare Anteil der Baugruppe c) von Komponente II um mindestens 5 Mol-% niedriger ist, als der molare Anteil der Baugruppe a).

Auch ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung noch möglich, dass in Komponente II bis zu 50 Mol-% der Baugruppen a), b) oder c) durch Struktureinheiten ersetzt sind, die sich von Acrylamid- oder N,N-Dimethylacrylamid-Monomeren ableiten.

Von der vorliegenden Erfindung wird ebenfalls eine Variante der beanspruchten Mischungszusammensetzung umfasst, bei der die Komponente II noch zusätzlich 0,0001 bis 50 Mol-% der Baugruppen e) enthält, die sich von mono-, di- und triolefinischen polymerisationsfähigen Verbindungen ableiten. Diesbezüglich können diolefinische Verbindungen als besonders bevorzugt angesehen werden, die aus Diacrylat oder Dimethylacrylatestern bestehen. Trimethylolpropan, Triacrylat und Triallylisocyanat gelten als bevorzugte triolefinische Monomere und Acryl- und Vinyl-Derivate als bevorzugte monoolefinische Verbindungen.

Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung noch möglich, dass die Komponente II noch bis zu 50 Mol-%, insbesondere bis zu 20 Mol-%, bezogen auf die Summen der Baugruppen a), b), c) bzw. d) und ggf. e), noch eine weitere Baugruppe f) der Formel (IX) enthalten.

worin

W3 = -CO-O-(CH2)q-, -CO-NR9-(CH2)q-

q = 1 bis 6 darstellen und

R8, R9, R12 und R13 die oben genannte Bedeutung besitzen.

Als Monomere, welche die Struktur (IX) bilden, kommen vorzugsweise folgende Verbindungen in Frage: [3-(Methacryloylamino)-propyl]-dimethylamin, [3-(Acryloylamino)-propyl]-dimethylamin, [2-(Methacryloyloxy)-ethyl]-dimethylamin, [2-(Acryloyl-oxy)-ethyl]-dimethylamin, [2-(Methacryloyl-oxy)-ethyl]-diethylamin, [2-(Acryloyl-oxy)-ethyl]-diethylamin usw.

Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung weiterhin noch möglich, dass bis zu 50 % der Baugruppe a) von Komponente II durch ein sulfonsäurehaltiges Betainmonomer der Formel (X) ersetzt werden.

darstellen sowie

R8, R9und q die oben genannte Bedeutung besitzen.

Als Monomere, welche die Struktur (X) bilden, kommen vorzugsweise folgende Verbindungen in Frage: N-(3-Sulfopropyl)-N-methacryloxyethyl-N'-N-dimethyl-ammonium-betain, N-(3-Sulfopropyl)-N-methacrylamidopropyl-N,N-dimethyl-ammonium-betain und 1-(3-Sulfopropyl)-2-vinyl-pyridinium-betain. Obwohl diese Monomere auch eine kationische Baugruppe enthalten, wirkt sich dies nicht negativ auf die Luftporenstabilität in der Anwendung aus.

Gegebenenfalls kann die Komponente II zusätzlich durch den Einbau von kleinen Mengen Vernetzer eine leicht verzweigte oder vernetzte Struktur erhalten, Beispiele für solche Vernetzer-Komponenten sind Triallylamin, Triallylmethylammoniumchlorid, Tetraallylammoniumchlorid, N,N'-Methylenbisacrylamid, Triethylenglykolbismethacrylat, Triethylenglykolbisacrylat, Polyethylenglykol(400)-bismethacrylat und Polyethylenglykol(400)-bisacrylat. Diese Verbindungen dürfen nur in solchen Mengen eingesetzt werden, dass immer noch wasserlösliche Co- und Terpolymere als Komponente II erhalten werden. Generell wird die Konzentration selten über 0,1 Mol-% bezogen auf die Summen der Baugruppen a) bis g) liegen, ein Fachmann kann jedoch leicht die maximal einsetzbare Menge Vernetzer-Komponente bestimmen.

Insbesondere bevorzugt die vorliegende Erfindung eine Mischungszusammensetzung in viskoser und besonders bevorzugt in flüssiger Form.

Hinsichtlich der Herstellung der Mischungszusammensetzung und vor allem der darin hauptsächlich enthaltenen Komponenten I und II ist die vorliegende Erfindung keinerlei Beschränkung unterworfen.

So erfolgt die Herstellung der Copolymere gemäß Komponente I üblicherweise gemäß dem Verfahren wie in DE-OS 100 37 629 beschrieben. Die Herstellung der Co- und Terpolymere gemäß Komponente II richtet sich üblicherweise nach dem Verfahren gemäß DE-OS 199 26 611. Normalerweise erfolgt sie in an sich bekannter Weise durch Verknüpfung der die Strukturen a) bis d) bildenden Monomere durch radikalische, ionische oder komplex koordinative Substanz-, Lösungs-, Gel-, Emulsions-, Dispersions- oder Suspensionspolymerisation. Da es sich bei den Produkten immer um wasserlösliche Polymere handeln muss, ist die Polymerisation in wässriger Phase, die Polymerisation in umgekehrter Emulsion bzw. die Polymerisation in inverser Suspension bevorzugt. In besonders bevorzugten Ausführungsformen erfolgt die Umsetzung als Gelpolymerisation in wässriger Phase.

Bei der Gelpolymerisation wiederum ist es vorteilhaft, wenn man bei niedrigen Reaktionstemperaturen und mit einem geeigneten Initiatorsystems polymerisiert. Durch die Kombination zweier Initiatorsysteme (Azoinitiatoren und Redoxsystem), die zuerst photochemisch bei niedrigen Temperaturen und anschließend aufgrund der Exothermie der Polymerisation thermisch gestartet werden, kann ein Umsatz von ≥ 99 % erreicht werden.

Sonstige Hilfsmittel, wie Molekulargewichtsregler, z. B. Thioglykolsäure, Mercaptoethanol, Ameisensäure und Natriumhypophosphit können ebenfalls verwendet werden.

