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Dokumentenidentifikation DE69732703T2 06.04.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0000915655
Titel VERFAHREN UND ZUSAMMENSETZUNG ZUR ANTIPARASITÄREN BEHANDLUNG DER UMGEBUNG VON TIEREN
Anmelder Merial, Lyon, FR
Erfinder JEANNIN, Philippe, F-31170 Tournefeuille, FR;
SMITH, William, James, Raleigh, US;
YENNE, Perry, Samuel, Raleigh, US
Vertreter Dr. Weber, Dipl.-Phys. Seiffert, Dr. Lieke, 65183 Wiesbaden
DE-Aktenzeichen 69732703
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 17.07.1997
EP-Aktenzeichen 979374972
WO-Anmeldetag 17.07.1997
PCT-Aktenzeichen PCT/EP97/03829
WO-Veröffentlichungsnummer 0098003071
WO-Veröffentlichungsdatum 29.01.1998
EP-Offenlegungsdatum 19.05.1999
EP date of grant 09.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.04.2006
IPC-Hauptklasse A01N 47/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A01N 43/56(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur antiparasitären Behandlung der Umgebungen von Tieren, insbesondere von Streu für Tiere und errichtete Tierställe zum Zweck eines Schutzes derselben gegen Parasiten aus der Familie der Kakerlaken. Im vorliegenden Text wird Streu im breitesten Sinn verwendet, d.h. daß dieser Begriff Schichten aus Pflanzen- oder anderem Material einschließt, auf welchen die Tiere liegen oder sich versammeln, d.h. einschließlich „Open-Ari"-Plätze, insbesondere jene vom nordamerikanischen „Fütterungsgruppentyp".

Die Erfindung umfaßt auch die Behandlung von flüssiger Gülle, insbesondere in der Nachbarschaft von Versammlungsstellen. Die Erfindung ist anwendbar auf die Streu und flüssige Exkremente aller Typen von Tieren, ist aber besonders anwendbar auf dem Gebiet der Vögel (insbesondere Hühner, Truthähne, Perlhühner, Enten, Gänse und Legehennen). Die Erfindung befaßt sich auch mit Fertigstreu oder Streukomponenten, die nach dem Verfahren der Erfindung behandelt werden.

Die intensive Tierhaltung, die für einen Verbrauch bestimmt ist, führt zu einer großen Anzahl von Tieren, die in einem begrenzten Raum untergebracht werden. Dies gilt sowohl für kleine Tiere, wie Geflügel und Kaninchen und andere sowie auch für große Tiere, wie Rinder, Schweine und dergleichen.

Brathühner werden beispielsweise im Durchschnitt 8 Wochen gehalten. Zwischen zwei Gruppen, d.h. zwischen zwei Züchtungskreisläufen, reinigt im allgemeinen der Züchter die Ställe, wobei die Ställe für mehrere Tage aus Gesundheitsgründen leer gehalten werden.

Die Häufigkeit, mit welcher Züchter den Aufenthaltsbereich und spezieller den Futterplatz reinigen, ist immer durch Verlagerungserfordernisse beschränkt. Tieraufzuchtstellen sind daher Mittelpunkte für die Entwicklung von Parasiten im allgemeinen Sinn einschließlich Insekten. Dies hat natürlich einen direkten Einfluß auf die sanitären Bedingungen dieser Stellen und auf die Gesundheit der Tiere und indirekt auf die Züchtungsproduktivität.

Geflügelstreu besteht hauptsächlich aus Materialien pflanzlichen Ursprungs, wie beispielsweise Sägemehl oder Holzspänen, mit welchen mit der Zeit Exkremente und Gülle von den Tieren vermischt werden. Wenn die Streu nicht bei jedem Züchtungszyklus verändert wird, erreicht die Dicke der verschmutzten Streu häufig mehrere zehn Zentimeter. Insbesondere Käfer aus der Familie der Tenebrionidae, die auch als Kakerlaken oder Düsterkäfer bekannt sind, entwickeln sich hier. Die Behandlung von Geflügelstreu ist ein Problem, das besonders schwierig zu lösen ist, da zur Behandlung dieses Streumaterials verwendete Produkt eine Neigung hat, von dem Einstreumaterial absorbiert zu werden, entweder durch die Exkremente, die sich darin finden oder durch das Pflanzenmaterial, welches man darin findet. Darüber hinaus neigt die ständige Ankunft von frischen Exkrementen dazu, die Insektizidmaterialien von der zu behandelnden Stelle zu isolieren.

