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Dokumentenidentifikation DE69829978T2 23.02.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001009308
Titel GELENKSTÜTZE
Anmelder Slocum, Barclay, Eugene, Oreg., US
Erfinder Slocum, D. Barclay, Eugene, Oregon 97408, US
Vertreter Zeitler, Volpert, Kandlbinder, 80539 München
DE-Aktenzeichen 69829978
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 23.02.1998
EP-Aktenzeichen 989086715
WO-Anmeldetag 23.02.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/US98/03509
WO-Veröffentlichungsnummer 0098036698
WO-Veröffentlichungsdatum 27.08.1998
EP-Offenlegungsdatum 21.06.2000
EP date of grant 27.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/60(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich allgemein auf eine Einrichtung zur Abstützung eines Gelenkes eines Gliedes eines Tieres, nämlich das Gelenk zwischen dem Schienbein und dem Fußglied. Die Erfindung ist an den angestrebten Knochen des Tieres befestigbar mit Hilfe von Knochenstiften, die den Knochen durchdringen und sich durch das Tierfleisch hindurch erstrecken. Um es anders auszudrücken, handelt es sich bei der Gelenkstütze gemäß der vorliegenden Erfindung um eine äußere Knochengelenksfixatur. Die Gelenkstütze besitzt bestimmte einstellbare Merkmale, weist jedoch, nachdem sie in einer eingestellten Position platziert ist, einen einzigen Freiheitsgrad um ein Scharnier auf. Nach der Befestigung an den vorbestimmten Knochen des Tieres derart, dass das Scharnier über einem Gelenk liegt, welches sich zwischen den Knochen befindet, begrenzt die Gelenkstütze die Bewegung dieses Gelenkes auf einen einzigen Freiheitsgrad der Stütze.

Stand der Technik

Es ist bekannt, eine externe mechanisch schwenkbare Gelenkklammer an einem menschlichen Glied zu befestigen, wobei das Scharnier über einem Gelenk dieses Gliedes liegt. Beispielsweise beschreibt die US-PS 5 376 091 mehrere derartiger Klammern. Eine weitere derartige herkömmliche Klammer ist bekannt als das Richards-Illizarov-System.

Die US-PS 4 696 293 beschreibt eine gelenkige äußere Fixatur, die die Knochenteile, wie etwa das Fußglied, hält mit Hilfe von Schrauben oder Stiften, die in Knochenteile eingebettet sind. Längliche strukturelle Elemente sind schwenkbar aneinander angeschlossen, wobei beide Elemente so verbunden sind, dass sie in einer radialen Weise aneinander angelenkt sind. Diese gelenkige äußere Fixatur ist bestimmt für Arme oder Beine des menschlichen Körpers.

Aus der US-PS 4 604 997 ist eine orthopädische externe Minifixiereinrichtung bekannt, die zwei gelenkige Elemente mit zwei Klammern umfaßt, wobei jede von dem jeweils anderen der gelenkigen Elemente gehalten ist. Der Oberbegriff des Anspruches 1 basiert auf den Merkmalen dieser Fixiereinrichtung.

Herkömmliche Gelenkklammern wurden jedoch aufgebaut nur für den Einsatz bei menschlichen Gelenken. Derartige Gelenkklammern sind unwirksam für den Einsatz von nicht menschlichen Tieren, und zwar zumindest teilweise, da sie zu kompliziert sind oder leicht durch das Tier beschädigt oder in einer anderen Weise gestört werden können, während dieses die Klammer trägt. Herkömmliche Gelenkstützen sind auch strukturell ungeeignet für Gelenke von Tierglieder.

Zusammenfassung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung stellt eine Gelenkstütze bereit, die wirkungsvoll die Gelenke eines Tieres abzustützen vermag und besonders geeignet ist für den Einsatz bei Haustieren, wie Hunde und Katzen. Die Erfindung umfaßt allgemein ein Scharnier, ein radiales Stützelement, welches auf einer Seite des Scharnieres befestigt ist, sowie ein quer verlaufendes Stützelement, welches auf der anderen Seite des Scharniers gehalten ist. Das quer verlaufende Element dreht sich relativ zu dem Radialelement, wobei das quer verlaufende Element sich tangential um das Scharnier dreht. Die Tangentialrotation bedeutet, dass der axiale Teil der Querelementes, welcher am nächsten zur Rotationsachse des Scharniers angeordnet ist, im wesentlichen einen Kreis beschreibt, während es sich um das Scharnier dreht, während die Längsachse des Querelementes etwa tangential zu dem definierten Kreis angeordnet ist.

