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Dokumentenidentifikation DE102004038697A1 23.02.2006
Titel Textilmaschine mit Luftförderer und Filtereinrichtung
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Stang, Bernhard, 85110 Kipfenberg, DE;
Zöpfl, Karl, 85055 Ingolstadt, DE
Vertreter Bergmeier, W., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 10.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004038697
Offenlegungstag 23.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.2006
IPC-Hauptklasse D01H 11/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse D01H 4/22(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Textilmaschine mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen (4), insbesondere eine Offenend-Spinnmaschine, mit wenigstens einem zentralen Luftförderer (6) zur Erzeugung eines Druckgefälles, wobei das erzeugte Druckgefälle zum Betrieb der einzelnen Arbeitsstellen (4) dient, sowie einer Filtereinrichtung (12) zur Reinigung des abgesaugten und durch den Luftförderer (6) hindurchtretenden Luftstroms. Erfindungsgemäß zeichnet sich die Textilmaschine dadurch aus, daß der Luftstrom aufgrund eines von dem zentralen Luftförderer (6) erzeugten Druckgefälles durch eine erste Filtereinrichtung (12) strömt und in der ersten Filtereinrichtung (12) neben einem Filterdurchtritt wenigstens ein Ausgang vorgesehen ist, der über eine Leitungseinrichtung (15) eingangsseitig an eine zweite Filtereinrichtung (16) angeschlossen ist, sowie einer Regelvorrichtung (14), welche den durch die erste Filtereinrichtung (12) fließenden Luftstrom zeitweise in den Ausgang umleitet.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Textilmaschine mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen, insbesondere eine Offenendspinnmaschine mit wenigstens einem zentralen Luftförderer zur Erzeugung eines Druckgefälles, wobei das erzeugte Druckgefälle zum Betrieb der einzelnen Arbeitsstellen dient, sowie einer Filtereinrichtung zur Reinigung des abgesaugten und durch den Luftförderer hindurchtretenden Luftstromes. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Reinigung von Filtereinrichtungen an Textilmaschinen, insbesondere an Offenendspinnmaschinen, bei denen Abluft von Arbeitsstellen gereinigt wird.

Für den Betrieb der einzelnen Arbeitsstellen von Textilmaschinen ist es aus einer Vielzahl von Gründen erforderlich an den einzelnen Arbeitsstellen eine Versorgung mit Unterdruck vorzusehen. Es ist dazu bekannt Luftförderer zu verwenden, welche an einer zentralen Stelle der Textilmaschine angeordnet sind und Luftmassen absaugen. Die Verbindung zwischen den einzelnen Arbeitsstellen und dem zentralen Luftförderer erfolgt dabei über eine Unterdruckleitung, welche sich über die gesamte Textilmaschine erstreckt und zu den einzelnen Arbeitsstellen hin verzweigt. Die abgesaugten Luftströme enthalten sogenannten Abgang in Form von Fasern und Garnresten. Um Störungen oder Verschmutzungen zu vermeiden ist es daher erforderlich diesen Abgang aus den abgesaugten Luftströmen herauszufiltern. Hierzu werden beispielsweise Filtereinrichtungen aus Drahtgittern verwendet, an welchen sich der Abgang anlagert. Nachteilig bei den bekannten Lösungen ist, daß solche Filtereinrichtungen häufig in relativ kurzen Zeitabständen vom Bedienpersonal der Textilmaschine zu reinigen sind. Oftmals treten Verschmutzungen der Filteranlagen auch nur sehr langsam auf und werden deshalb erst sehr spät bemerkt. Während dieses Zeitraums können sie aber die Qualität des beispielsweise produzierten Garns schon negativ beeinflussen. Des weiteren ist es bei Filtereinrichtungen nach dem Stand der Technik erforderlich sie während des Reinigens aus dem Luftstrom heraus zu trennen, was unter anderem mittels eines Bypaß-Betriebs erfolgt, wobei während dieses Zeitraums keine Filterwirkung gegeben ist.

Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Textilmaschine zu schaffen die besonders lange Wartungsintervalle ermöglicht, während der Filterwartung die Filterfunktion kontinuierlich ausübt und zudem, ausgehend von bekannten Textilmaschinen, mit besonders geringem Aufwand realisierbar ist.

Gelöst wird die Aufgabenstellung vorliegend durch eine Textilmaschine der eingangs genannten Art, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Luftstrom aufgrund eines von dem zentralen Luftförderer erzeugten Druckgefälles durch eine erste Filtereinrichtung strömt und in der ersten Filtereinrichtung neben einem Filterdurchtritt wenigstens ein Ausgang vorgesehen ist, der über eine Leitungseinrichtung eingangsseitig an eine zweite Filtereinrichtung angeschlossen ist, sowie einer Regelvorrichtung, welche den durch die erste Filtereinrichtung fließenden Luftstrom zeitweise in den Ausgang umleitet. Die erste Filtereinrichtung übernimmt die Aufgabe im Luftstrom enthaltenen Abgang aus dem durchtretenden Luftstrom herauszufiltern. Dabei lagert sich in zunehmendem Maße der im Luftstrom enthaltene Abgang an der Oberfläche der ersten Filtereinrichtung ab, während der übrige Luftstrom durch Filterdurchtritte hindurchströmt. Mit zunehmendem Anwachsen der Ablagerungen steigt der strömungstechnische Widerstand der ersten Filtereinrichtung und die Durchsatzrate des durchgesetzten Luftstromes nimmt bei gleichbleibender Leistung des Luftförderers ab. Sinkt die Durchsatzrate nun auf einen vorgegebenen Wert ab, erfolgt eine Umlenkung des Luftstromes zum Ausgang der ersten Filtereinrichtung und führt den an der Filterinnenwand der ersten Filtereinrichtung abgelagerten Abgang durch diesen Ausgang ab. Der Abgang gelangt anschließend über eine Leitungseinrichtung zur zweiten Filtereinrichtung, die ihn auffängt. Nach erfolgter Reinigung der ersten Filtereinrichtung in der beschriebenen Weise wird der Ausgang mittels einer Regelvorrichtung geschlossen und der Luftstrom wieder durch die erste Filtereinrichtung geleitet. Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat damit den Vorteil, daß eine Vielzahl von Reinigungszyklen ausführbar sind, ohne daß ein Maschinenbediener manuell eingreifen muß. Erst wenn die zweite Filtereinrichtung gefüllt ist, wird ein manuelles Eingreifen eines Bedieners erforderlich, um diese zu leeren. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, daß während des Leerens der zweiten Filtereinrichtung der Luftstrom weiterhin vollkommen ungestört durch die erste Filtereinrichtung geleitet wird. Damit ist ein kontinuierlicher Filterbetrieb gewährleistet, der für besonders gleichbleibende Druckverhältnisse an den Arbeitsstellen der Textilmaschine sorgt.

Für die praktische Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es vorteilhaft, wenn der Luftförderer wahlweise stromaufwärts oder stromabwärts der ersten Filtereinrichtung angeordnet ist. Somit kann die erfindungsgemäße Vorrichtung je nach Platzbedarf und Aufbau der Textilmaschine in besonders flexibler Weise angepaßt werden.

Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann auch ein zweiter Luftförderer vorgesehen werden der wahlweise stromaufwärts oder stromabwärts der zweiten Filtereinrichtung angeordnet ist. Mittels des zweiten Luftförderers kann durch dessen verstärkende Wirkung eine besonders effektive Absaugung des Abgangs aus der ersten Filtereinrichtung über den Ausgang erreicht werden.

Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist daher vorgesehen, daß ein vom zweiten Luftförderer an dessen Saugseite erzeugtes Druckniveau deutlich niedriger als das saugseitige Druckniveau des ersten Luftförderers ist. Damit kann mittels des zweiten Luftförderers ein in der ersten Filtereinrichtung angelagerter Abgang mit Hilfe des deutlich niedrigeren Druckniveaus in besonders effektiver Weise über den Ausgang aus der ersten Filtereinrichtung abgesaugt werden.

Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der ersten Filtereinrichtung besteht darin, daß diese ein Konusfilter ist. Der daran abgelagerte Abgang kann aufgrund der einfachen Filtergeometrie in besonders einfacher Weise von der Filtereinrichtung gelöst und daraus abgeführt werden.

Hierzu ist vorteilhafter Weise vorgesehen, daß am Konusfilter eine oder mehrere Reinigungseinrichtungen, insbesondere Reinigungsdüsen, angeordnet sind. Mit Hilfe dieser Reinigungseinrichtungen kann das Ablösen und der Abtransport von angelagertem Abgang während eines Reinigungsvorganges zusätzlich unterstützt werden. Besonders Reinigungsdüsen, welche einen zusätzlichen Luftstrom in den Filterinnenraum oder zu dessen Außenseite leiten unterstützen diesen Vorgang.

Zur Verbesserung der Reinigungswirkung ist es auch vorteilhaft, wenn Falschluftkanäle zur Zuleitung von Falschluft zur ersten Filtereinrichtung vorgesehen sind. Sie können dabei wahlweise die Falschluft zu der stromabwärts oder der stromaufwärts liegenden Seite des Konusfilters leiten. Hierdurch kann wahlweise zusätzliche Luft durch den Filterinnenraum geleitet werden. Wenn beispielsweise an der Schmalseite des Konusfilters Luft abgesaugt und über einen Falschluftkanal Umgebungsluft an der gegenüberliegenden Seite des Konusfilters zugeleitet wird verstärkt sich der Reinigungsluftstrom und damit die Reinigungswirkung. Alternativ kann aber auch Luft aus dem Konusfilter in der beschriebenen Weise abgesaugt und Falschluft zu der Außenseite des Konusfilters zugeleitet werden, so daß im Bereich der Filterdurchtritte eine Strömungsumkehr und damit eine verbesserte Ablösung des Abgangs erzielt wird.

Bei bestimmten Arten von Verunreinigungen hat es sich auch als besonders günstig erwiesen, wenn die Regelvorrichtung zur Steuerung der Bewegung des Luftstromes intermittierend steuerbar ist bzw. arbeitet. Hierdurch können impulsartig Kräfte auf den abzulösenden Abgang übertragen werden, wodurch auch stärker anhaftende Ablagerungen zu lösen sind.

Um eine besonders gute Ansammlung des Abganges an einer Stelle des Konusfilters zu erreichen ist es vorteilhaft, wenn die Konusspitze des Konusfilters nach unten weisend angeordnet ist. Dadurch sammelt sich bereits während des Betriebes des Konusfilters aufgrund der Schwerkraft der Abgang im untenliegenden Abschnitt des Filters und kann hernach besonders einfach daraus abgesaugt werden.

Vorteilhafterweise ist vorgesehen, daß sich an der Konusspitze des Konusfilters ein zylindrischer Abschnitt oder ein gegenläufig angeordneter Konus anschließt. Damit wird vermieden, daß sich im Bereich der Engstelle am Ausgang des Konusfilters Materialverdichtungen bilden, welche zu Verstopfungen während des Reinigungsvorgangs führen können.

Besonders bewährt hat sich in der Praxis auch, wenn der Luftförderer ein elektrisch betriebenes Gebläse ist. Derartige Gebläse sind besonders robust und mit ausgereifter Technik verfügbar. Darüber hinaus sind elektrisch betriebene Gebläse bei Bedarf über eine Steuerungseinrichtung in besonders einfacher und bedarfsgerechter Weise regelbar.

Als ebenfalls besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn der zweite Luftförderer über einen Luftkanal an eine oder mehrere an der Textilmaschine angeordnete Wartungseinrichtung angeschlossen ist und diese mit Unterdruck versorgt. So gibt es beispielsweise bei bekannten Offenendspinnmaschinen neben einer Unterdruckversorgung für die einzelnen Arbeitsstellen eine zweite Unterdruckversorgung, welche verfahrbare Wartungseinrichtungen über einen zentralen Luftkanal mit Unterdruck versorgen. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann gerade dieser zweite Luftförderer zur Absaugung des Abganges aus der ersten Filtereinrichtung eingesetzt werden. Dies läßt sich technisch in besonders einfacher und kostengünstiger Weise realisieren. Hierzu ist lediglich die zweite Filtereinrichtung über eine Leitungseinrichtung anzubinden, sowie eine Regelvorrichtung für die zeitweise Umlenkung des Luftstromes anzuordnen.