Kakerlaken umfassen verschiedene Arten. Eine der Hauptarten ist Alphitobius diaperinus, deren Spezies besonders gut durch die vorliegende Erfindung kontrolliert werden kann. Eine andere Kakerlaken-Spezies ist Tenebrio molitor. Eine weitere Spezies von Parasiten, die Geflügelstreu befällt, ist Dermestes maculatus.

Das Vorhandensein dieser Parasiten, besonders der Kakerlaken, hat zwei Bedeutungen mit ernsthaften wirtschaftlichen Konsequenzen.

Die erste Bedeutung ist die für das Wachstum des Geflügels. Bei der Geflügelaufzucht ist die Geschwindigkeit der Aufzuchtzyklen ein wirtschaftlich bestimmender Faktor, und die geringste Störung der Futteraufnahme hat Konsequenzen für das Wachstum der Tiere. Nun aber werden diese Käfer durch Geflügel aufgenommen und besonders durch Hähnchen, und sie können dann ein langsames Abflauen des Wachstums erwarten.

Der zweite Nachteil beruht auf der Struktur des Aufzuchtgebäudes. In der Tat findet man in der Erwachsenenstufe insbesondere zwischen zwei Aufzuchtzyklen, daß die erwachsenen Käfer in den Strukturen der Gebäude hochsteigen und ihre Eier dort legen. Die Larven haben nun, bevor sie in die Streu absteigen, eine Neigung, die hitzeisolierenden Materialien, wie Polystyrol, hinunterzuschlingen. Nun ist das Geflügel sehr empfindlich gegen die Temperatur, so daß die Konsequenzen solcher Verschlechterung katastrophal in Bezug auf das Voranschreiten der Züchtung sein kann. Die Züchtungsgebäude müssen daher ohne den Fortschritt der Aufzucht repariert oder ersetzt werden.

Legehennen und Kaninchen werden beide auf Gittern großgezogen, und ihre Exkremente und Gülle werden kontinuierlich entnommen und allgemein in der Nachbarschaft der Züchtungsgebäude gelagert. Das flüssige Düngemittel, welches so sich ansammelt, zeigt auch selbst die Nachteile, die oben in Bezug auf die sanitären Bedingungen der Stellen und der Gesundheit der Tiere gesagt wurde.

Kakerlaken sind Insekten/Parasiten, die besonders schwierig zu entfernen sind. Diese Schwierigkeit wird durch die Tatsache erläutert, daß es nur ein einziges Produkt gibt, welches gewerblich erfolgreich war: dies ist das unter dem Namen Carbaryl [1-Naphtyl-methylcarbamat] bekannte Produkt. Dies ist um so überraschender, als dieses Produkt ein altes Produkt ist, das wenigstens vierzig Jahre alt ist, und obwohl eine Anzahl von Insektiziden entwickelt wurde, weil keines in einer Position war, Carbaryl in Bezug auf Geflügel zu ersetzen. Leider ist Carbaryl ein Produkt, welches bei einer Anzahl von Anwendungen begrenzte Leistung hat, sowohl bezüglich der Effektivität als auch bezüglich der Dauer dieser Wirksamkeit. Eine Erklärung für diesen derzeit existierenden Mangel an Produkten von Wert, resultiert wahrscheinlich von der Schwierigkeit einer Behandlung von Tierstreu, wie oben erklärt wurde.

