PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19537286B4 23.03.2006
Titel Presse zur Reduzierung des Wassergehaltes von Schlämmen
Anmelder Dieffenbacher GmbH + Co. KG, 75031 Eppingen, DE
Erfinder Bielfeldt, Friedrich B., 82396 Pähl, DE
Vertreter Hartdegen, A., Dipl.-Ing.(FH), 82205 Gilching
DE-Anmeldedatum 06.10.1995
DE-Aktenzeichen 19537286
Offenlegungstag 05.06.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse C10B 57/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C10F 5/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B30B 9/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C10L 9/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Presse zur Reduzierung des in Faserzellen kapillar gebundenen Wassergehaltes von kohlenstoffhaltigen, fein zerkleinerten Feststoffmaterialien und/oder Schlämmen, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Der Erfindung nach dem Hauptpatent DE 1 95 35 315 liegt die Aufgabe zugrunde, durch ein neues Verfahren die großindustrielle Nutzung von Rohbraunkohle durch eine thermisch-mechanische Entwässerung zu ermöglichen, bei der der Gesamtwirkungsgrad der Verstromung in Kraftwerksprozessen verbessert wird und daß der hierfür erforderliche kontinuierliche Durchsatz großer kohlehaltiger Feststoffmengen erreicht wird.

Um ein Ausblasen an den Rändern der Schüttgutmatte unter Einwirkung des Dampfdruckes zu vermeiden und eine gleichmäßige thermische Energieverteilung über die Preßflächen ohne Reduzierung des Dampfdruckes an den Rändern zu erreichen galt es weiter eine technische Lösung für eine Anlage und Presse zu schaffen, die die beschriebenen Nachteile nicht mehr

Die Lösung dieser Aufgabe für das Verfahren besteht in der Kombination folgender Verfahrensschritte:

  • a) Es wird ein bis zu circa 60° Celsius vorgewärmtes Einsatzmaterial verwendet, das zu Beginn des Arbeitstaktes in einer im wesentlichen dampfdicht abgeschlossenen und bis über 100° Celsius vorgewärmten Druckkammer sowie mit einem bis zu ≥ 150° Celsius überhitztem Wasserdampf von beiden Flachseiten bedampft wird, wobei
  • b) der Verdichtungsdruck auf das Einsatzmaterial größer ist als der im Einsatzmaterial durch die Schüttdichte bestehende Druck, maximal in etwa dem eingebrachten Dampfdruck von 5 bar bis 8 bar entspricht und anschließend
  • c) nach erreichter Temperatur von circa ≥ 125° Celsius im Einsatzmaterial die Dampfeindüsung beendet wird und je nach Korngröße des Einsatzmaterials ein hoher mechanischer, spezifischer Preßdruck bis maximal 75 bar zur Reduzierung auf einen Restwassergehalt bis zu 20 Gewichtsprozent zur Wirkung kommt.

Entsprechend den Bemessungsregeln nach der Erfindung des thermisch-mechanischen Entwässerungsverfahrens des Hauptpatents DE 1 95 35 315 gelingt es, Braunkohle mit geringem Aufwand an thermischer und mechanischer Energie wirtschaftlich zu entwässern. Für die Verstromung von Braunkohle mit hoher Feuchte läßt sich der Gesamtwirkungsgrad des Kraftwerksprozesses durch die Vorschaltung des energetisch günstigen Verfahrens gemäß der Erfindung zur Entfernung des Wassers deutlich verbessern. Außerdem wird im Vergleich zu den bekannten thermischen Trocknungsverfahren die Energie zur Verdampfung des Wassers eingespart.

