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Dokumentenidentifikation DE102004012825B4 16.02.2006
Titel Ausgabeeinheit für Waren, insbesondere Backwaren
Anmelder Kamps Brot- und Backwaren GmbH, 49681 Garrel, DE
Erfinder Hönings, Arnold, 52146 Würselen, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 15.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004012825
Offenlegungstag 20.10.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse A47F 1/10(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Eine Ausgabeeinheit für Waren, insbesondere Backwaren, wie Brötchen, Baguettes und Brote, welche unter Zwischenlagerung von einer Produktionsstelle zu einer Verbraucherstelle zu transportieren sind, ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Säule vorgesehen ist, in der zumindest ein Drehkreuz angeordnet ist, welches eine Mehrzahl von getrennten Fächern in der Säule definiert, wobei die Waren von einem Fach in ein nachfolgendes Fach übergeben werden, indem sich das Drehkreuz um einen Winkelbetrag dreht, der der Größe eines Faches entspricht, wenn das in Drehrichtung letzte Fach als leer festgestellt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Ausgabeeinheit für Waren, insbesondere Backwaren, wie Brötchen, Baguettes und Brote, welche unter Zwischenlagerung von einer Produktionsstelle zu einer Verbraucherstelle zu transportieren sind.

In Bäckereien beispielsweise tritt die Situation auf, daß Brötchen aus einem Ofen kommend zwischengelagert werden müssen, bevor sie verkauft oder anderweitig verbraucht werden. Es sind Systeme bekannt, bei denen die Brötchen von Hand in einen Behälter umgefüllt werden, aus dem sie durch eine Ausgaberinne entnommen werden können. Hierbei tritt oftmals das Problem auf, daß die Brötchen mit ihrer unregelmäßigen und zerklüfteten Form ineinander verkanten, so daß das Entnehmen schwierig wird.

Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Ausgabeeinheit für Waren bereit zu stellen, bei der die Waren vereinzelt entnommen werden können.

Diese Aufgabe wird durch eine Ausgabeeinheit nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß bei der Ausgabeeinheit mindestens eine Säule vorgesehen ist, in der zumindest ein Drehkreuz angeordnet ist, welches eine Mehrzahl von getrennten Fächern in der Säule definiert, wobei die Waren von einem Fach in ein nachfolgendes Fach übergeben werden, indem sich das Drehkreuz um einen Winkelbetrag dreht, der der Größe eines Faches entspricht, wenn das in Drehrichtung letzte Fach als leer festgestellt wird. Die Drehkreuze, die eine entsprechend der Anzahl parallel zu transportierender Waren Längsabmessung haben, stellen sicher, daß die Vereinzelung während des gesamten Transportweges durch die Säule beibehalten wird. Die Fächer bilden dabei Lagerstellen für die Waren, so daß nach einer bevorzugten Ausführungsform jede Säule mehrere Drehkreuze entsprechend der Anzahl der benötigten Lagerstellen aufweist.

Weiter vorteilhaft sind in einer Säule die Drehkreuze vertikal übereinander angeordnet, so daß der Transport der Waren mit Hilfe der Schwerkraft beschieht.

Um ein Verkanten zu verhindern, kann die Übergabe vom letzten Fach eines Drehkreuzes in das erste Fach des nachfolgenden Drehkreuzes über eine schiefe Ebene erfolgen, wobei, je nach Art der Ware, eine Neigung im Bereich zwischen 20° und 35° bei der schiefen Ebene bevorzugt ist, bei Brötchen liegt die Neigung bevorzugt im Bereich zwischen 22° und 30°. Hierdurch wird ein Taumeln der Brötchen verhindert.

Vorzugsweise ist in jedem Fach ein Sensor zum Feststellen der Belegung des Faches vorgesehen, beispielsweise eine Lichtschranke, so daß die Drehung des entsprechenden Drehkreuzes entsprechend ausgelöst werden kann.

Vorteilhaft ist jedes Drehkreuz von einem Motor angetrieben, der beispielsweise ein Schrittmotor sein kann.

