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Dokumentenidentifikation DE102004026204B3 16.02.2006
Titel Verfahren und Herstellung eines örtlich geschwächten Lederbezugs
Anmelder Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 Vilsbiburg, DE
Erfinder Müller, Henry, Dr., 84030 Landshut, DE;
Aichner, Rudolf, 84178 Kröning, DE;
Pirkl, Hubert, 84184 Tiefenbach, DE
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 28.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004026204
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse C14B 1/44(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse C14B 1/58(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B26F 1/38(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B60R 13/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B60R 21/20(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer zumindest teilweise mit einem Lederbezug bedeckten Abdeckung, insbesondere zur Verwendung in einem Kraftfahrzeug, mit einem örtlich begrenzten Schwächungsbereich des Lederbezugs, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Einbringen des Schwächungsbereichs des Lederbezugs zumindest der Bereich, in den die Schwächung eingebracht werden soll, einer Trocknungsbehandlung unterzogen wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Abdeckung mit Lederbezug, insbesondere zur Verwendung in einem Kraftfahrzeug, bei dem eine örtlich begrenzte Reduzierung der Dicke des Lederbezugs eingebracht wird.

In Kraftfahrzeugen insbesondere der oberen Mittelklasse sowie der Oberklasse werden Ledermaterialien oder lederähnliche Materialien dazu verwendet, große Bereiche des Fahrzeuginneren, insbesondere die Instrumententafel, Ablageflächen, Ablagedeckel, Armlehnen sowie Abdeckungen von Airbags optisch hochwertig zu bedecken. Dabei ist es erforderlich, dass das Bezugsmaterial eine Dicke aufweist, die zum einen gewährleistet, dass Nahtstellen oder Verbindungslinien der bedeckten Abdeckung nicht hindurchscheinen und zum anderen, dass eine ausreichende Beständigkeit gegenüber mechanischen Einflüssen sichergestellt ist.

Vor allem im Bereich von Airbagabdeckungen muss darüber hinaus aber auch gewährleistet sein, dass das bedeckende Material die Entfaltung des Airbags im Kollisionsfall nicht behindert. Es ist daher vorteilhaft, das Ledermaterial so zu gestalten, dass es entlang vorab definierter Aufreißlinien aufbricht und somit das Auseinanderklappen von Airbagabdeckungen in vorzugsweise vorab definierter Richtung unterstützt.

Derartige Aufreißlinien wurden bislang beispielsweise mittels speziell ausgeformter Nähte vorgegeben, bei denen die zum Aufreißen erforderliche Kraft gut über die Anzahl des Nahtmaterials sowie die Ausgestaltung der Naht selbst eingestellt werden konnte. Diese Nähte erfüllen jedoch nicht die heutigen an die Optik von Abdeckungen gestellten Anforderungen.

Es wurden daher Verfahren zur Ausgestaltung von Schwächungsbereichen entwickelt, bei denen die Rückseite des Lederbezugs, also die der Abdeckung zugewandte und dem Fahrzeuginnern abgewandte Seite des Bezugsmaterials, eine örtlich begrenzte Schwächung erfuhr. Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise in der DE 199 44 371 A1 beschrieben, bei der eine durch Materialschwächung gebildete Einreißlinie in einer Lederverkleidung mittels einer Diamantfräse eingebracht wird. Darüber hinaus wurde in der DE 100 55 546 A1 eine Airbagverkleidung mit Schwächungsstrukturen beschrieben, bei der der Schwächungsbereich in der Form eines durch eine Schneidvorrichtung eingebrachten Hinterschnitts in das Material eingebracht wurde.

Es hat sich in der Praxis jedoch herausgestellt, dass sich derartige Schwächungsbereiche, die zum Ziel haben, das Ledermaterial bis zu einer Restdicke von etwa 0,2 bis 0,8 mm, in einem etwaig erzeugten Initialbereich sogar nur auf 0,2 – 0,4 mm einzuschneiden oder abzutragen, schon kurz nach Fertigstellung der mit Leder oder einem lederähnlichen Material bezogenen Abdeckung deutlich abzeichnen. Somit wird die Optik der Abdeckung nachhaltig gestört.

Die DE 103 35 712 A1 beschreibt darüber hinaus die chemische und/oder thermische Behandlung von Teilen der dem Airbag zugewandten Seite des Überzugmaterials. Die hierin offenbarten Verfahren sind jedoch besonders aufwändig in der Ausführung.

