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Dokumentenidentifikation DE10236581B4 23.03.2006
Titel Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial, das auf einer Auslagefläche ausgebreitet ist
Anmelder Gerber Technology, Inc., Tolland, Conn., US
Erfinder Zink, Andrew, Stafford Spring, Conn., US
Vertreter Richter, Werdermann, Gerbaulet & Hofmann, 20354 Hamburg
DE-Anmeldedatum 08.08.2002
DE-Aktenzeichen 10236581
Offenlegungstag 27.02.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse G06K 5/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D06H 7/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D06P 1/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B26F 1/38(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]
Gebiet der vorliegenden Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen die Schaffung von Markierungen auf flächigem Arbeitsmaterial und ist speziell darauf gerichtet, die Verzerrungen in Mustern, die durch das Arbeitsmaterial definiert werden, die infolge des Ausbreitens desselben auf einer Auflagefläche vor der Ausführung eines Arbeitsvorgangs auftreten, zu analysieren und zu kompensieren und geht aus von einem Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial, das auf einer Auflagefläche ausgebreitet ist, wobei das Verfahren folgende Schritte einschließt: Bereitstellen von zumindest einer Lage flächigen Arbeitsmaterials, das ein Muster auf demselben definiert; Bereitstellen einer Arbeitsmaterialverarbeitungsvorrichtung, die ein Gestellt und eine Auflagefläche, die von dem Gestell getragen wird, aufweist; Ausbreiten des Arbeitsmaterials auf der Auflagefläche; Bereitstellen von Mitteln zum Aufnehmen von Bildern von Flächenabschnitten des Arbeitsmaterials, wenn dieses auf der Auflagefläche ausgebreitet ist.

Hintergrund der vorliegenden Erfindung

Die vorliegende Erfindung eignet sich besonders gut für die Verwendung bei der Schaffung von Markierungen, die im allgemeinen bei der Herstellung von Bekleidung verwendet werden, und wird im Zusammenhang mit einer solchen Verwendung erläutert. Jedoch ist die vorliegende Erfindung in dieser Hinsicht nicht beschränkt, da die vorliegende Erfindung für jede Anwendung, bei der gemustertes flächiges Material ausgebreitet wird und dieses Ausbreiten eine gewisse Verzerrung des Musters zur Folge hat, wie es beispielsweise beim Zuschneiden von Stoff für das Polstern von Möbeln der Fall ist, von Nutzen sein kann. Dementsprechend sollten die nachfolgenden Beschreibungen der vorliegenden Erfindung als illustrativ und nicht als beschränkend verstanden werden.

Bei der Massenproduktion von Bekleidung wird/werden eine oder mehrere Lage(n) Stoff typischerweise auf einem Ausbreittisch, wie es vom Fachmann der Textilverarbeitung bezeichnet wird, ausgebreitet. Dann wird der Stoff, oft über ein Fördermittel, auf eine Auflagefläche bewegt, die Teil einer Stoffverarbeitungsvorrichtung, beispielsweise einer Stoffzuschneidemaschine, ist. Während des Ausbreitens und nachfolgenden Bewegens des Stoffes auf die Verarbeitungsvorrichtung kommt es oft zu einer gewissen Dehnung und Verzerrung. Dies ist besonders problematisch, wenn der Stoff ein Muster definiert, da das Muster in allen Schnitteilen, die aus dem gedehnten und verzerrten Stoff zugeschnitten werden, ohne die Verformung zu kompensieren, dann die gleiche Verzerrung aufweist.

