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Dokumentenidentifikation DE60109957T2 16.02.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001339902
Titel VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG VON BAUSCHIGEM GLASFASERSTRANG
Anmelder Saint-Gobain Vetrotex France S.A., Chambery, FR
Erfinder CHABROL, Alain, F-73230 Les Deserts, FR;
CERVANTES, Pierre, F-73190 St. Baldoph, FR;
GERARD, Dominique, F-73290 La Motte Servolex, FR
Vertreter Grosse, Bockhorni, Schumacher, 81476 München
DE-Aktenzeichen 60109957
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 24.10.2001
EP-Aktenzeichen 019825389
WO-Anmeldetag 24.10.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/FR01/03298
WO-Veröffentlichungsnummer 0002046506
WO-Veröffentlichungsdatum 13.06.2002
EP-Offenlegungsdatum 03.09.2003
EP date of grant 06.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse D02G 3/38(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse D02G 3/18(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Herstellung einer Spule aus einem Glasvorgarn, das insbesondere aus direkt von einer Spinndüse kommenden Glasfilamenten besteht. Diese Spinndüse kann entweder mit Glaskugeln bzw. Glasstücken mit anderen Formen (Düsenziehverfahren) oder mit einer von einem Ofen kommenden Glasschmelze (direktes Düsenziehverfahren) beschickt werden. Dabei kann das Glas E-Glas, C-Glas oder eine beliebige andere Zusammensetzung, die versponnen werden kann, sein.

Eine bekannte Vorrichtung, wie sie teilweise in der Patentanmeldung EP 0 928 840 beschrieben ist, besteht aus einem Ziehzylinder, der sich im Wesentlichen in der Vertikalen der Spinndüse befindet und um welchen die von der Spinndüse fallenden Glasfilamente zur Form einer Bahn aufgewickelt werden, aus einer Spinneinheit, welche die Filamentbahn zu einem Vorgarn verarbeitet, und einer Wickelmaschine, die zum Aufwickeln des Vorgarns vorgesehen ist.

Die Spinneinheit enthält einen Abstreifer oder ein Werkzeug, das zum Abstreifen vorgesehen ist, schwenkt und in der Lage ist, an der Zylinderoberfläche zum Anschlag zu kommen, um die Filamente nach einer Drehung um etwa 270° von dem Zylinder abzulösen, und ein kegelförmiges längliches Element, das parallel zur Drehachse des Zylinders steht, sich über dem Zylinder befindet und eine Längsöffnung besitzt, die in Verlängerung des Abstreifers angeordnet ist und von welcher die Filamente nach dem Ablösen vom Zylinder ausgerichtet werden, wobei das längliche Element von einem Ende zu anderen mittig von einem Seelenfaden durchlaufen wird, um welchen sich die von dem Zylinder geschleuderten Filamente zur Form eines Vorgarns aufwickeln. Das Vorgarn verlässt das offene kegelförmige Ende des länglichen Elements, um auf der Wickelmaschine aufgewickelt zu werden, die seitlich zu dem länglichen Element angeordnet ist. In jenem Dokument besteht der Seelenfaden aus Kunststoff und wird verwendet, um ein Verbundvorgarn zu liefern, das besser als ein ausschließlich aus Glas bestehendes Vorgarn Zug widersteht.

Nicht in jenem Dokument beschrieben, aber auf bekannte Weise, ist vorteilhafterweise in einer solchen Vorrichtung des Standes der Technik eine Vorspinneinheit vorgesehen, die vor der Spinneinheit mit etwa 180° in Bezug auf das Auftreffen der Filamente auf dem Ziehzylinder angeordnet ist. Die Stelle der Vorspinneinheit wird so als auf der Rückseite des Zylinders angesehen, und die Vorderseite wird von der Stelle des Ablegens der Filamente auf dem Zylinder definiert. In der folgenden Beschreibung werden die Begriffe vor und nach in Bezug auf die Durchlaufrichtung der Filamente über den Zylinder nach der Spinndüse definiert.

Die Vorspinneinheit wird im Wesentlichen zu Beginn des Ziehens der Filamente während des Geschwindigkeitsanstiegs des Zylinders in Tätigkeit versetzt. Das Auftreffen der Filamente auf die Spinneinheit ist kurzgeschlossen, wodurch die Herstellung einer Spule verhindert wird, die zu Beginn ein Vorgarn mit einem Titer, der nicht dem von den Normen vorgesehenen entspricht, aufweist.

