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Dokumentenidentifikation DE202004014978U1 09.03.2006
Titel Dreirad
Anmelder Füting, Hannes, 75175 Pforzheim, DE
Vertreter Patentanwälte Kewitz & Kollegen Partnerschaft, 60325 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 202004014978
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 09.03.2006
Registration date 02.02.2006
Application date from patent application 23.09.2004
IPC-Hauptklasse B62K 5/04(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Dreirad, insbesondere zur Fortbewegung im Offroad-Bereich. Ein bevorzugter weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung betrifft ein neuartiges Sportgerät für den Freizeitbereich, insbesondere als motorloses Downhill-Sportgerät in Form eines Dreirads.

Fahrräder sind in Form von Zwei- oder Dreirädern, zumeist mit aufrechter Sitzposition bekannt. Sitzdreiräder verbinden dabei die angenehme Fahrerposition von herkömmlichen einspurigen Sitzrädern mit der kippsicheren Fahrweise eines mehrspurigen Fahrzeugs.

Bereits existierende Dreiräder mit einer sitzenden Fahrerposition haben jedoch eine Reihe von Nachteilen in der Fortbewegung auf extremen Strecken, beispielsweise bergigem Terrain. Die Federung ist zu hart und das Fahrzeug verliert oft durch seine schlechte Radaufhängung an Stabilität im Geradeauslauf. Die bisherigen Räder besitzen Lenkungen, die das Ein- und Aussteigen erschweren und beim Befahren von extremem Gelände ein hohes Verletzungsrisiko bergen. Außerdem unterliegt das Fahrerlebnis konstruktionsbedingten erheblichen Beschränkungen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Dreirad ohne die zuvor genannten Nachteile bereitzustellen.

Diese und weitere Aufgaben werden durch ein Dreirad mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der rückbezogenen Ansprüche.

Ein erfindungsgemäßes Dreirad umfasst einen Rahmen zur Aufhängung eines gespannten flexiblen Netzes, der an einem Ende mit einer Fahrradgabel verbunden ist und bei dem an den gegenüberliegenden Rahmenenden jeweils eine Radaufnahme vorgesehen ist, wobei an der Fahrradgabel mindestens ein lenkbares Vorderrad angebracht und eine Lenkvorrichtung vorgesehen ist.

Das erfindungsgemäße Dreirad stellt eine Alternative zu den herkömmlichen Wintersportangeboten im Sommer dar. Überaschenderweise wurde festgestellt, dass sich dieses dreirädrige Downhill(bergab)-Sportgerät zum Befahren von Wiesen, Wegen, Geröllpisten, Strassen und sonstigem bergigem Terrain besonders gut eignet. Dadurch, dass kein klassischer Fahrersitz mehr vorhanden ist sondern sich der Fahrer in das von dem Rahmen gehaltene flexible Netz mit variabler Sitz- oder Stehposition hinein stellen kann, wird dem Fahrer ein neuartiges, atemberaubendes Fahrerlebnis vermittelt, das durch einen vergleichsweise geringen Abstand zum Erdboden noch verstärkt wird. Kurven können selbst in unwegsamem Terrain sehr eng gefahren werden, da sich der Fahrer in das Netz hineinlegen kann und so Fliehkräften wirksamer entgegen wirken kann.

Durch die vergleichsweise niedrige Position des Fahrers fallen der Schwerpunkt des Dreirads mit dem des Fahrers in möglichen Fahrerpositionen zusammen, was eine besonders effiziente Steuerung und Lenkung des Dreirads ermöglicht und mit zu einem rasanten Fahrerlebnis beiträgt, wie es von der Freizeit-Industrie heutzutage gefordert wird.

Das erfindungsgemäße Dreirad weist dabei insbesondere Vorteile in seiner:

  • – Stabilität,
  • – Funktion im Bezug auf den zu bewältigenden Untergrund wie beispielsweise Steine, Wiese, Erde sowie
  • – der Ästhetik der Bewegung auf.

