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Dokumentenidentifikation DE10037121B4 23.03.2006
Titel Verwendung einer konzentrierten und stabilisierten antipyretischen Zusammensetzung für den tiermedizinischen Gebrauch als Zusatz zu Tiernahrung
Anmelder Sogeval S.A., Laval, FR
Erfinder Lucas, Frèdèric, Laval, FR;
Payan, Stephen, Laval, FR;
Daoudal, Josè, Laval, FR
Vertreter Stoffregen, H., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 63450 Hanau
DE-Anmeldedatum 28.07.2000
DE-Aktenzeichen 10037121
Offenlegungstag 08.02.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse A61K 31/167(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61P 29/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Antipyretische Zusammensetzung für den tiermedizinischen Gebrauch, die zur Behandlung von Tieren in der Intensivhaltung geeignet ist, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, insbesondere von Schweinen, Geflügel oder Kälbern, dadurch gekennzeichnet, daß sie durch eine konzentrierte trinkbare Lösung gebildet ist, die zur Hinzufügung zum Trinkwasser der Tiere vorgesehen ist und 15 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise 20 Gew.-% Paracetamol (4-Hydroxy-Essigsäureanilid) gelöst in einem Polyethylenglykol mit niedrigem Molekulargewicht enthält.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer nicht-wässrigen konzentrierten und stabilisierten Lösung mit 15–25 Gew.-% Paracetamol gelöst in einem Lösungsmittel, das durch ein Polyethylenglykol mit einer Molmasse zwischen 150 und 300 g/mol und/oder Polypropylenglykol gebildet ist.

Eine solche Lösung ist beispielsweise aus der US 5,693,608 A bekannt, wobei die Verwendung dieser Lösung zur Herstellung eines Arzneimittels für eine humanmedizinische Anwendung beschrieben wird. Dabei wird das Arzneimittel auf intranasalem Wege angewendet.

Aus der GB 2 070 950 A ist ein Verfahren zur Dosierung von Tierarzneimitteln zu einem Trinkwassertank bekannt, wobei eine bestimmte Menge einer Lösung des Arzneimittels zu einer definierten Trinkwassermenge zugesetzt wird.

Die DE 28 52 372 C2 beschreibt ein automatisches Dosierverfahren von Stoffen, die über eine Dosierpumpe dem Trinkwasser zugesetzt werden.

Aus der EP 0 605 287 A1 ist ein Verfahren zur Behandlung von Tierfutter mit einer konzentrierten Formaldehyd-Lösung bekannt, wobei diese Lösung über dem Futtermittel zerstäubt wird.

Aus leicht zu verstehenden Gründen der öffentlichen Sicherheit müssen die tiermedizinischen Wirkstoffe, die für den menschlichen Verzehr bestimmten Tieren verabreicht werden dürfen, sehr strengen Normen genügen und auf einer Positivliste eingetragen sein, die verändert werden kann.

Gegenwärtig wird in der Tiermedizin ein einziges antipyretisches Molekül empfohlen, nämlich das Aspirin®. Dieses Molekül weist jedoch eine Reihe von Fachleuten bekannten Nachteilen auf, darunter sein ulcerogener Charakter, der jede Langzeitbehandlung des Viehs ausschließt.

Außerdem ist das Aspirin®-Molekül durch eine geringe Stabilität und eine deutliche Neigung zur Hydrolyse gekennzeichnet, sowohl in wässriger Lösung als auch wenn es in Pulverform körnigen Futtermitteln beigemischt wird; es kann deshalb nicht in einer verbrauchsfertigen Darreichungsform gelagert werden und muss nach seiner Zubereitung sehr schnell aufgenommen werden.

Außerdem ist kürzlich entdeckt worden, dass Aspirin® bei Kindern zu einer als Reye-Syndrom bezeichneten Leberstörung führen kann, die seiner Verwendung in der Pädiatrie entgegensteht.

Wegen dieser diversen Nachteile ist es wünschenswert, dass den Tierärzten ein anderer antipyretischer Wirkstoff zur Verfügung steht, der anstelle von Aspirin® eingesetzt werden kann.

Erfindungsgemäß wird hierfür das Paracetamol oder 4-Hydroxy-Essigsäureanilid mit der Formel:

vorgeschlagen, dessen Verwendung in der Humanmedizin sehr verbreitet ist, dessen antipyretische Eigenschaften jedoch gegenwärtig in der Tiermedizin nicht genutzt werden.