Poultry Sci, 1987, Seiten 659–665, beschreibt eine Untersuchung bezüglich der Verträglichkeit von Insektiziden und Desinfektionsmitteln, die verwendet werden, um Geflügelstreu hygienisch zu halten, wobei das Ziel darin besteht, eine Kontrolle sowohl der Insekten als auch der Bakterien zu gewährleisten. Die verwendeten Insektizide waren Fenvalerat, Permthrin, Dichlorvos plus Tetrachlorvinphos, Coumafos und Carbaryl. Die Desinfektionsmittel schlossen Cresol-, quarternäres Ammonium-, Phenol- und Foemaldehyd-Desinfektionsmittel ein. 56 Kombinationen wurden getestet. Von diesen zeigten 24 reduzierte Insektizidaktivität, und 35 zeigten reduzierte Bakterizidaktivität.

Die EP-A.500 209 beschreibt eine Gruppen von N-Pyridylpyrazolen, die ein breites pestizides Aktivitätsspektrum besitzen. Die EP-A-234 119 beschreibt eine Gruppe von N-Phenylpyrazolen, die auch ein breites Aktivitätsspektrum haben. Kein Dokument beschreibt oder schlägt vor, daß die Kontrolle von Kakerlaken unter den physikalisch und chemisch feindlichen Bedingungen, die in Tierzuchtstellen herrschen können, kontrolliert werden können.

Ein erstes Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren und Zusammensetzungen zu bekommen, die vollständig oder teilweise die oben angegebenen Probleme lösen können.

Ein anders Ziel der Erfindung ist es, ein Mittel zur Bekämpfung von Kakerlaken oder Insekten aus der Familien der Tenebrionidae, besonders Alphitobius diaperinus zu bekommen.

Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, Mittel zur Bekämpfung parasitärer Insekten zu erhalten, die man üblicherweise in Tierhaltungen findet und die unter den Namen von Insekten aus der Familie Tenebrionidae bekannt sind, wie Alphitobius diaperinus und Tenebrio molitor.

Ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung ist jenes, ein Verfahren für die antiparasitäre Behandlung von Fußböden, Streuschüttungen oder flüssiger Gülle zu bekommen, das besonders wirksam gegen Kakerlaken und Fliegen ist, während es leicht und praktisch in gewerblichen Tierhaltungen, besonders in Geflügelhaltungen, zu verwenden ist.

Ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur antiparasitären Behandlung von Stellen zu bekommen, wo Geflügel lebt oder leben sollte, wobei diese Stellen von Kakerlaken befallen sind oder befallen werden können.

Noch ein anderes Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zu erstellen, welches Behandlungen in weiträumigen Abständen erfordert, und besonders im Falle der Haltung von Hähnchen, die nur eine einzelne Behandlung je Züchtungszyklus erfordert, bevor die Jungtiere eingesetzt werden.

Noch ein anderes Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zu bekommen, welches für die Herstellung von Streukomponenten oder Fertigstreu geeignet ist, das gegen diese Parasiten behandelt wurde, insbesondere für die Gesamtheit der Verwendungsperiode.

Diese Aufgaben werden ganz oder teilweise nach der vorliegenden Erfindung gelöst.

Ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur antiparasitären Behandlung einer Tierhaltungsstelle, die von Kakerlaken befallen ist oder befallen werden kann, wobei eine wirksame Menge einer Zusammensetzung, die wenigstens eine Verbindung nach der Formel (I) mit der nachfolgenden Definition auf dieser Stelle aufgebracht wird.

Nach einem anderen Aspekt ist ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Verfahren für die antiparasitäre Behandlung von Stellen, die von Kakerlaken befallen sind oder befallen werden können, wobei eine wirksame Menge einer Zusammensetzung wenigstens eine Verbindung entsprechend der Formel (I) enthält, auf dieser Stelle aufgebracht wird, wobei diese Stelle Fußböden, Streu, flüssige Gülle oder dergleichen umfaßt.

Nach einem weiteren Aspekt ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur antiparasitären Behandlung von Tierhaltungsplätzen oder -gebäuden, insbesondere zur gewerblichen Tierhaltung, insbesondere Geflügelhaltung und noch spezieller an Stellen, die von Kakerlaken befallen sind oder befallen werden können, wobei dieses Verfahren die Aufbringung einer wirksamen Menge einer Zusammensetzung beinhaltet, worin wenigstens eine Verbindung entsprechend der Formel (I) enthalten ist.

