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Dokumentenidentifikation DE10036760B4 23.03.2006
Titel Insassenschutzvorrichtung eines Fahrzeugs mit einem Airbagmodul
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Höhne, Frank, Dipl.-Ing., 85051 Ingolstadt, DE;
Krönes, Walter, Dipl.-Ing. (FH), 85049 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 28.07.2000
DE-Aktenzeichen 10036760
Offenlegungstag 14.02.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse B60R 21/20(2006.01)A, F, I, 20051221, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Insassenschutzvorrichtung eines Fahrzeugs mit einem Airbagmodul nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine aus der Druckschrift DE 21 11 889 OS bekannte Insassenschutzvorrichtung eines Fahrzeugs mit einem Airbagmodul, das hinter einem Wandbereich angeordnet ist und mindestens einen zusammengefalteten durch einen Gasgenerator in einem Crashfall aufblasbaren Airbag enthält, umfasst eine durch eine Abdeckplatte abgedeckte Austrittöffnung im Wandbereich, wobei die Abdeckplatte durch einen aktivierten, aus der Austrittöffnung drängenden Airbag abhebbar ist. Die Abdeckplatte wird bei dieser Insassenschutzvorrichtung zur Seite geklappt, wodurch sich unter Umständen jedoch eine einseitige Ablenkung sowie eine unerwünschte Verzögerung des aktivierten Airbags ergibt.

Bei einer anderen gattungsgemäßen Insassenschutzvorrichtung (DE 196 17 758 C1) wird die Abdeckplatte durch ein Fangband gehalten, das einerseits an einer Plattenanbindungsstelle und andererseits an einer fahrzeugfesten Rückhaltestelle befestigt ist. Die Bewegung der durch den herausdrängenden Airbag abgehobenen Abdeckplatte erfolgt hier relativ unkontrolliert im durch die Fangbandlänge begrenzten Bereich, so dass von der Abdeckplatte eine Aggressivität gegenüber einem Fahrzeuginsassen ausgehen kann. Bei dieser Anordnung wird die Abdeckplatte insgesamt aus dem Bereich der Austrittöffnung seitlich wegbewegt.

Aus der Druckschrift DE 22 07 095 OS sind außerdem beide Varianten zum Halten einer durch einen Airbag abgedrückten Abdeckplatte entnehmbar.

Gemäß der Druckschrift DE 40 10 767 A1 wird ebenfalls eine von Fangbändern gehaltene Abdeckplatte durch einen aus einer Austrittöffnung herausdrängenden Airbag abgehoben. Die Abdeckplatte bleibt jedoch durch eine entsprechende Fangbandhalterung mit kurzen Fangbändern in einem Mittenbereich des Airbags festgelegt, wobei für den austretenden Airbag ein umgebender Austrittspalt freigegeben wird. Der Airbag breitet sich somit bei seiner Entfaltung umfangsseitig um die Abdeckplatte und in Richtung auf einen Fahrzeuginsassen aus, wobei die Abdeckplatte weitgehend umfasst und eingeschlossen wird. Die in der abgehobenen Position durch die kurzen Fangbänder festgelegte Abdeckplatte wird dabei so vom voll aufgeblasenen Airbag umgeben, dass die Abdeckplatte bezüglich der dem Insassen zugewandten Hüllfläche des Airbags in einem inneren Airbagvolumen aufgenommen ist, so dass bei einem Aufprall des Insassen auf den Airbag kein Aufprall auf die Abdeckplatte in ihrer abgehobenen Position erfolgt. Nachteilig ist hier die komplizierte Aufblaskinematik des Airbags, da dieser schon kurz nach einer ersten Aufblasphase durch die mittels der kurzen Fangbänder abgestoppten Abdeckplatte ebenfalls zumindest im Mittenbereich abgestoppt wird. Erst nach dieser Verzögerung kann sich der Airbag um die Abdeckplatte herum und diese einschließend weiter aufblasen, was zudem eine entsprechend aufwendige Torusform des Airbags erfordert. Weiter ist eine mögliche flächige Verbindung der Abdeckplatte mit dem Airbag angegeben, die jedoch bezüglich der Funktion keine zusätzlichen Aspekte eröffnet, da die Festlegung im abgehobenen Zustand der Abdeckplatte durch die kurzen Fangbänder unter Bildung des ringförmigen Austrittspalts erfolgt.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber eine Insassenschutzvorrichtung so weiterzubilden, dass diese bei kompaktem Aufbau, guter Funktion und geringer Aggressivität kostengünstig herstellbar ist.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 bildet die Abdeckplatte einen etwa mittleren flächig auf den Insassen zugerichteten Bereich eines im aufgeblasenen Zustand Balligen Airbags.