Die Aufarbeitung des Gelblocks wird durch die Verwendung eines Trennmittels (z.B. Sitren 595 von der Firma Goldschmidt), welches das Verkleben des Gelgranulats verhindert, erleichtert. Die rieselfähigen Gelteilchen sind dadurch leichter auf ein Trockengitter zu verteilen. Somit wird der Trocknungsprozess erleichtert und es können sogar die Trockenzeiten verkürzt werden.

Die Gelpolymerisation erfolgt üblicherweise bei – 5 bis 50 °C, wobei die Konzentration der wässrigen Lösung auf 35 bis 70 Gew.-% eingestellt werden sollte. Zur Durchführung der Polymerisation wird normalerweise das sulfogruppenhaltige (Meth-) Acrylderivat in Form seiner handelsüblichen Säureform in Wasser gelöst, durch Zugabe eines Alkalimetallhydroxids neutralisiert, unter Rühren mit weiteren erfindungsgemäß zu verwendenden Monomeren sowie mit Puffern, Molekulargewichtsreglern u. a. Polymerisationshilfsmitteln vermischt. Nach Einstellung des Polymerisations-pH-Wertes, der vorzugsweise zwischen 4 und 9 liegt, erfolgt eine Spülung des Gemisches mit einem Schutzgas wie Helium oder Stickstoff und anschließend die Aufheizung oder Abkühlung auf die entsprechende Polymerisationstemperatur. Wählt man die ungerührte Gelpolymerisation als Ausführungsform, wird in Schichtdicken von 2 bis 20 cm bei adiabatischen Reaktionsbedingungen polymerisiert. Die Polymerisation wird durch Zugabe des Polymerisationsinitiators und durch Bestrahlung mit UV-Licht bei niedrigen Temperaturen (zwischen – 5 und 10 °C) gestartet. Das Polymer wird nach vollständigem Umsatz der Monomere unter Einsatz eines Trennmittels (z.B. Sitren 595 von der Firma Goldschmidt) zerkleinert, um durch eine größere Oberfläche das Trocknen zu beschleunigen.

Durch die möglichst schonenden Reaktions- und Trocknungsbedingungen können vernetzende Nebenreaktionen vermieden werden, so dass man Polymere erhält, die einen sehr geringen Gelanteil besitzen.

Alle beschriebenen Verfahren und deren Varianten sind Bestandteil dieser Anmeldung.

Die nach diesen beschriebenen oder jeden anderen geeigneten Verfahren herstellbaren Polymerkomponenten I und II werden dann üblicherweise einer Grundzusammensetzung beigemischt. Sie können aber auch im gewünschten Gewichtsverhältnis einfach vorab zusammengemischt und als Vormischung einer Grundzusammensetzung beigemischt werden, womit man ebenfalls zur erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzung gelangt. Vorteilhafterweise enthält die Mischungszusammensetzung 0,05 bis 50 Gew.-% der Komponente I und 0,01 bis 10 Gew.-% der Komponente II, wobei diese Komponenten als Feststoffe vorliegen sollten.

Von dieser Erfindung wird somit nicht nur eine Mischungszusammensetzung umfasst, die die Komponenten I und II neben anderen Komponenten enthält, sondern auch eine Mischungszusammensetzung, die die beiden Komponenten I und II ausschließlich enthält, wobei es sich dann um eine typische Vormischung handelt.

Da bei der vorliegenden Erfindung die dispergierenden Eigenschaften der Mischungszusammensetzung im Vordergrund stehen, wird auch eine entsprechende Variante beansprucht, bei der die Mischungszusammensetzung neben den Komponenten I und II auch organische und/oder anorganische Pigmente und Füllstoffe enthält, wodurch diesen vorteilhafte Eigenschaften zuteil werden.

Neben der eigentlichen Mischungszusammensetzung beansprucht die vorliegende Erfindung auch deren Verwendung, wobei Anwendungsbereiche bevorzugt werden, die im Gegensatz zu den bislang bekannten Anwendungsgebieten der Einzelkomponenten I und II neue Verwendungszwecke erschließen.

Im Vordergrund steht dabei insbesondere die Verwendung der Mischungszusammensetzung als Dispergiermittel für organische und/oder anorganische Pigmente und Füllstoffe und ganz besonders bevorzugt in viskosen Zubereitungen. Mit diesem speziellen Verwendungszweck, der ganz allgemein auf Dispergiereigenschaften der Mischungszusammensetzung abstellt, geht die vorliegende Erfindung über die bislang bekannten Anwendungszwecke der getrennten Komponenten I und II hinaus, wobei im vorliegenden Fall die bekannten bauchemischen Anwendungen im Zusammenhang mit der dispergierenden Wirkung der Mischungszusammensetzung als besonders bevorzugtes Einsatzgebiet natürlich mitbeansprucht werden. In diesem Zusammenhang werden die Mischungszusammensetzungen gemäß Erfindung insbesondere als Zusatzmittel für wässrige Baustoffsysteme, besonders bevorzugt enthaltend hydraulische Bindemittel, wie Zement, Kalk, Gips, Anhydrit usw., eingesetzt. Vor allem die dispergierende Wirkung der beanspruchten Mischungszusammensetzung in bauchemischen und wässrigen Systemen erlaubt nun auch das stabile und homogene Einbringen organischer und anorganischer Pigmente, wie bspw. Eisenoxide, in hydraulische Bindemittel enthaltende Zusammensetzungen, wie bspw. Betone, Mörtel und Spachtelmassen.