Strömungstechnisch besonders vorteilhaft ist es auch, wenn der erste und der zweite Luftförderer gemeinsam an einer Textilmaschine angeordnet sind. Dies ermöglichet kurze Leitungswege und vermeidet damit die unnötige Entstehung von Druckverlusten.

Bei einer ganz besonders vorteilhaften Ausführungsform mit einer zweiten Filtereinrichtung hat es sich bewährt, wenn dieser ein großvolumiger Luftsackfilter aus luftdurchlässigem textilen Gewebe ist. Diese Filterart kann besonders große Volumen aufnehmen, ist preiswert in der Herstellung und erlaubt bei einer manuellen Entleerung des Filters eine besonders einfache Handhabung des gefilterten Abgangs zusammen mit dem umschließenden Filtersack.

Das darüber hinaus von der Erfindung vorgeschlagene Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß wenigstens ein Luftförderer zusammen mit einer ersten und einer zweiten Filtereinrichtung verwendet wird, wobei der zu filternde Luftstrom über eine Regelvorrichtung so eingestellt wird, daß er im Normalbetrieb durch die erste Filtereinrichtung strömt, bei deren Verunreinigung aber zeitweise über einen Ausgang in eine zweite Filtereinrichtung umgelenkt wird. Auch hierbei wird die gewünschte Reinigungswirkung an der ersten Filtereinrichtung durch die Umlenkung des Luftstromes zu einer zweiten Filtereinrichtung erreicht. Je vollständiger dabei die Umlenkung erfolgt desto besser ist die Reinigungswirkung.

Zur Verstärkung der Reinigungswirkung ist vorteilhafterweise vorgesehen, daß der Luftstrom unter Einsatz eines zweiten Luftförderers durch die zweite Filtereinrichtung gefördert wird.

Als besonders vorteilhaft hat es sich dabei erwiesen, wenn der Luftstrom intermittierend umgelenkt wird. Hierbei entstehen schwingungsähnliche Zustände beziehungsweise Impulse, welche das Ablösen des Abgangs von den Filterwänden der ersten Filtereinrichtung erleichtern.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es besonders vorteilhaft, wenn der zweite Luftförderer mit einem niedrigeren Druckniveau als der erste Luftförderer betrieben wird, um die dabei auftretenden Druckdifferenzen für einen besonders effektiven Abtransport des Abgangs zu nutzen.

Weitere Vorteile der Erfindung sind im Zusammenhang mit den nachfolgenden Ausführungsbeispielen und der Zeichnung ausführlich beschrieben. Es zeigt darin:

1 eine schematische Seitenansicht auf eine erfindungsgemäße Textilmaschine;

2 einen schematischen Aufbau einer ersten erfindungsgemäßen Textilmaschine;

3 einen schematischen Aufbau einer zweiten erfindungsgemäßen Textilmaschine;

4 einen schematischen Aufbau einer dritten erfindungsgemäßen Textilmaschine;

5 einen schematischen Aufbau einer vierten erfindungsgemäßen Textilmaschine; und

6 einen schematischen Aufbau einer fünften erfindungsgemäßen Textilmaschine.

