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Dokumentenidentifikation DE202005017046U1 06.04.2006
Titel Bewehrter Dämmkörper für eine wärmegedämmte Fertigteilwand und Fertigteilwand
Anmelder Glatthaar-Fertigkeller GmbH, 78713 Schramberg, DE
Vertreter ABACUS Patentanwälte, Klocke, Späth, Barth, 72160 Horb
DE-Aktenzeichen 202005017046
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 06.04.2006
Registration date 02.03.2006
Application date from patent application 02.11.2005
IPC-Hauptklasse E04B 1/80(2006.01)A, F, I, 20051102, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B28B 7/00(2006.01)A, L, I, 20051102, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen bewehrten Dämmkörper für eine wärmegedämmte Fertigteilwand aus Beton und Dämmung. Sie betrifft außerdem eine mit dem Dämmkörper hergestellte Fertigteilwand.

Wärmegedämmte Fertigteilwände sind allgemein bekannt. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, zum einen als einseitig gedämmte Fertigteilwände (Wärmedämm-Verbundwand), die auf der Baustelle noch ausgegossen werden müssen, oder bereits fertig im Werk hergestellte, einseitig gedämmte Fertigteilwände, bei denen die Wärmedämmung in Form von Wärmedämmplatten auf den liegenden Beton aufgedrückt und beim Aushärten mit diesem verbunden werden. Des Weiteren gibt es die sogenannten Sandwich-Wände, die beidseitig des Dämmmaterials, üblicherweise in Form von Dämmplatten, beidseitig eine Betonschale aufweisen. Die Wandstärken dieser Betonschalen sind üblicherweise entsprechend ihrer Funktion als Außenwand oder als Innenwand unterschiedlich stark. Insbesondere die Herstellung der Sandwich-Fertigteilwände ist aufwändig, und ihre Größe ist auf Grund des Transportmaßes zu der Baustelle beschränkt. Üblicherweise werden diese Wände liegend hergestellt, indem zuerst eine Betonschicht mit den eingedrückten Dämmplatten hergestellt, getrocknet und anschließend gewendet in eine zweite Betonschicht eingepresst wird. Diese Herstellung ist zeit- und arbeitsaufwändig.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Möglichkeit vorzuschlagen, bei der die Herstellung einer Wärmedämm-Verbundwand oder Sandwich-Wand vereinfacht ist und die es darüber hinaus erlaubt, gedämmte Fertigteilwände einfach auf der Baustelle fertig zu stellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen bewehrten Dämmkörper mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Fertigteilwand mit diesem bewehrten Dämmkörper gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Gemäß der Erfindung weist der bewehrte Dämmkörper mindestens eine Dämmplatte auf, an der mindestens einseitig voneinander beabstandete und senkrecht zu der Flachseite der Dämmplatte angeordnete Fixierelemente befestigt sind. Die Fixierelemente verlaufen im Wesentlichen über die gesamte Breite der Flachseite und können das übliche Gitterträgerprofil aufweisen. Wichtig dabei ist, dass diese Fixierelemente stabil an der Dämmplatte befestigt sind, um diese Dämmplatte später beim Betonieren zu fixieren. Des Weiteren weist der bewehrte Dämmkörper mindestens eine an den Fixierelementen entfernt von der Dämmplatte an diesen angeordnete Bewehrungsmatte auf. Grundsätzlich ist es möglich, diese Bewehrungsmatte in der üblichen Art und Weise an den Enden der Fixierelemente zu befestigen, jedoch ist es auch denkbar, abhängig von der Ausgestaltung der Fixierelemente die Bewehrungsmatten derart anzuordnen, dass die Fixierelemente diese noch überragen. Außerdem weist der bewehrte Dämmkörper noch Abstandshalter an den den Dämmplatten fernen Enden der Fixierelemente und/oder auf der den Dämmplatten abgewandten Seite der Bewehrungsmatte auf, um damit einen Abstand zu der äußeren Oberfläche der späteren Betonwand herzustellen.

Der bewehrte Dämmkörper weist gemäß einer weiteren Ausbildung Fixierelemente mit einer Tragplatte auf, die an der Dämmplatte anliegen.

Vorzugsweise weist die Tragplatte in Richtung Dämmplatte weisende Eingriffskanten für den Eingriff in entsprechende Nuten in der Dämmplatte auf. Damit werden die Fixierelemente sicher und Kräfte übertragend an der Dämmplatte fixiert, um die beim Betonieren auftretenden Kräfte abzufangen.

Gemäß einer weiteren Ausbildung des erfindungsgemäßen bewehrten Dämmkörpers sind die Fixierkörper mit der Dämmplatte verklebt. Dies ermöglicht die einfache und schnelle Erstellung des Dämmkörpers.