Da in letzter Zeit immer häufiger farbige Betone und Zemente bspw. in Form farbiger Pflastersteine oder ganzer Betonfassaden zum Einsatz gelangen, besteht ein zunehmender Bedarf, Pigmente, bspw. vom Typ der Eisenoxide, entweder in Pulverform oder in Form einer Dispersion der Baustoffmischung zuzusetzen. War es bislang nur schwer möglich, vor allem die Pigmentstäube aber auch Pigmentpulver aufgrund einer meist ungenügenden Benetzung homogen einzuarbeiten, ist es nun mit den beanspruchten Mischungszusammensetzungen möglich, einsatzbereite und stabile Dispersionen zur Verfügung zu stellen, wobei die beanspruchte Verwendung der Mischungszusammensetzungen zusätzlich eine deutlich geringere Pigmentteilchengröße verbunden mit einer engeren Teilchengrößenverteilung erlaubt. Damit wird eine höhere Farbbrillanz bei einem gleichzeitig niedrigeren Pigmentverbrauch ermöglicht. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die eingesetzten Pigmente einen wesentlich geringeren negativen Einfluss auf die Eigenschaften des Baustoffes ausüben, so dass die eingestellten Ausgangsrezepturen nicht gesondert angepasst werden müssen. Hinzu kommt, dass die zugesetzten Pigmente präziser dosiert werden können, was bspw. auch ein ansatzfreies Formulieren des Baustoffs in mehreren Einzelschritten erlaubt, ohne dass es zu Farbschwankungen zwischen den einzelnen Bauabschnitten kommt, oder aber, dass bspw. nur vorab exakt berechnete Flächen bearbeitet werden können.

Insgesamt ist es mit den vorgeschlagenen Mischungszusammensetzungen und deren gleichzeitig dispergierenden und stabilisierenden Eigenschaften insbesondere für Pigmente und Füllstoffe möglich, organische und/oder anorganische Pigmente und Füllstoffe homogen, insbesondere in flüssiger Form, in viskose Zubereitungen, vor allem im Baustoffbereich, einzubringen, wobei ein nicht zu unterschätzender Vorteil darin besteht, dass die Stabilität der mit den erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzungen hergestellten Dispersionen über einen längeren Zeitraum von mindestens drei Monaten gewährleistet ist, ohne dass sich die damit hergestellten Dispersionen entmischen.

Wie bereits angesprochen, ist das Anwendungsgebiet der erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzung mit dispergierenden Eigenschaften nicht nur auf bauchemische Anwendungen beschränkt, sondern sie erlaubt darüber hinaus Einsatzgebiete, die den bisherigen Komponenten I oder II bei getrenntem Einsatz nicht zugänglich waren. So ist es mit der vorgeschlagenen Mischungszusammensetzung ohne Weiteres möglich, funktionale Systeme und Systeme, die bspw. Nanopartikel enthalten, herzustellen, wie sie z.B. Sonnencremes und ganz allgemein UV-Schutzmittel darstellen. Dabei können diese Lichtschutzmittel nicht nur in herkömmlicher Weise als Hautschutzformulierungen eingesetzt werden, sondern sie stellen generell einen stabilen UV-Schutz auch für bspw. Holzhaltige Substrate dar, was natürlich auch für verholzende Pflanzen gilt und weshalb sich bspw. auch die Anwendung in Apfelplantagen in der Landwirtschaft anbietet. Derartige funktionale Systeme stellen aber auch sogenannte Sperrschichten dar, bei denen es sich üblicherweise um Schichtsilikate in Kunststofffolien handelt, die die O2-Migration vermindern sollen. Derartige Systeme, für die sich ebenfalls die vorgeschlagenen Mischungszusammensetzungen als Dispergiermittel eignen, stellen aber auch magnetooptische Systeme dar. Weitere Anwendungsgebiete für die in allgemeiner Weise dispergierend wirkende Mischungszusammensetzung gemäß Erfindung sind Schleifpasten, wie sie auch in Form von Slurries für die sogenannte "Chemical Mechanical Planarisation" Anwendung finden, aber auch katalytisch wirkende Oberflächen sowie elektrisch leitende Systeme, in die Leitfähigkeitspigmente mit Hilfe von Dispergiermitteln eingebracht werden.

Dennoch stehen als bevorzugte Einsatzgebiete der Mischungszusammensetzung mit dispergierender Wirkung bauchemische Anwendungszwecke im Vordergrund. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang auch keramische Systeme und wasserbasierende Anstrich- und Beschichtungssysteme. Zum einen kann die erfindungsgemäße Mischungszusammensetzung direkt als Dispergiermittel in ein keramisches System oder ein wasserbasierendes Wasser- und Beschichtungssystem eingebracht werden, zum anderen aber auch in Form des beschriebenen wässrigen Baustoffsystems, dem die erfindungsgemäße Mischungszusammensetzung zunächst als Dispergiermittel zugesetzt wurde, bevor das damit formulierte wässrige Baustoffsystem in das keramische System oder das wasserbasierende Anstrich- und Beschichtungssystem gelangt.

Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten der Mischungszusammensetzung gemäß Erfindung zeigt sich auch hervorragend in dessen Verwendungsmöglichkeit in bauchemischen Anwendungen allgemeiner Art und unabhängig von dessen dispergierender Wirkung. Aus diesem Grund beansprucht die vorliegende Erfindung auch eine Verwendungsvariante, bei der die erfindungsgemäße Mischungszusammensetzung als Zusatzmittel für wässrige Baustoffsysteme verwendet wird, wobei wiederum besonders bevorzugt solche Systeme in Frage kommen, die ein hydraulisches Bindemittel, wie bspw. Zement, Kalk, Gips, Anhydrit usw., enthalten. Hier entfaltet die Mischungszusammensetzung gemäß Erfindung seine positive Wirkung insbesondere als Fließmittel, wobei eine Verwendung besonders bevorzugt wird, bei der die Mischungszusammensetzung eine gleichzeitig stabilisierende Wirkung entfaltet. Im Rahmen dieser Verwendungsvariante empfiehlt die vorliegende Erfindung die Anwendung der beanspruchten Mischungszusammensetzung in selbstverlaufenden Ausgleichs- und Spachtelmassen, wobei ein besonders positiv ausgeprägter Effekt dadurch erzielt werden kann, dass die Mischungszusammensetzung als Casein-Ersatz Verwendung findet, was die vorliegende Erfindung besonders berücksichtigt.

