PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69925098T2 02.03.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001013897
Titel Verfahren und Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Wasserdampf
Anmelder L'Air Liquide, S.A. a Directoire et Conseil de Surveillance pour l'Etude et l'Exploitation des Procédés Georges Claude, Paris, FR
Erfinder Lacoste, Christian, 78230 Le Pecq, FR
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69925098
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 14.12.1999
EP-Aktenzeichen 994031383
EP-Offenlegungsdatum 28.06.2000
EP date of grant 04.05.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.03.2006
IPC-Hauptklasse F01K 23/06(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse F02C 3/22(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      F22B 1/18(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Wasserdampf mit Hilfe einer Gasturbine und einem Heizkessel zur Rückgewinnung der Wärmeenergie von Abgasen dieser Gasturbine in einer Industrieanlage, in der eine Einheit ein gasförmiges Nebenprodukt zuführt, das Methan und Wasserstoff enthält.

Die Erfindung findet insbesondere bei der in petrochemischen Anlagen implementierten gleichzeitigen Erzeugung Anwendung, insbesondere in Erdölraffinerieanlagen.

Derzeit werden Einheiten zur gleichzeitigen Erzeugung häufig aufgrund ihrer hohen Energieleistung in petrochemischen Anlagen installiert. Diese Einheiten umfassen eine Gasturbine, deren Verbrennungskammer mit Erdgas gespeist wird und auf die eine Heizkammer zur Rückgewinnung der Wärmeenergie von Abgasen der Turbine folgt, wobei diese Heizkammer unter Druck stehenden Wasserdampf erzeugt.

Um es zu ermöglichen, den mehr und mehr zwingenden Verordnungen bezüglich der NOx-Emissionen von diesen Einheiten nachzukommen, schlagen die Hersteller von Gasturbinen mit einer Trockenbrennkammer arbeitende Versionen mit geringer NOx-Emission vor. Diese Gasturbinen sind im Allgemeinen unter der Bezeichnung „Dry Low NOx" bzw. DLN oder unter dem Namen „Dry Low Emission" bzw. DLE bekannt und können von der „Heavy Duty" genannten Art oder der „Aeroderivative" genannten Art sein. Ein Beispiel dieser Maschinen ist die Gasturbine GEF6FA DLN mit 70 MW vom Unternehmen General Electric.

Wie wohl bekannt ist, leiten die DLN- oder DLE-Gasturbinen ihre Eigenschaften von einer besonderen Technologie von Brennern, im Allgemeinen mit stufenförmiger Verbrennung, und leistungsstarken Regulierungsmitteln ab.

Diese DLN- oder DLE-Gasturbinen bringen allerdings Einschränkungen bei der Zusammensetzung von brennbaren Gasen, die eingespeist werden, mit sich. Vor allem darf dieses Gas im Allgemeinen nicht mehr als 5% Wasserstoff und manchmal sogar weniger enthalten und muss eine relativ stabile Zusammensetzung aufweisen.

Es ist ebenfalls zum Reduzieren der NOx-Emissionen vorgeschlagen worden, Wasser oder Wasserdampf in die Brennkammer einer Gasturbine herkömmlicher Konzeption, d. h. nicht von der DLN- oder DLE-Art, einzuspritzen. Dennoch kann man im Allgemeinen mit dieser Vorgehensweise nicht die sehr geringen NOx-Gehalte (25 ppm) erzielen, die von den kommenden Vorschriften vorgesehen werden. Außerdem verbraucht diese Technik sehr hohe Mengen an entsalztem Wasser, die bis zu mehreren zehn Tonnen pro Stunde reichen können und die anschließend in der Atmosphäre verloren gehen.