Die Lösungen für die Anlage und eine Presse zur Durchführung der Verfahrensschritte nach dem Hauptpatent DE 1 95 35 315 bestehen insbesondere darin, daß ein umlaufendes Streuband durch eine in einer Einetagenpresse integrierten Druckkammer hindurchgeführt wird und diese Druckkammer durch ein Schleusensystem in den Taktfolgen des Prozeßablaufes geöffnet und geschlossen, wobei die Anlage in ihren Hauptteilen aus einer Streumaschine, einer beheizbaren Filterpresse und einem Streubandkastensystem mit rechteckigem Streuprofil für das Braunkohlegranulat besteht, dessen unendliches Streuband mit zwei unendlichen Seitenstahlbändern durch eine gasdicht abdichtbare Druckkammer in der Presse umlaufend geführt sind und wobei quer zur Transportrichtung im Ein- und Auslauf der Druckkammer diese durch ein auf- und abfahrbares Schwert und einem Sperrschieber zu verschließen und zu öffnen ist.

Die eingesetzten Metallgewebebänder, unten mobil als Streuband und oben fix an der oberen Preßplatte ausgeführt, bewirken nicht nur eine großflächige Ausfilterung des freiwerdenden Kohlewassers auf der oberen und unteren Seite, sondern sorgen auch für eine effektvoll flächige Verteilung des Dampfes bei der Dampfeindüsung.

Die Reinigung der Metallgewebebänder, von zum Beispiel Kohleresten, erfolgt selbsttätig durch den eingedüsten Dampf. Verstopfte Abwasserbohrungen werden durch Umschaltung auf Dampfspülung beidseitig gereinigt. Durch die flächige Absaugung über das unten und oben angeordnete Entwässerungssystem läßt sich eine Halbierung der Entwässerungswege im Braunkohlegranulat erreichen, was die Zeiten zum Auspressen des Kohle- und Kondenswassers weiter reduziert.

Bei Einsatz von pastösen Einsatzmaterialien, zum Beispiel Klärschlämmen, besteht jedoch die Gefahr, daß sowohl bei dem unteren Streuband in Metallgewebebandausführung als auch bei dem oberen Metallgewebeband, welches fix an der oberen Preßplatte angeordnet ist, sich die Maschenöffnungen durch eingepreßtes Preßgut so weit verschließen, daß eine selbsttätige Reinigung durch Dampfeindüsung nicht mehr gegeben ist. Das heißt, die Metallgewebebänder müssen nach jedem Zyklus oder zumindest sporadisch extern gesäubert werden.

Dies hat ein Abschalten und Stillsetzen der Gesamtanlage zur Folge, was einen hohen wirtschaftlich/finanziellen Nachteil ergibt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu verhindern und eine Presse zu schaffen, die das Reinigen der Metallgewebebänder während des Anlagenbetriebes ermöglicht.

Die Lösung dieser Aufgabe ist im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 aufgezeigt.

Als Vorteil für die erfindungsgemäße Presse ist anzumerken, daß auch Klärschlämme mit dem Verfahren und der Anlage nach dem Hauptpatent DE 1 95 38 315 einwandfrei entwässert werden, da stets saubere und funktionsfähige Metallgewebebänder in der Presse für die Einleitung des Dampfes und für die Ausbringung des Wassers beim Entwässerungsvorgang zur Verfügung stehen.

Weiter ist von Vorteil, daß während der Dampfinjektion das geschüttete Preßgut in der Druckkammer nicht nur an den Längsseiten, sondern auch im Ein- und Auslaufbereich dampfdicht verschlossen ist, so daß in dem isochor verdichteten Schüttgut, bei guter Permeabilität desselben, eine gute isobare Dampfdruckverteilung gegeben ist, daß während des Preßvorganges durch die Walzenstühle im Ein- und Auslaufbereich der Druckkammer ein Ausblasen des Preßgutes durch ausströmendes Gas verhindert wird und während dieser Abwärtsbewegung an den Stirnseiten des Preßgutes eine stets gleichmäßige geometische Kontur, die für die Sperrschieberfunktion im Ein- und Auslauf notwendig sind, gebildet wird und daß durch die Walzenstuhlkinematik im geöffneten Zustand der Presse bzw. der Druckkammer ein quasi kontinuierlicher Durchsatz des Einsatzmaterials von der Streustation durch die Druckkammer hindurch bis zur Austransportstrecke C im Auffangschacht zur Mahltrocknung möglich ist.

