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Dokumentenidentifikation DE102004015719B4 23.03.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Blasformen von Hohlkörpern aus thermoplastischem Kunststoff
Anmelder Feuerherm, Harald, Dipl.-Ing., 53840 Troisdorf, DE
Erfinder Feuerherm, Harald, Dipl.-Ing., 53840 Troisdorf, DE;
Kappen, Günther, Dipl.-Ing., 53840 Troisdorf, DE
Vertreter Honke und Kollegen, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 29.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004015719
Offenlegungstag 21.10.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse B29C 49/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Blasformen von Hohlkörpern aus thermoplastischem Kunststoff, bei dem schlauchförmige Vorformlinge aus Kunststoffschmelze durch eine Ringspaltdüse einer Düse/Dorneinheit nach unten ins Freie extrudiert und in einer Blasform zu Hohlkörpern aufgeweitet werden,

wobei die aus der Ringspaltdüse austretenden Vorformlinge schwellen, durch ihr Eigengewicht auslängen sowie durch ein viskoelastisches Verhalten der Schmelze relaxieren,

wobei die Spaltbreite der Ringspaltdüse während eines Vorformlingsaustritts von einem mit der Vorformlingsbildung ablaufenden Programm gesteuert wird, so dass der Vorformling ein sich in Längsrichtung änderndes Wandstärkenprofil erhält, und

wobei die Extrusionsgeschwindigkeit und/oder die Spaltbreite der Ringspaltdüse so korrigiert werden, dass der Vorformling in der Blasform eine vorgegebene Position einnimmt.

Der aus dem Düsenspalt austretende Vorformling ist frei formbar inneren und äußeren Kräften ausgesetzt. Aufgrund des viskoelastischen Verhaltens der Kunststoffschmelze kann sich die Materialverteilung und der Durchmesser im Vorformling ändern, beispielsweise durch Schwankungen der Schmelzetemperatur, des Kunststoffmaterials, der Extrusionszeit, auf die Schmelze wirkenden Scherbeanspruchungen und dergleichen. Ferner resultieren aus Phänomenen, die als Schwellen, Auslängen und Relaxieren bezeichnet werden, viskoelastische Verformungen, die sich auf die äußeren und inneren Abmessungen des Vorformlings auswirken. Mit Schwellen bezeichnet man den Effekt, dass der Durchmesser und die Wandstärke des aus dem Strangpresskopf austretenden Vorformlings sich in Folge einer Rückorientierung der im Fließkanal ausgerichteten Moleküle ändert. Das Ausmaß des Schwellens ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, z. B. dem Grad der im Fließkanal eingebrachten Orientierungen und eines Rückerinnerungsvermögens des Materials. Durch das Phänomen des Relaxierens nimmt der Vorformlings nach Beendigung der Vorformlingsextrusion wieder in seiner Länge ab. Die Längenabnahme entsteht in erster Linie durch eine Rückbildung der im Fließkanal eingebrachten Orientierungen. Die beim Phänomen des Relaxierens einflussnehmende Größe ist insbesondere die Zeit, die zum Abbau der Orientierungen zur Verfügung steht. Die Verkürzung durch Relaxieren ist verbunden mit einer Zunahme der Wandstärke sowie einer Durchmessererweiterung des Vorformlings. Der Effekt des Relaxierens ist über der Vorformlingslänge lokal unterschiedlich, da später extrudierten Bereichen weniger Zeit zur Rückbildung der Orientierungen bleibt. Auslängung tritt in Folge des Eigengewichtes des Vorformlings auf. Unter dem mit der Extrusion zunehmenden Gewicht des Vorformlings verringern sich Durchmesser und Wandstärke des Vorformlings unterhalb des Kopfaustritts. Die Auslängung wird von der Vorformlingsunterkante beginnend mit zunehmender Masse des aus dem Strangpresskopf austretenden Vorformlings größer. Die beobachtete Austrittsgeschwindigkeit des Vorformlings nimmt dabei zu. Die beschriebenen viskoelastischen Effekte stehen in einer komplexen Wechselwirkung. Mit längerer Extrusionszeit und höherer Massetemperatur wird die Auslängung größer. Mit der Zunahme der in einem Vorformlingsabschnitt herrschenden Auslängung nimmt der lokale Vorformlingsdurchmesser und die Vorformlingswanddicke ab. Der am Düsenaustritt vorliegende Vorformlingsdurchmesser nimmt mit dem an ihm hängenden Vorformlingsgewicht ab. Andererseits nimmt die Schwellung zu bei einer Reduzierung des Düsenspaltes und bei einer Vergrößerung der Extrusionsgeschwindigkeit. Insbesondere bei längerer Extrusionszeit wirken sich die Phänomene der Relaxation aus. Die beschriebenen Phänomene sind seit langem bekannt und beispielsweise in S. Bätz, "Blasformen-Einflußgrößen bei der Vorformlingsbildung mit Bezug auf die Wanddickensteuerung", Diplomarbeit an der Fachhochschule Darmstadt, Fachbereich Kunststofftechnik, 1. Juni 1993, beschrieben.