In 1 ist eine mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Textilmaschine 1 dargestellt. Bei der Textilmaschine 1 handelt es sich um eine Offenend-Spinnmaschine. Diese besteht aus einem unteren Maschinenanschnitt 2 sowie einem oberen Maschinenabschnitt 3. Der untere Maschinenabschnitt 2 weist eine Vielzahl von Arbeitsstellen 4 auf, die über eine Unterdruckleitung 5 mit Unterdruck versorgt werden. Weiterhin weist der untere Maschinenabschnitt 2 einen ersten Luftförderer 6 auf, der zur Erzeugung eines Unterdrucks dient. Der Antrieb des ersten Luftförderers 6 erfolgt über einen Elektromotor 7, der über einen Riemen 8 ein Gebläse 9 antreibt. Eine Eingangsseite 10 des Gebläses 9 ist an eine Unterdruckkammer 11 angeschlossen, in der sich ein Konusfilter 12 befindet. Der Konusfilter 12 ist seinerseits wiederum eingangsseitig an die Unterdruckleitung 5 angeschlossen und ausgangsseitig an einen zylindrischen Abschnitt 13. Hinter dem zylindrischen Abschnitt 13 befindet sich eine Regelvorrichtung 14, die beispielsweise als Strömungsventil oder -klappe ausgebildet sein kann und den Durchlaß durch eine Leitungseinrichtung 15 regelt.

Die Leitungseinrichtung 15 verbindet den unteren Maschinenabschnitt 2 mit dem oberen Maschinenabschnitt 3. Im Verlauf der Leitungseinrichtung 15 ist ein zweiter Filter 16 angeordnet, der als Luftsackfilter ausgebildet ist. Dieser ist von einer Filterkammer 17 umschlossen, so daß der durchströmende Luftstrom vollständig durch den zweiten Filter 16 hindurchgeleitet wird und anschließend gefiltert in den oberen Maschinenabschnitt 3 gelangt. Dort mündet die Leitungseinrichtung 15 in einen zweiten Luftförderer 18, der genauso aufgebaut ist wie der erste Luftförderer 6 und ein Gebläse 9 aufweist, das von einem Elektromotor 7 über einen Riemen 8 angetrieben wird. Die Leitungseinrichtung 15 mündet beim zweiten Luftförderer 18 in die Eingangsseite 10 des Gebläses 9. Der obere Maschinenabschnitt 3 besteht im weiteren aus einem Luftkanal 19, der eine entlang des Luftkanals 19 verfahrbare Wartungseinrichtung 20 mit Unterdruck versorgt.

Beide dargestellten Luftförderer 6 und 18 sind bei dieser Ausführungsform als Saugvorrichtungen ausgebildet. Vorteilhafterweise ist dabei das vom zweiten Luftförderer eingangsseitig erzeugte Druckniveau deutlich niedriger als das eingangsseitig vom ersten Luftförderer erzeugte Druckniveau. Dies ist besonders sinnvoll, da hierdurch der Abtransport von Ablagerungen im ersten Filter 12 deutlich verbessert wird. So wird im Normalbetrieb der Textilmaschine 1 der Luftstrom aufgrund des vom ersten Luftförderers 6 erzeugten Unterdrucks durch die Unterdruckleitung 5 in Richtung des ersten Filters 12 bewegt. Dabei ist die Regelvorrichtung 14 verschlossen und der Luftstrom fließt den Druckgradienten folgend entsprechend der Pfeile 21 durch den ersten Filter 12 hindurch in die Unterdruckkammer 11. Dort wird der Luftstrom vom ersten Luftförderer 6 abgesaugt. Zurück bleiben dabei Ablagerungen in Form von Fasern oder Fadenstücken, die einen sogenannten Abgang 22 bilden.

Hat sich nun so viel Abgang 22 an der Innenseite des ersten Filters 12 angelagert, so daß bei gegebener Leistung des ersten Luftförderers 6 ein ausreichender Luftstrom nicht mehr gewährleistet ist, wird der erste Filter 12 gereinigt in dem die Regelvorrichtung 14 geöffnet und der Abgang 22 in den zweiten Filter 16 gesaugt wird. Dieser Vorgang kann nun so oft wiederholt werden, bis auch der zweite Filter 16 gefüllt ist. Hierbei ist es aber möglich das vom zweiten Filter 16 aufzunehmende Volumen deutlich größer als Volumen des Konusfilters 12 auszulegen. Dies ist sinnvoll, da so der Konusfilter 12 mehrmals automatisch gereinigt werden kann, bevor auch der zweite Filter 16 gefüllt ist und auch dieser zu entleeren ist. Nach erfolgter Reinigung wird die Regelvorrichtung 14 dann wieder verschlossen und der Luftstrom strömt wieder durch den ersten Konusfilter 12.

