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Dokumentenidentifikation DE102005024989A1 16.02.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Schmitt-Lewen, Martin, 69118 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 01.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005024989
Offenlegungstag 16.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse B41M 3/14(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B44F 1/12(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt, wobei die Hafteigenschaft eines Bedruckstoffs (2) der latenten Information (10, 11, 12, 13) entsprechend verändert und Druckfarbe (5, 5a, 5b) direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff (2) aufgebracht wird, zeichnet sich dadurch aus, dass die Druckfarbe (5, 5a, 5b) derart aufgebracht wird, dass eine Außenschicht (D) das Druckprodukt (1) gebildet wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 12.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Druckprodukt mit einer latenten Information gemäß Anspruch 13.

Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl von Spezialeffekten und Sicherheitsmerkmalen für Druckprodukte bekannt, welche das Druckprodukt aufwerten oder hinsichtlich einer Sicherheitsanforderung verbessern. Beispiele aus dem Bereich der Spezialeffekte sind z. B. der Lenticulardruck und der Perlglanz während als Beispiele aus dem Bereich der Sicherheitsmerkmale z. B. das Wasserzeichen, Sicherheitsfäden, fluoreszierende Fasern oder Farben, OVI-Farben, Perlglanzfarben, Mikroschriften oder spezielle Stricharbeiten wie Guillochen anzuführen sind.

Der Bereich der Sicherheitsmerkmale für Druckprodukte gliedert sich von solchen Sicherheitsmerkmalen, die lediglich sehr geringen Sicherheitsanforderungen genügen, bis hin zu solchen Sicherheitsmerkmalen, die sehr hohen Sicherheitsanforderungen genügen. Sicherheitsmerkmale werden darüber hinaus oft auch in Kombination vorgesehen.

Aus der DE 100 22 002 A1 ist ein Sicherheitsklebeband zum Nachweis des unbefugten Öffnens einer Verpackung bekannt, das einen komplexen und mehrschichtigen Aufbau aufweist. Das Band weist als Träger eine transparente, thermoplastische Folie auf, die mit einem transparenten Primer in Form einer Primerschicht derart rückseitig beschichtet wird, dass eine latente Information seitenverkehrt auf der Folie und in der Primerschicht erzeugt wird. Die Primerschicht wird nachfolgend von einer farbigen Trennschicht, einer Klebemasseschicht und einer Druckschicht überdeckt.

Das derart hergestellte Band kann auf zu verschließende Produkte aufgeklebt werden und trennt sich beim Ablösen derart, dass die latente Information sichtbar wird.

Der Herstellvorgang für das Sicherheitsklebeband ist infolge dessen komplexer Struktur mit erheblichem Aufwand verbunden, insbesondere sind für das Aufbringen der Vielzahl von Schichten eine entsprechende Vielzahl von Einheiten vorzusehen, die es ermöglichen, die Schichten zerstörungsfrei aufeinander zu deponieren. Bei dem Herstellungsprozess muss ferner berücksichtig werden, das latente Bild seitenverkehrt aufzubringen.

Aus der JP 11-26 51 48 ist ein Herstellungsverfahren für Etiketten bekannt, welche auf durchscheinende Produkte, wie z. B. Flaschen, aufgebracht werden und welche rückseitig mit einer latenten Information versehen sind. Hierzu wird auf einem Träger eine Farbschicht, eine opake Farbschicht und schließlich eine seitenverkehrte, latente Information aufgebracht. Das Etikett kann anschließend auf das Produkt aufgeklebt werden, wobei die verdeckte Information weder durch das Etikett noch durch das Produkt hindurch sichtbar ist. Erst durch Entfernen des Etikettes wird die latente Information, welche auf dem Produkt haften bleibt und daher nunmehr seitenrichtig vorliegt, sichtbar.

Die Herstellung des Etikettes erfordert aufgrund der Vielzahl der vorzusehenden Schichten eine ebensolche Vielzahl an Verfahrensschritten bzw. an Einheiten zum zerstörungsfreien Aufbringen der einzelnen Schichten aufeinander. Ferner wird die latente Information seitenverkehrt auf dem Etikett aufgebracht, so dass diese nach Entfernen des Etikettes von dem Produkt seitenrichtig auf der Oberfläche des Produktes erkennbar wird. Schließlich muss die latente Information auf dem vorderseitig ebenfalls bedruckten Etikett rückseitig aufgebracht werden, so dass stets im Schön- und Widerdruck hergestellt werden muss.

Aus der JP 2000-29 66 71 A ist ferner ein Druckprodukt bekannt, welches eine latente Information enthält, die in Form eines Mediums mit Mikrokapseln auf das Produkt aufgebracht wird. Erst durch Beschädigen der Mikrokapseln, z. B. durch Reiben mit einer Münze, wird eine chemische Reaktion in der Beschichtung ausgelöst, die in Folge zu einer Verfärbung und zum Sichtbarwerden der latenten Information führt.

Die Beschichtung weist zum einen einen komplexen Aufbau auf, so dass ein entsprechendes Herstellungsverfahren und eine entsprechende Einrichtung ebenfalls von komplexer Natur ist. Ferner führt das Vorsehen des Mikrokapsein enthaltenden Mediums aufgrund seiner besonderen Ausführung gegenüber herkömmlicher Farben zu einer Erhöhung der Kosten.