Im allgemeinen werden Schnitteile auf dem ausgebreiteten Stoff in einer räumlichen Anordnung von Bekleidungsstücksegmenten positioniert, die in einer Zuschneidereihenfolge positioniert sind. Diese räumliche Anordnung von Bekleidungsstücksegmenten wird vom Fachmann auf dem Gebiet, das die vorliegende Erfindung betrifft, als eine "Markierung" bezeichnet. Üblicherweise werden Markierungen mit dem Computer erzeugt, um die Schnitteildichte zu optimieren und dadurch den Verschnitt des Stoffes oder anderen ausgebreiteten Materials zu minimieren. In der Vergangenheit erzeugten computergestützte Markierungssysteme einfach eine Markierung, die recht große Toleranzen zwischen nebeneinander liegenden Teilen aufwies. Der ausgebreitete Stoff wurde zunächst so geschnitten, daß die anzugleichenden Teile einschließlich der vorstehend erwähnten Toleranzen zugeschnitten wurden. Diese Teile wurden dann einem Facharbeiter übergeben, der manuell die verschiedenen Muster entsprechend dem geometrischen Design des ausgebreiteten Stoffes ausrichtete und danach die angeglichenen Teile nachschnitt. Ausgebreitete Stoffe mit einem geometrischen Muster, beispielsweise Karos oder Streifen, bedingten auch dadurch Schwierigkeiten, daß der Modedesigner eine Ausrichtung des Musters in mehreren nebeneinander liegenden Teilen vorgeben konnte. In der Folge bedingen Teile, die aus einem ausgebreiteten Stoff mit einem geometrischen Design zugeschnitten werden, stets einen höheren Kostenaufwand, da mehr Verschnitt anfällt und während des Zuschneideprozesses langsame, gelernte Arbeitskräfte eingesetzt werden.

Den Stand der Technik darstellende Versuche, das Angleichen maschinengestützt vorzunehmen, bei denen ein Entsprechungsbild über einem Bezugsbild liegt und ein Bediener erforderlich ist, um die Muster visuell auszurichten, führt zu Schwierigkeiten bei der Ausrichtung, wenn der Bogen-/Schrägverzug des Stoffes an einem Bezugspunkt von dem Bogen-/Schrägverzug des Stoffes an einem Punkt, der dem Bezugspunkt angeglichen werden muß, abweicht.

Weiterhin eignen sich Algorithmen für die automatische Musterangleichung gut für Fälle, in denen das zu durchsuchende Bild eine unverzerrte Version des zu findenden Bildes enthält. Der Versuch, in dem automatischen Angleichungsprozeß Bildverzerrungen zu berücksichtigen, erhöht die Komplexität und den Zeitverbrauch der Angleichungsalgorithmen. Verzerrungen können auch die Wahrscheinlichkeit vermindern, daß ein Angleichungsalgorithmus erfolgreich ist.

Versuche einer automatischen Angleichung zwischen ausgebreitetem Stoff und Schnitteilen, bei denen ein Entsprechungspunkt auf eine Anpassung in nur einer Koordinatenrichtung beschränkt ist, wurden ebenfalls unternommen. In diesem Fall ist es möglich, daß ein scheinbar korrekter Entsprechungspunkt eine inkorrekte Anpassung an eine Markierung zur Folge hat. Um dieses Problem zu illustrieren, sollte auf 1 Bezug genommen werden, in der zwei Schnitteile, ein Bezugsteil und ein Entsprechungsteil, gezeigt sind. Das Entsprechungsteil ist in der nicht angeglichenen Position gezeigt. Am Bezugspunkt "R" wird ein Bild des Bezugsteils aufgenommen, und am Entsprechungspunkt "M" wird ein anschließendes Bild des Entsprechungsteils aufgenommen. Ein Computerprozessor analysiert und vergleicht dann die zwei Bilder. Das Ziel besteht darin, das Entsprechungsteil so zu bewegen, daß es dem Muster entspricht, das innerhalb der Peripherie des Bezugsteils definiert wird. Die automatische Angleichungsroutine ermittelt den Punkt "A", 1, als den korrigierten Entsprechungspunkt für den Bezugspunkt "R". Da die automatische Angleichungsroutine eine Bewegung des Entsprechungsteils nur in einer einzigen Koordinatenrichtung, in diesem Fall der in 1 mit "X" bezeichneten Richtung, gestattet, wird das Entsprechungsteil in der Richtung X bewegt, so daß der Punkt "M" über dem Punkt "A"' liegt. Ausgehend von dem Muster, das innerhalb der Peripherie von 1 definiert wird, ist der korrekte Entsprechungspunkt "A" und das beschriebene automatische Angleichungsverfahren hat daher den Punkt "M" nicht korrekt entsprechend dem Punkt "R" ausgerichtet.

