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Dokumentenidentifikation DE69926671T2 02.03.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0000936637
Titel Transformator
Anmelder Deutsche Thomson-Brandt GmbH, 78048 Villingen-Schwenningen, DE
Erfinder Haller, Hans-Otto, 78078 Niedereschach, DE;
Rilly, Gerard, 78089 Unterkirnach, DE;
Rodriguez-Duran, Jose-I., 78050 Villingen-Schwenningen, DE
DE-Aktenzeichen 69926671
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 02.02.1999
EP-Aktenzeichen 991015686
EP-Offenlegungsdatum 18.08.1999
EP date of grant 17.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.03.2006
IPC-Hauptklasse H01F 27/32(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse H01F 27/28(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einem Transformator mit einer primären und mindestens einer sekundären Wicklung, die in Form von Leiterbahnen auf einer oder mehreren Schichten eines flachen Trägers, insbesondere Folien oder Leiterplatten, angeordnet sind. Transformatoren dieser Art werden beispielsweise in Schaltnetzteilen mit sehr hohen Schaltfrequenzen, insbesondere Frequenzen über 50 kHz, benutzt, wodurch der Transformator sehr klein gehalten werden kann.

Bei einer Verkleinerung des Transformators muß auf eine ausreichende Isolierung zwischen der Primärseite und der Sekundärseite geachtet werden, wenn der Transformator nicht vergossen werden soll. Dies ist insbesondere wichtig für Schaltnetzteile mit Netztrennung, für die Sicherheitsvorschriften eine Kriechstrecke für elektrische Oberflächenströme von der Sekundärseite zur Primärseite von mindestens 6 mm verlangen, die über den gesamten Transformator eingehalten werden muß. Bei gegebenen Abmessungen des Transformatorkerns wird dadurch das verfügbare Nutzvolumen für die Wicklungen eingeschränkt. Die Sicherheitsvorschriften führen somit zu größeren Bauelementen und höheren Verlustleistungen durch erhöhten ohmschen Widerstand und durch eine geringere magnetische Kopplung.

Bekannte Transformatoren dieser Art, in den 1a, 1b dargestellt, enthalten beispielsweise einen Kern mit zwei Kernteilen K1, K2, in dessen Öffnungen Primär- und Sekundärwicklungen W1, W2 angeordnet sind. Die Wicklungen sind als Leiterbahnen L auf nichtleitenden Schichten F eines flachen Trägers angeordnet, wobei mehrere Schichten jeweils übereinander liegen je nach Anzahl der benötigten Windungen. Mehrere Schichten P sind dabei durch Durchkontaktierungen T2 seriell verschaltet und weisen zwei Anschlüsse T1, T3 nach außen auf. Um ausreichend große Kriechstrecken zwischen den verschiedenen Wicklungen zu erreichen, müssen die äußeren und inneren Ränder R der Schichten P frei bleiben, dürfen also keine Leiterbahnen aufweisen. Die Leiterbahnen L sind beispielsweise in Ätztechnik als Kupferbahnen auf den Schichten P hergestellt. Die 1a, 1b sind Schnittzeichnungen entsprechend einer mittleren horizontalen und einer mittleren vertikalen Ebene des Transformators.

Ein Transformator gemäß dem Oberbegriff des Anspruch 1 ist bekannt durch die WO 91/15861.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen kompakten Transformator der eingangs genannten Art anzugeben, der verbesserte elektrische Eigenschaften aufweist.

Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale der Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Der Transformator enthält einen Spulenkörper mit einem Kammersystem mit Kammern, das die Schichten mit den Wicklungen aufnimmt. Die Wicklungen sind in mindestens zwei getrennten Kammern angeordnet, so daß sich lange Wege für Kriechströme zwischen den Wicklungen ergeben, ohne daß der Transformator vergossen werden muß. Das Kammersystem wird hierbei durch mindestens zwei Teile gebildet, die derart geformt sind, daß durch Zusammenstecken dieser Teile Kammern entstehen.