Ferner sind aus dem Stand der Technik sogenannte Rubbellose bekannt, bei denen ein Träger mit einer Information bedruckt wird, wobei die Information abschließend von einem Rubbellack, d. h. von einem durch leichtes Reiben entfernbaren Lack derart überdeckt wird, dass die Information erst nach sogenanntem Wegrubbeln des Rubbellackes sichtbar wird.

Der Rubbellack dient lediglich dem Verdecken von Information, er selbst ist jedoch nicht Träger einer Information, z. B. einer gedruckten Information. Rubbellacke sind sehr leicht zu entfernen, so dass die Rubbellose nach der Herstellung mit äußerster Sorgfalt behandelt werden müssen.

Schließlich sind aus dem Stand der Technik auch Temperatur- oder Thermochromlacke bekannt, die bei Erwärmen z. B. durch Reiben mit einem Finger, transparent werden und ein darunter liegendes Druckbild sichtbar werden lassen. Wenige Sekunden nach dem Reiben nimmt die Temperatur und somit die Transparenz des Lackes wieder ab und das Druckbild wird unsichtbar.

Die Verwendung eines Temperatur- oder Thermochromlackes bedingt, dass zum Lesen der Information jedes Mal eine Erwärmung des Lackes durchgeführt werden muss, d. h. die in dem verborgenen Druckbild enthaltene Information kann nur unter ständiger Wärmezufuhr dauerhaft sichtbar gemacht werden.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf ein Druckprodukt zu schaffen, welches auf einfache Weise, insbesondere mit wenigen Verfahrensschritten durchführbar ist.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt zu schaffen, welches zu einem Druckprodukt führt, das einen einfachen Aufbau aufweist.

Es ist ferner eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt zu schaffen, welche mit einfachen Mitteln, insbesondere mit einer geringen Anzahl solcher einfachen Mittel, die Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt erlaubt.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt zu schaffen, mit welcher die Herstellung einfacher Druckprodukte, insbesondere solcher Druckprodukte, die nur eine geringe Komplexität hinsichtlich ihres Schichtenaufbaus aufweisen, erlaubt.

Es ist ferner eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Druckprodukt mit einer latenten Information zu schaffen, welches sich durch seinen einfachen Aufbau, insbesondere hinsichtlich seines Schichtenaufbaus gegenüber dem Stand der Technik abhebt.

Diese Aufgaben werden durch ein Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1, durch eine Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt mit den Merkmalen des Anspruchs 12 und durch ein Druckprodukt mit einer latenten Information mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erifindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt, wobei die Hafteigenschaft eines Bedruckstoffs der latenten Information entsprechend verändert und Druckfarbe direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff aufgebracht wird, zeichnet sich dadurch aus, dass die Druckfarbe derart aufgebracht wird, dass eine Außenschicht des Druckprodukts gebildet wird.

Das Druckprodukt kann eine Zeitschrift, eine Zeitung, ein Buch, eine Broschüre, eine Verpackung, ein Etikett uvm. sein.

Unter dem Begriff "latente Information" ist im Zusammenhang mit der Erfindung eine auf einem Druckprodukt erzeugte Information zu verstehen, die bei Betrachten des fertiggestellten und unveränderten oder unbeeinflussten Druckproduktes mit bloßem Auge nicht ohne Weiteres zu erkennen ist. Eine solche latente Information kann jedoch für das Auge sichtbar gemacht werden, indem das Druckprodukt, insbesondere seine Oberfläche, verändert wird. Eine solche Veränderung kann z. B. das Reiben, insbesondere das Abreiben von Druckfarbe, umfassen. Im engeren Sinne ist unter einer latenten Information eine von Druckfarbe zumindest teilweise überdeckte Information zu verstehen.

Unter dem Begriff "Hafteigenschaft" eines Bedruckstoffs ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, insbesondere jene Eigenschaften des Bedruckstoffs zu verstehen, die das Anhaften von Druckfarbe auf der Oberfläche des Bedruckstoffs charakterisiert. Die Hafteigenschaft (bzw. Adhäsionseigenschaft) des Bedruckstoffs kann im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung dadurch verändert werden, dass Material des Bedruckstoffs selbst hinsichtlich der Hafteigenschaft verändert wird, z. B. durch eine Behandlung des Bedruckstoffs, welche die Oberflächenenergie des Bedruckstoffs zumindest abschnittsweise verändert. Die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs kann jedoch auch dadurch verändert werden, dass auf den Bedruckstoff eine Substanze bzw. ein Medium, z. B. ein Haftvermittler, aufgebracht wird, welches die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs verändert, insbesondere reduziert oder erhöht.

Eine Veränderung der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs "der latenten Information entsprechend" bedeutet im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, dass die Veränderung in der Weise strukturiert erfolgt, dass die veränderte Hafteigenschaft die Form der aufzubringenden latenten Information wiederspiegelt. Dieses kann z. B. dadurch geschehen, dass die Veränderung einem Zeichen, einem Text, einem Muster, einem Raster, einem Bild oder einer sonstigen Form entsprechend durchgeführt wird.

Das Aufbringen von Druckfarbe "direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff" bedeutet im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, dass die Druckfarbe sowohl auf einen Bedruckstoff aufgebracht werden kann, der durch Beeinflussung seiner Oberflächeneigenschaften, z. B. seiner Oberflächenenergie verändert bzw. strukturiert wurde, als auch auf einen Bedruckstoff, der durch Aufbringen eines Mediums derart verändert wurde, dass die Hafteigenschaft an Stellen mit diesem Medium gegenüber Stellen ohne dieses Mediums des Bedruckstoffes eine Veränderung aufweist.