Verschiedene Experimente an Tieren haben die antipyretische Wirksamkeit des Paracetamolmoleküls und seine Unschädlichkeit gezeigt; insbesondere hat man feststellen können, dass dieses Molekül keine gefährlichen Rückstände im Gewebe hervorruft; so dass das behandelte Tier unmittelbar verzehrt werden kann, ohne dass zwischen dem Ende der Behandlung und der Schlachtung eine Wartezeit eingehalten werden muß.

Nachdem so die Qualität und Nichttoxizität des Paracetamolmoleküls gezeigt worden sind, waren antipyretische Formulierungen auf Paracetamolgrundlage zu finden, die für Kollektivbehandlungen geeignete Darreichungsformen aufweisen.

Die in der Humanmedizin vorgeschlagenen Darreichungsformen von antipyretischen Zusammensetzungen auf Grundlage von Paracetamol (in Wasser verteilbare oder lösliche Formen, insbesondere Tabletten oder Brausepulver sowie Säfte mit geringer Paracetamolkonzentration) sind für die Tiermedizin und insbesondere für die Behandlung von Zuchttieren nicht geeignet. Auf diesem besonderen Gebiet kommen im Wesentlichen nur zwei Darreichungsformen in Frage.

Die erste dieser Formen entspricht einer medikamenthaltigen Vormischung, die dazu bestimmt ist, zu fester Tiernahrung in amtlich zugelassenen Fabriken hinzugefügt zu werden.

Die Herstellung eines solchen medikamenthaltigen Vorgemisches stellt keine besonderen Probleme dar, denn die Hinzufügung von Paracetamol in Pulverform zu Weizen- oder Maismehl führt zu einem stabilen Produkt. Diese Darreichungsform ist jedoch nicht immer völlig befriedigend, weil sie jede punktuelle Behandlung bestimmter Tiere einer Zucht ausschließt: das Futter, das das medikamenthaltige Vorgemisch enthält, wird beim Züchter in einem Silo gelagert und wird deshalb zwangsläufig von allen Tieren der Zucht aufgenommen, bis der Vorrat verbraucht ist.

Die zweite der Darreichungsformen einer Formulierung auf Paracetamolgrundlage, die in Frage kommt, entspricht einer konzentrierten Lösung zur Hinzufügung zur Nahrung von Tieren, insbesondere zu ihrem Trinkwasser oder zum Zerstäuben auf körnigem Futter.

Eine solche Darreichungsform, deren Verwendung Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, hat zahlreiche Vorteile und ist insbesondere perfekt an die Bedürfnisse der Tiere anpassbar, doch erfordert ihre Entwicklung die Lösung von zahlreichen Problemen und ist deshalb besonders kompliziert.

Es ist nämlich bekannt, dass Paracetamol bei Umgebungstemperatur sehr wenig wasserlöslich ist; es ist in warmem Wasser besser löslich, kristallisiert aber aus, sobald die Lösung abkühlt. Außerdem ist bekannt, dass Paracetamol in wässrigem Medium hydrolysiert und oxidiert. Deshalb ist es ausgeschlossen, wässrige Lösungen von Paracetamol zu lagern.

Zu beachten ist auch, dass im Fall einer trinkbaren Lösung zur Hinzufügung zum Trinkwasser der Tiere aus wirtschaftlichen Gründen, die mit der Größe der dann notwendigen Wassermengen zusammenhängen, diese Darreichungsform nicht gebrauchsfertig angeboten werden kann, sondern zwangsläufig vom Züchter vor der Verabreichung aus einem löslichen Pulver oder einer verdünnbaren konzentrierten Lösung hergestellt werden muss.

Außerdem sind die Zuchtbetriebe in herkömmlicher Weise mit Leitungen für das Trinkwasser der Tiere ausgestattet, die Tränken, die an relativ große Tiere wie Schweine oder Kälber angepasst sind, oder speziell für Geflügel angepasste kleine Pipetten versorgen; diese Leitungen werden im Allgemeinen automatisch von Steuereinrichtungen aktiviert, denen insbesondere Füllstandssonden, die in den Tränken angeordnet sind, oder Detektoren für die Anwesenheit eines Tieres zugeordnet sind.

