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Dokumentenidentifikation DE202005019349U1 06.04.2006
Titel Filteranordnung für Aquarien und andere Fischhälterungen
Anmelder Schulz, Michael, 17213 Malchow, DE
Vertreter Voß, K., Pat.-Anw., 17036 Neubrandenburg
DE-Aktenzeichen 202005019349
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 06.04.2006
Registration date 02.03.2006
Application date from patent application 10.12.2005
IPC-Hauptklasse A01K 63/04(2006.01)A, F, I, 20051210, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft eine Filteranordnung zum Reinigen von Wasser aus einem Aquarium oder anderen Fischhälterungen wie Fischteiche. Die Neuerung ermöglicht gleichzeitig die Bepflanzung am oberen Aquariumrand, bzw. im Uferbereich von Fischteichen.

[Stand der Technik]

Für Aquarien, Fischbecken und kleine Fischteiche ist es üblich Filtervorrichtungen zu installieren, die das Wasser reinigen. Das ist erforderlich, da durch den hohen Fischbestand und Futterzugaben eine Überbelastung des Wassers mit Nähr- und Schadstoffen entsteht.

Die einfachste Bauform eines Filters für Aquarien ist ein Schwammkörper durch den Wasser mit einer Pumpe abgesaugt wird. Im Schwammkörper setzen sich Sinkstoffe, Algen und grobe Nährstoffe fest. Die Pumpe ist allgemein eine Luftpumpe, die mittels Düse oder Blasenstein eine Strömung erzeugt und gleichzeitig das Wasser belüftet. Der Schwammkörper mit Belüftung ist direkt im Aquarium angeordnet, wodurch der bauliche Aufwand gering ist. Zur Reinigung wird der Schwammkörper aus dem Aquarium entnommen und ausgespült. Von Nachteil ist die laufend erforderliche Wartung und die geringe Reinigungsleistung, gelöste Nährstoffe und feine Schwebstoffe verbleiben im Wasser. Die Pumpe selbst benötigt einen Platz außerhalb des Aquariums.

Zur Verbesserung der Reinigungsleistung werden deshalb häufig so genannte Außenfilter verwendet. Diese bestehen aus einem wasserdicht verschließbaren Gehäuse, in dem verschiedene Filtermaterialien angeordnet sind. Dieser Filtertyp kann genügend groß ausgeführt und z. B. unter dem Aquarium gelagert werden. Zwei Schläuche für den Zu- und Ablauf verbinden das Aquarium mit dem Filter. Für den erforderlichen Wasserkreislauf ist eine Pumpe im Filtergehäuse angeordnet. Die Hauptnachteile sind der große Platzbedarf außerhalb des Aquariums, z. B. in einem Unterschrank, die Verlegung der Schläuche dorthin und undichte Leitungsverbindungen oder Filter. Auch der Wechsel bzw. die Reinigung der Filter ist aufwendig, da der Wasserkreislauf geöffnet werden muss (Einzelheiten dazu z. B. in der DE PS 694 06 702).

Es wurde deshalb schon in der DE OS 199 34 575 vorgeschlagen, die Filtervorrichtung in einer Abdeckung oberhalb des Aquariums anzuordnen. Abdeckungen sind bisher für Beleuchtungsanordnungen bekannt. Der Vorteil dieser Lösung ist die Platzersparnis außerhalb des Aquariums und sind kurze Leitungen des Wasserkreislaufs. Die Baugröße ist aber durch den Einbau in der Abdeckung begrenzt.

Durch die DE OS 30 20 160 ist auch eine Lösung bekannt, nach der ein oben offener Behälter für Wasserpflanzen zur Wasserreinigung benutzt wird. Dieser Behälter ist insbesondere parallel an einer Aquarienwand in Höhe des oberen Randes angeordnet und teilweise mit Material für die Pflanzenwurzeln gefüllt. Die Pflanzenwurzeln sollen dass Wasser filtern und Nährstoffe verbrauchen. Diese Anordnung ist gut zugänglich und ermöglicht auch eine Kombination von biologischen und physikalischen Filtern. Der Behälter ist allerdings durch den stufenförmigen Querschnitt und die geschlossenen Enden bedingt aufwendig zu fertigen. Die Abstimmung der Länge des Behälters auf die vielen üblichen Aquariumgrößen ist praktisch nicht möglich. Nachträgliche Änderungen der Baugröße sind nicht möglich.

