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Dokumentenidentifikation DE102004055977B3 09.02.2006
Titel Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung
Anmelder Condor GmbH Medicaltechnik, 33154 Salzkotten, DE
Erfinder Schulte, Hermann-Josef, 33129 Delbrück, DE
Vertreter Frohoff, D., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 33602 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 19.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004055977
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.02.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/02(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Es wird ein Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung aus einem Retraktorschaft und einer Spannzange mit einem Kugelsitz in einer Schiebehülse für einen kugelförmigen Gelenkkörper eines Retratkorblattes zur Verfügung gestellt, der einen größeren Winkelverstellbereich aufweist, eine vor und während einer Operation vereinfachte Handhabung bietet und der gut zu reinigen ist, was dadurch erzielt wird, dass an der dem Kugelsitz (2) entgegengesetzten Seite der Spannzange (3) ein zweiter Gelenkkörper (10) in einer Überwurfhülse (9) mit Kugelsitz (8) für diesen Gelenkkörper (10) angeordnet ist und am Ende des Retraktorschaftes (18) eine Rastvorrichtung zum lösbaren Aufrasten der Überwurfhülse (9) vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung bestehend aus einem Retraktorschaft und einer Spannzange mit einem Kugelsitz in einer Schiebehülse für einen kugelförmigen Gelenkkörper eines Retraktorblattes.

Es ist ein Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung bekannt, DE 102 54 007 C1, dessen Bedienung, insbesondere während einer Operation einige Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit erfordert und dessen Winkelverstellbarkeit eingeschränkt ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen verbesserten Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung zur Verfügung zu stellen, der weiter optimiert ist, insbesondere einen größeren Winkelverstellbereich aufweist, eine vor und während einer Operation vereinfachte Handhabung bieten und der ebenfalls gut zu reinigen sein soll, um den Erfordernissen in einem Operationssaal noch besser gerecht zu werden.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt in Verbindung mit den Oberbegriffsmerkmalen erfindungsgemäß dadurch, dass an der dem ersten Kugelsitz entgegengesetzten Seite der Spannzange ein zweiter Gelenkkörper in einer Überwurfhülse mit zweiten Kugelsitz für diesen Gelenkkörper angeordnet ist und am Ende des Retraktorschaftes eine Rastvorrichtung zum lösbaren Aufrasten der Überwurfhülse vorgesehen ist. Der erfindungsgemäße Blatthalter weist demnach zwei Gelenkkörper auf, so dass sich der Winkelverstellbereich wesentlich vergrößert, wodurch sich auch die Handhabung der Wundspreizvorrichtung deutlich verbessert. Die vorgesehene Rastvorrichtung erlaubt es zudem den Blatthalter in zwei Bauteile zu trennen, nämlich in den Retraktorschaft mit der darauf aufgesetzte Führungshülse mit ihren Rastvorrichtungen und in ein Gelenkteil mit dem zweiten Gelenkkörper und der Aufnahme für den ersten Gelenkkörper einer Spannzange.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich mit und in Kombination aus den nachfolgenden Unteransprüchen.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht die Rastvorrichtung aus einer Führungshülse, die Ausnehmungen für von einem inneren, über eine Druckfeder druckbelasteten Druckbolzen nach außen gedrückte Rastmittel aufweist, wobei die Überwurfhülse innere Rastmittelaufnahmen besitzt, in die die Rastmittel der Führungshülse lösbar eingreifen können.

Bevorzugterweise sind diese Rastmittel kugelförmig und die Rastmittelaufnahme als Ringnut ausgebildet, so dass die Aufnahmen für die Rastmittel als einfache Bohrungen ausgeführt werden können, die zur Sicherheit gegen ein Austreten der Kugeln aus den Bohrungen von außen leicht angestaucht sind.

Durch ein Zurückdrücken des Druckbolzens gegen die dahinter angeordnete Feder, die sich an der Stirnseite des Retraktorschaftes abstützt, können die Rastmittel hinter die Kontur der Führungshülse zurücktreten, so dass die Überwurfhülse auf die Führungshülse aufgeschoben und dort verriegelt werden kann.

Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Gegenstandes der Erfindung ist in der Schiebehülse ein Hebel von einer Feder vorgespannt gelagert, der sich mit einem Ende innerhalb der Schiebehülse an der Spannzange abstützt und sich mit dem anderen Ende nach Außen aus der Schiebehülse erstreckt, so dass der Hebel bei einer Betätigung des freien Endes gegen die Kraft der Feder die Schiebehülse gegen die Spannzange verschiebt, wodurch ein Gelenkkörper eines Retraktorblattes in den Kugelsitz der Spannzange eingeführt oder daraus entfernt werden kann. Diese Lösung ermöglicht es in sehr vorteilhafter Weise die Bedienung einhändig oder sogar nur mit Zeigefinger und Daumen durchzuführen, ohne weitere Kräfte auf den Blatthalter oder in die gesamte Wundspreizvorrichtung einleiten zu müssen. Diese einfache Bedienung ist auch dann sichergestellt, wenn der Blatthalter während einer Operation feucht geworden ist oder die Handschuhe einer an einer Operation beteiligten Person entsprechend mit Blut oder anderen Flüssigkeiten benetzt sind.

