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Dokumentenidentifikation DE102004042033A1 02.03.2006
Titel Polyurethanelastomere mit verbessertem antistatischen Verhalten
Anmelder Bayer MaterialScience AG, 51373 Leverkusen, DE;
BÜFA Polyurethane GmbH & Co. KG, 26125 Oldenburg, DE
Erfinder Michels, Erhard, Dr., 51061 Köln, DE;
Schwob, Volker, 26349 Jade, DE
Vertreter Perchenek, N., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 51373 Leverkusen
DE-Anmeldedatum 31.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004042033
Offenlegungstag 02.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.03.2006
IPC-Hauptklasse C08L 75/06(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse C08L 75/08(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C08K 5/19(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft Polyurethanelastomere mit verbessertem Verhalten gegenüber antistatischer Aufladung, ein Verfahren zu deren Herstellung und ihre Verwendung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Polyurethanelastomere (PUR-Elastomere) mit verbessertem Verhalten gegenüber antistatischer Aufladung sowie Verfahren zu deren Herstellung und ihre Verwendung.

Halbharte, elastische Polyurethanformteile in kompakter oder zelliger, d.h. leicht geschäumter Ausführung werden sowohl auf der Basis von Polyester-Polyurethanmassen als auch Polyetherurethanmassen aufgebaut. Um die elektrostatische Ableitung dieser Materialien zu verbessern, werden antistatisch wirksame Additive den Polyetherurethanmassen zugesetzt.

Eine typische Produktklasse dieser Additive sind die bekannten Tetraalkylammonium-alkylsulfate (Polyurethane Handbook, Günther Oertel, Carl Hanser Verlag, 2nd edition 1993), die sowohl als Konzentrat als auch in Lösung, bevorzugt in Ethylenglykol oder Butandiol-1,4, den PUR-Reaktionsmassen zugesetzt werden.

Die Alkylammoniumsulfate sind besonders geeignet, da sie nicht aktiv die Polyurethan- und typischen Nebenreaktionen, wie Polyurea- und Allophanatbildung beeinflussen.

Aus EP-A 1 336 639 ist die Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen als innere Antistatika für Zwei-Komponenten-Polyurethane bekannt. Sie werden in Mengen von 0,5 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Polyurethans eingesetzt. Um den Schmelzbereich der Ammoniumverbindungen zu erniedrigen, werden Verbindungen, die den Schmelzpunkt erniedrigen, wie beispielsweise Butyrolacton, zugesetzt.

Nachteil dieser Additive ist aber, dass sie teils in hohen Mengen der PUR-Masse zugesetzt werden müssen, um niedrige Anistatikwerte zu erreichen. Da sie in der PUR-Matrix als „Füllstoff vorliegen, wird zudem mit steigendem Gehalt im PUR dessen Elastizität und Materialfestigkeit beeinträchtigt.

Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die Wirkung von Tetraalkylammonium-alkylsulfaten als Antistatikum im PUR-Schaum zu verbessern, so dass entweder die Einsatzmenge dieses Additivs bei gleich bleibenden Antistatikwerten reduziert werden kann, oder bei gleicher Einsatzmenge niedrigere, d.h. bessere Antistatikwerte erzielt werden.

Überraschend wurde gefunden, dass die antistatische Wirkung der Tetraalkylammonium-alkylsulfate durch gleichzeitigen Zusatz bestimmter Verbindungen deutlich verbessert werden kann. Es konnte eine Steigerung der elektrostatischen Ableitwirkung auf das doppelte bis fünffache erzielt werden.

Gegenstand der Erfindung sind Polyurethanelastomere erhältlich durch Umsetzung von

  • a) Di- und/oder Polyisocyanaten mit
  • b) mindestens einem Polyesterpolyol mit einer OH-Zahl von 20 bis 280, bevorzugt von 28 bis 150, und einer mittleren Funktionalität von 1,5 bis 3, bevorzugt von 1,8 bis 2,4,
  • c) gegebenenfalls weiteren Polyetherpolyolen mit OH-Zahlen von 10 bis 150 und Funktionalitäten von 1,5 bis 8,0, vorzugsweise 1,8 bis 6,0 und/oder Polyetheresterpolyolen mit OH-Zahlen von 20 bis 280 und Funktionalitäten von 1,5 bis 3,0, bevorzugt 1,8 bis 2,4,
  • d) gegebenenfalls niedermolekularen Kettenverlängerern und/oder Vernetzern mit OH-Zahlen von 150 bis 1870,
in Gegenwart von
  • e) Amin- und/oder metallorganischen Katalysatoren,
  • f) Antistatika bestehend aus

    f1) quartären Alkylammonium-monoalkylsulfaten der Formel (I) R1R2R3R4N+R5SO4-(I) wobei R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander C1- bis C20-Alkylreste sind, wobei die Gesamtanzahl der Kohlenstoffatome der vier Reste nicht über 70 liegt,

    und R5 ein C2- bis C10-Alkylrest ist,

    und

    f2) Verbindungen aus der Gruppe bestehend aus

    i) linearen, OH-Gruppen-freien Dicarbonsäureestern der Formel (II)
    wobei X ein Rest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist oder eine Bindung darstellt und R6 und R7 unabhängig voneinander C1- bis C20-Alkylreste sind,

    ii) Lactonen aus der Gruppe bestehend aus &ggr;-Butyrolacton, &ggr;-Valerolacton, &agr;,&ggr;-, &bgr;,&ggr;- und &ggr;&ggr;-Dimethylbutyrolacton und

    iii) Mischungen aus (i) und (ii),
  • g) gegebenenfalls Treibmitteln und
  • h) gegebenenfalls Zusatzstoffen und/oder Hilfsmitteln,
wobei die quartären Alkylammonium-alkylsulfate f1) in einer Menge von 0,5 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Polyurethanelastomer, vorliegen und die Verbindungen f2) in einer Menge von 1,5 bis 7,5 Gew.-%.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Formkörper, die auf den erfindungsgemäßen Polyurethanelastomeren basieren.

