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Dokumentenidentifikation DE102004040793A1 02.03.2006
Titel Elastische Kniegelenkbandage
Anmelder Bauerfeind AG, 07937 Zeulenroda, DE
Erfinder Reinhardt, Holger, 47906 Kempen, DE;
Hess, Heinrich, Prof. Dr., 66271 Kleinblittersdorf, DE;
Bauerfeind, Hans B., 07937 Zeulenroda, DE;
Krause, Wolfgang, Prof. Dr., 36145 Hofbieber, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Anmeldedatum 23.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004040793
Offenlegungstag 02.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.03.2006
IPC-Hauptklasse A61F 13/06(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61F 5/01(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Aus elastischem Textilmaterial bestehende Kniegelenkbandage, die mit einer die Kniescheibe in einer Aussparung umfassenden Profileinlage versehen ist, die von einem an dem Textilmaterial befestigten Überzug aus gleichem oder ähnlichem Textilmaterial abgedeckt ist, wobei der Profileinlage ein biegsames, nicht dehnbares Spannglied zugeordnet ist, das die Bereiche der Kniescheibenpole wadenbeinseitig im Bogen um die Kniescheibe derart verbindet, dass bei Vergrößerung der Entfernung dieser Bereiche beim Beugen des Kniegelenkes der Abstand der Bogens von der Verbindungslinie der Kniescheibenpole verringert wird und das Spannglied auf die benachbarte Seite der Kniescheibe, diese medial verschiebend und zentrierend, drückt, wobei das Spannglied an dem Überzug derart befestigt ist, dass beim Beugen des Kniegelenkes und Dehnung des Überzugs das Spannglied die Kniescheibe verschiebt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine aus elastischem Textilmaterial bestehende Kniegelenkbandage, die mit einer die Kniescheibe in einer Aussparung umfassenden Profileinlage versehen ist, die von einem an dem Textilmaterial befestigten Überzug aus gleichem oder ähnlichen Textilmaterial abgedeckt ist, wobei der Profileinlage ein biegsames, nicht dehnbares Spannglied zugeordnet ist, das die Bereiche der Kniescheibenpole wadenbeinseitig im Bogen um die Kniescheibe derart verbindet, dass bei Vergrößerung der Entfernung dieser Bereiche beim Beugen des Kniegelenkes der Abstand des Bogens von der Verbindungslinie der Kniescheibenpole verringert wird und das Spannglied auf die benachbarte Seite der Kniescheibe diese medial verschiebend und zentrierend drückt.

Eine derartige Kniegelenkbandage ist in der DE 38 38 576 A1 beschrieben und dargestellt. Bei der bekannten Kniegelenkbandage wird das Spannglied in der Profileinlage geführt, was zur Folge hat, dass bei einem auf das Spannglied funktionsgemäß wirkenden Zug dieses, geführt von der Profileinlage, seine Wirkung auf die Kniescheibe ausüben kann, ohne gegenüber dieser irgendwie seitlich ausweichen zu können. Damit wird also die Profileinlage selbst in die Ausübung einer auf die Kniescheibe wirkenden Verschiebungskraft einbezogen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Übertragung der Verschiebungskraft von dem Spannglied auf die Profileinlage überflüssig zu machen. Erfindungsgemäß geschieht dies dadurch, dass das Spannglied an dem Überzug derart befestigt ist, dass beim Beugen des Kniegelenkes und Dehnung des Überzugs das Spannglied die Kniescheibe verschiebt.

Aufgrund der Befestigung des Spanngliedes an dem die Profileinlage abdeckenden Überzug übernimmt dieser als ein wesentlicher Bestandteil der Kniegelenkbandage die Führung des Spanngliedes und damit auch die Ausübung der Verschiebungskraft auf die Kniescheibe, so dass die Profileinlage ihre im Wesentlichen von dem Überzug definierte Positionierung beibehalten kann, ohne direkt von dem Spannglied bei dessen Spannung verschoben zu werden. Darüber hinaus ergibt sich mit der Kombination von Spannglied und Überzug ein wesentlicher fabrikatorischer Vorteil. Die Einbettung des Spanngliedes in die Profileinlage stellt nämlich fertigungstechnisch insofern ein Problem dar, als derartige Profileinlagen in einem Spritzvorgang ausgeformt werden, in dem dann gleichzeitig das Spannglied, integriert in das Material der Profileinlage, einbezogen werden muss. Die Befestigung des Spanngliedes direkt an dem Überzug stellt einen einfachen fabrikatorischen Vorgang dar, der beispielsweise durch Ankleben des Spanngliedes an dem Überzug bewerkstelligt werden kann, was darum fabrikatorisch unproblematisch ist, weil die betreffende Seite des Überzuges bei der Zusammenfügung der Bestandteile der Kniegelenkbandage zunächst frei zur Verfügung steht.