Die Vorspinneinheit ist mit einem schwenkbaren Abstreifer, der in der Lage ist, mit dem Ziehzylinder zum Anschlag zu kommen, und einer Trommel versehen, die mit einer Innenwelle zum Aufwickeln der Filamente ausgestattet ist. Wenn sich die Vorspinneinheit in Betrieb befindet, löst der Vorspinnabstreifer die Filamentbahn demzufolge vor deren Auftreffen auf dem Spinnabstreifer ab, wobei die Filamente sich um die Welle der Vorspinntrommel aufwickeln. Der Vorspinnabstreifer ist vom Ziehzylinder beabstandet, wenn die Geschwindigkeit des Zylinders ein Regime erreicht hat, durch welches der gewünschte Filamentdurchmesser entsteht.

Um eine zu große Ansammlung der Filamente um die Welle der Vorspinntrommel zu verhindern, muss die Bedienkraft das Abziehen hinter dem Zylinder durchführen; jedoch muss sie zeitgleich die Vorderseite des Zylinders auf einen möglichen Bruch der von der Spinndüse gelieferten Filamente, der einen sofortigen Eingriff rechtfertigen würde, überwachen können. Deshalb sind beim Start der Wickeleinrichtung oder während eines Neustarts des Wickelvorgangs nach einem Bruch von Filamenten zwei Bedienkräfte erforderlich, eine Bedienkraft, die hinter dem Ziehzylinder sein muss, um das Abziehen der Vorspinntrommel manuell zu unterstützen, und die andere, die sich davor befindet, um das Ziehen der Filamente zu überwachen.

Weiterhin beansprucht die zur Verfügung stehende Vorrichtung einen zu großen Platz, um die Integration von mehreren davon, die nebeneinander angeordnet sind, in eine direkte Düsenziehanlage zu erlauben.

Deshalb liegt der Erfindung als Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu beheben, indem eine Vorrichtung zum Aufwickeln eines Glasfadens bereitgestellt wird, deren Funktionsweise zu weniger Handarbeit und einer höheren Produktivität führt.

Eine weitere erfindungsgemäße Aufgabe besteht in der Verringerung des Platzbedarfs der Spinnvorrichtung, was es ermöglicht, eine oder mehrere Vorrichtungen in eine direkte Düsenziehanlage zu integrieren, deren Abmessungen von verschiedenen technischen und ökonomischen Zwängen bestimmt werden.

Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung zur Herstellung einer Spule aus wenigstens einem Glasfilamentvorgarn aus einer Vielzahl von Filamenten auf einer Wickelmaschine

  • – einen Ziehzylinder, um welchen die Filamente in Form einer Bahn aufgewickelt werden,
  • – eine Spinneinheit, die einerseits einen wegschwenkbaren Spinnabstreifer, der mit einer Gleitfläche versehen ist und an der Oberfläche des Zylinders derart zum Anschlag kommen kann, dass die Filamente abgelöst werden, und andererseits ein Aufnahmeelement für die vom Abstreifer abgelösten Filamente umfasst,
  • – Mittel zur Führung der Filamente in Form eines Vorgarns im Aufnahmeelement und bis zur Wickelmaschine und
  • – eine Vorspinneinheit für die Filamente, die vorgesehen sind, in den Ausschuss zu kommen, die mit einer Vorspinntrommel und einem Vorspinnabstreifer versehen ist, der in der Lage ist, die Filamente von dem Ziehzylinder abzulösen, damit sie in diese Trommel geschleudert werden,
und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspinneinheit nach der Spinneinheit und in der Nähe des Auftreffens der Filamente auf dem Zylinder angeordnet ist.

Die Vorspinneinheit befindet sich somit auf der Vorderseite des Zylinders, weshalb eine einzige Bedienkraft für die Bedienung und die Kontrolle der Tätigkeit der Vorrichtung ausreicht. Diese Anordnung auf der Vorderseite des Ziehzylinders hat außerdem den Vorteil, dass nur ein Schacht für Glasabfälle anzuordnen und zu bedienen ist, der gleichzeitig die zerbrochenen Filamente von der Spinndüse und den Abrieb, der von der Welle der Vorspinntrommel gebildet worden ist, aufnimmt.

