PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69924880T2 09.03.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001149129
Titel HYDROCOLLOIDE KLEBSTOFFZUSAMMENSETZUNGEN
Anmelder Bristol-Myers Squibb Co., Skillman, N.J., US
Erfinder FATTMAN, George, Mt. Laurel, US
Vertreter PRÜFER & PARTNER GbR, 81545 München
DE-Aktenzeichen 69924880
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 03.11.1999
EP-Aktenzeichen 999567225
WO-Anmeldetag 03.11.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/25248
WO-Veröffentlichungsnummer 0000026293
WO-Veröffentlichungsdatum 11.05.2000
EP-Offenlegungsdatum 31.10.2001
EP date of grant 20.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.2006
IPC-Hauptklasse C08L 15/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse C08L 23/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C08L 25/06(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61L 15/22(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61L 15/42(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61L 15/58(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61L 24/04(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,     

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft druckempfindliche Klebstoff-Zusammensetzungen und insbesondere druckempfindliche hydrokolloide Klebstoff-Zusammensetzungen, die für den Einsatz bei der Stoma-, Wund- und Inkontinenzbehandlung geeignet sind.

Die Zusammensetzungen dieser Erfindung können beispielsweise zum Festhalten von Stoma- oder Inkontinenz-Vorrichtungen am Körper des Benutzers oder zum Halten von Wundverbänden in der richtigen Lage zur Behandlung von Hautkrankheiten oder als Wundverband selbst verwendet werden.

Verschiedene hydrokolloide Klebstoff-Zusammensetzungen, die für medizinische Zwecke geeignet sind, sind in der Patentliteratur beschrieben, z. B. in den US-Patenten Nr. 3.339.549 (Chen), 4.192.785 (Chen et al.), 4.166.051 (Cilento et al.), 4.393.080 (Pawelchak et al.) 3.612.053 (Pratt et al.), 4.231.369 (Sorensen et al.), 3.908.658 (Marsan), 4.367.732 (Poulsen et al.); 4.378.018 (Alexander et al.) und 4.393.150 (Krones).

Hydrokolloide Klebstoffe bestehen aus pulverisierten Hydrokolloiden, die in einer elastischen Polymermatrix dispergiert sind. Es ist festgestellt worden, dass sie hervorragende druckempfindliche Klebstoffe zum Befestigen von Vorrichtungen an der Haut abgeben. In Abhängigkeit von ihrer Anfangsklebrigkeit, Kohäsionsfestigkeit und Absorptionsfähigkeit erreichen brauchbare hydrokolloide Klebstoffe Tragzeiten auf der Haut von bis zu 10 Tagen oder länger. Komponenten von hydrokolloiden Klebstoffen müssen außerdem kostengünstig, leicht zu verarbeiten und mit anderen Vorrichtungskomponenten verträglich sein.

EP 0 693 290 A1 beschreibt die Verwendung einer Matrix eines hydrokolloiden Verbands, die von einem Klebstoff-Elastomernetzwerk gebildet wird, in das eine hydrokolloide Verbindung eingebracht ist, als topisches Blutstillungsmittel.

EP 0 756 854 A1 beschreibt ein Haftplättchen mit einer Sperrschicht aus weichem haftenden Material mit darin dispergierten Teilchen eines Hydrokolloids. Außerdem verläuft eine flexible Deckschicht entlang der einen Seite der Sperrschicht, und eine Folie schützt die gegenüberliegende Seite der Sperrschicht. Das Plättchen hat eine Mittelzone und eine Umgebungszone, wobei das Material der Sperrschicht in der äußeren Zone eine im Großen und Ganzen gleichmäßige molekulare Orientierung in radialen Richtungen hat.

US 4 231 369 beschreibt ein Dichtungsmaterial zur Verwendung in Verbindung mit Stoma-Vorrichtungen, um ein Stoma im menschlichen Körper zu umgeben und zu schützen. Das Material ist eine geformte Gel-artige Zusammensetzung, die aus einer zusammenhängenden Phase besteht, die aus diesen Elastomeren und vorzugsweise einem Kohlenwasserstoff-Klebrigmacherharz und ebenfalls wahlweise einem Ölstrecker besteht. Ein oder mehrere Hydrokolloide sind in der zusammenhängenden Phase verteilt.

