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Dokumentenidentifikation DE10203027B4 23.02.2006
Titel Nahtabdichtung
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Bulatow, Michael, Dipl.-Ing., 10969 Berlin, DE;
Wölke, Jürgen, Dipl.-Ing., 14974 Ludwigsfelde, DE
DE-Anmeldedatum 26.01.2002
DE-Aktenzeichen 10203027
Offenlegungstag 07.08.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.2006
IPC-Hauptklasse B60R 13/06(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B60J 5/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B60J 10/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Nahtabdichtung für einen Fügebereich zwischen Blechteilen einer Kraftfahrzeugkarosserie der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.

Aus dem Serienfahrzeugbau z. B. bei Personenkraftwagen von Mercedes-Benz ist bekannt, Fugen zwischen punktgeschweißten Blechteilen durch Nahtabdichtungen aus selbsthaftendem Kunststoff, wie z. B. PVC-Plastisol, zum Schutz vor Korrosion infolge eindringenden Wassers abzudichten. Um einen zuverlässigen Schutz vor Korrosion zu gewährleisten, darf die Nahtabdichtung nur sehr geringe Lageabweichungen zur abzudichtenden Fuge aufweisen, so dass das Aufbringen der Nahtabdichtung zeit- und kostenaufwändig ist.

Derartige Fugen sind z. B. an einem punktgeschweißten Verbindungsbereich zwischen Radhaus und Boden der Fahrzeugkarosserie vorhanden, wobei das Radhaus ein neben der Fuge angeordnetes Blechfeld aufweist, auf das zur Reduzierung der Schallabstrahlung in den Fahrzeuginnenraum eine übliche Schalldämmmatte aufgeklebt ist.

Des weiteren ist aus der DE 199 36 390 A1 eine Kraftfahrzeugtür mit einem Innen- und einem Außenblech bekannt, die an einem umlaufenden äußeren Falzflansch miteinander verklebt sind. Zur Abdichtung der Fuge zwischen den beiden Blechteilen ist dabei eine Dichtmittelanordnung mit drei übereinander liegenden Dichtebenen vorgesehen, die eine Elastomer-Türdichtung, ein Doppelklebeband und eine dünne PVC-Dichtfolie umfasst. Die Dichtfolie überdeckt die Fuge zwischen den Blechteilen und ist vollflächig dichtend auf an die Fuge angrenzende, streifenförmige Bereiche des Innen- und Außenblechs der Tür geklebt. Durch diese aufwändige Dichtmittelanordnung wird eine gute Abdichtung der Naht und eine passgenaue Befestigung der Türdichtung ermöglicht. Allerdings ist das Aufbringen der Nahtabdichtung aufgrund der Vielzahl der Dichtmittel insgesamt zeit- und kostenintensiv.

Kraftfahrzeugtüren sind üblicherweise mit einer Schalldämmung in Form einer Schalldämmmatte versehen, die flächig auf das Innenblech der Tür aufgeklebt ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Nahtabdichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art dahingehend weiterzuentwickeln, dass der Zeitaufwand zum Aufbringen der Nahtabdichtung deutlich reduziert werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Weitere die Erfindung in vorteilhafter Weise ausgestaltende Merkmale enthalten die Unteransprüche.

Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, dass die Nahtabdichtung über einen Längenbereich der abzudichtenden Naht von einem Flächenbereich einer ohnehin vorhandenen Schalldämmmatte gebildet ist. Das Aufbringen der etwas vergrößerten Schalldämmmatte verursacht dabei keinen nennenswerten zeitlichen Mehraufwand.

Um das Aufbringen der Dämmmatte noch weiter zu beschleunigen, kann diese zumindest im Überdeckungsbereich mit den Dichtzonen mit einer selbstklebenden Beschichtung versehen sein.

Zur Abdichtung der Fuge in einem vom Blechfeld weiter beabstandeten Längenabschnitt kann ein an die Dämmmatte anschließender Dichtstrang aus selbsthaftendem Kunststoff vorgesehen sein.

Um auch schwere, biegesteife Schalldämmmatten zuverlässig dichtend verkleben zu können, sollten die Dichtzonen im wesentlichen parallel zur Ebene des von der Schalldämmmatte überdeckten Blechfeldes verlaufen.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer zeichnerischen Darstellung näher erläutert.

In der Darstellung zeigen:

1 eine perspektivische Schrägansicht eines Fügebereichs zwischen einem Boden und einem Radeinbau einer Kraftwagenkarosserie

2 einen Schnitt durch den Fügebereich gemäß der Linie II-II in 1.

In 1 ist von der Karosserie 1 eines Kraftwagens nur ein hinterer, unterer Teil mit einer linken Seitenwand 2 dargestellt, die mit einem unteren Randbereich seitlich an einen Boden 3 aus Stahlblech anschließt und mit einem Rahmen 4 an eine Hecköffnung anschließt.

Die linke Seitenwand 2 umfasst einen hinteren Radeinbau 5 aus Stahlblech, der ein muldenförmiges Radhaus des Kraftwagens begrenzt. Der Radeinbau 5 weist eine vertikal verlaufende Seitenwand 6 auf, die im überwiegenden Bereich ihrer Fläche als im wesentlichen ebenes Blechfeld 7 ausgebildet ist.