Entsprechend einem Merkmal umfasst das Aufnahmeelement der Spinneinheit eine Rückseite, die an die Gleitfläche des Spinnabstreifers anstößt, eine Rückwand mit zylindrischer Konkavität mit einer zur Rotationsachse des Zylinders parallelen Längsachse und eine Längsvorderseitenöffnung. Vorzugsweise ist das Aufnahmeelement fest mit dem Spinnabstreifer verbunden und derart angeordnet, dass seine Rückseite und die Gleitfläche des Abstreifers coplanar sind, wobei die Bewegung des Abstreifers auf der Oberfläche des Zylinders durch Schwenken der Spinneinheit erfolgt.

Vorteilhafterweise sind die Rückseite des Aufnahmeelements und die Gleitfläche des Abstreifers geprägt, um das Gleiten der Filamente zu unterstützen.

Gemäß einem weiteren Merkmal sind die Führungsmittel im Aufnahmeelement der Spinneinheit vorgesehen, um in einer Diagonalen, die von einem vorderen unteren Ende der Längsöffnung bis zu einem oberen seitlichen Punkt des Aufnahmeelements reicht, von einer Seite des Aufnahmeelements zur anderen zu führen. Die Führungsmittel bestehen eher aus einem Zugfaden, der beispielsweise aus Glas oder einem thermoplastischen Material bestehen kann. Dieser Zugfaden kann nach dem Neustart entweder abgeschnitten werden oder im Vorgarn erhalten bleiben, wobei er in letzterem Fall einen Seelenfaden für das Vorgarn bildet und damit die Zugfestigkeit erhöht.

Vorteilhafterweise ist ein Venturirohr, das in der Lage ist, den Zugfaden anzusaugen, derart angeordnet, dass es ihn in das Aufnahmeelement der Spinneinheit zieht. Vorzugsweise ist nach dem Ausgang des Venturirohrs ein Querschneider angeordnet, um den Zugfaden nach Beginn des Aufwickelns des Vorgarns zu zerschneiden.

Gemäß einem anderen Merkmal ist am Ausgang des Aufnahmeelements der Spinneinheit in Richtung Wickelmaschine eine sich drehende ringförmige Einrichtung vorgesehen, um das Vorgarn abzurunden. Unmittelbar nach dieser ringförmigen Einrichtung ist eine Luftstrahldüse angeordnet, vor welcher das Vorgarn vorbeiläuft, um dessen Glättung zu erreichen.

Es sind Beschichtungsmittel vorgesehen, die vor dem Ablegen der Filamente auf dem Zylinder bzw. vor der Spinneinheit angeordnet sind, um die Oberfläche des Zylinders vor Ablegen der Filamente bzw. die Filamente vor deren Ablösen vom Zylinder mit einer Schlichte zu versehen, was es erlaubt, für die Beschichtung der Filamente auf deren gesamten Außenumfang zu sorgen.

Schließlich kann es vorteilhaft sein, dass die Vorrichtung mindestens zwei Spinneinheiten umfasst, die vor der Vorspinneinrichtung angeordnet und in der Lage sind, zusammen oder einzeln zu arbeiten. Dabei umfasst in diesem Fall jede Spinneinheit einen Spinnabstreifer, dessen Klingenbreite einem Teil der Breite des Zylinders entspricht und zur Breite der anderen Klinge derart komplementär ist, dass die Filamentbahn in zwei Teile getrennt und abgelöst wird.

Weitere erfindungsgemäße Merkmale und Vorteile werden anhand der folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die im Anhang befindlichen Zeichnungen näher erläutert, wobei

1 schematisch eine Ansicht einer Vorrichtung des Standes der Technik im Schnitt und von der Seite,

2 eine Draufsicht von 1,

3 schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt und von der Seite,

4 eine Draufsicht von 3,

5 eine vergrößerte Ansicht der Spinneinheit von 3,

6 eine perspektivische Ansicht der Spinneinheit der Vorrichtung,

7 schematisch eine Ansicht einer Abwandlung der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt und von der Seite und

8 eine Draufsicht von 7

zeigt.