Von Casein ist bekannt, dass es seit längerem als Additiv in selbstverlaufenden zementären Spachtelmassen Verwendung findet. Dabei übernimmt das Casein bei üblicher Dosierung die Funktion eines Fliessmittels und fungiert dabei teilweise als Stabilisieren. Damit verbunden ist sowohl eine viskositätserhöhende Wirkung, als auch das Verringern bzw. Verhindern des Absetzens und Entmischens. Die gebräuchlichen gebrauchsfertigen Spachtelmassen enthalten neben Casein zumeist einen zusätzlichen Stabilisierer in geringerer Menge, wobei hauptsächlich Cellulose-Ether zur Anwendung kommen. Derartige Casein-basierte Ausgleichsmassen, die auch als SLU, also "Self Levelling Underlayments", bezeichnet werden, sind geprägt durch gute Verlaufseigenschaften, eine gute sogenannte Selbstheilung und eine ausgeprägte Toleranz gegenüber einer Überwässerung.

Casein hat aber neben den genannten Vorteilen auch die Nachteile, dass es als Naturprodukt vor allem jahreszeitlich bedingten Qualitäts-, Verfügbarkeits- und Preisschwankungen unterworfen ist. Außerdem neigt es zur Schimmelbildung und bei der Herstellung zementärer Systeme sind relativ hohe Scherraten notwendig, um Casein in Lösung zu bringen.

Copolymere auf Polycarboxylat-Basis, wie sie bspw. die Komponente I der erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzung darstellt, haben zwar eine sehr gute Dispergierwirkung, aber keine sehr ausgeprägt stabilisierenden Eigenschaften. Wenn nun diese Polycarboxylatether als Fliessmittel in Kombination mit Celluloseethern als Stabilisierer in Caseinbasierten Formulierungen eingesetzt werden, müssen höhere Mengen an Celluloseether eingesetzt werden, um eine stabile Abmischung zu erhalten. Die hohe Dosierung von Celluloseethern wiederum bewirkt aber schlechte Fließeigenschaften der Spachtelmasse und die Toleranz des Gesamtsystems gegenüber einer Überwässerung verschlechtert sich gegenüber Casein-basierten Massen drastisch.

Demgegenüber entfalten die erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzungen als Casein-Ersatz in zementären Systemen, wie bspw. Spachtelmassen, eine deutlich ausgeprägte stabilisierende Wirkung. Zusätzlich gewährleisten sie eine schnelle Auflösungsgeschwindigkeit und sie zeigen eine nur sehr wenig ausgeprägte oder gar keinerlei thixotropen Eigenschaften, so dass sich hohe und konstante Fliessmaße über einen längeren Zeitraum von mindestens einer Stunde ausbilden. Schließlich bewirken die beanspruchten Mischungszusammensetzungen als Casein-Ersatz keine Verzögerung hinsichtlich der Zementhydratation oder aber der Aushärtung und ein negativer Einfluss auf die Festigkeitsentwicklung ist ebenfalls nicht festzustellen.

Insgesamt können die vorgeschlagenen Mischungszusammensetzungen, die die Komponente I und die Komponente II in Kombination enthalten, als geeigneter Casein-Ersatz mit ausgezeichneten verflüssigenden und gleichzeitig stabilisierenden Eigenschaften angesehen werden.

Speziell bei der bevorzugten Verwendung der erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzung als Casein-Ersatz in selbstverlaufenden Ausgleichs- und Spachtelmassen hat es sich als günstig erwiesen, wenn als Mischungsverhältnis zwischen der Komponente I und der Komponente II eines von 0,01 bis 99,99 Gew.-% : 99,99 bis 0,01 Gew.-% gewählt wird.

Die vorgeschlagene Kombination der aus dem Stand der Technik bekannten Copolymeren gemäß Komponente I und der Co- und der Terpolymeren gemäß Komponente II in der erfindungsgemäßen Mischungszusammensetzung hat insbesondere in den ebenfalls beanspruchten Verwendungsgebieten über das herkömmliche Wirkungsspektrum der Einzelkomponenten hinaus zu neuen und überraschenden Eigenschaften geführt, die die Mischungszusammensetzung gemäß Erfindung für neue Anwendungsfelder geeignet macht. So eignen sie sich nicht nur hervorragend als Zusatzmittel für wässrige Suspensionen anorganischer und organischer Feststoffe auf Basis mineralischer oder bituminöser Bindemittel oder ganz allgemein in den Bereichen der keramischen Massen, Feuerfestmassen sowie Ölfeldbaustoffe und sie sind auch nicht auf die stabilisierenden Eigenschaften der Co- und Terpolymere gemäß Komponente II beschränkt, die sie insbesondere in niedriger Dosierung in Pigment-haltigen Anstrichstoffen, Putzen, Klebemörteln, Spachtelmassen, Fugenfüllern, Spritzbeton, Fliessbeton, selbstverdichtendem Beton, Unterwasserbeton und Unterwassermörteln als geeignet erscheinen lassen, sondern sie sind vor allem unabhängig vom bauchemischen Bereich aufgrund ihrer hervorragenden dispergierenden Eigenschaften auch in Anwendungsgebieten der Polymer- und Kunststoff-verarbeitenden Industrie, der Kosmetik, in elektrochemischen Anwendungsgebieten aber auch in der Landwirtschaft geeignet. Besonders wertvoll sind die beanspruchten Mischungszusammensetzungen aber auch im angestammten Anwendungsgebiet der Komponente I und der Komponente II, nämlich dem bauchemischen Bereich, da sie vor allem als Casein-Ersatz die üblicherweise als problematisch angesehene Kombination einer guten verflüssigenden Wirkung mit einer gleichzeitigen ausgeprägten Stabilität in hervorragender Weise vermitteln können.

Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen die Vorteile der Mischungszusammensetzung gemäß Erfindung und der damit verbundenen Verwendungsvielfalt.