Um die Reinigungswirkung an dem ersten Filter 12 zu verstärken, ist es möglich eine Luftklappe 23 zu öffnen. Durch die Luftklappe 23 strömt Falschluft in die Unterdruckkammer 11 und führt bei geöffneter Regelvorrichtung 14 zu einer Strömungsumkehr an den Filterwänden des Konusfilters 12. Dies erleichtert das Ablösen des Abgangs von den Filterwänden. Die Falschluft kann alternativ aber auch eingangsseitig in den Innenraum des Konusfilters 12 geleitet werden, wo sie zu einer Erhöhung der Durchströmgeschwindigkeit während des Reinigungsvorgangs und damit zu einem verbesserten Abtransport des Abgangs 22 führt.

Zusätzlich ist es möglich eine oder mehrere Reinigungsdüsen 24 an der Innenseite des ersten Filters 12 anzuordnen. Mit Hilfe solcher Düsen kann Druckluft in die Filterinnenseite des ersten Filters 12 geleitet werden, um Ablagerungen in Form von Abgang 22 abzulösen. Die Wirkung der Reinigungsdüse 24 beziehungsweise der Luftklappe 23 kann noch verstärkt werden, indem diese mit Druckluft versorgt werden. Dies kann z.B. dadurch geschehen, daß ausgangsseitig der Gebläse 9 Luft abgezapft und zu den Eingängen der Luftklappe 23 beziehungsweise der Düse 24 geleitet wird. Es ist aber auch möglich andere Druckluftquellen hierzu zu verwenden.

Alternativ zu der dargestellten Ausführungsform kann der zweite Filter 16 auch so angeordnet werden, daß er sowohl den aus dem ersten Filter 12 stammendem Abgang 22, als auch einen durch den Luftkanal 19 antransportierten Abgang 22 filtert. Hierdurch wird eine weitere Filteranlage im Bereich des oberen Maschinenabschnittes 3 eingespart.

In 2 ist eine weitere mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Textilmaschine anhand eines schematischen Aufbaus dargestellt. Auf der rechten Seite befindet sich dabei ein mit Unterdruck zu versorgender Maschinenabschnitt M1 der an ein Gebläse G1 angeschlossen ist. Das Gebläse G1 saugt den Luftstrom aus dem Maschinenabschnitt M1 heraus und leitet es zu einer Regelvorrichtung R. Die Regelvorrichtung R leitet den Luftstrom im normalen Betriebszustand durch den ersten Filter F1. Dieser Zustand ist mit dem oberen von R nach F1 weisenden Pfeil dargestellt. Bei dieser Führung des Luftstroms führt der Filter F1 seine Filterfunktion aus. Der in den Filter F1 einströmende Luftstrom wird gefiltert und strömt anschließend gereinigt aus, was durch den senkrecht nach oben verlaufenden Pfeil dargestellt ist. Besteht nun die Notwendigkeit den Filter F1 zu reinigen, leitet die Regelvorrichtung R den Luftstrom als Reinigungsluftstrom durch den Filter F1 hindurch zum Filter F2. Dieser Reinigungsluftstrom führt die angelagerten Verunreinigungen ab und ist mit dem durchlaufenden horizontalen Pfeil von R nach F2 dargestellt. Der so am zweiten Filter F2 ankommende Luftstrom wird dort gereinigt und strömt anschließend ebenfalls aus. Diese Ausführungsform ist besonders einfach im Aufbau. Sie kommt mit einem Gebläse G1 als Luftförderer aus, welcher den Luftstrom in Richtung der Filter F1 und F2 bläst.