Das Kammersystem kann beispielsweise durch zwei Teile gebildet werden, die jeweils in einem Querschnitt in ihrer Form einem asymmetrischen H entsprechen, und die derart zusammengesteckt sind, daß eine geschlossene Kammer im Bereich einer Kernöffnung für die Sekundärwicklung und zwei benachbarte, offene Kammern für die Primärwicklung entstehen. In einem anderen Ausführungsbeispiel wird das Kammersystem durch drei Teile gebildet, wobei zwei Teile derart auf ein mittleres Teil gesteckt werden, daß zwei geschlossene Kammern, eine für jeweils eine Wicklung, entstehen.

Die Teile des Kammersystems können beispielsweise aus spritzgegossenem Thermoplast hergestellt werden, deren Maße derart gewählt sind, daß sie beim Zusammenstecken an den äußeren Wänden miteinander verrasten. Die äußeren Wände können hierbei nach Sandwichart übereinander liegen, wodurch lange Wege für Kriechströme entstehen, ohne daß der Platzbedarf für das Kammersystem erhöht werden muß.

Das Kammersystem umgibt insbesondere die Bereiche und die Öffnungen des Kerns und ist an beiden Seiten offen, so daß die Schichten mit den Wicklungen an beiden Seiten herausgeführt werden können zur Kontaktierung von Anschlüssen und für Kontaktierungen zwischen verschiedenen Schichten. Das äußere Teil des Kammersystems ist zudem an seinem äußeren Rand mit einer Verlängerung versehen, so daß die zusammengesteckten Teile in einem Schnitt über den Kern die Form eines H annehmen, wodurch an diesen Rändern die Kriechstrecke vergrößert wird. Die Schichten selbst können an den offenen Seiten wie bisher ausreichend vergrößert sein, so daß hier die Sicherheitsvorschriften ebenfalls eingehalten werden. Hierdurch wird die Kontaktierung durch das Kammersystem nicht eingeschränkt.

Die Teile des Kammersystems verbrauchen zwar selbst einen Teile des Raums in den Öffnungen des Kerns, dies wird aber kompensiert, da sich die Leiterbahnen jetzt über die gesamte Breite einer Schicht erstrecken bis zu den Wänden des Kammersystems. Hierdurch wird beispielsweise für einen Transformator mit ca. 140 Watt Übertragungsleistung die nutzbare Kupferfläche um ca. 45% vergrößert. Im gleichen Verhältnis wird die elektrische Verlustleistung reduziert.

Die Kammern dienen zudem als Montagehilfe und verringern die Streuung der Geometrie und somit der elektrischen Eigenschaften aufgrund von Montagetoleranzen. Alternativ kann die Leistung des Transformators hierdurch erhöht werden oder der Transformator bei vorgegebener Leistung verkleinert werden. Die Schichten sind beispielsweise Leiterplatten oder Folien, z. B. Mylar- oder Kapton-Folien.

Werden beidseitig beschichtete Trägerschichten verwendet, so sind Durchkontaktierungen notwendig, die auf der Oberseite und der Unterseite der Trägerschicht angeordnete Leiterbahnen verbinden. Zudem müssen Leiterbahnen von mehreren Trägerschichten miteinander verbunden werden, da auf einer Seite einer Trägerschicht nur eine oder wenige Leiterbahnen angeordnet sind und für eine Transformatorwicklung eine vorgegebene Windungszahl erreicht werden muß. Dies verteuert diesen Transformator jedoch erheblich und erschwert eine automatische Fertigung.

Zur Kontaktierung der Leiterbahnen weist das Kammersystem deshalb in gemäß der Erfindung Stege mit metallisierten Nuten auf, die Verbindungen zwischen Leiterbahnen herstellen, die auf der Ober- und der Unterseite einer beidseitig beschichteten Trägerschicht angeordnet sind oder zwischen Leiterbahnen zweier benachbarter Trägerschichten. Hierdurch können insbesondere Durchkontaktierungen von Trägerschichten vermieden werden. Eine Nut umfaßt hierbei gewissermaßen wie eine Klammer die Kante einer beidseitig beschichteten Trägerschicht und verbindet hierdurch zwei Leiterbahnen, bei denen beispielsweise jeweils ein Ende bis zu dieser Kante herangeführt ist.