Für das erfindungsgemäße Dreirad sind Hindernisse bis ca. 15 cm kein Problem, das Kurvenverhalten durch einen variablen Schwerpunkt sehr gut, und ein den Bedürfnissen optimal angepasster Körpereinsatz wird durch zwei verschiedene Benutzungszustände (Sitzen und Stehen) erreicht (1).

Das erfindungsgemäße Dreirad hat drei Räder, wovon das Vorderrad insbesondere aus Stabilitätsgründen einen größeren Durchmesser als die beiden Hinterräder aufweist. Vorzugsweise weist das Vorderrad einen Durchmesser von etwa 60 cm auf. Der Durchmesser der Hinterräder beträgt vorzugsweise jeweils 30 cm. Das Vorderrad fungiert als lenkendes Rad und die beiden Hinterräder als Laufräder. Die Hinterachse dient als Standfläche und der Lenker als Position für die Hände.

Verbunden sind die drei Räder durch einen Rahmen, vorzugsweise einen U-förmigen Rahmen 1, welcher in einem gewissen Grad flexibel ist und vorne das Lenklager beinhaltet und hinten in der Radaufnahme 5, 5' endet.

In diesen Rahmen ist ein flexibles Netz 2 gespannt, welches ähnlich einem Trampolin als Aufnahmepunkt für die Knie dient.

Somit kann der Benutzer seine Position individuell und den Bedürfnissen angepasst aus der Kombination der Fußstellung und der Position im, am oder über dem Netz wählen (1). Ein solches Netz kann also den Fahrer tragen und zu diesem Zweck beispielsweise aus reißfesten Fasern, beispielsweise aus Aramid, Kevlar oder dergleichen, gefertigt sein.

Fahrten mit hoher Geschwindigkeit und homogenem Untergrund werden so am besten im Knien (1a), tief im Netz, absolviert, da der tiefe Schwerpunkt die Kurvenlage optimiert und das Drücken des Körpers das Lenken unterstützt.

Fahrten auf unebenem Untergrund mit Hügeln, Steinen, Furchen etc. werden am besten im Stehen absolviert, da der ganze Körper als Federung wirkt und ein aktives Fahren und Handeln ermöglicht wird (1b).

Im Stehen kann der Benutzer auch Sprünge absolvieren. Bei der Landung besteht die Möglichkeit, den Körper mit dem Eintauchen der Knie in das Netz abzufedern.

Vorzugsweise kann über eine Scheibenbremse am Vorderrad gebremst werden und/oder über die Möglichkeit, mit den Füßen die Hinterräder zu blockieren und somit gezielte „Slides" in den Kurven einzuleiten.

Das Vorderrad wird von einer Doppelfedergabel 4 gehalten, welche über eine Normschnittstelle 3 mit dem Rahmen 1 verbunden ist. Die Lenkvorrichtung 8 kann ein herkömmlicher Lenker sein oder eine Kombination aus Downhill- und BMX Lenker. Die Lenkvorrichtung 8 kann über eine Verbindung 9, vorzugsweise eine konventionelle „Vorbau" Situation aus dem Fahrradmarkt befestigt sein (2).

Die Hinterräder 11, 11' sind einzeln aufgehängt und gefedert. Der Rahmen endet in einer Aufnahme für jeweils die linke und die rechte Radschwinge (3a). Diese werden jeweils von Dämpfungselementen, vorzugsweise von kleinen Fahrraddämpfern (3b), gefedert.

Der Bügel 6 verbindet im oberen Bereich der Räder (4) die beiden Rahmenenden. Um die Fußpositionen der Benutzungszustände „Stehen" und „Liegen" zu gewährleisten (5), kann der Fußbügel mit einer Rückstellfeder 13 gelagert sein. Er stellt sich damit immer wieder selbständig in die Ausgangsposition zurück (6).

Der Rahmen verbindet alle Elemente und hat somit eine tragende Funktion. Er kann aus flexiblem Material beispielsweise Delrin oder faserverstärktem Kunststoff gefestigt sein und unterstützt somit das Kurvenverhalten, die Federung und somit die gesamte Bewegungsdynamik (7).

Eine Variante zum feststehenden Rahmen ist es, den rechten und den linken Flügel zu trennen und mit einem Gelenkteil zu verbinden, so dass sich das Gerät transportfähig zusammenklappen lässt (8).

