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Dokumentenidentifikation DE202005015609U1 16.02.2006
Titel Paravent
Anmelder ALNO AG, 88630 Pfullendorf, DE
Vertreter Vonnemann, Kloiber & Kollegen, 20099 Hamburg
DE-Aktenzeichen 202005015609
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.02.2006
Registration date 12.01.2006
Application date from patent application 30.09.2005
IPC-Hauptklasse A47G 5/02(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Paravent mit einer beweglichen Sichtschutzfläche.

Paravents sind als Möbel bekannt. Sie werden als Sichtschutz in Wohnungen verwendet, um Bereiche der Wohnung den ungeschützten Blicken zu entziehen oder die Wohnung in unterschiedliche Funktionsbereiche zu teilen. Um eine solche Raumteilung wieder aufzuheben, ist es bekannt, derartige Paravents zu falten und dann wegzustauen.

Nachteilig an den bekannten Konstruktionen ist, dass sie instabil sind und zusätzlichen Stauraum benötigen.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Paravent mit einer beweglichen Sichtschutzfläche anzugeben, der eine überlegene Standfestigkeit aufweist und trotzdem unauffällig zu verstauen ist, sobald er nicht benötigt wird.

Diese Aufgabe wird bei einem Paravent mit beweglicher Sichtschutzfläche dadurch gelöst, dass die Sichtschutzfläche um eine vertikale Achse ab- bzw. aufwickelbar ausgebildet ist. Die Achse lässt sich im Raum fest montieren, so dass Kippkräfte des Paravents durch die Achse im abgewickelten Zustand aufgenommen werden können. Der Paravent weist so eine große Standfestigkeit auf.

In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Sichtschutzfläche aus mindestens zwei, vorzugsweise drei Tafeln zusammengesetzt ausgebildet ist, die an ihren vertikalen Kanten mittels Scharnieren schwenkbeweglich verbunden sind. Diese in sich biegesteifen Tafeln verleihen dem Paravent eine höhere Festigkeit. Obwohl die Sichtschutzfläche aus mehreren Tafeln zusammengesetzt ist, kann sie trotzdem aufgewickelt werden, sobald der Paravent nicht benötigt wird, da die Tafeln durch Scharniere an den Kanten verbunden sind.

Mit Vorteil ist vorgesehen, dass die Sichtschutzfläche in einer Richtung biegeweich und in der entgegengesetzten Richtung biegesteif ausgebildet ist, so dass von einer Seite das Gefühl einer festen Fläche erzeugt wird. In der biegesteifen Richtung belastet, stützen sich die Tafeln an ihren Kanten gegenseitig ab. In der entgegengesetzten Richtung falten sich die Tafeln um die Scharnierachse.

Besonders raumsparend kann bei Nichtgebrauch des Paravents die Sichtschutzfläche gestaut werden, wenn eine Endkante der Sichtschutzfläche an einem um die vertikale Achse drehbar gelagerten Möbel, vorzugsweise an einem Schrank befestigt ist. Die Breite der einzelnen Tafeln der Sichtschutzfläche entsprechen dann dem Randabstand bzw. der Breite der Möbelseiten, bei einem Schrank also der Schränkwände.

Die bei der Handhabung entstehenden Reaktionskräfte können mit Vorteil von Baukörper aufgenommen werden, wenn die vertikale Achse in Lagerkonsolen gelagert ist, die vorzugsweise an einer Wand und/oder Boden montierbar ausgebildet sind.

Wenn das Möbel einen quadratischen horizontalen Querschnitt aufweist, ergeben sich gleiche Tafelbreiten für die Sichtschutzfläche, was die Fertigung erleichtert und das Erscheinungsbild der Sichtschutzfläche verbessert.

Durch eine Kombination zweier in entgegengesetzter Richtung abrollbarer Sichtschutzflächen, lassen sich auch größere Flächen, wie beispielsweise eine ganze Küchenzeile hinter dem erfindungsgemäßen Paravent verstecken.

Der Eindruck einer festen Wand und der Sichtschutzfläche wird mit Vorteil verstärkt dadurch, dass die Sichtschutzfläche an mindestens einer horizontalen Kante geführt ausgebildet ist.

Wenn die Sichtschutzfläche ein Dekor, vorzugsweise ein Bild, tragend ausgebildet ist, kann sie zusätzlich noch eine dekorative optische Wirkung der Wohnung übernehmen. Ein Bild kann so auch über mehrere Tafeln der Sichtschutzfläche verteilt sein.