Die Stege des Kammersystems und die metallisierten Nuten können nach dem Zweischuß-MID ("Moulded Interconnect Devices")-Verfahren zusammen mit den Kammerteilen hergestellt werden. Durch das MID-Verfahren, ein Kunststoff-Spritzgieß-Verfahren, können filigrane Strukturen aus Thermoplasten zusammen mit metallischen Leiterbahnen hergestellt werden, durch die herkömmliche Leiterplatten ersetzt werden können. Die Stege werden hierbei selektiv metallisiert für die Herstellung der Nuten.

Für einen niedrigeren Übergangswiderstand können die metallisierten Nuten zusätzlich galvanisch verstärkt werden. Unterstützend kann ein Lotpastenauftrag mit nachgeschaltetem Lötvorgang vorgesehen werden. Die Kontaktierungen werden auf zwei oder mehrere Stege verteilt, um einen Zwischenraum mit einem ausreichenden Isolationsabstand zwischen zwei Nuten zu gewährleisten. Bei dem Zweischuß-MID-Verfahren kann beispielsweise bei dem ersten Schuß eine Aktivierung mittels Paladium-Keimen verwendet werden, die die Haftung einer nachträglich aufgebrachten Kupferschicht verbessert.

Für die Trägerschichten kann insbesondere eine LCP ("Liquid Crystal Polymer")-Struktur verwendet werden, auf die z. B. mit dem Futuron-Verfahren Leiterbahnen aufgebracht werden können. Hierdurch können Leiterbahndicken mit 35 &mgr;m oder 70 &mgr;m Kupfer für eine höhere Strombelastung hergestellt werden, also Leiterbahndicken, die mit dem "Hot Stamping"-Verfahren nicht erzeugt werden können. Die LCP-Folie ist sehr temperaturbeständig, so daß Lötverfahren, beispielsweise das Reflow-Verfahren, für das Kammersystem mit den darin angeordneten Trägerschichten verwendet werden kann.

Im folgenden wird die Erfindung beispielhaft anhand von schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1a, 1b einen Planartransformator nach dem Stand der Technik,

2a, 2b einen Transformator mit einem Kammersystem aus drei Teilen und zwei Kammern, und

3a, 3b einen Transformator mit einem Kammersystem aus zwei Teilen und drei Kammern,

4 Kontaktierungen von Leiterbahnen mittels trogförmiger Nuten gemäß der Erfindung,

5a ein Kammerteil mit Stegen zur Kontaktierung,

5b eine seitliche Ansicht des Kammerteils der 5a in einem Schnitt, und

6 eine Kupferstruktur zur Galvanisierung von Nuten auf einem Kammerteil.

Der in der 2a dargestellte Transformator enthält einen Kern mit zwei Kernteilen K1, K2 in Form eines E/E-Kerns, durch dessen Öffnungen die Windungen einer Primärwicklung W1 und mindestens einer Sekundärwicklung W2 hindurchführen. Die Wicklungen W1, W2 sind hierbei in einem Kammersystem angeordnet, das aus drei Teilen P1, P2, P3 derart zusammengesetzt ist, daß sich in dem Bereich der Schnittebene zwei geschlossene Kammern C1, C2 ergeben, in denen die Wicklungen W1, W2 getrennt voneinander angeordnet sind. Eines der Teile P2 hat die Form eines Doppel-T, bezogen auf eine Öffnung, und die beiden anderen Teile P1, P3 die Form eines U. Die zwei Teile P1, P3 sind passend gefertigt in Bezug auf das mittlere Teil P2 und werden mit diesem zusammengesteckt, so daß sich die geschlossenen Kammern C1, C2 ergeben. Die U-förmigen Teile P1, P2 sitzen hierbei innerhalb des T-förmigen Teils P2. Aufgrund des Doppel-T des in der Mitte angeordneten Teils P2 ergeben sich lange Kriechwege zwischen den beiden Wicklungen W1 und W2.