Bevorzugt werden die PUR-Elastomere nach dem Prepolymer-Verfahren hergestellt, wobei zweckmäßigerweise im ersten Schritt aus zumindest einem Teil des Polyesterpolyols b) oder dessen Mischung mit Polyolkomponente c) und mindestens einem Di- oder Polyisocyanat a) ein Isocyanatgruppen aufweisendes Polyadditionsaddukt hergestellt wird. Im zweiten Schritt können antistatisch eingestellte PUR-Elastomere aus derartigen Isocyanatgruppen aufweisenden Prepolymeren durch Umsetzung mit dem restlichen Teil der Polyolkomponente b) und/oder gegebenenfalls Komponente c) und/oder gegebenenfalls niedermolekularen Kettenverlängerern und/oder Vernetzern d) und/oder Katalysatoren e) hergestellt werden. Die Komponente f) wird bevorzugt dem Polyol b) zugemischt. Es können mikrozellulare PUR-Elastomere mit einer Formteildichte von 200 – 1200 kg/m3 hergestellt werden, indem dem Polyol b) im zweiten Schritt Treibmittel g) zugesetzt werden.

Die aus den erfindungsgemäßen PUR-Elastomeren hergestellten Formteile weisen je nach Gehalt an f) antistatische Eigenschaften im Bereich von 100 kOhm – 1000 M Ohm auf (Messung gemäß EN 344).

Zur Herstellung der erfindungsgemäßen PUR-Elastomeren werden die Komponenten in solchen Mengen zur Umsetzung gebracht, dass das Äquivalenzverhältnis der NCO-Gruppen der Polyisocyanate a) zur Summe der gegenüber Isocyanatgruppen reaktiven Wasserstoffe der Komponenten b), c), d) sowie eventuell eingesetzter chemisch wirkender Treibmittel 0,8:1 bis 1,2:1, vorzugsweise 0,90:1 bis 1,15:1 und insbesondere 0,95:1 bis 1,05:1 beträgt.

Als Ausgangskomponente a) für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische, aromatische und heterocyclische Polyisocyanate, wie sie z.B. von W. Siefken in Justus Liebigs Annalen der Chemie, 562, Seiten 75 bis 136, beschrieben werden, beispielsweise solche der Formel Q(NCO)n in der n = 2-4, vorzugsweise 2, und Q einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2-18, vorzugsweise 6-10 C-Atomen, einen cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4-15, vorzugsweise 5-10 C-Atomen, einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit 6-15, vorzugsweise 6-13 C-Atomen, oder einen aralipliatischen Kohlenwasserstoffrest mit 8-15, vorzugsweise 8-13 C-Atomen, bedeuten, z.B. Ethylendiisocyanat, 1,4-Tetramethylendiisocyanat, 1,6-Hexamethylendiisocyanat (HDI), 1,12-Dodecandiisocyanat, Cyclobutan-1,3-diisocyanat, Cyclohexan-1,3- und -1,4-diisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, 1-Isocyanato-3,3,5-tri-methyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan, 2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylendiisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Hexahydro-1,3- und -1,4-phenylen-diisocyanat, Perhydro-2,4'- und -4,4'-diphenyl-methan-diisocyanat, 1,3- und 1,4-Phenylendiisocyanat, 1,4-Duroldiisocyanat (DDI), 4,4'-Stilbendiisocyanat, 3,3'-Dimethyl-4,4'-biphenylendiisocyanat (TODI) 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI) sowie beliebige Gemische dieser Isomeren, Diphenylmethan-2,4'- und/oder -4,4'-diisocyanat (MDI), oder Naphthylen-1,5-diisocyanat (NDI).

Ferner kommen beispielsweise in Frage: Triphenylmethan-4,4',4''-triisocyanat, Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate, wie sie durch Anilin-Formaldehyd-Kondensation und anschließende Phosgenierung erhalten und z.B. in GB-PS 874 430 und GB-PS 848 671 beschrieben werden, m- und p-Isocyanatophenylsulfonylisocyanate gemäß US-A 3 454 606, perchlorierte Arylpolyisocyanate, wie sie in US-A 3 277 138 beschrieben werden, Carbodiimidgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie in US-A 3 152 162 sowie in DE-A 25 04 400, 25 37 685 und 25 52 350 beschrieben werden, Norbornan-diisocyanate gemäß US-A 3 492 301, Allophanatgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie in GB-PS 994 890, der BE-PS 761 626 und NL-A 7 102 524 beschrieben werden, Isocyanuratgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie in US-A 3 001 9731, in DE-C 10 22 789, 12 22 067 und 1 027 394 sowie in DE-A 1 929 034 und 2 004 048 beschrieben werden, Urethangruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie z.B. in der BE-PS 752 261 oder in US-A 3 394 164 und 3 644 457 beschrieben werden, acylierte Harnstoffgruppen aufweisende Polyisocyanate gemäß DE-C 1 230 778, Biuretgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie in US-A 3 124 605, 3 201 372 und 3 124 605 sowie in GB-PS 889 050 beschrieben werden, durch Telomerisationsreaktionen hergestellte Polyisocyanate, wie sie in US-A 3 654 106 beschrieben werden, Estergruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie in GB-PS 965 474 und 1 072 956, in US-A 3 567 763 und in DE-C 12 31 688 genannt werden, Umsetzungsprodukte der obengenannten Isocyanate mit Acetalen gemäß DE-C 1 072 385 und polymere Fettsäureester enthaltende Polyisocyanate gemäß US-A 3 455 883.

Es ist auch möglich, die bei der technischen Isocyanatherstellung anfallenden, Isocyanatgruppen aufweisenden Destillationsrückstände, gegebenenfalls gelöst in einem oder mehreren der vorgenannten Polyisocyanate, einzusetzen. Ferner ist es möglich, beliebige Mischungen der vorgenannten Polyisocyanate zu verwenden.