Das Scharnier umfaßt etwas, was man als Radialblock und einen Querblock bezeichnet, wobei der Radialblock der Teil des Scharniers ist, der am radialen Stützelement befestigt ist, während der Querblock der Teil des Scharniers ist, der an dem quer verlaufenden Stützelement befestigt ist. Das radiale Stützelement ist an dem Radialblock befestigt und das quer verlaufende Stützelement erstreckt sich durch den Querblock, um einen vorderen Teil und einen hinteren Teil des quer verlaufenden Elementes zu definieren. Bei einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das quer verlaufende Element lösbar gehalten innerhalb des Querblockes durch eine Stellschraube, so dass die Proportion der Länge des vorderen Teils zur Länge des hinteren Teils wie erforderlich eingestellt werden kann. Alternativ kann das quer verlaufende Element permanent an dem Querblock befestigt sein. Bei jeder Ausführungsform können sowohl das Quer- als auch das Radialelement auf jede gewünschte Länge abgeschnitten werden.

Zur Abstützung des Fußgliedes sowie des Metatarsus eines Tieres, relativ zum Schienbein, umfaßt die Gelenkstütze gemäß der Erfindung folgendes: einen Drehbolzen mit einer Längsachse; einen Radialblock als einen der Gelenkblöcke mit einer hierin ausgebildeten Drehbolzenbohrung, wobei die Drehbolzenbohrung eine Längsachse einschließt und der Radialblock an dem Drehbolzen montiert ist, während ein Querblock als einer der Scharnierblöcke eine hierin ausgebildete Drehbolzenbohrung umfaßt, und die Drehbolzenbohrung eine Längsachse besitzt, wobei der Querblock an dem Drehbolzen montiert ist, während das Radialelement operativ an den Radialblock angeschlossen ist, so dass die Längsachse des Radialelementes im wesentlichen senkrecht auf der Längsachse des Drehbolzens steht, und zwar derart, dass die Längsachse des Radialelementes im wesentlichen die Längsachse der Drehbolzens schneidet, während das Querelement operativ an den Querblock angeschlossen ist und sich durch diesen hindurch erstreckt, um einen vorderen Teil und einen hinteren Teil des Querelementes zu definieren, während die Längsachse des Querelementes im wesentlichen versetzt ist zur Längsachse des Drehbolzens und im wesentlichen koplanar angeordnet ist zur Längsachse des Radialelementes, wobei beim Einsatz das Radialelement an dem Schienbein befestigt ist und das Querelement am Fußglied und dem Metatarsus befestigt ist, während der hintere Teil des Querelementes allgemein an dem Fußglied befestigt ist und der vordere Teil des Querelementes allgemein an dem Metatarsus befestigt ist.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 ist eine Draufsicht der vorliegenden Erfindung unter Wiedergabe der Stützelemente und des Scharniers, jedoch ausschließlich der befestigten Knochenstifte und Klammern;

2 ist eine Seitenansicht der Gelenkstütze gemäß 1 unter Erläuterung der schematischen Form der befestigten Knochenstifte;

3 ist eine Unteransicht der Gelenkstütze gemäß 2;

4 ist ein Querschnitt der Gelenkstütze gemäß 2 im wesentlichen entlang der Schnittlinie 4-4 der 2 unter Weglassung der befestigten Knochenstifte;

5 ist ein Querschnitt der Gelenkstütze gemäß 4 im wesentlichen entlang der Schnittlinie 5-5 der 4;

6 ist ein Querschnitt einer alternativen Ausführungsform der Gelenkstütze gemäß 4 im wesentlichen entlang der Schnittlinie 6-6 der 4 unter Wiedergabe eines alternativen Verfahrens der Befestigung der Stützelemente an den Scharnierblöcken und dargestellt unter Weglassung der Abschnitte des Querstützelementes und

7 ist eine Mittelansicht eines Abschnittes eines Hundeskeletts unter Wiedergabe des Schienbeins, des Fußgliedes und des Metatarsus, befestigt an der Gelenkstütze gemäß der vorliegenden Erfindung.

Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen und des besten Modus zur Ausführung der Erfindung.