Aus der DE 196 40 023 A1 ist ein automatisch ablaufendes Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial bekannt, das auf einer Auflagefläche ausgebreitet ist, wobei das Verfahren folgende Schritte einschließt: Bereitstellen von zumindest einer Lage flächen Arbeitsmaterials, das ein Muster auf demselben definiert; Bereitstellen einer Arbeitsmaterialverarbeitungsvorrichtung, die ein Gestell und eine Auflagefläche, die von dem Gestell getragen wird, aufweist; Ausbreiten des Arbeitsmaterials auf der Auflagefläche; Bereitstellen von Mitteln zum Aufnehmen von Bildern von Flächenabschnitten des Arbeitsmaterials, wenn dieses auf der Auflagefläche ausgebreitet ist; und

Bereitstellen einer Steuervorrichtung, die so programmiert ist, dass sie Verzerrungen in dem Muster, das durch das Arbeitsmaterial definiert wird, analysiert, wobei die Steuervorrichtung mit den Mitteln zum Aufnehmen eines Bildes des Arbeitsmaterials verbunden ist;

Veranlassen, dass die Steuervorrichtung Steuersignale erzeugt, die an die Bearbeitungssteuereinrichtung weitergeleitet werden;

Veranlassen, dass die Steuervorrichtung die Geometrie, die durch die Schnitteile definiert wird, mittels Rapport so verzerrt, dass, wenn die Schnitteile aus dem ausgebreiteten Arbeitsmaterial zugeschnitten werden, das Muster in denselben unverzerrt ist.

Die EP 0 239 665 A2 zeigt ein Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen, bei dem das Bereitstellen eines Displays vorgesehen ist, das mit einer Steuervorrichtung verbunden ist und an diesem Display durch einen Operator eine interaktive, halbautomatische Festlegung von Korrekturpunkten erfolgt und das Schneiden entlang einer korrigierten Schnittlinie der Zuschnitte erfolgt und dadurch ein mustertreuer Zuschnitt durchgeführt werden kann.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, bei einem Verfahren der eingangs genannten Art es dem Bediener zu erleichtern, das Arbeitsmaterial auszurichten und eine bessere Übereinstimmung mit einem Muster herzustellen.

Diese Aufgabe wird mit einem in Anspruch 1 angegebenen Verfahren gelöst.

Die vorliegende Erfindung ist zum einen auf ein Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial, das auf einer Auflagefläche ausgebreitet ist, gerichtet, wobei eine Arbeitsmaterialverarbeitungsvorrichtung bereitgestellt wird, welche die Auflagefläche definiert. Zumindest eine Lage Arbeitsmaterial wird auf der Auflagefläche ausgebreitet, und über bereitgestellte Mittel werden Bilder von Flächenabschnitten des Arbeitsmaterials im ausgebreiteten Zustand aufgenommen. Diese Mittel nehmen Bilder auf, die den Stellen entsprechen, an denen Schnitteile, die Markierungen bilden, positioniert werden, und übertragen Signale, die den aufgenommenen Bildern entsprechen, an eine mit ihnen verbundene Steuervorrichtung.

Die Steuervorrichtung ist mit der Markierungskonfiguration programmiert sowie so, daß sie Verzerrungen in dem Muster, das durch das ausgebreitete Arbeitsmaterial definiert wird, analysiert. Ein Display, das mit der Steuervorrichtung verbunden ist, empfängt Signale von der Steuervorrichtung und projiziert Bilder auf dasselbe, die den aufgenommenen Bildern entsprechen. Die Verzerrung des Musters, die in dem aufgenommenen Bild gezeigt ist, wird dann kartiert, so daß die Steuervorrichtung das Ausmaß der Verzerrung auf demselben analysieren kann. Das kartierte Bild des verzerrten Musters wird dann über die Steuervorrichtung entzerrt, und ein unverzerrtes Bild wird auf das Display projiziert. Unverzerrte digitale Darstellungen der Schnitteile, welche die Markierung bilden, werden dann durch einen Bediener auf dem unverzerrten Bild des ausgebreiteten Arbeitsmaterials positioniert, um das Muster, das innerhalb der Grenze des Schnitteils definiert wird, entsprechend dem Muster, das dem Bild des ausgebreiteten Arbeitsmaterials entspricht, das auf dem Display gezeigt ist, auszurichten. Nachdem die Schnitteile positioniert wurden, wird die Steuervorrichtung aktiv, und verzerrt die Geometrie, die durch die Schnitteile definiert wird, bezogen auf die tatsächliche Verzerrung des Musters, das durch die Flächenabschnitte des Arbeitsmaterials definiert wird, auf dem das Schnitteil positioniert ist, so daß, wenn die Schnitteile aus dem ausgebreiteten Arbeitsmaterial zugeschnitten werden, das Muster, das in denselben enthalten ist, unverzerrt ist.

