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Dokumentenidentifikation DE102004041129A1 02.03.2006
Titel Polymermaterial zur Herstellung von Laminaten sowie Laminat für die Leiterplattenindustrie
Anmelder Hexion Specialty Chemicals GmbH, 58642 Iserlohn, DE
Erfinder Reichwein, Heinz-Gunter, 47475 Kamp-Lintfort, DE;
Palinsky, Andreas, Dr., 47445 Moers, DE;
Scholten, Jörg, 47475 Kamp-Lintfort, DE
DE-Anmeldedatum 24.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004041129
Offenlegungstag 02.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.03.2006
IPC-Hauptklasse C08L 79/08(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse C08L 63/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B32B 27/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Es soll ein Polymermaterial bereitgestellt werden, das als Polymerwerkstoff zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten, mit niedrigen dielekttrischen Verlusten geeignet ist.
Es wird ein Polymermaterial, insbesondere eine Polymermischung, vorgeschlagen, die aus einer Mischung von mindestens einem mit Cyanatestern verträglichen Kohlenwasserstoffharz, mindestens einem Cyanatester und gegebenenfalls mindestens einem Epoxidharz besteht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Polymermaterial, insbesondere eine Polymermischung, aus einer Mischung von Kohlenwasserstoffharz mit Cyanatester und gegebenenfalls Epoxidharz als Polymerwerkstoff zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten mit niedrigen dielektrischen Verlusten. Die Erfindung betrifft ferner ein Laminat für die Herstellung von Leiterplatten aus diesem Polymermaterial.

Bei den in der Elektroindustrie verwendeten Laminaten handelt es sich um Kunststoffplatten, die vereinfacht gesagt aus Gewebelagen bestehen, die ihrerseits beispielsweise mit Phenol- oder Epoxidharzen beschichtet worden sind. Dabei unterscheidet man zwischen unkaschierten Laminaten, die z.B. als Isoliermaterialien Verwendung finden sollen, und kaschierten Laminaten, die mit einer Metallfolie, i.d.R. einer Kupferfolie, verpreßt worden sind und die z.B. als Basismaterialien zur Leiterplattenherstellung verwendet werden sollen.

Gegenwärtig lassen sich die für die Laminatproduktion verwendeten Materialien in drei Materialklassen einteilen:

  • – Harze,
  • – Trägerstoffe,
  • – Kupferfolien.

Als Harze werden in der Laminatproduktion Phenolharze, Polyesterharze, Epoxidharze, Bismaleinimid/Triazinharze, Cyanatharze, Polyimidharze, aber auch Teflon (Polytetrafluorethylen) eingesetzt. Die gebräuchlichsten Trägersysteme hierfür sind Papier, Vliese und Gewebe aus Glas oder Aramid, PTFE-Gewebe und PTFE-Folie. Je nach Einsatzzweck werden Kupferfolien aus elektrolytisch abgeschiedenem Kupfer oder aber gewalztes Kupfer zur Laminatherstellung verwendet.

Für Hochfrequenzanwendungen werden Laminatmaterialien mit verbesserten dielektrischen Eigenschaften benötigt, d.h. solche Materialien weisen einen niedrigen dielektrischen Verlustfaktor tan &dgr; und eine niedrige Dielektrizitätskonstante DK auf.

Es ist bekannt, daß Polymermaterialien aus unpolaren oder wenig polaren Rohstoffen sehr gute dielektrische Eigenschaften aufweisen. Dies ist bekanntermaßen auch bei Cyanatestern oder Abmischungen von Cyanatestern und Epoxidharzen der Fall. Nachteilig ist jedoch, daß solche Cyanatestersysteme bzw. deren Abmischungen hydrolyseempfindlich sind, und diese Hydrolyseempfindlichkeit letztendlich bei der Verarbeitung dieser Systeme sowie bei der Lagerung von hieraus gefertigten Zwischenprodukten zu Problemen führt. Darüber hinaus sind solche Polymermaterialien bzw. Polymertormstoffe sehr spröde, so daß die Oberflächenbeschaffenheit solcher Laminate oft ungenügend ist.

Es besteht daher noch ein Bedürfnis nach Polymermaterialien, die die vorgenannten Nachteile nicht aufweisen, so daß sie als Polymerwerkstoffe zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten mit niedrigen dielektrischen Verlusten bzw. Laminate geeignet sind.