Darstellung der Erfindung

Es war daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von Abdeckungen mit Lederbezug, insbesondere zur Verwendung in Kraftfahrzeugen zur Verfügung zu stellen, das die aus dem Stand der Technik bekannten Probleme nicht aufweist.

Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung befinden sich in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 11.

Es wurde herausgefunden, dass das Hindurchscheinen des Schwächungsbereichs in dem Ledermaterial deutlich von dem Feuchtegehalt des Bezugsmaterials abhängt. Dabei hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass wenn der Feuchtegehalt zumindest desjenigen Bereichs des Lederbezugs, in den der Schwächungsbereich eingebracht werden soll, abgesenkt wird, eine vorteilhafte Optik der Abdeckung nachhaltig erzielt werden kann, ohne dass sich der Schwächungsbereich des Leders abzeichnet.

Dabei wurde ermittelt, dass die verwendeten Ledermaterialien im Anlieferungszustand und abhängig von der Lederart, so beispielsweise Anilin, Nappa, geprägtes Leder oder dergleichen, einen Feuchtegehalt von etwa 7 bis 12% aufweisen. Sofern dieser Feuchtegehalt vor der Einbringung des Schwächungsbereich zumindest in Teilbereichen des Lederbezugs auf vorzugsweise unter 5% reduziert wird, kann eine vorteilhafte Optik der Abdeckung erreicht werden, ohne dass die Bearbeitungseigenschaften des Ledermaterials nachteilig eingeschränkt wären.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Reduzierung der Feuchte in einer Klimakammer oder in einem Trockenofen. Hierdurch wird ein Verfahren zur Verfügung gestellt, das unter Verwendung besonders einfach anzuwendender und einstellbarer Vorrichtungen die Bearbeitung auch großer Mengen von Leder erlaubt.

In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Reduzierung der Feuchte in einem Autoklaven. In einer weiteren alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Reduzierung des Feuchtegehalts durch Aufbringen eines Unterdrucks. In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform wird der Unterdruck dabei nur auf Teile des Lederbezugs aufgebracht. Hierdurch wird ein Verfahren zur Verfügung gestellt, bei dem insbesondere die partielle Reduzierung des Feuchtegehalts in vorzugsweise eindeutig definierten Teilbereichen des Lederbezugs mit besonders einfachen Mitteln ermöglicht wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Lederbezug im Wesentlichen nahtlos auf die Abdeckung aufgebracht. Hierdurch wird die Optik der Abdeckung besonders vorteilhaft unterstützt. Eine erfindungsgemäße nahtlose Ausführungsform der Abdeckung ist dabei auch dann gewährleistet, wenn im Bereich der Seitenkanten der Abdeckung, so beispielsweise im Umfang eines Lenkrades oder im Bereich von Lenkradspeichen Verbindungsnähte mit einem etwaig rückwärtig angeordneten Ledermaterial verwirklicht sind.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Einbringen des Schwächungsbereichs mittels Einschneiden des Leders oder lederähnlichen Materials. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Einscheiden in der Form eines Hinterschnitts, der in der der Abdeckung zugewandten Seite des Lederbezugs eingebracht wird.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform dieses Verfahrens wird der Schwächungsbereich mittels eines geeigneten Schneidwerkzeugs oder Fräsers eingebracht. Hierdurch wird ein Verfahren zur Verfügung gestellt, bei dem mit besonders einfachen und gut steuerbaren Mitteln eine vorzugsweise exakt definierbare Dicke des Ledermaterials im Schwächungsbereich eingestellt werden kann.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beträgt die Dicke des Lederbezugs im Schwächungsbereich etwa 0,2 bis 0,8 mm. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Schwächungsbereich zudem wenigstens einen Initialbereich zur Risseinleitung auf, bei dem die Dicke des Lederbezugs etwa 0,2 – 0,4 mm beträgt Hierdurch wird insbesondere bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Abdeckung erhalten, bei der der Lederbezug der Entfaltung eines Airbags keine wesentlichen Kräfte entgegenwirkt und somit die Entfaltung behindert, und bei dem gleichzeitig eine gleichmäßige Optik des Lederbezugs gewährleistet ist. Die Dicke des Schwächungsbereichs hängt dabei in der Regel vor allem von der Art und Beschaffenheit des verwendeten Leders ab.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung definiert der oder die Schwächungsbereiche des Lederbezugs eine oder mehrere Aufreißlinien, entlang derer das Leder in definierter Richtung und Weise aufreißen kann.