In der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Mittel zum Aufnehmen eines Bildes des Arbeitsmaterials, wenn dieses auf der Auflagefläche ausgebreitet ist, eine Kamera. Vorzugsweise ist die Auflagefläche in etwa eben, und die Kamera an einen Träger gekoppelt, der sich quer über die Auflagefläche hinweg erstreckt. Der Träger ist in Längsrichtung der Auflagefläche vor und zurück beweglich, und die Kamera ist in Längsrichtung entlang dem Träger beweglich.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 ist eine schematische Illustration eines den Stand der Technik darstellenden Verfahrens des automatischen Angleichens von Schnitteilen an Muster, wobei das Schnitteil oder Entsprechungsteil nur in einer einzigen Koordinatenrichtung bewegt werden kann.

2 ist eine perspektivische Ansicht einer Flachbett-Stoffzuschneidevorrichtung, wobei eine Lage flächigen Arbeitsmaterials, das ein Muster auf demselben definiert, auf dem Zuschneidetisch positioniert ist.

3 illustriert in schematischer Weise einen Ausschnitt der Lage flächigen Arbeitsmaterials aus 2 und zeigt die Verzerrung des Musters, das durch das Arbeitsmaterial definiert wird, infolge des Ausbreitens desselben auf der Zuschneidevorrichtung aus 2.

4 zeigt den Ausschnitt des Arbeitsmaterials aus 2 mit durch den Bediener definierten Kartierungspunkten, die entlang dem verzerrten Muster positioniert sind.

5 illustriert in schematischer Weise das Muster, das in 2 und 3 gezeigt ist, im unverzerrten Zustand, wobei eine digitale Darstellung eines unverzerrten Schnitteils auf demselben positioniert ist.

Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung

Wie in 2 gezeigt, definiert eine Verarbeitungsvorrichtung für flächiges Arbeitsmaterial, die allgemein mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet und in der illustrierten Ausführungsform als eine Stoffzuschneidemaschine dargestellt ist, ein Gestell 12, das eine Auflagefläche 14 trägt. Die Zuschneidemaschine 10 schließt ebenfalls einen Träger 16 ein, der sich quer über die Auflagefläche hinweg erstreckt und in Längsrichtung derselben in Reaktion auf Befehlssignale, die durch eine Steuervorrichtung 18, die mit einer Zuschneidevorrichtung verbunden ist, erzeugt und ausgegeben werden, vor und zurück beweglich ist. Auf dem Träger 16 ist, für das Bewegen in Längsrichtung desselben, ebenfalls in Reaktion auf Befehlssignale, die durch die Steuervorrichtung 18 erzeugt und ausgegeben werden, ein Schneidkopf 20 angebracht, der ein Schneidwerkzeug 22, beispielsweise eine auf demselben angebrachte hin- und hergehende Klinge, aufweist.

An dem Schneidkopf 20 ist eine Kamera 24 befestigt, die sich mit demselben bewegt, um Bilder einer Lage flächigen Arbeitsmaterials 26, das ein Muster 28 auf demselben definiert, aufzunehmen. Ein Display 30, das in der illustrierten Ausführungsform als ein Monitor in der Art eines Computers gezeigt ist, ist mit der Steuervorrichtung verbunden, ebenso wie die Kamera 24. Zwar wurde die Steuervorrichtung 18 in der illustrierten Ausführungsform als ein Computer in der Art eines PC gezeigt, jedoch ist die vorliegende Erfindung in dieser Hinsicht nicht beschränkt, da jede Art von Steuervorrichtung, die so programmiert werden kann, daß sie Signale von einer Kamera oder Sensoren im allgemeinen empfängt und das empfangene Bild an ein Display sendet, beispielsweise eine programmierbare logische Steuervorrichtung, anstelle desselben eingesetzt werden kann, ohne von den weiteren Aspekten der vorliegenden Erfindung abzugehen. Weiterhin wurde in der illustrierten Ausführungsform zwar ein Monitor in der Art eines Computers gezeigt und beschrieben, jedoch ist die vorliegende Erfindung auch in dieser Hinsicht nicht beschränkt, da jede Art von Displayvorrichtung, die ein Bild von Flächenabschnitten des ausgebreiteten Arbeitsmaterials anzeigen kann, beispielsweise ein in eine Bedienkonsole eingebauter Bildschirm, anstelle desselben eingesetzt werden kann, ohne von den weiteren Aspekten der vorliegenden Erfindung abzugehen.