Weitere Vorteile der Erfindung können der folgenden Beschreibung, den Unteransprüchen und der Zeichnung entnommen werden, in denen die erfindungsgemäße Presse schematisch dargestellt ist.

Es zeigen:

1 und 2 die erfindungsgemäße Presse in einer Anlage nach dem Hauptpatent DE 1 95 35 315 während des Streu- und Pressentaktes im Aufriß,

3 und 4 die Presse nach 1 in größerem Maßstab in Seitenansicht und Grundriß,

5 die Presse aus 1 in größerem Maßstab von vorn,

6 in Ausschnitten die Presse nach 3 mit Ein- und Auslauf beim Vorschub des Einsatzmaterials,

7 die Presse nach 6 während der Dampfinjektion,

8 die Presse nach 6 beim Start des Preßvorganges,

9 die Presse nach 6 nach dem Preßvorgang und

10 in einem Schnitt m-m aus 7 Einzelheiten der Druckkammerabdichtung.

Die Zeichnung in den 1 und 2 zeigt den Erfindungsgegenstand umfassend den Anlagenbereich für ein thermisches-mechanisch Entwässerungssystem, zum Beispiel ausgelegt für die Entwässerung von Klärschlämmen, bestehend aus:

  • A) einer Streustrecke für eine kontinuierliche beetmäßige Streuung des Einsatzmaterials in ein umlaufendes Streukastenbandsystem,
  • B) einer Einetagenfilterpresse mit integriertem Druckkammer- und Schleusensystem und
  • C) dem Austransport der ausgepreßten Platte aus der Druckkammer mit Vorzerkleinerung für eine anschließende Mahltrocknung.

Die Streustrecke A der 1 und 2 zeigt die kontinuierliche Übergabe des Einsatzmaterials 6, das aus Klärschlamm besteht, vom feststehenden Bunkersystem 1 auf das horizontal reversierbare Übergabeband 2. Die reversierbare Streumaschine 3 streut den Klärschlamm 6 auf das Metallgewebeband 4, welches im Umlauf durch die Filterpresse 5 geführt wird. Das Streukastenbandsystem besteht aus dem unteren unendlichen Streuband 4 und den beiden senkrecht auf diesem Metallgewebeband 4 links und rechts mitlaufenden glatten, ebenfalls unendlichen gasundurchlässigen Stahlbändern 8. Das untere Streuband ist als dampfdurchlässiges Metallgewebeband 4 ausgeführt. Das Streukastenbandsystem wird im Synchronlauf durch die Druckkammer 40 geführt. Der Klärschlamm 6 wird bis zur Streuhöhe H im exakt geometrisch rechteckigen Querschnitt von der Streumaschine 3 eingestreut und anschließend unverändert in die Druckkammer 40 eingefahren, wie es in den 3, 4, 5 und 6 dargestellt ist.

Die Presse 5 mit integriertem Druckkammer- und Schleusensystem im Bereich B ist nach den 3, 4 und 5 als stationäre Einetagenoberkolbenpresse ausgeführt. Das Streukastenbandsystem wird endlos mit dem Klärschlamm 6 von der Streustrecke A in den Druckkammerpreßbereich B eingefahren, indem dieses mit dem unteren Metallgewebeband 4 über die untere, fix angeordnete beheizte Dampfinjektions- und Entwässerungsplatte 13 der Druckkammer 40 gleitet. Die mittleren Bohrungen 14 der Preßplatte 13 sorgen für die Beheizung. Die Dampfinjektionsbohrungen 15 sind gleichmäßig über der Preß- bzw. Filterfläche verteilt, nahe unterhalb der Preßfläche 25 angeordnet. Das untere Metallgewebeband 4 und das obere Metallgewebeband 44 mit einer Maschenweite von circa 0,5 mm sorgen für eine gute und flächige Dampfverteilung. Die Abwasserbohrungen 16, gleichfalls flächig über die Preßfläche mit einem Abstand von circa 90 mm verteilt, werden auf der Preßflächengegenseite in Smmelbohrungen zusammengefaßt, um das nach der Dampfinjektion freiwerdende Kapillarwasser aufzunehmen. In gleicher Weise ist die obere Preßplatte 17 ausgeführt.