Kurze Darstellung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung ist in den Ansprüchen definiert.

Ein Vorzug der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass sie eine biologisch verträgliche hydrokolloide Klebstoff-Zusammensetzung, die zugleich die in Tabelle 1 angegebene bevorzugte Probenklebrigkeit, Zugfestigkeit und Salzlösungs-Absorptionsfähigkeit hat, zur Verfügung stellen kann.

Tabelle 1

Ein weiterer Vorzug der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass sie einen biologisch verträglichen Klebstoff, der leicht zu verarbeiten, kostengünstig und haltbar ist und der beim Hydratisieren nicht zu sehr aufquillt, zur Verfügung stellen kann.

Ein weiterer Vorzug der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass sie Probenklebrigkeitswerte von mehr als 300 p erzielen kann, denn dieser Wert ist nachweislich zweckmäßig zum Erzielen einer starken Anfangshaftung an der Haut. Eine verbesserte Haftung wird im Allgemeinen mit zunehmender Klebrigkeit erhalten, obgleich eine zu starke Haftung die Haut beim Ablösen verletzen kann.

Ein weiterer Vorzug der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass sie akzeptable Scherfestigkeits- und Abziehfestigkeitseigenschaften erzielen kann. Es ist festgestellt worden, dass Zugfestigkeiten von etwa 500–3500 p/cm2 zweckmäßig sind. Es ist jedoch auch erkannt worden, dass es zu einer verminderten Flexibilität oder einer verringerten Haftung kommen kann, wenn die Kohäsionsfestigkeit zu hoch ist.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen

Die erfindungsgemäßen Klebstoff-Zusammensetzungen verwenden einen Poly(ethylenpropylen)-Kautschuk (EPR) mit einer breit gefächerten relativen Molekülmasse, einer amorphen Struktur und einem Ethylengehalt von 50% oder weniger. Der EPR ist außerdem ein statistisches Copolymer und leicht zu verarbeiten. Der bevorzugte EPR ist Vistalon 404 von Exxon Chemical Co. EPR-Arten mit einer niedrigen relativen Molekülmasse begünstigen die Bindungsbildung, während Arten mit einer höheren relativen Molekülmasse die Kohäsions- und Abziehfestigkeit verbessern.

Ein verträgliches Klebrigmacherharz für dieses Elastomer, das für ein optimales Klebrigmachen bevorzugt wird, ist ein stark hydriertes Polyvinylcyclohexan mit einer niedrigen relativen Molekülmasse. Im Handel erhältlich sind beispielsweise Regalrez® 1085 oder Regalrez® 1094 (Hercules, Inc.). Weiterhin hat das Polyvinylcyclohexan vorzugsweise einen Erweichungspunkt unterhalb der Körpertemperatur und am besten unterhalb der Raumtemperatur, sodass es die Benetzung der Haut mit der Elastomer-Komponente weiter verbessern kann. Im Handel erhältlich ist beispielsweise Regalrez® 1018 (Hercules, Inc.). Insbesondere gestattet die Verwendung eines Harzes mit einem niedrigen Erweichungspunkt die Erhöhung der Konzentration des Klebrigmachers durch eine entsprechende Verringerung der Konzentration der Weichmachungskomponenten. Beide Faktoren beeinflussen die Haftung günstig und erhalten zugleich die Flexibilität, die verloren gehen kann, wenn Harze mit einem höheren Erweichungspunkt verwendet werden. Die Haftung lässt sich leicht unter Verwendung eines Task-Tests zur Bestimmung des Bindungsbildungsvermögens messen.

Da hydrokolloide Klebstoffe aus einer Elastomerphase und einer hydrokolloiden Phase bestehen, erfordert eine entsprechende Optimierung der Klebstoff-Zubereitung die gleichzeitige Optimierung der einzelnen Phasen. Obwohl eine gewisse Wechselwirkung zwischen den Phasen auftritt, ist die Elastomerphase hauptsächlich für die Adhäsions- und Kohäsionsfestigkeits-Eigenschaften verantwortlich, und die hydrokolloide Phase ist hauptsächlich für die Gesamtfeuchtigkeitstransport- und Feuchtigkeitswechselwirkungs-Eigenschaften der Zubereitung verantwortlich. Adhäsion und Kohäsion stellen normalerweise ein Gleichgewicht konkurrierender Reaktionen dar, und starke Elastomere können keine sehr wirksamen Klebstoffe ergeben. Feuchtigkeitstransport ist mehr als nur Absorption an sich, sondern dabei müssen die Absorptionsgeschwindigkeit, das Absorptionsvermögen und die Eigenschaften des hydrierten Stoffes bedacht werden. Die hydrokolloide Phase ist bei der Bestimmung dieser Eigenschaften am wichtigsten.