Die Steuervorrichtung 18 ist so programmiert, daß sie den Träger 16 und den Schneidkopf 20 so betätigt, daß diese über die Oberfläche des Arbeitsmaterials 26, das auf der Auflagefläche 14 aufliegt, hinweg bewegt werden, so daß sowohl Bildaufnahme- als auch Zuschneidevorgänge ausführt werden. Weiterhin ist die Steuervorrichtung mit einer Reihe von Schnitteilen (nicht gezeigt) programmiert, die zusammengenommen eine Markierung definieren. Darüber hinaus ist die Steuervorrichtung auch so programmiert, daß sie die Musterverzerrung, die durch das Arbeitsmaterial 26, das auf der Auflagefläche 14 ausgebreitet ist, definiert wird, kartiert und das Muster, wie nachfolgend im einzelnen erläutert, entzerrt.

Während eines Markierungserzeugungsvorgangs werden der Träger, der Schneidkopf 20 und dadurch die Kamera 24 über die Oberfläche des Arbeitsmaterials 26, das auf der Auflagefläche 14 ausgebreitet ist, bewegt und durch die Kamera Bilder von Flächenabschnitten des ausgebreiteten Arbeitsmaterials aufgenommen, die Stellen entsprechen, an denen Schnitteile, welche die Markierung definieren, positioniert sind. Die Steuereinheit empfängt dann durch die Kamera 24 erzeugte Signale, die diesen aufgenommenen Bildern entsprechen, und erzeugt ihrerseits Signale, die diesen Bildern entsprechen, die dann auf dem Bildschirm des Displays 30 angezeigt werden.

Wie in 3 gezeigt, illustrieren die durch die Kamera 24 aufgenommenen und auf dem Display 30 angezeigten Bilder die Verzerrung des Musters, das durch das Arbeitsmaterial 26 definiert wird, infolge des Ausbreitens desselben auf der Auflagefläche 14. Diese Verzerrung kann in Form von bogenförmigen Musterlinien vorliegen, die gerade sein sollten, sowie darin bestehen, daß das Muster gegenüber der Position, in der es sich im unverzerrten Zustand befinden sollte, verschoben ist. Der Fachmann auf dem Gebiet, das die Erfindung betrifft, bezeichnet dies als Bogenverzug und Schrägverzug. Zusätzlich zu Bogen- und Schrägverzug kann das Arbeitsmaterial infolge des Ausbreitens desselben auf der Auflagefläche 14 auch in einer Anzahl verschiedener Richtungen gedehnt sein. Dementsprechend kann die Breite geometrischer Abschnitte des Musters gegenüber dem, was im unverzerrten Zustand zu erwarten wäre, entweder schmaler oder breiter sein oder variierende Abmessungen aufweisen. Dementsprechend kann es aufgrund der Musterverzerrung für einen Bediener extrem schwierig sein, beispielsweise Schnitteile, die eine Markierung für ein bestimmtes Kleidungsstück bilden, bei dem der Modedesigner bestimmte Musterorientierungen für jedes Schnitteil bezogen auf das andere festgelegt hat, korrekt anzugleichen.