Die Wicklungen W1, W2 sind aus mehreren Lagen von Trägerschichten F aufgebaut, zwischen denen eine Isolierschicht angeordnet ist. Die Trägerschichten F sind in diesem Ausführungsbeispiel beidseitig mit Leiterbahnen versehen. Einseitig beschichtete Trägerschichten können aber ebenfalls verwendet werden. Eine beispielhafte Anordnung einer Leiterbahn L auf der Trägerschicht F ist aus der 2b ersichtlich. Hier sind fünf Windungen auf einer Seite angeordnet mit einer Kontaktierung T1 am Anfang und einer Kontaktierung T2 am Ende der Leiterbahn. Das Ende der Leiterbahn T2 wird über eine Durchkontaktierung auf die Unterseite der Trägerschicht F durchgeführt, auf der ebenfalls Windungen angeordnet sind, und mittels einer Durchkontaktierung T3 wieder auf die Oberseite zurückgeführt.

In der 2b ist der Transformator der 2a in einer Schnittebene senkrecht zu der Schnittebene der 2a dargestellt, wobei die Schnittebene durch den Kernteil K1 geht. Die Schichten F und das Kammersystem mit den Teilen P1, P2 füllen die Öffnungen des Kernes K1 vollständig aus. Die Kammern des Kammersystems sind hierbei im Bereich der Öffnungen des Kerns und im Kern vollständig geschlossen und nur an den beiden Seiten links und rechts sind die Schichten F mit den Leitern L aus den Kemmern C1, C2 herausgeführt für die Anschlüsse der Wicklungen W1, W2. Die Anschlüsse T1, T3 der einen Wicklung W1 liegen beispielsweise linksseitig und die Anschlüsse der anderen Wicklung W2 dann entgegengesetzt auf der rechten Seite, so daß ein ausreichender Abstand zur Netztrennung gewährleistet ist. Das Doppel-T-förmige Teil P2 enthält zusätzlich an seinen Rändern eine Verlängerung P2L zur Vergrößerung der Kriechstrecken in diesem Bereich. Aufgrund dieser Anordnung können die Leiterbahnen L über die volle Breite der Schicht F im Bereich der Kernöffnungen erstreckt werden.

In den 3a, 3b ist ein Transformator mit einem Kammersystem dargestellt, das ein inneres Teil P4 und ein äußeres Teil P5 enthält, durch die eine geschlossene Kammer C4 und zwei offene Kammern C3, C5 gebildet werden. In dem Schnitt der 3a haben die beiden Teile P4, P5 die Form eines asymmetrischen H, mit etwas unterschiedlicher Größe, so daß das eine in das andere gesteckt werden kann. Hierdurch kann die Sekundärwicklung W2 in der geschlossenen mittleren Kammer C4 und die Primärwicklung W1, aufgeteilt in zwei Hälften, in den beiden äußeren Kammern C3, C5 angeordnet werden. Durch die Form der äußeren Wände nach Art eines asymmetrischen H werden hier ebenfalls große Kriechstrecken zwischen den Wicklungen W1 und W2 erzielt.

In der 3b ist der Transformator der 3a in einer Schnittebene gezeigt, die der der 2b entspricht. Hier sind die Leiterbahnen L einer Schicht F ebenfalls vollständig über die Breite der inneren Kammer des Teils P5 ausgedehnt. Das Kammersystem mit den Teilen P4 und P5 ist hier ebenfalls nur in dem Bereich im Kern und um dessen Öffnungen geschlossen und zu beiden Seiten offen für die Kontaktierung der Anschlüsse T1 und T3.

Die Dicke der Wände der Kammerteile P4 und P5 kann sehr gering gehalten werden, z. B. 0,4 mm. Außerhalb von den Öffnungen der Kernteile K1, K2 können die Trägerschichten F aus dem Kammersystem herausragen, wie vorangehend beschrieben, beispielsweise um Kontaktierungen an den Anschlüssen T1 und T3 vorzunehmen. Der benötigte Isolationsabstand kann hier ohne Nachteile durch einen ausreichenden Rand R auf der Trägerschicht F hergestellt werden.