In 3 ist eine andere bevorzugte Ausführungsform dargestellt, bei der das Gebläse G1 wiederum die Luft aus dem Maschinenabschnitt M1 heraussaugt und in Richtung der Regelvorrichtung R sowie dem Filter F1 bläst. Auch hierbei regelt die Regelvorrichtung R wieder, ob der Luftstrom vom Filter F1 gereinigt wird oder ob er als Reinigungsluftstrom durch diesen hindurch geleitet wird. Anders als bei der vorherigen Ausführungsform gelangt der Reinigungsluftstrom jedoch zunächst zu einem zweiten Gebläse G2, welches die Reinigungswirkung des Reinigungsluftstromes durch Ansaugen erhöht. Erst nach dem Durchlaufen des zweiten Gebläses G2 wird der Luftstrom durch den zweiten Filter F2 hindurchgeleitet und von diesem gereinigt. Eine Alternative zu der beschriebenen Ausführungsform besteht darin, daß ein zweiter Maschinenabschnitt M2 gleichzeitig an das Gebläse G2 angeschlossen ist. Der zweite Maschinenabschnitt M2 kann beispielsweise eine Unterdruckversorgung für Wartungseinrichtungen sein. Hierdurch wird eine doppelte Ausnutzung des Gebläses G2 erreicht. Mit dem gestrichelten Rechteck ist somit ein Bereich einer Textilmaschine 1 dargestellt, welcher über eine eigene Unterdruckversorgung verfügt und über eine Leitung zur Durchleitung von Reinigungsluft mit dem ersten Maschinenabschnitt M1 verbunden ist.

In 4 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der das erste Gebläse G1 den zu reinigenden Luftstrom über den Filter F1 aus dem ersten Maschinenabschnitt M1 absaugt. Die Regelvorrichtung R regelt dabei, ob der aus dem Maschinenabschnitt M1 abgesaugte Luftstrom gereinigt wird oder als Reinigungsluftstrom zum Gebläse G2 durchgeleitet wird. Im übrigen gilt für den zweiten Maschinenabschnitt M2 zusammen mit dem Gebläse G2 und dem zweiten Filter F2 das bereits zuvor unter 3 gesagte.

In 5 wird das erste Gebläse G1 wiederum so eingesetzt, daß es den zu reinigenden Luftstrom durch den Filter F1 aus dem ersten Maschinenabschnitt M1 absaugt. Die Regelvorrichtung R regelt wieder den Weg des jeweiligen Luftstromes. Im Normalbetrieb fließt der Luftstrom durch den Filter F1 und wird gereinigt. Anders als bei der vorhergezeigten 4 wird jedoch der Reinigungsluftstrom vom Regler R durch den Filter F1 direkt zu dem zweiten Filter F2 hindurchgeleitet, der die aus dem ersten Filter F1 stammenden Verunreinigungen ausreinigt. Im weiteren Verlauf saugt das zweite Gebläse G2 den gereinigten Reinigungsluftstrom ab. Vorteilhafter Weise ist dabei der wahlweise angeschlossene zweite Maschinenabschnitt M2 an den zweiten Filter F2 angeschlossen, um weitere Filtereinrichtungen zu erübrigen.

In 6 ist schließlich noch eine Ausführungsform beschrieben, bei der wiederum nur ein Gebläse G1 zum Einsatz kommt. Das Gebläse G1 saugt dabei den Luftstrom auf zwei verschiedenen Wegen aus dem ersten Maschinenabschnitt M1 ab. Der erste Weg sieht vor, daß die Luft gemäß der oberen Pfeillinie aus dem Maschinenabschnitt M1 in den ersten Filter F2 gelangt, dort gereinigt wird und anschließend in die Regelvorrichtung R gelangt. Diese leitet ihn weiter zum Gebläse G1. Ist der Filter F1 nun zu reinigen, so wird der Luftstrom aus dem Maschinenabschnitt M1 als Reinigungsluftstrom durch den ersten Filter F1 hindurchgesaugt, gelangt dann zur Regelvorrichtung R, die sie zum zweiten Filter F2 umleitet, der den Luftstrom schließlich reinigt, bevor er in das erste Gebläse G1 gelangt und abgesaugt wird.

Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Es sind für den Fachmann vielmehr zahlreiche Abwandlungen der Erfindung im Rahmen der Patentansprüche erkennbar und ausführbar. So können beispielsweise an Stelle der beschriebenen Luftförderer andere geeignete Vorrichtungen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus ist auch die Art der verwendeten Filter variierbar.


