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Dokumentenidentifikation DE3886510T3 23.02.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0000321117
Titel Verfahren und System zum von lokalem Fluidium assistierten Spritzgiessen und dadurch hergstellter Körper.
Anmelder Melea Ltd., Gibraltar, GI
Erfinder Loren, Norman S., Warren Michigan 48091, US
Vertreter Rehders, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 40221 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 3886510
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 28.11.1988
EP-Aktenzeichen 883112609
EP-Offenlegungsdatum 21.06.1989
EP date of grant 22.12.1993
EPO date of publication of amended patent 13.07.2005
Veröffentlichungstag der Übersetzung europäischer Ansprüche 02.09.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.2006
IPC-Hauptklasse B29C 45/17(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf ein gasunterstütztes Spritzgussverfahren und eine -vorrichtung sowie einen damit geformten Körper und insbesondere auf ein örtlich gasunterstütztes Spritzgussverfahren und eine -vorrichtung sowie auf einen Körper, der mit Hilfe des Verfahrens und der Vorrichtung geformt ist.

Technischer Hintergrund

Auf dem Gebiet des Kunststoffformens ist es allgemein bekannt, ein unter Druck stehendes Gas in Verbindung mit dem Spritzgießen von Gegenständen zu benutzen. Das unter Druck stehende Gas ist typischerweise Stickstoffgas, das in den geschmolzenen Kunststoff eingebracht wird.

Unter Druck stehendes Gas kann vielen Zwecken dienen. Es erlaubt erstens, den so geformten Gegenstand mit hohlen Innenbereichen zu versehen, wodurch Gewicht- und Materialersparnisse erreicht werden. Es vermindert zweitens die eingeformten Spannungen, indem die hohen Haltedrücke in der zweiten Stufe des Spritzgießens vermieden werden. Hierdurch wird ebenfalls das Teilegewicht vermindert, da das Gas benutzt wird, um das Teil auszufüllen. Das unter Druck stehende Gas erzeugt drittens einen nach außen gerichteten Druck und zwingt dadurch den Kunststoff zur Anlage an die Oberflächen des Formhohlraums, während sich der Gegenstand verfestigt. Dies verbessert die Oberflächenqualität, indem Einfallstellen vermieden werden, insbesondere in Bereichen, wo der Gegenstand dickere Kunststoffquerschnitte aufweist, wie z. B. an Verstärkungsrippen oder -vorsprüngen.

Mit dem gasunterstützten Spritzgussverfahren ist jedoch ein Problem verbunden, das darin besteht, dass einige Teile eine solche Größe und Gestalt aufweisen, dass die normalerweise mit der Verwendung des gasunterstützten Spritzgussverfahrens verbundenen Vorteile vermindert werden. Zum Beispiel ist es für einige Teile praktisch unmöglich, dass das in die Einspritzöffnung eingeführte Gas bis in die entferntesten Bereiche des Formhohlraums gelangt. In diesem Fall wären sehr komplizierte Gaskanalgestaltungen im Teil erforderlich, um das Gas in den örtlichen Bereich zu bringen, wo es benötigt wird und es zu den entferntesten Abschnitten der Form zu bringen.

In der UK-Patentanmeldung 2 139 548 ist ein Spritzgussverfahren beschrieben, bei dem ein unter Druck stehendes Gas in einen Strom von Kunststoffmaterial an einem oder mehreren ausgewählten Bereichen in den Formhohlraum eingebracht wird.

In dem US-Patent 4 474 717 werden ein örtlich gasunterstütztes Spritzgussverfahren und eine -vorrichtung beschrieben, die eine Sonde mit einem Kopf mit einer oder mehreren Gasöffnungen aufweisen. In einer Ausführungsform ist die Sonde zurückziehbar.

In dem deutschen Patent 2 106 546 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Kunststoffschuhabsätzen mittels unter Druck stehendem Gas, das in die Mitte der Kunststoffmasse geblasen wird, beschrieben. Der sich ergebende Hohlraum wird mit einem Kunststoffschaum gefüllt.