Bevorzugt eingesetzt werden die technisch leicht zugänglichen Polyisocyanate, z.B. das 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren ("TDI"), 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 2,2'-Diphenylmethandiisocyanat und Polyphenylpolymethylen-polyisocyanate, wie sie durch Anilin-Formaldehyd-Kondensation und anschließende Phosgenierung hergestellt, werden ("rohes MDI") und Carbodiimidgruppen, Uretonimingruppen, Urethangrupppen, Allophanatgruppen, Isocyanuratgruppen, Harnstoffgruppen oder Biuretgruppen aufweisende Polyisocyanate ("modifizierte Polyisocyanate"), insbesondere solche modifizierten Polyisocyanate, die sich vom 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat bzw. vom 4,4'- und/oder 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat ableiten. Gut geeignet sind auch Naphthylen-1,5-diisocyanat und Gemische der genannten Polyisocyanate.

Besonders bevorzugt werden im erfindungsgemäßen Verfahren jedoch Isocyanatgruppen aufweisende Prepolymere verwendet, die hergestellt werden durch Umsetzung mindestens einer Teilmenge Polyesterpolyol b) oder mindestens einer Teilmenge einer Mischung aus Polyesterpolyol b), Polyolkomponente c) und/oder Kettenverlängerer und/oder Vernetzer d) mit mindestens einem aromatischen Diisocyanat aus der Gruppe TDI, MDI, TODI, DIBDI, NDI, DDI, vorzugsweise mit 4,4'-MDI und/oder 2,4-TDI und/oder 1,5-NDI zu einem Urethangruppen und Isocyanatgruppen aufweisenden Polyadditionsprodukt mit einem NCO-Gehalt von 10 bis 27 Gew.-%, vorzugsweise von 12 bis 25 Gew.-%.

Wie bereits ausgeführt wurde, können zur Herstellung der isocyanatgruppenhaltigen Prepolymere Mischungen aus b), c) und d) verwendet werden. Nach einer bevorzugt angewandten Ausführungsform werden die Isocyanatgruppen enthaltenden Prepolymere jedoch ohne Kettenverlängerer bzw. Vernetzer d) hergestellt.

Die Isocyanatgruppen aufweisenden Prepolymere können in Gegenwart von Katalysatoren hergestellt werden. Es ist jedoch auch möglich, die Isocyanatgruppen aufweisenden Prepolymere in Abwesenheit von Katalysatoren herzustellen und diese der Reaktionsmischung erst zur Herstellung der PUR-Elastomere einzuverleiben.

Geeignete Polyesterpolyole b) können beispielsweise aus organischen Dicarbonsäuren mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise aliphatischen Dicarbonsäuren mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen und mehrwertigen Alkoholen, vorzugsweise Diolen, mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 2 bis 10 Kohlenstoffatomen hergestellt werden. Als Dicarbonsäuren kommen beispielsweise in Betracht: Bernsteinsäure, Malonsäure, Glutarsäure Adipinsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Decandicarbonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure und Terephthalsäure. Die Dicarbonsäuren können dabei sowohl einzeln als auch im Gemisch untereinander verwendet werden. Anstelle der freien Dicarbonsäuren können auch die entsprechenden Dicarbonsäurederivate, wie z.B. Dicarbonsäure-mono- und/oder -diester von Alkoholen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Dicarbonsäureanhydride eingesetzt werden. Vorzugsweise verwendet werden Dicarbonsäuregemische aus Bernstein-, Glutar- und Adipinsäure in Mengenverhältnissen von beispielsweise 20 bis 35/35 bis 50/20 bis 32 Gew.-Teilen, Sebacinsäure und insbesondere Adipinsäure. Beispiele für zwei- und mehrwertige Alkohole sind Ethandiol, Diethylenglykol, 1,2- bzw. 1,3-Propandiol, Dipropylenglykol, Methyl- Propandiol-1,3, 1,4-Butandiol, 1,5-Pentandiol 1,6-Hexandiol, Neopentylglykol, 1,10-Decandiol, Glycerin, Trimethylolpropan und Pentaerythrit. Vorzugsweise verwendet werden 1,2-Ethandiol, Diethylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Glycerin, Trimethylolpropan oder Mischungen aus mindestens zwei der genannten Diole, insbesondere Mischungen aus Ethandiol, 1,4-Butandiol und 1,6-Hexandiol, Glycerin und/oder Trimethylolpropan. Eingesetzt werden können ferner Polyesterpolyole aus Lactonen z.B. &egr;-Caprolacton oder Hydroxycarbonsäuren, z. B. o-Hydroxycapronsäure und Hydroxyessigsäure.

Zur Herstellung der Polyesterpolyole können die organischen, z.B. aromatischen und vorzugsweise aliphatischen Polycarbonsäuren und/oder -derivate und mehrwertigen Alkohole katalysatorfrei oder in Gegenwart von Veresterungskatalysatoren, zweckmäßigerweise in einer Atmosphäre aus Inertgasen, wie z.B. Stickstoff, Kohlenmonoxid, Helium, Argon, in Lösung und auch in der Schmelze bei Temperaturen von 150 bis 300°C, vorzugsweise 180 bis 230°C gegebenenfalls unter vermindertem Druck bis zu der gewünschten Säurezahl, die vorteilhafterweise kleiner als 10, vorzugsweise kleiner als 1 ist, polykondensiert werden.

Nach einem bevorzugten Herstellverfahren wird das Veresterungsgemisch bei den oben genannten Temperaturen bis zu einer Säurezahl von 80 bis 30, vorzugsweise 40 bis 30, unter Normaldruck und anschließend unter einem Druck von kleiner als 500 mbar, vorzugsweise 10 bis 150 mbar, polykondensiert. Als Veresterungskatalysatoren kommen beispielsweise Eisen-, Cadmium-, Kobalt-, Blei-, Zink-, Antimon-, Magnesium-, Titan- und Zinnkatalysatoren in Form von Metallen, Metalloxiden oder Metallsalzen in Betracht. Die Polykondensation kann jedoch auch in flüssiger Phase in Gegenwart von Verdünnungs- und/oder Schleppmitteln, wie z.B. Benzol, Toluol, Xylol oder Chlorbenzol, zur azeotropen Abdestillation des Kondensationswassers durchgeführt werden.