In den 1 und 2 ist die Vorrichtung des Standes der Technik dargestellt, die das Ziehen der von einer Spinndüse 11 kommenden Glasfilamente 10 und ihr Aufwickeln auf einer Wickelmaschine 12 erlaubt.

Diese Vorrichtung umfasst einen Fadenzug 13, der das Vorspinnen der Filamente erlaubt, wenn sie von der Spinndüse 11 herabfallen, einen drehbaren Ziehzylinder 20, um welchen sich die vom Fadenzug kommenden Filamente 10 zur Form einer Bahn aufwickeln und an die Oberfläche 21 des Zylinders, im Wesentlichen über dessen gesamte Breite und in einer Ablegelinie L, andrücken, eine Spinneinheit 30, die einerseits einen wegklappbaren Spinnabstreifer 31, der im Wesentlichen mit 270° zur Ablegelinie L der Filamente angeordnet ist und zum Ablösen der Filamente dient, wenn sie an der Oberfläche 21 des Zylinders angeschlagen sind, und andererseits ein Aufnahmeelement 32 für die abgelösten Filamente, das kegelförmig ist, umfasst, und einen Seelenfaden 40, der durch das Aufnahmeelement 32 führt und um welchen sich die Filamente 10 wickeln, wobei der von den Filamenten umgebene Seelenfaden auf der Wickelmaschine 12 aufgespult wird.

Die Vorrichtung des Standes der Technik umfasst weiterhin eine Vorspinneinheit 50, die aus einer drehbaren Vorspinntrommel 51 und einem Vorspinnabstreifer 52 besteht, der in der Lage ist, zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition bewegt oder geschwenkt zu werden, in welcher der Abstreifer an die Oberfläche 21 des Zylinders zu Beginn des Ziehens der Filamente oder bei einem Neustart des Ziehens der Filamente nach deren Zerbrechen angedrückt wird. Die drehbare Trommel 51 enthält eine Innenwelle 53, um welche sich die Filamente aufwickeln, die über den Abstreifer 52 in die Trommel geschleudert worden sind.

Nach der Vorspinneinheit 50 und vor der Spinneinheit 30 ist ein System 60 zum Beschichten der Filamente, beispielsweise vom Typ einer Sprüheinrichtung, vorgesehen, das eine hin- und hergehende Translationsbewegung parallel zur Drehachse des Zylinders 20 derart ausführt, dass die gesamte Filamentbahn, die sich um den Zylinder dreht, besprüht wird.

Die Vorrichtung des Standes der Technik arbeitet wie folgt: Der Seelenfaden 40, der von einer nicht in den 1 und 2 dargestellten Fadenspule kommt, wird bis zur Wickelmaschine 12 gezogen, wobei er das Aufnahmeelement 32 der Spinneinheit von einem Ende zum anderen parallel zur Drehachse und mittig durchläuft, während die Filamente 10, die von der Spinndüse 11 herabfallen, manuell an die Oberfläche 21 des Zylinders gebracht werden, um dort angedrückt zu werden. Die Filamente wickeln sich um den sich drehenden Zylinder 20 auf, und die Vorspinneinheit 50 wird zu Beginn des Ziehens der Filamente, d.h. zu Beginn der Umdrehung des Zylinders, in Tätigkeit versetzt. Die Filamentbahn wird mittels des Abstreifers 52 abgelöst und die Filamente werden in die Trommel 51 von der Zentrifugalkraft geschleudert, die ihnen während ihrer Umdrehung um den Zylinder 20 verliehen worden ist. Sie werden dann um die Innenwelle 53 der Trommel 52 aufgenommen und bilden schnell Abrieb, der manuell von einer Bedienkraft, beispielsweise mittels eines Fadenzugs, entfernt wird, um eine zu große Ansammlung in der Trommel 51 zu verhindern.