Der Begriff "Außenschicht" des Druckprodukts ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung derart zu verstehen, dass die durch die Druckfarbe gebildete Schicht oder Beschichtung eine außenliegende Schicht bzw. eine äußerste Schicht oder Beschichtung, welche auch als Deckschicht bezeichnet werden kann, darstellt. Die Außenschicht kann die einzige Schicht oder eine äußerste (im Sinne der Herstellung auch eine letzte) von mehreren Schichten auf dem Bedruckstoff sein. Die Schicht kann auch geschlossen oder unterbrochen sein.

Der Begriff "Druckfarbe" ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung dabei derart zu verstehen, dass die Druckfarbe eine einzelne Farbe oder mehrere Farben, z. B. beim Drucken mehrfarbiger Bilder, sein kann. Weiterhin kann die Druckfarbe, insbesondere eine Offset-Druckfarbe, oder auch ein Lack sein. Es ist ferner auch denkbar, dass die Druckfarbe eine Verbindung einer einzelnen Farbe oder mehrer Farben mit einem Lack, also eine aufgetragene und überlackierte Druckfarbe darstellt. Weiterhin kann es sich um eine flüssige Druckfarbe, wie z. B. im Offsetdruck oder im Inkjetdruck, oder um eine feste Druckfarbe, wie z. B. im Tonerdruck, handeln.

Erfindungsgemäß erfährt der Bedruckstoff, aus welchem das Druckprodukt hergestellt wird, eine Veränderung seiner Hafteigenschaft, wobei diese Veränderung der latenten Information entsprechend erfolgt, so dass die latente Information gewissermaßen in der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs abgelegt oder gespeichert ist.

Weiterhin wird erfindungsgemäß Bedruckfarbe direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff aufgebracht. Hierdurch wird die zuvor latente Information zumindest abschnittsweise oder teilweise, ggf. auch vollflächig von einer Druckfarb-Schicht überlagert, so dass die latente Information nunmehr gewissermaßen in dem unterschiedlichen Anhaften der Druckfarbe an dem Bedruckstoff abgelegt oder gespeichert ist.

Schließlich wird erfindungsgemäß die Druckfarbe derart aufgebracht, dass diese eine Außenschicht des Druckprodukts bildet. Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass das Aufbringen der Druckfarbe in einem letzten Schritt eines Druckvorgangs geschieht. Ein zusätzliches Lackieren kann jedoch auch vorgesehen sein.

In vorteilhafter Weise ist die Druckfarbe an der Oberfläche des Druckproduktes derart bereitgestellt, dass ein Entfernen der Druckfarbe, z. B. durch Reiben, auf einfache Weise ermöglicht wird und das Sichtbarmachen der latenten Information ebenfalls auf einfache Weise geschehen kann.

Ein gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Druckprodukt, welches eine latente Information beinhaltet, weist in vorteilhafter Weise einen sehr einfachen Aufbau, bestehend aus Bedruckstoff und einer Farbschicht auf, so dass das Verfahren auf einfache Weise, d. h. insbesondere mit wenigen Verfahrensschritten, durchführbar ist.

Das Einbringen einer latenten Information kann sowohl zur Aufwertung des Druckproduktes als auch zur Erhöhung eines Sicherheitsaspektes des Druckproduktes durchgeführt werden.

Es ist z. B. denkbar, als latente Information Antworten zu Rätsel-Fragen vorzusehen, die nicht ohne Weiteres sichtbar sein sollen. Der Kunde muss nun, um die Antworten lesen zu können, zuerst die Druckfarbe im oder benachbart zu einem Bereich der latenten Information entfernen. Ähnliche Frage-Antwort-Anwendungen sind im Bereich der Lehrmittel, Kinderbücher oder Gesellschaftsspiele denkbar.

Es ist ferner denkbar, durch die latente Information Herstellerangaben zunächst unsichtbar auf dem Druckprodukt vorzusehen, so dass später geprüft werden kann, wer der Hersteller des Druckproduktes ist. Das Druckprodukt kann z. B. zum Schutz von Markenartikeln auch versteckte Informationen darüber enthalten, dass es sich um ein Original und nicht um eine Kopie handelt. Die erfindungsgemäß hergestellten latenten Informationen sind mittels bekannter Kopierverfahren nicht kopierbar. Insbesondere im Bereich des Verpackungsdrucks kann auf diese Weise eine bedruckte Originalverpackung mit einem latenten Sicherheitsmerkmal versehen werden.

Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, stellt die latente Information Text- und/oder Bildinformation dar. Der Begriff "Bildinformation" umfasst dabei auch Zeichen, Muster, Raster und Bilder.

Auf diese Weise wird es in vorteilhafter Weise möglich, nicht nur sehr einfach strukturierte, z. B. symbolhafte Information als latente Information vorzusehen, sondern auch Text und/oder Bilder, deren Informationsgehalt dem Druckprodukt eine weitere Aufwertung, z. B. hinsichtlich einer Sicherheitsanforderung verleihen kann.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die latente Information von Druckfarbe vollständig und/oder gerastert bedeckt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die latente Information von mit Druckfarbe bedruckter, weiterer Information, insbesondere Text- und/oder Bildinformation überdeckt.

In vorteilhafter Weise wird die latente Information z. B. in ein Drucksujet integriert, so dass der gedruckte Text und/oder die gedruckte Information des Drucksujets sich über den Bereich der latenten Information erstreckt bzw. diesen gewissermaßen unter sich birgt. Da die Integration nahtlos erfolgt, d. h. insbesondere kein Übergang an den Rändern der latenten Information sichtbar ist, wird das Auffinden der latenten Information mit bloßem Auge erschwert.