Auf seiner dem Wageninnenraum zugewandten Seite ist das Blechfeld 7 im wesentlichen vollflächig mit einer handelsüblichen Schalldämmmatte 8 beklebt, welche die Übertragung von Schall in den Innenraum des Kraftwagens vermindert. Die wasserdichte Schalldämmmatte 8 ist hierzu auf ihrer gesamten dem Radeinbau 5 zugewandten Innenseite mit einer selbstklebenden Beschichtung versehen.

Der Radeinbau 5 ist in einem unteren Endabschnitt 9 durch eine Reihe von nicht dargestellten Schweißpunkten mit einem gegenüberliegenden, nach oben abgewinkelten seitlichen Randstreifen 10 des Bodens 3 verschweißt.

In Verbindung mit 2 ist ersichtlich, dass der Randstreifen 10 des Bodens 3 den Endabschnitt 9 des Radeinbaus 5 auf seiner dem Wageninnenraum zugewandten Seite überdeckt, wobei der Endabschnitt 9 und der Randstreifen 10 aufeinander liegen und eine Fuge 11 begrenzen.

Die lichte Breite der Fuge 11 ist aufgrund von Toleranzen bei Herstellung und Montage der Karosserie 1 Schwankungen unterworfen, so dass eine Abdichtung der Fuge 11 notwendig ist.

In einem mittleren Längenabschnitt verläuft die Fuge 11 im wesentlichen gerade entlang dem Blechfeld 7 und ist auf ihrer dem Wageninnenraum zugewandten Seite vollständig von einer Dichtbahn 12 überdeckt, die von einem unteren Randstreifen der Schalldämmmatte 8 gebildet wird.

Die Dichtbahn 12 ist über ihre gesamte Länge entlang einem unteren Längenabschnitt auf den Randstreifen 10 des Bodens 3 und entlang einem oberen Längenabschnitt auf eine streifenförmige Dichtzone 13 des Radeinbaus 5 geklebt, die das Blechfeld 7 an seiner Unterseite begrenzt.

Der Randstreifen 10 und die Dichtzone 13 sind annähernd parallel zum Blechfeld 7 angeordnet und begrenzen im Querschnitt gesehen einen stufenförmigen Bereich, in dem die Dichtbahn 12 vom Radeinbau 5 abhebt, so dass über die gesamte Länge der Dichtbahn 12 ein Hohlraum 14 ausgebildet ist.

Zur Abdichtung in ihren an den mittleren Längsabschnitt anschließenden, gekrümmten Endabschnitten ist die Fuge 11 über die gesamte Länge des vorderen Endabschnitts durch einen vorderen 15 und über die gesamte Länge des hinteren Endabschnitts durch einen hinteren Dichtstrang 16 an der dem Wageninnenraum zugewandten Seite überdeckt.

Die Dichtstränge 15 und 16 aus selbsthaftendem Kunststoffmaterial, wie z. B. PVC-Plastisol, werden in üblicher Weise auf die Fuge 11 sowie die daran angrenzenden Bereichen von Boden 3 und Radeinbau 5 aufgespritzt, wodurch die erforderliche Dichtwirkung erreicht wird. Durch die Dichtstränge 15 und 16 ist auch der Hohlraum 14 an seiner vorderen und hinteren Querschnittsöffnung dicht verschlossen.


Anspruch[de]
  1. Nahtabdichtung für einen Fügebereich zwischen Blechteilen einer Kraftfahrzeugkarosserie mit einer Dichtmittelanordnung, welche eine Fuge zwischen den miteinander verbundenen Blechteilen vollständig überdeckt, wobei die Dichtmittelanordnung eine Dichtbahn umfasst, die vollflächig dichtend auf an die Fuge angrenzenden, streifenförmigen Dichtzonen der Blechteile aufliegt und auf ein neben der Fuge angeordnetes Blechfeld der Karosserie eine Schalldämmmatte aufgeklebt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtbahn (12) ein Flächenbereich der Schalldämmmatte (8) ist.
  2. Nahtabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtbahn (12) zumindest im Überdeckungsbereich mit den Dichtzonen (10, 13) auf ihrer Innenseite mit einer selbstklebenden Beschichtung versehen ist.
  3. Nahtabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittelanordnung zumindest einen Dichtstrang (15, 16) aus selbsthaftendem Kunststoffmaterial umfasst, durch welchen die Fuge (11) in einem an die Dichtbahn (12) anschließenden Längenabschnitt abgedichtet ist.
  4. Nahtabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtzonen (10, 13) im wesentlichen parallel zur Ebene des Blechfeldes (7) verlaufen.
  5. Nahtabdichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittelanordnung zur Abdichtung einer Punktschweißnaht zwischen einem Fahrzeugboden (3) und einem Radeinbau (5) vorgesehen ist, wobei eine Seitenwand (6) des Radeinbaus (5) das Blechfeld (7) aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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