1. Pigmentdispergierung:

a) Zur Dispergierung und Stabilisierung von Eisenoxid-Pigmentpulvern in Wasser, die zur Baustoffeinfärbung benutzt werden, werden Mischungen eingesetzt, die 0,11 Gew-% – 1,02 Gew-% MelPers VP 4335 fest (als Komponente I) und 0,05 Gew-% – 0,2 Gew-% MelVis STAB VP 13/015 fest (als Komponente II) enthalten. Als Eisenoxide werden solche vom Typ Hämatit, Goethit und Magnetit sowie deren Abmischungen eingesetzt. Die gemäß Richtrezepturen der Tabelle 1 hergestellten Dispersionen sind 6 Monate lagerstabil. Die Richtrezepturen werden durch Dissolverdispergierung (20 Minuten bei 3500 Upm) hergestellt.

Tabelle 1 (Eisenoxid-Dispersionen): Entschäumer: typischer Mahlgutentschäumer, z.B. TEGO Foamex 810 (Tego Chemie Service GmbH). Topfkonservierung: entsprechend den Angaben des Pigmentherstellers, z.B. Acticide MBS (THOR GmbH). Entsprechend Komponente II, 100 % Feststoff (Degussa Construction Polymers GmbH). Entsprechend Komponente I, 35 % Feststoff-Formulierung in Wasser (Degussa Construction Polymers GmbH). Entsprechendes Pigment von Bayer (Bayferrox) bzw. Schlieper & Heyng (Ferroxon). Empfohlener pH-Wert (23°C). Empfohlener Viskositätsbereich der frischen Dispersion, Brookfield, 23°C, Spindel R2/R3, 50 Upm.

Der typische Viskositätsverlauf von frischer zu gealterter Dispersion ist in Abbildung 1 anhand von zwei der genannten Richtformulierungen an Bayferrox 110 bzw. 920 gezeigt:

Das rheologische Profil der Dispersionen zeigt strukturviskoses (abnehmende Viskosität bei zunehmender Scherrate) bis leicht thixotropes (unterschiedlicher Viskositätsverlauf für steigende und fallende Scherrate) Verhalten. Die Höhe der Schubspannung korrespondiert weitgehend mit dem Feststoffgehalt der jeweiligen Dispersion (vgl. Abbildung 2 anhand von zwei der genannten Richtformulierungen an Bayferrox 110 bzw. 920).

Abbildung 2 (Viskosität (schwarz) und Schubspannung (grau) in Abhängigkeit von 1, steigender – geschlossene Symbole – und 2. fallender – offene Symbole – Scherrate):

b) Pigmentdispersionen für transparente Beschichtungen (Titandioxid), Baustoffeinfärbungen (Spezialschwarz 100) und Spezialdruckfarben (Hostaperm Rot, Spezialschwarz 250) können ebenfalls kombiniert mit den Komponenten I und II formuliert werden. Die Dispersionen sind mindestens 3 Monate lagerstabil und sie verfügen bei einem pH-Wert zwischen 6,5 und 8,5 über eine Viskosität zwischen 800 und 1200 mPas (Brookfield, 23°C, Spindel R2/R3, 20 Upm):

  • • 50 Gew-% Titandioxid P 25 (Degussa AG) mit 2,00 Gew-% MelPers VP 3440Na fest (als Komponente I) und 0,20 Gew-% MelVis STAB VP 2344 fest (als Komponente II).
  • • 35 Gew-% Hostaperm Rot E3B (BASF) mit 10,50 Gew-% MelPers 9560 fest (als Komponente I) und 0,20 Gew-% MelVis STAB VP 1282 fest (als Komponente II).
  • • 35 Gew-% Spezialschwarz 100 (Degussa AG) mit 2,45 Gew-% MelPers VP 9360DEA fest (als Komponente I) und 0,10 Gew-% MelVis STAB VP 13/015 fest (als Komponente II).
  • • 35 Gew-% Spezialschwarz 250 (Degussa AG) mit 2,45 Gew-% MelPers 9560 fest (als Komponente I) und 0,10 Gew-% MelVis STAB VP 13/015 fest (als Komponente II).

Für den Einsatz der Pigmentdispersionen für bspw. Baustoffeinfärbungen wird der pH-Wert der Mischung entsprechend auf 8 – 10 angepasst. Ein Mahlgutentschäumer für gute Entschäumung während und nach der Dispergierung wird bei den Pigmentrußen zugesetzt (in der Regel 0,2 – 0,5% auf Gesamtformulierung, z.B. TEGO Foamex 810 – Tego Chemie Service GmbH). Eine Topfkonservierung der Pigmentpasten wird für eine sichere Lagerfähigkeit vorgenommen. Es wird grundsätzlich 20 min bei 3500 Upm vordispergiert und anschließend 30 Minuten in einer Perlmühle (2/3 Dispersion; 1/3 Perlen) bei 5000 Upm fertig dispergiert.

c) Füllstoffe: Füllstoffdispersionen für Flammschutz (Apyral 60), Druckfarben (Ultrafine ASP), Keramik, Baustoffe und Feuerfest (A-GK Bariumcarbonat) sowie Sol-Gel Dip-Coatings (Aerosil OX 50) können durch Kombination der Komponente I und der Komponente II mittels Dissolver (20 Minuten, 3500 Upm) für mindestens 3 Monate lagerstabil formuliert werden:

  • • 60 Gew-% Apyral 60 (Nabaltec) mit 1,80 Gew-% MelPers 2450 fest (als Komponente I) und 0,30 Gew-% MelVis STAB VP 1282 fest (als Komponente II); pH = 7,5-8,5; Viskosität (Brookfield, 23°C, Spindel R2/R3, 50 Upm) = 800 – 1500 mPas.
  • • 60 Gew-% Ultrafine ASP (Engelhard Corp.) mit 1,80 Gew-% MelPers 3400 fest (als Komponente I) und 0,10 Gew-% MelVis STAB VP 2344 fest (als Komponente II); pH = 4,5-5,5; Viskosität (Brookfield, 23°C, Spindel R2/R3, 50 Upm) = 800 – 1500 mPas.
  • • 70 Gew-% Bariumcarbonat A-GK (Solvay Barium Strontium) mit 0,14 Gew-% MelPers 9360 fest (als Komponente I) und 0,15 Gew-% MelVis STAB VP 13/015 fest (als Komponente II); pH = 8,0-9,5; Viskosität (Brookfield, 23°C, Spindel R2/R3, 20 Upm) = 800 – 1500 mPas.
  • • 50 Gew-% Aerosil OX 50 (Degussa) mit 0,15 Gew-% MelPers VP 3440A fest (als Komponente I) und 0,05 Gew-% MelVis STAB VP 2344 fest (als Komponente II); pH = 8,5-9,5; Viskosität (Brookfield, 23°C, Spindel R2/R3, 20 Upm) = 600 – 1000 mPas.

