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Dokumentenidentifikation DE60109228T2 30.03.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001147911
Titel Feuerbeständiges druckbares Medium
Anmelder Porcher Industries, Bourgoin Jallieu, FR
Erfinder Scheffer, Jacques Laurent, 69390 Charly, FR;
Lesueur, David Jean Louis, 76310 Saint Alban de Montbel, FR
Vertreter Maiwald Patentanwalts GmbH, 80335 München
DE-Aktenzeichen 60109228
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 06.04.2001
EP-Aktenzeichen 014200836
EP-Offenlegungsdatum 24.10.2001
EP date of grant 09.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.2006
IPC-Hauptklasse B41M 1/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B41M 1/34(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   B41M 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das technische Gebiet von Trägermaterialien aller Art, die dazu bestimmt sind, durch Digitaldruck oder Siebdruck bedruckt zu werden, um ein bedrucktes Medium zur Verwendung im Außenbereich (z.B. Werbeplakate) oder Innenbereich (allgemein gehaltene Aushänge mit gegebenenfalls Werbecharakter, wie sie in Geschäften, Büros oder Unternehmen vorkommen) herzustellen.

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Trägermaterial, das dazu bestimmt ist, durch Digitaldruck oder Siebdruck bedruckt zu werden, das ein Grundsubstrat, welches das Gerüst des Trägermaterials bildet, und einen Überzug umfasst, der die Beschichtung des Substrats bildet und zum Bedrucken dient.

Es ist bereits bekannt, biegsame Trägermaterialien herzustellen, die dazu bestimmt sind, mit der „digital printing" genannten Drucktechnik bedruckt zu werden, die allgemein unter dem Namen Digitaldruck oder numerisches Drucken bekannt ist. Allgemein deckt der Digitaldruck zwei nahe verwandte Gebiete ab, und zwar den Großformatdigitaldruck („large format digital printing") und den Kleinformatdigitaldruck („small format digital printing").

Im Falle des Großformatdigitaldrucks haben die bedruckten Trägermaterialen eine große Fläche, beispielsweise in der Größenordnung von mehreren Tausend Quadratmetern, und sind zu einem Gebrauch im Außenbereich bestimmt. Beispielsweise können die bedruckten Trägermaterialien dieser Art Plakate aller Art sein, wie Kinoplakate, oder auch beleuchtete Werbeplakate, „billboards", die entlang von Transportwegen angeordnet werden, oder auch Plakate oder Trägermaterialien, die dazu bestimmt sind, Gebäudefassaden oder Gerüste abzudecken.

Die Trägermaterialien, die bekannt sind und dieser Klassifizierung entsprechen, werden im Allgemeinen aus einem Grundsubstrat ausgebildet, das beispielsweise aus Vinylpapier, Planenstoff, Gitter, Vlies, Moquette, Markisenstoff, Polypropylenfolie, Acrylfolie oder auch ABS-Folie hergestellt ist, wobei das Grundsubstrat im Allgemeinen mit einer Beschichtung überzogen ist, die den Digitaldruck zulässt. Die bekannten Erzeugnisse stellen sich in Form von Rollen mit variabler Länge beispielsweise in der Größenordnung von dreißig Laufmetern dar.

Die bekannten überzogenen Erzeugnisse dieser Art werden dann durch Digital- und Tintenstrahldruck in lösendem Medium, oder seltener in wässrigem Medium mittels verschiedener gegenwärtig auf dem Markt erhältlicher Markierungsmaschinen bedruckt.

Zusätzlich können solche überzogenen Erzeugnisse mit der Siebdrucktechnik bedruckt werden.

Die überzogenen Trägermaterialien, die durch Großformatdigitaldruck oder auch Siebdruck bedruckt werden, kranken, wenn sie auch allgemein zufriedenstellend sind, dennoch an gewissen Nachteilen, die beispielsweise mit den verhältnismäßig hohen Kosten für die notwendigen Druckmaschinen und im Wesentlichen mit ihrer geringen Feuerfestigkeit verbunden sind, da gerade solche überzogenen Druckträger an Örtlichkeiten angeordnet und in diese einbezogen werden, die dazu bestimmt sind, öffentlich zugänglich zu sein.