Zur Herstellung der Polyesterpolyole werden die organischen Polycarbonsäuren und/oder deren Derivate mit mehrwertigen Alkoholen vorteilhafterweise im Molverhältnis von 1 : 1 bis 1,8, vorzugsweise 1 : 1,05 bis 1,2 polykondensiert. Die erhaltenen Polyesterpolyole besitzen vorzugsweise eine Funktionalität von 1,5 bis 3, insbesondere 1,8 bis 2,4 und ein zahlenmittleres Molekulargewicht von 300 bis 8 400, bevorzugt 400 bis 6 000, vorzugsweise 800 bis 3500.

Gegebenenfalls werden zur Herstellung der erfindungsgemäßen Elastomere Polyetherpolyole und/oder Polyetheresterpolyole c) eingesetzt. Polyetherpolyole können nach bekannten Verfahren, hergestellt werden, beispielsweise durch anionische Polymerisation von Alkylenoxiden in Gegenwart von Alkalihydroxiden oder Alkalialkoholaten als Katalysatoren und unter Zusatz mindestens eines Startermoleküls, das 2 bis 3 reaktive Wasserstoffatome gebunden enthält oder durch kationische Polymerisation von Alkylenoxiden in Gegenwart von Lewis-Säuren wie Antimonpentachlorid oder Borfluorid-Etherat. Geeignete Alkylenoxide enthalten 2 bis 4 Kohlenstoffatome im Alkylenrest. Beispiele sind Tetrahydrofuran, 1,2-Propylenoxid, 1,2- bzw. 2,3-Butylenoxid, vorzugsweise werden Ethylenoxid und/oder 1,2-Propylenoxid eingesetzt. Die Alkylenoxide können einzeln, alternierend nacheinander oder als Mischungen verwendet werden. Bevorzugt werden Mischungen aus 1,2-Propylenoxid und Ethylenoxid eingesetzt, wobei das Ethylenoxid in Mengen von 10 bis 50% als Ethylenoxid-Endblock eingesetzt wird ("EO-cap"), so dass die entstehenden Polyole zu über 70% primäre OH-Endgruppen aufweisen. Als Startermolekül kommen Wasser oder 2- und 3-wertige Alkohole in Betracht, wie Ethylenglykol, 1,2-Propandiol und 1,3-Propandiol, Diethylenglykol, Dipropylenglykol, Ethandiol-1,4, Glycerin, Trimethylolpropan usw. Geeignete Polyetherpolyole, vorzugsweise Polyoxypropylen-polyoxyethylen-polyole, besitzen eine Funktionalität von 1,5 bis 8 und bevorzugte zahlenmittlere Molekulargewichte von 500 bis 8000, vorzugsweise 800 bis 6000.

Als Polyetherpolyole eignen sich ferner polymermodifizierte Polyetherpolyole, vorzugsweise Pfropfpolyetherpolyole, insbesondere solche auf Styrol- und/oder Acrylnitrilbasis, die durch in situ Polymerisation von Acrylnitril, Styrol oder vorzugsweise Mischungen aus Styrol und Acrylnitril, z.B. im Gewichtsverhältnis 90:10 bis 10:90. vorzugsweise 70:30 bis 30:70, in den vorgenannten Polyetherpolyolen hergestellt werden, sowie Polyetherpolyol-Dispersionen, die als disperse Phase, üblicherweise in einer Menge von 1 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-%, enthalten: z.B. anorganische Füllstoffe, Polyharnstoffe, Polyhydrazide, tert.-Aminogruppen gebunden enthaltende Polyurethane und/oder Melamin.

Zur Verbesserung der Verträglichkeit von b) und c) können als c) auch Polyetheresterpolyole eingesetzt oder zugesetzt werden. Diese werden erhalten durch Propoxylierung oder Ethoxylierung von Polyesterpolyolen vorzugsweise mit einer Funktionalität von 1,5 bis 3, insbesondere 1,8 bis 2,4 und einem zahlenmittleren bevorzugten Molekulargewicht von 400 bis 6 000, vorzugsweise 800 bis 3500.

Diese Polyetherester c) können aber auch durch Einesterung von Etherpolyolen der zuvor beschriebenen Art erhalten werden, wobei die zu verwendenden Esterkomponenten denen unter b) beschriebenen entsprechen. Diese Polyetherester weisen vorzugsweise eine Funktionalität von 1,5 bis 3, insbesondere 1,8 bis 2,4 und ein zahlenmittleres bevorzugtes Molekulargewicht von 400 bis 6 000, vorzugsweise 800 bis 3500 auf.

Zur Herstellung der erfindungsgemäßen PUR-Elastomeren können zusätzlich als Komponente d) niedermolekulare difunktionelle Kettenverlängerer, tri- oder tetrafunktionelle Vernetzer oder Mischungen aus Kettenverlängerern und Vernetzern verwendet werden.