Bei Bedarf wird ein Mahlgutentschäumer (z.B. TEGO Foamex 810 – Tego Chemie Service GmbH) für gute Entschäumung während und nach der Dispergierung eingesetzt (in der Regel 0,2 – 0,5 Gew.-% auf Gesamtformulierung). Eine Topfkonservierung der Füllstoffpasten wird Für eine sichere Lagerfähigkeit vorgenommen.

2. Casein-Ersatz Anwendungsbeispiele
  • – Melflux® 1641 F und 2651 F (von Degussa Construction Polymers GmbH) sind PCE-basiertes Fließmittel entsprechend Komponente I der Erfindung.
  • – Starvis® 4302 F und 3003 F (von Degussa Construction Polymers GmbH) sind Stabilisierer entsprechend der Komponente II der Erfindung.
a) Test-Rezeptur
Ergebnis:
  • – Casein: 0,30 bis 0,40 % btw

    CE: 0,05 bis 0,10 % btw

    Hohe Mengen Dispergiermittel; enger Wirkbereich des Stabilisierers
  • – Polycaroxylat- Ether: 0,30 bis 0,40 % btw

    CE: 0,09 bis 0,10 % btw

    Hohe Menge Dispergiermittel; sehr enger Wirkbereich des Stabilisierers
  • – Melflux 2651 F: 0,10 bis 0,30 % btw

    Starvis 3003 F oder Starvis 4302 F: 0,05 bis 0,20 % btw

    Geringe Menge Dispergiermittel; breiter Wirkbereich des Stabilisierers

Beurteilungskriterium war ein Verlauf von > 14,5 cm und kein Bluten

  • – Wassertoleranz; Anti-Absetz- und Blutungs-Eigenschaften Casein (0,30 – 40 %) + Cellulose-Ether (0,05 – 0,10 %)
    Angegeben sind jeweils Wassermengen in Gew.-% bezogen auf die Trockenmörtelmischung.
  • – Polycarboxlat-Ether (0,30 – 0, 40 %) + Cellulose-Ether (0,09 – 0,10 %)
    Angegeben sind jeweils Wassermengen in Gew.-% bezogen auf die Trockenmörtelmischung.
  • – Melflux® 2651 F (0,10 – 0,30 %) + Starvis® 3003 F oder 4302 F (0,05 – 0,20 %)
    Angegeben sind jeweils Wassermengen in Gew.-% bezogen auf die Trockenmörtelmischung.
    Bewertungskriterien:

– Mischungvorgang

Während des Mischens wurde alle 15 sec eine Probe genommen und der Verlauf bestimmt. Casein-basierte Formulierungen benötigten mit 90 sec eine ca. 3 mal längere Mischzeit als Formulierungen mit den Komponenten I und II (Melflux® 2651 F, Starvis 3003 F und 4302 F) (30 sec).

– Zeitabhängiger Verlauf (EN 12706)
Ergebnis:

Verlaufseigenschaften sind hauptsächlich abhängig vom frühzeitigen Ansteifen der Bindemittel-Komponente. Die thixotropen Effekte des Stabilisierers sind auf ein Minimum reduziert. Da innerhalb des gemessenen Zeitraums keine Fließmaßveränderungen zu beobachten waren, waren die Verlaufseigenschaften der stabilen Mörtel nicht durch die Stabilisierer-Komponente beeinflusst.

Sogar bei geringen Anteilen von Melflux 2651 F als Komponente I (0,25 Gew.-%) sind die Verlaufseigenschaften gegenüber den Casein-basierten Formulierungen deutlich verbessert.

– Selbstheilungseigenschaften

Die Austestung erfolgte gemäß dem Messerschnitt-Test* entsprechend einer siebenstufigen Bewertungsskala:

(*Messerschnitt-Test = die Oberfläche der ausgegossenen Masse wird verletzt und die „Selbstheilung", d.h. das Wiederzusammenlaufen bewertet)

Probe:
– Aushärtungszeit (Vicat-Test)

Die verzögernden Effekte von Casein und Cellulose-Ether (Vergleich) werden durch die Kombination von Melflux 2651 F mit Starvis 3003 F (Erfindung) bzw. 4302 F vollständig ausgeglichen.

c) Eigenschaften im ausgehärteten Zustand – Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit wurde an Prismen (4 × 4 × 16 cm3) bestimmt.

Die kombinierte Verwendung von Melflux® 2651 F und Starvis® 3003F bzw. 4302F führt zu einer deutlichen Frühfestigkeit (nach 4 h) im Vergleich zu Casein- und Cellulose-Ether-haltigen Mörteln. Zusätzlich ist damit eine frühere Begehbarkeit und ein früheres Aufbringen von Beschichtungen/Belägen möglich.

– Biegezugfestigkeit

Die Biege- und Zugfestigkeit wurde an Prismen (4 × 4 × 16 cm3) bestimmt.