Der Transformator kann beispielsweise in einem Schaltnetzteil verwendet werden, bei dem die Primärwicklung W1 mit einem Schalttransistor und über einen Brückengleichrichter mit dem Netz verbunden ist. Mehrere Sekundärwicklungen zur Versorgung von Verbrauchern können sowohl sekundärseitig mit Netztrennung als auch primärseitig ohne Netztrennung angeordnet sein. Die Netztrennung verläuft auf der Platine, auf der der Transformator in einem Gerät angeordnet ist, unterhalb dessen Kerns. Je nachdem, ob die Anschlüsse einer Sekundärwicklung nach links oder nach rechts herausgeführt sind, ergibt sich für diese Sekundärwicklung Netztrennung oder keine Netztrennung. Entsprechend können die Wicklungen auf die Kammern des Kammersystems verteilt werden. Andere Ausgestaltungen, insbesondere mit anderen Kernformen, sind aber ebenfalls möglich.

Gemäß der Erfindung enthält das Kammersystem zur Vermeidung von Durchkontaktierungen Stege S mit metallisierten Nuten N, dargestellt in der 4, die Verbindungen zwischen Leitern L auf der Oberseite und der Unterseite der Trägerschichten F herstellen. Die Stege S sind an Kammerwänden PK angeordnet, die in diesem Ausführungsbeisiel senkrecht von dem Bodenteil B eines Kammerteils hochführen. Die Nuten N können trogförmig, wie in diesem Ausführungsbeispiel, oder kerbförmig ausgeführt sein, so daß die Trägerschichten F mit einer Kante einrasten. Eine metallisierte Nut N umgibt hierbei die Kante wie eine Klammer und stellt hierdurch einen elektrischen Kontakt zwischen einer Leiterbahn L auf der Oberseite und einer Leiterbahn L auf der Unterseite der betreffenden Trägerschicht F her. Die Tiefe der Nut kann beispielsweise in einem Bereich um 0,5 mm liegen.

Als Trägerschicht kann insbesondere eine LCP-Struktur mit einer Dicke von 0,05 mm verwendet werden, die mit Leiterbahnen der Dicke 35 &mgr;m oder 70 &mgr;m versehen werden kann. Zur Unterstützung der Kontaktierung zwischen den Leiterbahnen L auf der Ober- und der Unterseite der Trägerschicht F kann zusätzlich noch ein Lötpastenauftrag LP verwendet werden, der in die Nuten N eingebracht ist. Durch entsprechendes Erhitzen, beispielsweise in einem Reflow-Verfahren, kann die Lötpaste mit den Leiterbahnen L und der Metallisierung der Nut N verschmelzen. Anstatt dieses Lötverfahrens kann auch ein Leitkleber verwendet werden.

Zwischen den Trägerschichten F sind Isolierschichten IS angeordnet zur Vermeidung von Kurzschlüssen zwischen Leiterbahnen. Die Stege S enthalten insbesondere nur für jede zweite Trägerschicht F eine metallisierte Nut N, so daß sich ein ausreichender Isolationsabstand zwischen zwei Nuten ergibt.

In der 5a ist ein inneres Kammerteil P4 in einer Aufsicht dargestellt, in das die Trägerschichten F, beispielsweise die Sekundärwicklung W2, in Form eines Stapels eingelegt werden. Es enthält ein Bodenteil B, auf dem die unterste Trägerschicht F möglichst plan aufliegt, und Seitenwände PK, die die Breite der Trägerschichten bestimmen. Dieses Kammerteil P4 kann beispielsweise für einen E/E-Kern verwendet werden, wobei der mittlere Kernschenkel des Kerns durch die Öffnung OE des Kammerteils P4 hindurchführt.