Ein Verfahren mit den eingangs beschriebenen Merkmalen ist aus DE 38 16 273 A1 und EP 1 004 423 A1 bekannt. Die Extrusionsgeschwindigkeit und/oder die Spaltbreite der Ringspaltdüse werden so korrigiert, dass der Vorformling in der Blasform eine vorgegebene Position einnimmt. Hierdurch wird sichergestellt, dass sich die viskoelastischen Effekte nicht störend auf die Lage des Vorformlings in der Blasform auswirken. Dem optimalen Durchmesser des schlauchförmigen Vorformlings wird bei laufender Hohlkörperfertigung keine Beachtung geschenkt. Es bleibt unberücksichtigt, dass der Durchmesser des Vorformlings sich auf die Qualität des Blasformergebnisses auswirkt. So beeinflusst der Durchmesser des Vorformlings beispielsweise den Reckgrad bei der Aufweitung des Vorformlings in der Blasform. Es wird hingenommen, dass die Breite der oberen Quetschnaht im Vergleich zu einem Vorgabewert häufig zu klein oder die Breite der unteren Quetschnaht zu groß ausfällt. Die Einhaltung eines definierten Durchmessers ist insbesondere angezeigt, wenn der Vorformling in der Blasform zu komplizierten Behälterformen aufgeweitet wird.

Aus US 3 795 719 ist ebenfalls ein Verfahren zum Blasformen von Hohlkörpern mit den eingangs beschriebenen Merkmalen bekannt. Bei dem bekannten Verfahren wird eine Extrusion unter konstanten reologischen Bedingungen angestrebt. Beschrieben ist eine Düsen/Dorneinheit mit einem vertikal verstellbaren Dorn. Durch Verstellung des Dornes ändert sich die Breite des Ringspaltes und wird die Wandstärke des Vorformlings beeinflusst. Mit der Wandstärke ändert sich zugleich auch der Außendurchmesser des Vorformlings.

Die DE 26 04 247 A1 offenbart eine Blasformanlage mit einem Strangpresskopf für die Coextrusion eines mehrschichtigen Vorformlings. Die Dorneinheit des Strangpresskopfes weist im Düseninneren mit unterschiedlichen Austrittswinkeln zusammengeführte konzentrische Fließkanäle auf, wobei auch Schieber vorgesehen sein können, um die Strömungsaufteilung auf die Fließkanäle zu verändern. Mit der bekannten Vorrichtung soll die Wanddicke der Außenschichten über die Höhe der Vorformlinge beliebig steuerbar sein. Dem Einfluss der Schieber auf das reologische Verhalten der aus der Ringspaltdüse auftretenden Vorformlinge lässt keine Beachtung geschenkt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs beschriebene Verfahren so weiter auszubilden, dass der Vorformling in der Blasform nicht nur eine vorgegebene Lage einnimmt, sondern seinen Durchmesser bzw. seine Quetschnahtbreite verändert und an Vorgaben angepasst werden kann. Die Vorgaben können sowohl definierte Aufweitungen als auch definierte Einschnürungen des Vorformlings betreffen. Die Veränderung soll ohne Betriebsunterbrechung, also bei laufender Hohlkörperfertigung, möglich sein.

Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren mit den eingangs beschriebenen Merkmalen erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass als zusätzliche Maßnahme der Durchmesser der Vorformlinge durch Verstellung des Austrittsdurchmessers der Ringspaltdüse und/oder durch Maßnahmen, die das Schwellen verändern, so eingestellt wird, dass die Breite der durch das Schließen der Blasform gebildeten oberen und unteren Quetschnähte Vorgabewerten entsprechen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Extrusionsgeschwindigkeit und/oder die Spaltbreite der Ringspaltdüse so korrigiert, dass der Vorformling in der Blasform eine vorgegebene Position einnimmt. Zusätzlich erfolgt eine Beeinflussung und Einstellung des Vorformlingsdurchmessers durch Maßnahmen, die einzeln oder in Kombination verwirklicht werden können. Hierdurch kann unter anderem sichergestellt werden, dass sowohl die Breite der oberen als auch der unteren Quetschnaht des Vorformlings zu der Blasform einem Vorgabewert entspricht. Ferner ist die Durchmesservergrößerung vorteilhaft beim Einführen von Einlegeteilen in den Vorformling.

Das erfindungsgemäße Verfahren hat besondere Vorteile bei einer kontinuierlichen Vorformlingsproduktion. Es ist jedoch auch für einen diskontinuierlichen Ausstoßbetrieb, bei dem Vorformlinge absatzweise hergestellt werden, geeignet. Das Verfahren kann auch zur Reduzierung von Rüstzeiten während eines Produktwechsels genutzt werden. Bei Anlagen, bei denen einer Düse/Dorneinheit zwei oder mehr Blasformen zugeordnet sind, die wechselweise mit einem aus der Düse/Dorneinheit austretenden Vorformling beschickt werden, ermöglicht es das erfindungsgemäße Verfahren ferner, in die parallel betriebenen Blasformen Vorformlinge mit unterschiedlichen Durchmessern einzubringen, die zu unterschiedlichen Hohlkörpern aufgeweitet werden. Auf diese Weise können mit einer einzigen Düse/Dorneinheit unterschiedliche Hohlkörper nebeneinander gefertigt werden.

Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass eine Düse/Dorneinheit mit axial und/oder radial verstellbaren Elementen verwendet und mit Stellbewegungen dieser Elemente der Austrittsdurchmesser der Ringspaltdüse verändert wird. Sofern axial verstellbare Elemente eingesetzt werden, so besitzen diese die Form einer Hülse, welche die Wirkung des Dorns oder des den Dorn umgebenden Düsenringes verlängert oder verkürzt. Radial verstellbare Elemente bestehen aus Segmenten, die sich stets zu einer ringförmigen Einheit ergänzen. Ferner kann eine Düse/Dorneinheit mit mindestens einem elastisch dehnbaren Einsatz verwendet werden, durch dessen Dehnung der Austrittsdurchmesser der Ringspaltdüse verändert wird.

Der Durchmesser des schlauchförmigen Vorformlings kann verändert werden, indem durch gezielte Maßnahmen die Schwellung des Vorformlings beeinflusst wird. Hierzu bieten sich eine Mehrzahl von Maßnahmen an. Sehr wirksam ist die Verwendung einer Düse/Dorneinheit mit mindestens zwei, am Düsenaustritt oder im Düseninnern mit unterschiedlichen Austrittswinkeln zusammengeführten konzentrischen Fließkanälen, wobei die Strömungsaufteilung auf die Fließkanäle verändert und hierdurch die Schwellung des Vorformlings beeinflusst wird. Ferner können der Düse/Dorneinheit mindestens zwei Massespeicher für die Kunststoffschmelze zugeordnet werden, die einzeln durchströmbar sind und sich in Bezug auf ihren Speicherdurchmesser unterscheiden. Die Massespeicher können an einen gemeinsamen Extruder angeschlossen sein. Im Rahmen der Erfindung liegt es auch, jedem Massespeicher einen eigenen Extruder zuzordnen. Mit der Wahl des Strömungsweges wird die Schwellung des Vorformlings ebenfalls beeinflusst. Eine weitere Möglichkeit, um die Schwellung des Vorformlings bei einer kontinuierlichen Vorformlingsextrusion zu verändern, ist die Steuerung der Austrittsgeschwindigkeit der Schmelze aus der Ringspaltdüse. Eine praktikable Lösung zur Veränderung der Austrittsgeschwindigkeit besteht darin, dass die Schmelze unter Verwendung eines kontinuierlich betriebenen Schneckenextruders der Düse/Dorneinheit zugeführt wird und dass dem Förderstrom der Schnecke ein zusätzlicher Schmelzestrom durch Bewegung eines Schubkolbens überlagert wird. Schließlich besteht noch die Möglichkeit, eine Düse/Dorneinheit mit mindestens einem axial verstellbaren, als Hülse ausgebildeten Schieber zu verwenden, der auf einen von der Schmelze durchströmten Fließkanal einwirkt und einen veränderbaren Drosselspalt vor dem Düsenaustritt bildet. Durch Verstellung des Drosselspaltes kann ebenfalls die Schwellung des Vorformlings beeinflusst werden.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lehre wird der aus der Ringspaltdüse austretende Vorformling mit einem gasförmigen Medium gekühlt, wobei die Gasmenge und/oder Gastemperatur während der Vorformlingsextrusion gesteuert und hierbei zusätzlich eine Auslängung des Vorformlings beeinflusst wird. Ebenso ist es möglich, den Vorformling vorwiegend im zuerst ausgestoßenen Bereich zu erwärmen. Schließlich besteht die Möglichkeit, die Auslängung des Vorformlings durch Änderung der Schmelzetemperatur zu steuern.

