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Dokumentenidentifikation DE102004038663A1 23.02.2006
Titel Vorrichtung und Methode zur Diagnose und Behandlungssteuerung von Erkrankungen mit Störung des Aufmerksamkeitsniveaus (z.B. ADHS)
Anmelder Rupprecht, Thomas, Prof., 91080 Uttenreuth, DE
Erfinder Rupprecht, Thomas, Prof., 91080 Uttenreuth, DE
DE-Anmeldedatum 09.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004038663
Offenlegungstag 23.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.2006
IPC-Hauptklasse A61B 5/16(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61B 5/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt die Inzidenz des ADHS in Deutschland auf etwa 2 bis 10% aller Kinder. Andere Quellen geben die Häufigkeit mit etwa 3 bis 4% aller Kinder im Grundschulalter an. Internationale Daten zeigen eine Häufigkeit von 3 bis 5%. Insgesamt ist das ADHS als die häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter anzusehen. Es fehlen objektive Tests, die eine objektive (apparative) Diagnose dieser Erkrankung ermöglichen und den Therapieerfolg überwachen können.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur objektiven Erfassung der freien Taktfrequenz einer Person, sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung.
Die Vorrichtung und die Messung dienen als Grundlage für die Diagnose von Störungen der inneren Rhythmizität (z. B. im Rahmen des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndromes ADHS) und zur Beurteilung der Wirkung verschiedener Therapiemaßnahmen.

Beschreibung[de]

Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt die Inzidenz des ADHS in Deutschland auf etwa 2 bis 10% aller Kinder. Andere Quellen geben die Häufigkeit mit etwa 3 bis 4% aller Kinder im Grundschulalter an. Internationale Daten zeigen eine Häufigkeit von 3 bis 5% dabei sind ganz überwiegend Jungen betroffen. Die Häufigkeit der Diagnose ist in den letzten 15 Jahren in allen Industrienationen deutlich angestiegen, hierbei herrscht keine Einigkeit, ob diese Zunahme der Inzidenz durch die verfeinerten Diagnosekriterien (ICD10 und DSM-IV-Score) oder eine tatsächliche Häufigkeitszunahme bedingt sind.

Insgesamt ist das ADHS als die häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter anzusehen.

Hinsichtlich der Pathophysiologie besteht trotz intensiver Bemühungen weiterhin fast völlige Unklarheit.

Ebenso fehlen objektive Tests die eine (apperative) Diagnose dieser Erkrankung ermöglichen und den Therapierfolg überwachen können.

Untersuchungen zur internen menschlichen Taktfrequenz sind seit etwas 50 Jahren ein etablierter Bestandteil der Psychopathologie. Bisherige Untersuchungen im Kindesalter konnten zeigen, dass wahrscheinlich jedes Kind eine relativ konstante individuelle Taktfrequenz besitzt, wenn ihm erlaubt wird, zum Beispiel eine Taste in ihm angenehmer Geschwindigkeit zu betätigen.

Untersuchungen zur freien Taktung ohne vorgegebene Frequenz bei Kindern mit ADHS liegen unseres Wissens nach derzeit nicht vor. Diese Untersuchungen sind aber unserer Ansicht nach von erheblicher Relevanz, da die freie Taktfrequenz eine Diagnosemöglichkeit und eine Möglichkeit der Therapieüberwachung darstellen könnte.

Aus der DE 37 02 528 A1 ist ein Verfahren zum Bestimmen des Vorhandenseins verschiedener neurologischer Beeinträchtigungen, insbesondere von Dyslexie, bekannt, bei dem bewegte zweidimensionale Bilder eingesetzt werden und die digitale Steuerung und Auswertung der Untersuchung mittels eines Computers durchgeführt wird.

Aus US 6,726,624 B2 ist ein Verfahren bekannt aus de Messung der Hauttemperatur auf ein ADHS zu schliessen, dieses Verfahren ist nach unserer Erfahrung zu ungenau und störanfällig.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein objektives Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, bei dem/der keine Beeinflussung der Tastfrequenz erfolgt und das unabhängig von Alter und Bildungsgrad des Patienten eingesetzt werden kann.

Des weiteren kann das erfindungsgemässe Verfahren auch für diverse andere Erkrankungen angewendet werden. So könnte beispielsweise mit Hilfe der objektiven Messung der individuellen Taktfrequenz auf zuverlässige Weise untersucht werden, wie schnell und auf welche Weise die zu testende Person auf plötzliche eintretende Störungen (Ablenkungen) reagiert, z. B. um die Konzentrationsfähigkeit zu prüfen.