Durch ein zweites Kammerteil, nicht dargestellt, ist die in dem Kammerteil P4 angeordnete Wicklung im Bereich des Kernes und dessen Öffnungen vollständig umschlossen, so daß die volle Breite zwischen den Kammerwänden PK für Leiterbahnen auf den Trägerschichten F verwendet werden kann. Das Kammerteil P4 und das zugehörige, abschließende äußere Kammerteil sind ähnlich den Kammerteilen P4 und P5 der 3a, besitzen jedoch seitliche Erweiterungen. Hierdurch können weitere Stege beim inneren Kammerteil P4 angeordnet werden, beim Ausführungsbeispiel der 5a die Stege S1, S2 und S5, S6. Durch eine Aussparung AS können die Stege S3 und S4 auch von der Seite bearbeitet werden.

Der Aufbau der Stege S3, S4 geht aus der 5b hervor, die eine Ansicht des Kammerteils P4 im Schnitt A-B zeigt. In diese Stege S3, S4 sind metallisierte Nuten N1–N5 eingelassen, durch die jeweils ein Kontakt zwischen einer Leiterbahn auf der Oberseite und der Unterseite einer Trägerschicht hergestellt wird. Da die Nuten N1–N5 auf zwei Stege verteilt sind, entsteht ein ausreichender Isolationsabstand zwischen den Nuten. Hierdurch werden mit einem Steg jeweils Kontaktierungen von übernächsten Trägerschichten bewirkt, so daß zwei Stege ausreichend sind. Durch die fünf Nuten N1–N5 werden beispielsweise obere und untere Leiterbahnen von fünf Trägerschichten miteinander kontaktiert zur Vermeidung von Durchkontaktierungen.

Durch die Stege S3, S4 werden nur Kontaktierungen von Leiterbahnen auf der Ober- und der Unterseite von Trägerschichten hergestellt zur Vermeidungen von Durchkontaktierungen. Kontaktierungen zwischen Trägerschichten können mit der Erfindung ebenfalls hergestellt werden, sollen aber bei dieser Ausführung am äußeren Rand der Trägerschichten zusammen mit den Anschlüssen der Wicklung realisiert werden.

In der 6 sind die Nuten N1–N5 der Stege S3, S4 vergrößert in einer Detailzeichnung dargestellt. Hier ist zusätzlich noch eine Kupferstruktur KS zu sehen, die in der 5b nicht vorhanden ist. Durch diese wird eine elektrische Verbindung zu den Nuten N1–N5 bewirkt, über die bei der Herstellung die Metallisierung der Nuten N1–N5 in einem Kupferbad galvanisch verstärkt werden kann. Nach der Galvanisierung wird die Kupferbahn KS wieder entfernt. Die Kupferschicht KS kann direkt auf der Wand PK aufgebracht werden.

Indem für die Trägerschichten F und die Kammerteile P4, P5 beziehungsweise für die Teile P1–P3 dieselbe LCP-Struktur verwendet werden, bietet sich die Möglichkeit, den Transformator vollständig zu recyclen. Eine Trennung von Kunststoff und Metall mit einem befriedigendem Reinheitsgrad bei einer LCP-Struktur wurde bereits nachgewiesen. Ein Stoffrecycling wäre insbesondere wichtig für Fernsehgeräte, da diese sehr viele Kunststoffteile enthalten.

Aufgrund der hervorragenden spritztechnischen Eigenschaften der LCP-Strukturen können Wandstärken im Bereich von 0,4 mm für die Kammerteile verwendet werden, wodurch der Flächenverlust in den Öffnungen des Kerns bei dieser Wandstärke gering gehalten wird. Aufgrund der Verbreiterung der nutzbaren Fläche auf den Trägerschichten im Vergleich zu früheren Transformatoren kann die Anzahl der Lagen von Trägerschichten reduziert werden, so daß die zusätzlichen Kosten, die durch das Kammersystem entstehen, bereits durch die Einsparung einer Wicklungslage kompensiert werden können. Zusätzlich weist der Transformator verbesserte elektrische Eigenschaften auf durch die bessere Ausnutzung der Kernöffnungen.