Somit sind die meisten dieser großformatigen Druckträger nicht in der Lage, die auf dem Gebiet der Brandschutzklassen erforderlichen Normen erfolgreich zu erfüllen. Dies trifft insbesondere auf die überzogenen Trägermaterialien mit einem Grundträger aus Papier zu, die brennbar und somit ohne Brandschutzklasse sind. Im Falle von überzogenen Trägermaterialien, die einen anderen Grundträger als Papier enthalten, beträgt die Brandschutzklasse, die von solchen Trägermaterialien erhalten werden kann, beispielsweise im Fall von mit PVC überzogenen Trägermaterialien, bestenfalls die Klasse M1 (nach der Norm NF P92-503 und NF P92-507) oder B1 (nach der DIN-Norm 4102), was sich als unzureichend herausstellt oder herausstellen kann.

Die Trägermaterialien, die nach der Kleinformatdigitaldrucktechnik bedruckt sind, sind im Allgemeinen dazu bestimmt, im Inneren von Gebäuden verwendet zu werden, und haben somit im Allgemeinen kleinere Abmessungen. Als Anwendungsbeispiel können beispielsweise Aushänge mit gegebenenfalls Werbecharakter genannt werden, die in Geschäften, Büros, öffentlichen Einrichtungen angeordnet werden, wobei solche Plakate auch beleuchtet oder hintergrundbeleuchtet sein oder sich in Form von Leuchtreklame darstellen können.

Die verwendeten Drucktechniken sind Digitaldruck durch wässrigen Tintenstrahl oder auch elektrostatische Übertagung. Gegenüber den durch die Großformatdigitaldrucktechniken bedruckbaren Trägermaterialien kranken die Druckträger, die bei der Kleinformatdigitaldrucktechnik verwendet werden, im Wesentlichen an denselben Nachteilen, wenn auch in geringerem Ausmaß, was die Kosten für die zu verwendenden Druckmaschinen sowie die Auflösungsgrade anbelangt. Gleiches trifft auch auf die Nachteile zu, die mit der Fähigkeit solcher überzogener Trägermaterialien verbunden sind, die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen, die die Nichtbrennbarkeit und Nichtentzündlichkeit dieser Produkte betreffen, die direkt dazu bestimmt sind, an Orten angebracht zu werden, die öffentlich zugänglich oder in Berührung mit der Öffentlichkeit sind. So stellte es sich heraus, dass die Trägermaterialien, die dazu bestimmt sind, durch die Kleinformatdigitaldrucktechnik bedruckt zu werden und aus Trägermaterialien auf Basis von Papier, Klebeträgern oder Folien hergestellt sind, an einem Nachteil leiden, der damit zusammenhängt, dass sie überhaupt nicht oder nur mäßig feuerfest sind. Im Falle von Papier entspricht das Trägermaterial keiner Brandschutzklasse, während im Falle von überzogenen Trägermaterialien diese bestenfalls einer Brandschutzklasse der Art von M1 (nach der Norm NF P92-503 und NF P92-507) oder B1 (nach der DIN-Norm 4102) entsprechen können.

Schließlich sind allgemein bedruckbare Trägermaterialen bekannt, die beispielsweise dazu bestimmt sind, Planen oder Schutzabdeckungen zu bilden, wobei diese Trägermaterialien aus mit PVC überzogenen Polyestergeweben hergestellt sind. Solche bedruckbare Trägermaterialien können höchstens die Bedingungen der Schutzklasse M1 (nach der Norm NF P92-503 und NF P92-507) erfüllen. Außer ihrer unzureichenden, ja sogar praktisch nicht vorhandenen Feuerfestigkeit können solche Produkte im Brandfall eine Anzahl giftiger Dämpfe, vor allem Chlorwasserstoffsäuredämpfe freisetzen, wodurch sie die hohen, durch Gesetze oder Normen festgelegten Auflagen nicht erfüllen können.

