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Dokumentenidentifikation DE102004005232A1 16.02.2006
Titel Saugbandmodul mit einem Gebläse
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Edinger, Holger, 69469 Weinheim, DE
DE-Anmeldedatum 03.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004005232
Offenlegungstag 16.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse B65H 5/22(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B65H 5/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B65H 3/08(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B65H 3/12(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B65H 29/66(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B65H 11/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung zum Transport von Bogen zu einer Bogen verarbeitenden Maschine mit einem Zuführtisch mit mehreren Saugbereichen unterschiedlichen Druckniveaus ist es vorgesehen, dass die in einem Transportband angeordneten Durchgangsöffnungen in einem Bereich mit vermindertem Druckniveau sowohl von Saugluft als auch von Umgebungsdruck beaufschlagbar sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Anpassung des Unterdrucks in einem Saugbandzuführtisch eines Bogenanlegers mit mindestens einem unterhalb einer Förderebene angeordneten Saugkasten, der in Bogenförderrichtung gesehen in mehrere Kammern unterteilt ist, die gemeinsam unterdruckbeaufschlagbar sind.

Die Förderung eines geschuppten Bogenstroms auf dem Zuführtisch eines Anlegers einer Bogenrotationsdruckmaschine lasst sich in drei Phasen unterteilen.

Die erste Phase lasst sich dadurch charakterisieren, dass der Bogen vom Stapel abgezogen wird und nicht mit voller Schuppenlänge auf dem Band aufliegt.

Die zweite Phase lässt sich dadurch charakterisieren, dass der Bogen unterschuppt transportiert wird und mit einer Schuppenlänge auf dem Band aufliegt.

Die dritte Phase lässt sich dadurch charakterisieren, dass der Bogen an die Vordermarke transportiert (Bogenvorderkante nicht mehr auf dem Band) und durch den nachfolgenden Bogen abgeschnitten wird.

In der ersten und der dritten Phase ist eine höhere Saugkraft notwendig als in der zweiten Phase, da die Auflagefläche des Bogens in Phase eins und drei geringer ist, als in der zweiten Phase.

Um den unterschiedlichen Betriebsbedingungen gerecht zu werden, ist es notwendig, unterschiedliche Unterdruckniveaus unter dem Bogenstrom bereit zu stellen. Dies kann zum einen durch den Einsatz mehrerer Saugquellen unterschiedlichen Unterdruckniveaus erzielt werden oder, wie durch den Stand der Technik nach DE 44 16 286 C2 bekannt, durch ein Schaltventil, welches die Saugkammer des mittleren Transportbereiches mit der Umgebungsluft verbindet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung mit nur einer einzigen Saugquelle zu schaffen, mit welcher die Haltekraft auf den Bogen im mittleren Saugbereich reduziert ist gegenüber den anderen Saugbereichen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Es ist ein großer Vorteil, dass der mittlere Bereich mit einem geringen Unterdruck betrieben wird. Dadurch wird das Heraussaugen der Luft zwischen den Bögen und damit das Aneinanderhaften der Bögen reduziert. Trotz Verwendung von nur einem Gebläse kann der Unterdruck mit einfachen Mitteln im mittleren Bereich reduziert werden, indem die Saugfläche minimiert wird.

Eine bevorzugte Anordnung sieht vor, dass eine bestimmte Anzahl von Öffnungen im Saugband mit Unterdruck beaufschlagt wird, während die übrigen Öffnungen mit Umgebungsluft beaufschlagt sind. Durch diese Maßnahme wird eine Haltekraft nur im Bereich der mit Saugluft beaufschlagten Öffnungen auf den Bogen ausgeübt.

Eine Anordnung von Belüftungsöffnungen im Transportband zwischen zwei Reihen von Saugöffnungen verhindert, dass sich ein Unterdruck im gesamten Saugbandbereich ausbilden kann.

Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel ist es vorgesehen, dass die Saugkästen im mittleren Saugbandbereich V-förmig in Transportrichtung beabstandet voneinander angeordnet sind. Durch diese Maßnahme gelangen die Öffnungen des Transportbandes abwechselnd in Wirkkontakt mit den Saugbogen bzw. den Belüftungsbohrungen des Zuführtisches. Die V-förmige Anordnung unterstützt dabei das Straffen oder Strecken des Transportbandes quer zur Transportrichtung und erzeugt eine Zentrierung.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden beschrieben.