Sofern mehrschichtige Hohlkörper gefertigt werden, kann bei einer Extrusion des entsprechend mehrschichtig ausgebildeten Vorformlings das Verhältnis der Schichtdicken gesteuert werden, um die Auslängung des Vorformlings zu verändern.

Im Rahmen der Erfindung liegt es ferner, an den Vorformling während der Vorformlingsextrusion eine Vakuumkammer anzulegen, um den Durchmesser des Vorformlings zu vergrößern.

Gegenstand der Erfindung ist auch eine Blasformanlage gemäß Patentanspruch 11 zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens. Bevorzugte Ausgestaltungen dieser Blasformanlage sind in den nachgeordneten Patentansprüchen 12 bis 16 beschrieben und werden im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.

Es zeigen schematisch:

1 eine Blasformanlage zum Herstellen von Hohlkörpern aus thermoplastischem Kunststoff,

2 bis 7 Zusatzeinrichtungen der in 1 dargestellten Blasformanlage in verschiedenen Ausgestaltungen entsprechend der erfindungsgemäßen Lehre.

Zum grundsätzlichen Aufbau der in 1 dargestellten Blasformanlage gehören ein Strangpresskopf 1, eine Vorrichtung 2 zur Förderung einer Kunststoffschmelze durch den Strangpresskopf, eine programmgesteuerte Stelleinrichtung 3 zur Steuerung des Düsenspaltes während der Extrusion eines Vorformlings 4 sowie eine unterhalb des Strangpresskopfes 1 angeordnete Blasform 5 zum Aufweiten eines mit einem offenen Vorformlingsende aus dem Düsenspalt austretenden schlauchförmigen Vorformlings 4 zu einem Hohlkörper. Der Strangpresskopf 1 weist eine Düse/Dorneinheit 6 mit einem ringförmigen Düsenspalt, der im Folgenden als Ringspaltdüse 7 bezeichnet wird, auf. Ferner ist eine Regelung 8 vorgesehen, welche die Extrusionsgeschwindigkeit und/oder die Ringspaltdüse so korrigiert, dass der Vorformling 4 in der Blasform 5 eine vorgegebene Position einnimmt. Geeignete Regelverfahren sind in EP 0 345 474 A2 und EP 0 776 752 A1 beschrieben.

Es ist bekannt, dass die aus der Ringspaltdüse austretenden Vorformlinge 4 schwellen, durch ihr Eigengewicht auslängen sowie durch ein viskoelastisches Verhalten der Schmelze relaxieren. Durch im Folgenden näher beschriebenen Zusatzeinrichtungen 10 wird der Durchmesser der Vorformlinge so eingestellt, dass die Breite der durch das Schließen der Blasform gebildeten oberen und unteren Quetschnähte Vorgabewerten entsprechen. Das Verfahren ist sowohl für eine kontinuierliche Vorformlingsextrusion als auch für einen Ausstoßbetrieb geeignet.