Bei der Verwendung eines bewehrten Dämmkörpers in einer Sandwich-Platte mit beidseitig der Dämmplatte angeordneten Fixierelementen ragen aus der Dämmplatte beidseitig Stabilisierungselemente heraus, die unerwünschte Bewegungen in der Fertigteilwand verhindern. Bei diesen Stabilisierungselementen handelt es sich um bekannte plattenförmige, aus Metall oder Kunststoff oder Kohlefasern bestehende Traganker, zylindrische Torsionsanker und U-förmige Verbundnadeln.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der bewehrte Dämmkörper als Gesamteinheit beweg- und transportierbar, so dass er auf der Baustelle zwischen vertikal angeordneten Schalungstafeln einsetzbar ist. Der bewehrte Dämmkörper kann im Werk oder auch auf der Baustelle hergestellt und dann entweder in eine auf der Baustelle vorhandene Batterieschalung oder auch in eine aus einzelnen Schalungsteilen zusammengestellten Schalungswand eingesetzt werden. Anschließend wird eine zweite Schalungswand hinzugefügt, um den Schalungsraum seitlich zu verschließen. Das Besondere ist, dass es hiermit möglich ist, eine gedämmte Fertigteilwand in einer senkrechten Stellung herzustellen, indem dann von oben in den Zwischenraum oder die Zwischenräume Ortbeton eingeführt wird.

Verfahrensgemäß erfolgt die Herstellung einer gedämmten Fertigteilwand aus

Beton mit einer Dämmschicht wie folgt:

Herstellen eines Dämmkörpers;

Bereitstellen eines seitlich abgeschalten Vergussraumes;

Einbringen des Dämmkörpers in den Vergussraum;

Verfüllen des zwischen dem Dämmkörper und der Abschalung gebildeten Hohlraumes mit Ortbeton.

Der Dämmkörper wird dabei wie folgt hergestellt:

Bereitstellen einer Dämmplatte;

Einbringen von beabstandeten, definierten Nuten auf mindestens einer Flachseite;

Bereitstellen von Fixierelementen mit einer Tragplatte und aus der Oberfläche heraus ragenden Eingriffskanten;

Verkleben der Fixierelemente auf der Flachseite mit der Tragplatte, wobei die Eingriffskanten in die Nuten der Flachseite eingreifen;

Anbringen von Bewehrungsmatten an den Fixierelementen entfernt von der Dämmplatte;

Anbringen von Abstandshaltern an den Fixierelementen und/oder Bewehrungsmatten zur Erzeugung eines Abstandes zwischen diesen und der Seitenabschalung.

Verfahrensgemäß erfolgt die Herstellung einer gedämmten Fertigteilwand aus einem Verbund aus Beton und Dämmmaterial wie folgt:

Herstellen eines Dämmkörpers mit einer Dämmplatte und daran angebrachter Bewehrung;

Bereitstellen eines seitlich abgeschalten Vergussraumes für den Dämmkörper; Einbringen und Fixieren des Dämmkörpers in den Vergussraum;

seitliches Schließen des Vergussraumes;

Verfüllen des zwischen der Dämmplatte und der seitlichen Abschalung gebildeten Hohlraumes mit Ortbeton von oben;

Verdichten des Ortbetons.

Vorzugsweise wird ein Dämmkörper verwendet, der beidseitig der Dämmplatte einen Hohlraum zwischen der Dämmplatte und der Abschalung bildet, wobei in einem Arbeitsgang die Hohlräume mit Ortbeton gefüllt werden, um eine Sandwich-Wand herzustellen.

Zur Aufnahme von Kräften werden in dem Dämmkörper Stabilisierungselemente angeordnet.

Mit dem erfindungsgemäß ausgebildeten bewehrten Dämmkörper können gedämmte Fertigteilwände mit schalungsglatten Wänden zur direkten weiteren Bearbeitung hergestellt werden. Durch zusätzliches Einlegen von Strukturen an der Abschalung kann die Oberfläche wahlweise auch mit einer Struktur ausgebildet werden. Das senkrechte Herstellen der Wände direkt an der Baustelle reduziert den Arbeitsaufwand und darüber hinaus auch die Transportkosten.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit einem bewehrten Dämmkörper näher erläutert. Es stellen dar:

1 die Draufsicht (1a), den Horizontalschnitt (1b), den Vertikalschnitt (1c) eines bewehrten Dämmkörpers für eine Wärmedämm-Verbundwand sowie eine Wärmedämm-Verbundwand (1d); und

2 die Draufsicht (2a), den Horizontalschnitt (2b) und den Vertikalschnitt (2c) eines bewehrten Dämmkörpers für eine Sandwich-Wand sowie eine Sandwich-Wand (2d).