Wenn der Ziehvorgang als ordnungsgemäß angesehen wird, d.h., wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit des Zylinders derart den Sollwert erreicht hat, dass der Durchmesser der Filamente die gewünschte Größe besitzt, wird der Abstreifer 52 der Vorspinneinheit 50 derart in Ruheposition angehoben, dass die Filamentbahn mit ihrer Umdrehung bis zum Spinnabstreifer 31 fortfährt. Der schwenkbare Spinnabstreifer 31 ist derart in abgesenkte Position gebracht worden, dass seine Klinge auf der Oberfläche 21 des Zylinders derart aufliegt, dass sich die Filamente von der Oberfläche 21 lösen und auf der Gleitfläche 33 des Abstreifers sich fortbewegen, die in Richtung des Aufnahmeelements 32 geneigt ist, zu welchem die Filamente geführt werden, wobei das Aufschleudern der Filamente von der Zentrifugalkraft begünstigt wird, die ihnen bei ihrer Umdrehung um den Zylinder mitgeteilt worden ist. Das Aufnahmeelement 32 besitzt eine Rückführungswand 34, die in der Lage ist, die Filamente zu dem Seelenfaden 40 zurückzuschicken, der von einer Seite zu anderen und längs das Aufnahmeelement durchläuft. Die Filamente, die sich um den Seelenfaden wickeln, bilden dann ein Vorgarn M, das bis zur Wickelmaschine 12 gezogen wird, um dort aufgespult zu werden.

In den 3 bis 6 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung dargestellt, wobei die Elemente, die mit der Vorrichtung des Standes der Technik übereinstimmen, auch mit denselben Bezugszahlen nummeriert sind.

Die mit dem Ziehzylinder 20 versehene erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst weiterhin eine Spinneinheit 30 und eine Vorspinneinheit 50 sowie Mittel 40, die aus einem Zugfaden bestehen, zum Führen der Bahn von der Spinneinheit bis zur Wickelmaschine,. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Vorspinneinheit 50 nach der Spinneinheit 30 und vorzugsweise mit mindestens 270° zur Ablegelinie L derart angeordnet ist, dass die Filamente, indem so die Abwärtsbewegung des Zylinders ausgelöst wird, leichter von dem Vorspinnabstreifer 52 erfasst werden.

Diese neue erfindungsgemäße Anordnung erlaubt es, dass nur noch eine Bedienkraft beschäftigt zu werden braucht, da sie auf der Vorderseite des Zylinders 20 derart bleiben kann, dass sie den Abrieb, der sich um die Welle 53 der Vorspinneinheit 50 während des Betriebs der Vorrichtung aufgewickelt hat, abzieht, wobei sie das Ziehen der Filamente ab der Spinndüse 11 überwacht, um sofort bei einem Zerbrechen der Filamente eingreifen zu können. Der Abrieb rollt sich so viel leichter auf, da die Filamente in der absteigenden Richtung des Zylinders gezogen werden. Ein gemeinsamer Abfallschacht 14 genügt, um den Abrieb und im Falle eines Bruchs das Glas aufzunehmen.

Außerdem hat die Anordnung der Vorspinneinheit des Standes der Technik vor der Spinneinheit den Nachteil, dass zum Zeitpunkt des Anhebens des Vorspinnabstreifers, um die Bahn bis zum Spinnabstreifer kommen zu lassen, die Gefahr besteht, dass die Klinge des Vorspinnabstreifers einige vorhandene Filamente mitnimmt, wodurch die Filamentbahn, die zur Spinneinheit kommt, beschädigt wird.

Weiterhin unterscheidet sich die Spinneinheit 30, die den Abstreifer 31 und das Aufnahmeelement 32 umfasst, von derjenigen des Standes der Technik darin, dass das Aufnahmeelement 32 keine konische Form aufweist. Die konische Form des Standes der Technik zum Ausgang des Seelenfadens in Richtung der Wickelmaschine erlaubt es, die strömende Luft zu kanalisieren, um das Aufwickeln der Filamente um den Seelenfaden zu erleichtern und die Führung des mit den Filamenten umwickelten Fadens zu begünstigen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß anders gelöst.

Die in den 5 und 6 gezeigte Spinneinheit enthält eine Rückwand 36, deren Breite gleich derjenigen des Zylinders 20 ist, Seitenwände 35 und eine Längsrückseite 34 mit zylindrischer Form, die eine Längsvorderseitenöffnung 37 begrenzt, wobei die Rückseite 34 eine Funktion hat, die gleich der Rückführungswand des Standes der Technik ist.