Es ist bekannt, daß es sich bei Kohlenwasserstoffharzen um thermoplastische Polymere handelt, die eine mittlere Moleklarmasse unter 2000 aufweisen und über einen großen Temperaturbereich erweichen. Je nach Provenienz der Kohlenwasserstoffharze unterscheidet man üblicherweise zwischen Harzen aus Erdöl, Harzen aus Steinkoohlenteer und Harzen aus Terpenharzen. Hierbei sind die Erdöl- oder Petroleumharze die bedeutendste Gruppe der Kohlenwasserstoffharze. Hinsichtlich der Kohlenteerharze ist auf die Cumaron-Inden-Harze (auch Inden-Cumaron-Harze genannt) hinzuweisen, die die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind, und bei denen es sich um die ältesten synthetischen Thermoplaste überhaupt handelt, die eine Vielzahl von technischen Anwendungen gefunden haben.

Hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften reicht das Spektrum der Kohlenwasserstoffharze von Flüssigkeiten bei Normaltemperatur bis zu spröden harten Festkörpern, wobei die Farbe der Harze von fast farblos bis dunkelbraun variieren kann. Aufgrund des Eigenschaftsprofils dieser Harze können sie u.a. als Bindemittel, Klebrigmacher (Tackifier), Verstärker, Extender, Filmbildner und Dispersionsmittel in einer Vielzahl von Anwendungen, vornehmlich bei Klebstoffen, Kautschuken und Farben etc. eingesetzt werden.

Weiterhin ist bekannt, daß reine Kohlenwasserstoffharze gute Isoliereigenschaften besitzen, da die Werte der Dielektrizitätskonstanten im Bereich von ca. 2,3 bis 2,8 liegen. Darüber hinaus sind Kohlenwasserstoffharze in aromatischen und aliphatischen Lösungsmitteln, höheren Ketonen, Estern, Ethern und halogenierten Lösungsmitteln löslich. Im allgemeinen sind Kohlenwasserstoffharze auch mit einer Vielzahl von Stoffen verträglich, nämlich trocknenden Öle, Weichmacher, Styrole, Polyethylenwachse und Kautschuke, so daß solche Kohlenwasserstoffharze auch als Additive für reaktive Polymere Verwendung finden konnten. Jedoch wird berichtet, daß Kohlenwasserstoffharze mit Rizinusölen, Celluloseethern und -estern sowie Epoxidharzen und Ketonharzen nicht verträglich sind (vgl. Ullmanns Encyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Bd. 12, 539, 540 rechte Spalte.

Es wurde nun überraschenderweise festgestellt, daß die erfindungsgemäße Aufgabe, nämlich Polymermaterial bereitzustellen, das als Polymerwerkstoff zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten mit niedrigen dielektrischen Verlusten geeignet ist, von Polymermaterial, insbesondere einer Polymermischung bestehend aus einer Mischung von mindestens einem mit Cyanatestern verträglichen Kohlenwasserstoffharz, mindestens einem Cyanatester und gegebenenfalls mindestens einem Epoxidharz gelöst werden kann.

Dies war insoweit überraschend, als zu erwarten gewesen wäre, daß eine Kombination bzw. eine Mischung von Kohlenwasserstoffharzen mit Cyanatestern zu Produkten führen würde, die zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie nicht geeignet sind, da Abmischungen von Epoxidharzen mit Kohlenwasserstoffharzen aufgrund der mangelnden Verträglichkeit miteinander und der geringen Lagerfähigkeit dieser Komponenten und der daraus hergestellten Prepregs nicht zur Herstellung solcher Laminate verwendet werden können. Demgegenüber sind Polymermaterialien bzw. -formstoffe auf Basis von Cyanatestern bzw. Abmischungen von Cyanatestern und Epoxidharzen als Polymermaterialien zur Herstellung von Laminatmaterialien bekannt.

Erfindungsgemäß können die Polymermaterialien, insbesondere Polymermischungen als Cyanatesterharze mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel I R(O-C≡N)n aufweisen, wobei R ein ein- oder mehrkerniger aromatischer oder alkylaromatischer substituierter oder unsubstituierter Rest und n eine Zahl größer 1 ist.