Nach einem anderen Aspekt betrifft die Erfindung Mittel zur Bekämpfung von Kakerlaken oder Insekten aus der Familie Tenebrionidae, besonders Alphitobius diaperinus, wobei dieses Verfahren darin besteht, daß man auf den durch die Kakerlaken befallenen oder befallbaren Stellen eine wirksame Menge einer Zusammensetzung aufbringt, die wenigstens eine Verbindung entsprechend der Formel (I) enthält.

Noch ein anders Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, Mittel zur Bekämpfung von Insekten zu bekommen, die unter dem Namen Dermestes maculatus bekannt sind, wobei dieses Verfahren die Aufbringung einer wirksamen Menge vorsieht, die wenigstens eine wirksame Menge einer Verbindung enthält, die wenigstens eine Verbindung nach der Formel (I) enthält.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur antiparasitären Behandlung der Umgebung von Tieren, insbesondere zur Behandlung von Stellen, die durch Parasiten befallen oder befallbar sind aus der Gruppe, die aus Kakerlaken und/oder Alphitobius diaperinus und/oder Demestes maculatus und/oder Tenebrio molitor besteht, kommen, wobei die Behandlung die Aufbringung auf der Umgebung oder der Stelle einer wirksamen Menge beinhaltet, die wenigstens eine Verbindung nach der Formel (I) enthält. Nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung sind die Stellen, die von Kakerlaken befallen ist oder befallen werden können Fußböden, Streu, flüssige Gülle oder dergleichen. Nach einem anderen Aspekt sind diese Stellen gewerbliche Zuchtstellen oder -gebäude.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren für antiparasitäre Behandlung von Stellen, die von Insekten aus der Gruppe der Kakerlaken und/oder Alphitobius diaperinus und/oder Dermestes maculatus und/oder Tenebrio molitor für einen Befall in Frage kommen, wobei eine wirksame Menge einer Zusammensetzung aufgebracht wird, die wenigstens eine Verbindung der Formel (I) hat und dieses Verfahren mit einer Häufigkeit durchgeführt wird, die weniger als einmal pro Monat beträgt.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren für antiparasitäre Behandlung von Stellen, die von Insekten aus der Gruppe der Kakerlaken und/oder Alphitobius diaperinus und/oder Dermestes maculatus und/oder Tenebrio molitor für einen Befall in Frage kommen, wobei eine wirksame Menge einer Zusammensetzung aufgebracht wird, die wenigstens eine Verbindung der Formel (I) hat und dieses Verfahren mit einer Häufigkeit durchführt, die nicht ein einziges Mal je Züchtungszyklus überschreitet.

Die Produkte der Formel (I), die bei der vorliegenden Erfindung verwendet werden, sind Produkte, deren Formel folgende ist:

worin

R1 ein Halogenatom oder eine CN- oder Methylgruppe bedeutet,

R2 S(O)nR3- oder 4,5-Dicyanoimidazol-2-yl- oder Halogenalkyl- ist,

R3 Alkyl oder Halogenalkyl ist,

R4 ein Wasserstoffatom oder Halogenatom oder NR5R6-, S(O)mR7-, C(O)R7- oder C(O)O-R7-, Alkyl-, Halogenalkyl- oder OR8-Reste oder einen -N=C(R9)(R)10-Rest bedeutet,

R5 und R6 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder einen Alkyl-, Halogenalkyl-, C(O)-Alkyl-, Alkoxycarbonyl-, den S(O)rCF3-Rest bedeuten oder R5 und R6 zusammengenommen einen zweibindigen Alkylenrest bilden, der durch ein oder zwei zweibindige Heteroatome, wie Sauerstoff oder Schwefel, unterbrochen sein kann,

R7 einen Alkyl- oder Halogenalkylrest bedeutet,

R8 einen Alkyl oder Halogenalkylrest oder ein Wasserstoffatom bedeutet,

R9 einen Alkylrest oder ein Wasserstoffatom bedeutet,

R10 eine Heteroarylgruppe bedeutet, die gegebenenfalls durch eine oder eine Anzahl von Halogenatomen oder Gruppen, wie OH-, -O-Alkyl, -S-Alkyl, Cyano- oder Alkyl-substituiert sein kann,

R11 und R12 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder Halogenatom und gegebenenfalls CN oder NO2 bedeuten, wobei aber H oder Halogen bevorzugt sind,

R13 ein Halogenatom oder eine Halogenalkyl-, Halogenalkoxy-, S(I)qCF3- oder SF5-Gruppe bedeutet,

m. m. q und r unabhängig voneinander eine ganze Zahl gleich 0, 1 oder 2 bedeuten.