Das Vermögen des Klebstoffs, eine Bindung mit der Haut zu bilden, steht in direktem Zusammenhang mit der Probenklebrigkeit des Klebstoffs. Klebrigkeit entsteht durch die Wirkung von klebrigmachenden Harzen, die Benetzung der Haut mit den Elastomer-Komponenten der Zubereitung zu verbessern. Durch Modifizieren von Elastomeren mit Klebrigmachern können Elastomere Bindungen bilden und sie behalten dabei ihre Kohäsivität und erhöhen die Festigkeit der Gesamtzubereitung. Die Verträglichkeit des Klebrigmachers mit dem Elastomer wird genauso als Schlüsselfaktor für die Wirksamkeit des Klebrigmachers angesehen wie das Vorhandensein von Arten mit einer niedrigen relativen Molekülmasse in dem Elastomer. Normalerweise wird für die optimale Kohäsionsfestigkeit das Elastomer mit einem Styrenblockcopolymer gemischt.

Um eine mehr als 1- oder 2-tägige Haftung an der Haut zu erzielen, muss der Klebstoff Fluid mit einer Geschwindigkeit absorbieren, die größer als die Geschwindigkeit des transepidermalen Wasserverlustes (TEWL), die durchschnittlich etwa 7–10 g/m2/h beträgt, oder gleich dieser ist. Die tatsächliche Absorptionsgeschwindigkeit, die zur Aufrechterhaltung der Haut-Haftung benötigt wird, kann in der Praxis je nach Wetter, körperlicher Aktivität usw. etwas höher als dieser Wert sein. Um die minimale Absorptionsfähigkeit zu erhalten, sollte diese Absorptionsgeschwindigkeit mit der Tragzeit multipliziert werden.

Die Absorption durch den Klebstoff ist notwendig, um die Perspiration von der Haut effektiv zu bewältigen. Ohne diese Fähigkeit würde Klebstoff schon nach kurzen Tragzeiten versagen, und der Hautzustand würde beeinträchtigt werden. Absorption führt jedoch auch zu einer Zersetzung der Klebkomponente infolge einer Hydratation und eines chemischen Angriffs durch die Stoma-Ausscheidung. Diese Zersetzung wird dadurch verursacht, dass die absorptionsfähigen Hydrokolloide unabhängig von der Quelle des absorbierten Fluids, entweder Perspiration oder austretende Stoma-Flüssigkeit, wirken. Daher werden durch Begrenzen der Absorption auf das Minimum, das zur Bewältigung der Perspiration notwendig ist, die Auswirkungen des Stoma-Fluids auf die Funktionstüchtigkeit des Verbands begrenzt.

Zahnprothesen-Klebstoffe sind ein Beispiel für Wasser-aktivierte Klebstoffe. Normalerweise wird Natriumcarboxymethylcellulose (NaCMC) als Komponente dieser Zubereitungen verwendet. Es wird eine Mischung aus NaCMC-Sorten verwendet, um gewünschte Eigenschaften zu erzielen. Unterschiede zwischen den Sorten werden durch den Grad der Substitution (DS) von Carboxymethylgruppen in die Anhydroglucose-Wiederholungseinheiten der Cellulosekette definiert. Sorten mit einem höheren DS (> 1,0) werden verwendet, um den Klebstoffen eine hohe Absorptionsgeschwindigkeit zu verleihen, während Sorten mit einem niedrigeren bis mittleren DS (< 1,0) wegen ihrer Langzeit-Kohäsivität einbezogen werden. Eine weitere Anforderung an die Zubereitung besteht darin, dass ihre Reaktion auf Feuchtigkeit nicht die Gebrauchseigenschaften der Vorrichtung, für die der Klebstoff vorgesehen war, beeinträchtigen darf. Wenn hydrokolloide Klebstoffe Feuchtigkeit absorbieren, beginnen sie aufzuquellen. Die hydratisierenden hydrokolloiden Pulver wandeln die Gummi-artige Elastomerphase in eine stärker Gelatine-artige Zusammensetzung um, die zu wachsen scheint. Normalerweise erfolgt dieses Wachstum in der Richtung einer freie Oberfläche. Bei Wundverbänden geht das Wachstum in die Wunde. Bei Stoma-Hautsperren geht das Wachstum hin zum Stoma, und es wird wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Kragen an einem Schildkrötenkragen-Pullover als Schildkrötenkragerbildung bezeichnet.