Wesentlich ist auch, daß die Stillstandsposition des Drehkreuzes festgelegt ist, um die Fächer genau zu definieren. Dies kann durch eine Lichtschrankensteuerung geschehen, die die Position eines Flügels des Drehkreuzes feststellt.

Zusätzliche Lagerstellen können geschaffen werden, indem auf einem Transportband, welches die Waren aus der bzw. den Säulen abfördert, Noppen vorgesehen sind, die Kammern definieren.

Für den Einsatz der Ausgabeeinheit bei Backwaren sollte das Drehkreuz bzw. die Drehkreuze aus Drahtgitter, Maschendraht oder gelochtem Metallblech aufgebaut sein, um die Qualität der Backwaren sicherzustellen. Es hat sich gezeigt, daß bei Verwendung von Kunststoff der Feuchtigkeitsgehalt in Brötchen zu hoch verbleibt, während sie zu schnell aushärten, wenn sie auf Metallplatten und dergleichen transportiert werden.

Im folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden.

Es zeigt:

1 eine Schnittansicht durch eine Ausgabeeinheit gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung; und

2 eine Schnittansicht durch eine Ausgabeeinheit gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Obwohl die Erfindung in bezug auf Backwaren, wie Brötchen, Baguettes und auch Brote beschrieben wird, sollte deutlich sein, daß diese immer dann eingesetzt werden kann, wenn Waren vereinzelt übergeben und transportiert bzw. ausgegeben werden sollen.

Die Ausgabeeinheit, die in 1 darstellt ist, weist zwei Säulen 100, 200 auf, wobei in jeder der Säulen 100, 200 jeweils drei Drehkreuze übereinanderliegend angeordnet sind. Die Lage der Säulen ist strichliert angedeutet. Jedes Drehkreuz, wie beispielhaft für das Drehkreuz 210 dargestellt, definiert drei Fächer 222, 224, 226 durch seine Flügel 212, 214, 216 und 218. Das Drehkreuz 210 ist durch einen nicht dargestellten Motor im Gegenuhrzeigersinn bewegbar.

Die nicht besonders durch Bezugsziffern gekennzeichneten Drehkreuze in den Säulen 100, 200 sind bei dieser Ausführungsform der Erfindung identisch aufgebaut. Es versteht sich, daß die Konfiguration jedes Drehkreuzes, wie 210, nicht auf vier Flügel beschränkt ist, es können auch weniger oder mehr Flügel vorgesehen sein, abhängig von der Ware, die transportiert werden soll. Es hat sich herausgestellt, daß für Backwaren, wie Brötchen, ein Drehkreuz mit vier Flügeln besonders geeignet ist, da dann hinreichend Flexibilität verbleibt, um an unterschiedliche Größen der Backwaren angepaßt zu sein.

Jeder Motor ist über drei Schrauben, angedeutet durch Bohrlochkreise 232, 234, 236, mit dem jeweiligen Drehkreuz verbunden, und zwar derart, daß die Motorwelle konzentrisch zu der Achse des Drehkreuzes ist.

In jedem der Fächer ist ein Sensor 242, 244 und 246, beispielsweise als Lichtschranke ausgeschaltet, vorgesehen. Dieser Sensor stellt jeweils fest, ob das jeweilige Fach belegt ist oder nicht. Abhängig von dem Ergebnis der Überprüfung wird der Motor angesteuert, um das Drehkreuz 210 in Richtung in den Uhrzeigersinn um 90° weiter zu drehen. Die Drehung um 90° entspricht der Ausgestaltung des Drehkreuzes 210 mit vier Flügeln 212, 214, 216, 218. Wird ein Drehkreuz mit einer anderen Anzahl von Flügeln eingesetzt, ändern sich die Winkelbeträge entsprechend.