Für die Befestigung des Spanngliedes an dem Überzug gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine bevorzugte Möglichkeit besteht darin, das Spannglied auf dem Überzug aufzukleben. Daneben ist aber natürlich auch Annähen möglich.

Um beim Beugen des Knies eine für den Träger der Bandage unangenehme Faltenbildung im Kniegelenk zu vermeiden, wird zweckmäßig gegenüber der Profileinlage im Bereich der Kniekehle ein hochelastischer Einsatz in das Textilmaterial der Bandage eingearbeitet. Dieser Einsatz dehnt sich beim Strecken des Knies und zieht sich bei dessen Beugung wieder zusammen, ohne dass dabei wesentliche Falten entstehen.

Die Kniegelenkbandage lässt sich hinsichtlich ihrer Benutzbarkeit weiter dadurch verbessern, dass im Bereich zwischen Profileinlage und dem zum Fuß weisenden Rand der Bandage ein weiterer hochelastischer Einsatz in das Textilmaterial der Bandage eingearbeitet ist. Dieser hochelastische Einsatz erleichtert es, die Kniegelenkbandage über die Ferse zu ziehen, weil sich bei der dabei erforderlichen Ausdehnung der Bandage der hochelastische Einsatz dehnen lässt, wodurch dann die Bandage leicht über den Fuß und insbesondere die Ferse angelegt werden kann.

In den Figuren sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

1 eine Draufsicht auf das Knie mit angelegter Kniegelenkbandage;

2 das Knie mit angelegter Kniegelenkbandage im Schnitt gemäß der Linie II-II aus 1;

3 einen Schnitt gemäß der Linie III-III aus 1;

4 eine Seitensicht eines gebeugten Knies mit angelegter Kniegelenkbandage.

Die in der 1 dargestellte Kniegelenkbandage 1 besteht aus dem aus elastischem Textilmaterial bestehenden Strumpf 2, die mit den beiden Rändern 3 und 4 an ihren beiden Enden versehen ist, die zur Rutschsicherung der Bandage 1 beitragen. Außerdem sind diese Ränder 3 und 4 aus einem Material hergestellt, das eine geringere Spannung als der Strumpf 2 aufweist, um das Bein des Trägers an den betreffenden Stellen nur wenig einzuschnüren. Auf der Vorderseite des Kniegelenks ist in dem Strumpf 2 die Profileinlage 5 eingearbeitet, die z.B. aus Schaumstoff oder Silikon bestehen kann und eine erhebliche Elastizität besitzt. Diese Profileinlage 5 ist auf der Innenseite des Strumpfes 2 durch den Überzug 6 abgedeckt, der an seinen Rändern mit dem Strumpf 2 verbunden ist, beispielsweise durch Verkleben. Die Profileinlage 5 lässt in ihrem mittleren Teil einen Bereich frei, in dem etwa die Kniescheibe 7 hinein passt. Die Kniescheibe 7 wird somit von der Profileinlage 5 umfasst. Insoweit handelt es sich um eine in bekannter Weise gestaltete Kniegelenkbandage, wie sie in der eingangs erwähnten DE 38 38 576 dargestellt ist.

Wie auch aus den weiter unten erläuterten Schnittzeichnungen der 2 und 3 zu sehen ist, enthält der Strumpf 2 im Bereich der Profileinlage 5 das Spannglied 8, was hier als flexibler, nicht dehnbarer Textilstreifen ausgebildet ist. Das Spannglied 8 ist an dem Überzug 6 befestigt, so dass es sämtliche Veränderungen der Lage des Überzugs 6 mitmacht. Wenn das Kniegelenk gebeugt wird (siehe 4), so ergibt sich dabei eine Entfernung der beiden Enden 9 und 10 des Spanngliedes 8, was zu einer Streckung der in 1 dargestellten Lage des Spanngliedes 8 führt. Aufgrund dieser Streckung übt dann das Spannglied 8 auf die von der Profileinlage 5 umfasste Kniescheibe 7 einen Druck aus, der in gewünschter Weise die Kniescheibe 7 entsprechend verschiebt. Auf diesen Effekt wird in der oben erwähnten DE 38 38 576 A1 unter Bezugnahme auf deren 3 und 4 näher eingegangen.

Eine besonders vorteilhafte Befestigung des Spanngliedes 8 an dem Überzug 6 besteht darin, dass das Spannglied auf den Überzug 6 aufgeklebt ist. Dabei kann das Spannglied 8 sowohl auf der dem Bein zugewandten als auch der von dem Bein abgewandten Seite des Überzugs 6 aufgeklebt werden. Es sei aber darauf hingewiesen, dass natürlich auch eine andere Befestigungsmöglichkeit für das Spannglied besteht, z.B. durch Annähen.