Es kann vorgesehen sein, dass die latente Information seitenrichtig auf dem Druckprodukt erzeugt wird. Es kann auch vorgesehen sein, dass die latente Information auf der Vorderseite des Druckprodukts erzeugt wird.

Das Erzeugen der latenten Information kann auf diese Weise sehr einfach in den Druckvorgang integriert werden, da ein zusätzliches Verändern der latenten Information dahingehend, dass diese seitenverkehrt erzeugt wird, und ein zusätzliches Wenden des Bedruckstoffs um diesen auf der Rückseite mit der latenten Information zu versehen, verzichtet werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs derart reduziert, dass die Druckfarbe innerhalb des Bereichs der latenten Information leichter entfernbar ist als außerhalb des Bereichs der latenten Information.

Gemäß einer alternativen Ausführung der Erfindung wird die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs derart erhöht, dass die Druckfarbe innerhalb des Bereichs der latenten Information schwieriger entfernbar ist als außerhalb des Bereichs der latenten Information.

Als "Bereich der latenten Information" ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung die von der latenten Information begrenzte Fläche des Bedruckstoffs zu verstehen, so z. B. im Falle eines Symbols die Fläche des Symbols oder im Falle eines Textes die Fläche, die von den Zeichen des Textes beansprucht wird. Es kann somit möglich sein, dass der Bereich der latenten Information keine zusammenhängende Fläche bildet.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird zur Veränderung der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs eine Substanz bzw. ein Medium oder ein Hilfsstoff der latenten Information entsprechend auf den Bedruckstoff aufgebracht.

Als ein solcher Hilfsstoff kann z. B. ein Haftvermittler vorgesehen sein, dessen Flächenauftrag bezüglich seiner Flächenform und seines Flächeninhaltes im Wesentlichen der Flächenform und dem Flächeninhalt der latenten Information entspricht.

Es kann jedoch auch vorgesehen sein, einen Hilfsstoff aufzubringen, der die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs verringert oder dass ein Haftvermittler überall dort aufgebracht wird, wo sich keine latente Information befindet, also außerhalb des Bereichs der latenten Information.

Vorzugsweise beeinflusst der Hilfsstoff den optischen Eindruck der Druckfarbe nicht oder nur unwesentlich. Dadurch bleibt sowohl das Druckbild im Wesentlichen unverändert als auch die latente Information zunächst nicht wahrnehmbar.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird zur Veränderung der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs eine Behandlung des Bedruckstoffs mit Teilchenstrahlung und/oder elektromagnetischer Strahlung der latenten Information entsprechend durchgeführt.

Zur Bereitstellung einer solchen Teilchenstrahlung kann der Bedruckstoff z. B. mit geladenen Teilchen einer Korona-Entladung oder einer Elektrisierung beaufschlagt werden. Als elektromagnetische Strahlung zur Beeinflussung der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs kann z. B. Laserstrahlung verwendet werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird eine von Druckprodukt zu Druckprodukt wechselnde latente Information erzeugt. Auf diese Weise wird es in vorteilhafter Weise möglich, die hergestellten Druckprodukte z. B. zu personalisieren, d. h. z. B. mit wechselnden latenten Kundeninformationen zu versehen.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer ersten Einheit, welche die Hafteigenschaft eines Bedruckstoffs der latenten Information entsprechend verändert und mit einer zweiten Einheit, welche Druckfarbe direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff aufbringt, zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Einheit einen Hilfsstoff-Strahl, einen Teilchen-Strahl oder elektromagnetische Strahlung der latenten Information entsprechend auf den Bedruckstoff richtet, oder dass die erste Einheit ein Druckwerk mit einer der latenten Information entsprechend bebilderten Druckform umfasst.

Die erste Einheit kann in einer bevorzugten Ausführungsform z. B. als ein Druckkopf, der einen Strahl des Hilfsstoffs erzeugt und diesen auf den Bedruckstoff überträgt (beispielsweise in ähnlicher Bauweise wie ein Inkjet-Druckkopf) ausgeführt sein. Durch das Aufbringen des Hilfsstoffs, z. B. eines eine gegenüber dem Bedruckstoff unterschiedliche Oberflächenenergie aufweisenden Hilfsstoffs, wird die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs verändert.

Weiterhin kann die erste Einheit auch als eine Korona-Einheit zur Erzeugung einer Korona-Entladung und damit zur Erzeugung von geladenen Teilchen, die in einem Teilchenstrahl auf den Bedruckstoff treffen, ausgeführt sein. Es ist auch möglich, die erste Einheit als eine Lasereinheit auszuführen, welche elektromagnetische Strahlung erzeugt und damit die latente Information auf den Bedruckstoff schreibt. Sowohl durch die Korona- als auch durch die Laserbehandlung wird die Hafteigenschaft, z. B. die Oberflächenenergie des Bedruckstoffs verändert.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die erste Einheit als ein Druckwerk ausgebildet, das eine Druckform aufweist, welche entsprechend der latenten Information bebildert ist. Die Integration einer derart ausgestalteten ersten Einheit in eine Druckmaschine mit weiteren Druckwerken erweist sich als besonders vorteilhaft, da auf bewährte Technologie zurückgegriffen werden kann. Bevorzugt wird für die erste Einheit ein Offset-, ein Flexo-, ein Inkjet- oder ein Siebdruck-Druckwerk vorgesehen.