Das Erscheinungsbild des Paravents wird verbessert, wenn das Möbel eine Tür aufweist, die im abgerollten Zustand der Sichtschutzfläche mit dieser eine Ebene bildend angeordnet ist.

Dann kann nämlich auch die Tür des Möbels ein Dekor aufweisen, das das Dekor der Sichtschutzfläche fortsetzt, so dass sich ein Bild sowohl über die Tafeln als auch über die Schranktür fortsetzen kann.

Noch größere Bilder lassen sich darstellen, wenn die zwei in entgegengesetzter Richtung abrollbaren Sichtschutzflächen ein gemeinsames Dekor aufweisen, das sich ineinander fortsetzend ausgebildet ist.

Man kann auch auf Türen und Wände des Möbels mit Vorteil verzichten, wenn mindestens eine Sichtschutzfläche eine Wand oder Tür des Möbels bildend vorgesehen ist.

Um die Sichtschutzfläche im aufgerollten Zustand zu fixieren, können zur zeitweisen Befestigung der Sichtschutzflächen am Möbel Magnete oder Klettpunkte vorgesehen sein.

Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf eine Zeichnung beispielhaft beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Figuren der Zeichnung zu entnehmen sind.

Funktionsmäßig gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugszeichen versehen.

Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen:

1: eine Frontansicht des abgewickelten Paravents,

2: eine Frontansicht des aufgewickelten Paravents,

3: eine Draufsicht auf den erfindungsgemäßen Paravent,

4: eine Draufsicht auf einen Möbelbeschlag,

5: eine Seitenansicht des Möbelbeschlags gem. 4,

6: eine Seitenansicht eines Bügels,

7: eine Draufsicht des Bügels gem. 6 und

8: einen Horizontalschnitt durch die Sichtschutzfläche.

In 1 sind drei abgewickelte Tafeln 4 aus der Frontansicht der Sichtschutzfläche 2 dargestellt. Sie stoßen mit ihren Kanten 5 aneinander und sind durch geeignete Scharniere 6 an ihren vertikalen Kanten in einer Richtung faltbar verbunden. Die linke Kante 9 der Sichtschutzfläche 2 ist an einem Möbel 10 ebenfalls schwenkbar befestigt. Das Möbel 10, in diesem Fall ein Regel mit Fachböden 22 ist mittels einer Konsole 12 und einer Konsole 13 unten und oben um die Achse 3 frei drehbar gelagert. Mit der Konsole 12 steht das Regel 10 auf dem Boden 15 auf. Die Konsole 13 ist an der Wand 14 (3) befestigt. Ein Dekor 17 erstreckt sich über alle Tafeln 4 der Sichtschutzfläche 2. Zur Erhöhung der Stabilität könnte auch die obere Kante 16 der Sichtschutzfläche 2 mittels Stiften in einer horizontalen Führung gehalten sein.

Der Paravent 1 ist in 2 aus derselben Ansicht wie in 1, jedoch im aufgewickelten Zustand dargestellt. Aus der Ansicht geht hervor, dass die Tafeln 4 der Sichtschutzfläche 2 an den Seitenwänden 20 des Regals 10 anliegen. Allerdings könnte beispielsweise bei durchgehender Drehachse 3 das Regal auch so gestaltet werden, dass die Tafeln 4 gleichzeitig die Wand 20 des Regals bilden. Um die Tafeln 4 in dieser Position zu fixieren, sind im unteren Bereich Magnete oder Klettverschlüsse 21 vorgesehen. Mechanisch kann die Zuhaltung auch gemäß Detail A ausgeführt werden. Dabei wirken ein Bügel 25 gemäß 6 und 7 zusammen mit einem klammerartigen federnden Hintergriff 23 eines Möbelbeschlages 24 gemäß 4 und 5.

In der Draufsicht gemäß 3 ist erkennbar, dass die Tafeln 4 mit ihren vertikalen Kanten 5 durch Scharniere 6 verbunden sind. Die beiden äußeren Tafeln liegen an den Seitenwänden 20 des Möbels 10 an. Die mittlere Tafel 26 ist dabei jedoch von der Rückwand des Möbels 10 beabstandet.