Aus dem Dokument DE-30 07 185 ist eine schallabsorbierende und feuerhemmende Platte für das Bauwesen bekannt, die dazu bestimmt ist, durch Siebdruck bedruckt zu werden. Diese Platte auf Mineralfaserbasis wird auf einer ihrer Flächen einer Aufstäubung mit einem Aufweichungsmittel unterzogen. Die Platte wird dann einer Oberflächenglättung unterzogen, indem sie zwischen zwei erwärmten Walzen hindurchläuft. Diese Behandlung ermöglicht es, dass die Platte auf ihrer Fläche, die der Austäubung unterzogen wurde, durch Siebdruck bedruckt werden kann.

Eine Aufgabe der Erfindung ist es, ein neuartiges Trägermaterial vorzuschlagen, das dazu bestimmt ist, durch Digital- oder Siebdruck bedruckt zu werden, das die vorstehend aufgeführten Nachteile nicht aufweist und verbesserte Feuerbeständigkeitseigenschaften aufweisen kann, indem es gleichzeitig einen Digital- oder Siebdruck zulässt.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein neuartiges Trägermaterial vorzuschlagen, das dazu bestimmt ist, durch Digital- oder Siebdruck bedruckt zu werden, das in der Lage ist, besonders hohe Brandschutzauflagen zu erfüllen und das Freisetzen giftiger Dämpfe vermeiden kann.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein neuartiges Trägermaterial vorzuschlagen, das dazu bestimmt ist, durch Digital- oder Siebdruck bedruckt zu werden, das seine Feuerfestigkeitseigenschaft vor oder nach dem Bedrucken beibehalten kann, und zwar wie auch immer die Beschaffenheit und Art der verwendeten Tinte sein mag.

Eine zusätzliche Aufgabe der Erfindung ist es, ein neuartiges Trägermaterial vorzuschlagen, das dazu bestimmt ist, durch Digital- oder Siebdruck bedruckt zu werden, das mit allen verfügbaren Druckmaterialien kompatibel ist.

Eine weitere zusätzliche Aufgabe der Erfindung ist es, ein neuartiges Trägermaterial vorzuschlagen, das dazu bestimmt ist, durch Digital- oder Siebdruck bedruckt zu werden, das sich aus herkömmlichen Grundsubstraten und Überzügen herstellen lässt, und zwar zu annehmbaren Herstellungskosten.

Die Aufgaben der Erfindung werden mittels eines Trägermaterials, das dazu bestimmt ist, durch Digital- oder Siebdruck bedruckt zu werden, gelöst, das dem Wortlaut von Anspruch 1 entspricht.

Die Aufgaben Erfindung werden auch mittels eines Verfahrens gelöst, das dem Wortlaut von Anspruch 9 entspricht.

Weitere Aufgaben und Vorteile der Erfindung werden angesichts der folgenden Beschreibung ausführlicher beschrieben, die mittels lediglich veranschaulichender Beispiele wiedergegeben wird.

Im Sinne der Erfindung ist unter dem Ausdruck „numerisches Drucken" oder „Digitaldruck" jede Druckart zu verstehen, die dem Begriff „digital printing" entspricht, die den Druck durch elektrostatische Übertragung oder Tintenstrahldruck einschließt, wie auch immer ihr Auflösungsvermögen sein mag, ganz gleich, ob es sich um einen Druck mittels pigment-, wasser- oder lösungsmittelhaltiger Tinte handelt.

Im Sinne der Erfindung können die zum Bedrucken bestimmten Trägermaterialen auch durch Siebdruck bedruckt werden.

Erfindungsgemäß umfasst das Trägermaterial, das dazu bestimmt ist, durch Digitaldruck oder Siebdruck bedruckt zu werden:

  • – ein Grundsubstrat, welches das Gerüst des Trägermaterials bildet und allgemein biegsam ist oder eine gewisse Biegsamkeit aufweist, um den Druck mittels bekannter Techniken durchzuführen,
  • – einen Überzug, der die Beschichtung des Substrats bildet und dazu dient, das Bedrucken mittels der vorstehend erwähnten Techniken durchzuführen.