In manchen Fällen ist Schildkrötenkragenbildung wünschenswert, da sie Berichten zufolge eine wirksame Dichtung um das Stoma selbst bildet und ein Auslaufen von Stoma-Flüssigkeit und eine Unterhöhlung der Hautsperre vermeidet. Eine zu starke Schildkrötenkragenbildung kann jedoch die gegenteilige Wirkung haben, dass austretende Flüssigkeit von dem Beutel und gegen die Haut gelenkt wird. Zu starke Schildkrötenkragenbildung in hydrokolloiden Klebstoffen kann durch Begrenzen der Verlängerung der Elastomerphase während der Hydratation vermieden werden. Schlüsselfaktoren beim Erzielen einer annehmbaren Schildkrötenkragenbildung sind die Wahl des Elastomers, das Gleichgewicht der Absorptionsgeschwindigkeit und -fähigkeit in den vorgenannten Grenzen und das Gleichgewicht der Kohäsions- und Adhäsionseigenschaften in der Elastomerphase.

Es ist festgestellt worden, dass im Gegensatz zu Zahnprothesen-Klebstoffen die Verwendung von CMC-Sorten mit einem höheren DS in Kombination mit Sorten mit einem niedrigen bis mittleren DS die Geschwindigkeit der Feuchtigkeitsabsorption bei hydrokolloiden Klebstoffen verringert. Mit anderen Worten, mit zunehmendem durchschnittlichen Grad der Substitution von CMC in der Zubereitung sinkt die Absorptionsgeschwindigkeit des hydrokolloiden Klebstoffs. Außerdem nimmt die Gesamt-Absorptionsfähigkeit zu. Im Ergebnis sind längere Tragzeiten möglich, da der Einfluss von auslaufender Stoma-Flüssigkeit auf die Funktionstüchtigkeit des Klebstoffs verringert wird, obwohl die Filmbildungsfähigkeit und die Wasser-aktivierte Bindungsfähigkeit von CMC beibehalten werden. Außerdem werden Schildkrötenkragenbildungseigenschaften günstig beeinflusst.

Obwohl die Absorptionsgeschwindigkeit der Zubereitung durch Verwenden verschiedener Hydrokolloide mit einer schwächeren Wasser-Affinität gemindert werden kann, ist der Einfluss auf die Klebstoff-Gesamteigenschaften nicht so günstig wie bei der Verwendung einer CMC mit einem höheren DS. Die nachstehenden Beispiele 34 und 35 zeigen, wie die Verwendung von vorgelatinierter Stärke, ein schwach absorbierendes Hydrokolloid, die Absorptionsgeschwindigkeit der Zubereitung verringert. Im Gegensatz zu den Gebrauchseigenschaften der CNC mit einem hohen DS wird die Gesamt-Absorptionsfähigkeit des Klebstoffs nicht erhöht. Es wird außerdem nicht angenommen, dass das Vermögen von hydratisierter Stärke, eine Wasser-aktivierte Bindung mit menschlicher Haut einzugehen, genauso effektiv wie Pektin oder insbesondere CMC ist. Daher kann die Zugabe einer kleinen Menge Stärke oder von anderen wenig absorbierenden Hydrokolloiden den Gebrauchseignungsbereich dieser Erfindung so weit vergrößern, dass die Wirksamkeit der bevorzugten Hydrokolloide bei der Verlängerung der Tragzeit nicht beeinträchtigt wird.