Aufgabe der Erfindung ist also, eine Verwendung für eine antipyretische Zusammensetzung für den tiermedizinischen Gebrauch anzugeben, die zur Behandlung von Tieren in der Intensivhaltung geeignet ist, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, insbesondere von Schweinen, Geflügel oder Kälbern.

Erfindungsgemäß wird eine Verwendung einer antipyretischen Zusammensetzung auf Paracetamol-Grundlage vorgeschlagen, die entweder dem von diesen Leitungen gelieferten Wasser zugesetzt oder auf körniges Futter zerstäubt werden kann. Diese Anforderung schließt jede Darreichung der Zusammensetzung in Form eines Pulvers aufgrund der geringen Löslichkeit von Paracetamol in Wasser bei Umgebungstemperatur aus: eine Verstopfung der verschiedenen Elemente der Leitung (Steuereinrichtungen, Pipetten, ...) wäre dann nämlich so gut wie unvermeidbar.

Es ist vorgesehen, dass die Zusammensetzung in der Darreichungsform einer stabilen und in kaltem Wasser in allen für die Behandlungen benötigten Verhältnissen löslichen konzentrierten Lösung vorliegt, die in die Trinkwasserleitungen für die Tiere eingespeist werden kann, über die zahlreiche Zuchtbetriebe verfügen oder auf körnigem Futter zerstäubt werden kann.

Überraschenderweise hat man alle diese Anforderungen erfüllen können durch Lösen des Paracetamols in einem Lösungsmittel, das in der Positivliste vorkommt, die die Substanzen aufzählt, deren Verwendung in der Tiermedizin zugelassen ist, nämlich ein Polyethylenglykol mit niedrigem Molekulargewicht und/oder Polypropylenglykol.

Die antipyretische Zusammensetzung zeichnet sich dadurch aus, dass diese durch eine trinkbare Lösung gebildet ist, die 15 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise ca. 20 Gew.-% Paracetamol gelöst in einem Lösungsmittel enthält und dass diese durch ein Polyethylenglykol mit niedrigem Molekulargewicht und/oder Polypropylenglykol gebildet ist.

Die Lösung enthält vorzugsweise, in Gewichtsanteilen, 40 bis 85 % Polyethylenglykol und 0 bis 45 % Polypropylenglykol.

Diese Zusammensetzung kann ggf. bis zu 50 % Exzipienten beinhalten, z.B. Appetitanreger oder Antioxidationsmittel oder Konservierungsmittel.

Das Polyethylenglykol mit niedrigem Molekulargewicht, das erfindungsgemäß verwendet werden kann, soll ausreichend wenig viskos sein und reicht im allgemeinen von PEG 150 bis PEG 300, besonders befriedigende Ergebnisse konnten unter Verwendung von PEG 200 erreicht werden.

Die antipyretische Zusammensetzung zeichnet sich durch ihre Stabilität in wässriger Lösung bei jeder Konzentration, aber auch durch ihre zeitliche Stabilität und durch das Fehlen jeglicher Abbau- oder Ausfällungserscheinungen selbst nach langer Lagerung aus.

Um diese letzte Eigenschaft zu überprüfen, wurden die Veränderungen der Paracetamolkonzentration von erfindungsgemäßen Zusammensetzungen während einer Lagerung von 42 Monaten bei Umgebungstemperatur einerseits und bei einer Temperatur von 37°C andererseits untersucht, die ursprünglich 20 Gew.-% Paracetamol gelöst in Polyethylenglykol 200 enthielten. Dieser Versuch wurde für drei Chargen von Zusammensetzungen A, B und C durchgeführt.

Die erhaltenen Ergebnisse sind in den nachfolgenden Tabellen zusammengefasst.

Charge A
Charge B
Charge C

Diese Tabellen zeigen, daß die Paracetamolkonzentration der Lösung sich über die Zeit praktisch nicht geändert hat und bis auf ± 10 % gleich dem Ursprungswert bleibt.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung der oben erwähnten antipyretischen Zusammensetzung zum Zusetzen zum Trinkwasser von Tieren in einem Zuchtbetrieb, der mit einer Wasserleitung ausgestattet ist, die automatisch durch Steuereinrichtungen aktiviert werden kann, die insbesondere mit Füllstandssonden oder Tieranwesenheitsdetektoren verknüpft sind.

