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Dokumentenidentifikation DE10139240B4 23.03.2006
Titel Falzzylinder
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Stäb, Rudolf, 67227 Frankenthal, DE
DE-Anmeldedatum 09.08.2001
DE-Aktenzeichen 10139240
Offenlegungstag 31.10.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse B41F 13/62(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Falzzylinder gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Falzzylinder mit Greifelementen zum Einklemmen des Seitenrandes eine Druckerzeugnisses sind seit langem bekannt, z. B. aus DE 05 36 459 C oder DE 04 77 102 C. Bei derartigen Falzzylindern wird es ermöglicht, beim Zerschneiden eines strangartigen Druckerzeugnisses in einzelne Stücke auf dem Falzzylinder den Strang jeweils noch vor dem Zerschneiden hinter der mit jedem Schneidvorgang neu entstehenden führenden Kante einzuklemmen und diese Kante auf diese Weise wenigstens so lange gegen den Falzzylinder gedrückt zu halten, bis dahinter ein neuer Schnitt erzeugt worden ist und das so von dem Druckerzeugnis abgetrennte Stück an einen Falzklappenzylinder weitergegeben wird. Bei der DE 04 77 102 C sind die Seitengreifer axial verstellbar.

Ein Nachteil derartiger Falzzylinder, der sich insbesondere bei schnell laufenden Maschinen und bei großer Breite des zu verarbeitenden Druckerzeugnisses bemerkbar macht, ist, dass die nur von seitlichen Greifern gehaltene Vorderkante des Druckerzeugnisses bei dessen Transport auf dem Falzzylinder im wesentlichen ungeschützt dem Fahrtwind ausgesetzt ist, so dass die Gefahr besteht, dass die Vorderkante sich zumindest in einem mittleren Bereich von der Oberfläche des Falzzylinders hebt oder, wenn die Greifelemente in einer zu großen Entfernung von der Vorderkante des Druckerzeugnisses angreifen, dessen vorderer Randbereich im Fahrtwind komplett umschlägt.

Um diese Probleme zu vermeiden, kommen insbesondere im Zeitungsdruck Falzzylinder mit sogenannten Punkturnadeln zum Einsatz, um die bedruckten Papierbahnen am Falzzylinder sicher halten und führen zu können. Diese Punkturnadeln durchstoßen das zu verarbeitende Papier, so dass jede Seite einer mit einem solchen Zylinder gefalzten Zeitung an den Rädern ihrer Blätter Punkturlöcher aufweist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Falzzylinder zum Verarbeiten eines strangförmigen Druckerzeugnisses auf einem Falzzylinder zu schaffen, mit dem eine sichere Führung möglich ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Zweckmäßigerweise erfolgt eine Auswärtsbewegung eines Greifelementes, mit dem ein eingeklemmtes Druckerzeugnis gestrafft wird, jeweils unmittelbar nach dem Schließen des Greifelementes, um so die Vorderkante des Druckerzeugnisses möglichst schnell zu straffen und ihr keine Zeit zu geben, sich von der Oberfläche des Falzzylinders zu heben oder gar umzuklappen.

Für einem kontinuierlichen Betrieb das Greifelement auch periodisch einwärts bewegt werden. Um auszuschließen, dass dies zu einer Stauchung der Vorderkante des Druckerzeugnisses führt, wird der Stellmechanismus zum axial einwärts Bewegen des Greifelementes jeweils bei geöffnetem Greifelement betätigt, zu einem Zeitpunkt, wo dieses kein Druckerzeugnis hält.

Um den Antrieb der Öffnungs-/Schließbewegung des Greifelementes und gleichzeitig dessen axiale Verstellbarkeit zu gewährleisten, ist zum Antreiben der Öffnungs- und Schließbewegung vorzugsweise eine zur Achse des Falzzylinders parallele Schwenkspindel vorgesehen, die an einem Schwenkarm eine achsparallele Schiene aufweist, entlang derer ein Schwenkhebel des Greifelementes verschiebbar ist.

Zwischen der Schiene und dem Schwenkhebel des Greifelementes ist vorzugsweise ein Sattelkörper angeordnet, und die Schiene und der Schwenkarm des Greifelementes greifen jeweils in einen von zwei sich kreuzenden Kanälen des Sattelkörpers ein. So kann eine gleichmäßige Übertragung der Antriebsbewegung von der Schwenkspindel auf das Greifelement erreicht werden.