Das erfindungsgemässe Verfahren kann dabei auch so ausgeführt werden, dass zusätzlich ein Störsignal auf dem Computerdisplay oder im Kopfhörer erzeugt wird.

Das erfindungsgemässe Verfahren kann schliesslich auch so ausgeführt werden, dass zunächst eine Abfolge gemessener Taktfrequenzen abgespeichert wird und diese mit der einer Vergleichsgruppe oder mit früheren Messungen der gleichen Person verglichen wird.

Die vorgenannte Aufgabe wird bei einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens mit einer Einrichtung zur Darstellung eines Bildes und einer Messeinrichtung zur objektiven Messung der Taktfrequenz eines Menschen dadurch gelöst, dass die Einrichtung zur Darstellung eines Bildes ein Computerdisplay und die Messeinrichtung mindestens eine standardisierte Taste enthält.

Vorteilhaft ist desweiteren die Verwendung von LCD-Displays, da diese platzsparend und leicht zu transportieren sind.

Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch so ausgebildet sein, dass eine Speichereinheit zur Speicherung der gemessenen Tastfrequenz vorhanden ist.

Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch eine Rechnereinheit für den Vergleich der gemessenen Taktfrequenzen mit den Werten anderer Personen aufweisen.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemässen Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen 8 bis 10.

Aufgrund des Einsatzes des Computers sind die wesentlichen Verfahrensschritte automatisierbar, so dass die Vorrichtung auch von Laien eingesetzt werden kann. Insbesondere bei der Verwendung eines Laptops kann die gesamte Vorrichtung auch in einer platzsparenden und transportablen Variante realisiert werden.

Anhand einer Figur wird im folgenden anhand einer bevorzugten Ausbildungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens beschrieben.

1 1 zeigt in schematischer Darstellung eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung.

Hierzu blickt die zu untersuchende Person 10 auf ein Computerdisplay 14, das ein sich auf Tastendruck veränderndes Objekt zeigt. Während die Person das Objekt (z.B. an und ausgeschaltetes Bild eines Lämpchens) visuell verfolgt, drückt sie mit einem Finger 16 eine standardisierte Taste 18.

Ein Kopfhörer 20 schirmt die Person gegen ungewollte akustische Störungen ab und dient zusätzlich zur Übermittlung von ggf. erforderlichen Störreizen.

Zur Signalverarbeitung werden die von der Taste 18 aufgenommenen Informationen an eine (nicht dargestellte) Rechnereinheit weitergegeben. Die Rechnereinheit berechnet aus den übermittelten Daten die Tastfrequenz aus den Intervallen zwischen den Betätigungen. Aus der Tastfrequenz werden Parameter zur Bewertung gewonnen (Vergleich mit Normalwerten, Standardabweichung Spannweite, Trendberechnungen und andere) Gleichzeitig steuert die Rechnereinheit die Veränderung des Objektes auf dem LCD-Display.

Über eine Bedieneinheit (nicht dargestellt, z.B. Computertastatur) kann das Untersuchungsverfahren gestartet, unterbrochen oder beendet werden. Wegen der Automatisierbarkeit des Verfahrens kann auch die zu untersuchende Person selbständig die Vorrichtung bedienen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur objektiven Erfassung der inneren Taktfrequenz einer Person, bei dem die Person keinem äußeren Reiz ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der Intervalle zwischen Tastendrücken durch eine elektronische Meßeinheit erfolgt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das ein visuelles veränderliches Objekt mit einem Computerdisplay erzeugt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach jeder Messung die gemessene Taktfrequenz mit Referenzwerten oder früheren Messungen der gleichen Person verglichen wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst eine Taktfrequenz gemessen wird, dann eine Behandlung Medikament oder Verhaltenstherapie), dann eine erneute Messung zur Therapiekontrolle erfolgt.
  5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit einer Einrichtung zur Darstellung eines zusätzlichen Störsignals als Bild oder akustischer Reiz, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Darstellung des Bildes ein Computer mit einem geeigneten Display ist und/oder eine Tonquelle aufweist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine Speichereinheit zur Speicherung der gemessenen Daten.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch eine Rechnereinheit für den Vergleich der gemessenen Daten mit Normalwerten oder früheren Messungen.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Speichereinheit zur Speicherung der gemessenen Daten und die Rechnereinheit zum Vergleich der gemessenen Daten und Auswertung hinsichtlich Ihrer statististischen Eigenschaften/Streuung, Spannweite und andere) im Computer integriert sind.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Computer portabel ist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die datenverarbeitende Auswerteeinheit im Computer integriert ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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