Bevorzugt sind insbesondere Cyanatesterharze der allgemeinen Formel II

wobei Z = -CN oder gegebenenfalls Wasserstoff

X = ein zweiwertiger organischer Rest, insbesondere ein substituierter oder unsubstituierter linearer, zyklischer oder verzweigter Alkyl- oder Benzylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, wobei X identisch oder verschieden voneinander sein kann,

R = inerter organischer Rest, insbesondere ein Alkyl-, Halogen-, ein Ether- oder Esterrest

m = eine Zahl von 0 bis 4

a = eine Zahl von 0 bis 10

Vorzugsweise weisen die erfindungsgemäßen Polymermaterialien Cyanatester mit Z = -CN, X = Methylen, wobei a = 0 bis 5 sein kann, auf.

Diese Cyanatesterharze können auch Triazine enthalten. Exemplarisch wird hier auf die EP 0 794 979 B1 hingewiesen, in der solche polyfunktionellen Phenolcyanat/Phenoltriazin-Copolymeren beschrieben worden sind, auf die hiermit ausdrücklich Bezug genommen wird. Somit ist diese Druckschrift nunmehr Teil der Beschreibung der erfindungsgemäßen Polymermischungen. Cyanatesterharze, die Triazine enthalten, können von der Fa. Lonza Ltd., Basel, Schweiz unter der Produktbezeichnung Primaset® bezogen werden. Erfindungsgemäß einsetzbare Produkte sind beispielsweise Primaset® PT-15, Primaset® PT-30, Primaset® PT-30S, Primaset® PT-60, Primaset® PT-60S, Primaset® BA-230S, wobei das Cyanatesterharz des Produktes Primaset® PT-60 für die erfindungsgemäßen Polymermaterialien besonders bevorzugt ist.

Nach der in Elias, Makromoleküle, 5. Auflage, Hüthig und Wepf Verlag, Basel, 1992, Bd. 2, Seite 606 angegebenen Definition handelt es sich dem terminus technicus "Verträglichkeit" um einen operativen Begriff für das Verhalten von Polymer/Polymer-Mischungen, die sich nicht in einem thermodynamischen Gleichgewicht befinden, die sich jedoch z.B. hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften verhaften, als ob sie es wären.

Obgleich die Eigenschaften, insbesondere von Polymermischungen wesentlich davon abhängen, ob die Komponenten thermodynamisch mischbar oder nicht mischbar sind, so kann doch der phänomenologische Begriff der "Verträglichkeit" nicht einfach mit dem thermodynamischen Begriff der Mischbarkeit gleichgesetzt werden (vgl. Elias, Makromoleküle, 5. Auflage, Hüthig und Wepf Verlag, Basel, 1990, Bd. 1, Seite 630). Erfindungsgemäß wird daher unter dem Begriff Verträglichkeit verstanden, daß die einzelnen Komponenten, die für die erfindungsgemäßen Polymermischungen Verwendung finden können, nämlich

  • a) Kohlenwasserstoffharze
  • b) Cyanatesterharze der allgemeinen Formel I
  • c) gegebenenfalls Epoxidharze
sich hinsichtlich ihrer mechanischen bzw. anwendungstechnischen Eigenschaften so verhalten, daß sie als Polymerwerkstoffe zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten mit niedrigen dielektrischen Verlusten geeignet sind.

Für die erfindungsgemäßen Poiymermaterialien, insbesondere Polymermischungen können alle Kohlenwasserstoffharze eingesetzt werden, die mit den Cyanatesterharzen der allgemeinen Formel I R(O-C≡N)n, vorzugsweise der allgemeinen Formel II verträglich sind, d.h. es können alle bekannten Erdöl- oder Petroleumharze, Harze aus Steinkohlenteer, insbesondere die Inden-Cumaron-Harze sowie Terpenharze verwendet werden.

Bevorzugt können auch modifizierte Kohlenwasserstoffharze eingesetzt werden. Exemplarisch sind hier aliphatische und/oder aromatische Kohlenwasserstoffharze zu nennen, die durch Copolymerisation mit Phenol und/oder Styrol modifiziert worden sind.