Erfindungsgemäß besteht der erste Schritt einer solchen Verwendung darin, eine Sollkonzentration des Trinkwassers an Paracetamol unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Posologie, der Wachstumstabellen sowie des mittleren Wasserverbrauchs der zu behandelnden Tiere festzulegen.

Nachdem die Sollkonzentration so festgelegt worden ist, muß anschließend der Wasserleitung die Menge an konzentrierter Lösung von in einem Polyol der oben erwähnten Art gelöstem Paracetamol zugesetzt werden, die es erlaubt, diese Konzentration an den Tränken oder Pipetten zu erreichen, an denen sich die zu behandelnden Tiere erfrischen.

Gemäß einer ersten Variante der Erfindung ist die Wasserleitung, mit der der Zuchtbetrieb ausgestattet ist, mit einem großformatigen Tank verbunden, der die für eine Gruppe von Tieren während einer gegebenen Zeit, insbesondere während eines Tages, notwendige Wassermenge enthält.

Gemäß dieser ersten Variante der Erfindung wird, nachdem die Sollkonzentration des Trinkwassers an Paracetamol festgelegt worden ist,

  • – die Menge an konzentrierter Lösung berechnet, die zu dem in dem Tank enthaltenen Wasser hinzugefügt werden muß, um ein Trinkwasser mit dieser Konzentration an Paracetamol zu erhalten,
  • – wird diese Menge an konzentrierter Lösung in den Tank gegeben und
  • – die so erhaltene verdünnte Lösung gerührt.

Gemäß einer zweiten Variante der Erfindung ist die Wasserleitung des Zuchtbetriebes mit dem Wasserverteilungsnetz verbunden.

Gemäß dieser zweiten Variante der Erfindung wird von der Wasserleitung eine Zuleitung abgezweigt, die einerseits mit einem Behälter verbunden ist, der zur Aufnahme einer Mutterlösung mit einer intermediären Paracetamolkonzentration bestimmt ist, und andererseits eine Dosierpumpe aufweist, die ein vorgegebenes Dosierverhältnis hat, und nachdem die Sollkonzentration des Trinkwassers an Paracetamol vordefiniert worden ist,

  • – wird die Konzentration berechnet, die die Mutterlösung in dem Behälter haben muß, um ein Trinkwasser mit dieser Konzentration unter Berücksichtung des Dosierverhältnisses der Dosierpumpe zu erhalten,
  • – wird berechnet, wie die konzentrierte Lösung verdünnt werden muß, um diese Mutterlösung zu erhalten,
  • – wird eine solche Mutterlösung mit intermediärer Paracetamolkonzentration durch Verdünnen der konzentrierten Lösung hergestellt und in den Behälter gegeben.

Diese Variante der Erfindung, derzufolge die konzentrierte Lösung von Paracetamol in einem Polyethylenglykol von niedrigem Molekulargewicht zwei aufeinanderfolgende Verdünnungen durchläuft, ist besonders vorteilhaft.

Im Rahmen dieser Verwendung ist es selbstverständlich unabdingbar, dass die Formulierung auf Paracetamolgrundlage perfekt solubilisiert ist, und zwar in allen Stufen der Verdünnung, um jede Gefahr eines Verstopfens der Wasserleitung auszuschließen. Zu beachten ist, dass eine solche Verstopfung insbesondere am Versorgungsrohr der Dosierpumpe auftreten könnte, das auf den Boden des die Mutterlösung enthaltenden Behälters taucht, aber auch an der Dosierpumpe und an den Steuereinrichtungen, die die automatische Aktivierung der Wasserleitung und der Pipetten ermöglichen, wenn diese Lösung für Geflügel bestimmt ist.

Erfindungsgemäß hat die Dosierpumpe im allgemeinen ein Dosierverhältnis in der Größenordnung von 1 % bis 5 % und kann vorteilhafterweise eine handelsübliche Pumpe sein, deren Dosierverhältnis regelbar ist.

Es ist zu beachten, daß eine solche Dosierpumpe nach Spülen zum Einführen von anderen medikamentartigen aktiven Erzeugnissen (Antibiotika ...) in das Trinkwasser der Tiere verwendet werden kann.

Man hat feststellen können, daß für die Tiere eines Zuchtbetriebes die vorzuschreibende Posologie im allgemeinen 30 mg Paracetamol pro Kilo Lebensgewicht und Tag ist.