Die Backwaren 110, beispielsweise Brötchen, werden vom Ofen über ein Endlosband 120 an die Ausgabeeinheit herangeführt. Üblicherweise werden mehrere Brötchen 110 gleichzeitig transportiert, z. B. zehn oder auch mehr, abhängig von der Größe des Ofens bzw. der Ausgabeeinheit. Jede Säule 100, 200 weist an ihrer Oberseite eine Klappe 102, 202 auf, die abhängig vom Beladezustand der Säule 100, 200 geöffnet oder geschlossen werden kann. Wenn die Ausgabeeinheit leer ist, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel, können beide Klappen 102, 202 offen sein. Die Brötchen 110 werden dann mit Hilfe einer bewegbaren Klappe 112 in Richtung auf die Säule 100 geschoben und fallen durch die geöffnete Klappe 102 in das erste Fach 122. Der jeweilige Sensor erkennt, daß das Fach 122 befällt ist, das Fach 124 jedoch leer, und veranlaßt die Drehung des Drehkreuzes um 90°. Die Brötchen 110 werden dann in ihrer vereinzelten Form in das Fach 124 transportiert, das Fach 122 ist für die Aufnahme neuer Brötchen 110 bereit. Durch weitere Drehung des Drehkreuzes um 90° wird das Fach 126 mit den Brötchen aus Fach 124 befüllt, Fach 122 wird neu versorgt. Im Fach 126 ruhen die Waren auf einer schiefen Ebene 128 und werden dadurch in Richtung auf eine Übergabeöffnung 130 gezwungen. Die schiefe Ebene 128 hat eine Neigung, die für das Ausgeben von Brötchen bevorzugt im Bereich von 22° bis 30° liegt, um zu verhindern, daß sich die Brötchen drehen. Wenn andere Waren mit einem unterschiedlichen Taumelverhalten transportiert werden sollen, können andere Neigungen erforderlich bzw. angebracht sein. Durch die Übergabeöffnung 130 gelangen die Brötchen dann in den Wirkungsbereich des nächsten Drehkreuzes und werden dort wie eben beschrieben transportiert. Anschließend gelangen sie in den Wirkungsbereich des dritten Drehkreuzes der Säule 100 und von dort aus auf ein Transportband 140, das sie zu einem Längsförderer 150 führt, von dem sie dann vom Verbraucher entnommen werden können.

Wenn die Säule 100 vollständig befüllt ist, schließt sich die Klappe 102, und die Brötchen 110 werden durch die Klappe 112 zur Säule 200 transportiert, in der dann ein Ablauf wie oben beschrieben stattfindet.

Bei zwei Säulen 100, 200 können insgesamt achtzehn Fächer mit vereinzelt durchlaufenden Waren befüllt werden. Wenn beispielsweise zehn Brötchen 110 gleichzeitig von der Klappe 112 transportiert werden, ergibt sich eine Lagerungskapazität von 180 Brötchen.

Durch entsprechende Ausgabeöffnungen aus den Säulen 100 bzw. 200 wird sichergestellt, daß die zuerst gebackenen Brötchen auch zuerst verkauft werden. Wenn sich eine Säule entsprechend geleert hat, wird sie erneut beschickt.

Die Stellung der Drehkreuze 210 wird dadurch gesichert, daß hinter einem Langloch 220 Lichtschranken angeordnet sind, so daß, wenn beispielsweise das vertikal Stehen des Flügels 212 festgestellt wird, der Motor für das Drehkreuz 210 angehalten wird. Als Motor kann auch ein Schrittmotor vorgesehen sein, der nach einer vorbestimmten Anzahl von Schritten anhält.

Jedes Drehkreuz 210 ist bevorzugt aus einem Drahtgitter, Maschendraht oder gelochtem Blech hergestellt, weil dann sichergestellt ist, daß die Backwaren gut abdampfen und nicht frühzeitig aushärten. Bei anderen Waren kann auch an andere Materialien gedacht werden, beispielsweise an Kunststoff oder Metallbleche, mit oder ggf. auch ohne Öffnungen.