Die in 2 dargestellte Düse/Dorneinheit 6 weist als Zusatzeinrichtung 10 mindestens ein verstellbares Element 11 auf, durch dessen Stellbewegung der Austrittsdurchmesser der Ringspaltdüse 7 veränderbar ist. Das Element 11 kann als hülsenförmiger, axial verstellbarer Schieber ausgebildet sein. Dieser kann auch aus Segmenten bestehen, die unabhängig voneinander axial verstellbar sind. Das Element 11 kann ferner als als horizontal verstellbare Segmente ausgebildet sein. Schließlich besteht die Möglichkeit, das radial verstellbare Element 11 in Form einer Blende auszuführen, die radial verstellbare Segmente – ähnlich einer Fotoblende – enthält.

Die in 3 dargestellte Düse/Dorneinheit weist als Zusatzeinrichtung 10 mindestens zwei am Düsenaustritt oder im Düseninnern mit unterschiedlichen Austrittswinkeln zusammengeführte konzentrische Fließkanäle 12, 12' auf. In der Düse/Dorneinheit 6 sind Schieber 13, 13' vorgesehen, um die Strömungsaufteilung auf die Fließkanäle 12, 12' zu verändern. Die Fließkanäle 12, 12' können von einem Extruder beschickt werden. Im Rahmen der Erfindung liegt es auch, jedem der Fließkanäle 12, 12' einen eigenen Extruder zuzuordnen. Der Austrittswinkel bzw. eine Orientierung durch Richtungsänderung im Kopf wirkt sich auf die Schwellung des Vorformlings aus.

Die Fördervorrichtung 2 der Blasformanlage kann wahlweise für einen Ausstoßbetrieb oder einen kontinuierlichen Betrieb eingerichtet sein. Bei den in 4a und 4b dargestellten Ausführungen wird eine Kombination dieser Möglichkeiten realisiert. Die Vorrichtung 2 zur Förderung der Kunststoffschmelze weist im Ausführungsbeispiel der 4a einen Schneckenextruder 14 und als Zusatzeinrichtung 10 einen Massespeicher 15 mit einem Kolben 16 auf, wobei durch eine Kolbenbewegung der Massedurchsatz durch den Strangpresskopf 1 veränderbar ist. Dem Förderstrom der Schnecke 18 wird ein zusätzlicher Schmelzestrom durch Bewegung des Kolbens 16 überlagert. Hierdurch wird die Austrittsgeschwindigkeit der Schmelze aus der Ringspaltdüse 7 verändert, was sich auf die Schwellung des Vorformlings auswirkt. Der Massespeicher 15 kann ferner in dem Strangpresskopf 1 integriert sein, wie dies in 4b dargestellt ist. Auch der in 4b dargestellte Strangpresskopf wird für eine kontinuierliche Vorformlingsproduktion verwendet. Durch überlagerte Stellbewegungen eines integrierten Kolbens 16 ist der Massedurchsatz und damit die Schwellung veränderbar.

Im Ausführungsbeispiel der 5 weist die Vorrichtung 2 zur Förderung der Kunststoffschmelze einen Schneckenextruder 14 mit einem Extrudergehäuse 17 als Massespeicher und einer Schnecke 18 als Förderorgan auf. Die Schnecke 18 oder ein die Schnecke 18 umgebender Plastifizierzylinder ist ohne Unterbrechung des Fördervorgangs als Kolben linear innerhalb des Extrudergehäuses 17 bewegbar. Als Zusatzeinrichtung 10 ist ein Stellantrieb 19 für lineare Stellbewegungen der Schnecke 18 bzw. des Plastifizierzylinders innerhalb des Extrudergehäuses 17 vorgesehen. Auch bei dieser Ausführung kann die Austrittsgeschwindigkeit und dadurch die Schwellung des Vorformlings verändert werden.

Bei einer in 6 dargestellten Ausgestaltung weist die Düse/Dorneinheit 6 als Zusatzeinrichtung 10 einen axial verstellbaren Schieber 20 auf, der als Hülse ausgebildet ist und innerhalb eines von der Schmelze durchströmten Fließkanals einen veränderbaren Drosselspalt 21 bildet. Im Drosselspalt 21 werden Eigenspannungen in der Schmelze je nach Spaltgröße aufgebaut oder abgebaut. Auch dies wirkt sich auf das Schwellen des Vorformlings aus.