[Aufgabe der Erfindung]

Aufgabe der Neuerung ist es deshalb, eine Filteranordnung für Aquarien und andere Fischhälterungen zu schaffen, die einfach im Aufbau, in der Größe und Leistung variabel und nachträglich veränderbar ist. Weiterhin soll die Begrünung des gesamten Aquariumrandes bzw. Teichufers oder Abschnitte davon mit einer Wasserfilterung kombinierbar sein.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Danach besteht der Behälter der Filteranordnung aus mindestens einem etwa U-förmigen Profilstück (1), an dessen Enden mittels Verbindungselemente (2) weitere Profilstücke wasserdicht befestigbar sind. Die offenen Enden werden durch am Profilstück (1) befestigbare Abschlusswände verschlossen. In die Profilstücke werden wie bekannt, verschiedene Filter und/oder Wasserpflanzen angeordnet. Die Profilstücke sind am oberen Rand des Aquariums befestigbar.

Mit dieser Lösung kann eine beliebige Länge der Profile und damit Filterkapazitäten sowie eine Anpassung an die Wandlänge des Aquariums leicht realisiert werden. Die Filter und Wasserpflanzen sind sehr gut von oben zugänglich. Ein zusätzlicher Platz wie für Außenfilter ist nicht mehr erforderlich. Weiterhin sind das Profilstück (1) und die weiteren Elemente kostengünstig herzustellen, z. B. als Kunststoffprofil. Dieses kann je nach Einsatzgebiet in verschiedenen Querschnitten und Größen ausgeführt werden, wobei es immer oben offen ist.

Gemäß Anspruch 2 wird ein etwa U-förmiges Profilstück als Winkelstück (3) ausgebildet. Dadurch ist eine um die Seiten des Aquariums laufender verbundener Behälter montierbar. Dieser bildet viel Raum für den Filter und Wasserpflanzen und gleichzeitig einen gut gestalteten Abschluss des gesamten Aquariumrandes.

In den Ansprüchen 3 bis 6 sind weitere günstige Ausgestaltungen des U-Profils (1), der Verbindungselemente (2), Abschlusselemente und der Winkelstücke (3) dargelegt.

Nach Anspruch 7 kann der Behälter oben an der Aquariuminnen- oder Aquariumaußenwand angeordnet werden. In der ersten Variante wird keine zusätzliche Grundfläche benötigt. Ein außen angeordneter Behälter bietet mehr Volumen für Filter und Wasserpflanzen. Auch eine Kombination der Anordnungen ist möglich.

Nach Anspruch 8 bestehen die Elemente (1, 2, 3) aus Kunststoff. Das U-Profil lässt sich preiswert als Strangprofil herstellen und auf gewünschte Längen abtrennen. Das Verbindungselement (2), Abschlusselement und Winkelstück (3) kann z. B. durch Formspritzen erzeugt werden. Die Ansprüche 9 und 10 zeigen günstige Lösungen für den Wasserkreislauf.

Die Erfindung ist selbstverständlich auch bei anderen Hälterungen für Fische einsetzbar, da die Gestaltung des Behälters sehr variabel ist. Für kleine Fischteiche kann der Behälter z. B. am Ufer gelagert und umlaufend angeordnet werden.

[Beispiele]

Nachfolgend soll die Neuerung an einem Ausführungsbeispiel erläutert werden.

1 zeigt eine räumliche Darstellung einer Filteranordnung für ein Aquarium,

2 zeigt die Seitenansicht der Filteranordnung an einem Teich und

3 die Draufsicht der Filteranordnung an einem Teich.

Nach 1 ist die Anordnung als ein am oberem Aquariumrand umlaufender Behälter ausgeführt. Das Aquarium selbst ist nicht dargestellt. Der Behälter besteht aus vier U-Profilen 1, die genau so lang wie die Aquariumseitenwände sind. An den Enden sind diese durch vier Winkelstück 3 zu einem um das Aquarium umlaufendem Behälter verbunden. Die Verbindung von U-Profil 1 und Winkelstück 3 erfolgt durch das Verbindungselement 2. Dieses besteht aus einem kurzen U-Profil mit H-förmigem Querschnitt. In die durch das H gebildeten Schlitze sind jeweils die Enden von U-Profil 1 und Winkelstück 3 eingeschoben. An den Innenseiten der Schlitze sind streifenförmige Gummistreifen angebracht. Diese bewirken durch die Klemmkraft eine wasserdichte Verbindung der Teile.

Die innen liegenden Wände der Teile besitzen eine geringere Höhe als die Außenwände. Dadurch wird ein Überlauf nach außen verhindert. Der Behälter kann je nach Abmaß direkt auf den Aquariumrand gestellt, innen oder außen an die Aquariumwand angehangen werden. Für die erste Variante sind zusätzliche Halteelemente erforderlich, um ein Verrutschen zu verhindern. Einfacher ist eine Ausführung in der die Enden der Außenwände der Elemente nach außen doppelt abgewinkelt oder gebogen sind, wie in 3 ersichtlich.

Mit dem dadurch gebildeten Rand kann der Behälter auf die Aquariumwände gehangen werden.