Wie in 4 gezeigt, wird vor dem Positionieren von digitalen Darstellungen von Schnitteilen, wie nachfolgend im einzelnen erläutert, die Verzerrung des Musters in den Flächenabschnitten des ausgebreiteten Arbeitsmaterials 26, die durch die Kamera 24 aufgenommen wurden, kartiert. Das Kartieren erfolgt durch einen Bediener, der unter Verwendung eines Zeigegerätes 32, beispielsweise einer Maus, Bezugspunkte 33 auf dem angezeigten Bild des verzerrten Flächenabschnitts des Arbeitsmaterials 26 positioniert, und zwar entlang den verschiedenen geometrischen Elementen, die das spezielle Muster des Arbeitsmaterials definieren. Diese kartierten Bezugspunkte 33 werden dann durch die programmierte Steuervorrichtung 18 analysiert, so daß die Musterverzerrung definiert wird und beeinflußt werden kann. Diese Musterverzerrung wird dann durch die Steuervorrichtung analysiert, und auf dem Display 30 wird ein unverzerrtes Musterbild angezeigt.

Wie in 5 gezeigt, kann der Bediener dann wiederum über ein Zeigegerät, beispielsweise eine Maus, ein digitales Bild eines Schnitteils 34, das die vorstehend beschriebene Markierung definiert, auf dem unverzerrten Bild, das auf dem Monitor angezeigt wird, beeinflussen, so daß eine nahezu perfekte Entsprechung zwischen dem durch das Schnitteil 34 geforderten Muster und dem unverzerrten Bild des ausgebreiteten Musters, das durch das ausgebreitete Arbeitsmaterial definiert wird, erreicht werden kann. Die Position des Schnitteils 34 kann dann fixiert werden. Dieser Prozeß setzt sich fort, bis jedes Schnitteil, das eine Entsprechung erfordert, korrekt positioniert ist. Dann bewirkt die Steuervorrichtung 18, daß die Geometrie, die durch die einzelnen Schnitteile 34 definiert wird, entsprechend der Verzerrung, die in den Flächenabschnitten des ausgebreiteten Arbeitsmaterials 26, in denen diese Schnitteile positioniert sind, kartiert wurde, verzerrt wird. Die Zuschneidevorrichtung kann betätigt werden, um die verzerrte Form jedes Schnitteils aus dem ausgebreiteten Arbeitsmaterial 26 zuzuschneiden, so daß, wenn die Schnitteile entfernt werden und die Verzerrung infolge des Ausbreitens des Arbeitsmaterials keine Rolle mehr spielt, die zugeschnittenen Schnitteile die für dieselben korrekte Geometrie und Musterorientierung definieren.

Da das Beeinflussen der digitalen Darstellungen der Schnitteile 34, wie in 5 gezeigt, auf einem Displaybildschirm erfolgt, wird das Bild weiterhin durch Pixels definiert. Der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Pixels ist bekannt. Wird das Bild gemäß dem vorstehend beschriebenen Prozeß entzerrt und auf dem Bildschirm angezeigt, kann die diskrete Natur der Pixels ein Aliasing zur Folge haben. Um dies zu kompensieren, wird ein als Goraud Shading bekanntes Verfahren eingesetzt. Dieses Verfahren verwischt im wesentlichen den Bildpunkt zwischen Pixels, so daß kein stufiges Bild, sondern eines mit einem glatten, fließenden Erscheinungsbild erzeugt wird.

Zwar wurden bevorzugte Ausführungsformen gezeigt und beschrieben, jedoch können verschiedene Abwandlungen und Ersetzungen vorgenommen werden, ohne vom Geist und Umfang der Erfindung abzugehen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, wobei das Verfahren folgende Schritte einschließt: Bereitstellen von zumindest einer Lage flächigen Arbeitsmaterials (26), das ein Muster (28) auf demselben definiert; Bereitstellen einer Arbeitsmaterialverarbeitungsvorrichtung (10), die ein Gestell (12) und eine Auflagefläche (14), die von dem Gestell (12) getragen wird, aufweist; Ausbreiten des Arbeitsmaterials (26) auf der Auflagefläche (14); Bereitstellen von Mitteln zum Aufnehmen von Bildern (24) von Flächenabschnitten des Arbeitsmaterials, wenn dieses auf der Auflagefläche ausgebreitet ist; und

    durch folgende Schritte gekennzeichnet ist:

    Bereitstellen einer Steuervorrichtung (18), die so programmiert ist, dass sie Verzerrungen in dem Muster (28), das durch das Arbeitsmaterial definiert wird, analysiert, wobei die Steuervorrichtung (18) mit den Mitteln zum Aufnehmen eines Bildes (24) des Arbeitsmaterials (26) verbunden ist;