7 zeigt Vorrichtungen 22, die im Kontakt mit dem Vorformling nach unten bewegbar sind. Die Vorrichtung 22 kann als Vakuumkammer 26 ausgebildet werden, welche den Vorformling umgibt. Ferner besteht die Möglichkeit, die Vorrichtung 22 als mechanische Spreizvorrichtung auszubilden. Ferner ist im Ausführungsbeispiel der 7 eine Blaseinrichtung 25 vorgesehen, die ortsfest installiert werden kann. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass die Vorrichtung 22 eine auf die Außenseite des Vorformlings wirkende, radial verstellbare Kontaktfläche aufweist.

Alle vorstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläuterten Maßnahmen können einzeln oder in beliebigen Kombinationen verwirklicht werden. Die erfindungsgemäßen und anhand von Ausführungsbeispielen beschriebenen Vorrichtungen ermöglichen Änderungen des Vorformlingdurchmessers ohne Betriebsunterbrechung, also bei laufender Hohlkörperfertigung. Bei einer Produktumstellung kann mit Hilfe der Vorrichtung der Vorformlingsdurchmesser so verändert und angepasst werden, dass in vielen Fällen ein Austausch der Düse/Dorneinheit nicht mehr erforderlich ist. Dadurch können Rüstzeiten während eines Produktwechsels beachtlich reduziert werden. Bei Anlagen, bei denen einer Düse/Dorneinheit zwei oder mehr Blasformen zugeordnet sind, die wechselweise mit einem aus der Düse/Dorneinheit austretenden Vorformling beschickt werden, können mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung in die parallel betriebenen Blasformen Vorformlinge mit unterschiedlichem Durchmesser eingebracht werden, die zu unterschiedlichen Hohlkörpern aufgeweitet werden. Auf diese Weise ist es möglich, mit einer einzigen Düse/Dorneinheit unterschiedliche Produkte zeitgleich zu fertigen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Blasformen von Hohlkörpern aus thermoplastischem Kunststoff, bei dem schlauchförmige Vorformlinge aus Kunststoffschmelze durch eine Ringspaltdüse einer Düse/Dorneinheit nach unten ins Freie extrudiert und in einer Blasform zu Hohlkörpern aufgeweitet werden,

    wobei die aus der Ringspaltdüse austretenden Vorformlinge schwellen, durch ihr Eigengewicht auslängen sowie durch ein viskoelastisches Verhalten der Schmelze relaxieren,

    wobei die Spaltbreite der Ringspaltdüse während eines Vorformlingsaustritts von einem mit der Vorformlingsbildung ablaufenden Programm gesteuert wird, so dass der Vorformling ein sich in Längsrichtung änderndes Wandstärkenprofil erhält, und

    wobei die Extrusionsgeschwindigkeit und/oder die Spaltbreite der Ringspaltdüse so korrigiert werden, dass der Vorformling in der Blasform eine vorgegebene Position einnimmt,

    dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzliche Maßnahme der Durchmesser der Vorformlinge durch Verstellung des Austrittsdurchmessers der Ringspaltdüse und/oder durch Maßnahmen, die das Schwellen verändern, so eingestellt wird, dass die Breite der durch das Schließen der Blasform gebildeten oberen und unteren Quetschnähte Vorgabewerten entsprechen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Düse/Dorneinheit mit axial oder radial verstellbaren Elementen verwendet und mit Stellbewegungen dieser Elemente der Austrittsdurchmesser der Ringspaltdüse verändert wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Düse/ Dorneinheit mit mindestens einem elastisch dehnbaren Einsatz verwendet und durch Dehnung des Einsatzes der Austrittsdurchmesser der Ringspaltdüse verändert wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Düse/ Dorneinheit mit mindestens zwei, am Düsenaustritt oder im Düseninnern mit unterschiedlichen Austrittswinkeln zusammengeführten konzentrischen Fließkanälen verwendet wird, wobei die Strömungsaufteilung auf die Fließkanäle verändert und hierdurch die Schwellung des Vorformlings beeinflusst wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Düse/ Dorneinheit mindestens zwei Massespeicher für die Kunststoffschmelze zugeordnet sind, die einzeln durchströmbar sind und sich in Bezug auf ihren Speicherdurchmesser unterscheiden, wobei mit der Wahl des Strömungsweges die Schwellung des Vorformlings beeinflusst wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze unter Verwendung eines kontinuierlich betriebenen Schneckenextruders der Düse/Dorneinheit zugeführt wird und dass dem Förderstrom der Schnecke ein zusätzlicher Schmelzestrom durch Bewegung eines Schubkolbens überlagert wird, um die Austrittsgeschwindigkeit der Schmelze aus der Ringspaltdüse zu verändern und hierdurch die Schwellung des Vorformlings zu beeinflussen.
  7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Düse/ Dorneinheit mit mindestens einem axial verstellbaren, als Hülse ausgebildeten Schieber verwendet wird, wobei der Schieber auf einen von der Schmelze durchströmten Fließkanal einwirkt und einen veränderbaren Drosselspalt vor dem Düsenaustritt bildet und wobei durch Verstellung des Drosselspaltes die Schwellung des Vorformlings beeinflusst wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Vorformling während der Vorformlingsextrusion eine Vakuumkammer angelegt wird, um den Durchmesser des Vorformlings zu vergrößern.
  9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aus der Ringspaltdüse austretende Vorformling mit gasförmigen Medien gekühlt oder erwärmt wird, wobei die Gasmenge und/oder Gastemperatur während der Vorformlingsextrusion gesteuert und hierbei zusätzlich eine Auslängung des Vorformlings beeinflusst wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, zusätzlich eine Auslängung des Vorformlings durch Änderung der Schmelzetemperatur gesteuert wird.
  11. Blasformanlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit einem Strangpresskopf (1), der eine Düse/Dorneinheit (6) mit einem ringförmigen Düsenspalt als Ringspaltdüse (7) aufweist, einer Vorrichtung (2) zur Förderung einer Kunststoffschmelze durch den Strangpresskopf (1), einer programmgesteuerten Stelleinrichtung (3) zur Steuerung des Düsenspaltes während der Extrusion eines Vorformlings (4) und einer unterhalb des Strangpresskopfes (1) angeordneten Blasform (5) zum Aufweiten eines aus der Ringspaltdüse (7) austretenden schlauchförmigen Vorformlings (4) zu einem Hohlkörper, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse/Dorneinheit (6) eine Zusatzeinrichtung (10) zur Veränderung des Durchmessers eines aus der Ringspaltdüse (7) austretenden Vorformlings aufweist, wobei die in der Düse/ Dorneinheit (6) angeordnete Zusatzeinrichtung (10) axial und/oder radial verstellbare Elemente (11) oder einen elastisch dehnbaren Einsatz aufweist, durch deren Stellbewegung bzw. dessen Dehnung der Austrittsdurchmesser der Ringspaltdüse (7) veränderbar ist.
  12. Blasformanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinrichtung (10) mindestens zwei am Düsenaustritt oder im Düseninnern mit unterschiedlichen Austrittswinkeln zusammengeführte konzentrische Fließkanäle (12, 12') sowie einen Schieber (13, 13') aufweist, wobei die Strömungsaufteilung auf die Fließkanäle (12, 12') durch Betätigung des Schiebers veränderbar ist.
  13. Blasformanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzeinrichtung (10) einen axial verstellbaren Schieber (20) aufweist, der als Hülse ausgebildet ist und innerhalb eines von der Schmelze durchströmten Fließkanals einen veränderbaren Drosselspalt (21) bildet.
  14. Blasformanlage nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (2) zur Förderung der Kunststoffschmelze einen Schneckenextruder (14) und einen Massespeicher (15) mit einem Kolben (16) aufweist, wobei durch eine Kolbenbewegung der Massedurchsatz durch den Strangpresskopf (1) veränderbar ist.
  15. Blasformanlage nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (2) zur Förderung der Kunststoffschmelze einen Schneckenextruder (14) mit einem Extrudergehäuse (17) als Massespeicher und eine Schnecke (18) als Förderorgan aufweist, wobei die Schnecke (18) oder ein die Schnecke umgebender Plastifizierzylinder ohne Unterbrechung des Fördervorganges als Kolben linear innerhalb des Extrudergehäuses (17) bewegbar ist und wobei ein Stellantrieb (19) für lineare Stellbewegungen der Schnecke (18) bzw. des Plastifizierzylinders innerhalb des Extrudergehäuses (17) vorgesehen ist.
  16. Blasformanlage nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Strangpresskopf (1) mit einer Blaseinrichtung (25) für die Zuführung eines gasförmigen Mediums in den Innenraum des Vorformlings ausgerüstet ist.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






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