Vorzugsweise ist ein Gegendruckstück in der Mantelfläche des Falzzylinders verschiebbar angeordnet, und das Greifelement und das Gegendruckstück bilden zusammen eine Klammer zum Einklemmen des Druckerzeugnisses. Die Verschiebbarkeit des Gegendruckstückes erlaubt es diesem, einer Auswärtsbewegung des Greifelementes zu folgen, so dass das zwischen beiden eingeklemmte Druckerzeugnis sicher gespannt wird.

Für den Stellmechanismus zum Antreiben der Ein- und Auswärtsbewegung des Greifelementes kann eine zur Achse des Falzzylinders parallele, drehantreibbare Gewindespindel verwendet werden, die mit einem Innengewinde eines Gleitsteines des Greifelementes in Eingriff ist, so dass ihre Drehbewegung in eine Verschiebung des Greifelementes umgesetzt wird.

Wenn das Greifelement einen Greifarm umfasst, der sich durch eine Öffnung in der Mantelfläche des Falzzylinders erstreckt, so sollte diese Öffnung schlitzförmig sein, um die Stellbewegung des Greifelementes zu ermöglichen. Um auch in der Umgebung des Schlitzes das Druckerzeugnis fest gegen die Mantelfläche drücken zu können, ist es wünschenswert, wenn das freie Ende des Greifarmes in Bezug auf den Schlitz in Umfangsrichtung des Falzzylinders versetzt ist. Besonders bevorzugt ist eine Versetzung in Drehrichtung des Falzzylinders, um ein kurz vor dem Schlitz geschnittenes Druckerzeugnis möglichst nahe an seiner geschnittenen Kante einklemmen zu können.

Um in aufeinanderfolgenden Schneidvorgängen vereinzelte Druckerzeugnisse auf dem Falzzylinder sammeln zu können, ist es zweckmäßig, wenn an einer Seite des Falzzylinders zwei Greifelemente zum übereinanderliegenden Einklemmen von zwei Druckerzeugnissen angeordnet sind.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht eines Falzapparates;

2 eine schematische Darstellung des Einlaufs einer Materialbahn auf einen Falzzylinder;

3 ein Detail von 2, abgewandelt gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung;

4 einen Falzzylinder im partiellen Querschnitt;

5 den Falzzylinder aus 4 im partiellen Längsschnitt nach V-V;

6 eine perspektivische Ansicht eines Sattelkörpers;

7 einen zweiten Längsschnitt nach VII-VII durch den Falzzylinder in einer zur Ebene der 5 parallelen Ebene;

8 einen partiellen Längsschnitt durch einen Falzzylinder mit zwei an einer gleichen Seite des Falzzylinders angeordneten Greifelementen.

1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines Falzapparates 01 einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einem Falzzylinder 02. Dem Falzzylinder 02 ist ein Schneidzylinder 03 zugeordnet und ein Falzklappenzylinder 04 nachgeordnet.

Vorzugsweise ist der Falzzylinder 02 als Sammelzylinder 02 ausgebildet. Der Falzzylinder 02 ohne Punkturnadeln ist mit mindestens einem nicht dargestellten Falzmesser, vorzugsweise mehreren nicht dargestellten Falzmessern am Umfang und an seinen Seiten mit Greifelementen 06; 07 (siehe 2) versehen. Die Umfangsgeschwindigkeit des Falzzylinders 02 ist gleich der Transportgeschwindigkeit T eines einlaufenden Druckerzeugnisses 08, z. B. eines Stranges 08 aus mehreren aufeinander angeordneten Materialbahnen 08, insbesondere Papierbahnen 08. Der Strang 08 wird nach dem Einlauf auf dem Falzzylinder 02 mittels der seitlichen Greifelemente 06; 07 an seinem Seitenrand eingeklemmt. Auf dem Falzzylinder 02 wird der Strang 08 mittels des Schneidzylinders 03 unmittelbar vor den Greifelemente 06; 07 entlang einer Schnittlinie 10 in einzelne Druckerzeugnisse 09, z. B. Signaturen 09 zerschnitten. Die aufeinanderfolgenden Signaturen 09 werden ohne Abstand voneinander auf dem Falzzylinder 02 weiterverarbeitet.