Die Zugabe einer kleinen Menge einer pulverisierten Cellulose, die kein Hydrokolloid, sondern ein in Wasser quellbares Pulver ist, ist zum Verringern der Feuchtigkeitsabsorption ebenfalls zweckmäßig, und sie hat dabei immer noch eine ähnliche Zusammensetzung wie NaCMC. Ein weiterer Vorteil der Zugabe von pulverisierter Cellulose besteht darin, dass sie die Kohäsionsfestigkeit der Gesamtzubereitung verbessert.

Dadurch, dass der EPR ohne weiteres mit den anderen Zubereitungskomponenten gemischt werden kann, sind vermutlich viele verschiedene herkömmliche Mischverfahren zum Erhalten eines homogenen Gemisches geeignet. Zu möglichen Mischverfahren gehören Lösungsmittelmischen, kontinuierliches oder halbkontinuierliches Mischen, Kalandrieren oder Mischen auf dem Walzwerk und Innen- oder Außenmischer. Das bevorzugte Mischverfahren verwendet einen Chargenschnellmischer, der auf 250 bis 330°F erwärmt worden ist. Der Prozess läuft durch Zugabe von Kautschuk oder Blockcopolymer im Wechsel mit einem der Pulver und einem der Komponenten mit niedriger relativer Molekülmasse ab, die in Gruppen gemischt werden, bis sie homogen sind. Der gesamte Prozess dauert bis zu etwa 90 Minuten oder länger. Zu den Komponenten mit niedriger relativer Molekülmasse gehören alle Klebrigmacher und der Weichmacher. Der verwendete Weichmacher sollte ein Polymer mit niedriger relativer Molekülmasse sein, das entsprechend so gewählt wird, dass es die Dehngrenze der Zubereitung verringert, die Flexibilität und das Formanpassungsvermögen des Klebstoffs fördert und für den Kontakt mit dem Haut- oder Schleimhautgewebe geeignet ist. Vorzugsweise kann Petrolat verwendet werden.

Die zubereitete Klebstoffmasse kann dann mit verschiedenen Mitteln zu gleichmäßigen Folien geformt werden. Die bevorzugten Formungsverfahren sind Extrusion oder Pressen. Ein zweckmäßiger Dickenbereich für den Klebstoff liegt vermutlich zwischen 0,005 und 0,25 Zoll. Diese Klebfolie kann mit verschiedenen Filmen, Schäumen, Faservliesen oder anderen textilen Flächengebilden usw. und auch mit Papier beschichtet sein, wobei einige dieser Stoffe mit Trennmitteln beschichtet worden sein können, um das Ablösen zu erleichtern. Die Klebfolie kann in zweckmäßige Größen, Formen und Maße, unter anderem Scheiben, Profile, Konturen oder andere Ausführungen von Kleb-Artikeln, geschnitten werden. Laminate können ohne weiteres zu dem Klebstoff hinzugefügt werden, wenn er auf einer höheren Temperatur gehalten wird. Zu bevorzugten Verfahren der Laminierung gehören eine walzengestützte Laminierstation oder ein Pressverfahren. Das Schneiden kann mit verschiedenen Verfahren erfolgen, wobei ein Drehstanzwerkzeug oder ein Platten-Stanzwerkzeug bevorzugt ist.

Beispiele

In Tabelle 2 sind 25 erfindungsgemäße hydrokolloide Klebstoffe aufgelistet. Jede dieser Zusammensetzungen wird so gemischt, dass Zusammensetzungen mit den in Tabelle 2A genannten Eigenschaften in den Gebrauchseignungsbereichen von Tabelle 1 entstehen.

Weitere Beispiele, die den Nutzen der Erfindung zeigen, sind in Tabelle 6 angegeben.

Beispiele für Handelsnamen von Komponenten der Zusammensetzungen sind:

Ethylen-Propylen-Kautschuk – Vistalon 404; Exxon Chemical Co.,

Styrenblockcopolymer – Kraton D1107; Shell Chemical Co.,

Klebrigmacher (fest) – Piccotac 95; Hercules, Inc.,

Klebrigmacher (flüssig) – Regalrez 1018; Hercules, Inc.,

NaCMC – Natriumcarboxymethylcellulose, Sorte FCC, mit

DS7: Substitutionsgrad = 0,7

DS12: Substitutionsgrad = 1,2

Pektin – Pectin, USP 100,

pulverisierte Cellulose, FCC – Solka Floc 200 FCC; Fiber Sales & Development Corp.

