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Dokumentenidentifikation DE102004049338A1 16.02.2006
Titel Verwendung eines Inhalators und dem mit einem Inhalator hergestellen salzhaltigen Aerosol
Anmelder Behrens, Stephan, 30989 Gehrden, DE
Vertreter Lüdtke, F., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 30853 Langenhagen
DE-Anmeldedatum 09.10.2004
DE-Aktenzeichen 102004049338
Offenlegungstag 16.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse A61K 33/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61M 11/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61M 15/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft die Verwendung von in einem Inhalator hergestelltem salzhaltigem Aerosol zur Behandlung von Hautkrankheiten und Gelenksentzündungen, wobei ein Salz in der Inhalatorflüssigkeit gelöst zum Einatmen durch die inhalierende Person zerstäubt und inhaliert wird.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß Hautkrankheiten, insbesondere Schuppenflechte, mit geringem zeitlichen und apparativen Aufwand behandelt werden können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Inhalators entsprechend den Merkmalen des ersten Patentanspruches.

Die Erfindung ist geeignet zur Bekämpfung der Symptome von Hautkrankheiten insbesondere der Schuppenflechte (Psoriasis) und chronischer Gelenkenzündungen (Psoriasis Arthritis, Polyarthritis).

Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine Krankheit, bei der insbesondere schuppige rote Flecken auf beliebigen Hautflächen entstehen können. Grundsätzlich kann die gesamte Fläche der menschlichen Haut sowie Gelenke und Finger-/Fußnägel befallen sein. Die Krankheit tritt besonders im Alter zwischen 10 und 16 Jahren auf und kann bei den Betroffenen ein Leben lang in Erscheinung treten. In Deutschland sind ca. 2 Millionen und in Europa ca. 11 Millionen Menschen betroffen.

Für die Bekämpfung der Symptome der Schuppenflechte wurden verschiedene Behandlungsmethoden wie Bestrahlung, Medikamente und Salben, Ernährungsumstellung oder Entspannungstechniken entwickelt. Der Schulmedizin bekannt sind auch salzhaltige Bäder, Solebäder, wobei darüber hinaus die positive Wirkung der Luft in Seebädern bekannt ist und zur Heilung genutzt wird. Derartige Aufenthalte, z. B. am Toten Meer, Israel, sind für die Betroffenen mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden, wobei die meisten der betroffenen Patienten sich derartige notwendige Aufenthalte nur für eine sehr begrenzte Zeit leisten können, beziehungsweise die Kosten für die Solidaritätsgemeinschaft der Versicherten durch die wiederkehrende Notwendigkeit des Aufenthalts am Kurort immens anwachsen würden. Die Symptome der Schuppenflechte treten nach Verlassen der heilenden salzhaltigen Atmosphäre des Kurortes bald wieder auf.

Es ist bekannt, Inhalationsgeräte für Erkrankungen der Atemwege, beispielsweise asthmatische Erkrankungen, einzusetzen. Der Einsatz von Inhalationsgeräten für die Bekämpfung von Hautkrankheiten ist nicht bekannt, allerdings besteht seit Jahrzehnten das Bedürfnis, Krankheiten, insbesondere Hautkrankheiten oder Schuppenflechte, kostengünstig und mit geringem Aufwand zu bekämpfen.

So wird in den DE 102 34 256 A1 und 37 505 A1 zwar auf salzhaltige Substrate zur Behandlung von Hautkrankheiten Bezug genommen, ihre Verabreichung geschieht jedoch topisch. Diese Vorgehensweise zeigt auch das Merck-Patent DE 102 27 269 A1. Hierin wird eine pharmazeutische Zusammensetzung beschrieben, die in unbedenklichen Salzlösungen verabreicht wird. Ihre Darreichung über den Inhalator geschieht jedoch nur bei Erkrankungen der Atemwege, bei Hautkrankheiten erfolgt eine Beigabe zu dermatologischen Wirkstoffen, die äußerlich auf die Haut aufgetragen werden.

Aus DE 20 2004 004 230 U1 ist ein mobiles Vernebelungsgerät offenbart, das zur Erzeugung einer medizinisch wirksamen Atmosphäre durch Beigabe von Salzen des Toten Meeres genutzt wird und damit eine heilende Wirkung, insbesondere bei Hautkrankheiten hervorgerufen werden soll. Die beabsichtigte Wirkung soll jedoch auf die Weise eintreten, daß eine Heilung dadurch zustande kommt, daß die Haut mit dem entstandenen Nebel in Berührung kommt. Die Anwendung des Gerätes setzt weiterhin hohe Kosten und einen hohen Nutzungsaufwand des Betroffenen voraus.

Bei der Psoriasis-Arthritis und der Polyarthritis („Rheuma", gleichzeitige Entzündung von fünf und mehr Gelenken) handelt es sich in beiden Fällen um chronisch entzündliche Gelenkerscheinungen. Ca. 20 % der Psoriasis-Erkrankten mit Hauterscheinungen weisen auch Entzündungen von Gelenken auf. Bemerkbar wird der Befall der Gelenke durch Schwellungen sowie durch Knochenaufbau um die Gelenke herum, die die Beweglichkeit des Gelenkes vermindert. In beiden Fällen treten Schmerzen auf. Auch zur Heilung dieser Krankheit sind kostenintensive Heilmöglichkeiten bekannt.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine kostengünstige, mobile und einfache Möglichkeit zur Bekämpfung von Hautkrankheiten, insbesondere Schuppenflechte und chronischer Gelenksentzündungen zu entwickeln.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des ersten Patentanspruches gelöst. Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.