Anspruch[de]
  1. Mischungszusammensetzung mit dispergierender Wirkung enthaltend

    I) Copolymere auf Basis von ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure-Derivaten und Oxyalkylenglykol-Alkenylethern und

    II) wasserlösliche sulfogruppenhaltige Co- und Terpolymere mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von 50 000 bis 20 000 000 g/Mol.
  2. Mischungszusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente I)

    a) 51 bis 95 Mol-% der Baugruppen der Formel Ia und/oder Ib und/oder Ic
    wobei R1 = Wasserstoff oder ein aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen

    X1 = -OaM1, -O-(CmH2mO)n-R2, -NH-(CmH2mO)n-R2

    M1 = Wasserstoff, ein ein- oder zweiwertiges Metallkation, Ammoniumion, ein organischer Aminrest,

    a = ½ oder 1

    R2 = Wasserstoff, ein aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen, ein cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 8 C-Atomen, ein ggf. substituierter Arylrest mit 6 bis 14 C-Atomen.

    Y1 = O, NR2

    m = 2 bis 4 und

    n = 0 bis 200

    bedeuten,

    b) 1 bis 48,9 Mol-% Baugruppe der allgemeinen Formel II
    wobei R3 für Wasserstoff oder einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit mit 1 bis 5 C-Atomen

    p für 0 bis 3

    stehen und R2, m und n die oben genannte Bedeutung besitzen,

    c) 0,1 bis 5 Mol-% Baugruppen der Formel IIIa oder IIIb
    wobei S1 = -H, -COOaM1, -COOR5


    -W1-R7

    -CO-[NH-(CH2)3]s- W1-R7

    -CO-O-(CH2)z-W1-R7

    -(CH2)z-V1-(CH2)z-CH = CH-R2

    -COOR5 im Falle von S1 = – COOR5 oder COOaM1

    U1 = -CO-NH-, -O-, -CH2O-

    U2 = -NH-CO-, -O-, -OCH2-

    V1 = -O-CO-C6H4-CO-O- oder -W1-
    R4 = H, CH3

    R5 = aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 20 C-Atomen, cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 8 C-Atomen, Arylrest mit 6 bis 14 C-Atomen

    R6 = R2,


    R7 = R2,


    r = 2 bis 100

    s = 1, 2

    z = 0 bis 4

    x = 1 bis 150

    y = 0 bis 15

    bedeuten sowie

    d) 0 bis 47,9 Mol Baugruppen der allgemeinen Formel IVa und/oder IVb
    mit der oben angegebenen Bedeutung für a, M1, X1 und Y1, enthält.
  3. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente II

    a) 3 bis 96 Mol-% Baugruppen der Formel (V)
    wobei R8 = Wasserstoff oder Methyl

    R9, R10, R11 = Wasserstoff, aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 C-Atomen, ggf. mit Methylgruppen substituierter Phenylrest

    V2 = NH oder Sauerstoff

    M2 = Wasserstoff, ein- oder zweiwertiges Metallkation, Ammonium oder ein organischer Aminrest

    n = 1 bis 5

    a = ½ oder 1

    bedeuten,

    b) 3 bis 96 Mol-% Baugruppen der Formel (VI)
    worin W2 = -CO-, -CO(O)-(CH2)x-, -CO-NR9-(CH2)x-

    x = 1 bis 6

    R12 und R13 = Wasserstoff, ggf. substituierter aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen, cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 5 bis 8 C-Atomen, Arylrest mit 6 bis 14 C-Atomen bedeuten und

    Q = Wasserstoff sowie -CHR12R14 bedeuten sowie im Falle von

    Q = H R12 und R13 in (VIb) zusammen eine -CH2-(CH2)y-Methylengruppe mit y = 1 bis 4 bilden, R14 = Wasserstoff, aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4 C-Atomen, -COOH oder -COOM2a darstellt und

    R8, R9, M2 und a oben genannte Bedeutung besitzen,

    und/oder

    c) 0,05 bis 75 Mol-% Baugruppen der Formeln (VII)
    worin Y2 = O, NH oder NR12

    V2 = -(CH2)x-,


    R15 = R12 bzw. R13, -(CH2)x-SO3M2a,
    X2 = Halogen, C1- bis C4-Alkylsulfat oder C1- bis C4-Alkylsulfonat

    d) 0,01 bis 50 Mol-% Baugruppen der Formel (VIII)
    mit Z2 = -COO(CmH2mO)n-R16, -(CH2)p-O(CmH2mO)n-R16

    R16 = H,
    wobei mindestens ein Rest R17, R18 und/oder R19 vertreten sein muss, sowie gesättigter oder ungesättigter, linearer oder verzweigter, aliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 40 C-Atomen

    R17 = H, C1-C4-Alkyl-, Phenyl-, Benzyl-, C1-C4-Alkoxy, Halogen, Cyano, -COOH, -COOR12, -CO-NH2, -OCOR12