    Bereitstellen eines Displays (30), das mit der Steuervorrichtung (18) verbunden ist;

    Aufnehmen von Bildern der Flächenabschnitte des Arbeitsmaterials (26), das auf der Auflagefläche ausgebreitet ist, und Übertragen der Bilder an die Steuervorrichtung (18);

    Projizieren der Bilder auf das Display (30) auf der Grundlage von Signalen, die von der Steuervorrichtung (18) aus übertragen werden;

    Kartieren der Verzerrung des Musters (28), das durch die Flächenabschnitte des ausgebreiteten Arbeitsmaterials (26) definiert wird;

    Veranlassen, dass die Steuervorrichtung (18) die Bilder der Flächenabschnitte verzerrt, und Projizieren unverzerrter Muster (28) der Flächenabschnitte auf das Display (30);

    Positionieren unverzerrter digitaler Darstellungen von Schnitteilen (34) auf den unverzerrten Mustern (28) des Arbeitsmaterals (26) worin alle Schnitteinstellungen auf der Basis der unverzerrten Muster (28) gemacht worden sind; und

    Veranlassen, dass die Steuervorrichtung (18) die Geometrie, die durch die Schnitteile (34) definiert wird, verzerrt, so dass sie der Musterverzerrung der Flächenabschnitte des Arbeitsmaterials (26) entspricht, so dass, wenn die Schnitteile (34) aus dem ausgebreiteten Arbeitsmaterial zugeschnitten werden, das Muster in denselben unverzerrt ist.
  2. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 1, weiterhin gekennzeichnet durch das Bereitstellen einer Kamera (24) für die Mittel zum Aufnehmen von Bildern.
  3. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Projizierens eines unverzerrten Bildes der Flächenabschnitte auf das Display (30) weiterhin gekennzeichnet ist durch einen Schritt des Einsatzes von Goraud Shading, um zwischen nebeneinander liegenden Pixels der Flächenabschnitte zu interpolieren, so dass ein glattes, fließendes Bild erzeugt wird.
  4. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Betätigens der Steuervorrichtung, um das Bild zu entzerren, weiterhin gekennzeichnet ist durch das Bestimmen des Ausmaßes von Bogen- und Schrägverzug in dem Muster, das durch das Arbeitsmaterial definiert wird.
  5. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Kartierens der Verzerrung weiterhin gekennzeichnet ist durch das Bereitstellen eines Zeigegerätes (32), das mit der Steuervorrichtung (18) verbunden ist, zum Positionieren von Bezugspunkten (33) entlang verzerrten Abschnitten des Musters (28), um der Steuervorrichtung (18) eine Karte der Verzerrung zu liefem; und wobei der Schritt des Veranlassens, dass die Steuervorrichtung (18) das Bild entzerrt weiterhin gekennzeichnet ist durch das Analysieren der Bezugspunkte (33), die durch das Zeigegerät (32) definiert wurden, um das Ausmaß der Verzerrung in dem Muster (28) zu bestimmen.
  6. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeigegerät (32) eine Maus ist.
  7. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeigegerät (32) einen Digitalisierstift und ein Digitalisiertablett einschließt.
  8. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeigegerät (32) eine Tastatur einschließt.
  9. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen auf flächigem Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, wobei das Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet ist, dass veranlasst wird, dass der Schneidkopf (20) die Schnitteile (34) entsprechend der verzerrten Geometrie aus den Arbeitsmaterialien zuschneidet, so dass, wenn die Schnitteile (34) von der Auflagefläche (14) entfernt werden, die Teile und die Muster (28) die innerhalb der Grenzen derselben definiert werden, unverzerrt sind.
  10. Verfahren zum Kompensieren von Musterverzerrungen, die durch flächiges Arbeitsmaterial (26), das auf einer Auflagefläche (14) ausgebreitet ist, definiert werden, nach Anspruch 9, wobei der Schritt des Projizierens eines unverzerrten Bildes der Flächenabschnitte auf das Display (30) weiterhin gekennzeichnet ist durch einen Schritt des Einsatzes von Goraud Shading, um zwischen nebeneinander liegenden Pixels der Flächenabschnitte zu interpolieren, so dass ein glattes, fließendes Bild erzeugt wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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