In beiden Fällen kann der Querschnitt der beiden Rahmenteile sehr flach sein um damit ein vertikales Einfedern zu ermöglichen, eine Torsion aber zu verhindern. Der Rahmen kann ferner Befestigungselemente für das in der Mitte gespannte, flexible Netz an seiner Innenseite enthalten. Das Netz kann über das Material und die Webetechnik so dimensioniert und gespannt werden, dass es jeweils den Anforderungen des Benutzers gerecht wird (9).

Die in 11 aufgezeigten Dimensionen sind in cm angegeben und dienen lediglich einer beispielhaften Erläuterung des Erfindungsgegenstands ohne den Schutzbereich der beigefügten Schutzansprüche beschränken zu wollen.

Wie dem Fachmann beim Studium der vorstehenden Beschreibung ohne weiteres ersichtlich sein wird, kann das motorlose Dreirad gemäß den beigefügten Figuren auch motorgetrieben ausgelegt sein: Dabei könnte ein Antriebsmotor in gleichem Maße auf die beiden an dem Rahmen befestigten Hinterräder einwirken.

1Rahmen 2Netz 3Schnittstelle 4Fahrradgabel 5/5'Radaufnahme 6Bügel 7Vorderrad 8Lenkvorrichtung 9Verbindung 10/10'Radschwinge 11/11'Hinterrad 12/12'Dämpfungselement 13Rückstellfeder 14Befestigungselement

Anspruch[de]
  1. Dreirad mit einem Rahmen (1) zur Aufhängung eines gespannten flexiblen Netzes (2), der an einem Ende mit einer Fahrradgabel (4) verbunden ist und bei dem an den gegenüberliegenden Rahmenenden jeweils eine Radaufnahme (5, 5') vorgesehen ist, wobei an der Fahrradgabel (4) mindestens ein lenkbares Vorderrad (7) angebracht und eine Lenkvorrichtung (8) vorgesehen ist.
  2. Dreirad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (1) im Wesentlichen U-förmig ist.
  3. Dreirad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Rahmenenden über einen Bügel (6) miteinander verbunden sind.
  4. Dreirad nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügel (6) mit einer Rückstellfeder (13) gelagert ist.
  5. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Radaufnahmen (5, 5') jeweils eine Radschwinge (10, 10'), an denen die Hinterräder (11, 11') aufgehängt sind, vorgesehen ist.
  6. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen Radschwinge (10, 10') und Rahmen (1) jeweils ein Dämpfungselement (12, 12') befindet.
  7. Dreirad nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungselement (12) ein Fahrraddämpfer ist, beispielsweise ein Feder-Stossdämpfer oder ein hydraulischer, insbesondere öl- oder gas-hydraulischer, Stossdämpfer.
  8. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkvorrichtung (8) über eine Verbindung (9) an der Fahrradgabel (4) befestigt ist.
  9. Dreirad nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung (9) eine „Vorbau" Situation ist bzw. über einen Vorbau erfolgt.
  10. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (1) an einem Ende über eine Normschnittstelle (3) mit einer Fahrradgabel (4) verbunden ist.
  11. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (1) mindestens ein Gelenkelement aufweist, so dass sich das Dreirad zusammenklappen lässt.
  12. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dass der Querschnitt des Rahmens flach ist.
  13. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen aus flexiblem Material besteht.
  14. Dreirad nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Material Delrin oder faserverstärkter Kunststoff ist.
  15. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Innenseite des Rahmens Befestigungselemente (14) für das Netz angeordnet sind.
  16. Dreirad nach Anspruch 1 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass am Vorderrad (7) eine Scheibenbremse angeordnet ist.
  17. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrradgabel (4) eine Federgabel, insbesondere eine Doppelfedergabel, ist.
  18. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkvorrichtung (8) eine Kombination aus Downhill- und BMX Lenker ist.
  19. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Dreirad motorbetrieben ist, wobei ein Antriebsmotor bevorzugt beide Hinterräder treibt.
  20. Dreirad nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Dreirad als Sportgerät dient.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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