Das Druckkammersystem (im Bereich B) ist in den 5 bis 10 dargestellt. Damit der in die Presse 5 mittels des Streubandkastensystems eingebrachte Klärschlamm 6 gleichmäßig mit Dampf umspült werden kann, wird der Massestrom allseitig umschlossen und dampfdicht eingekammert. Das Einkammern erfolgt in der Druckkammer 40. Das Druckkammersystem wird dabei aus folgenden Funktionsträgern gebildet:

  • – durch die untere stationäre, in den Pressenrahmen 30 gelagerte Preßplatte 13,
  • – durch der auf den beiden Längsseiten der Preßplatte 13 stehenden jeweils links und rechts angeordneten senkrechten Seitenandrückleisten 19, die wiederum über hydraulische Kurzhubzylinder 20 seitlich gegen die von den hydraulischen Preßzylindern 34 angetriebene obere Preßplatte 17 gedrückt werden, und
  • – durch die Langhub-Zylinder 34, die senkrecht von oben wirken und die Kurzhubzylinder 20, die horizontal von beiden Seiten auf die Druckkammer 40 drücken. Die Zylinder 34 und 20 sind jeweils dem Pressenrahmen 30 zugeordnet, die die Druckkammer 40 insgesamt über die Länge der Preßfläche 25 umfassen.

Die Stahlbänder 8, mit dem Metallgewebeband 4 als Streukasten ausgebildet, werden mittels Trommelantriebe im Synchronlauf durch die Druckkammer 40 hindurchgezogen, wobei die senkrecht stehenden Stahlbänder 8 an der glatten Innenfläche der Seitenandrückleisten 19 und den glatten Außenflächen der oberen Preßplatte 17 beim Hinein- und Herausfahren des Preßgutes entlang gleiten. Die Seitenandrückleisten 19 werden mittels der hydraulischen Kurzhubzylinder 20 im Seitenandruck gesteuert, das heißt entlastend während der Transportbewegung der Stahlbänder 4 und 8. Mit variierenden seitlichen Andrückkräften gegen die obere Preßplatte 17 während des Dampfinjizierens und dem Preßvorgang. Gegen den Dampfdruck ist die obere Preßplatte 17 durch eine elastische Gummidichtung 21 gasdicht abgedichtet. Die Seitenandrückleisten 19 sind wiederum mit gummielastischen Dichtungen 42 gegenüber dem versiegelten unteren Rand 10 gasdicht abgedichtet, wenn mittels der hydraulischen Andrückzylinder 23 beim Stillstand des Metallgewebebandes 4 die Seitenandrückleisten 19 senkrecht niedergedrückt werden.

Die Ein- und Auslaufschleusen bzw. den Ein- und Auslauf 26 und 27 am Druckkammersystem zeigen die 6 bis 10.

Darin sind gemäß der Erfindung die umlaufenden Metallgewebebänder, und zwar das untere Metallgewebeband 4 und das obere Metallgewebeband 44 als Filter- bzw. Dampfinjektionsband dargestellt. Die unten und oben endlos geführten Metallgewebebänder 4 und 44 werden jeweils durch eine Waschanlage 43 und 58 geführt. Diese Waschanlagen 43 und 58 sind flächig über die Breite der Metallgewebebänder 4 und 44 mit Druckstrahldüsen versehen, so daß mittels Druckwasserstrahlung die verstopften Metallgewebeöffnungen wieder freigestrahlt werden.

