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Dokumentenidentifikation DE102004038675A1 02.03.2006
Titel Bauteil
Anmelder MöllerTech GmbH, 33649 Bielefeld, DE
Erfinder Beckmann, Andreas, 33611 Bielefeld, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 33605 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 10.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004038675
Offenlegungstag 02.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.03.2006
IPC-Hauptklasse B44C 1/10(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B44C 5/04(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Bei einem Bauteil, insbesondere zur Verwendung im Innenausbau von Fahrzeugen, ist auf der Außenfläche ein Dekormaterial aus Pergament aufgebracht, das auf der Rückseite mit einer Haftvermittlerschicht und/oder eine Kleberschicht versehen ist. Das aus Pergament bestehende Dekormaterial ist über Kaschiertechnik oder durch Hinterspritz-, Hinterpreß- oder Hinterblasverfahren auf verschiedenartige Trägermaterialien aus verstärkten oder unverstärkten thermoplastischen oder duroplastischen Werkstoffen aufgebracht, die partiell aus einem transparenten oder transluzenten Werkstoff gebildet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bauteil mit mindestens einem auf einer Außenfläche aufgebrachten Dekormaterial.

Bei der Herstellung hochwertiger Oberflächen werden größtenteils Naturprodukte in Form von Holz, Kork u. ä. eingesetzt, die aufgrund ihrer Eigenschaften in Richtung Optik und Haptik individuell gestaltet sein können und durch Oberflächeneffekte und Farbgebung der persönlichen Geschmacksrichtung des Endverbrauchers entsprechen. Dabei unterliegen die verwendeten Werkstoffe einem Eigenschaftsprofil, das teilweise über Verfahrenvarianten und Bearbeitungsmethoden den späteren Gebrauchseigenschaften angepaßt werden muß. Aufgrund der individuellen Grundeigenschaften liegen deshalb oft widersprüchliche Anforderungsprofile vor, wobei dann zwischen den Grundeigenschaften eines Werkstoffes und dem Anforderungsprofil des Fertigproduktes in vielen Fällen Kompromisse erforderlich sind. Bauteile, die besonders hohen Ansprüchen unterliegen, wie dieses z. B. bei Kraftfahrzeugbauteilen für den Innenausbau der Fall ist, werden deshalb mit einem besonders hohen Aufwand hergestellt, um beispielsweise bei Interieurteilen den hohen Sicherheitsanforderungen zu genügen. So werden Bauteile, die im Aufprallbereich liegen, mit besonderen Versteifungselementen ausgestattet und Dekorelemente, wie beispielsweise Zierleisten aus Holz, mehrschichtig aufgebaut und zusätzlich mit einer Metall-/Aluminiumverstärkung versehen. Als Oberflächenschutz werden derartige Bauteile zusätzlich mit einem Schutzlack behandelt. Weichere Produkte, wie beispielsweise Kork, sind wegen der geringen Abriebfestigkeit für derartige Einsatzzwecke nicht geeignet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bauteil mit hochwertiger Oberfläche zu schaffen, daß ohne zusätzliche Maßnahmen den gestellten Anforderungen in optischer, haptischer und sicherheitstechnischer Hinsicht genügt und zusätzlich in optischer Hinsicht neue Akzente ergibt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Verwendung von Pergament als Dekormaterial gelöst. In Ausgestaltung der Erfindung ist das aus Pergament bestehende Dekormaterial auf der Rückseite mit einer Haftvermittlerschicht und/oder einer Kleberschicht versehen.

Pergamente werden aus Tierfellen, wie Kalb, Ziege, Hirsch, Schaf oder Rind in Handarbeit hergestellt. Dazu werden zunächst die Tierhäute in Fässern von Schmutzrückständen gereinigt, in einer Kalklauge erfolgt dann die Entfernung des Haarkleides. Mit einem Schabeisen werden die vorhandenen Pigmentflecke aus den Häuten herausgestrichen. Durch unterschiedliche Trockenvorgänge, wie etwa Aufspannen der Häute in Spannrahmen oder kontrolliertes Trocknen in klimatisierten Räumen ohne Spannvorrichtung entstehen transparente, weiße oder antike (gelbliche) Pergamente. Pergamente haben als zu verarbeitendes Dekormaterial den Vorteil, daß über die Feuchtigkeit im Material die Elastizität und somit die Verformbarkeit steigt. Vollständig durchweichte Pergamente nehmen wieder den ursprünglichen Hautcharakter des jeweiligen Tieres an.