Derartige Kettenverlängerer und Vernetzer d) werden eingesetzt zur Modifizierung der mechanischen Eigenschaften, insbesondere der Härte der PUR-Elastomeren. Geeignete Kettenverlängerer wie Alkandiole, Dialkylenglykole und Polyalkylen-polyole und Vernetzungsmittel, z.B. 3- oder 4-wertige Alkohole und oligomere Polyalkylen-polyole mit einer Funktionalität von 3 bis 4, besitzen üblicherweise Molekulargewichte < 800, vorzugsweise von 18 bis 400 und insbesondere von 60 bis 300. Als Kettenverlängerer vorzugsweise verwendet werden Alkandiole mit 2 bis 12, vorzugsweise 2, 4 oder 6 Kohlenstoffatomen, z B. Ethandiol, 1,6-Hexandiol, 1,7-Heptandiol, 1,8-Octandiol, 1,9-Nonandiol, 1,10-Decandiol und insbesondere 1,4-Butandiol und Dialkylenglykole mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen, z.B. Diethylengykol und Dipropylengykol sowie Polyoxyalkylenglykole. Geeignet sind auch verzweigtkettige und/oder ungesättigte Alkandiole mit üblicherweise nicht mehr als 12 Kohlenstoffatomen, wie z.B. 1,2-Propandiol, 2-Methyl-1,3-Propandiol, 2,2-Dimethyl-1,3-propandiol, 2-Butyl-2-ethyl-1,3-propandiol, 2-Buten-1,4-diol und 2-Butin-1,4-diol, Diester der Terephthalsäure mit Glykolen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie z.B. Terephthalsäure-bis-ethylenglykol oder Terephthalsäure-bis-1,4-butandiol, Hydroxyalkylenether des Hydrochinons oder Resorcins, z.B. 1,4-Di-(&bgr;-hydroxyethyl)-hydrochinon oder 1,3-(&bgr;-Hydroxyethyl)-resorcin, Alkanolamine mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen wie Ethanolamin, 2-Aminopropanol und 3-Amino-2,2-dimethylpropanol, N-Alkyldialkanolamine, z.B. N-Methyl- und N-Ethyl-diethanolamin, (cyclo)aliphatische Diamine mit 2 bis 15 Kohlenstoffatomen, wie 1,2-Ethylendiamin, 1,3-Propylendiamin, 1,4-Butylendiamin und 1,6-Hexamethylendiamin, Isophorondiamin, 1,4-Cyclohexamethylendiamin und 4,4'-Diaminodicyclohexylmethan, N-Alkyl-, N,N'-dialkylsubstituierte und aromatische Diamine, die auch am aromatischen Rest durch Alkylgruppen substituiert sein können, mit 1 bis 20, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen im N-Alkylrest, wie N,N'-Diethyl-, N,N'-Di-sec.-pentyl-, N,N'-Di-sec.-hexyl-, N,N'-Di-sec.-decyl- und N,N'-Dicyclohexyl-, (p- bzw. m-) -Phenylendiamin, N,N'-Dimethyl-, N,N'-Diethyl-, N,N'-Diisopropyl-, N,N'-Di-sec.-butyl-, N,N'-Dicyclohexyl-, -4,4'-diamino-diphenylmethan, N,N'-Di-sec.-butylbenzidin, Methylen-bis(4-amino-3-benzoesäuremethylester), 2,4-Chlor-4,4'-diamino-diphenylmethan, 2,4- und 2,6-Toluylendiamin.

Die Verbindungen der Komponente d) können in Form von Mischungen oder einzeln eingesetzt werden. Verwendbar sind auch Gemische aus Kettenverlängerern und Vernetzern.

Zur Einstellung der Härte der PUR-Elastomeren können die Aufbaukomponenten b), c) und d) in relativ breiten Mengenverhältnissen variiert werden, wobei die Härte mit zunehmenden Gehalt an Komponente d) in der Reaktionsmischung ansteigt.

Zum Erhalt einer gewünschten Härte des Werkstoffs können die erforderlichen Mengen der Aufbaukomponenten b), c) und d) auf einfache Weise experimentell bestimmt werden. Vorteilhafterweise verwendet werden 1 bis 50 Gew.-Teile, vorzugsweise 3 bis 20 Gew.-Teile des Kettenverlängerers und/oder Vernetzers d), bezogen auf 100 Gew.-Teile der höhermolekularen Verbindungen b) und c).

Als Komponente e) können dem Fachmann geläufige Aminkatalysatoren eingesetzt werden, z.B. tertiäre Amine wie Triethylamin, Tributylamin, N-Methyl-morpholin, N-Ethyl-morpholin, N,N,N',N'-Tetramethyl-ethylendiamin, Pentamethyl-diethylen-triamin und höhere Homologe (DE-A 26 24 527 und 26 24 528), 1,4-Diaza-bicyclo-[2,2,2]-octan, N-Methyl-N'-dimethylaminoethyl-piperazin, Bis-(dimethylaminoalkyl)-piperazine, N,N-Dimethylbenzylamin, N,N-Dimethylcyclohexylamin, N,N-Diethylbenzylamin, Bis-(N,N-diethylaminoethyl)adipat, N,N,N',N'-Tetramethyl-1,3-butandiamin, N,N-Dimethyl-&bgr;-phenyl-ethyl-amin, Bis-(dimethylaminopropyl)-harnstoff 1,2-Dimethylimidazol, 2-Methylimidazol, monocyclische und bicyclische Amidine, Bis-(dialkylamino)-alkylether sowie Amidgruppen (vorzugsweise Formamidgruppen) aufweisende tertiäre Amine gemäß DE-A 25 23 633 und 27 32 292). Als Katalysatoren kommen auch an sich bekannte Mannichbasen aus sekundären Aminen, wie Dimethylamin, und Aldehyden, vorzugsweise Formaldehyd, oder Ketonen wie Aceton, Methylethylketon oder Cyclohexanon und Phenolen, wie Phenol, Nonylphenol oder Bisphenol, in Frage. Gegenüber Isocyanatgruppen aktive Wasserstoffatome aufweisende tertiäre Amine als Katalysator sind z.B. Triethanolamin, Triisopropanolamin, N-Methyl-diethanolamin, N-Ethyl-diethanolamin, N,N-Dimethyl-ethanolamin, deren Umsetzungsprodukte mit Alkylenoxiden wie Propylenoxid und/oder Ethylenoxid sowie sekundärtertiäre Amine gemäß DE-A 27 32 292. Als Katalysatoren können ferner Silaamine mit Kohlenstoff-Silizium-Bindungen, wie sie in US-A 3 620 984 beschrieben sind, eingesetzt werden, z.B. 2,2,4-Trimethyl-2-silamorpholin und 1,3-Diethyl-aminomethyl-tetramethyl-disiloxan. Weiterhin kommen auch stickstoffhaltige Basen wie Tetraalkylammoniumhydroxide, ferner Hexahydrotriazine in Betracht. Die Reaktion zwischen NCO-Gruppen und zerewitinoff-aktiven Wasserstoffatomen wird auch durch Lactame und Azalactame stark beschleunigt. Erfindungsgemäß können auch organische Metallverbindungen, insbesondere organische Zinnverbindungen, als zusätzliche Katalysatoren mitverwendet werden. Als metallorganische, katalytisch wirksame Verbindungen kommen nebem Zinnderivaten, so den schwefelhaltigen Verbindungen wie Di-n-octyl-zinn-mercaptid vorzugsweise Zinn(II)-salze von Carbonsäuren wie Zinn(II)-acetat, Zinn(II)-octoat, Zinn(II)-ethylhexoat und Zinn(II)-laurat und Zinn(IV)-Verbindungen, z.B. Dibutylzinnoxid, Dibutylzinndichlorid, Dibutylzinndiacetat, Dibutylzinndilaurat, Dibutylzinnmaleat oder Dioctylzinndiacetat, ebenso auch Titan-haltige Verbindungen in Betracht wie Titan- und Wismut-alkoholate und -carboxylate.