Unter Berücksichtigung der Wachstumstabellen und des mittleren Wasserverbrauchs der zu behandelnden Tiere hat man feststellen können, daß einerseits im Falle von Masthähnchen die Konzentration des Trinkwassers an Paracetamol in der Größenordnung von 75 bis 225 mg/l liegen sollte, was bei Verwendung einer 2%-Dosierpumpe einer Mutterlösung mit 3,75 bis 11,25 g/l Paracetamol entspricht und daß andererseits im Falle von Schweinen die Konzentration des Trinkwassers an Paracetamol in der Größenordung von 300 bis 500 mg/l liegen sollte, was bei Verwendung einer 2%-Dosierpumpe einer Mutterlösung mit 15 bis 25 g Paracetamol pro Liter entspricht.

Die Verwendung einer 20%igen konzentrierten Lösung von Paracetamol in einem Polyethylenglykol von niedrigem Molekulargewicht erlaubt es offensichtlich, diese Daten einzuhalten.

Im Falle einer mit einem Tank mit einem Fassungsvermögen von 1000 Litern verbundenen Leitung müsste man den Zusatz von 375 ml bis 2,5 l konzentrierter Lösung vorsehen, wohingegen im Fall einer mit dem Wasserverteilungsnetz verbundenen und mit einer 2%-Dosierpumpe ausgestatteten Wasserleitung der Zusatz von 18,75 ml bis 125 ml konzentrierter Lösung pro Liter Mutterlösung vorgesehen werden müsste.

Anhand dieser Zahlen kann gezeigt werden, daß die antipyretische Zusammensetzung perfekt an die erfindungsgemäße Verwendung angepaßt ist, für die sie vorgesehen ist.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung der oben erwähnten antipyretischen Zusammensetzung zum Einbringen in die Nahrung von Tieren durch Zerstäuben von ihr auf körnigem Futter.

Bei dieser Verwendung wird die antipyretische Zusammensetzung auf diesem Futter am Ende seines Herstellungsprozesses in der Fabrik mit Hilfe einer Zerstäubungsvorrichtung, insbesondere in einem mit Zerstäubungsdüsen ausgestatteten Bunker, aufgesprüht, in dem das körnige Futter durch Schwerkraft strömt und eine Abführvorrichtung wie etwa einen Lastwagen oder ein Förderband speist.

Es ist wesentlich, daß die antipyretische Zusammensetzung erst am Ende der Herstellung des Futters aufgesprüht wird, damit diese Zusammensetzung nicht die gleichen thermischen und mechanischen Verarbeitungen durchläuft wie das körnige Futter im Laufe seiner Herstellung.

Diese Verwendung hat außerdem den Vorteil, daß durch Zerstäubung eine in Abhängigkeit von der Nachfrage des Verwenders bestimmte Menge behandelt und ihm geliefert werden kann, z.B. in einem unterteilten Wagen, um nur die kranken Tiere zu behandeln, die dann isoliert werden.

Gemäß einem anderen Merkmal dieser Verwendung wird eine Sollkonzentration des körnigen Futters an Paracetamol unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Posologie, der Wachstumstabellen sowie des mittleren Futterverbrauchs der zu behandelnden Tiere bestimmt, die zu zerstäubende Menge an antipyretischer Zusammensetzung wird in Abhängigkeit von der Menge an zu behandelndem Futter bestimmt, insbesondere durch Messen des Durchsatzes an körnigem Futter, der in dem Bunker fließt, und die Zerstäubungsvorrichtung wird dementsprechend gesteuert.