Ein erfindungsgemäßes Druckprodukt mit einer latenten Information umfasst einen in seiner Hafteigenschaft der latenten Information entsprechend veränderten Bedruckstoff und eine direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff aufgebrachte äußere Druckfarbschicht.

Ein solches Druckprodukt weist den Vorteil eines einfachen Aufbaus aus Bedruckstoff und Bedruckfarbschicht, ggf. auch einer Lackschicht, auf und ist demzufolge auf einfache Weise und unter Kostenersparnis herzustellen.

Abschnitte der äußeren Druckfarbschicht, welche auf der latenten Information zu liegen kommen, weisen z. B. eine reduzierte Haftung an dem Bedruckstoff auf und können somit z. B. unter leichtem Reiben vom Bedruckstoff entfernt werden, wodurch die latente Information freigelegt wird.

Die Erfindung sowie weitere Vorteile der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher beschrieben.

Die Zeichnungen zeigen:

1A-1C: Ein erfindungsgemäßes Druckprodukt in der Draufsicht (1A) und in der Schnittansicht (1B, 1C);

2A-2D: ein erfindungsgemäßes Druckprodukt in der Schnittansicht;

3A-3C: ein erfindungsgemäßes Druckprodukt in der Draufsicht;

4A-4D: eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt;

5: einen Ablaufplan eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt.

In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Merkmale mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.

Das in 1A gezeigte Druckprodukt 1 umfasst einen Bedruckstoff 2, z. B. Papier, der mit einem oberen ersten bedruckten Bereich 3 und einem unteren zweiten bedruckten Bereich 4 versehen ist. Die Bereiche 3 und 4 können sowohl Text- als auch Bildinformation enthalten. Auch der Bereich der latenten Information 10 kann sowohl Text- als auch Bildinformation enthalten.

In dem unteren Bereich 4 ist ein Bereich einer latenten Information integriert, der in 1 zur Hervorhebung gestrichelt umrandet und schräg liniert ist. Es sei jedoch an dieser Stelle betont, dass der Bereich der latenten Information 10 auf dem Druckprodukt 1 mit dem bloßen Auge nicht ohne Weiteres wahrnehmbar ist. Der Bereich der latenten Information kann in seinen Ausmaßen von sehr klein, z. B in der Größe eines Textzeichens, bis sehr groß, z. B. mit mehreren Zentimetern Seitenlänge, gewählt werden.

Wie in 1A dargestellt ist, ist der Bereich 10 in den Bereich 4 integriert, es ist jedoch auch denkbar, den Bereich 10 außerhalb des Drucksujets vorzusehen und mit einem eigens für die Überdeckung vorgesehenen separaten Bereich einer Druckfarbschicht zu überdecken.

1B zeigt das Druckprodukt 1 in einer Schnittansicht, aus der ersichtlich wird, dass auf dem Bedruckstoff 2 eine Schicht von Druckfarbe 5 aufgebracht wurde, die z. B. den zweiten bedruckten Bereich 4 bilden kann, sofern dieser, wie in 1B dargestellt einen Bereich vollflächigen Farbauftrages darstellt.

Auf dem Bedruckstoff 2 ist ein Bereich veränderter Hafteigenschaft 11 dargestellt, der z. B. durch Aufbringen eines Haftvermittlers erzeugt werden kann, und der eine latente Information trägt. Der Haftvermittler (bzw. Primer) kann z. B. in Form einer strukturierten Grundierung aufgetragen werden. Ein solcher Haftvermittler erhöht die Hafteigenschaft (Adhäsionseigenschaft) des Bedruckstoffs zumindest gegenüber Druckfarbe.

Weiterhin ist in 1B dargestellt, dass das Druckprodukt 1 im Wesentlichen aus 2 Schichten besteht, einer Basisschicht der Dicke B, welche von dem Bedruckstoff 2 gebildet wird und einer Druckfarbschicht oder Deckschicht der Dicke D, welche von der auf Bedruckstoff 2 aufgebrachten Druckfarbe 5 gebildet wird. Eine weitere Zwischenschicht der Dicke Z, welche ebenfalls auf dem Bedruckstoff zu liegen kommt, kann z. B. wie in 1 dargestellt, innerhalb der Deckschicht zu liegen kommen. Die Dicken B und D liegen in den üblichen Wertebereichen für Bedruckstoffdicken (von sehr dünnen Papieren oder Folien bis zu Karton) und Farbschichtdicken. Die Dicke Z der Zwischenschicht kann bei Auftrag eines Hilfsstoffs im Bereich üblicher Farbschichtdicken liegen. Zweckmäßigerweise wird der Hilfsstoff jedoch so dünn wie möglich aufgetragen. Bei Behandlung des Bedruckstoffs ohne Auftrag liegt die Dicke Z nahe Null oder im Bereich der Dicke von Atom- bzw. Moleküllagen, da nur Oberflächenatome oder -moleküle des Bedruckstoffs z. B. durch Umlagerungen verändert werden.

1C ist ebenfalls eine Schnittansicht des Produktes 1 zu entnehmen, wobei in diesem Ausführungsbeispiel der Bedruckstoff 2 in einem Bereich veränderter Hafteigenschaft 12 z. B. durch eine Oberflächenbehandlung unter Einsatz einer Korona-Entladungseinheit behandelt wurde, derart, dass der Bereich 12 nicht auf dem Bedruckstoff (wie in 1B) zu liegen kommt, sondern Teil des Bedruckstoffs 2 ist, d. h. Material des Bedruckstoffs selbst ist in seiner Hafteigenschaft verändert.