Die Rückwand 36 ist in der Schräge der Gleitfläche 33 des Spinnabstreifers geneigt. Vorzugsweise ist der Abstreifer 31 fest mit der Rückwand 36 verbunden, um für eine vollkommene Kontinuität der Gleitfläche für die Filamente zu sorgen, weiterhin hat diese feste Verbindung den Vorteil, dass nur ein einziges Teil geschwenkt zu werden braucht. Außerdem sind vorteilhafterweise, um das Gleiten der Filamente zu optimieren, Rückwand 36 wie Gleitfläche 33 des Abstreifers geprägt.

Die zylindrische Form der Rückseite 34 ergibt eine Konkavität, die eine Umlenkfläche für die strömende Luft bildet, um das Aufwickeln der geschleuderten Filamente um den Zugfaden 40 zu erleichtern.

Die Seitenwand 35, die sich auf der Seite der Wickelmaschine 12 befindet, ist mit einer Öffnung 38 versehen, die den Austritt des von den Filamenten umgebenen Zugfadens zur Wickelmaschine ermöglicht, wobei der Zugfaden 40 von einer Spule 41 abgewickelt und in das Aufnahmeelement 32 mit einer Diagonalen geführt wird, die ab dem seitlichen unteren Ende 39 der Öffnung 37 geht, die sich vor der mit der Öffnung 38 versehenen Seitenwand 35 befindet, und welche in die Öffnung 38 mündet. Der Zugfaden 40 kann vorteilhafterweise zu dem Ende 39 von einem Venturirohr 42 gebracht werden, welches das Ansaugen und das Ziehen des Fadens sicherstellt, damit dieser in der Öffnung 38 manuell mit einem nicht dargestellten Zuhaltestift zurückgewonnen werden kann.

Der von dem Zugfaden verfolgte diagonale Weg bedeutet, dass der Abstand zwischen der Filamentbahn und dem Zugfaden, der an dem Ende 39 vorbeiläuft, derart minimiert wird, dass nach Auftreffen der Bahn auf der Gleitfläche 33 des Abstreifers nach ihrem Ablösen durch die Klinge 31a des Abstreifers erste Filamente beginnen können, sich aufzuwickeln, um die nächsten der Bahn wie bei einem sich bildenden Schneeball mitzureißen, was ein besseres Aufwickeln der Filamente gewährleistet, im Gegensatz zum Stand der Technik, der einen Seelenfaden zeigt, der mittig in dem länglichen Element angeordnet ist, das die Glasfilamente aufnimmt.

Der erfindungsgemäße Zugfaden besteht nicht notwendigerweise aus einem Kunststoff wie im Stand der Technik, sondern kann einfach aus Glas bestehen. Der Zugfaden hat nicht als vordringliche Aufgabe, die Herstellung eines widerstandsfähigeren Fadens zu gewährleisten, sondern dient vor allem als Faden für die Führung und den Neustart. Dieser Zugfaden ist zur Bildung des Vorgarns notwendig, um es anschließend bis zur Wickelmaschine zu ziehen und dort aufzuwickeln.

Wenn das Aufwickeln des Vorgarns auf der Wickelmaschine begonnen hat, ist der Zug- oder Führungsfaden nicht mehr unerlässlich, da die Filamente des Vorgarns, die durch dessen Aufwicklung gezogen werden, automatisch die Filamente zum Ablösen vom Zylinder bringen. Dazu ist am Ausgang des Venturirohrs 42 ein Querschneider 43 vorgesehen, der dazu dient, den Zufaden nach Beginn des Aufwickelns des Vorgarns zu zerschneiden.

Selbstverständlich ist bei einem Zerbrechen des Vorgarns der Zugfaden, der dann als Neustartfaden bezeichnet wird, wieder unerlässlich, um das Aufwickeln der Filamente um ihn erneut zu starten, wenn sie sich vom Zylinder gelöst haben.

Der Zugfaden 40 hat auch den Vorteil, dass er die Anordnung der Wickelmaschine 12 an einer beliebigen Stelle in Bezug auf die Spinneinheit ermöglicht, unabhängig davon, ob auf derselben Höhe oder einer Höhe, welche die Bahn nach der Spinneinheit nicht geradlinig macht, wobei der Zugfaden somit einen Faden zur Führung und zur gesamten Unterstützung des gesamten Vorgarns bildet, was dessen Führung in einer gewundeneren Bahn erleichtert, und die Gefahr eines Zerbrechens des Vorgarns verringert. Der Faden 40 bildet vor allem einen erfindungsgemäßen Zugfaden und nicht notwendigerweise einen Seelenfaden, da er im Allgemeinen nach Beginn des Aufspulens des Vorgarns zerschnitten wird.