Unter allgemeiner Bezugnahme auf die Zeichnungen und insbesondere 2 ist eine Gelenkstütze gemäß der vorliegenden Erfindung allgemein mit der Bezugsziffer 10 identifiziert. Die Gelenkstütze 10 umfaßt ein Scharnier 12, welches definiert ist durch einen Gelenkbolzen 14, wobei vorzugsweise eine rohrförmige Passage innerhalb des Gelenkbolzens 14 ausgebildet ist, um eine Längsachse oder eine Scharnierachse 16 zu definieren. Das Scharnier 12 kann darüber hinaus so definiert werden, als dass es ein Paar von Scharnierkörpern umfaßt.

Ein derartiger Scharnierkörper ist ein Radialblock 18 mit einer Zunge 20, in welcher eine Gelenkbolzenbohrung ausgebildet ist, welche eine Längsachse definiert. Der Radialblock 18 umfaßt darüber hinaus einen Körper 26, in welchem eine Radialbohrung ausgebildet ist, die eine Längsachse definiert. Die Längsachse der Radialbohrung in dem Körper 28 läuft bevorzugt im wesentlichen senkrecht zu der und schneidet die Längsachse der Drehbolzenbohrung in der Zunge 20.

Ein weiterer derartiger Block ist ein Querblock 32 mit einer Zunge 34, in welcher eine Drehbolzenbohrung ausgebildet ist, die eine Längsachse definiert. Der Querblock 32 umfaßt darüber hinaus einen Körper 40, in welchem eine Querbohrung ausgebildet ist, die eine Längsachse definiert. Die Längsachse der Querbohrung in dem Körper 40 verläuft bevorzugt im wesentlichen senkrecht zu und ist versetzt zur Längsachse der Gelenkbolzenbohrung in der Zunge 34. Eine Stellschraubenbohrung erstreckt sich durch den Querblock 32 und öffnet sich in die Querbohrung in dem Körper 40, wobei sie vorzugsweise im wesentlichen senkrecht zur Querbohrung in dem Körper 40 verläuft.

Die Gelenkstütze 10 umfaßt einen Stützaufbau 48, der operativ an das Scharnier 12 angeschlossen ist. Ein Element des Stützaufbaues 48 ist ein Radialelement 50, welches eine Längsachse 52 definiert. Das Radialelement 50 ist an das Scharnier 12 derart angeschlossen, dass die Radialachse 52 im wesentlichen senkrecht zur Scharnierachse 16 verläuft und diese schneidet. Ein weiteres Element des Stützaufbaues 48 ist ein Querelement 54, welches eine Längsachse 56 definiert und in Kombination mit dem Radialelement 50 eine Stützebene definiert. Das Querelement 54 umfaßt einen vorderen Teil 58 sowie einen hinteren Teil 60, wobei der vordere Teil 58 definiert ist relativ zum hinteren Teil 60 durch eine Linie, die sich senkrecht zum Radialelement 50 erstreckt und die Längsachse der Gelenkbolzenbohrung in der Zunge 20 schneidet. Die Längsachse 56 verläuft im wesentlichen senkrecht zur Scharnierachse 16 und ist zu dieser versetzt.

In der bevorzugten Ausführungsform erstreckt sich das Radialelement 50 in eine Radialbohrung in dem Körper 26 hinein und das Querelement 54 erstreckt sich durch die Querbohrung in dem Körper 40. Das Radialelement 50 ist an dem Scharnier 12 befestigt, vorzugsweise durch ein radiales Gewindeelement 50 in die Radialbohrung in den Körper 26 hinein. Der Gewindeeingriff stellt eine relative Befestigung bereit, insbesondere wenn das Gelenk 10 an einem Tier befestigt ist, wobei außerdem ein leichtes Ersetzen einer Länge des Radialelementes 50 durch eine andere möglich ist.