Auch das in 1C dargestellte Druckprodukt 1 weist im Wesentlichen einen zweischichtigen Aufbau auf, welcher eine Basisschicht der Dicke B und eine Deckschicht der Dicke D umfasst.

In den 2A bis 2D ist dargestellt, inwiefern sowohl die latente Information als auch die Druckinformation des Druckproduktes in unterschiedlicher Weise Information tragen kann.

In 2A ist auf dem Bedruckstoff 2 ein Bereich einer latenten Information 10, z. B. in Form eines Haftvermittlers, aufgebracht, der von Druckfarbe 5 überdeckt wird. Sowohl der Bereich 10 als auch der Bereich der Druckfarbe 5 sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel vollflächig ausgeführt.

Das Ausführungsbeispiel der 2B unterscheidet sich von dem in der 2A dadurch, dass der Bereich der Druckfarbe 5 nunmehr z. B. gerastert als Bildinformation oder als Textinformation ausgestaltet ist. Der Bereich der Druckfarbe 5 ist demzufolge unterbrochen und überdeckt den Bereich der latenten Information 10 nicht vollständig, d. h. nicht an jeder Stelle.

In dem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß 2C ist gegenüber dem Ausführungsbeispiel der 2A nunmehr der Bereich der latenten Information 10 nicht vollflächig, sondern z. B. gerastert als Bildinformation oder als Textinformation ausgestaltet. Der Bereich der Druckfarbe 5 sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel vollflächig ausgeführt.

Es ist darüber hinaus auch möglich, dass, gemäß dem Ausführungsbeispiel der 2D, sowohl der Bereich der latenten Information 10 als auch der Bereich der Druckfarbe 5 nicht vollflächig, sondern z. B. gerastert als Bildinformation oder als Textinformation vorliegt.

Den 3A-3C ist zu entnehmen, auf welche Art und Weise eine latente Information 13 (in den 3A-3C als Großbuchstabe H dargestellt) in das Drucksujet eines Druckproduktes 1 integriert werden kann.

Der in 3A dargestellte Bedruckstoff 2 weist in einem Bereich einer latenten Information 10 sowohl eine erste Druckfarbe 5a als auch eine zweite Druckfarbe 5b auf, die die latente Information 13 in Form des Großbuchstabens H teilweise überdecken. Es ist ferner auch möglich, dass sich die beiden Farben zumindest teilweise überdecken.

Im Bereich der latenten Information 10 kann die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs 2 bezüglich der ersten Druckfarbe 5a und der zweiten Druckfarbe 5bz. B. erhöht oder reduziert sein.

Gemäß dem Ausführungsbeispiel der 3B wurde die Hafteigenschaft bezüglich beider Druckfarben 5a und 5b reduziert. Die latente Information kann z. B. durch Reiben im Bereich der latenten Information 10 sichtbar gemacht werden, wobei im Bereich des Großbuchstabens H beide Druckfarben 5a und 5b leichter von dem Bedruckstoff 2 entfernt werden können, als außerhalb des Bereichs der latenten Information in Form des Großbuchstabens H.

Wie in 3B zu sehen, wird die latente Information 13 gewissermaßen als Negativ sichtbar, da die Druckfarben 5a und 5b, welche die Information 14 umgibt, weiterhin an dem Bedruckstoff 2 haften bleibt und somit den Umriss der Information 14 erkennen lässt.

Gemäß der alternativen Ausführungsform der Erfindung, die in 3C dargestellt ist, ist im Bereich der latenten Information 10 die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs 2 bezüglich der Druckfarben 5a und 5b erhöht, so dass z. B. durch Reiben um den Bereich der latenten Information 10 eine Information 15 in Form des Großbuchstabens H erkennbar wird, da die Druckfarben 5a und 5b, welche den Großbuchstaben H umgeben, leicht entfernbar sind. Die latente Information ist nun gewissermaßen als Positiv sichtbar.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt kann z. B. eine der in den 4A bis 4D dargestellten Ausführungsformen aufweisen.

Eine erste Ausführungsform gemäß 4A zeigt einen Bedruckstoff 2, der in eine Transportrichtung 20 durch eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine, z. B. eine Druckmaschine 21 bewegt wird. Eine erste Einheit 22 der Druckmaschine 21 ist als ein Druckkopf 22 ausgebildet, der einen Strahl von Hilfsstoff 30 auf den Bedruckstoff 20 richtet und somit Hilfsstoff auf den Bedruckstoff überträgt. Der Druckkopf 22 kann z. B. einem Inkjet-Druckkopf vergleichbar ausgebildet sind, demzufolge der Strahl 30 aus Tröpfchen des Hilfsstoff, z. B. eines Haftvermittlers, gebildet sein kann und in ähnlicher Weise wie bei einem Inkjet-Verfahren als latente Information auf den Bedruckstoff 2 geschrieben werden kann.

Ferner weist die Druckmaschine 21 eine zweite Einheit 26 auf, welche z. B. als ein Druckwerk 26 ausgebildet sein kann. Das Druckwerk 26 umfasst einen Formzylinder 50 und einen Übertragungszylinder 51, wobei eine Farbauftragswalze 52 Druckfarbe auf eine auf dem Formzylinder 50 aufgebrachte Druckform überträgt, von wo die Druckfarbe z. B. über ein Gummituch des Übertragungszylinders 51 aus den Bedruckstoff 2 übertragen werden kann.