Dabei kann es von Vorteil sein, wenn zur Risseinleitung, die bekanntermaßen eine erhöhte Kraft erfordert, ein Risseinleitungsbereich, beispielsweise durch Einbringen einer vorzugsweise spitz zulaufend ausgestalteten Durchbohrung, in dem Lederbezug angeordnet ist. In besonders bevorzugter Weise sind die Schwächungsbereiche des Ledermaterials dabei auf die Durchbohrung, insbesondere auf die Eckbereiche dieser Durchbohrung, ausgerichtet.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Abdeckung im Bereich des Airbags innerhalb eines Lenkrads oder auf dem vor dem Beifahrersitz angeordneten Bereich der Instrumententafel angeordnet.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der 1 näher erläutert, wobei diese Figur lediglich eine exemplarisch Ausführungsform einer nach einem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugten Abdeckung darstellt. Die Figur ist jedoch nicht geeignet, den allgemeinen Grundgedanken der Erfindung in irgendeiner Weise einzuschränken.

1 zeigt einen perspektivische Ansicht einer Airbagabdeckung.

Wege zur Ausführungsform der Erfindung

In 1 wird eine schematische perspektivische Ansicht einer Airbagabdeckung 1 dargestellt, bei der ein Lederbezug 2 einen Schwächungsbereich 3a, b aufweist, der exakt oberhalb des Aufklappbereichs 4 sowie der umlaufenden Kante 6 der Abdeckung 1 angeordnet ist. Dieser Schwächungsbereich 3a, b wird mittels eines Schneidwerkzeugs (nicht gezeigt) in der Form eines Hinterschnitts auf die Rückseite des Lederbezugs eingebracht. Bei der Entfaltung des unterhalb der Airbagklappe angeordneten Airbags reißt der Lederbezug 2 entlang des Schwächungsbereichs 3a, b auf und unterstützt somit vorteilhaft die Entfaltung des Airbags. Dabei setzt der Lederbezug der Entfaltung keine so großen Kräfte entgegen, dass die Entfaltung des Airbags nachhaltig behindert würde.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung einer zumindest teilweise mit einem Lederbezug bedeckten Abdeckung, insbesondere zur Verwendung in einem Kraftfahrzeug, mit einem örtlich begrenzten Schwächungsbereich des Lederbezugs, wobei vor dem Einbringen des Schwächungsbereichs des Lederbezugs zumindest der Bereich, in den die Schwächung eingebracht werden soll, einer Trocknungsbehandlung unterzogen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich, in den die Schwächung eingebracht werden soll, vor dem Einbringen des Schwächebereichs einen Feuchtegehalt von < 5 aufweist.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduzierung der Feuchte zumindest des Bereichs, in den die Schwächung eingebracht werden soll, in einer Klimakammer oder in einem Trockenofen erfolgt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduzierung der Feuchte zumindest des Bereichs, in den die Schwächung eingebracht werden soll, in einem Autoklaven erfolgt.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduzierung der Feuchte zumindest des Bereichs, in den die Schwächung eingebracht werden soll, durch vorzugsweise partielles Anlegen eines Unterdrucks erfolgt.
  5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lederbezugs im Wesentlichen nahtlos auf die Abdeckung aufgebracht wird.
  6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwächungsbereich mittels Einschneiden, vorzugsweise in der Form eines auf der der Abdeckung zugewandten Seite des Lederbezugs eingebrachten Hinterschnitts, erfolgt.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Hinterschnitt mittels eines Schneidwerkzeugs oder Fräsers eingebracht wird.
  8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des Lederbezugs im Schwächungsbereich 0,2 – 0,8 mm beträgt.
  9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des Lederbezugs im Bereich von einem oder mehreren Initialbereichen zur Risseinleitung 0,2 – 0,4 mm beträgt.
  10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwächungsbereich Aufreißlinien des Lederbezugs definiert.
  11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung den Airbag in einem Lenkrad oder der vor dem Beifahrer angeordneten Instrumententafel abdeckt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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