Vorteilhaft sind insbesondere thermoplastische Kohlenwasserstoffharze auf Basis petro- und carbostämmiger Rohstoffe, die von der Firma RÜTGERS CHEMICALS AG, Duisburg, Deutschland unter der Bezeichnung NOVARES® bezogen werden können, vorzugsweise aromatische Kohlenwasserstoffharze, aliphatisch modifizierte, aromatische Kohlenwasserstoffharze, phenol-modifizierte aromatische Kohlenwasserstoffharze sowie Inden-Cumaron-Harze. Erfindungsgemäß besonders bevorzugt sind phenolmodifizierte petrostämmige Kohlenwasserstoffharze, insbesondere Copolymerisate ungesättigter, aromatischer C9-/C10-Kohlenwasserstoffharze mit Phenol, die durch einen Erweichungspunkt (Ring & Kugel) ASTM D3465 95 bis 125 [°C] und eine Farbe (Gardner-Skala) (50-ig in Toluol] ISO 4630 5 bis 9 gekennzeichnet sind und die von der Firma RÜTGERS CHEMICALS AG unter dem Produktnamen NOVARES® erhältlich sind.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weisen die erfindungsgemäßen Polymermaterialien, Mischungen von mindestens einem mit Cyanatestern verträglichen Kohlenwasserstoffharz, nämlich mindestens einem phenolmodifizierten petrostämmigen Kohlenwasserstoffharz, insbesondere mindestens einem Copolymerisat eines ungesättigten, aromatischen C9-/C10-Kohlenwasserstoffharzes mit Phenol, das durch einen Erweichungspunkt (Ring & Kugel) ASTM D3465 95 bis 125 [°C] und eine Farbe (Gardner-Skala) [50 %-ig in Toluol] ISO 4630 5 bis 9 gekennzeichnet ist und unter der Bezeichnung NOVARES® TA 100 erhältlich ist, mit mindestens einem flüssigen Kohlenwasserstoffharz auf, insbesondere ein styrolisiertes Phenolharz, das durch eine Viskosität bei 25° C von 400 bis 1400 [mPas], einem OH-Gehalt von 7.0 bis 7,6 [%] und eine Farbe (Gardener-Skala) unverdünnt ISO 4630 von max. 6 gekennzeichnet ist. Solche flüssigen styrolisierten Phenolharze sind ebenfalls von der Firma RÜTGERS CHEMICALS AG unter dem Produktnamen NOVARES® LS 500 erhältlich.

Im Hinblick darauf, daß die erfindungsgemäßen Polymermaterialien als Polymerwerkstoffe zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten mit niedrigen dielektrischen Verlusten geeignet sein müssen, wurde gefunden, daß für diese Anwendung besonders gute Resultate erzielt werden können, wenn die erfindungsgemäßen Polymermaterialien als Kohlenwasserstoffharze eine Kombination eines phenolmodifizierten petrostämmigen Kohlenwasserstoffharz, insbesondere eines Copolymerisates eines ungesättigten, aromatischen C9-/C10-Kohlenwasserstoffharzes mit Phenol ist, vorzugsweise ein Kohlenwasserstoffharz vom Typ NOVARES® TA 100, und ein styrolisiertes Phenolharz vom Typ NOVARES® LS 500 ist.

Hierbei ist es vorteilhaft, wenn das Gewichtsverhältnis zwischen dem phenolmodifizierten petrostämmigen Kohlenwasserstoffharz und dem flüssigen Kohlenwasserstoffharz, vorzugsweise ein styrolisiertes Phenolharz im Bereich von 0,3 bis 1,7 Gewichtsteile zu 1,7 bis 0,3 Gewichtsteile liegt. Bevorzugt ist ein Gewichtsverhältnis, das im Bereich von 0,75 bis 1,25 zu 1,25 bis 0,75 Gewichtsteile liegt, wobei ein Gewichtsverhältnis, in dem die Kombination der Kohlenwasserstoffharze aus jeweils gleichere Gewichtsteilen besteht, besonders bevorzugt ist.

Die erfindungsgemäßen Polymermaterialien, insbesondere Polymermischungen können gegebenenfalls mindestens ein Epoxidharz aufweisen. Insbesondere können als Epoxidverbindungen alle Epoxidverbindungen eingesetzt werden, die mehr als eine Epoxidgruppe enthalten, d.h. die di- oder polyfunktionell sind. Bevorzugt sind erfindungsgemäß difunktionale Epoxidverbindungen. Als höhertunktionelle Epoxidverbindungen können die erfindungsgemäßen Polymermaterialien insbesondere Polyglycidylether von Novolaken aufweisen.