Die Elemente des Behälters bestehen aus dünnwandiger Plaste. Diese sind kostengünstig herzustellen, leicht auf eine gewünschte Länge abzutrennen und etwas verformbar, was dass Zusammenfügen erleichtert.

Etwa an der Mitte einer Seitenwand eines U-Profils 1 ist eine Pumpe befestigt. Die Ansaugseite ist über ein Rohr mit einem Ansaugfilter im Aquarium verbunden. Die Abflussseite führt über ein kurzes Rohr in den Behälter. An der gegenüberliegenden Seite des Behälters ist ein Ablauf angeordnet, in dem die innere Seitenwand an einem Abschnitt ausgeklinkt ist. Das Aquariumwasser strömt somit vom Zulauf durch die gesamte Länge des Behälters zum Ablauf. Da der Behälter über dem Wasserspiegel des Aquariums liegt, bildet sich am Ablauf ein Wasserfall, der eine zusätzliche Belüftung bewirkt.

Im Behälter sind Korbeinsätze angeordnet. In diese können Filter und Füllmaterial für Pflanzenwurzeln eingebracht werden. Günstig ist eine spezielle Anordnung in Strömungsrichtung, wobei erst Wasserpflanzen, dann Grobfilter und zum Abschluss Feinfilter folgen. Die Korbeinsätze können aber auch z. B. unter dem Gesichtspunkt der Pflanzenbegrünung angeordnet werden.

Die einzelnen Korbeinsätze sind von oben leicht entnehmbar, damit diese ausgewechselt oder gereinigt werden.

Der Behälter kann auch aus nur einem U-Profil 1 und nicht dargestelltem Abschlusselement für eine Seitenwand aufgebaut werden. Bei einer gewünschten Umgestaltung oder erforderlichen größeren Reinigungsleistung ist durch Anschließen weiterer Teile eine stufenweise Vergrößerung um weitere Seiten möglich.

Für die Anwendung an einem kleinen Folienteich wird gemäß 2 ein Graben im Uferbereich ausgehoben. Darin werden mehrere miteinander verbundene U-Profile 1 gelagert. Das innenliegende, nach außen gebogene Ende der Seitenwand liegt dabei auf dem Ende der Teichfolie. Dadurch ist diese sicher befestigt. Der Wasserkreislauf ist wie in 1 angelegt. Mit mehreren Wasserpflanzen in Einsatzkörben kann das Ufer begrünt werden. Gleichzeitig wird eine gute Filterung des Teichwassers ermöglicht.


Anspruch[de]
  1. Filteranordnung für Aquarien und andere Fischhälterungen, bestehend aus einem oben offenen, länglichen Behälter, der auf dem Aquariumrand befestigt ist, im Behälter angeordneten physikalischen und/oder biologischen Wasserfiltern, die über einem Wasserkreislauf mit dem Aquarium verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter aus mindestens einem etwa U-förmigen Profilstück (1) besteht, an dessen Enden mittels Verbindungselemente (2) weitere Profilstücke (1, 3) wasserdicht befestigbar sind und offene Enden durch befestigbare Abschlusswände verschlossen sind.
  2. Filteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein etwa U-förmiges Profilstück als Winkelstück (3) ausgebildet ist, so dass eine um die Ecken des Aquariums bzw. Rundung eines Teiches laufender verbundener Behälter montierbar ist.
  3. Filteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (2) entsprechend dem Profilstück (1) geformt ist und einen H-förmigen Querschnitt für die Aufnahme der Profilwände und an den Innenseiten Dichtungsstreifen besitzt.
  4. Filteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (2) entsprechend der Profilaußenseite des Profilstücks (1) geformt ist, über dessen Kante greifende hakenförmige Enden und auf der Innenseite mehrere Dichtungsstreifen besitzt.
  5. Filteranordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens das Profilstück (1) an einer Seitenwand hakenförmige Vorsprünge oder ein zweifach abgewinkeltes Seitenwandende zum Aufstecken auf die Aquariumwand besitzt.
  6. Filteranordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseiten des Profilstücks (1), des Verbindungselementes (2) und des Winkelstücks (3) höher als die Innenseiten sind.
  7. Filteranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1, 2, 3) oben an der Aquariuminnen- oder Aquariumaußenwand oder kombiniert angeordnet ist.
  8. Filteranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Profilstück (1), Verbindungselement (2), Winkelstück (3) und die Abschlusswand aus Plaste besteht.
  9. Filteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Behälter eine Pumpe zum Hochpumpen des Aquariumwassers angeordnet ist und am von der Pumpe entferntesten Bereich des Behälters ein innerer Seitenwandabschnitt als Ablauf abgesenkt ist.
  10. Filteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Behälter Einsatzkörbe für Filter und/oder Wasserpflanzen angeordnet sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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