Vorteilhaft ist des Weiteren, dass die Führungshülse fest auf dem Ende des Retraktorschaftes angeordnet ist, insbesondere dort fix verklebt ist, so dass bei einer Reinigung des Blatthalters dieser nicht ungewollt in seine Einzelteile zerfällt.

Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

1 eine dreidimensionale Ansicht eines Blatthalters,

2 eine geschnittene Teilansicht des Blatthalters gemäß 1,

3 eine räumliche Explosionsdarstellung des Blatthalters gemäß 1,

4 eine räumliche Darstellung eines zerlegten Blatthalters mit einem Retraktorblatt und

5 die Bauteile der 4 in einem zusammengebauten Zustand.

Der Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung besteht aus einem Retraktorschaft 18, auf dem eine Führungshülse 14 verschraubt und verklebt ist, innerhalb derer eine Feder 17 angeordnet ist, die sich auf der einen Seite an der Stirnseite des Retraktorschaftes 18 und auf der anderen Seite an einem Druckbolzen 16 abstützt und mit seiner äußeren Zylinderfläche als Kugeln ausgebildete Rastmittel 11 in als Bohrungen ausgeführten Ausnehmungen 13 vorgespannt hält, die ihrerseits gegen ein Austreten der Kugeln bzw. Rastmittel 11 leicht angestaucht sind.

Auf dieses erste Grundbauteil des Blatthalters ist ein Gelenkstück aufsetzbar, welches zum einen eine Schiebehülse 4 aufweist, die über eine Spannzange 3 geschoben ist, die beide von einem Hebel 6 durchtreten werden, der über einen Bolzen 5 drehbar in der Schiebehülse 4 gelagert ist und von einer Feder 1 vorgespannt gehalten wird. Bei einer Betätigung des Hebels 6 wird die Schiebehülse 4 gegenüber der Spannzange 3 nach hinten verschoben, wodurch der erste Kugelsitz 2 der Spannzange 3 zum Einführen oder Herausnehmen eines Gelenkkörpers 19 eines Retraktorblattes 20 frei geworden ist. An der Spannzange 3 ist des Weiteren ein Verbindungsstück 7 angeordnet, welches mit dem zweiten Gelenkkörper 10 verbunden ist, der in einem Kugelsitz 8 in der Überwurfhülse 9 gelagert ist, wobei sich der zweite Gelenkkörper 10 im zusammengebauten Zustand des Blatthalters stirnseitig auf dem Druckbolzen 16 abstützt.

Zur Montage beider Einzelteile des Blatthalters muss über den zweiten Gelenkkörper 10 ein Druck auf den Druckbolzen 16 ausgeübt werden, woraufhin die als Kugeln ausgebildeten Rastmittel 11 in ihren Bohrungen 13 hinter die Kontur der Führungshülse 14 zurücktreten, woraufhin die Überwurfhülse 9 auf die Führungshülse 14 aufgeschoben werden kann, worauf nach Entlastung die kugelförmigen Rastmittel 11 wieder über die Kontur der Führungshülse 14 hervortreten und in eine zeichnerisch nicht dargestellte innere Ringnut der Überwurfhülse 9 eingreifen und beide Bauteile miteinander verriegeln.


Anspruch[de]
  1. Blatthalter einer Wundspreizvorrichtung bestehend aus einem Retraktorschaft und einer Spannzange mit einem ersten Kugelsitz in einer Schiebehülse für einen kugelförmigen Gelenkkörper eines Retraktorblattes, dadurch gekennzeichnet, dass an der dem ersten Kugelsitz (2) entgegengesetzten Seite der Spannzange (3) ein zweiter Gelenkkörper (10) in einer Überwurfhülse (9) mit zweiten Kugelsitz (8) für diesen Gelenkkörper (10) angeordnet ist und dass am Ende des Retraktorschaftes (18) eine Rastvorrichtung zum lösbaren Aufrasten der Überwurfhülse (9) vorgesehen ist.
  2. Blatthalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastvorrichtung aus einer Führungshülse (14) besteht, die Ausnehmungen (13) für von einem inneren, über eine Druckfeder (17) druckbelasteten Druckbolzen (16) nach außen gedrückte Rastmittel (11) aufweisen, wobei die Überwurfhülse (9) innere Rastmittelaufnahmen besitzt, in die die Rastmittel (11) lösbar eingreifen.
  3. Blatthalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastmittel (11) kugelförmig sind und die Rastmittelaufnahmen als Ringnut in der Überwurfhülse (9) ausgebildet sind und dass der Rastmittel (11) in einer Position über die Kontur der Führungshülse (14) hervorstehen und in einer den Druckbolzen (16) entgegen der Druckfeder (17) in Richtung auf das Ende des Retraktorschaftes (18) bewegten Zustand hinter die Kontur der Führungshülse (14) zurücktreten.
  4. Blatthalter nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schiebehülse (4) ein Hebel (6) einer Feder (1) vorgespannt gelagert ist, der sich mit einem Ende an der Spannzange (3) abstützt und sich mit dem anderen Ende nach Außen aus der Schiebehülse (4) erstreckt, so dass bei Betätigung des freien Endes gegen die Kraft der Feder (1) die Schiebehülse (4) gegen die Spannzange (3) verschiebbar ist.
  5. Blatthalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungshülse (14) fest auf dem Ende des Retraktorschaftes (18) angeordnet ist.
  6. Blatthalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungshülse (14) mit dem Retraktorschaft (18) verklebt ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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