Die Raffinerien und die anderen petrochemischen Einheiten produzieren außerdem gasförmige Nebenprodukte, die einen veränderlichen Wasserstoffanteil (20 bis 95%) enthalten. Gemäß dem Erfordernis von nachgeschalteten Verwendungseinheiten kann ein Teil des Wasserstoffs in profitabler Weise aus Nebenprodukten, die am meisten Wasserstoff (im Allgemeinen ≥ 50%) enthalten, zurückgewonnen werden. Der Rest der gasförmigen Nebenprodukte, der in den meisten Fällen nicht weiterverkauft werden kann, muss oftmals als unvermeidliches Produkt in Heizkesseln zur Wasserdampfproduktion verbrannt werden.

Bei einem gegebenen Bedarf an Dampf reduziert diese unvermeidliche Dampfproduktion ebenso die Größe der Einheit zur gleichzeitigen Erzeugung, die in der Anlage installiert werden kann, wodurch diese Einheit weniger profitabel gemacht, zusätzlich die Gesamtenergieleistung des Komplexes reduziert und die weitere Verringerung des Gesamtniveaus an CO2, das von der Produktionslinie zur Produktion von Dampf und Elektrizität emittiert wird, verhindert wird.

Die Erfindung hat zum Ziel, die gasförmigen Nebenprodukte auf effizientere Weise aufzuwerten, indem gleichzeitig der Umweltschutz und die Gesamtenergieleistung des Komplexes verbessert wird, die Wasserkosten verringert werden und ganz besonders die Ausnutzung von Turbinen mit geringen NOx-Emissionen abgestimmt wird.

Hierzu hat die Erfindung ein Verfahren von der vorgenannten Art zum Gegenstand, dadurch gekennzeichnet, dass:

  • – dieses Nebenprodukt an Wasserstoff auf einen Wasserstoffgehalt von höchstens gleich 5% und vorzugsweise höchstens gleich 2% verarmt wird, um ein brennbares Gas zu bilden, das hauptsächlich aus Methan besteht,
  • – dieses brennbare Gas zum Speisen der Brennkammer der Gasturbine verwendet wird und
  • – mindestens ein Teil des restlichen Gases aus dem Verarmungsvorgang, das mit Wasserstoff angereichert ist, als Brennstoff bei einem Nachverbrennungsvorgang am Einlass des Rückgewinnungsheizkessels verwendet wird.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann eines oder mehrere der folgenden Merkmale umfassen, einzeln oder in all ihren möglichen technischen Kombinationen genommen:

  • – ein Teil des restlichen Gases aus dem Verarmungsvorgang, das mit Wasserstoff angereichert ist, wird als Brennstoff in einem Hilfsheizkessel zur Dampferzeugung verwendet;
  • – der Brennstoff enthält mehr als 40% Wasserstoff, in der Regel nicht mehr als 60% Wasserstoff;
  • – die Verarmung umfasst mindestens eine Behandlung des Nebenprodukts in Form von selektiver Permeation;
  • – die Gasturbine ist von der Art einer Trockenbrennkammer mit geringer NOx-Emission;
  • – das gasförmige Nebenprodukt enthält 20 bis 60% Methan, 10 bis 65% Wasserstoff und andere Bestandteile;
  • – bei der Einheit handelt es sich um eine petrochemische Anlage, insbesondere eine Erdölraffinerie, und das gasförmige Nebenprodukt weist die folgende Zusammensetzung auf:

    CH4 = 30 bis 70%

    H2 = 10 bis 40%

    &Sgr;C2 = 0 bis 40%

    diverse = 0 bis 20%
  • – das brennbare Gas weist in der Regel die Zusammensetzung:

    CH4 = 40 bis 90%, insbesondere 50 bis 90%

    H2 = 0 bis 5%

    &Sgr;C2 = 0 bis 45%

    diverse = 0 bis 25%

    auf;
  • – bei der Einheit handelt es sich um eine Eisenhütteneinheit und das gasförmige Nebenprodukt ist ein Kokereigas, dessen Zusammensetzung sich folgendermaßen gestaltet:

    CH4 = 20 bis 30%

    H2 = 55 bis 65%

    &Sgr;C2 = 2 bis 8%

    N2 = 1 bis 6%

    CO = 2 bis 10%

    diverse = 0 bis 10%;
  • – das brennbare Gas weist in der Regel die Zusammensetzung:

    CH4 = 60 bis 70%

    H2 = 0 bis 5%

    &Sgr;C2 = 5 bis 20%

    N2 = 5 bis 15%

    CO = 5 bis 15%

    diverse = 0 bis 10%

    auf.