Anspruch[de]
  1. Textilmaschine mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen (4), insbesondere eine Offenend-Spinnmaschine, mit wenigstens einem zentralen Luftförderer (6) zur Erzeugung eines Druckgefälles, wobei das erzeugte Druckgefälle zum Betrieb der einzelnen Arbeitsstellen (4) dient, sowie einer Filtereinrichtung (12) zur Reinigung des abgesaugten und durch den Luftförderer (6) hindurchtretenden Luftstroms, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom aufgrund eines von dem zentralen Luftförderer (6) erzeugten Druckgefälles durch eine erste Filtereinrichtung (12) strömt und in der ersten Filtereinrichtung (12) neben einem Filterdurchtritt wenigstens ein Ausgang vorgesehen ist, der über eine Leitungseinrichtung (15) eingangsseitig an eine zweite Filtereinrichtung (16) angeschlossen ist, sowie einer Regelvorrichtung (14), welche den durch die erste Filtereinrichtung (12) fließenden Luftstrom zeitweise in den Ausgang umleitet.
  2. Textilmaschine nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftförderer (6) wahlweise stromaufwärts oder stromabwärts der ersten Filtereinrichtung (12) angeordnet ist.
  3. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter Luftförderer (18) wahlweise stromaufwärts oder stromabwärts der zweiten Filtereinrichtung (16) angeordnet ist.
  4. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein vom zweiten Luftförderer (18) an dessen Saugseite erzeugtes Druckniveau deutlich niedriger als das saugseitige Druckniveau des ersten Luftförderers (6) ist.
  5. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Filtereinrichtung (12) ein Konusfilter ist.
  6. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß am Konusfilters eine oder mehrere Reinigungseinrichtungen (24), insbesondere Reinigungsdüsen, angeordnet sind.
  7. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Falschluftkanäle (23) zur Zuleitung von Falschluft zum ersten Filter (12) vorgesehen sind.
  8. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Falschluftkanäle (23) die Falschluft zu der stromabwärts- oder stromaufwärtsliegenden Seite des Konusfilters leiten.
  9. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelvorrichtung (14) zur Steuerung der Bewegung des Luftstroms intermittierend ansteuerbar ist bzw. arbeitet.
  10. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Konusspitze des Konusfilters nach unten weisend angeordnet ist.
  11. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich an der Konusspitze des Konusfilters ein zylindrischer Abschnitt (13) oder ein gegenläufig angeordneter Konus anschließt.
  12. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftförderer (6,18) ein elektrisch betriebenes Gebläse ist.
  13. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Luftförderer (18) über einen Luftkanal (19) an eine oder mehrere an der Textilmaschine (1) angeordnete Wartungseinrichtungen (20) angeschlossen ist und diese mit Unterdruck versorgt.
  14. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und der zweite Luftförderer (6,18) gemeinsam an einer Textilmaschine (1) angeordnet sind.
  15. Textilmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Filtereinrichtung (16) ein großvolumiger Luftsackfilter aus luftdurchlässigem textilen Gewebe ist.
  16. Verfahren zur Reinigung von Filtereinrichtungen (12) an Textilmaschinen (1), insbesondere an Offenend-Spinnmaschinen, bei denen Abluft von Arbeitsstellen (4) gereinigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Luftförderer (6) zusammen mit einer ersten und einer zweiten Filtereinrichtung (12,16) verwendet wird, wobei der zu filternde Luftstrom über eine Regelvorrichtung (14) so eingestellt wird, daß er im Normalbetrieb durch die erste Filtereinrichtung (12) strömt, bei dessen Verunreinigung aber zeitweise über einen Ausgang in eine zweite Filtereinrichtung (16) umgelenkt wird.
  17. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom unter Einsatz eines zweiten Luftförderers (18) durch die zweite Filtereinrichtung (16) gefördert wird.
  18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom intermittierend umgelenkt wird.
  19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Luftförderer (18) mit einem niedrigeren Druckniveau als der erste Luftförderer (6) betrieben wird.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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