Der Bedruckstoff 2 wird an einer ersten Stelle 27 mit dem Hilfsstoff in Form der latenten Information beaufschlagt und an einer zweiten Stelle 28 (im Sinne des Herstellungsprozesses somit später) mit Druckfarbe zum Aufbringen eines Druckbildes beaufschlagt. Das mit dem Druckwerk 26 gebildete Druckbild auf dem Bedruckstoff 2 überdeckt zumindest teilweise die latente Information, erlaubt jedoch deren einfache Freilegung, da z. B. im Bereich der latenten Information die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs 2 verringert wurde.

Gemäß des weiteren, in 4B dargestellten Ausführungsbeispiels der Erfindung weist die Druckmaschine 21 eine erste Einheit 23 auf, die z. B. als Laserkopf ausgebildet sein kann und elektromagnetische Strahlung 31, z. B. Laserstrahlung auf den Bedrucksstoff 2 richtet und dabei die latente Information in den Bedruckstoff 2, z. B. in Form einer Oberflächenenergie-Strukturierung, schreibt.

Durch die Behandlung der Oberfläche des Bedruckstoffs 2 durch die elektromagnetische Strahlung kann die Oberflächeneigenschaft des Bedruckstoffmaterials derart verändert werden, dass die Haftwirkung bezüglich Druckfarbe verändert und das Einschreiben einer latenten Information ermöglicht wird.

4C zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung, wobei eine Druckmaschine 21 eine erste Einheit 24 aufweist, die z.B. als ein Korona-Kopf ausgebildet ist und einen Teilchenstrahl, insbesondere einen Strahl geladener Teilchen auf die Oberfläche des Bedruckstoffs 2 richtet. Unter Einsatz des Korona-Kopfes und der von ihm durch eine Korona-Entladung erzeugten geladenen Teilchen kann eine latente Information in Form einer veränderten Oberflächenhafteigenschaft bezüglich Druckfarbe dem Bedruckstoff 2 aufgeprägt werden.

Die in den 4A-4C dargestellten ersten Einheiten 22, 23 und 24 können z. B. mit der Bewegung in Richtung 20 des Bedruckstoffs 2 derart synchronisiert werden, d. h. insbesondere in lateraler Richtung zur Richtung 20 bewegt werden, dass das Einschreiben der latenten Information in einem scannenden Verfahren in X-Y-Richtung ermöglicht wird.

Eine alternative Ausführungsform ist in 4D gezeigt. Die hier dargestellte Druckmaschine 21 weist eine erste Einheit 25 auf, welche z. B. als ein weiteres Druckwerk ausgebildet sein kann und welche einen Formzylinder 40, einen Übertragungszylinder 42 und eine Hilfsmittel-Auftragswalze 44 umfasst. Das Hilfsmittel z. B. ein Haftvermittler, wird von der Auftragswalze 44 auf die Oberfläche eines Formzylinderaufzuges 41, der auf dem Formzylinder 40 aufgenommen ist, übertragen und gelangt von dort über die Oberfläche eines Übertragungszylinderaufzuges 43 des Übertragungszylinders 43 zur Oberfläche des Bedruckstoffs 2. Dabei ist der Formzylinderaufzug 41 bildmäßig entsprechend der latenten Information bebildert, so dass von dem Formzylinderaufzug 41 nur an den Stellen der latenten Information Hilfsmittel übertragen wird und auf die Oberfläche des Bedruckstoffs 2 gelangt. Alternativ kann der Aufzug 41 auch negativ bebildert sein, so dass der Hilfsstoff in Bereichen außerhalb der latenten Information übertragen wird.

Entsprechend der Ausführungsform der 4A weisen auch die Ausführungsformen 4B bis 4D eine zweite Einheit 26 in Form eines Druckwerkes 26 auf.

Die Druckmaschine kann z. B. als eine Offset-Druckmaschine, insbesondere eine Bogenoffsetdruckmaschine ausgebildet sein, wobei das Druckwerk 26 von einem Offset-Druckwerk gebildet wird.

Als Bedruckstoff 2 kann z. B. Papier, Karton oder Folie vorgesehen sein.

Bei Verwendung von Folien aus z. B. PP, PE oder PVC als Bedruckstoff wird bevorzugt eine Korona-Behandlung der Folie der latenten Information entsprechend zur Erhöhung der Anhaftung von Druckfarbe durchgeführt. Zusätzlich zur Korona-Behandlung können die Stellen der latenten Information auch noch mit einem Haftvermittler entsprechend der latenten Information versehen werden, welcher einem Trocknungsprozess unterzogen wird. Das Bedrucken der Folie kann schließlich mit UV-Farben erfolgen.

An den Stellen der Folie, an denen der zusätzliche Haftvermittler appliziert wurde, haftet die UV-Druckfarbe besonders gut. An den Stellen, die nicht mit dem zusätzlichen Haftvermittler beaufschlagt wurden, weniger gut. Durch Reiben im Bereich der latenten Information kann diese sichtbar gemacht werden.

Schließlich ist in 5 ein Ablaufplan zu dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Bedruckstoff dargestellt.