In 6 ist die Schleusenkinematik im geöffneten Zustand der Presse 5 zum Einfahren des Preßgutes dargestellt. Der Funktionsablauf ist wie folgt:

Beim Einfahren des Preßgutes 6 mittels des Streubandes 4 wird das obere Metallgewebeband 44 synchron mit dem Streuband 4 mittels der Antriebsstation 45 unterhalb der oberen Preßplatte 17 hindurchgezogen. Um einen schonenden Umlauf des Metallgewebebandes 44 zu gewährleisten werden der Walzenstuhl 46 im Einlauf 26 und der Walzenstuhl 47 im Auslauf 27 der Druckkammer 40 in eine untere Position eingefahren, so daß das Metallgewebeband 44 schadlos in gespanntem Zustand horizontal unterhalb der Preßplatte 17 hindurchgezogen werden kann.

Bei der Einschwenkbewegung wird das Metallgewebeband 44 stets durch das Spannrollsystem 48 unter Spannung gehalten. Parallel mit dem Einfahren des Preßgutes in die Druckkammer wird der Sperrschieber 49 im Auslauf 27 im Zuge einer Horizontalbewegung durch die hydraulische Andrückvorrichtung 62 in Schließposition für den nachfolgenden Dampfinjektionsprozeß eingefahren. Die stirnseitige Kontur 50 des Sperrschiebers 49 entspricht exakt der Kontur 51 im Einlauf 26 der oberen Preßplatte 17, die gleichfalls am Schüttgut durch den späteren Preßvorgang (siehe auch 8) gebildet wird.

Die Dampfschieberplatte 52 ist so weit nach oben gefahren, das heißt freigestellt, so daß das Schüttgut mit der Schütthöhe H störungsfrei in die Druckkammer 40 eingefahren werden kann.

7 zeigt die Druckkammer 40 in geschlossener Position. Hierzu sind die Walzenstühle 46 und 47 aus der unteren Bandumlaufposition in die obere Bandspannposition gefahren. Die obere Preßplatte 17 ist zur isochoren Verdichtung des Einsatzmaterials 6 gleichfalls in Position gefahren. Der Sperrschieber 49 ist in der Höhe X entsprechend der Höhe der ausgepreßten Platte 31 und der Schüttguthöhe H variabel einstellbar und ist in der oberen Fläche 53 und den Seitenflähen 54 mit thermisch beständiger gummielastischer Platte bewehrt, so daß der allseitig dampfdicht den Auslauf 27 der Druckkammer 40 abdichtet. Die Dampfsperrschieberplatte 52 wird hydraulisch, flächig, horizontal durch die Andrückvorrichtung 61 auf das Schüttgut 6 abgesenkt und schiebt sich in den Dichtungsschitz 55 dichtend gegen das Metallgewebeband 44, so daß über die gesamte Breite des Streukastenbandsystems eine spaltfreie Abdichtung gebildet wird. Die Dampfsperrplatte 52 legt sich flächig von oben auf das Schüttgut 6 und wird während der Dampfinjektion zwischen den beiden Seitenstahlbändern 8 liegend von den Seitenandrückleisten 19 eingeklemmt. Siehe hierzu im Vergleich die 9 und 10. Die Länge L der Dampfsperrplatte 52 ist in etwa gleich der zwei- bis zweieinhalbfachen der Schütthöhe H. Das heißt, bei einer Schütthöhe H von circa 500 mm besteht die Länge L der Dampfsperrplatte 52 zwischen circa 1000 mm bis etwa 1250 mm. Damit das Einsatzmaterial 6 vor dem Einlauf in die Druckkammer 40 über die Strecke L isochor eingespannt ist, ergibt sich durch die Vielzahl der Zwischenräume im geschütteten Granulat durch die Kapillarwirkung eine Dampfsperre entgegen der Transportrichtung. Die Dampfinjektion erfolgt wiederum von oben und unten flächig, entweder gleichzeitig oder alternierend. Nach der Dampfeindüsung, das heißt nachdem das Einsatzmaterial 6 an der Oberfläche mindestens 125° Celsius aufgenommen hat, wird der Preßvorgang unter hohem Druck bis Maximaldruck eingeleitet. 8 zeigt die Startposition für den Preßvorgang. Das heißt, der Sperrschieber 49 am Auslauf 27 ist hydraulisch in Transportrichtung auf der Oberfläche der Kohleplatte 31 zurückgezogen, so daß der Walzenstuhl 47 mit seiner Umlenkwalze 56 sich wiederum auf der Platte 31 abstützt. Der Walzendurchmesser 56 entspricht wiederum dem Walzendurchmesser 57 des Walzenstuhls 46, so daß dadurch stets die gleiche Kontur gemäß 51 gebildet wird. Während der Abwärtsbewegung der oberen Preßplatte 17 innerhalb der Druckkammer 40 schwenkt der Walzenstuhl 47 nach oben. Das Metallgewebeband 44 ist durch die Spannvorrichtung 48 stetig gespannt, so daß sich das Metallgewebeband 44 im Bereich 55 entsprechend der Kontur 51 flächig über die innere Breite des Streukastenbandsystems auf das Einsatzmaterial 6 legt. In gleicher Weise bewegt sich im Einlauf 26 der Druckkammer 40 das Metallgewebeband 44 im Bereich der Schrägstellung 59 senkrecht nach unten. Diese Bewegung folgt in horizontaler Richtung gleitend entgegen der Transportrichtung entlang dem Dichtungsschlitz 55. Durch die Abdeckung des offenen Einsatzmaterials 6 im Einlauf 26 und Auslauf 27 der Druckkammer 40 ist in diesem Bereich das Einsatzmaterials 6 während des Preßvorganges abgedeckt, das heißt eingespannt, so daß durch auströmende Luft bzw. Restdampf ein Ausblasen in Pfeilrichtung 60 verhindert wird. Das Ende des Preßvorganges wird in 9 dargestellt, so daß nach Beendigung des Entwässerungsvorganges die Öffnungsbewegung der oberen Preßplatte 17 wieder eingeleitet werden kann, so daß am Ende dieser Öffnungsbewegung die Funktionen für den oberen Bandumlauf zwecks Reinigung gemäß 6 wieder eingeleitet werden können.

