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Dokumentenidentifikation DE202005019902U1 23.03.2006
Titel Kantenschoner für Container
Anmelder Forschungszentrum Karlsruhe GmbH, 76133 Karlsruhe, DE
DE-Aktenzeichen 202005019902
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.03.2006
Registration date 16.02.2006
Application date from patent application 21.12.2005
IPC-Hauptklasse B65D 90/14(2006.01)A, F, I, 20051221, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65D 88/12(2006.01)A, L, I, 20051221, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft einen Kantenschoner für Container, umfassend mindestens eine in eine Bohrung einer Container-ISO-Ecke einsetzbares Bauteil mit einem Führungsteil und einem Abstandshalter gemäß des ersten Patentanspruchs.

Container der eingangs genannten Art sind genormte quaderförmige Behältnisse, die an allen acht Ecken mit so genannten ISO-Ecken ausgerüstet sind. Sie sind im Speditionsbereich, als Wohncontainer, aber auch für Sondernutzungen wie z.B. speziell für die Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen seit geraumer Zeit nicht mehr hinweg zu denken.

Die vorgenannten genormten ISO-Ecken bestehen aus jeweils einem monolithischen Würfel oder Quader aus Stahl, wobei jede der drei nach außen weisenden Flächen eine Bohrung oder Aussparung zur formschlüssigen reversiblen Aufnahme von Verbindungselementen mit einem Containerkran, einer Fixierungsverankerung oder sonstigen Elementen aufweist. Die Bohrungen oder Aussparungen in der ISO-Ecke weisen einen genormten ovalen oder länglichen Öffnungsquerschnitt auf und laufen im Innern der ISO-Ecke in ein Hohlvolumen als Hinterschnitt der Bohrungen oder Aussparungen zusammen. Dieser Hinterschnitt dient u. A. als Angriffsfläche für die vorgenannten formschlüssigen Verbindungen. Üblicherweise sind die ISO-Ecken fest in die Containerecke eingeschweißt, wobei sie sich gegenüber den Flächen und oftmals auch gegenüber den Kanten des Containers um ein bestimmtes Maß exponieren.

Bei einer Handhabung von Containern erfolgt ein Greifen desselben ausschließlich über die ISO-Ecken. Das Konzept sieht zudem vor, dass einzelne Container beim Absetzen sowie bei einer fachgerechten Stapelung oder Aneinanderschieben mehrerer Container ebenfalls ausschließlich über die ISO-Ecken berührt oder belastet werden, während die Containerflächen und oftmals auch die Kanten allenfalls nur sporadischen Stößen ausgesetzt sind.

Folglich wird eine Container-Lackierung bei einer sorgfältigen und fachgerechten Handhabung von Containern vor allem nur an den monolithischen, d.h. massiven ISO-Ecken beschädigt und muss zur Begrenzung von Korrosionsschäden allenfalls in Einzelfällen wenn überhaupt von Zeit zu Zeit erneuert werden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die ISO-Ecken an Containern stets gut zugänglich und sichtbar sind und daher Korrosion stets frühzeitig erkennbar ist. Die ISO-Ecken sind zumal bei einer bestimmungsgemäßen Verwendung von Containern beispielsweise für den Transport von Gütern oder bei einer zeitlich begrenzten Aufstellung als Lagerbehälter oder Wohn- oder Nutzraumcontainer immer wieder für eine Kontrolle zugänglich.

Ganz anders stellt sich das vorgenannte Korrosionsproblem im Rahmen einer Verwendung von Containern für die Zwischenlagerung von sicherheitsrelevanten Gefahrenstoffen dar. Speziell bei radioaktiven Stoffen dauert eine derartige Zwischenlagerung z.B. in so genannten Konrad-Containern mit Betonwandungen deutlich über 10 Jahre an, wobei eine vorgenannte visuelle Kontrolle einzelner Container beispielsweise in einem Containerstapel in einem Zwischenlager nur mit einem Umstapeln möglich ist. Bei einer Umsetzung von Containern ist jedoch immer mit Pendelbewegungen des Containers am Krangeschirr zu rechnen, was eine große Gefahr für neue Lackschäden darstellt. Selbst kleinste Lackschäden bewirken aber bei sich bei einer Lagerung ändernden klimatischen Schwankungen Korrosionsschäden, die lange Zeit unentdeckt bleiben und sich durch Lackunterwanderung auch auf Containerflächen außerhalb der ISO-Ecken ausbreiten. Konsequenterweise schreiben viele einschlägige Richtlinien zur Lagerung von Gefahrenstoffen aus Korrosionsschutzgründen einen wirksamen Langzeit-Korrosionsschutz wie z.B. einen unbeschädigten Schutzlacküberzug der Lagercontainer auch im Bereich der ISO-Ecken vor.