Die Erfindung hat außerdem eine Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung zum Gegenstand, die ein solches Verfahren einsetzen soll.

Diese Anlage, von der Art, die eine Gasturbine und einen Heizkessel zur Rückgewinnung der Wärmeenergie von Abgasen dieser Gasturbine umfasst, umfasst: Mittel zum Verarmen des verdichtetem Nebenprodukts an Wasserstoff, um ein brennbares Gas zu bilden; Mittel zur Speisung der Brennkammer der Gasturbine mit dem brennbaren Gas und Mittel zum Speisen mindestens eines Nachverbrennungsbrenners, der am Einlass des Rückgewinnungsheizkessels eingerichtet ist, mit dem restlichen Gas aus den Verarmungsmitteln.

Die Erfindung hat außerdem einen Industriekomplex zum Gegenstand, der eine Industrieeinheit, die ein gasförmiges Nebenprodukt zuführt, das Methan und Wasserstoff enthält, und eine wie oben definierte Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung umfasst.

Der hier verwendete Ausdruck „enthält Methan und Wasserstoff" muss natürlich so verstanden werden, dass er die Möglichkeit des Vorliegens anderer Bestandteile beinhaltet.

Ein Beispiel der Ausführung der Erfindung wird nun mit Bezugnahme auf die angehängte Zeichnung beschrieben, deren einzige Figur einen erfindungsgemäßen Industriekomplex schematisch darstellt.

Der beispielhaft in der Zeichnung schematisierte Industriekomplex umfasst im Wesentlichen eine Erdölraffinerie 1, eine Vorrichtung zur selektiven Permeation 2, beispielsweise mit Polyaramid- oder Polyimid-Membranen, eine Gasturbine 3 von der Art GEF6FA DLN mit 70 MW, einen Rückgewinnungsheizkessel 4 und eine Vorrichtung 5 zur Wasserstoffreinigung.

Im Folgenden sind die Drücke Absolutdrücke und jeder Fluidstrom wird mit derselben Referenz wie die Leitung, die ihn transportiert, bezeichnet. Außerdem sind die angegebenen Prozentanteile Volumenprozentanteile.

Aus der Raffinerie 1 treten einerseits Erdölprodukte 6, andererseits gasförmige Nebenprodukte bzw. „Abgas" 7 aus. Die Zusammensetzung dieser Nebenprodukte ist in der Regel:

CH4 = 30 bis 70%

H2 = 10 bis 40%

&Sgr;C2 = 0 bis 40%

diverse = 0 bis 20%,

wobei die Summe 100% ausmacht und die C2-Bestandteile im Wesentlichen Ethan und Ethylen sind. Die Durchflussmenge dieses Gases 7 liegt in diesem Beispiel in der Größenordnung von 25.000 Nm3/h.

Diese Nebenprodukte werden gegebenenfalls in 8 vorbehandelt, beispielsweise um stromabwärts unerwünschte Verunreinigungen zu beseitigen, wie Schwefel oder Chlor, mittels eines beliebigen bekannten Verfahrens.

Die Nebenprodukte 7 werden anschließend im Allgemeinen mittels eines Verdichters 9 auf einen Druck verdichtet, der in der Regel in der Größenordnung von 20 bis 60 bar liegt, und vorzugsweise oberhalb des Taupunkts in den Permeator 2 eingeführt. Diesem wird ein Hauptstrom 10 brennbaren Gases, das an Wasserstoff verarmt ist, zugeführt, der den Abgang des Permeators darstellt. Dieser Strom 10 stellt in der Regel 60 bis 80% der eintretenden Durchflussmenge dar und weist in der Regel die folgende Zusammensetzung auf:

CH4 = 40 bis 90%

H2 = 0 bis 5%

&Sgr;C2 = 0 bis 45%

diverse = 0 bis 25%.