Nach erfolgtem Schnitt führen die Greifelemente 06; 07 die Signatur 09, bis mit Übergabe der Signatur 09 an den Falzklappenzylinder 04 der Falz gebildet wird.

Um Sammelproduktion zu ermöglichen, kann an dem Falzzylinder 02 an jeder Seite ein weiteres Greifelement jeweils deckungsgleich zu den oben erwähnten Greifelementen 06; 07 angeordnet sein (vgl. 8). Bei der Sammelproduktion wird eine von den Greifelementen 06; 07 gehaltene Signatur 09 einmal um den Falzzylinder 02 herumgeführt, und der Strang 08 auf diese Signatur 09 aufgelegt und von dem zweiten Paar Greifelementen deckungsgleich auf der bereits am Falzzylinder 02 gehaltenen Signatur 09 eingeklemmt. Die Greiferelemente des zweiten Paares befinden sich jeweils deckungsgleich auf den Greifelementen 06; 07 des ersten Paares und so dicht wie möglich an der Schnittlinie 10. Bei der Abgabe dieses Sammelproduktes öffnen sich beide Paare von Greifelementen 06; 07 gleichzeitig, wobei das zweite Paar den doppelten Weg zur Freigabe des Druckerzeugnisses 09 macht als das darunterliegende Paar von Greifelementen 06; 07.

2 zeigt eine schematische Draufsicht auf den Falzzylinder 02 mit um ihn herumgeführtem Strang 08. Von den Greifelementen 06; 07 ist in der 2 jeweils das freie Ende eines Greifarmes 11 zu sehen, das durch einen Schlitz in der Mantelfläche des Falzzylinders 02 vorsteht und um eine im Inneren des Falzzylinders 02 liegende, zum Rand des Stranges 08 parallele Achse schwenkbar ist, um diesen einzuklemmen bzw. freizugeben.

Die Greifelemente 06; 07 sind entlang ihres zur Achse des Falzzylinders 02 parallelen Schlitzes durch einen Stellmechanismus verschiebbar, der weiter unten mit Bezug auf die 4 bis 7 genauer erläutert wird.

3 zeigt eine vergrößerte Detailansicht des Greifelementes 06 gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung. Der Schlitz 12 erstreckt sich hier über einen beträchtlichen Anteil der axialen Länge des Falzzylinders 02, um eine Verschiebung des Greifelementes 06 in axialer Richtung jeweils in Anpassung an unterschiedliche Breiten oder Positionen des zu verarbeitenden Stranges 08 zu ermöglichen. Der vom Strang 08 überdeckte Teil des Schlitzes 12 ist in der 3 als gestrichelter Umriss dargestellt. Das freie Ende 13 des Greifarmes 11, das zum Einklemmen des Stranges 08 an der Mantelfläche des Falzzylinders 02 dient, ist in Drehrichtung des Falzzylinders 02 bzw. in Laufrichtung des Stranges 08 in Bezug auf den Schlitz 12 nach vorn (nach unten in der 3) versetzt, so dass es beim Schließen des Greifelementes 06 den Strang 08 gegen ein in die Mantelfläche eingelassenes Gegendruckstück 14 presst. Das Gegendruckstück 14 ist in axialer Richtung des Falzzylinders verschiebbar. Beim hier gezeigten Beispiel hat es die Form eines langgestreckten Stabes, der mit einem geringfügigen Spiel 16 in axialer Richtung des Falzzylinders 02 in einer an den Schlitz 12 angrenzenden Aussparung der Mantelfläche liegt.