Das anhand der 26 erläuterte Kammersystem bezieht sich im wesentlichen auf einen E/E-Kern oder E/I-Kern. Andere Ausgestaltungen, insbesondere für andere Kernformen, sind aber ebenfalls möglich. Transformatoren dieser Art können beispielsweise in Resonanzwandler-Schaltnetzteilen verwendet werden, die höhere Leistungen im Bereich von deutlich über 100 Watt bereitstellen, z. B. für Plasma-Fernsehgeräte oder Fernsehgeräte mit großen Bildröhren.


Anspruch[de]
  1. Transformator mit einem Kern (K1, K2), einer primären Wicklung (W1) und mindestens einer sekundären Wicklung (W2), die als Leiterbahnen (L) auf einer oder mehreren Schichten (F) eines flachen Trägers angeordnet sind,

    wobei der Transformator einen Spulenkörper mit Kammersystem (P1–P5) enthält, das die Trägerschichten (F) mit den Wicklungen (W1, W2) aufnimmt, und das Kammersystem mindestens zwei Kammern (C1–C5) enthält, in denen die Wicklungen (W1, W2) angeordnet sind, wobei die primäre und die sekundäre Wicklung (W1, W2) in verschiedenen Kammern angeordnet sind,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    Stege (S) mit einer metallisierten Nut (N) in dem Kammersystem (P4) angeordnet sind, um einen Kontakt mit den Leiterbahnen (L) zu bilden, dass die Stege (S) Verbindungen zwischen Leiterbahnen (L) bilden, die an der Oberseite und der Unterseite einer doppelseitigen Trägerschicht (F) angeordnet sind, und/oder Bildung von Verbindungen zwischen den Leiterbahnen (L) von zwei verschiedenen Trägerschichten (F).
  2. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Spulenträger wenigstens zwei Teile (P1–P5) enthält, die derart geformt sind, daß durch Zusammenstecken der Teile (P1, P2, P3; P4, P5) mindestens zwei Kammern (C1, C2; C3–C5) entstehen, und daß wenigstens eine der Kammern (C1–C5) zumindest in den Bereich des Kerns geschlossen ist.
  3. Transformator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Teile (P4, P5) derart zusammengesteckt sind, daß eine innere Kammer (C4) entsteht, die in dem Bereich des Kernes (K1, K2) geschlossen ist für die Sekundärwicklung (W1) und zwei benachbarte offene Kammern (C3, C5) für die Primärwicklung (W2).
  4. Transformator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kammersystem drei Teile (P1–P3) enthält, die derart zusammengesteckt sind, daß zwei im Bereich des Kernes (K1, K2) geschlossene Kammern (C1, C2), eine für die Primärwicklung (W1) und eine für mindestens eine Sekundärwicklung (W2), entstehen.
  5. Transformator nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (P1–P5) des Kammersystems die Öffnungen des Kerns (K1, K2) umgeben, so daß die durch die Kammeröffnungen hindurchführenden Leiterbahnen (L) verbreitert werden können, unter Berücksichtigung der erforderlichen Abstände für eine Netztrennung.
  6. Transformator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (P1–P5) des Spulenträgers aus spritzgegossenem Thermoplast bestehen und die Schichten (F) aus gedruckten Leiterplatten oder gedruckten Schaltungsfilmen bestehen.
  7. Transformator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege (S) nach dem Zweischuß-MID-Verfahren mit selektiver Metallisierung hergestellt sind.
  8. Transformator nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß zur Kontaktierung eine Nut (N) eine Kante einer beidseitig beschichteten Trägerschicht (F) klammerähnlich umfaßt.
  9. Transformator nach Anspruch 1, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakte auf mindestens zwei Stege (S) verteilt sind, für einen ausreichenden Isolationsabstand zwischen zwei Nuten (N).
  10. Transformator nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerschichten (F) vorwiegend aus einem Kunstoff mit einer LCP-Struktur bestehen, und daß für das Kammersystem (P4, P5) derselbe Kunststoff verwendet ist.
  11. Transformator nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege (S) auf Seitenwänden (PK) des Kammersystems (P1, P2, P3) angeordnet sind, und daß die Trägerschichten (F) mit jeweils einer ihrer Kanten in jeweils einer der Nuten (N) verrastet sind.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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