Andere Verfahren zur Befestigung des Radialelementes 50 an dem Scharnier 12 können zum Einsatz kommen, einschließlich einer Preßverbindung, einem Verkleben, einem Löten oder Schweißen des Radialelementes 50 an das Scharnier 12. Alternativ kann das Radialelement 50 relativ zum Scharnier 12 durch eine nicht dargestellte Stellschraube befestigt werden oder das Element 50 kann ausgebildet werden mit einer integralen Drehbolzenbohrung, die ebenfalls nicht gezeigt ist. Das Querelement 54 ist relativ am Scharnier 12 befestigt über eine Stellschraube 62 mit einem Werkzeugeingriff 64, wobei eine Längsachse definiert wird. Bezüglich des Radialelementes 50 kann das Querelement 54 an den Querblock 32 angeschraubt sein oder ausgebildet sein mit einer integralen Gelenkbolzenbohrung, die nicht gezeigt ist. Andere Maßnahmen, um das Radialelement 50 schwenkbar mit dem Querelement 54 zu verbinden, während die Beziehung der Elemente 50 und 54 zu der definierten Achse aufrechterhalten wird, sollen in den Rahmen der Ansprüche fallen, die der Beschreibung folgen.

Die Knochenstifte sind allgemein durch die Bezugsziffer 68 identifiziert, wobei jeder eine Längsachse definiert, die im wesentlichen senkrecht zur Stützebene verläuft, welche durch den Stützaufbau 48 definiert wird. Die Gelenkstütze 10 kann zum Einsatz kommen mit anderen Ausgestaltungen von Knochenstiften 68. Die Knochenstifte 68 sind an den Stützaufbau 48 in einer gewünschten Weise befestigt, wie etwa durch Klammern 72, die in den 2 und 3 gezeigt sind.

Die 7 zeigt ein repräsentatives Beispiel für die Gelenkstütze 10 wenn sie zum Einsatz kommt, um das Sprunggelenk eines Hundes abzustützen. Die wesentlichen Abschnitte einer Hundeanatomie sind allgemein mit der Bezugsziffer 100 versehen, einschließlich eines Schienbeins, eines Fußgliedes sowie eines Metatarsus.

Industrielle Anwendbarkeit

Die Gelenkstütze gemäß der vorliegenden Erfindung ist in jeder Situation einsetzbar, in welcher es angestrebt wird, ein bewegbares Gelenk eines Tieres abzustützen. Sie ist im besonderen einsetzbar, um das Tibia-Tarsal-Gelenk (Sprunggelenk) sowie das Humerus-Ulna/Radiusgelenk (Ellbogengelenk) eines Hundes oder einer Katze abzustützen.


Anspruch[de]
  1. Gelenkstütze (10) zur Befestigung an einem Glied eines Tieres, wobei die Gelenkstütze (10) die Bewegung eines Gelenkes in diesem Glied im wesentlichen um eine einzige Achse einschränkt und folgendes umfasst:

    einen Gelenkbolzen (14) mit einer Längsachse, die eine Scharnierachse (16) definiert;

    zwei Scharnierblöcke (18, 32), die nachfolgend als Radialblock (18) und Querblock (32) bezeichnet werden, jeweils eine Gelenkbolzenbohrung aufweisen und an den Gelenkbolzen (14) montiert sowie um diesen herum schwenkbar sind;

    ein Radialelement (50) mit einer Längsachse (52), das an dem Radialblock (18) befestigt ist, so dass die Längsachse (52) des Radialelementes (50) im wesentlichen senkrecht auf der Scharnierachse (16) steht und im wesentlichen die Scharnierachse (16) schneidet, wobei das Radialelement (50) eingeschränkt ist auf eine Drehung um die Scharnierachse (16); und

    ein Querelement (54) mit einer Längsachse (56), das an den Querblock (32) derart angeschlossen ist, dass die Längsachse (56) des Querelementes (54) im wesentlichen versetzt ist zur Scharnierachse (16) und im wesentlichen coplanar ist zur Längsachse (52) des Radialelementes (50);

    dadurch gekennzeichnet, dass

    sich das Querelement (54) durch den Querblock (32) erstreckt und einen vorderen Teil (58) sowie einen hinteren Teil (60) des Querelementes (54) definiert, wobei beim Einsatz das Radialelement (50) an der Tibia befestigt ist und das Querelement (54) an dem Fußglied und dem Mittelfuß befestigt ist, während der hintere Teil (60) des Querelementes (54) an dem Fußglied befestigt ist und der vordere Teil (58) des Querelementes (54) an dem Mittelfuß befestigt ist.
  2. Gelenkstütze (10) gemäß Anspruch 1, wobei die Längsachse (56) des Querelementes (54) im wesentlichen senkrecht steht zur Drehachse (16), so dass das Querelement (54) beschränkt ist auf eine tangentiale Drehung um die Scharnierachse (16).
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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