In dem US-Patent 3 044 118 wird ein Formverfahren beschrieben, bei dem Kunststoff in einem Formhohlraum mit einem damit in Verbindung stehendem Vorratsraum geformt wird. Nachdem der Formhohlraum mit geschmolzenem Kunststoffwerkstoff gefüllt ist und der Vorratsraum teilweise mit thermoplastischem Werkstoff gefüllt ist, wird Gas unter Druck direkt auf die Oberfläche der Schmelze im Vorratsraum aufgebracht, wodurch die Schmelze in den Formhohlraum zurückfließt, um die Volumenveränderung auszugleichen, die bei der Verfestigung und Abkühlung des thermoplastischen Werksstoffs eintritt.

Anforderungen an das Teil und Erfordernisse der Formgestaltung, (d. h. dünne Stahlquerschnitte) können indessen das Einbringen von Gas direkt in das Teil verhindern.

Darstellung der Erfindung

Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht sie aus einem Verfahren zum Herstellen eines hohlgeformten Körpers aus Kunststoffharz mittels einer gasunterstützten Spritzgießvorrichtung mit einer Form, die eine Einspritzöffnung und einen Hohlraum zum Formen des Körpers aufweist, mit den folgenden Schritten:

Einspritzen einer geschmolzenen Harzmenge, die zur Herstellung des Körpers ausreicht, ausgehend von einer Einspritzdüse durch die Einspritzöffnung, entlang einem Harzfließweg und in den Hohlraum in der Form; Einbringen eines Gases in die Harzschmelze durch wenigstens eine Öffnung, um das Harz wenigstens teilweise über Innenflächen, die den Hohlraum bilden, zu verteilen, wodurch der Körper innerhalb des Hohlraums geformt wird; Abkühlen des so geformten Körpers auf eine Temperatur unterhalb des Erweichungspunktes des Harzes; Entlasten des Drucks innerhalb des Körpers und Öffnen der Form, um den Körper zu entformen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Teilmenge der Harzschmelze während des Einspritzens des Harzes in den Hohlraum veranlasst wird, von dem Hohlraum in einen Harzvorratsbehälter in der Form zu fließen, so dass das Harz den Harzvorratsbehälter wenigstens teilweise füllt, wobei das Verfahren den Schritt des Einbringens des unter Druck gesetzten Gases in die Harzschmelze durch die wenigstens eine Öffnung im Harzvorratsbehälter, der mit der Gasöffnung und dem Hohlraum in der Form in Verbindung steht, umfasst.

Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Spritzgussvorrichtung zum Herstellen eines hohlgeformten Körpers aus Kunststoffharz mit einer Form, einer Quelle für unter Druck gesetztes Gas und einer Spritzgießmaschine mit einer Spritzdüse zum Einspritzen einer geschmolzenen Harzmenge, die zum Herstellen des Körpers ausreicht, in die Form durch eine Harzeinspritzöffnung entlang einem Harzfließweg und in den Hohlraum, Gaseinführmitteln, um örtlich Gas in die Harzschmelze durch wenigstens eine Gasöffnung einzubringen, um das Harz wenigstens teilweise über die Innenfläche, die den Hohlraum begrenzt, zu verteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Form einen Harzvorratsbehälter aufweist, der mit dem Hohlraum in Verbindung steht, um das Kunstharz, das von dem Hohlraum während des Einspritzens von Harz in den Hohlraum fließt, aufzunehmen, wobei die Gasöffnung in dem Harzvorratsbehälter von der Einspritzöffnung beabstandet angeordnet ist und der Harzvorratsbehälter mit der Gasöffnung und dem Hohlraum in der Form in Verbindung steht.

Ein Hohlkörper, der mittels des Verfahrens und der Vorrichtung geformt ist, weist einen im Wesentlichen in sich geschlossenen Hohlkörperbereich auf, der innerhalb des Körpers durch das Gas gebildet ist.

In einer Ausführungsform weist die Form einen mit dem Hohlraum in Verbindung stehenden Überlaufbehälter auf. Überschüssiges Harz füllt wenigstens teilweise den Überlaufbehälter während der Verteilung des Harzes über die Innenflächen aus.

Bei einer anderen Ausführungsform wird die Gasöffnung durch einen Stift gebildet, und der Druck wird durch diesen Stift abgebaut.