Die Katalysatoren bzw. Katalysatorkombinationen werden in der Regel in einer Menge zwischen etwa 0,001 und 10 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 1 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge an Verbindungen mit mindestens zwei gegenüber Isocyanaten reaktionsfähigen Wasserstoffatomen eingesetzt.

In der Komponente f) werden als f1) dem Fachmann bekannte quartäre Alkylammonium-mono-alkylsulfate eingesetzt, wobei die vier dem Ammoniumkation zugeordneten Alkylreste unabhängig voneinander eine Kettenlänge von 1 bis 20 Kohlenstoffatomen aufweisen und linear, verzweigt und teils cyclisch vorliegen können und maximal als Summe einen Gesamtgehalt von 70 Kohlenstoffatomen aufweisen können. Der Alkylrest des Sulfatanions kann eine Kettenlänge von 2 bis 5 Kohlenstoffatomen aufweisen.

Als Verbindungen (i) der Komponente (f2) kommen beispielsweise Alkylester der Oxalsäure, Malonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Decandicarbonsäure in Betracht. Zur Veresterung der Dicarbonsäuren kommen beispielsweise aliphatische und alicyclische Monoole wie Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol, Butanol, Hexanol, Ethylenhexanol, Octanol, Decanol und Dodecanol sowie cyclo-Hexanol in Betracht, ebenso deren Isomere als auch Arylalkohole wie Phenol und seine alkylsubstituierten Derivate sowie Naphthol und seine alkylsubstituierten Derivate.

Als Verbindungen (ii) der Komponente (f2) kommen &ggr;-Butyrolacton, &ggr;-Valerolacton, &agr;,&ggr;-, &bgr;,&ggr;- und &ggr;&ggr;-Dimethylbutyrolacton bzw. auch deren Gemische in Betracht.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können in Abwesenheit von Feuchtigkeit und physikalisch oder chemisch wirkenden Treibmitteln kompakte PUR-Elastomere, z.B. PUR-Gießelastomere hergestellt werden.

Zur Herstellung von zelligen, vorzugsweise mikrozellularen PUR-Elastomeren findet als Treibmittel g) bevorzugt Wasser Verwendung, das mit den organischen Polyisocyanaten a) oder mit Isocyanatgruppen aufweisenden Prepolymeren in situ unter Bildung von Kohlendioxid und Aminogruppen reagiert, die ihrerseits mit weiteren Isocyanatgruppen zu Harnstoffgruppen weiterreagieren und hierbei als Kettenverlängerer wirken.

Sofern der Polyurethan-Formulierung Wasser zugegeben wird, um die gewünschte Dichte einzustellen, wird dieses üblicherweise in Mengen von 0,001 bis 3,0 Gew.-%, vorzugsweise von 0,01 bis 2,0 Gew.-% und insbesondere von 0,05 bis 0,8 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Aufbaukomponenten a), b) und gegebenenfalls c) und d), verwendet.

Als Treibmittel g) können anstelle von Wasser oder vorzugsweise in Kombination mit Wasser auch Gase oder leicht flüchtige anorganische oder organische Substanzen, die unter dem Einfluss der exothermen Polyadditionsreaktion verdampfen und bevorzugt einen Siedepunkt unter Normaldruck im Bereich von –40 bis 120°C, vorzugsweise von 10 bis 90°C besitzen, als physikalische Treibmittel eingesetzt werden. Als organische Treibmittel kommen z.B. Aceton, Ethylacetat, halogensubstituierte Alkane oder perhalogenierte Alkane wie (R134a, R141b, R365mfc, R245fa), ferner Butan, Pentan, Cyclopentan, Hexan, Cyclohexan, Heptan oder Diethylether, als anorganische Treibmittel z.B. Luft, CO2 oder N2O, in Frage. Eine Treibwirkung kann auch erzielt werden durch Zusatz von Verbindungen, die sich bei Temperaturen oberhalb der Raumtemperatur unter Abspaltung von Gasen, beispielsweise von Stickstoff und/oder Kohlendioxid, zersetzen wie Azoverbindungen, z.B. Azodicarbonamid oder Azoisobuttersäurenitril, oder Salzen wie Ammoniumbicarbonat, Ammoniumcarbamat oder Ammoniumsalzen organischer Carbonsäuren, z.B. der Monoammoniumsalze der Malonsäure, Borsäure, Ameisensäure oder Essigsäure. Weitere Beispiele für Treibmittel sowie Einzelheiten über die Verwendung von Treibmitteln sind in R. Vieweg, A. Höchtlen (Hrsg.): „Kunststoff-Handbuch", Band VII, Carl-Hanser-Verlag, München 3. Auflage, 1993, S.115-118, 710-715 beschrieben.