X ein dreibindiges Stickstoffatom oder einen C-R12-Rest bedeuten, wobei die anderen drei Wertigkeiten des Kohlenstoffatoms einen Teil des aromatischen Ringes bilden,

mit der Maßgabe, daß, wenn R1 Methyl ist, dann jede Gruppe R3 Halogenalkyl ist, R4 NH2 ist, R11 Cl ist, R13 CF3 ist und X N ist oder R2 4,5-Dicyanoimidazol-2-yl, R4 Cl, R13 CL. R13 CF3 und X =CCl bedeutet.

Die Alkylreste der Definition der Formel (I) umfassen allgemein 1 bis 6 Kohlenstoffatome. Der durch den zweibindigen Alkylenrest gebildete Ring gibt R5 und R6 wieder, und durch das Stickstoffatom, an welches R5 und R6 gebunden sind, ergibt sich allgemein ein 5-, 6- oder 7-gliederiger Ring.

Eine bevorzugte Klasse von Verbindungen der Formel (I) umfaßt die Verbindungen, in denen R1 CN und/oder R3 Halogenalkyl ist und/oder R4 NH2 und/oder X CR12 und/oder R11 und R12 unabhängig voneinander ein Halogenatom bilden und/oder R13 Halogenalkyl ist.

Eine Verbindung der Formel (I), die sehr besonders bevorzugt innerhalb der Erfindung ist, ist 1-[2,6,-Cl2-4-CF3-phenyl]-3-CN-4-[SO-CF3]-5-NH2-pyrazol, die nachfolgend als Verbindung A bekannt ist.

Verbindungen der Formel (I) können gemäß einer oder der anderen Patentanmeldung WO 87/3781, 93/6089 oder 94/21606 oder gemäß den europäischen Patentanmeldungen 295 117, 403 300, 385 809 oder 679 650 oder gemäß der deutschen Patentanmeldung 195 11 269 oder gemäß den US-Patentschriften 5,232,940 und 5,236,938 oder nach irgendeinem anderen Verfahren, das in die Verwertungsberechtigung der chemischen Fachleute fällt, die Erfahrung auf dem Gebiet der chemischen Synthese haben, hergestellt werden. Für die chemische Herstellung der Produkte nach der Erfindung wird der Fachmann auf dem Gebiet der chemischen Synthese als der Fachmann angesehen, der unter anderem den gesamten Inhalt von „Chemical Abstracts" und die Dokumente kennt, die darin zitiert sind. Zusammensetzungen, welche die Verbindungen der Formel (I) umfassen, können auch nach der technischen Lehre dieses gleichen Standes der Technik oder nach ähnlichem Stand der Technik bereitet werden.

Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft letztere Pestizidzusammensetzungen, die dazu bestimmt sind, in dem oben definierten Verfahren verwendet zu werden. Diese Pestizidzusammensetzungen umfassen wenigstens eine Verbindung der Formel (I), vermischt mit festen oder flüssigen Trägern und/oder oberflächenaktiven Mitteln, wobei diese verschiedenen Bestandteile in Agrikultur- und/oder in Avikultur und/oder auf dem Veterinärgebiet und/oder vorzugsweise auf dem Gebiet der Tierhaltung angewandt werden können. Insbesondere können die inerten und herkömmlichen Trägersubstanzen und die üblichen oberflächenaktiven Mittel eingesetzt werden.