Das Regal 10 ist in diesem Fall zwar vorne offen dargestellt. Es könnte jedoch auch durch eine Schranktür verschlossen sein. Dabei wird die Tür vorzugsweise so gesetzt, dass sie im abgewickelten Zustand des Paravents mit der Sichtschutzfläche eine Ebene 19 (8) bildet.

In 8 ist die Gestaltung der Scharniere in der Draufsicht genauer dargestellt. Die einzelnen Tafeln 4 sind nur an ihrer Rückseite über Bandscharniere 6 miteinander verbunden, so dass sich die Tafeln, in Richtung 8 belastet, an ihren Kanten 5 gegeneinander abstützen. Die Sichtschutzfläche 2 verhält sich in dieser Belastungsrichtung biegesteif. In Richtung 7 belastet, faltet sie sich um die Knickachsen 27 und verhält sich damit biegeweich.

Stellt man sich die Frontansicht gemäß 1 nochmals an der Außenkante 28 der Sichtschutzfläche 2 gespiegelt vor, so ergibt sich eine Kombination aus zwei symmetrischen Paravents, hinter denen sich eine ganze Küchenzeile verstecken lässt. Das Dekor 17 kann sich dabei über beide Sichtschutzflächen 2 einschließlich etwaig vorgesehener Türen des Möbels 10 erstrecken.

Damit steht ein Paravent für Wohnungen zur Verfügung, der auch innenarchitektonisch gefällig sich in Räume einfügt und mit ansprechenden Dekors auch zur Dekoration der Wohnung beiträgt.

1Paravent 2Sichtschutzfläche 3Achse, vertikal 4Tafeln 5Kante, vertikal 6Scharniere 7Richtung 8Richtung 9Endkante 10Möbel 11Schrank 12Lagerkonsole 13Lagerkonsole 14Wand des Raumes 15Boden des Raumes 16Kante, horizontal 17Dekor 18Tür 19Ebene 20Wand 21Klettpunkt/Magnet 22Fachboden 23Hintergriff 24Möbelbeschlag 25Bügel 26Mittlere Tafel 27Knickachse 28Außenkante

Anspruch[de]
  1. Paravent mit einer beweglichen Sichtschutzfläche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtschutzfläche um eine vertikale Achse (3) abwickelbar ausgebildet ist.
  2. Paravent nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtschutzfläche (2) aus mindestens zwei, vorzugsweise drei, Tafeln (4) zusammengesetzt ausgebildet ist, die an ihren vertikalen Kanten (5) mittels Scharnieren (6) schwenkbeweglich verbunden sind.
  3. Paravent nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtschutzfläche (2) in einer Richtung (7) biegeweich und in der entgegen gesetzten Richtung (8) biegesteif ausgebildet ist.
  4. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Endkante (9) der Sichtschutzfläche (2) an einem um die vertikale Achse (3) drehbar gelagerten Möbel (10), vorzugsweise einem Schrank (11), befestigt ist.
  5. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikale Achse (3) in Lagerkonsolen (12, 13) gelagert ist, die vorzugsweise an einer Wand (14) und/oder Boden (15) montierbar ausgebildet sind.
  6. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Möbel (10) einen quadratischen horizontalen Querschnitt aufweist.
  7. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei in entgegen gesetzter Richtung abrollbare Sichtschutzflächen vorgesehen sind.
  8. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtschutzfläche (2) an mindestens einer horizontalen Kante (16) geführt ausgebildet ist.
  9. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtschutzfläche ein Dekor (17), vorzugsweise ein Bild, tragend ausgebildet ist.
  10. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Möbel eine Tür (18) aufweist, die im abgerollten Zustand der Sichtschutzfläche (2) mit dieser eine Ebene (19) bildend angeordnet ist.
  11. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tür (18) des Möbels (10) ein Dekor (17) aufweist, das das Dekor (17) der Sichtschutzfläche (2) fortsetzend ausgebildet ist.
  12. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei in entgegen gesetzter Richtung abrollbaren Sichtschutzflächen (2) ein Dekor (17) aufweisen, das sich ineinander fortsetzend ausgebildet ist.
  13. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Sichtschutzfläche (2) eine Wand (20) oder Tür (18) des Möbels (10) bildend vorgesehen ist.
  14. Paravent nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur zeitweisen Befestigung der Sichtschutzfläche am Möbel Magnete oder Klettpunkte (21) vorgesehen sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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