1 zeigt in den 1a bis 1c den bewehrten Dämmkörper 1 in verschiedenen Ansichten für eine Wärmedämm-Verbundwand 2 gemäß 1d. Der bewehrte Dämmkörper weist mehrere stabile, feste Dämmplatten 3 aus üblichen Dämmmaterialien auf. Auf der einen Flachseite 4 sind in der Oberfläche voneinander beabstandete Nuten 5 angeordnet, in die Abkantungen 8 einer Tragplatte 7 an den Fixierträgern 6. eingreifen. Die Fixierkörper 6 sind so angeordnet, dass sie auch den Stoß bei aneinadergrenzenden Dämmplatten überdecken. Die Befestigung der Fixierträger 6 erfolgt über einen Klebstoff zwischen der Tragplatte 7 und der Flachseite 4. Der Fixierträger 6 weist ein übliches Bewehrungsgitter 11 auf, das sich senkrecht von der jeweiligen Tragplatte 7 weg erstreckt. Zwischen den Fixierträgern 6 befindet sich im Wesentlichen parallel zu der Dämmplatte 3 die übliche Bewehrung, beispielsweise in Form von Baustahlmatten. Im Ausführungsbeispiel sind am Ende der Bewehrungsgitter noch Abstandshalter angeordnet, die die Bewehrung von der Betonoberfläche der fertigen Wärmedämm-Verbundwand 2 entfernt halten. 1 d zeigt die Wärmedämm-Verbundwand 2 mit der fertig aufgebrachten Betonschicht 15.

2 zeigt in den 2a bis 2c einen bewehrten Dämmkörper 1' in verschiedenen Darstellungen für eine Sandwich-Wand 2', der beidseitig der Dämmplatte 3 den im Zusammenhang mit 1 beschriebenen Aufbau aufweist. Gleiche Teile sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen, unabhängig davon dass die sich am Ende ergebenden Wandstärken unterschiedlich sind. Zusätzlich sind bei dieser Ausgestaltung noch Stabilisierungselemente in Form von Tragankern 12 und Torsionsankern 13 vorgesehen, die in diesem Ausführungsbeispiel plattenförmig ausgebildet sind. Zusätzlich befinden sich noch horizontal angeordnete U-förmige Verbundnadeln 14 in dem bewehrten Dämmkörper 1. Die Stabilisierungselemente ragen beidseitig aus der Dämmplatte 3 heraus. Diese dienen in dem Fachmann geläufiger Art und Weise der Fixierung der gesamten Wand, um Veränderungen durch Temperaturschwankungen entgegen zu wirken. 2d zeigt die fertige Sandwich-Wand 16 mit beidseitig angeordneten Betonschichten 17 und 18.


Anspruch[de]
  1. Bewehrter Dämmkörper für eine gedämmte Fertigteilwand aus Beton und Dämmung, gekennzeichnet durch

    mindestens eine Dämmplatte (3);

    mindestens einseitig der Dämmplatte (3) an dieser befestigte, voneinander beabstandete und senkrecht zu der Flachseite (4) angeordnete Fixierelemente (6);

    mindestens eine an den Fixierelementen (6) entfernt von der Dämmplatte (3) an diesen befestigten Bewehrungsmatte (9);

    Abstandshalter (10) an den den Dämmplatten (3) fernen Enden der Fixierelemente (6) und/oder auf der der Dämmplatte (3) abgewandten Seite der Bewehrungsmatte (9).
  2. Bewehrter Dämmkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierelemente (6) eine Tragplatte (7) aufweisen, die an der Dämmplatte (3) anliegt und vorzugsweise in Richtung Dämmplatte weisende Eingriffskanten (8) für den Eingriff in entsprechende Nuten (5) in der Dämmplatte (3) aufweist.
  3. Bewehrter Dämmkörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierelemente (6) mit der Dämmplatte (3) verklebt sind.
  4. Bewehrter Dämmkörper mit beidseitig der Dämmplatte (3) angeordneten Fixierelementen (6) nach einem der voran gegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Dämmplatte (3) beidseitig Stabilisierungselemente (12, 13, 14) heraus ragen.
  5. Bewehrter Dämmkörper nach einem der voran gegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er zwischen vertikal angeordneten Schalungstafeln einsetzbar ist.
  6. Fertigteilwand, gekennzeichnet durch einen bewehrten Dämmkörper (1, 1') nach einem der voran gegangenen Ansprüche 1 bis 5.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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