Schließlich kann durch die zwei oder mehreren Zugfäden die einzige Bedienkraft zwei oder mehrere Vorgarne in einem einzigen Arbeitsgarn erneut starten, was es erlaubt, die Produktivität der Anlage beträchtlich zu erhöhen.

Weitere Besonderheiten vervollständigen die erfindungsgemäße Vorrichtung. Nach der Öffnung 38 ist eine "Vordreheinrichtung" 70 angeordnet, die aus einem ringförmigen Organ besteht, das sich mit hoher Geschwindigkeit dreht und von dem Vorgarn durchlaufen wird, um dieses sich um selbst aufzuwickeln und abzurunden. Es ist jedoch noch erforderlich, nach der Einrichtung 70 das Volumen des Vorgarns derart einzustellen, dass dieses nicht struppig wird, was seine Verarbeitung unmöglich macht, wobei jedoch die Filamente in der Ausrichtung des Vorgarns bleiben. Es ist daher eine Düse 71 zum Einblasen von Luft, die sich unmittelbar nach der Einrichtung 70 befindet, vorgesehen, um die Filamente stärker zu vermengen und die Außenfläche des Vorgarns zu glätten.

Ein System 72 für das Unter-Spannung-Halten, das aus dem Stand der Technik bekannt ist und aus gegeneinander versetzt angeordneten Stäben derart besteht, dass das Vorgarn zwischen diesen Stäben durchläuft, ist nach der Düse 71 angeordnet, um dem Vorgarn die Spannung zu verleihen, die für den ordnungsgemäßen Aufbau der Spule erforderlich ist, die eine Dichte von 400 kg/m3 erreichen soll.

Vorteilhafterweise ist ein zweites Sprühsystem 61 (3) vorgesehen, das nach der Vorspinneinheit 50 und vor der L-förmigen Linie zum Ablegen der Filamente angeordnet ist, um die Oberfläche 21 des Zylinders 20 mit Schlichte zu versehen, um eine perfekte Beschichtung der Innenfläche der Bahn aus Filamenten zu gewährleisten, die an der Oberfläche 21 des Zylinders kleben.

Außerdem ist, anders als im Stand der Technik, wo die Zuführung der Filamente vom Fadenzug 13 bis zum Zylinder 20 manuell erfolgt, erfindungsgemäß ein nicht dargestellter Gelenkarm vorgesehen, um die Filamente auf dem Zylinder mechanisch anzuordnen.

Schließlich ist es möglich, eine wie in den 7 und 8 dargestellte Abwandlung der Vorrichtung vorzusehen, in welcher eine einzige Vorspinneinheit 50 und zwei Spinneinheiten 30 angeordnet sind, wobei jede Spinneinheit einen Abstreifer enthält, dessen Klinge 31a eine Länge besitzt, die der Anzahl der Filamente entspricht, die abgelöst werden sollen, um die Filamentbahn in zwei getrennte Teile zu unterteilen, um mit zwei entsprechenden Zugfäden auf zwei einzelnen Wickelmaschinen zwei Vorgarne zu erspinnen.

Die Anordnung der Vorspinneinheit 50 nach den zwei Spinneinheiten erlaubt es insbesondere, dass nur eine Spinneinheit betrieben wird, um erforderlichenfalls nur einen Teil der Bahn aufzuspulen, beispielsweise für Versuche, wobei der andere Teil der Bahn von der Vorspinneinheit gewonnen wird, um direkt in den Abfallschacht 14 geschickt zu werden.

Ein ähnlicher Fall, nämlich dann, wenn zwei Spinneinheiten nacheinander angeordnet sind, wovon nur eine betrieben wird, kann nicht mit einer Vorrichtung des Standes der Technik realisiert werden, da die Vorspinneinheit, die sich vor den zwei Spinneinheiten befindet, deshalb die gesamte Bahn und nicht nur einen Teil davon, damit der andere Teil dem Spinnen zur Verfügung steht, ablösen würde.