Die erfindungsgemäße Lösung sieht vor, einen Inhalator und die damit hergestellten salzhaltigen Aerosole zur Bekämpfung von Hautkrankheiten oder von Gelenksentzündungen (Psoriasis Arthritis, Polyarthritis) zu verwenden, wobei das Salz in der Inhalatorflüssigkeit gelöst und zum Einatmen durch die inhalierende Person zerstäubt und diese inhaliert wird. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die Verwendung des Inhalationsgerätes geeignet ist zur Bekämpfung der Symptome der Hautkrankheit Schuppenflechte, die auf diese Weise mit ausgesprochen geringem Aufwand erfolgreich bekämpfbar ist.

Weiterhin hat sich gezeigt, dass die Inhalation von salzhaltigen Aerosolen mit einem Inhalator auch zu einer Reduzierung der Symptome der Psoriasis Arthritis und der Polyarthritis (Rheuma) führt, d.h. die Reduzierung der Schwellung, Abnahme der Schmerzen bei Bewegungen.

Erforderlich ist ein Therapiegerät, dessen Wert bei einigen hundert Euro liegt und das Salz, welches in der Inhalatorflüssigkeit zu lösen ist, wobei die Ausgaben für das Salz pro Monat ca. 1,00 EUR betragen. Als Inhalatorflüssigkeit ist Wasser geeignet.

Vorteilhaft ist es, 11,80 g Salz pro Liter Inhalationsflüssigkeit zu verwenden. Als Salz eignet sich Salz mit folgenden Analysendaten:

Bestandteil Anteil (g/kg) Hydrogencarbonat-Ion: 400 – 500 Carbonat-Ion 10 – 15 Sulfat-Ion 5 – 12 Iodid-Ion 0,002 – 0,0010

Weiter ist es vorteilhaft, das Salz in iso-osmotischer, d. h. dem Mineralstoffgehalt des Blutes angepaßter Konzentration zur Anwendung kommen zu lassen und als Inhalatorflüssigkeit abgekochtes Wasser zu verwenden. Als Salz hat sich Emser Salz als vorteilhaft erwiesen.

Für das Erstellen einer Inhalatorflüssigkeit von 250 ml sollte vorteilhafterweise 2,95 g Emser Salz verwendet werden.

Es ist andererseits vorteilhaft, Meersalz in der Inhalationsflüssigkeit zu lösen und eine Salzlösung mit folgender Zusammensetzung zu verwenden:

Bestandteil Anteil (mg/l) Natrium-Ion 10.000 – 12.000 Kalium-Ion 350 – 500 Magnesium-Ion 1.000 – 1.500 Calcium-Ion 350 – 500 Sulfat-Ion 2.000 – 3.500 Hydrogen-Carbonat-Ion 120 – 180

Eine derartige Salzlösung wird von der Firma Biomaris, Bremen, angeboten. Als Inhalationsgerät sind preßluftbetriebene (Injektorprinzip) oder Ultraschallinhalatorgeräte geeignet. So kann als Inhalatorgerät ein PARI-Boy/PARI-Sole-Inhaliergerät verwendet werden. Vorstellbar ist es aber auch, andere Inhaliergeräte zu verwenden, mit denen die Hautkrankheit bekämpfbar ist. Die Inhalation erfolgt über ein Mundstück oder eine Mund/Nasenmaske.

Um die Schuppenflechte oder Gelenkkrankheiten wirksam zu bekämpfen, ist es vorteilhaft, zweimal täglich 15 Minuten salzhaltige Lösung im Inhalator herzustellen und zu inhalieren. Die vorgeschlagene Verwendung des Inhaliergerätes und der damit hergestellten salzhaltigen Aerosole erlaubt es, auf kostengünstige Weise Haut- und Gelenkkrankheiten zu bekämpfen.


Anspruch[de]
  1. Verwendung von in einem Inhalator hergestellten salzhaltigen Aerosol zur Behandlung von Hautkrankheiten und chronischer Gelenkentzündungen (Psoriasis Arthritis, Polyarthritis), wobei ein Salz in der Inhalatorflüssigkeit gelöst zum Einatmen durch die inhalierende Person zerstäubt und inhaliert wird.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 11,80 Gramm Salz pro Liter Inhalatorflüssigkeit.
  3. Verwendung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Inhalatorflüssigkeit gelöstes Salz mit folgenden Analysedaten verwendet wird: Bestandteil Anteil (g/kg) Hydrogencarbonat-Ion: 400 – 500 Carbonat-Ion 10 – 15 Sulfat-Ion 5 – 12 Iodid-Ion 0,002 – 0,0010
  4. Anwendung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Salz in isoosmotischer (d. h. dem Mineralstoffgehalt des Blutes angepaßter) Konzentration zur Anwendung kommt und daß als Inhalatorflüssigkeit abgekochtes Wasser verwendet wird.
  5. Verwendung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Salz Emser Salz verwendet wird.
  6. Verwendung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Inhalatorflüssigkeit Meersalz mit folgenden Analysedaten verwendet wird: Bestandteil Anteil (mg/l) Natrium-Ion 10.000 – 12.000 Kalium-Ion 350 – 500 Magnesium-Ion 1.000 – 1.500 Calcium-Ion 350 – 500 Sulfat-Ion 2.000 – 3.500 Hydrogen-Carbonat-Ion 120 – 180
  7. Verwendung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Salzlösung abgefülltes Meerwasser der Firma Biomaris, Bremen verwendet wird.
  8. Verwendung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Inhalatorflüssigkeit im Inhalator auf eine Temperatur zwischen 25 bis 40 °C erwärmt wird, die Inhalation über ein Mundstück oder eine Mund/Nasenmaske erfolgt und als Inhalatorgerät ein PARI-Boy/PARI-Sole-Inhaliergerät verwendet wird.
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