Die Ziele, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich ohne weiteres aus der nachfolgenden, ins Einzelne gehenden Beschreibung in der besten Art und Weise, die Erfindung zu verwirklichen, in Verbindung mit den nachstehenden Zeichnungen:

Kurze Erläuterung der Zeichnungen

1 ist eine schematische Ansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt, einer üblichen, gasunterstützten Spritzgießvorrichtung, mit einer Form in der geöffneten Stellung, einer Gasquelle, dem dazugehörigen Steuerventil sowie einer Spritzgießmaschine mit einer Düse;

2 ist ein Blockdiagramm, in dem die verschiedenen Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt sind;

3 ist eine schematische Ansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt, die das erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung darstellt, wobei ein örtliches Einbringen eines Fluids durch die Einrichtung eines Harzvorratsbehälters außerhalb des Formhohlraums erreicht wird;

4 ist eine Ansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt eines Bereichs des mittels des Verfahrens und in der Einrichtung gemäß 3 geformten Körpers entlang der Linie 4-4;

5 ist eine seitliche Schnittansicht von ineinander gestapelten Mülltonnen, die entsprechend der vorliegenden Erfindung hergestellt sind;

6 ist eine vergrößerte Ansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt, eines Ringlippenbereichs einer der Mülltonnen;

7 ist eine Draufsicht auf einen ersten, in sich geschlossenen Hohlkörperbereich ohne Darstellung eines Harzvorratsbehälters;

8 ist eine Ansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt, entlang den Linien 8-8 in 7, während des Formens des ersten Körperbereichs;

9 ist eine Draufsicht auf einen zweiten in sich geschlossenen Hohlkörperbereich ohne Darstellung eines Harzvorratsbehälters;

10 ist eine Ansicht, teilweise aufgebrochen und im Schnitt entlang den Linien 10-10 in 9, während des Formens eines zweiten Körperbereichs;

11 ist eine Draufsicht auf den ersten Körperbereich und einen zugeordneten Überlaufbehälter;

12 ist eine Ansicht, mit der die Erfindung anhand eines Angusssystems mit mehreren Anschnitten dargestellt ist; und

13 ist eine Ansicht der Erfindung in Verbindung mit einem Heißkanalsystem.

Beste Art und Weise der Verwirklichung der Erfindung

Unter Bezugnahme auf 1 ist eine übliche gasunterstützte Spritzgießvorrichtung, die allgemein mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet ist, dargestellt, um Kunststoffkörper aus Kunststoffharz herzustellen. Ein allgemeines Verständnis der verschiedenen Bestandteile der Einrichtung 10 ist nützlich, um das Verfahren und die Vorrichtung nach der vorliegenden Erfindung zu verstehen.

Kurz dargestellt umfasst die Spritzgießvorrichtung 10 eine Spritzgießmaschine, die allgemein mit der Bezugsziffer 12 bezeichnet ist, mit einer Spritzdüse, die allgemein mit der Bezugsziffer 14 bezeichnet ist, um vorbestimmte Mengen oder Schüsse von geschmolzenem Harz einzuspritzen. Die Spritzgießmaschine 12 umfasst eine hydraulisch verschiebbare Schnecke 16, die in einer Bohrung 18 eines Mantels 20 der Spritzgießmaschine 12 angeordnet ist. Die Schnecke 16 plastifiziert das Harz und transportiert es in Richtung der Düse 14. Nach vollständiger Plastifizierung des Harzes wird die Schnecke 16 hydraulisch gegen den Endbereich 22 des Mantels 20 bewegt, um geschmolzenen Kunststoff in bekannter Weise durch die Düse 14 einzuspritzen.

Die Spritzgießvorrichtung 10 umfasst des Weiteren eine Quelle 24 für unter Druck stehendes Gas, die unter Druck stehendes Gas (d. h. typischerweise Stickstoffgas) der Düse 14 über ein Gassteuerventil 26 zuführt. Das Ventil 26 steuert den Strom von unter Druck stehendem Gas von der Gasquelle 24 in Abstimmung mit dem Einspritzvorgang des geschmolzenen Kunststoffs durch die Düse 14 in ebenfalls allgemein bekannter Weise.