Auf dieselbe Weise können alle Varianten vorgesehen werden, die aus einer Vorspinneinheit und außerdem aus zwei Spinneinheiten bestehen, um gleichzeitig so viele Vorgarne wie einzelne Wickelmaschinen mittels genauso vielen Zugfäden zu erzeugen.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Herstellung einer Spule aus wenigstens einem Glasfilamente (10) umfassenden Vorgarn (M) auf mindestens einer Wickelmaschine (12), wobei die Vorrichtung

    – einen Ziehzylinder (20), um welchen die Filamente in Form einer Bahn aufgewickelt werden,

    – eine Spinneinheit (30), die einerseits einen wegschwenkbaren Spinnabstreifer (31), der mit einer Gleitfläche (33) versehen ist und an der Oberfläche (21) des Zylinders derart zum Anschlag kommen kann, dass die Filamente abgelöst werden, und andererseits ein Aufnahmeelement (32) für die vom Abstreifer abgelösten Filamente umfasst,

    – Mittel (40) zur Führung der Filamente in Form eines Vorgarns (M) im Aufnahmeelement (32) und bis zur Wickelmaschine (12) und

    – eine Vorspinneinheit (50) für die Filamente, die vorgesehen sind, in den Ausschuss zu kommen, die mit einer Vorspinntrommel (51) und einem Vorspinnabstreifer (52) versehen ist, der in der Lage ist, die Filamente von dem Zylinder abzulösen, damit sie in diese Trommel geschleudert werden, umfasst,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspinneinheit (50) nach der Spinneinheit (30) angeordnet ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (32) der Spinneinheit eine Rückseite (34), die an die Gleitfläche (33) des Spinnabstreifers anstößt, eine Rückwand (36) mit zylindrischer Konkavität mit einer zur Rotationsachse des Zylinders parallelen Längsachse und eine Längsvorderseitenöffnung (37) umfasst.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement (32) fest mit dem Spinnabstreifer (31) verbunden und derart angeordnet ist, dass seine Rückseite (34) und die Gleitfläche (33) des Abstreifers coplanar sind, wobei die Bewegung des Abstreifers auf der Oberfläche des Zylinders durch Schwenken der Spinneinheit erfolgt.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseite (34) des Aufnahmeelements und die Gleitfläche (33) des Abstreifers geprägt sind.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel (40) im Aufnahmeelement (32) der Spinneinheit vorgesehen sind, um in einer Diagonalen, die von einem vorderen unteren Ende (39) der Öffnung (37) bis zu einem oberen seitlichen Punkt (38) reicht, von einer Seite des Aufnahmeelements zur anderen zu führen.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel (40) aus einem Zugfaden bestehen.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugfaden aus Glas besteht.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugfaden aus thermoplastischem Material besteht.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Venturirohr (42) umfasst, das den Zugfaden (40) ansaugen und in das Aufnahmeelement (32) ziehen kann.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Querschneider (43) mit dem Ausgang des Venturirohrs (42) verbunden ist, um den Zugfaden (40) nach Beginn des Aufwickelns des Vorgarns auf der Wickelmaschine zu zerschneiden.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass am Ausgang des Aufnahmeelements (32) in Richtung Wickelmaschine (12) eine sich drehenden ringförmige Einrichtung (70) vorgesehen ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie nach der ringförmigen Einrichtung (70) eine Luftstrahldüse (71) umfasst, vor welcher das Vorgarn vorbeiläuft.
  13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie Beschichtungsmittel (60, 61) umfasst, die vor dem Ablegen der Filamente auf dem Zylinder (20) bzw. vor der Spinneinheit (30) angeordnet sind, um die Oberfläche des Zylinders vor Ablegen der Filamente bzw. die Filamente vor deren Ablösen vom Zylinder zu beschichten.
  14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens zwei Spinneinheiten (30) umfasst, die vor der Vorspinneinrichtung (50) angeordnet und in der Lage sind, zusammen oder einzeln zu arbeiten.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass jede Spinneinheit (30) einen Spinnabstreifer (31) umfasst, dessen Breite der Klinge einem Teil der Breite des Zylinders entspricht und zur Breite der anderen Klinge derart komplementär ist, dass die Filamentbahn in zwei Teile getrennt und abgelöst wird.
  16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das die Filamente bildende Glas E-Glas oder C-Glas ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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