Das Substrat ist allgemein in Form einer Rolle verpackt, die dann zu einer flächigen Form abgeschnitten wird, die sich für den Drucker eignet. Sie kann eine bestimmte geometrische Form haben, beispielsweise rechteckig, wobei der Überzug die Außenbeschichtung des Substrats bildet, die sich vorzugsweise nur über eine Fläche erstreckt, und zwar über die, auf der der Aufdruck hergestellt wird. Im Sinne der Erfindung ist es jedoch vorstellbar, ein überzogenes Trägermaterial herzustellen, dessen Außenbeschichtung die beiden entgegengesetzten Flächen des Substrats bildet.

Erfindungsgemäß besteht das Grundsubstrat, das dazu bestimmt ist, überzogen zu werden, aus vorzugsweise nicht brennbaren Fasern oder Fäden oder auch Mineralfasern, die eine Überzugmasse F bilden. Das Grundsubstrat kann somit auf nicht einschränkende Weise aus einem Glasgewebe, einem Glasgitter, oder aber auch aus einem Vliesgewebe auf Glasbasis bestehen.

Der Überzug, der die Beschichtung beispielsweise außen am oder am Kern des Substrats bildet, besteht aus mindestens einem bedruckbaren Polymer mit der Masse E, das durch bekannte Verfahren auf das Grundsubstrat aufgebracht wird.

Vorteilhafter Weise werden die bedruckbaren Polymere aus denjenigen ausgewählt, die mit wässriger Tinte oder Lösungsmittel durch hochauflösende Verfahren (mit 50 bis 1200 DPI und darüber) bedruckt werden können, um Trägermaterialien oder Drucksubstrate für das Gebiet des Digitaldrucks herzustellen.

Als nicht einschränkendes Beispiel kann die Schicht bedruckbarer Polymere durch alle bekannten herkömmlichen Verfahren wie Streichen, Beschichten, Extrudieren, Koextrudieren, Kaschieren, Aufstäuben oder Imprägnieren mit dem Polymer auf das Grundsubstrat aufgebracht werden.

Die Erfindung besteht also darin, nicht brennbare Fasern, Fäden oder Mineralfasern ausgewählt und sie mit einer Schicht bedruckbarer Polymere in einer Menge überzogen zu haben, so dass das Verhältnis E/(E + F), das dem Verhältnis der Überzugmasse zur Gesamtmasse des Trägermaterials entspricht, es ermöglicht, die Feuerfestigkeitseigenschaft des gesamten Trägermaterials vor und nach dem Bedrucken beizubehalten. Erfindungsgemäß liegt das Verhältnis E/(E + F) im Bereich von 4% bis 50%, wobei die gegebene Untergrenze, also 4%, im Wesentlichen der Mindestmenge an bedruckbaren Polymeren entspricht, die zum Drucken notwendig sind. Vorteilhafter Weise kann der untere Wert auf 7% angehoben werden, wobei der bevorzugte Durchschnittswert um die ca. 10% beträgt.

Vorteilhafter Weise ist das erfindungsgemäße Trägermaterial frei von Halogen- oder halogenisierten Verbindungen wie Chlor, Brom, Fluor oder Iod, um insbesondere, im Falle, dass das überzogene und bedruckte Trägermaterial einmal brennen sollte, jegliches Freisetzen von Gasen zu verhindern, und um ein bedruckbares, überzogenes Trägermaterial zu erhalten, das noch höhere Feuerfestigkeitseigenschaften hat.

Das erfindungsgemäße überzogene und bedruckbare Trägermaterial ist in der Lage, die Feuerfestigkeit des Trägermaterials nach dem Bedrucken mit den meisten der verwendeten Tintenarten sicherzustellen. Dazu enthält das Trägermaterial vorteilhafter Weise ein flammwidrig machendes Mittel, das es ermöglicht, die Sauerstoffkennzahl der Oberfläche, die zur Aufnahme der Drucktinte bestimmt ist, auf einen Wert zu senken, der niedriger als derjenige ist, der zur Verbrennung der Tinte notwendig ist. Vorteilhafter Weise ist das flammwidrig machende Mittel im bedruckbaren Polymer in einer Höhe vorhanden und/oder fein verteilt, die von 0% (keinerlei flammwidrig machendes Mittel vorhanden) bis 90% der Masse des Überzugs gehen kann, wobei der bevorzugte Wert um die ca. 25% beträgt. Die Beschaffenheit und die Einbringmenge der flammwidrigen Verbindung werden selbstverständlich je nach der Beschaffenheit und Zusammensetzung der Tinte so bestimmt, dass sie den angestrebten Feuerfestigkeitseigenschaften vollkommen angepasst sind.