Als Korrosionsschutzmaßnahme für Container, insbesondere der ISO-Ecken ist folglich nur, sofern überhaupt erforderlich, eine regelmäßige Kontrolle und Ausbesserung des Schutzlacküberzugs bekannt. Dazu müssen die Container bewegt werden müssen, was wiederum eine erneute Gefahr der Beschädigung des Schutzlacküberzugs darstellt.

Spezielle Vorrichtungen zur Vermeidung von Schutzlackbeschädigungen auf ISO-Ecken sind nicht bekannt.

Ausgehend davon ist es Aufgabe der Neuerung, eine Einrichtung zur weitgehenden Vermeidung von Schutzlackbeschädigungen auf Containern, insbesondere auf den ISO-Ecken vorzuschlagen.

Die Aufgabe wird durch einen Kantenschoner mit den Merkmalen des ersten Schutzrechtsanspruchs gelöst. Die hierauf bezogenen Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen des Kantenschoners wieder.

Der vorgenannte Kantenschoner für Container umfasst mindestens ein in der Bohrung oder einer Aussparung einer Container-ISO-Ecke einsetzbares Bauteil. Dieses weist ein Führungsteil und ein Abstandshalter auf, wobei das Führungsteil das Bauteil bevorzugt über eine Passführung (Spielpassung), alternativ eine reibschlüssige Verbindung (leichter Presssitz) in der vorgenannten Bohrung oder Aussparung führt. Der Abstandshalter ist vorzugsweise scheibenförmig, weist eine bestimmte, einen Abstand vorgebende Dicke auf und dient als Abdeckung der Bohrung und der Aussparung sowie Bereichen um die Bohrung.

Durch die vorgenannte Führung des Führungsteils in der genormten Bohrung oder Aussparung wird der Abstandshalter auf der ISO-Ecke in vorteilhafter Weise an ein seitliches Verrutschen oder Verdrehen gehindert. Die Abdeckung überspannt bevorzugt jeweils die gesamte Bohrung, sodass ein anderes Element, wie eines der vorgenannten Verbindungselemente z.B. eines Krans nicht mehr in die Bohrung eingeführt werden kann. Andererseits darf das Führungsteil nicht so weit in die Bohrung hineinragen, dass die Angriffsfläche für ein in eine andere Bohrung derselben ISO-Ecke eingeschobene Verbindungselement nicht eingeschränkt wird.

Vorzugsweise weist das Bauteil eine pilzförmige Kontur auf. Das Führungsbauteil entspricht dabei dem Pilzstengel, welcher in seiner Kontur der Bohrung angepasst ist und mit dieser die vorgenannte Spielpassung bildet. Der Abstandshalter entspricht dem vorzugsweise scheiben- oder ringförmigen sowie vorzugsweise die gesamte Bohrung überspannenden Pilzhut. Der Abstandshalter kann nicht exzentrisch oder exzentrisch zum Führungsbauteil angeordnet sein.

Lässt eine Spielpassung zwischen Führungsbauteil und Bohrung eine Drehbewegung des Bauteils in der Bohrung zu, ist der Abstandshalter vorzugsweise nicht exzentrisch zum Führungsbauteil angeordnet. Viele Krafteinwirkungen auf den Abstandshalter werden dann nicht mehr geometrisch bedingt außermittig an das Führungsbauteil weitergeleitet. Dadurch lässt sich eben diese Drehbewegung und damit ggf. mit Verunreinigungen abrasiv wirkende Festkörperreibung auf der Schutzlackschicht der ISO-Ecke unterhalb des Bauteils bei einer Belastung des Bauteils z.B. durch aneinander reibende Container reduzieren.