Eine zweite Ausführungsform der Erfindung ist in 2 dargestellt. Hier können verschiedene Arten von Waren, beispielsweise Schnittbrötchen, Vollkornbrötchen und Baguettes transportiert und zwischengelagert werden. Es sind vier Säulen 100, 200, 300, 400 vorgesehen, wobei die Säulen 100, 200 für Schnittbrötchen, die erfahrungsgemäß am meisten verkauft werden, gedacht sind. Dementsprechend umfassen sie fünf Drehkreuze, beispielsweise 210, die entsprechend der Ausführungsform nach 1 Fächer definieren und über entsprechende schiefe Ebenen und Übergabeöffnungen für den Weitertransport der Waren sorgen. Vollkornbrötchen, mit einem geringeren Verkaufsvolumen, werden in einer Säule 300 mit vier Drehkreuzen transportiert, Baguettes wiederum in einer Säule 400 mit fünf Drehkreuzen, wobei aber die Flügellänge geringer ist als bei den Drehkreuzen der Säulen 100, 200, 300. Mit der Erfindung ist es nämlich möglich, für eine optimale Anpassung an Durchsatz an Warengröße zu sorgen.

Die Baguettes aus der Säule 400 werden an eine Ausgabeöffnung 410 gegeben und können dort direkt entnommen und ggf. einsortiert werden. Die Brötchen, sowohl die Schnittbrötchen aus den Säulen 100, 200, als auch die Vollkornbrötchen aus der Säule 300, gelangen auf ein Querförderband 140 bzw. 340, wobei jedes der Querförderbänder 140, 340 mit einer Vielzahl von Noppen 142 bzw. 342 versehen ist, die die Transportseite des Querförderers 140, 340 wiederum in Kammern unterteilen, welche eine weitere Lagerungsmöglichkeit für die transportierten Waren darstellt.

Insgesamt ist es mit der Erfindung möglich, Waren von einer Produktionsstelle bis zu einer Verbraucherstelle vereinzelt durchzureichen, ohne daß die Gefahr von Verkanten, Verstopfungen und dergleichen besteht.

Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.


Anspruch[de]
  1. Ausgabeeinheit für Waren, insbesondere Backwaren, wie Brötchen, Baguettes und Brote, welche unter Zwischenlagerung von einer Produktionsstelle zu einer Verbraucherstelle zu transportieren sind, mit mindestens einer Säule (100, 200, 300, 400), in der zumindest ein Drehkreuz (210) angeordnet ist, welches eine Mehrzahl von getrennten Fächern (222, 224, 226) in der Säule definiert, wobei die Waren von einem Fach (z. B. 222) in ein nachfolgendes Fach (z. B. 224) übergeben werden, indem sich das Drehkreuz (210) um einen Winkelbetrag dreht, der der Größe eines Faches (222, 224, 226) entspricht, wenn das in Drehrichtung letzte Fach (226) als leer festgestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens eine Drehkreuz (210) liegend angeordnet ist.
  2. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Säule (100, 200, 300, 400) mehrere Drehkreuze (210) entsprechend der Anzahl der benötigten Lagerstellen aufweist.
  3. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Säule (100, 200, 300, 400) die Drehkreuze vertikal übereinander angeordnet sind.
  4. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Übergabe vom letzten Fach (226) eines Drehkreuzes (210) in das erste Fach des nachfolgenden Drehkreuzes über eine schiefe Ebene (128) erfolgt.
  5. Ausgabeeinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der schiefen Ebene (128) im Bereich zwischen 22° und 35°, bevorzugt zwischen 22° und 30°, liegt.
  6. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Fach (222, 224, 226) ein Sensor (242, 244, 246) zum Feststellen der Belegung des Faches vorgesehen ist.
  7. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Drehkreuz (210) von einem Motor angetrieben ist.
  8. Ausgabeeinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor ein Schrittmotor ist.
  9. Ausgabeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stillstandsposition des Drehkreuzes (210) durch eine Lichtschrankensteuerung festgelegt ist.
  10. Ausgabeeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das warenmäßig stromabwärts liegende Ende der Säule (100, 200, 300) die jeweiligen Waren auf ein Transportband (140, 340) fördert, welches durch Noppen (142, 342) in Kammern unterteilt ist.
  11. Ausgabeeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehkreuz (210) bzw. die Drehkreuze aus Drahtgitter, Maschendraht oder gelochtem Metallblech aufgebaut sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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