Die Einbringmenge muss jedoch vom Fachmann auf herkömmliche Weise angepasst und bestimmt werden, um innerhalb annehmbarer Grenzen zu bleiben, damit die Eigenschaften des Trägermaterials und vor allem seine mechanische Festigkeit nicht übermäßig herabgesetzt werden. Beispielsweise enthalten die flammwidrig machenden Verbindungen, die verwendet werden können, vorteilhafter Weise Phosphor und/oder Stickstoff, wobei die Verbindung als wässrige Dispersion oder in Lösungsmittel gelöst vorliegt.

Selbstverständlich wird das bedruckbare Polymer, das dazu bestimmt ist, den Überzug zu bilden, so ausgewählt, dass es eine bestimmte Wasserlöslichkeit für den Fall eines Tintenstrahldrucks mit wässriger Tinte, oder eine Löslichkeit in Lösungsmittel für den Fall eines Tintenstrahlaufdrucks mit Lösungsmittel aufweist.

Wahlweise kann der Überzug, wenn der Vorgang zum Auftragen des Überzugs mechanisch, beispielsweise mittels eines Aufstreichsystems erfolgen soll, ein Quellmittel in einer Menge enthalten, die ausreicht, um die notwendige Viskosität, beispielsweise in der Größenordnung von 20000 m·Pa·s. zu erzielen. Dieses Quellmittel wird vom Fachmann auf bekannte Weise ausgewählt und kann beispielsweise auf Casein, Stärke oder dergleichen aufbauen.

In allen Fällen liegt der Brennwert des erfindungsgemäßen bedruckbaren überzogenen Trägermaterials unter 10000 kJ/kg und vorzugsweise unter 2500 kJ/kg, und zwar vor und nach dem Bedrucken, um die strengsten durch Normen festgelegten Anforderungen hinsichtlich Feuerfestigkeit erfüllen zu können.

Die Einhaltung aller dieser Herstellungsmerkmale ermöglicht es, ein bedruckbares überzogenes Trägermaterial zu erhalten, das besonders feuerfest ist und den verschiedenen und strengsten durch Gesetze und Normen festgelegten Auflagen in Europa und anderen Ländern Genüge tut. Die erfindungsgemäß erhaltenen überzogenen Trägermaterialien können insbesondere den Kriterien der Brandschutzklasse M0 (nach der Norm NF P92-510) und A2 (nach der DIN-Norm 4102-1) standhalten.

Im Übrigen stellte es sich heraus, dass die erfindungsgemäßen Erzeugnisse mit praktisch allen der gegenwärtig bekannten Druckmaschinen bedruckt werden können, wie auch immer die Beschaffenheit und Art der verwendeten Tinten sein mag.

Beispiele für hergestellte Erzeugnisse sind folgende:

Beispiel 1:

Es wird ein durch Tintenstrahldruck mit wässriger Tinte mit einem Drucker mit 91,44 cm (36 Zoll) Standardbreite bedruckbares Trägermaterial auf folgende Weise hergestellt:

  • – das Substrat ist ein Glasgewebe mit durchgehenden Fäden mit einem Titer 68 tex, flächenbezogene Masse 205 g/m2, bei Porcher Industries mit 3695 bezeichnet.
  • – Die Formulierung ist folgende:

Bedruckbares Polymer:

Wässrige Dispersion eines modifizierten aliphatischen Polyurethans, das bei Rowa mit Rowathan 12892 W bezeichnet ist, → 100 Teile.