Es zeigt:

1 eine Bogen verarbeitende Druckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,

2 einen Zuführtisch für Bogen im Bogenanleger im Schnitt in schematischer Darstellung,

3 den Zuführtisch in der Draufsicht in schematischer Darstellung,

4 einen Querschnitt durch den Zuführtisch gemäß 2, und

5 ein zweites Ausführungsbeispiel des Zuführtisches in der Draufsicht in schematischer Darstellung.

Eine Rotationsdruckmaschine, z. B. eine Bogen 7 verarbeitende Druckmaschine 1, weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen 7 werden von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch 9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen Plattenzylinder 11; 12. Die Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder 11; 12 eine Vorrichtung 16; 17 für den halb- oder vollautomatischen Druckplattenwechsel zugeordnet.

Der Bogenstapel 8 liegt auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf. Die Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des Bogenstapels 8 mittels eines sogenannten Saugkopfes 18, der unter anderem eine Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Blaseinrichtungen 22 zur Auflockerung der oberen Bogenlagen und Tastelemente 23 zur Stapelnachführung vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere der oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine Anzahl von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.

Der im vorderen Bereich des Zuführtisches 9 ankommende Bogen wird mittels Vordermarken 26 in Bogentransportrichtung und mittels seitlicher Ausrichtmittel 27 quer zur Bogentransportrichtung ausgerichtet. Der Zuführtisch 9 ist als sogenannter Saugbandtisch ausgebildet. Dieser weist im Wesentlichen – in Bogentransportrichtung gesehen – drei Saugbereiche I, II, III auf. Der erste Saugbereich I ist charakterisiert durch ein hohes Unterdruckniveau, um einen Bogen sicher von der Vereinzelungsvorrichtung übernehmen zu können. Die Saugluft im Saugbereich I wird von einem Saugkasten 31 erzeugt, der unterhalb der Zuführebene angeordnet ist.

Der zweite oder auch mittlere Saugbereich II ist charakterisiert durch ein niedriges Unterdruckniveau, welches eine geringe Haltekraft auf den Bogen ausübt, um diesen ausreichend sicher am Transportband 29 zu halten. Die Saugluft im zweiten bzw. mittleren Saugbereich II wird von zwei Saugkästen 32, 33 erzeugt, die quer zur Bogentransportrichtung beabstandet voneinander parallel angeordnet sind und zwar vorzugsweise im Randbereich des Saugbandes 29.

Der dritte Saugbereich III ist charakterisiert durch ein getaktetes Unterdruckniveau. Die Saugluft im Saugbereich III wird von einem Saugkasten 34 erzeugt, der unterhalb der Zuführebene angeordnet ist. Sämtliche Saugkästen 31, 32, 33, 34 sind mit einer einzigen gemeinsamen Saugquelle 36 verbunden.

Das mit Öffnungen 41 versehene Transportband 29 wird von einer Antriebswalze 37 angetrieben und um eine Umlenkwalze 38 umgelenkt. Vorgesehen Spanneinrichtungen für das Transportband 29 sind nicht dargestellt.

In eine Verbindungsleitung zum Saugkasten 34 ist eine Vorrichtung zur Taktung der Saugluft im Arbeitstakt der Bogen verarbeitenden Maschine, z. B. ein Rotationsventil 39, geschaltet, welches zusätzlich zur Anpassung des Unterdrucks des Saugkastens 34 mit einem Bypass zum Umgebungsdruck ausgebildet ist.

Das Transportband 29 weist eine große Anzahl von Durchgangsöffnungen 41 auf, die im Saugbereich I mittels Saugöffnungen 42 im Zuführtisch 9 in Verbindung mit dem Saugkasten 31 gelangen. Im Saugbereich II gelangen die Durchgangsöffnungen 41 im Randbereich des Transportbandes 29 mittels Saugöffnungen 42, 43 im Zuführtisch 9 in Verbindung mit den Saugkästen 32, 33 und im dazwischen liegenden, mittleren Bereich mittels Belüftungsöffnungen 46 im Zuführtisch 9 in Verbindung mit der Umgebungsluft. Im Saugbereich III gelangen die Durchgangsöffnungen 41 mittels Saugöffnungen 44 im Zuführtisch 9 in Verbindung mit dem Saugkasten 34.