    R18 = Arylalkylgruppe mit C1-C12-Alkyl- und C6- C14-Arylrest

    R19 = Alkylarylgruppe mit C1-C12-Alkyl- und C6-C14-Arylrest

    m = 2 bis 4

    n = 0 bis 200

    p = 0 bis 20

    sowie R8 und R12 oben genannte Bedeutung besitzen,

    enthält.
  4. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Komponente I in Anteilen von 0,05 bis 50 Gew.-% und die Komponente II in Anteilen von 0,01 bis 10 Gew.-%, jeweils als Feststoff, enthält.
  5. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente I R1 einen Methylrest darstellt.
  6. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente I M1 ein ein- oder zweiwertiges Metallkation ausgewählt aus der Gruppe Natrium-, Kalium-, Calcium- oder Magnesiumionen bedeutet.
  7. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente I im Falle von R2 = Phenyl der Phenylrest noch durch Hydroxyl-, Carboxyl- oder Sulfonsäure-Gruppen substituiert ist.
  8. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente I in der Formel II p = 0 oder 1 und m = 2 bedeuten.
  9. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente I 55 bis 75 Mol-% Baugruppen der Formel Ia und/oder Ib und/oder Ic, 19,5 bis 39,5 Mol-% Baugruppen der Formel II, 0,5 bis 2 Mol-% Baugruppen der Formel IIIa und/oder IIIb sowie 5 bis 20 Mol-% Baugruppen der Formel IVa und/oder IVb enthält.
  10. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente I zusätzlich bis zu 50 Mol-%, insbesondere bis zu 20 Mol-%, bezogen auf die Summe der Baugruppen der Formel I, II, III und IV Baugruppen enthält, deren Monomere ein Vinyl- oder (Meth-) Acrylsäure-Derivat darstellt.
  11. Mischungszusammensetzung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als monomeres Vinylderivat Styrol, &agr;-Methylstyrol, Vinylacetat, Vinylpropionat, Ethylen, Propylen, Isobuten, N-Vinylpyrrolidon, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure, Vinylsulfonsäure oder Vinylphosphonsäure verwendet wurde.
  12. Mischungszusammensetzung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als monomeres (Meth-)Acrylsäurederivat Hydroxyalkyl(meth)acrylate, Acrylamid, Methacrylamid, AMPS, Methylmethacrylat, Methylacrylat, Butylacrylat oder Cyclohexylacrylat eingesetzt wurde.
  13. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente I ein mittleres Molekulargewicht von 1 000 bis 200 000 g/mol aufweist.
  14. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II das ein- oder zweiwertige Kation ein Natrium-, Kalium-, Calcium- oder Magnesium-Ion darstellt und dass X = Chlor, Brom, Sulfat oder Methylsulfat darstellt.
  15. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II die Baugruppe a) aus 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure (AMPS) oder deren Salzen besteht.
  16. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II bis zu 50 Mol-% der Baugruppen a), b) oder c) durch Struktureinheiten ersetzt sind, die sich von Acrylamid- oder N,N-Dimethylacrylamid-Monomeren ableiten.
  17. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II bis zu 50 Mol-% der Baugruppen a) durch andere sulfogruppenhaltige Struktureinheiten ersetzt sind, die sich von Methallylsulfonsäure- oder Allylsulfonsäure-Monomeren ableiten.
  18. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II die organischen Aminreste vorzugsweise substituierte Ammoniumgruppen darstellen, die sich ableiten von primären, sekundären oder tertiären C1- bis C20-Alkylaminen, C1- bis C20-Alkanolaminen, C5- bis C8-Cycloalkylaminen und C6- bis C14-Arylaminen.
  19. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II die Kohlenwasserstoff- oder Arylreste von R12 und R13 noch mit Hydroxyl-, Carboxyl- oder Sulfonsäuregruppen substituiert sind.
  20. Copolymere nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente II aus 30 bis 80 Mol-% der Baugruppe a), 5 bis 55 Mol-% der Baugruppe b), 2 bis 30 Mol-% der Baugruppe c) und/oder 0,2 bis 15 Mol-% der Baugruppe besteht.
  21. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass in Komponente II der molare Anteil der Baugruppe c) um mindestens 5 Mol-% niedriger ist als der molare Anteil der Baugruppe a).
  22. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente II ein zahlenmittleres Molekulargewicht von 50 000 bis 10 000 000 g/Mol aufweist.
  23. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente II noch zusätzlich 0,0001 bis 50 Mol-% der Baugruppen e) enthält, die sich von mono-, di- und triolefenischen polymerisationsfähigen Verbindungen ableiten.
  24. Mischungszusammensetzung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die diolefenischen Verbindungen aus Diacrylat- oder Dimethylacrylatestern bestehen.
  25. Mischungszusammensetzung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass als triolefinische Monomere Trimethylolpropantriacrylat und Triallylisocyanurat eingesetzt werden.
  26. Mischungszusammensetzung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die monoolefinischen Verbindungen Acryl- oder Vinylderivate darstellen.
  27. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente II bestehend aus den Baugruppen a), b), c) und/oder d) noch bis zu 50 Mol-%, insbesondere bis zu 20 Mol-%, bezogen auf die Summe der Baugruppen a), b), c) bzw. d) noch eine weitere Baugruppe f) auf Basis der Formel (IX) enthalten
    worin

    W3 = -CO-O-(CH2)q-, -CO-NR9-(CH2)q-

    q = 1 bis 6 darstellen und

    R8, R9, R12 und R13 die oben genannte Bedeutung besitzen.
  28. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass bis zu 50 % der Baugruppe a) von Komponente II durch den Baustein g) gemäß Formel (X) abgeleitet von sulfonsäurehaltigen Betainmonomeren ersetzt ist
    worin
    darstellen sowie

    R8, R9 und q die oben genannte Bedeutung besitzen.
  29. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente II noch bis zu 0,1 Mol-% bezogen auf die jeweiligen Summen der Baugruppen a), b), c), d), e), f) und g) einer Vernetzer-Komponente ausgewählt aus der Gruppe Triallylamin, Triallylmethylammoniumchlorid, Tetraallylammoniumchlorid, N,N'-Methylenbisacrylamid, Triethylenglykolbismethacrylat, Triethylenglykolbisacrylat, Polyethylenglykol(400)-bismethacrylat und Polyethylenglykol(400)-bisacrylat enthalten.
  30. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Komponenten I und II vorgemischt enthält.
  31. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass sie in viskoser und besonders bevorzugt in flüssiger Form vorliegt.
  32. Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 31, enthaltend organische und/oder anorganische Pigmente und Füllstoffe.
  33. Verwendung der Mischungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 32 in bauchemischen Anwendungen, insbesondere als Zusatzmittel für wässrige Baustoffsysteme, besonders bevorzugt enthaltend hydraulische Bindemittel, wie Zement, Kalk, Gips, Anhydrit usw.
  34. Verwendung nach Anspruch 33 in keramischen Systemen und in wasserbasierenden Anstrich- und Beschichtungssystemen.
  35. Verwendung der Mischungszusammensetzung nach Anspruch 33 als Fließmittel, insbesondere mit gleichzeitig stabilisierender Wirkung.
  36. Verwendung nach Anspruch 35 in selbstverlaufenden Ausgleichs- und Spachtelmassen, besonders bevorzugt als Casein-Ersatz.
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