In der 2 ist ein Schnitt längs der Linie II-II aus 1 dargestellt, in der der Oberschenkelknochen 11 und der Unterschenkelknochen 12 eingezeichnet sind, vor deren Gelenkstelle die Kniescheibe 7 gezeichnet ist. Über das Kniegelenk ist der Strumpf 2 gezogen, der das Kniegelenk allseitig umhüllt. Im Bereich der Kniescheibe 7 ist, diese umgebend, die Profileinlage 5 eingezeichnet, die an der Innenseite des Strumpfes 2 angeordnet ist und von dem Überzug 6 in Richtung zum Kniegelenk abgedeckt ist. Der Überzug 6 ist an dem Strumpf 2 ringartig befestigt. Die beiden in der Schnittdarstellung gemäß 2 ersichtlichen äußeren Befestigungsstellen sind mit 13 und 14 bezeichnet. An diesen Befestigungsstellen 13 und 14 ist auch das Spannglied 8 befestigt, das über seine gesamte Länge an dem Überzug 6 befestigt ist und somit bei einem Spannen des Überzugs 6 ebenfalls mitgespannt wird. An diesen Befestigungsstellen 13 und 14 kann auch wahlweise eine Zusatzkraft, z.B. durch Gurte, ansetzen, die dem Spannglied 8 eine zusätzliche Verspannung gibt. Dabei übt es dann die im Zusammenhang mit der Darstellung zu 1 erläuterten Verschiebungskräfte aus.

In der 3 ist der betreffende Teil der Kniegelenkbandage 1 im Schnitt gemäß der Linie III-III dargestellt. 3 zeigt den Strumpf 2 und den an ihm befestigten Überzug 6 mit den Befestigungsstellen 13 und 14 (siehe 2). Der Überzug 6 schließt die ringartig geformte Profileinlage 5 ein, die ihrerseits die Kniescheibe 7 umschließt. In dem Überzug 6 ist auf dessen Innenseite das Spannglied 8 befestigt, das sich in Längsrichtung des Beins erstreckt, wie dies anhand der 1 erläutert ist. Eine Spannung des Überzugs 6 aufgrund des Beugens des betreffenden Knies wird damit direkt auf das Spannglied 8 übertragen, was dann seine Verschiebungskräfte in Richtung auf die Kniescheibe 7 ausübt.

In der 4 ist die Kniegelenkbandage 1, angelegt an einem gebeugten Knie, dargestellt. In den Strumpf 2 der Kniegelenkbandage ist im Bereich der Kniekehle gegenüber der Profileinlage 5 der hochelastische Einsatz 15 eingearbeitet, der den Strumpf 2 in diesem Bereich eine besondere Elastizität gibt. Durch diesen Einsatz 15 wird erreicht, dass beim Strecken und Beugen des Knies sich keine Falten im Kniegelenk bzw. beim Strecken des Knies eine besondere Spannung in dem Strumpf ergibt, so dass das Kniegelenk unbehindert gebeugt und gestreckt werden kann.

Die Kniegelenkbandage gemäß 4 enthält weiterhin im Anschluss an den hochelastischen Einsatz 15 in Richtung Fuß einen weiteren hochelastischen Einsatz 16, der dazu dient, das Anziehen der Kniegelenkbandage 1, insbesondere das Überziehen über die Ferse, zu erleichtern. Bei diesem Überziehen wird der Bereich 16 besonders gedehnt, der sich dann aber aufgrund seiner hohen Elastizität nach Anlegen im Bereich des Kniegelenks wieder entsprechend zusammenzieht.


Anspruch[de]
  1. Aus elastischem Textilmaterial bestehende Kniegelenkbandage (1), die mit einer die Kniescheibe (7) in einer Aussparung umfassenden Profileinlage (5) versehen ist, die von einem an dem Textilmaterial befestigten Überzug (6) aus gleichem oder ähnlichen Textilmaterial abgedeckt ist, wobei der Profileinlage (5) ein biegsames, nicht dehnbares Spannglied (8) zugeordnet ist, das die Bereiche der Kniescheibenpole wadenbeinseitig im Bogen um die Kniescheibe (7) derart verbindet, dass bei Vergrößerung der Entfernung dieser Bereiche beim Beugen des Kniegelenkes der Abstand des Bogens von der Verbindungslinie der Kniescheibenpole verringert wird und das Spannglied (8) auf die benachbarte Seite der Kniescheibe (7) diese medial verschiebend und zentrierend drückt, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannglied (8) an dem Überzug (6) derart befestigt ist, dass beim Beugen des Kniegelenkes und Dehnung des Überzugs (6) das Spannglied (8) die Kniescheibe verschiebt.
  2. Kniegelenkbandage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannglied (8) auf den Überzug (6) aufgeklebt ist.
  3. Kniegelenkbandage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass gegenüber der Profileinlage (5) im Bereich der Kniekehle ein hochelastischer Einsatz (15) in das Textilmaterial der Bandage (1) eingearbeitet ist.
  4. Kniegelenkbandage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an den hochelastischen Einsatz (15) in Richtung Fuß ein weiterer hochelastischer Einsatz (16) in das Textilmaterial der Bandage (1) eingearbeitet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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