Dieses Gas, das reich an Methan ist, weist einen mäßigen Ethangehalt und nahezu keinen Wasserstoff auf, wie es für die Speisung der Brennkammer der Gasturbine 3 zweckmäßig ist. Diese arbeitet somit mit diesem Gas als Brennstoff, der Luft 11 als Treibstoff und gegebenenfalls einer unterstützenden Zuleitung 12 eines zusätzlichen Brennstoffs wie Erdgas.

Das vom Permeator 2 stammende Permeat 13, das unter einem niedrigen Druck von 1 bis 6 bar vorliegt und 20 bis 40% der eintretenden Durchflussmenge darstellt, ist mit einem Wasserstoffgehalt von mehr als 45% und weniger als 70%, in der Regel weniger als 60%, angereichert. Es weist beispielsweise die folgende Zusammensetzung auf:

CH4 = 10 bis 45%

H2 = 45 bis 70%

&Sgr;C2 = 0 bis 20%

diverse = 0 bis 10%.

Die Gasturbine 3 produziert einerseits Elektrizität, in 14, und andererseits Abgase 15, die zum Rückgewinnungsheizkessel 4 gesendet werden.

Der Rückgewinnungsheizkessel 4 umfasst an seinem Einlass eine Nachverbrennungskammer 16, die mit Brennern (nicht dargestellt) ausgestattet ist. Diese letzteren werden einerseits mit den Abgasen 15 in der Eigenschaft als Brennstoff und andererseits, in der Eigenschaft als Treibstoff, mit einer Fraktion 17 des Permeats 13 gespeist, gegebenenfalls im Gemisch mit einem anderen unterstützenden Treibstoff 18 wie Erdgas. Der vom Rückgewinnungsheizkessel 4 erzeugte Dampf D wird in chemischen Reaktionen zur Erhitzung oder zur Produktion elektrischer Energie ausgenutzt.

Der Rest 19 des Permeats 13 wird in der Anlage verwendet, gegebenenfalls in 5 gereinigt, beispielsweise mittels Tieftemperaturtechnik oder selektiver Absorption PSA (Pressure Swing Adsorption bzw. Druckwechseladsorption), um am Auslass einen Wasserstoffstrom 20 mit einer Reinheit von mehr als 80% zu erzeugen.

Gegebenenfalls kann eine Fraktion 21 des Permeats, die nicht im Heizkessel 4 verbraucht wurde, mit Luft im herkömmlichen Hilfsheizkessel 22 zur Produktion von Wasserdampf verbrannt werden, gegebenenfalls im Gemisch mit einem unterstützenden Treibstoff 23 wie Erdgas.

Das oben beschriebene Verfahren weist erhebliche Vorteile auf.

Einerseits ermöglicht es, den gesamten Dampf durch den Heizkessel 4, d. h. unter optimalen wirtschaftlichen Bedingungen, mit einer Baugruppe zur gleichzeitigen Erzeugung von großer Kapazität zu produzieren. Die Gesamtenergieleistung des Komplexes 13 wird somit maximiert.

Darüber hinaus ermöglicht das Verfahren das Erfüllen der zwingendsten Normen bezüglich NOx-Emissionen, dank der Verwendung einer DLN- oder DLE-Turbine, die für ihren Betrieb mit geringem NOx keinen Verbrauch von entsalztem Wasser einführt.

Außerdem ist auch das Permeat 13 mindestens so reich an Wasserstoff wie die Nebenprodukte von petrochemischen Einheiten, die für gewöhnlich als reich an Wasserstoff erachtet werden, die Gesamtrate der Wasserstoffrückgewinnung ist sehr vorteilhaft und kann das Anwenden einer Vorrichtung zur Reinigung 5 rechtfertigen, wenn die Anlage ein solches noch nicht aufweist.