Antioxidationsmittel – Irganox 1010; Ciba Geigy Corp.,

Weichmacher – White Petrolatum; USP,

cycloaliphatisches Klebrigmacherharz – Relarez 1094; Hercules, Inc.,

hydrierter Harzester – Pentalyn H.; Hercules, Inc.,

vorgelatinierte Stärke – Prejel PA5; Avebe, Inc.

Die Beispiele 1–4 und 17–20 der Tabellen 2 und 2A zeigen annehmbare Gebrauchseigenschaften in den Gebrauchseignungsbereichen von Tabelle 1. Diese Beispiele stellen einen Grundklebstoff dar, der keinen flüssigen Klebrigmacher, kein DMC mit hohem DS oder keine pulverisierte Cellulose hat, aber immer noch brauchbare Eigenschaften erzielt. Verbesserungen der Probenklebrigkeit, die durch die Verwendung eines Klebrigmachers mit einem niedrigen Erweichungspunkt entstehen, sind in Tabelle 3 angegeben. Die Wirksamkeit von Natriumcarboxymethylcellulose mit einem hohen Substitutionsgrad zur Verringerung der Absorption ist in Tabelle 5 angegeben. Das Vermögen von pulverisierter Cellulose, die Absorption zu verringern und die Festigkeit zu erhöhen, ist in Tabelle 4 dargestellt.

Die Messungen der Probenklebrigkeit beruhten auf dem in ASTM D2979 beschriebenen Verfahren unter Verwendung einer invertierten Probenmaschine. Bei diesem Test, der bei Raumtemperatur durchgeführt wurde, betrug die Haltezeit 1 Sekunde, und die Annäherungsgeschwindigkeit betrug 1 cm/s. Zugmessungen beruhten auf dem ASTM-Prüfverfahren D412, bei dem die Querhauptgeschwindigkeit auf 200 mm/min eingestellt war und ein hantelförmiger Prüfkörper verwendet wurde. Es wurde die Spitzen-Zugfestigkeit aufgezeichnet. Absorptionsfähigkeitsmessungen wurden nach dem Verfahren der British Pharmacopoeia (Britisches Arzneibuch) durchgeführt, bei dem ein flacher Klebstoff-Prüfkörper mit bekannter Masse und Fläche einer 0,9-%igen Salzlösung ausgesetzt wird. Der ausgesetzte Klebstoff wird 24 Stunden bei Körpertemperatur inkubiert und nochmals gewogen. Die Massendifferenz pro Fläche wird aufgezeichnet.


Anspruch[de]
  1. Druckempfindlicher hydrokolloider Klebstoff mit der folgenden Zusammensetzung in Masseprozent:

    a) von etwa 2% bis etwa 10% Ethylen-Propylen-Kautschuk,

    b) von etwa 9,5% bis etwa 16% Styrenblockcopolymer,

    c) von etwa 24% bis etwa 33% klebrigmachendes Harz,

    d) von 0% bis etwa 0,5% Antioxidationsmittel,

    e) von etwa 15% bis etwa 35% Natriumcarboxymethylcellulose (NaCMC) (niedriger Substitutionsgrad),