4 zeigt eine schematische Teilansicht des Falzzylinders 02 und des Greifelementes 06 im Teilschnitt. Man erkennt den Greifarm 11 mit auf dem Gegendruckstück 14 aufliegendem freien Ende 13. Der Greifarm 11 ist an einer Welle 17 montiert, die in einem Gehäuse 18 mit Hilfe von Lagern 19, z. B. Kugellagern 19 schwenkbar gelagert ist. Das Gehäuse 18 ist von zwei Spindeln 21; 22 getragen, die sich wenigstens über die Länge des Schlitzes 12 parallel zur Achse des Falzzylinders 02 erstrecken und durch seitlich am Gehäuse 18 angebrachte Gleitsteine 23; 24 verlaufen. Die Spindel 22 ist drehbar und mit einem Außengewinde versehen, zu dem der Gleitstein 24 ein komplementäres Innengewinde aufweist. So ist durch Drehen der Spindel 22 das Greifelement 06 in axialer Richtung des Falzzylinders 02 verstellbar.

An der Welle 17 sind ferner ein Schwenkhebel 26 und ein Rückstellhebel 27 angebracht, die in den Längsschnitten der 5 bzw. 7 genauer zu erkennen sind.

Der Schwenkhebel 26 trägt an seinem freien Ende eine Kalotte 28 in Gestalt eines Kugel- oder, bevorzugter, Zylindersegmentes mit zur Achse der Welle 17 paralleler Zylinderachse. Diese Kalotte 28 liegt formschlüssig in einem ersten Kanal 31 eines Sattelkörpers 29, der z. B. aus einem Kunststoff mit geringer Oberflächenreibung wie PTFE geformt ist. Der in 6 in perspektivischer Ansicht gezeigte Sattelkörper 29 hat hier im wesentlichen die Form eines Quaders mit zwei Hauptflächen, wobei der erste Kanal 31 in einer der Hauptflächen gebildet ist und ein zweiter Kanal 32, ebenfalls mit zylindersegmentförmigem Querschnitt, allerdings im rechten Winkel zum ersten Kanal 31, sich über die gegenüberliegende zweite Hauptfläche erstreckt.

Der Sattelkörper 29 ist unterstützt von einer zur Achse des Falzzylinders 02 parallelen Schiene 33 von zylindersegmentförmigem Querschnitt, die mit einer Schwenkspindel 34 durch einen Arm 36 fest verbunden ist.

Die Schwenkspindel 34 trägt an einem zweiten Arm 37 eine Rolle 38, die im Laufe der Drehung des Falzzylinders 02 auf einer ortsfesten Kurvenscheibe 39 abrollt und so eine an die Umdrehung des Falzzylinders 02 gekoppelte Schwenkbewegung der Schwenkspindel 34 und damit eine Öffnungs- und Schließbewegung des Greifelementes 06 steuert. Eine (nicht gezeigte) Torsionsfeder übt ein Drehmoment im Gegenuhrzeigersinn bezogen auf die Perspektive der 4 auf die Schwenkspindel 34 aus, welches die Rolle 38 gegen die Kurvenscheibe 39 gedrückt hält.

5 ist ein Schnitt entlang der in 4 mit V-V bezeichneten Ebene, mit Blickrichtung in Richtung der Pfeile V.

Wie 5 zeigt, ist die Gewindespindel 22 mit einem Ende drehbar an einer Stirnplatte 41 des Falzzylinders 02 gelagert, und ihr zweites Ende ist in etwa auf halber Länge des Falzzylinders 02 gelagert und mit einer Riemenscheibe 42, einem Kettenrad oder dergleichen versehen. Die Spindel 22 ist zum Einstellen der axialen Position des Greifelementes 06 mit Hilfe eines Riemens (nicht dargestellt) drehantreibbar, der um die Riemenscheibe 42 und eine ebenfalls nicht dargestellte, über eine axiale Drehdurchführung des Falzzylinders 02 von außen drehantreibbare Riemenscheibe herumgeführt ist.

Ein zweiter, gleichartiger Verstellmechanismus, von dem in 5 nur eine Riemenscheibe 42 und ein Stück einer Gewindespindel gezeigt ist, ist zum Verstellen des Greifelements 07 vorgesehen.

Dieser Verstellmechanismus des Greifelementes 06 bzw. 07 hat zwei verschiedene Funktionen. Zum einen erlaubt er eine axiale Verschiebung des Greifelementes 06 bzw. 07 über Strecken von einigen mm oder cm, um die Position des Greifelementes 06 bzw. 07 exakt an die Lage des Randes eines auf dem Falzzylinder 02 zu verarbeitenden Stranges 08 anzupassen und so die Verarbeitung von Strängen in unterschiedlichen axialen Position auf dem Falzzylinder 02 oder von unterschiedlichen Breiten zu ermöglichen. Zu diesem Zweck sind die Verstellmechanismen der Greifelemente 06 und 07 unabhängig voneinander antreibbar.