In einer anderen Anwendung der Erfindung handelt es sich bei der Einheit 1 um eine Eisenhütteneinheit, aus der ein gasförmiges Nebenprodukt 7 austritt, das aus Kokereigasen besteht. Die Tabelle unten zeigt typische Zusammensetzungen dieses Gases, des brennbaren Gases 10, das an Wasserstoff verarmt ist, und des Permeats 13 auf.

In diesem Fall beobachtet man, dass es das Permeat 13 ist, das den vom Permeator 2 stammenden Hauptstrom darstellt.

Mit einem derartigen Gas zur Speisung vom Permeator ist es wünschenswert, dass die Vorbehandlung 8 insbesondere eine Staubabsaugung, eine Benzolabtrennung und eine Ausfällung asphaltartiger Anteile zusätzlich zu den weiter oben erwähnten Behandlungen umfasst.

In einer Variante kann, unabhängig davon, welches Gas zur Speisung verwendet wird, der Permeator 2 durch eine andere Vorrichtung zur Wasserstoffabtrennung, insbesondere eine PSA-Vorrichtung, ersetzt werden. In diesem Fall kann es notwendig sein, das brennbare Gasprodukt mit der PSA-Vorrichtung erneut zu verdichten. Die Abtrennung durch Permeation scheint derzeit in bestimmten Anwendungen am vorteilhaftesten sein, insbesondere zur Behandlung von Restgasen aus petrochemischen Anlagen.

In einer anderen Variante kann, unabhängig davon, welches Gas zur Speisung verwendet wird, dasselbe Schema mit einer herkömmlichen Gasturbine, d. h. weder DLN noch DLE, in Betracht gezogen werden, um dazu beizutragen, das NOx-Emissionsniveau der Baugruppe aus Gasturbine und Rückgewinnungsheizkessel zu vermindern, insbesondere in Kombination mit einer Einspritzung von Wasser oder Dampf in die Brennkammer der Gasturbine.

Es versteht sich, dass andere gasförmige Nebenprodukte geeignet sein können, insbesondere wenn sie an Methan reich und/oder bereits relativ arm an Wasserstoff sind oder wenn sie überwiegend Methan und Wasserstoff enthalten, die einfach trennbar sind.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Wasserdampf mit Hilfe einer Gasturbine (3) und einem Heizkessel (4) zur Rückgewinnung der Wärmeenergie von Abgasen (15) dieser Gasturbine in einer Industrieanlage, in der eine Einheit (1) ein gasförmiges Nebenprodukt (7) zuführt, das Methan und Wasserstoff enthält, dadurch gekennzeichnet, dass:

    – dieses Nebenprodukt (in 2) an Wasserstoff auf einen Wasserstoffgehalt von höchstens gleich 5 Volumen-% und vorzugsweise höchstens gleich 2 Volumen-% verarmt wird, um ein brennbares Gas zu bilden, das hauptsächlich aus Methan besteht und zum Speisen der Brennkammer der Gasturbine (3) verwendet wird, und

    – mindestens ein Teil (17) des restlichen Gases (13) aus dem Verarmungsvorgang, das mit Wasserstoff angereichert ist, als Brennstoff bei einem Nachverbrennungsvorgang (in 16) am Einlass des Rückgewinnungsheizkessels (4) verwendet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil (21) des restlichen Gases (13) aus dem Verarmungsvorgang, das mit Wasserstoff angereichert ist, als Brennstoff in einem Hilfsheizkessel (22) zur Dampferzeugung verwendet wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Brennstoff (17, 21) eine unterstützende Zuleitung (18, 23) eines Hilfsbrennstoffs, insbesondere Erdgas, zugegeben wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoff (17, 21) zwischen 40 und 60 Volumen-% Wasserstoff enthält.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarmung (2) eine Behandlung des Nebenprodukts (7) in Form von selektiver Permeation umfasst.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasturbine (3) von der Art einer Trockenbrennkammer mit geringer NOx-Emission ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das gasförmige Nebenprodukt ungefähr 20 bis 60 Volumen-% Methan, 10 bis 65 Volumen-% Wasserstoff und andere Bestandteile enthält.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Einheit (1) um eine petrochemische Anlage, insbesondere eine Erdölraffinerie, handelt, das gasförmige Nebenprodukt (7) die folgende Zusammensetzung aufweist:

    CH4 = 30 bis 70 Volumen-%

    H2 = 10 bis 40 Volumen-%

    &Sgr;C2 = 0 bis 40 Volumen-%

    diverse = 0 bis 20 Volumen-%

    und das brennbare Gas (10) die Zusammensetzung:

    CH4 = 40 bis 90 Volumen-%, insbesondere 50 bis 90 Volumen-%

    H2 = 0 bis 5 Volumen-%

    &Sgr;C2 = 0 bis 45 Volumen-%

    diverse = 0 bis 25 Volumen-%

    aufweist.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Einheit (1) um eine Eisenhütteneinheit handelt, das gasförmige Nebenprodukt (7) ein Kokereigas ist, dessen Zusammensetzung sich folgendermaßen gestaltet:

    CH4 = 20 bis 30 Volumen-%

    H2 = 55 bis 65 Volumen-%

    &Sgr;C2 = 2 bis 8 Volumen-% N2 = 1 bis 6 Volumen-%

    CO = 2 bis 10 Volumen-%

    diverse = 0 bis 10 Volumen-%

    und das brennbare Gas (10) die Zusammensetzung:

    CH4 = 60 bis 70 Volumen-%

    H2 = 0 bis 5 Volumen-%

    &Sgr;C2 = 5 bis 20 Volumen-%

    N2 = 5 bis 15 Volumen-% CO = 5 bis 15 Volumen-%

    diverse = 0 bis 10 Volumen-%

    aufweist.
  10. Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Wasserdampf in einer Industrieanlage, in der eine Einheit (1) ein gasförmiges Nebenprodukt (7) zuführt, das Methan und Wasserstoff enthält, von der Art, die eine Gasturbine (3) und einen Heizkessel (4) zur Rückgewinnung der Wärmeenergie von Abgasen (15) dieser Gasturbine umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass sie Folgendes umfasst: Mittel (2) zum Verarmen des verdichteten Nebenprodukts an Wasserstoff, um ein brennbares Gas (10) zu bilden; Mittel zur Speisung der Brennkammer der Gasturbine (3) mit dem brennbaren Gas und Mittel zum Speisen mindestens eines Nachverbrennungsbrenners, der am Einlass (16) des Rückgewinnungsheizkessels (4) eingerichtet ist, mit dem restlichen Gas (17) aus den Verarmungsmitteln (2).
  11. Anlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Speisen des Nachverbrennungsbrenners ebenfalls mit einem Hilfsbrennstoff (18), insbesondere Erdgas, umfasst.
  12. Anlage nach einem der Ansprüche 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Hilfsheizkessel (22) zur Produktion von Wasserdampf und Mittel zum Speisen der Brenner dieses Hilfsheizkessels mit dem restlichen Gas (21) aus den Verarmungsmitteln (2) umfasst.
  13. Anlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Speisen der Brenner des Hilfsheizkessels (22) mit einem Hilfsbrennstoff (23), insbesondere Erdgas, umfasst.
  14. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarmungsmittel (2) ein Gerät zur selektiven Permeation umfassen.
  15. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Einheit (1) um eine petrochemische Einheit, insbesondere eine Raffinerie, handelt.
  16. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Einheit (1) um eine Eisenhütteneinheit handelt und das gasförmige Nebenprodukt ein Kokereigas ist.
  17. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasturbine (3) von der Art einer Trockenbrennkammer mit geringer NOx-Emission ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com