Die Spritzgießvorrichtung 10 umfasst des Weiteren eine Form oder ein Formwerkzeug, das allgemein mit der Bezugsziffer 28 bezeichnet ist. Wie in 1 dargestellt, umfasst die Spritzgussform 28 ein zweiteiliges Formwerkzeug. Eine dieser Formhälften weist einen Zentrierring 30 zum Zentrieren des Einspritzendes der Düse 14 auf. Der Zentrierring 30 ist an einer Druckplatte 32 angeordnet, die selber wiederum mit einer Fomhohlraumträgerplatte oder Formhohlraumplatte 34 verbunden ist. Eine Angussbuchse 36 ist innerhalb des Zentrierrings 30 angeordnet und wird durch die Druckplatte 32 unterstützt.

Führungsbolzen 38 an der Formhohlraumträgerplatte 34 bilden die eine Hälfte einer Bolzen/Buchsenführung für die erste Platte an der zweiten Platte der zweiteiligen Form 28.

Im Einzelnen weist die zweite Platte Führungsbuchsen 40 auf (von denen nur eine dargestellt ist), in denen die Führungsbolzen 38 gleitend aufgenommen und geführt sind, wenn die Form 28 geschlossen ist. Die Führungsbuchsen 40 werden in einer Kernträgerplatte 42 gehalten. Die Kernträgerplatte 42 ist an einer Druckplatte 44 befestigt, die ihrerseits mit einer Auswerferträgerplatte 46 verbunden ist. Die Auswerferträgerplatte 46 ist mit einer Auswerferplatte 48 verbunden, die durch Tragsäulen 50 unterstützt ist. Die Druckplatte 44 ist an den Enden eines U-förmigen Auswerfergehäuses 52 befestigt, in dem die Tragsäulen 50 ebenfalls befestigt sind.

Die Auswerferträgerplatte 46 dient als Träger für mehrere Gegenbolzen 54, Auswerferstifte 56 und einen Angussausziehstift 58, die sich in Richtung der Formhohlraumplatte 34 und durch die Platten 42 und 44 hindurch erstrecken. Die Auswerferstifte 56 dienen zum Auswerfen der Teile P, die in der Form 28 geformt werden. Der Angussausziehstift 58 ist fluchtend zur Angussbuchse 36 angeordnet.

Entsprechend der Darstellung in 1 sind die Teile P durch einen Anguss 60, einen Angusskanal 62 und Angussanschnitte 64 miteinander verbunden, die einen Harzfließweg von der Angussbuchse 36 zu den Formhohlräumen 66 bestimmen. Gegenüberliegende Flächen eines Kernteils 68 und eines Hohlraumteils 70 bestimmen die Formhohlräume 66. Die Kernteile 68 sind an der Kernplatte 42, und die Hohlraumteile 70 sind an der Formplatte 34 angeordnet.

Unter Bezugnahme auf die 3 ist eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt. Insbesondere weist die Spritzgussform 28 einen Harzvorratsbehälter 112 außerhalb eines Formhohlraums 114 der Form 28 auf. Gas wird in den Harzvorratsbehälter 112 durch einen Durchgang 116, der durch einen Einsatz 116 gebildet ist, eingeleitet. Das Gas strömt von dem Ventil 26 durch den Durchgang 116 und durch eine Gasöffnung 118, die sich durch den Harzvorratsbehälter hindurch und bis in das eigentliche Teil erstreckt. Vorzugsweise füllt der Harzstrom den Harzvorratsbehälter 12 bevor die erforderliche Harzmenge für das Formteil erreicht ist, so dass durch das Gas das endgültige Ausfüllen des Formhohlraums ohne Gasdurchbruch durch das Harz bewirkt wird. Durch diese Gestaltung lässt sich eine bessere Formkonstruktion erreichen, die weniger Wartung erfordert.

Es ist offensichtlich, dass es zahlreiche Wahlmöglichkeiten für Eintritts- und Austrittsvorrichtungen gibt, um bezüglich des Teils einen gesteuerten Gaseintritt und Gasaustritt zu erreichen.

In dem Beispiel der 3 bis 6 wird eine Mülltonne 120 geformt und mehrere dieser Mülltonnen lassen sich, wie in 5 dargestellt, ineinander stapeln. Dies gilt auch, obwohl es höchst erwünscht ist, einen verstärkten Rand 122 zu erhalten, der rund bleibt und eine entsprechende Lippe aufweist. Die Größe und die Form der Mülltonne 120 schließt typischerweise die Anwendung einer Gasverteilung vom Anguss der Form 28 her aus. Zum Beispiel schließt die Forderung der Ineinanderstapelbarkeit die Verwendung von Gaskanälen von dem Anguss her aus. Ebenso kann der dünne Lippenquerschnitt 124 des Randes 122 der Mülltonne das Einbringen des Gases direkt in den Rand 122 ausschließen, da dem Probleme der Werkzeuggestaltung (d. h. dünne Stahlquerschnitte) und Anforderungen an das Teil entgegenstehen können.