Die zweckmäßig einzusetzende Menge an festen Treibmitteln, niedrigsiedenden Flüssigkeiten oder Gasen, die jeweils einzeln oder in Form von Mischungen, z. B. als Flüssigkeits- oder Gasmischungen oder als Gas-Flüssigkeitsmischungen eingesetzt werden können, hängt ab von der angestrebten Dichte und der eingesetzten Menge an Wasser. Die erforderlichen Mengen können experimentell leicht ermittelt werden. Zufriedenstellende Ergebnisse liefern üblicherweise Feststoffmengen von 0,5 bis 35 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 15 Gew.-%, Flüssigkeitsmengen von 0,5 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise von 0,8 bis 18 Gew.-% und/oder Gasmengen von 0,01 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise von 10 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht der Aufbaukomponenten a), b), c) und d). Die Gasbeladung mit z. B. Luft, Kohlendioxid, Stickstoff und/oder Helium kann sowohl über die höhermolekulare Polyhydroxylverbindungen b) und c), über das niedermolekulare Kettenverlängerungs- und/oder Vernetzungsmittel d) als auch über die Polyisocyanate a) oder über a) und b) und gegebenenfalls c) und d) erfolgen.

Der Reaktionsmischung zur Herstellung der kompakten und zelligen PUR-Elastomeren können gegebenfalls Zusatzstoffe h) einverleibt werden. Genannt seien beispielsweise oberflächenaktive Zusatzstoffe, wie Emulgatoren, Schaumstabilisatoren, Zellregler, Flammschutzmittel, Keimbildungsmittel, Oxidationsverzögerer, Stabilisatoren, Gleit- und Entformungsmittel, Farbstoffe, Dispergierhilfen und Pigmente. Als Emulgatoren kommen z.B. die Natriumsalze von Ricinusölsulfonaten oder Salze von Fettsäuren mit Aminen wie ölsaures Diethylamin oder stearinsaures Diethanolamin in Frage. Auch Alkali- oder Ammoniumsalze von Sulfonsäuren wie etwa von Dodecylbenzolsulfonsäure oder Dinaphtylmethandisulfonsäure oder von Fettsäuren wie Ricinolsäure oder von polymeren Fettsäuren können als oberflächenaktive Zusatzstoffe mitverwendet werden. Als Schaumstabilisatoren kommen vor allem Polyethersiloxane, speziell wasserlösliche Vertreter, in Frage. Diese Verbindungen sind im allgemeinen so aufgebaut, daß ein Copolymerisat aus Ethylenoxid und Propylenoxid mit einem Polydimethylsiloxanrest verbunden ist. Derartige Schaumstabilisatoren sind z.B. in US-A 2 834 748, 2 917 480 und 3 629 308 beschrieben. Von besonderem Interesse sind vielfach über Allophanatgruppen verzweigte Polysiloxan-Polyoxyalkylen-Copolymere gemäß DE-A 25 58 523. Geeignet sind auch andere Organopolysiloxane, oxyethylierte Alkylphenole, oxyethylierte Fettalkohole, Paraffinöle, Ricinusöl- bzw. Ricinolsäureester, Türkischrotöl, Erdnußöl und Zellregler wie Paraffine, Fettalkohole und Polydimethylsiloxane. Zur Verbesserung der Emulgierwirkung, der Dispergierung des Füllstoffs, der Zellstruktur und/oder zu deren Stabilisierung eignen sich ferner oligomere Polyacrylate mit Polyoxyalkylen- und Fluoralkanresten als Seitengruppen. Die oberflächenaktiven Substanzen werden üblicherweise in Mengen von 0,01 bis 5 Gew.-Teilen, bezogen auf 100 Gew.-Teile der höhermolekularen Polyhydroxylverbindungen b) und c) angewandt. Zugesetzt werden können auch Reaktionsverzögerer, ferner Pigmente oder Farbstoffe und an sich bekannte Flammschutzmittel, ferner Stabilisatoren gegen Alterungs- und Witterungseinflüsse, Weichmacher und fungistatisch und bakteriostatisch wirkende Substanzen.

Weitere Beispiele von gegebenenfalls erfindungsgemäß mitzuverwendenden oberflächenaktiven Zusatzstoffen und Schaumstabilisatoren sowie Zellreglern, Reaktionsverzögerern, Stabilisatoren, flammhemmenden Substanzen, Weichmachern, Farbstoffen und Füllstoffen sowie fungistatisch und bakteriostatisch wirksamen Substanzen sowie Einzelheiten über Verwendungs- und Wirkungsweise dieser Zusatzmittel sind in R. Vieweg, A. Höchtlen (Hrsg.): „Kunststoff-Handbuch", Band VII, Carl-Hanser-Verlag, München, 3. Auflage, 1993, S.118-124 beschrieben.

Die erfindungsgemäßen PUR-Werkstoffe können nach den in der Literatur beschriebenen Verfahren, z.B. dem one-shot- oder dem Prepolymer-Verfahren, mit Hilfe von dem Fachmann im Prinzip bekannten Mischvorrichtungen hergestellt werden. Vorzugsweise werden sie nach dem Prepolmer-Verfahren hergestellt.

In einer Ausführungsform der Herstellung der erfindungsgemäßen PUR-Werkstoffe werden die Ausgangskomponenten in Abwesenheit von Treibmitteln g) üblicherweise bei einer Temperatur von 20 bis 80°C, vorzugsweise von 25 bis 60°C homogen gemischt, die Reaktionsmischung in ein offenes, gegebenenfalls temperiertes Formwerkzeug eingebracht und aushärten gelassen. In einer weiteren Variante der Herstellung der erfindungsgemäßen PUR-Elastomeren werden die Aufbaukomponenten in gleicher Weise in Gegenwart von Treibmitteln g), vorzugsweise Wasser, gemischt und in das gegebenenfalls temperierte Formwerkzeug eingefüllt. Nach der Befüllung wird das Formwerkzeug geschlossen und man lässt die Reaktionsmischung unter Verdichtung, z.B. mit einem Verdichtungsgrad (Verhältnis von Formkörperdichte zu Freischaumdichte) von 1,05 bis 8, vorzugsweise von 1,1 bis 6 und insbesondere 1,2 bis 4 zur Bildung von Formkörpern aufschäumen. Sobald die Formkörper eine ausreichende Festigkeit besitzen, werden sie entformt. Die Entformungszeiten sind u.a. abhängig von der Temperatur und der Geometrie des Formwerkzeugs und der Reaktivität der Reaktionsmischung und betragen üblicherweise 2 bis 15 Minuten.