Weiterhin können die erfindungsgemäßen Polymermateralien, insbesondere Polymermischungen weitere Zusatzstoffe, wie z.B. Härter, Lösungsmittel, weitere mit den Polymermaterialien verträgliche zusätzliche Harze, Beschleunigungs- oder Verzögerungsmittel enthalten.

Die erfindungsgemäßen Polymermaterialien, insbesondere Polymermischungen sind hervorragend geeignet als Polymerwerkstoffe zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie, vorzugsweise zur Herstellung von Elektrolaminaten mit niedrigen dielektrischen Verlusten. Insbesondere lassen sich hieraus hydrolysebeständige Laminate mit niedrigen Dielektrizitätskonstanten und dielektrischen Verlustfaktoren fertigen bzw. es lassen sich hieraus auch lagerstabile, relativ feuchte, unempfindliche Prepregs fertigen.

Beispiel 1: Harzherstellung

Es werden 110 kg halbfestes, halogenhaltiges Epoxidharz auf Basis von Tetrabrombisphenol-A (z. B. das unter dem Handelsnamen "Bakelite® EPR 500" von der Bakelite AG, Iserlohn-Lethmate erhältlich ist) als Schmelze in einem Rührreaktor mit Rückflußkühler vorgelegt und unter Rühren und Rückfluß bei 125°C in 80 kg Ethylmethylketon aufgenommen.

Die Siedetemperatur stellt sich zum Ende hin auf 110°C ein. Bei dieser Temperatur gibt man 64 kg phenolmodifiziertes petrostämmiges Kohlenwasserstoffharz-Copolymerisat ungesättigter aromatischer C9/C10-Kohlenwasserstoffharze mit Phenol (z.B. das unter dem Handelsnamen Novares® TA 100 von Rütgers Chemicals AG, Duisburg erhältlich ist) zu und löst den Rohstoff in das Harz ein.

Anschließend werden 64 kg styrol-/phenolmodifiziertes petro-carbostämmiges Kohlenwasserstoffharz (z.B. das unter dem Handelsnamen Novares LS 500 von Rütgers Chemicals AG, Duisburg erhältlich ist) und 680 kg Cyanatester hinzugegeben und gelöst. Schließlich wird das Harz auf Raumtemperatur gekühlt.

Beispiel 2: Prepregherstellung

Trägermaterial ist ein Glasgewebe des Typs 7628 mit einem Rohgewicht von etwa 203 g/m2. Das Gewebe wird mit einer Geschwindigkeit von 0,8 – 1,4 m/min durch das Harzbad mit Imprägnierlack gefördert und über Abquetschen durch Dosierwalzen auf ein Lackiergewicht von 350 g/m2 eingestellt. Dabei ist der Imprägnierlack wie folgt zusammengesetzt:

Mischung aus Cyanatester/Kohlenwasserstoffharz/Epoxidharz 133 Gew.teile Modifier (gelöstes Epoxidharz) 6.65 Gew.teile Katalysator 0.075 Gew.teile Ethylmethylketon je nach Bedarf

Die Mischung aus einem Cyanatester/Kohlenwasserstoffharz/Epoxidharz ist unter dem Handelsnamen Bakelite® EPS 05353 von der Bakelite AG, Iserlohn-Lethmate erhältlich. Der Modifier ist unter dem Handelsnamen Bakelite® EPM 05352 und der Katalysator unter dem Handelsnamen Bakelite® EPC 05126 von der Bakelite AG, Iserlohn-Lethmate erhältlich.

Das imprägnierte Gewebe wird durch einen mehrstufigen Vertikaltrockner bei 160°C Lufttemperatur und 188°C/189°C Heizstrahler-Temperatur auf die geforderten Kenndaten des Prepregs hin getrocknet.

Das fertige Prepreg ist wie folgt charakterisiert: Oberfläche trocken und glatt Lackiergewicht 350 – 360 g/m2 Harzgehalt bezogen auf Prepreg 42 – 44 % Harzfluß bei 170°C 20 ± 2 %
Prepreg-Rest-Gelzeit bei 170°C 75 ± 25 sec Prepregpulver-Viskosität bei 135°C 15 ± 5 Pas Prepregflüchtegehalt < 1,0 %

Beispiel 3: Herstellung eines kupferkaschierten Laminates:

Das Laminat wird aus 8 Lagen Prepreg und 2 Lagen 35 &mgr;m Kupferfolie, von denen eine die oberste, die andere die unterste Laminatschicht bildet, aufgebaut. Die Härtung erfolgt bei einer Heizrate von 2 – 4 K/min, einer Laminattemperatur von mindestens 200 – 220°C für 1 Stunde und einem effektiven Preßdruck von 10 – 50 bar.