Das aus Pergament bestehende Dekormaterial kann zum Schutz vor Feuchtigkeit und gegen Abrieb bzw. Kratzer mit einer äußeren Schutzschicht versehen sein. Es besteht die Möglichkeit, diese Schutzschicht durch einen Decklack oder eine Schutzfolie zu bilden. Vorteilhafterweise kann der Decklack durch ein selbstheilendes Lacksystem auf Polyurethanbasis oder durch ein mit Nanopartikeln ausgerüstetes Lacksystem bzw. durch eine Nanobeschichtung gebildet sein.

Das Pergament kann vorteilhafterweise verfahrenstechnisch beispielsweise über Kaschiertechnik oder durch Hinterspritz-, Hinterpress- oder Hinterblasverfahren auf verschiedenartige Trägermaterialien aufgebracht werden.

Pergament ist von Natur aus lichtdurchlässig und kann somit hinterleuchtet werden. Hierzu sind die Trägermaterialien zumindest partiell aus einem transparenten oder transluzenten Werkstoff gebildet. Interessante Oberflächengestaltungsmöglichkeiten ergeben sich durch die Kombination von Pergamenten verschiedener Tierarten. Das beschriebene Dekormaterial aus Pergament eignet sich vorteilhafterweise für den Innenausbau von Fahrzeugen, insbesondere für Armaturenbretter, Türverkleidungen, Fahrzeugsitzverkleidungen und Säulenverkleidungen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:

1 einen Schnitt durch ein Bauteil und

2 wie 1, jedoch mit angeordneter Haftvermittlerschicht.

Auf einem Trägermaterial 1 ist über eine Kleberschicht 2 ein Pergament 3 angeordnet. Das aus Pergament 3 bestehende Dekormaterial ist mit einer Schutzschicht 4 versehen. Nach 2 ist auf der Rückseite des Pergaments 3 eine Haftvermittlerschicht 5 aufgetragen.

1Trägermaterial 2Kleberschicht 3Pergament 4Schutzschicht 5Haftvermittlerschicht

Anspruch[de]
  1. Bauteil mit mindestens einem auf einer Außenfläche aufgebrachten Dekormaterial, gekennzeichnet durch die Verwendung von Pergament (3) als Dekormaterial.
  2. Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus Pergament (3) bestehende Dekormaterial auf der Rückseite mit einer Haftvermittlerschicht (5) und/oder einer Kleberschicht (2) versehen ist.
  3. Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das aus Pergament (3) bestehende Dekormaterial mit einer äußeren Schutzschicht (4) versehen ist.
  4. Bauteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht (4) durch eine Versiegelung mit einem Decklack gebildet ist.
  5. Bauteil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Decklack durch ein selbstheilendes Lacksystem auf Polyurethanbasis gebildet ist.
  6. Bauteil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Decklack durch ein mit Nanopartikeln ausgerüstetes Lacksystem gebildet ist.
  7. Bauteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht (4) durch eine Versiegelung mit einer Schutzfolie gebildet ist.
  8. Bauteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht (4) durch eine Nanobeschichtung gebildet ist.
  9. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das aus Pergament (3) bestehende Dekormaterial über Kaschiertechnik oder durch Hinterspritz-, Hinterpress- oder Hinterblasverfahren auf verschiedenartige Trägermaterialien (1) aus verstärktem oder unverstärktem thermoplastischen oder duroplastischen Werkstoffen aufgebracht ist.
  10. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägermaterialien (1) zumindest partiell aus einem transparenten oder transluzenten Werkstoff gebildet sind.
  11. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Dekormaterial durch eine Kombination von Pergamenten (3) verschiedener Tierarten gebildet ist.
  12. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch die Verwendung im Innenausbau von Fahrzeugen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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