Die 7 und 9 stellen erste und zweite in sich geschlossene Hohlkörper dar, die jeweils allgemein mit den Bezugsziffern 72 und 74 bezeichnet sind und die durch das Einspritzen eines Gases jeweils durch Gasöffnungen 73 und 75 geformt werden. Das Verfahren und die Vorrichtung umfassen einen allgemein mit der Bezugsziffer 76 bezeichneten Stift, der die Gasöffnungen 73 und 75 bildet und der sich in die Hohlkörper 72 und 74 erstreckt. Es lassen sich auch ein oder mehrere Stifte 76, mit oder ohne Gasunterstützung von der Düse her, bei manchen Anwendungen einsetzen.

Eine Spitze 78 des Stifts 76 unterteilt jede der Gasöffnungen in ein Paar Austrittsöffnungen 80 und 82, die sich im Wesentlichen in entgegengesetzter Richtung erstrecken, um das Harz in entgegengesetzte Richtungen zu verteilen und erste und zweite Hohlräume 84 und 86 in jedem der Hohlkörper 72 und 74 zu formen. Die Austrittsöffnungen 80 und 82 verhindern, dass das Gas sich nur in eine Richtung bewegt; des Weiteren brauchen das Gas und das Harz keine weiten Wege zurücklegen. Alternativ dazu kann jede der Gasöffnungen in einer einzigen Austrittsöffnung enden.

Die Spitze 78 kann thermisch verhältnismäßig gut leitend oder verhältnismäßig schlecht leitend sein.

Der Gaseintritt in die Körper 72 und 74 von dem Stift 76 aus erfolgt vorzugsweise parallel zum Harzfließweg. Der Druck des Gases kann höher, niedriger oder gleich dem Druck des Harzes in der Form sein.

Das Gas lässt sich durch den Stift 76 entlüften oder lässt sich an einem anderen Ort, der von dem Stift 76 entfernt ist, entlüften, um das Teil von dem Gasdruck zu entlasten. Der Gasaustritt aus der Form erfolgt vorzugsweise durch den Stift 76, kann jedoch auch an anderer Stelle in der Form oder durch Zurückziehen des Stifts erfolgen.

Die Spritzgießvorrichtung kann einen Überlauf in den Überlaufbehälter, der, wie in 11 dargestellt, im Wesentlichen gegenüber der Gaseinspritzöffnung 73 angeordnet ist; zulassen.

Der Überlaufbehälter 88 erleichtert die Bildung von in sich geschlossenen Hohlkörpern 72 und 74, die, soweit es irgend möglich ist, in sich geschlossen sind, abhängig von unbedeutenden Änderungen bei den Prozessparametern.

Der Angussanschnitt zwischen Harzvorratsbehälter 112 und dem eigentlichen Teil wird entfernt, nachdem der Formvorgang beendet ist. Ebenso wird der Angussanschnitt zwischen dem Überlaufbehälter 88 und dem Körper 72 entfernt. Ein sich irgendwie ergebendes Loch, das durch den Gasstrom zu und von dem Teil verursacht wird, lässt sich in einer beliebigen Zahl von Möglichkeiten schließen, um Verunreinigungen im Teil während nachfolgender Kunststoffbearbeitungsschritte zu vermeiden.

Des Weiteren lässt sich mit zwei Gasöffnungen im Formhohlraum (d. h. 180° voneinander beabstandet) eine Querwand im Hohlkörper formen, um auf diese Weise zwei getrennte Hohlräume hervorzurufen. Die Querwand wird um etwa 90° beabstandet von jeder der Fluidöffnungen geformt.

Die Vorrichtungen gemäß 3 lassen sich in Verbindung mit einem normalen Anguss mit einer Düse in einem Spritzgießsystem mit einer Vielzahl von Harzfließöffnungen von einem einzigen Anguss 91 aus in ein Teil 92, wie in 12 dargestellt, oder mit einem Heißkanalverteiler 94 mit einer Düse, wie in 13 dargestellt, verwenden.