Eine zweite Funktion des Stellmechanismus ist, eine an den Arbeitstakt des Falzzylinders 02 gekoppelte, schnelle Hin- und Herbewegung von geringer Amplitude des Greifelementes 06 oder 07 anzutreiben. Die Amplitude dieser Bewegung liegt im Bereich von einem mm oder darunter.

Bei dieser Hin- und Herbewegung, die für beide Greifelemente 06 bzw. 07 gekoppelt erfolgt, wird jeweils unmittelbar nach dem Einklemmen eines Stranges 08 das Greifelement 06; 07 axial nach außen verschoben, um so den eingeklemmten Strang 08 in Querrichtung zu straffen und dadurch zu verhindern, dass die Vorderkante des Stranges 08 durch den Fahrtwind bei der Bewegung auf dem Falzzylinder 02 zu unkontrollierten Bewegungen angeregt wird.

Einer einfachen Ausgestaltung des Falzzylinders 02 zufolge ist der Gegendruckkörper 14, sofern nicht der Greifarm 11 gegen ihn drückt, in axialer Richtung des Falzzylinders 02 über eine dem Spiel 16 entsprechende Strecke frei verschiebbar, und das Spiel 16 ist so groß wie die Amplitude der Hin- und Herbewegung des Greifelementes 06; 07 oder geringfügig größer gewählt. Wenn die Reibung zwischen dem Gegendruckstück 14 und dem zwischen ihm und dem Greifarm 11 eingeklemmten Strang 08 groß genug ist, so folgt das Gegendruckstück 14 der Hin- und Herbewegung des Greifelementes 06.

Um die Reibung zwischen dem Gegendruckstück 14 und der Aussparung des Falzzylinders 02, in der es angeordnet ist, gering zu halten, kann z. B. ein lineares Wälzlager zwischen beiden vorgesehen sein.

Insbesondere für die Verarbeitung mehrlagiger Stränge 08 kann statt dessen, wie in 5 als Arm 43 dargestellt, eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Gegendruckstück 14 und dem Gehäuse 18 des Greifelementes 06 geschaffen sein, die gewährleistet, dass das Gegendruckstück 14 nicht nur passiv der vom Greifarm 11 ausgeübten Zugkraft folgt, sondern seinerseits in der Lage ist, eine Zugkraft auf den Strang 08 auszuüben.

Wenn sich das Greifelement 06, sei es zur Anpassung an eine veränderte Strangbreite oder -position oder bei der rhythmischen Ein- und Auswärtsbewegung, entlang der Spindel 22 verschiebt, so wandert auch das freie Ende des Schwenkhebels 26 entlang der Schiene 33. Dabei folgt der Sattelkörper 29 der Verschiebung der Kalotte 28, so dass unabhängig von der axialen Position des Greifelementes 06 eine Kraftübertragung zum Öffnen des Greifarmes 11 von der Schiene 33 auf den Schwenkhebel 26 unter gleichen Bedingungen, unabhängig von der axialen Position des Greifelementes 06, gewährleistet ist.

7 zeigt einen Schnitt entlang der mit VII-VII bezeichneten Ebene von 4, mit Blickrichtung in Richtung der Pfeile VII. In dieser Fig. ist der an der Welle 17 montierte Rückstellhebel 27 genauer zu erkennen. Auf sein freies Ende wirkt eine Feder 44, z. B. eine Druckfeder 44, die mit ihrem gegenüberliegenden Ende im Inneren des Gehäuses 18 abgestützt ist. Sie übt bezogen auf die 7 ein Drehmoment im Uhrzeigersinn auf die Welle 17 aus, die den Greifarm 11 gegen die Mantelfläche des Falzzylinders 02 gedrückt hält und den Schwenkhebel 26 gegen den Sattelkörper 29 und die Schiene 33 gepresst hält.