Mittel zum Senken der Sauerstoffkennzahl (feuerbeständiges Mittel):

Wässrige Lösung auf Grundlage einer Phoshor-/Stickstoffverbindung, die bei Schill und Seilacher mit FLACAVON® H14/112 bezeichnet ist, → 16 Teile.

Quellmittel:

Zugabe in einer Menge, die notwendig ist, um eine Viskosität um die 20000 m·Pa·s. zu erzielen.

Der Trockenauszug des Bads wird so eingestellt, dass er nahe an 26% liegt. Nach dem Bestreichen nur einer Fläche dieses Gewebes und Trocknen der Rezeptur wird auf diese Weise ein durchscheinendes Gewebe erhalten, das mit 15 bis 20 g/m2 des vorstehend beschrieben Überzugs beschichtet ist, dessen oberer Brennwert gemessen nach der Norm NF P92-510 unter 2500 kJ/kg und unter 4200 kWs/kg nach der DIN-Norm 4102-1 liegt, wodurch er in die Klasse M0 bzw. A2 eingestuft werden kann.

Dieses Gewebe wird dann zu Rollen mit 91,44 cm (36 Zoll) Standardbreite und variabler Länge abgeschnitten, um mit hochauflösendem Tintenstrahldruck mit wässriger Tinte bedruckt zu werden.

Beispielsweise lässt sich dieses bedruckte Gewebe zur Herstellung eines von hinten angestrahlten Werbeplakats verwenden.

Beispiel 2:

Beispiel 1 wird wiederholt, wobei das beschriebene Glasgewebe mit der Bezeichnung 3695 durch ein Glassatin ersetzt wird, das durch Weben durchgehender Fäden mit 136 tex erhalten wird, flächenbezogene Masse 420 g/m2, und bei Porcher Industries mit 969 bezeichnet ist.

Die Formulierung des Überzugs ist identisch zu derjenigen von Beispiel 1. Durch einen Bestreichvorgang mit einem Rakel wird jede der Flächen dieses Satins mit ca. 15 bis 20 g/m2 überzogen, danach der vorstehend beschriebene Überzug getrocknet. Man erhält auf diese Weise ein auf diesen beiden Flächen mit wässriger Tinte bedruckbares undurchsichtiges Gewebe, dessen oberer Brennwert nach der Norm NF P92-510 und der DIN-Norm 4102-1 es ermöglicht, es in die Klasse M0 bzw. A2 einzustufen. Dieses Gewebe wird dann zu Rollen mit 91,44 cm (36 Zoll) Standardbreite und variabler Länge abgeschnitten, um mit hochauflösendem Tintenstrahldruck mit wässriger Tinte bedruckt zu werden. Dieses Erzeugnis kann auch in einer Breite von 1,52 m angeboten werden, für einen Druck mit wässriger Phase auf einem Drucker mit 152,4 cm (60 Zoll) Standardbreite. Zum Beispiel wird dieses auf seinen beiden Flächen bedruckbare opake Gewebe zur Herstellung von optischen Informationsanzeigen für Ausstellungshallen verwendet.

Beispiel 3:

Es wird ein bedruckbares Trägermaterial für Digitaldruck mit lösungsmittelhaltiger Tinte für einen Drucker mit 2 m Standardbreite auf folgende Weise hergestellt:

  • – das Substrat ist ein Glasgitter aus durchgehenden Fäden mit dem Titer 68 tex, Gewebebild 12 × 3,5, d.h. 12 Kettäden/cm und 3,5 Schussfäden/cm, flächenbezogene Masse 107 g/m2, und bei Porcher Industries mit 3449 bezeichnet.
  • – Die Formulierung des Überzugs ist folgende:

Bedruckbares Polymer:

Lack AGS 469, der bei Holliday Dispersions erhältlich und eine Lösung in Lösungsmittelphase eines Gemischs von Acrylen und 25,9% Trockenextrakt ist, → 100 Teile.

Mittel zum Senken der Sauerstoffkennzahl (feuerbeständiges Mittel Gemisch aus zyklischen Verbindungen von di- und tri-Phosphonaten, die bei Wesserland mit EMTEX® L3309 bezeichnet sind, → 7 Teile.