Anspruch[de]
  1. Verwendung einer nicht-wässrigen konzentrierten und stabilisierten Lösung mit 15 bis 25 Gew.-% Paracetamol gelöst in einem Lösungsmittel, das durch ein Polyethylenglykol mit einer Molmasse zwischen 150 und 300 g/mol und/oder Polypropylenglykol gebildet ist, zur Herstellung einer antipyretischen Zusammensetzung für den tiermedizinischen Gebrauch, die zur Behandlung von Tieren in der Intensivhaltung geeignet ist, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung dem Trinkwasser der Tiere beigemischt wird oder auf körnigem Futter der Tiere zerstäubt wird.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung in Gewichtsanteilen 40 bis 85 % Polyethylenglykol und 0 bis 45 % Polypropylenglykol enthält.
  3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung bis zu 5 % Exzipienten, wie Appetitanreger, enthält.
  4. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyethylenglykol PEG 200 ist.
  5. Verwendung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung zur Behandlung von Schweinen, Geflügel oder Kälbern geeignet ist.
  6. Verwendung der Zusammensetzung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Zusammensetzung Trinkwasser von Tieren in einem Zuchtbetrieb hinzugefügt wird, der mit einer Wasserleitung ausgestattet ist, die einerseits durch Steuereinrichtungen automatisch aktivierbar ist und andererseits mit einem Tank verbunden ist, der die für eine Gruppe von Tieren während einer vorgegebenen Dauer, insbesondere während eines Tages, benötigte Wassermenge enthält, dadurch gekennzeichnet, dass:

    – eine Sollkonzentration des Trinkwassers an Paracetamol unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Posologie, der Wachstumstabellen sowie des mittleren Wasserverbrauchs der zu behandelnden Tiere festgelegt wird,

    – die Menge an konzentrierter Lösung berechnet wird, die zu dem in dem Tank enthaltenen Wasser hinzugefügt werden muss, um ein Trinkwasser mit der Sollkonzentration an Paracetamol zu erhalten,

    – diese Menge an konzentrierter Lösung in den Tank eingegeben wird und

    – die so erhaltene verdünnte Lösung gerührt wird.
  7. Verwendung der Zusammensetzung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5 wobei die Zusammensetzung Trinkwasser von Tieren in einem Zuchtbetrieb hinzugefügt wird, der mit einer Wasserleitung ausgestattet ist, die einerseits durch Steuereinrichtungen automatisch aktivierbar ist und andererseits mit dem Wasserverteilungsnetz verbunden ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass:

    – von der Wasserleitung ein Zuleitungsrohr abgezweigt wird, das einerseits mit einem Behälter verbunden ist, der zum Aufnehmen einer Paracetamol-Mutterlösung vorgesehen ist, und das andererseits eine Dosierpumpe mit einem gegebenen Dosierverhältnis aufweist,

    – eine Sollkonzentration des Trinkwassers an Paracetamol unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Posologie, der Wachstumstabellen sowie des mittleren Wasserverbrauchs der zu behandelnden Tiere festgelegt wird,

    – die Konzentration berechnet wird, die die in dem Behälter vorhandene Paracetamol-Mutterlösung haben muss, um ein Trinkwasser mit der Sollkonzentration an Paracetamol unter Berücksichtigung des Dosierverhältnisses der Dosierpumpe zu erreichen,

    – berechnet wird, wie die konzentrierte Lösung verdünnt werden muss, um diese Mutterlösung zu erhalten,

    – eine solche Mutterlösung mit intermediärer Konzentration an Paracetamol durch Verdünnen der konzentrierten Lösung hergestellt und in den Behälter gegeben wird.
  8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierpumpe ein Dosierverhältnis in der Größenordnung von 1 % bis 5 % hat.
  9. Verwendung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierpumpe eine handelsübliche Pumpe mit regelbarem Dosierverhältnis ist.
  10. Verwendung der antipyretischen Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Zusammensetzung in die Nahrung von Tieren durch Zerstäuben von dieser auf körnigem Futter eingebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die antipyretische Zusammensetzung auf diesem Futter am Ende von dessen Herstellungsprozess in der Fabrik mit Hilfe einer Zerstäubungsvorrichtung zerstäubt wird, insbesondere in einem mit Zerstäubungsdüsen ausgestatteten Bunker, in dem das körnige Futter durch Schwerkraftwirkung fließt, um eine Abführungsvorrichtung wie etwa einen Lastwagen oder ein Förderband zu versorgen.
  11. Verwendung nach Anspruch 10,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass eine Sollkonzentration des körnigen Futters an Paracetamol unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Posologie, der Wachstumstabellen sowie des mittleren Futterverbrauchs der zu behandelnden Tiere festgelegt wird,

    – die Menge an zu zerstäubender antipyretischer Zusammensetzung in Abhängigkeit von der Menge von zu behandelndem Futter festgelegt wird, insbesondere durch Messen des Durchsatzes des körnigen Futters, das in dem Bunker fließt, und

    – die Zerstäubungsvorrichtung entsprechend gesteuert wird.
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