Im Gegensatz zum vorstehend genannten Stand der Technik, bei dem die Abdeckplatte vom aufgeblasenen Airbag umhüllt und in einem tieferliegenden Bereich mittels kurzer Fangbänder eingeschlossen sein soll, was eine speziell angepasste Torusform des Airbags verlangt, soll hier ein üblicher einfacher und kostengünstiger balliger Airbag verwendet werden. Die Abdeckplatte wird dabei unter Verwendung eines anderen Konzepts für einen unmittelbaren Aufprall des Insassen auf die Abdeckplatte zubewegt. Es hat sich gezeigt, dass bei einem Aufprall des Insassen von einer flächigen Abdeckplatte, die unmittelbar mit der Außenwand des Airbags verbunden ist nur geringe für eine Verletzung relevanten Aggressivitäten ausgehen. Damit lässt sich eine besonders einfache und kostengünstige Ausbildung einer Insassenschutzvorrichtung mit Abdeckplatte und Airbag schaffen.

Gemäß Anspruch 2 ist die Abdeckplatte doppelwandig ausgebildet, wobei zwischen den beiden Plattenwandteilen Airbaggewebe des Airbags liegt und die beiden Plattenwandteile durch das Airbaggewebe hindurch miteinander verbunden sind. Mit einer solchen Anordnung und Verbindung kann auf einfache und kostengünstige Weise eine Abdeckplatte im mittleren Bereich eines Airbags integriert und gehalten werden.

Nach Anspruch 3 ist jeweils ein Ende von Fangbändern an der Innenseite des Airbags und/oder der Abdeckplatte befestigt, wobei mit diesen Fangbändern der Airbag und die Abdeckplatte im aufgeblasenen Zustand abgestützt werden. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist insbesondere ein bisher üblich verwendeter balliger Airbag mit Fangbandbefestigungen an der Airbaginnenwand einsetzbar, wobei lediglich im Zentralbereich eine Abdeckplatte befestigt zu werden braucht.

Zur Herstellung eines einheitlichen Airbagmoduls wird mit Anspruch 4 vorgeschlagen, das andere Ende der Fangbänder am aufbaufesten Gasgenerator oder Diffusor zu befestigen.

Nach Anspruch 5 ist die Abdeckplatte im Grundzustand im umgebenden Wandbereich so gehalten, dass sie bei einem aktivierten Airbag ausreißbar und/oder herausdrückbar ist. Dazu können in an sich bekannter Weise Sollaufreißlinien oder Clipbefestigungen verwendet werden.

Die erfindungsgemäße Anordnung eignet sich nach Anspruch 6 insbesondere für einen Lenkradairbag, bei dem Abdeckplatten mit vorzugsweise geringer Masse verwendbar sind. Grundsätzlich kann eine solche Anordnung jedoch auch bei anderen Airbags im Fahrzeug insbesondere auch bei einem Beifahrerairbag verwendet werden.

Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert.

Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung einer Insassenschutzvorrichtung eines Fahrzeugs mit einem Airbagmodul.

Dabei ist schematisch etwa in einem Längsschnitt entsprechend der Fahrzeuglängsachse ein balliger, etwa ovaler Airbag 1 in seinem aufgeblasenen Zustand dargestellt. Der Aufblasvorgang wurde von einem gezündeten, aufbauseitig festen Gasgenerator 2 bewirkt. Ein üblicher Diffusor ist in der schematischen Darstellung nicht gezeigt.

Ein mittlerer, auf einen Insassen zugerichteter Bereich 3 des Airbags 1 wird durch Fangbänder 4, 5 abgestützt, die jeweils endseitig am Gasgenerator 2 und an der Innenwandseite des Airbags 1 befestigt sind.

In diesem mittleren Bereich 3 ist eine von einer (nicht dargestellten) Austrittöffnung abgehobene und mit dem Airbag 1 verbundene Abdeckplatte 6 mit dem Airbag 1 verbunden.


Anspruch[de]
  1. Insassenschutzvorrichtung eines Fahrzeugs mit einem Airbagmodul

    das hinter einem Wandbereich angeordnet ist und mindestens einen zusammengefalteten, durch einen Gasgenerator in einem Crashfall aufblasbaren Airbag enthält,

    mit einer durch eine Abdeckplatte abgedeckten Austrittöffnung im Wandbereich, wobei die Abdeckplatte durch einen aktivierten, aus der Austrittöffnung drängenden Airbag abhebbar ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Abdeckplatte (6) einen etwa mittleren, flächig auf einen Insassen zugerichteten Bereich (3) eines im aufgeblasenen Zustand balligen Airbags (1) bildet.
  2. Insassenschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckplatte (6) doppelwandig ausgebildet ist, wobei zwischen den beiden Plattenwandteilen (7, 8) Airbaggewebe (9) des Airbags (1) liegt und die beiden Plattenwandteile (7, 8) durch das Airbaggewebe (9) hindurch verbunden sind.
  3. Insassenschutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite des Airbags (1) und/oder der Abdeckplatte (6) jeweils ein Ende von Fangbändern (4, 5) befestigt ist, die den Airbag (1) und die Abdeckplatte (6) im aufgeblasenen Zustand der Airbags (1) abstützen.
  4. Insassenschutzvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils das andere Ende der Fangbänder (4, 5) am aufbaufesten Gasgenerator (2) oder Diffusor befestigt ist.
  5. Insassenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckplatte (6) aus einem umgebenden Wandbereich ausreißbar und/oder herausdrückbar ist.
  6. Insassenschutzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Airbag (1) und die Abdeckplatte (6) im Nabenbereich eines Lenkrads angebracht sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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