Die 4, 5 und 7 zeigen das Greifelement 06 jeweils in einer geschlossenen Stellung, in der es eine (nicht gezeigte) Signatur 09 zwischen dem freien Ende 13 des Greifarmes 11 und dem Gegendruckstück 14 eingeklemmt hält. Am für die Freigabe der Signatur 09 vorgesehenen Ort ist der Radius der Kurvenscheibe 39 verringert, so dass die Schwenkspindel 34 unter der Kraft der auf sie wirkenden Torsionsfeder im Gegenuhrzeigersinn schwenkt und dadurch die Schiene 33 auf einer kreissegmentförmigen Bahn aufwärts drückt. Der Sattelkörper 29 folgt dieser Bewegung, wobei die Seitwärtskomponente (bezogen auf die Perspektive der 4) der Schwenkbewegung dazu führt, dass die Kalotte 28 im ersten Kanal 31 geringfügig seitwärts gleitet, während die Welle 17 zu einer Drehung im Gegenuhrzeigersinn, bezogen auf die 5 und 7, angetrieben wird. Der Greifarm 11 löst sich von der Oberfläche des Falzzylinders 02 und gibt die Signatur 09 frei. Gleichzeitig mit der Freigabe der Signatur 09 wird auch die Spindel 22 drehangetrieben, um das Greifelement 06 geringfügig einwärts, zur Mitte des Falzzylinders 02 hin, zu verschieben. Wenn später die Rolle 38 einen Bereich der Kurvenscheibe 39 mit vergrößertem Radius erreicht, schwenkt die Schwenkspindel 34 im Uhrzeigersinn, und unter der Rückstellkraft der Druckfeder 44 schließt sich das Greifelement 06 über einem zwischenzeitlich aufgelegten neuen Abschnitt des Stranges 08. Im geschlossenen Zustand des Greifelementes 06 wird die Spindel 22 in Gegenrichtung rotiert, um eine Auswärtsbewegung des Greifelementes 06 anzutreiben und damit eine Straffung des Stranges 08 in Querrichtung zu erreichen.

8 zeigt in einem Schnitt analog 5 eine Ausgestaltung des Falzzylinders 02 mit zwei sich überdeckend angeordneten Greifelementen 06; 46 für den Sammelbetrieb. Ein erstes Greifelement 06 ist vom Aufbau her identisch mit dem zuvor mit Bezug auf 4 bis 7 beschriebenen. Das zweite Greifelement 46 unterscheidet sich vom ersten Greifelement 06 durch den verlängerten Greifarm 47, dessen freies Ende im gezeigten geschlossenen Zustand deckungsgleich über dem des Greifarmes 11 liegt, sowie die bezogen auf die in 4 mit M bezeichnete Ebene spiegelbildliche Ausbildung des Gehäuses 18 und der Welle 17. Bei dieser Ausgestaltung ist auch die Spindel 21 (siehe 4) mit einem Außengewinde versehen, wobei das Außengewinde den Gleitstein 23 des Greifelementes 06 ohne Eingriff kreuzt und mit einem Innengewinde eines Gleitsteines des Greifelementes 46 in Eingriff ist, wohingegen die Gewindespindel 22 einen entsprechenden Gleitstein des Gehäuses 48 des Greifelementes 46 ohne Eingriff quert. Das heißt, beide Greifelemente 06; 46 sind exakt hintereinander auf den zwei Spindeln 21; 22 verschiebbar gelagert, wobei die Drehung einer der Spindeln 21; 22 jeweils nur eine Verschiebung eines der zwei Greifelemente 06; 46 antreibt. Um das Öffnen und Schließen der Greifelemente 06; 46 unabhängig voneinander steuern zu können, ist dem Greifelement 46 eine eigene, in der 8 nicht gezeigte Schwenkspindel und Kurvenscheibe analog zur Schwenkspindel 34 und der Kurvenscheibe 39 zugeordnet.