Bei einer zweiten Ausführungsform gemäß 5 ist es vorgesehen, dass die im mittleren Saugbereich II angeordneten Saugkasten 51 bis 55 eine V-förmige Anordnung aufweisen, wobei die Spitze des V gegen die Bogentransportrichtung weist. Durch diese Maßnahme wird ein Strecken des Transportbandes 29 in Querrichtung und zusätzlich eine Zentrierung des Transportbandes 29 erzielt.

Die Saugkästen 51 bis 55 sind jeweils mit der gemeinsamen Saugquelle 35 verbunden und in einem regelmäßigen Abstand voneinander angeordnet. Hierbei kann auch der Saugkasten 31 der V-Form angepasste Saugkästenansätze 56, 57 aufweisen.

Im Zuführtisch 9 sind im Bereich der Saugkästen 51 bis 55 entsprechend V-förmig angeordnete Saugöffnungen 58 vorgesehen, die mit den Durchgangsöffnungen 41 im Transportband 29 korrespondieren. Zwischen jeweils den Saugöffnungen 58 der Saugkästen 51 bis 55 bzw. 56, 57 sind Belüftungsöffnungen 59 im Zuführtisch 9 vorgesehen. Durch diese Maßnahme wird beim Transport ein und dieselbe Durchgangsbohrung 41 abwechselnd mit Saugluft oder mit Umgebungsluft beaufschlagt und die Haltekraft auf den Bogen oder den Bogenstrom gegenüber dem Saugbereich I reduziert.

1Druckmaschine 2Anleger 3Druckwerk 4Druckwerk 5 6Ausleger 7Bogen 7anächster Bogen 8Bogenstapel 9Zuführtisch 10Stapelplatte 11Plattenzylinder 12Plattenzylinder 13Druckplattenbefestigungseinrichtung 14Druckplattenbefestigungseinrichtung 15 16Druckplattenwechsler 17Druckplattenwechsler 18Saugkopf 19Hubsauger 20 21Schleppsauger 22Blaseinrichtung 23Tastelement 24Anschlag 25 26Vordermarken 27Seitliche Ausrichtmittel 28 29Saugband 30 31Saugkasten 32Saugkasten 33Saugkasten 34Saugkasten 35 36Saugquelle 37Antriebswalze 38Umlenkwalze 39Rotationsventil 40 41Durchgangsöffnungen (29) 42Saugöffnungen 43Saugöffnungen 44Saugöffnungen 45 46Belüftungsöffnungen 47 48 49 50 51Saugkasten 52Saugkasten 53Saugkasten 54Saugkasten 55Saugkasten 56Saugkastenansatz (31) 57Saugkastenansatz (31) 58Saugöffnungen (51 bis 55) 59Belüftungsöffnungen Ierster Saugbereich IIzweiter Saugbereich IIIdritter Saugbereich

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Transport von Bogen zu einer Bogen verarbeitenden Maschine, insbesondere Druckmaschine, mit einem Zuführtisch und mindestens einem über diesen endlos umlaufenden Saugband, welches von in Bogentransportrichtung gesehen hintereinander angeordneten Saugbereichen unterschiedlichen Druckniveaus beaufschlagt wird, die von einer einzigen Unterdruckquelle erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsöffnungen (41) des Transportbandes (29) sowohl mit Saugöffnungen (42, 43; 58) als auch mit Belüftungsöffnungen (46) korrespondieren.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugöffnungen (42, 43; 58) und die Belüftungsöffnungen (46) im zweiten bzw. mittleren Saugbereich (In angeordnet sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugöffnungen (42, 43) des Zuführtisches (9) von parallel im Randbereich des Saugbandes (29) angeordneten Saugkästen (32, 33) beaufschlagbar sind.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugöffnungen (58) des Zuführtisches (9) von Saugluft aus V-förmig hintereinander angeordneten Saugkästen (51 bis 55) beaufschlagbar sind.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Belüftungsöffnungen (46) des Zuführtisches (9) jeweils zwischen den Saugkästen (32, 33; 51 bis 55) angeordnet sind.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugkasten (34) des Saugbereiches (III) mittels eines Rotationsventils (39) mit der gemeinsamen Unterdruckquelle (36) verbunden ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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