10 zeigt noch einmal im Schnitt m-m aus 7 den horizontal eingefahrenen Sperrschieber 49 mit der gummielastischen Bewehrung 53 gegenüber der oberen Preßplatte 17 mit dem Metallgewebeband 44. Das heißt, die obere Gummibewehrung 53 wird dampfdicht in das Maschengewebe des Metallgewebebandes 44 gedrückt. Ebenso ist die seitliche Gummiabdichtung 54 gegen das Stahlband 8 ersichtlich.

Die Metallgewebebänder 4 und 44 können nicht beliebig scharf geknickt werden. Als Bemessungsregel für den Biegeradius gilt in etwa 50mal der Dicke des Metallgewebebandes. Dieses erfordert für das Verschließen der Druckkammer 40, besonders während der Dampfinjektion, eine besondere Walzenstuhlkinematik gemäß der vorliegend beschriebenen Erfindung.

Klärschlämme habe ein anderes Streuverhalten als zum Beispiel Rohbraunkohle, die als Granulat vorliegt.

Bei der Schüttung von Klärschlämmen kann es deshalb zweckmäßig sein, eine Anordnung vorzusehen, bei der die Streumaschine 3 nicht reversierend sondern stationär vor der Presse 5 angeordnet ist, so daß direkt in das in die Presse 5 einlaufende Streubandkastensystem eingeschüttet werden kann. Dabei entfallen auch die Antriebe für das Bunkersystem 1 mit dem verfahrbaren Übergabeband 2.

Von Vorteil ist dabei weiter, daß das Übergabeband 2 direkt über der Presse 5 angeordnet werden kann und somit die Gesamtanlage beträchtlich kürzer ist mit weniger Raumbedarf für die Installation. Weiter können das Streuband 4 und das Metallgewebeband 44 wesentlich kürzer ausgeführt sein.