    f) von etwa 5% bis etwa 20% Pektin,

    g) von 0% bis etwa 6% Klebrigmacher mit einem niedrigen Erweichungspunkt,

    h) von etwa 3% bis etwa 12% Weichmacher,

    i) von 0% bis etwa 25% NaCMC (hoher Substitutionsgrad),

    j) von 0% bis etwa 6% pulverisierte Cellulose,

    wobei die Klebkraft der Probe in dem Bereich von 400–750 Pond liegt.
  2. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ethylen-Propylen-Kautschuk eine breite Verteilung der relativen Molekülmassen hat.
  3. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ethylen-Propylen-Kautschuk amorph und statistisch ist.
  4. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ethylen-Propylen-Kautschuk einen Ethylengehalt von 50% oder weniger hat.
  5. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebkraft der Probe in dem Bereich von 500–650 Pond liegt.
  6. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorptionsvermögen der Salzlösung für einen Zeitraum von 24 Stunden in dem Bereich von 1250–5000 Gramm je Quadratmeter liegt.
  7. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorptionsvermögen der Salzlösung für einen Zeitraum von 24 Stunden in dem Bereich von 2000–3500 Gramm je Quadratmeter liegt, wenn er extrudiert ist.
  8. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorptionsvermögen der Salzlösung für einen Zeitraum von 24 Stunden in dem Bereich von 1500–2500 Gramm je Quadratmeter liegt, wenn er nichtextrudiert ist.
  9. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit des nichtextrudierten Klebstoffs in dem Bereich von 800–1500 Pond je Quadratzentimeter liegt.
  10. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit in dem Bereich von 500–3500 Pond je Quadratzentimeter liegt.
  11. Hydrokolloide Klebstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit des extrudierten Klebstoffs in dem Bereich von 1500–2500 Pond je Quadratzentimeter liegt.
  12. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebkraft der Probe zwischen etwa 300 und etwa 750 Pond liegt.
  13. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorptionsvermögen der Salzlösung bei 37°C zwischen etwa 500 und etwa 5000 Pond je Quadratmeter je Tag liegt.
  14. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit zwischen etwa 500 und 3500 Pond je Quadratzentimeter liegt.
  15. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Erweichungspunkt des Klebrigmachers unter etwa 37°C liegt.
  16. Druckempfindlicher hydrokolloider Klebstoff mit der folgenden Zusammensetzung in Masseprozent:

    a) von etwa 2% bis etwa 20% Ethylen-Propylen-Kautschuk,

    b) von etwa 2% bis etwa 16% Styrenblockcopolymer,

    c) von etwa 14% bis etwa 33% klebrigmachendes Harz, das aus der Gruppe Aliphaten, Cycloaliphaten, gemischte Aliphaten-Aromaten, Kohlenwasserstoffe, reine Monomere, Terpentinharze, Kautschuke und deren Ester und Derivate, oder Terpen- oder Polyterpenharze gewählt ist,

    d) von 0% bis etwa 0,5% Antioxidationsmittel,

    e) von etwa 10% bis etwa 35% NaCMC mit einem Substitutionsgrad unter 1,0,

    f) von 0% bis etwa 30,5% Pektin,

    g) von etwa 3% bis etwa 12% Weichmacher,

    h) von 0% bis etwa 6% Klebrigmacher mit einem Erweichungspunkt unter etwa 37°C,

    i) von 0% bis etwa 25% NaCMC mit einem Substitutionsgrad über 1,0,

    j) von 0% bis etwa 6% pulverisierte Cellulose.
  17. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebkraft der Probe zwischen etwa 300 und etwa 750 Pond liegt.
  18. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorptionsvermögen der Salzlösung bei 37°C zwischen etwa 500 und etwa 5000 Gramm je Quadratmeter je Tag liegt.
  19. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit zwischen etwa 500 und 3500 Pond je Quadratzentimeter liegt.
  20. Druckempfindlicher hydrokolloider Klebstoff mit der folgenden Zusammensetzung in Masseprozent:

    a) von etwa 11,5% bis etwa 36% hydrokolloides Gemisch aus Ethylen-Propylen-Kautschuk und Styrenblockcopolymer,

    b) von etwa 24% bis etwa 39% klebrigmachendes Harz,

    c) von 0% bis etwa 0,5% Antioxidationsmittel,

    d) von etwa 20% bis etwa 52% absorptionsfähiges Pulver, das aus der Gruppe NaCMC, Pektin, pulverisierte Cellulose und vorgelatinierte Stärke, die wahlweise geringe Mengen von pulverisierten Füllstoffen, Fasern, Absorbenzien oder Superabsorbenzien enthalten, gewählt ist,

    e) von etwa 3% bis etwa 12% Weichmacher,

    f) von 0% bis etwa 6% Klebrigmacher mit einem Erweichungspunkt unter etwa 37°C,

    g) von 0% bis etwa 25% NaCMC mit einem Substitutionsgrad über 1,0,

    h) von 0% bis etwa 6% pulverisierte Cellulose.
  21. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebkraft der Probe zwischen etwa 300 und etwa 750 Pond liegt.
  22. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorptionsvermögen der Salzlösung bei 37°C zwischen etwa 500 und etwa 5000 Gramm je Quadratmeter je Tag liegt.
  23. Hydrokolloider Klebstoff nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugfestigkeit zwischen etwa 500 und 3500 Pond je Quadratzentimeter liegt.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com