In einem ersten Verfahrensschritt 60 wird die Hafteigenschaft eines Bedruckstoffs der latenten Information entsprechend verändert, z. B. erhöht oder reduziert, und in einem zweiten Verfahrensschritt 61 wird Druckfarbe direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff aufgebracht (ggf. wird die Farbe noch überlackiert). Von dem Verfahrensschritt 61 durch eine gestrichelt dargestellte Linie getrennt ist ein weiterer Verfahrensschritt 62 dargestellt, der das Entfernen von Druckfarbe von dem Druckprodukt zur Sichtbarmachung der latenten Information darstellt. Dieser Schritt 62 ist kein Verfahrensschritt des Verfahrens zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt, sondern bereits ein Verfahrensschritt eines erweiterten Verfahrens, welches nicht nur die Erzeugung, sondern auch die Sichtbarmachung latenter Information auf einem Druckprodukt darstellt.

Da erfindungsgemäß die Druckfarbe derart aufgebracht wird, dass diese eine Außenschicht des Druckprodukts bildet, kann gemäß Verfahrensschritt 62 die Druckfarbe auf einfache Weise von der Oberfläche des Bedruckstoffs entfernt werden.

1Druckprodukt 2Bedruckstoff 3erster bedruckter Bereich 4zweiter bedruckter Bereich 5Druckfarbe 5aerste Druckfarbe 5bzweite Druckfarbe 6Vorderseite des Bedruckstoffs 7Rückseite des Bedruckstoffs 10Bereich einer latenten Information 11Bereich einer veränderten Hafteigenschaft 12Bereich einer veränderten Hafteigenschaft 13latente Information 14Information 15Information 20Richtung 21Druckmaschine 22erste Einheit/Druckkopf 23erste Einheit/Laserkopf 24erste Einheit/Korona-Kopf 25erste Einheit/Druckwerk 26zweite Einheit/Druckwerk 27erste Stelle 28zweite Stelle 30Hilfsstoff-Strahl 31elektromagnetische Strahlung 32Teilchenstrahl 40Formzylinder 41Formzylinderaufzug/Druckform 42Übertragungszylinder 43Übertragungszylinderaufzug 44Hilfsmittelauftragswalze 50Formzylinder 51Übertragungszylinder 52Farbauftragswalze 60Verfahrensschritt 61Verfahrensschritt 62Verfahrensschritt BDicke der Basisschicht ZDicke der Zwischenschicht DDicke der Druckfarbschicht/Deckschicht

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt, wobei die Hafteigenschaft eines Bedruckstoffs (2) der latenten Information (1Q, 11, 12, 13) entsprechend verändert und Druckfarbe (5, 5a, 5b) direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff (2) aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarbe (5, 5a, 5b) derart aufgebracht wird, dass eine Außenschicht (D) des Druckprodukts gebildet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die latente Information (10, 11, 12, 13) Textinformation und/oder Bildinformation darstellt.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die latente Information (10, 11, 12, 13) von Druckfarbe (5, 5a, 5b) vollflächig und/oder gerastert überdeckt wird.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die latente Information (10, 11, 12, 13) von mit Druckfarbe (5, 5a, 5b) gedruckter, weiterer Information (4), insbesondere Textinformation und/oder Bildinformation überdeckt wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die latente Information (10, 11, 12, 13) seitenrichtig erzeugt wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die latente Information (10, 11, 12, 13) auf der Vorderseite (6) des Druckprodukts (1) erzeugt wird.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs (2) derart reduziert wird, dass die Druckfarbe (5, 5a, 5b) innerhalb des Bereichs der latenten Information (10, 14) leichter entfernbar ist als außerhalb des Bereichs der latenten Information (10).
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hafteigenschaft des Bedruckstoffs (2) derart erhöht wird, dass die Druckfarbe (5, 5a, 5b) innerhalb des Bereichs der latenten Information (10, 15) schwieriger entfernbar ist als außerhalb des Bereichs der latenten Information (10).
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Veränderung der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs (2) ein Hilfsstoff (10, 11, 30) der latenten Information (10, 11, 13) entsprechend aufgebracht wird.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Veränderung der Hafteigenschaft des Bedruckstoffs (2) eine Behandlung des Bedruckstoffs (2) mit Teilchenstrahlung (32) und/oder elektromagnetischer Strahlung (31) der latenten Information entsprechend (10, 12, 13) erfolgt.
  11. Verfahren zur Herstellung von Druckprodukten nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine von Druckprodukt (1) zu Druckprodukt (1) wechselnde latente Information (10, 11, 12, 13) erzeugt werden.
  12. Vorrichtung zur Erzeugung latenter Information auf einem Druckprodukt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer ersten Einheit (22, 23, 24, 25), welche die Hafteigenschaft eines Bedruckstoffs (2) der latenten Information (10, 11, 12, 13) entsprechend verändert und mit einer zweiten Einheit (26), welche Druckfarbe (5, 5a, 5b) direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff (2) aufbringt, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Einheit (22, 23, 24) einen Hilfsstoff-Strahl (30), einen Teilchenstrahl (32) oder elektromagnetische Strahlung (31) der latenten Information (10, 11, 12, 13) entsprechend auf den Bedruckstoff (2) richtet oder dass die erste Einheit (25) ein Druckwerk (25) mit einer der latenten Information (10, 11, 13) entsprechend bebilderten Druckform (41) umfasst.
  13. Druckprodukt mit einer latenten Information, welches einen in seiner Hafteigenschaft der latenten Information (10, 11, 12, 13) entsprechend veränderten Bedruckstoff (2) und eine direkt auf den in seiner Hafteigenschaft veränderten Bedruckstoff (2) aufgebrachte äußere Druckfarbschicht (5, 5a, 5b) umfasst.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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