Eine bevorzugte Ausführungsform des Kantenschoners weist Mittel zum Arretieren des Bauteils in der Bohrung auf. Stoffschlüssige Mittel sind z.B. Verklebungen, kraftschlüssige Mittel bevorzugt eine Klemmverbindung oder ein Presssitz ggf. mit mindestens einer nachgiebigen Wandung des Führungsteils.

Formschlüssige Mittel umfassen beispielsweise mindestens eine, vorzugsweise zwei gegenüberliegende und in der in der Bohrung montierten Raststellung gegeneinander vorspannbare Rastnasen als Teil des Führungsteils. Die Rastnasen greifen dabei bevorzugt im vorgenannten Hinterschnitt der Bohrung ein, und zwar in der Weise, dass sie die die Angriffsfläche für ein in eine andere Bohrung derselben ISO-Ecke eingeschobene Verbindungselement wie z.B. eine an der Hinterschneidung angreifenden Haltevorrichtung für einen Kran nicht eingeschränkt wird.

Der Kantenschoner ist vorzugsweise aus einem gegenüber den anliegenden Umgebungsbedingungen alterungsbeständigen Material gefertigt. Bei den vorgenannten Konrad-Containern wie auch bei anderen radioaktiven Stoffen ausgesetzten Kantenschoner eignet sich besonders ein strahlungsbeständiger Kunststoff, wie z.B. Polyethylen (HD-PE).

Die Neuerung wird wie folgt an Ausführungsbeispielen anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen

1a bis e prinzipielle Schnittdarstellungen mehrerer Ausführungsformen eines Kantenschoners an einer Container-ISO-Ecke sowie

2a und b die perspektivische Darstellungen einer Ausführungsform für zwei verschiedene Öffnungsquerschnitte.

Vier beispielhafte Ausführungsbeispiele, die die vorgenannten Gestaltungsgrundsätze wiedergeben, sind in den 1a bis e in jeweils gleichen Schnittdarstellungen an einer ISO-Ecke 1 (Ausschnitt mit einer oberen und einer seitlichen Bohrung 2 bzw. 3 mit Hinterschneidungen 9) wiedergegeben. Das jeweils in eine seitliche Bohrung 3 eingesetzte Bauteil 4 besteht aus einem Führungsbauteil 5 und einem Abstandshalter 6, die bei allen gezeigten Ausführungsformen die vorgenannte Pilzform aufweisen.

1a repräsentiert eine Ausführungsform, die auch in 2a und b wiedergegeben ist. Das Bauteil ist einstückig aus einem Kunststoff, vorzugsweise als Spritzgussteil hergestellt, wobei der Kunststoff eine Härte aufweist, die die Härte einer Lackschicht auf dem Container nicht übersteigt. Dies hat den Vorteil, dass der Kunststoff als solcher in der Lackschicht keine Kratzer oder Schrammen hinterlässt. Das Führungsbauteil umfasst mindestens eine, vorzugsweise aber zwei in 2a und b dargestellten und in der in der Bohrung montierten Raststellung gegeneinander vorgespannte Rastnasen 7 als Arretierungsmittel in einer Bohrung. Die Rastnasen weisen seitliche Führungsflächen 8 auf und sind damit funktional Teil des Führungsbauteils 5. Die Rastnasen greifen in die Hinterschneidungen 9 der Bohrung 3 ein und stellen somit eine formschlüssige Arretierung dar. Die elastische Vorspannung in den Rastnasen 7 drücken ferner die Führungsflächen 8 an die Wandungen der Bohrung 3 und reduzieren damit die Gefahr von Verrutschungen des Kantenschoners gegenüber der ISO-Ecke im arretierten Zustand, was in besonders vorteilhafter Weise ein allmähliches Eindringen von abrasiv wirkenden Schmutzbestandteilen insbesondere in die Fuge 10 zwischen ISO-Ecke und Abstandshalter behindert.

Die in 1a sowie 2a und b dargestellten Kantenschoner weisen am Führungsbauteil eine stufenförmige Aussparung 16 auf, die ein Hineinragen des Führungsbauteils 5 in den Bereich der Hinterschneidungen 9 verhindert und somit ein vorgenanntes Einführen von nicht weiter dargestellten Verbindungselementen in die obere Bohrung 2 nicht behindert.

Vorzugsweise weist der Kantenschoner eine zentrale Angriffsbohrung 11 zur einfachen Demontage durch Herausziehen auf. Ein Hinterschnitt 12 verbessert dabei eine manuelle Angriffsmöglichkeit.