01Falzapparat 02Falzzylinder, Sammelzylinder 03Schneidzylinder 04Falzklappenzylinder 05 06Greifelement 07Greifelement 08Druckerzeugnis, Strang, Materialbahn, Papierbahn 09Druckerzeugnis, Signatur 10Schnittlinie 11Greifarm 12Schlitz 13Ende, freies (11) 14Gegendruckstück 15 16Spiel 17Welle 18Gehäuse 19Lager, Kugellager 20 21Spindel 22Spindel 23Gleitstein 24Gleitstein 25 26Schwenkhebel 27Rückstellhebel 28Kalotte 29Sattelkörper 30 31Kanal, erster 32Kanal, zweiter 33Schiene 34Schwenkspindel 35 36Arm 37Arm 38Rolle 39Kurvenscheibe 40 41Stirnplatte 42Riemenscheibe 43Arm 44Feder, Druckfeder 45Greifelement 46Greifarm 47Gehäuse TTransportgeschwindigkeit MEbene

Anspruch[de]
  1. Falzzylinder mit wenigstens einem Greifelement (06; 07; 46) zum Einklemmen des Seitenrandes eines Druckerzeugnisses (08; 09), wobei das Greifelement (06; 07; 46) in axialer Richtung des Falzzylinders (02) verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine axiale Auswärtsbewegung des Greifelements (06; 07; 46) jeweils nach dem Schließen des Greifelements (06; 07; 46) und eine axiale Einwärtsbewegung des Greifelements (06; 07; 46) jeweils bei geöffnetem Greifelement (06; 07; 46) erfolgt.
  2. Falzzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stellmechanismus (22, 24, 42) zum Verstellen des Greifelements (06; 07; 46) in der axialen Richtung in Abhängigkeit von einer Breite und/oder Lage des Druckerzeugnisses (08; 09) angeordnet ist.
  3. Falzzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine zur Achse des Falzzylinders (02) parallele Schwenkspindel (34) an einem Arm (36) eine achsparallele Schiene (33) aufweist, entlang derer ein Schwenkhebel (26) des Greifelements (06; 07; 46) verschiebbar ist.
  4. Falzzylinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiene (33) eine zylindersegmentförmige Oberfläche aufweist.
  5. Falzzylinder nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (26) des Greifelements (06; 07; 46) eine Kalotte (28) mit kreissegmentförmigem Querschnitt aufweist, die mit der Schiene (33) zusammenwirkt.
  6. Falzzylinder nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Schiene (33) und dem Schwenkhebel (26) des Greifelements (06; 07; 46) ein Sattelkörper (29) angeordnet ist, und dass die Schiene (33) und der Schwenkarm (26) des Greifelements (06; 07; 46) in jeweils einen von zwei sich kreuzenden Kanälen (31; 32) des Sattelkörpers (29) eingreifen.
  7. Falzzylinder nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Feder (44) den Schwenkhebel (26) des Greifelements (06; 07; 46) gegen die Schiene (33) gedrückt hält.
  8. Falzzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gegendruckstück (14) in der Mantelfläche des Falzzylinders (02) verschiebbar angeordnet ist und, dass das Greifelement (06; 07; 46) und das Gegendruckstück (14) eine Klammer zum Einklemmen des Druckerzeugnisses (08; 09) bilden.
  9. Falzzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellmechanismus (22, 24, 42) wenigstens eine zur Achse des Falzzylinders (02) parallele drehantreibbare Spindel (22) umfasst, die mit einem Innengewinde eines Gleitsteins (24) des Greifelements (06; 07; 46) in Eingriff ist.
  10. Falzzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Greifelement (06; 07; 46) einen Greifarm (11) umfasst, der sich durch einen Schlitz (12) in der Mantelfläche des Falzzylinders (02) erstreckt und ein freies Ende (13) zum Andrücken des Druckerzeugnisses (08; 09) gegen die Mantelfläche hat, wobei das freie Ende (13) in Bezug auf den Schlitz (12) in Drehrichtung des Falzzylinders (02) versetzt ist.
  11. Falzzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Seite des Falzzylinders (02) zwei Greifelemente (06; 46) zum übereinanderliegenden Einklemmen von zwei Druckerzeugnissen (08; 09) angeordnet sind und dass die zwei Greifelemente (06; 46) unabhängig voneinander steuerbar sind.
  12. Falzzylinder nach 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Greifelemente (06; 46) jeweils einen Greifarm (11; 47) umfassen, und dass sich die zwei Greifarme (11; 47) durch einen gemeinsamen Schlitz (12) in der Mantelfläche des Falzzylinders (02) erstrecken.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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