Kompakte erfindungsgemäße PUR-Elastomere besitzen, u.a. abhängig vom Füllstoffgehalt und -typ, eine Dichte von 0,8 bis 1,4 g/cm3, vorzugsweise 0,9 bis 1,20 g/cm3. Zellige erfindungsgemäße PUR-Elastomere zeigen Dichten von 0,2 bis 1,4 g/cm3, vorzugsweise von 0,25 bis 0,75 g/cm3.

Derartige Polyurethan-Kunststoffe stellen besonders wertvolle Rohmaterialien für die Fertigung antistatischen Schuhwerks dar, insbesondere für Schuhsohlen gemäß EN 344 in ein- oder mehrschichtigem Aufbau und Schuhbauteile sowie von Rollen, Federelementen, formgeschäumten Matten und Polstern und von Sicherheitsbauteilen im Automobilbau.

Die Herstellung der Polyurethan-Prüfkörper erfolgte derart, dass man die A-Komponente bei 45°C in einer Niederdruck-Schäumanlage (NDI) mit der B-Komponente bei 45°C bei einem Massenverhältnis (MV) von A-Komponente zu B-Komponente wie in den Beispielen angegeben vermischte, die Mischung in eine auf 50°C temperierte Aluminiumform goss, die Form schloss und nach 3 Minuten das Elastomer entformte.

An den so hergestellten Elastomer-Platten (Dichte 550 kg/m3) wurde nach jeweils angegebener Lagerdauer der elektrostatische Ableitwiderstand gemessen. Die Messanordnung entsprach der in EN 344, Kapitel 5.7 beschriebenen. Prüfklima lag bei 20°C und 55% Luftfeuchte.

Eingesetzte Materialien Polyesterpolyol:
  • Ethandiol-Diethylenglykol-Polyadipat (Verhältnis 14,3 : 24,4 : 61,3) mit einer zahlenmittleren Molmasse von 2000 g/mol
Dabco/EG:
  • Aminkatalysator Diaza-bicyclo[2.2.2]octan in Ethylenglykol (Gew.-Verhältnis 1:2)
Antistatikum A:
  • 80 %ige Lösung von Trimethyl-Dodecyl-Ammonium-Ethylsulfat in Ethandiol
Surfactant DC 193:
  • Silikon-Stabilisator Dabco DC193 der Fa. Air Products
B-Komponente:

Prepolymer mit einem NCO-Gehalt von 19% erhalten durch Umsetzung von: 56 Gew-% 4,4'-MDI 6 Gew-% polymeres MDI (29,8 Gew-% NCO, Funktionalität 2,1) 38 Gew-% Ethandiol-Diethylenglykol-Polyadipat (Verhältnis 14,3 : 24,4 : 61,3) mit einer zahlenmittleren Molmasse von 2000 g/mol

Die Verschäumungsergebnisse sowie Ergebnisse der Widerstandsmessung sind in Tabelle 1 angegebenen.

Die Zahlenwerte in der Tabelle sind Gew.-%, wenn nicht anders angegeben.

Je kleiner die Messwerte des Durchgangswiderstandes sind, desto besser ist die Antistatik.

In den Beispielen 2 und 3, 5 und 6 sowie 8 und 9 ist die erhöhte Wirksamkeit (d.h. geringere Antistatik) gegenüber den jeweiligen Vergleichsbeispielen 1, 4 sowie 7 deutlich erkennbar.


Anspruch[de]
  1. Polyurethanelastomere erhältlich durch Umsetzung von

    a) Di- und/oder Polyiisocyanaten mit

    b) mindestens einem Polyesterpolyol mit einer OH-Zahl von 20 bis 280, bevorzugt von 28 bis 150, und einer mittleren Funktionalität von 1,5 bis 3, bevorzugt von 1,8 bis 2,4,

    c) gegebenenfalls weiteren Polyetherpolyolen mit OH-Zahlen von 10 bis 150 und Funktionalitäten von 1,5 bis 8,0, vorzugsweise 1,8 bis 6,0 und/oder Polyetheresterpolyolen mit OH-Zahlen von 20 bis 280 und Funktionalitäten von 1,5 bis 3,0, bevorzugt 1,8 bis 2,4,

    d) gegebenenfalls niedermolekularen Kettenverlängerern und/oder Vernetzern mit OH-Zahlen von 150 bis 1870,

    in Gegenwart von

    e) Amin- und/oder metallorganischen Katalysatoren,

    f) Antistatika bestehend aus

    f1) quartären Alkylammonium-monoalkylsulfaten R1R2R3R4N+R5SO4- wobei R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander Alkylreste mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen sind, wobei die Gesamtanzahl der Kohlenstoffatome der vier Reste nicht über 70 liegt,

    und R5 ein Alkylrest mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen ist,

    und

    f2) Verbindungen aus der Gruppe bestehend aus

    (i) linearen, OH-Gruppen-freien Dicarbonsäureestern
    wobei X ein Rest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist oder eine Bindung darstellt und R6 und R7 unabhängig voneinander Alkylreste mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen sind,

    (ii) Lactonen aus der Gruppe bestehend aus &ggr;-Butyrolacton, &ggr;-Valerolacton, &agr;,&ggr;-, &bgr;,&ggr;- und &ggr;&ggr;-Dimethylbutyrolacton und

    (iii) Gemischen aus (i) und (ii),

    g) gegebenenfalls Treibmitteln und

    h) gegebenenfalls Zusatzstoffen und/oder Hilfsmitteln,

    wobei die quartären Alkylammonium-alkylsulfate f1) in einer Menge von 0,5 – 15 Gew.-%, bezogen auf das Polyurethanelastomer, vorliegen und die Verbindungen f2) in einer Menge von 1,5 – 7,5 Gew.-%.
  2. Formkörper enthaltend Polyurethanelastomere gemäß Anspruch 1.
  3. Verwendung der Polyurethanelastomere gemäß Anspruch 1 zur Herstellung von Rollen, Federelementen, formgeschäumter Matten und Polster, von Sicherheitsbauteilen im Automobilbau, Schuhsohlen und Schuhbauteilen.
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