Im Rahmen einer weiteren, nicht dargestellten Variante sind die beiden in den 2a und b dargestellten Rastnasen an ihren Extremitäten mit einer gespannten, vorzugsweise biegeschlaffen Verbindung, vorzugsweise einer Draht- oder Seilverbindung miteinander verbunden. Die Arretierung lässt sich dann durch Angreifen und Heranziehen dieser Verbindung durch bzw. in Richtung der Angriffsbohrung lösen, wobei die beiden Rastnasen gegen ihre Vorspannung durch die Verbindung nach innen gedrückt werden.

Die in 1b und c dargestellten Ausführungsformen umfassen je eine über einen Presssitz in die Bohrung 3 eingeschobenen Bauteile 4, vorzugsweise eine einstückige Elastomerkomponente mit zentralen Hohlraum 13 zur Erhöhung der radialen Nachgiebigkeit des Führungsbauteils 5 im Bereich der Bohrung 3, einer am Abstandshalterrand umlaufenden Dichtlippe 14 als Barriere für eindringende Schmutzpartikel in die Fuge 10 sowie vorzugsweise einem steifen Einlegeteil im Bereich des Abstandshalters 6. Die Ausführungsform nach 1c weist zudem einen elastischen Führungsbauteilboden 15 auf, der eingedrückt die umliegenden Bereiche das Führungsbauteils radial nach innen zieht und so eine Montage oder Demontage des Kantenschoners erleichtert.

1d offenbart eine Ausführungsform, bei der ein rohrförmiges Führungsbauteil 5 über einen mittels Schraube 17 vorspannbaren Konus 18 von innen gegen die Wandung der Bohrung 3 angedrückt wird.

1d zeigt auch beispielhaft einen Dichtring 19 als Barriere für eindringende Schmutzpartikel in die Fuge 10.

1e repräsentiert dagegen eine Ausführungsform, umfassend ein Führungsbauteil 5 mit leicht konisch verjüngenden Innenhohlraum, der durch einen von außen eindrückbaren Bolzen 20 nach außen erweitert wird und den Kantenschoner dadurch in der Bohrung 3 arretiert.

1ISO-Ecke 2obere Bohrung 3seitliche Bohrung 4Bauteil 5Führungsbauteil 6Abstandshalter 7Rastnase 8Führungsfläche 9Hinterschneidung 10Fuge 11zentrale Angriffsbohrung 12Hinterschnitt 13Hohlraum 14Dichtlippe 15Führungsbauteilboden 16Aussparung 17Schraube 18Konus 19Dichtring 20Bolzen

Anspruch[de]
  1. Kantenschoner für Container, umfassend mindestens eine in eine Bohrung einer Container-ISO-Ecke einsetzbares Bauteil mit einem Führungsteil und einem Abstandshalter, wobei das Führungsteil eine Passführung in der Bohrung umfasst und der Abstandshalter eine Abdeckung des Bereichs um die Bohrung umfasst.
  2. Kantenschoner nach Anspruch 1, wobei das Bauteil eine pilzförmige Form aufweist, wobei das Führungsteil dem Pilzstengel und der Abstandshalter dem Pilzhut entspricht.
  3. Kantenschoner nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Bauteil Arretierungsmittel für das Bauteil in der Bohrung umfasst.
  4. Kantenschoner nach Anspruch 3, wobei die Passführung eine verdrehsichere Spielpassung ist und die Mittel mindestens eine elastische Rastnase als Teil des Führungsteils zum Arretieren des Bauteils in der Bohrung umfasst.
  5. Kantenschoner nach Anspruch 3, wobei die Mittel einen Presssitz als Passführung umfasst.
  6. Kantenschoner nach Anspruch 3 oder 5, wobei die Mittel eine Klemmvorrichtung mit mechanischer Betätigung umfassen.
  7. Kantenschoner nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei das Bauteil einstückig aus Kunststoff oder einem Elastomer besteht.
  8. Kantenschoner nach Anspruch 6, wobei der Kunststoff eine Härte aufweist, die die Härte einer Lackschicht auf dem Container nicht übersteigt.
  9. Kantenschoner nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei das Bauteil eine zentrale Angriffsbohrung aufweist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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