Nach dem Imprägnieren durch ein „Foulard"- oder Klotzverfahren und Trocknen der Rezeptur erhält man auf diese Weise ein mit 4 bis 6% des vorstehend beschriebenen Überzugs imprägniertes Gitter, also 4,3 bis 6,4 g/m2 Überzug, was es ermöglicht, die Klasse M0 der Norm NF P92-510 und A2 der DIN-Norm 4102-2 zu erfüllen. Dieses Gitter mit 2 m Standardbreite wird in Rollen mit variabler Länge für einen Digitaldruck mit lösungsmittelhaltiger Tinte zerschnitten. Zum Beispiel lässt sich dieses Gitter zur Herstellung von Werbeplakaten für den Außenbereich von der Art „billboards" verwenden.


Anspruch[de]
  1. Feuerfestes Trägermaterial, das dazu bestimmt ist, durch Digitaldruck oder Siebdruck bedruckt zu werden, umfassend:

    – ein Grundsubstrat, welches das Gerüst des Trägermaterials bildet, wobei das Substrat aus Mineralfasern oder -fäden mit der Masse F besteht,

    – einen Überzug, der die Beschichtung des Substrats bildet und zum Bedrucken dient,

    dadurch gekennzeichnet, dass der Überzug aus mindestens einem bedruckbaren Polymer mit der Masse E besteht, wobei das Verhältnis E/(E + F) zwischen einerseits einer unteren Grenze, die im Wesentlichen der Mindestmenge des zum Bedrucken notwendigen bedruckbaren Polymers entspricht, und andererseits 50% liegt.
  2. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es frei von Halogen- oder halogenisierten Verbindungen ist.
  3. Trägermaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es flammwidrig machendes Mittel enthält.
  4. Trägermaterial nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das flammwidrig machende Mittel im bedruckbaren Polymer fein verteilt ist.
  5. Trägermaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das flammwidrig machende Mittel höchstens 90% und vorzugsweise ca. 25% des Überzugs darstellt.
  6. Trägermaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sein Brennwert unter 10000 kJ/kg liegt.
  7. Trägermaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sein Brennwert unter 2500 kJ/kg liegt.
  8. Trägermaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundsubstrat aus einem Glasgewebe oder einem Vlies besteht.
  9. Herstellungsverfahren für ein feuerfestes Trägermaterial, das dazu bestimmt ist, durch Digitaldruck oder Siebdruck bedruckt zu werden, folgende Schritte umfassend:

    – einen Schritt, bei dem ein Grundsubstrat bereitgestellt wird, das aus Mineralfasern oder -fäden mit der Masse F besteht und dazu bestimmt ist, das Gerüst des Trägermaterials zu bilden,

    – einen Schritt, bei dem ein Überzug bereitgestellt wird, der dazu bestimmt ist, die Beschichtung des Substrats zu bilden, und der zum Bedrucken dient,

    wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass der Überzug aus einem bedruckbaren Polymer mit der Masse E besteht, und dass das bedruckbare Polymer in solch einer Menge auf das Substrat aufgetragen wird, dass das Verhältnis E/(E + F) zwischen einerseits einer unteren Grenze, die im Wesentlichen der Mindestmenge des zum Bedrucken notwendigen bedruckbaren Polymers entspricht, und andererseits 50% liegt.
  10. Herstellungsverfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass es keinen Schritt der Zugabe von Halogen- oder halogenisierten Verbindungen zum Trägermaterial umfasst.
  11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Schritt der Zugabe eines flammwidrig machenden Mittels zum Trägermaterial umfasst.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt der Zugabe des flammwidrig machenden Mittels ein Schritt des feinen Verteilens des flammwidrig machenden Mittels im bedruckbaren Polymer ist.
  13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des feinen Verteilens des flammwidrig machenden Mittels so erfolgt, dass das flammwidrig machende Mittel höchstens 90% und vorzugsweise ca. 25% des Überzugs darstellt.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundsubstrat aus einem Glasgewebe oder einem Vlies besteht.
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