Unter Bezugnahme auf 2 in Verbindung mit 3 sind als Fließbild die Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt.

Beim Schritt 96 wird Kunststoffharz in die Form 28 durch eine Einspritzöffnung, die in der Angussbuchse 36 vorhanden ist, eingespritzt.

Beim Schritt 98 wird Gas in die Form 28 durch die Gasöffnung 118, gesteuert durch das Ventil 26, eingebracht.

Beim Schritt 100 drückt das Gas den Kunststoffgegenstand im Formhohlraum 66 gegen dessen Innenflächen bis der Gegenstand abgekühlt ist.

Beim Schritt 102 wird das Gas durch eine im Teil geformte Öffnung entlüftet und durch den Gasdurchgang 116 und die Öffnung 118, gesteuert durch das Ventil 126, abgelassen. Es ist offensichtlich, dass zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen zur Verfügung stehen, um den Entlüftungsschritt in einer geeigneten Weise durchzuführen.

Beim Schritt 104 wird die Form 28 geöffnet, um das Teil aus der Form 28 zu entnehmen.

Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ergeben zahlreiche Vorteile.

Zum Beispiel erhitzt das geschmolzene Harz die Spitze 78 des Stifts 76 gemäß 8 und 10, wenn diese gut wärmeleitend ist, so dass eine vorzeitige Hautbildung im Bereich der Gasöffnung verhindert wird. Desgleichen durchstößt der Spitzenbereich jede Hautbildung in der Form, wenn ein verschiebbarer Stift mit einer nicht leitenden Spitze verwendet wird. Wenn die Spitze wärmeleitend ist, verschließt das geschmolzene Harz das durch die Spitze gebildete Loch, wenn die Spitze zurückgezogen wird. Alternativ dazu lässt sich durch das Zurückziehen des Stifts die Bildung eines kleinen Entlüftungslochs in dem Teil bewirken, wenn die Gasöffnung mit dem Stift koaxil verläuft.

Das Verfahren und die Vorrichtung halten einen Druck in bestimmten Bereichen der Form aufrecht, um die Bildung von Einfallstellen während der Verfestigung des Harzes zu vermeiden. Das Verfahren und die Vorrichtung sind geeignet, Hohlkörper in einem Bereich zu bilden, der sich mit einer einzigen Gaszufuhröffnung über die Einspritzöffnung nicht erreichen lässt. Des Weiteren lässt sich mit einer Mehrzahl von Harzvorratsbehältern eine Unterteilung der Hohlkörper erreichen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Herstellen eines hohlgeformten Körpers aus Kunststoffharz mittels einer gasunterstützten Spitzgießeinrichtung mit einer Form, die eine Einspritzöfffnung und einen Hohlraum zum Formen des Körpers aufweist, mit den folgenden Schritten:

    Einspritzen einer geschmolzenen Harzmenge, die zur Herstellung des Körpers ausreicht, ausgehend von einer Einspritzdüse durch die Einspritzöffnung, entlang einem Harzfließweg und in den Hohlraum in der Form;

    Einbringen eines Gases in die Harzschmelze durch wenigstens eine Öffnung, um das Harz wenigstens teilweise über Innenflächen, die den Hohlraum bilden, zu verteilen, wodurch der Körper innerhalb des Hohlraums geformt wird;

    Abkühlen des so geformten Körpers auf eine Temperatur unterhalb des Erweichungspunktes des Harzes;

    Entlasten des Drucks innerhalb des Körpers; und

    Öffnen der Form, um den Körper zu entformen,

    dadurch gekennzeichnet, dass eine Teilmenge der Harzschmelze während des Einspritzens des Harzes in den Hohlraum veranlasst wird, von dem Hohlraum in einen Harzvorratsbehälter zu fließen, so dass das Harz den Harzvorratsbehälter wenigstens teilweise füllt, wobei das Verfahren den Schritt des Einbringens des unter Druck gesetzten Gases in die Harzschmelze durch die wenigstens eine Öffnung im Harzvorratsbehälter, der mit der Gasöffnung und dem Hohlraum in der Form in Verbindung steht, umfasst.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 gekennzeichnet durch:

    Einspritzen einer geschmolzenen Harzmenge, die notwendig ist, um einen hohlgeformten Körper, der einen im Wesentlichen endlosen, hohlen, durch das Gas im Körper geformten Körperbereich umfasst, herzustellen;

    einen Teil der Harzschmelze Veranlassen, vom Hohlraum in einen Harzüberlaufbehälter in der Form während des Einbringens des unter Druck gesetzten Gases in den Hohlraum zu fließen, so dass das Harz den Harzüberlaufbehälter wenigstens teilweise füllt, wobei das Verfahren den Schritt umfasst, das unter Druck gesetzte Gas an einem zu dem mit dem Hohlraum in Verbindung stehenden Harzüberlaufbehälter im Wesentlichen entgegengesetzt angeordneten Punkt in den Hohlraum einzuführen, wo der im Wesentlichen endlose, hohle Körperbereich durch das Gas im Körper geformt wird.
  3. Spritzgießvorrichtung (10) zum Herstellen eines hohlgeformten Körpers (120, 124) aus Kunststoffharz mit einer Form (26; 68, 7), einer Quelle (24) für unter Druck gesetztes Gas und einer Spritzgießmaschine (12) mit einer Spritzdüse (14) zum Einspritzen einer geschmolzenen Harzmenge, die zum Herstellen des Körpers ausreicht, in die Form durch eine Harzeinspritzöffnung entlang einem Harzfließweg (60, 62, 64) und in einen Hohlraum (66; 114), in der Form (28; 68, 70), Gaseinführmitteln (117), um örtlich Gas in die Harzschmelze durch wenigstens eine Gasöffnung (118) einzubringen, um das Harz wenigstens teilweise über die Innenflächen, die den Hohlraum (66; 114) begrenzen, zu verteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (28; 68; 70) einen Harzvorratsbehälter (112) in der Form (28; 68, 70) aufweist, der mit dem Hohlraum (66; 114) in Verbindung steht, um das Kunstharz, das von dem Hohlraum (66; 114) während des Einspritzens von Harz in den Hohlraum (66; 114) fließt, aufzunehmen, wobei die Gasöffnung (118) in dem Harzvorratsbehälter (112) von der Einspritzöffnung beabstandet angeordnet ist und der Harzvorratbehälter (112) mit der Gasöffnung (118) und dem Hohlraum (66; 114) in der Form in (28; 68, 70) Verbindung steht.
  4. Spritzgießvorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (28; 68, 70) einen einen im Wesentlichen endlosen, im Körper geformten Körperbereich (72) festlegenden Hohlraum (66) und einen Harzüberlaufbehälter (88) außerhalb des Körpers in der Form (28; 68, 70), der mit dem Bereich des Hohlraums (66) in Verbindung steht, der den im Wesentlichen endlosen Körperbereich (72) festlegt, aufweist und der das Kunststoffharz aufnimmt, das aus dem Hohlraum (6) während des Einbringens des unter Druck gesetzten Gases in den Hohlraum (66) fließt, wobei sich die Öffnung (73) zum Einbringen des unter Druck gesetzten Gases an einem vom Überlaufbehälter (88) entfernten und zum Überlaufbehälter (88) im Wesentlichen entgegengesetzt angeordneten Punkt befindet, um einen im Wesentlichen endlosen, hohlen Körperbereich (72) innerhalb des Körpers durch das Gas auszubilden.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, bei der die Form (28; 68, 70) mehr als eine Harzeinspritzöffnung aufweist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, bei der die Form mehr als einen Harzvorratsbehälter (88, 112) aufweist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, mit mehr als einer Gasöffnung (73, 75, 118).
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, bei der die Gaseinführmittel einen Ventilmechanismus (26) zum Steuern des Gasflusses in die Form (28; 68, 70) aufweisen.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, mit einem Mehrfachdüsen-Heißkanal-Verteilersystem (94) zum Einspritzen von Harz in die Form (28; 68, 70).
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, mit einem Angusskanalsystem (91) mit Mehrfachangussanschnitten zum Einspritzen von Harz in die Form (28; 68, 70).
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 11, bei der die Form (28; 68, 70) einen Dorn (76, 117) zum mindestens teilweisen Bilden der Gasöffnung (73; 75, 118) aufweist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, bei der der Dom (76) eine wärmeleitende Spitze (78) aufweist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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