Das fertige Laminat ist wie folgt charakterisiert: Oberfläche glatt/gleichmäßig Dicke inkl. Cu 1,60 ± 0,08 mm Dielektrizitätskonstante &#8714;r (1 GHz) < 3,8 Dielektrischer Verlusffaktor &dgr; (1 GHz) < 0,005 Kupferhaftung 35 &mgr;m Cu-Folie > 1,30 N/mm Interlaminare Haftung > 1,20 N/mm Löttest bei 288°C > 180 sec Pressure Cooker Test bei 260°C > 20 sec T-260 Test (TMA) > 60 min T-288 Test (TMA) > 10 min Wasseraufnahme < 0,20 % Entflammbarkeit Klasse V-0 Glasübergangstemperatur Tg (DMTA): 1. gehärtet bei 200°C/1 Std. 210 °C 2. gehärtet bei 220°C/1 Std. 230 °C


Anspruch[de]
  1. Polymermaterial, insbesondere Polymermischung bestehend aus einer Mischung von mindestens einem mit Cyanatestern verträglichen Kohlenwasserstoffharz, mindestens einem Cyanatester und gegebenenfalls mindestens einem Epoxidharz als Polymerwerkstoffe zur Herstellung von Laminaten für die Leiterplattenindustrie.
  2. Polymermaterial, insbesondere Polymermischung, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung Cyanatesterharz der allgemeinen Formel I R(O-C≡N)n aufweist, wobei R ein ein- oder mehrkerniger aromatischer oder alkylaromatischer substituierter oder unsubstituierter Rest und n eine Zahl größer als 1 ist.
  3. Polymermaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung als Cyanatesterharz mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel II
    aufweist, wobei

    Z = -CN oder gegebenenfalls Wasserstoff

    X = ein zweiwertiger organischer Rest, insbesondere ein substituierter

    oder unsubstituierter linearer, zyklischer Oder verzweigter Alkyl- oder Benzylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, wobei X identisch oder verschieden voneinander sein kann,

    R = inerter organischer Rest, insbesondere ein Alkyl-, Halogen-, ein Ether- oder Esterrest

    m = eine Zahl von 0 bis 4

    a = eine Zahl von 0 bis 10.
  4. Polymermaterial nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung als Cyanatesterharz mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel II mit Z = -CN, X = Methylen, wobei a = 0 bis 5 sein kann, aufweist.
  5. Polymermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung als Cyanatesterharz ein polyfunktionelles Phenolcyanat/Phenoltriazin-Copolymerisat aufweist.
  6. Polymermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung als Kohlenwasserstoffharz mindestens ein Harz aufweist, das mit Cyanatesterharzen der allgemeinen Formel I R(O-C≡N)n verträglich ist, wobei R ein ein- oder mehrkerniger aromatischer oder alkylaromatischer substituierter oder unsubstituierter Rest und n eine Zahl größer 1 ist und aus der Gruppe der Erdöl- oder Petroleumharze, Steinkohlenteerharze und Terpenharze ausgewählt ist.
  7. Polymermaterial nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung als Kohlenwasserstoffharz mindestens ein Harz aufweisen, das durch Copolymerisation mit Phenol und/oder Styrol modifiziert worden sind.
  8. Polymermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung als Kohlenwasserstoffharz eine Kombination eines phenolmodifizierten petrostämmigen Kohlenwasserstoffharz mit einem flüssigen styrolisierten Phenolharz aufweist.
  9. Polymermaterial nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis der Kombination von phenolmodifizierten petrostämmigen Kohlenwasserstoffharz und flüssigem styrolisierten Phenolharz im Bereich von 0,3 bis 1,7 zu 1,7 bis 0,3 liegt.
  10. Laminat für die Leiterplattenindustrie, gefertigt aus Polymermaterial, insbesondere einer Polymermischung, nach einem der Ansprüche 1 bis 9.
  11. Verwendung eines Polymermaterials nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Herstellung von Leiterplatten und Laminaten für die Leiterplattenindustrie.
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