Anspruch[de]
  1. Presse zur Reduzierung des in Faserzellen kapillar gebundenen Wassergehaltes von kohlenstoffhaltigen, fein zerkleinerten Feststoffmaterialien und Rohbraunkohle, insbesondere Klärschlämmen, unter Einwirkung von thermischer Energie und Druck auf das zu entwässernde Einsatzmaterial, wobei die aus überhitztem Wasserdampf bestehende thermische Energie und die mechanische Energie als Flächendruck auf das Einsatzmaterial in eine Druckkammer zugeführt wird, wobei eine rechteckige Druckkammer aus einer stationären unteren Preßplatte und fünf hydraulisch bewegten Kammerwänden vorgesehen ist, dabei zwei Seitenandrückleisten sich senkrecht gegen die äußeren Längskanten der unteren Preßplatte abstützen und mit variablen hydraulischen Kräften gegen die glatten Längskanten der oberen Preßplatte drückbar sind und ein- und ausfahrbare Sperrschieber bzw. Schwerter mit einer hydraulischen Andrückkinematik den Auslauf und den Einlauf abschotten sowie die obere Preßplatte zwischen den senkrechten Kammerwänden den Verdichtungsdruck für den Prozeßablauf Dampfinjektion und mechanisches Pressen mittels der Preßzylinder hydraulisch steuert und die Dampfinjektion in die Druckkammer sowie Abführung des Wassers aus der Druckkammer von oben über ein an der oberen Preßplatte fix angeordnetes Metallgewebeband und von unten über ein auf der unteren Preßplatte umlaufend geführtes Streuband erfolgt, nach dem Hauptpatent DE 1 95 35 315, dadurch gekennzeichnet, daß das obere Metallgewebeband (4) als ein um den oberen Pressenholm (63) der Presse (5) umlaufendes unendliches Band ausgeführt ist und sowohl das untere Streuband (4) als auch das obere Metallgewebeband (44) jeweils durch eine Waschstation (43 und 58) geführt angeordnet sind und daß die Dampfsperr- und Schleusentechnik am Ein- und Auslauf (26 und 27) der Druckkammer (40) aus einen in den Auslauf (27) ein- und ausfahrbaren Sperrschieber (49) und aus einer an die obere Preßplatte (17) am Einlauf (26) anfahrbare Dampfsperrplatte (52) bestehen.
  2. Presse nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Waschanlagen (43 und 58), die flächig über die Breite der Metallgewebebänder (4 und 44) reichen und mit Druckstrahldüsen ausgestattet sind.
  3. Presse nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Walzenstühle (46 und 47) vorgesehen sind, die im Einlauf (26) und im Auslauf (27) in eine obere Bandspannposition und in eine untere Position fahrbar sind, so daß das Metallgewebeband (44) unter der oberen Preßplatte (17) schadlos spann- und durchziehbar ist.
  4. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 3; dadurch gekennzeichnet, daß in den Walzenstühlen (46 und 47) jeweils Umlenkwalzen (56 und 57) gelagert sind, deren Radius circa 50 × die Dicke des Metallgewebebandes (44) aufweist.
  5. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß entsprechend der Einpreßkontur (51) im Einlauf (26) durch die obere Preßplatte (17) die stirnseitige Kontur (51) des Sperrschiebers (49) am Auslauf (27) exakt gleich ausgebildet ist.
  6. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dampfsperrplatte (52) am Einlauf (26) mittels hydraulischer Stellglieder (61) waagrecht und höhenverstellbar angeordnet ist.
  7. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sperrschieber (49) mit der Höhe X entsprechend der ausgepreßten Platte (31) und der Schütthöhe H variabel einstellbar ausgebildet und mit thermisch beständigen Gummiplatten an den Seitenfächern (54) und an der Oberseite (53) versehen ist.
  8. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (L) der Dampfsperrplatte (52) in etwa dem zwei- bis zweieinhalbfachen der Schütthöhe (H) entsprechend ausgebildet ist.
  9. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Streumaschine (3) zur Eingabe des Einsatzmaterials (6) direkt in das Streubandkastensystem (4 und 8) stationär vor der Presse (5) angeordnet ist.
  10. Presse nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Übergabeband (2) stationär über der Presse (5) angeordnet ist.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com