Die bei der Erfindung verwendeten, allgemein verdünnten Zusammensetzungen, die fertig zur Aufbringung auf allen befallenen oder befallbaren Parasiten sind können konzentrierte Zusammensetzungen sein (besser geeignet für Kommerzialisierug oder Lagerung), die vor der Aufbringung zu verdünnen sind. Die verdünnte Zusammensetzung kann entweder durch Verdünnen mit Wasser von einer kommerziell konzentrierten Zusammensetzung, die das aktive Material enthält (das konzentrierte Gemisch wird als „ready mix" bezeichnet) oder mit Hilfe des zum Zeitpunkt der Verwendung hergestellten Gemisches (sogenanntes „Tankgemisch") von Zusammensetzungen, die separat die verschiedenen Bestandteile oder Träger enthält, angewandt werden.

Die Zusammensetzungen, die nach der Erfindung verwendet werden, können auch irgendeine Art anderer Bestandteile, wie beispielsweise Schutzkolloide, Klebstoffe, Verdickungsmittel, thixotrope Mittel, Penetrationsmittel, stabilisierende Mittel, komplexierende Mittel und dergleichen enthalten. Allgemeiner können diese Zusammensetzungen mit allen festen oder flüssigen Additiven kombiniert werden, die den herkömmlichen Formulierungstechniken entsprechen.

Allgemein enthalten die Zusammensetzungen nach der Erfindung gewöhnlich 0,00001 bis 90% des oder der aktiven Materialien der Formel (I), vorzugsweise 0,5 bis 90% für die konzentrierten Zusammensetzungen.

Ausgenommen, wenn etwas anderes angegeben ist, sind die Prozentsätze, die in die vorliegende Rechnung eingehen, Gewichtsprozentsätze.

Bei der vorliegenden Berechnung bezeichnet der Begriff „Vehikel" ein natürliches oder synthetisches, organisches oder anorganisches Material, mit welchem das aktive Material oder die aktiven Materialien vereinigt werden, um seine oder ihre Anwendung auf den Teilen der Pflanze zu erleichtern. Dieses Vehikel ist somit allgemein inert und muß in der Agrikultur annehmbar und/oder in der Avikultur und/oder auf dem Veterinärgebiet und/oder vorzugsweise auf dem Gebiet der Tierhaltung verträglich sein. Das Vehikel kann fest (Tone, natürliche oder synthetische Silikate, Kieselsäure, Harze, Wachse, feste Düngemittel und dergleichen) oder flüssig (Wasser, Alkohole, besonders Butanol und dergleichen) sein.

Das oberflächenaktive Mittel kann ein emulgierendes, dispergierendes oder benetzendes Mittel vom ionischen oder nicht-ionischen Typ oder ein Gemisch solcher oberflächenaktiver Mittel sein. Es können beispielsweise erwähnt werden Salze von Polyacrylsäuren, Salze von Lignosulfonsäuren, Salze von Phenolsulfon- oder Naphthalinsulfonsäuren, Polykondensate von Ethylenoxid mit Fettalkoholen oder mit Fettsäuren oder mit Fettaminen, substituierte Phenole (besonders Alkylphenole oder Arylphenole) Salze von Estern von Sulfobernsteinsäuren, Taurinderivate (besonders Alkyltaurate), Phosphorsäureester von Polyoxyethylenenphenolen, Phosphorsäureester von polyoxyethylenierten Phenolen oder Alkoholen, Ester von Fettsäuren und von Polyolen sowie die Derivate der oben erwähnten Verbindungen, die Sulfat-, Sulfonat- und Phosphatbindungen als funktionelle Gruppen haben. Die Gegenwart wenigstens eines oberflächenaktiven Mittels ist generell unerläßlich, wenn die aktiven Materialien und/oder die inerten Vehikel nicht-löslich in Wasser sind und wenn das Trägermittel für die Aufbringung Wasser ist.

Der Gehalt an oberflächenaktivem Mittel der Zusammensetzungen nach der Erfindung ist vorteilhafterweise zwischen 2% und 40%.

Die Zusammensetzungen können in ziemlich sehr verschiedenen, festen oder flüssigen Formen vorliegen.

Als Formen fester Zusammensetzungen können Pulver für das Bestäuben, benetzbare Pulver (oder Pulver, die mit Wasser versprüht werden sollen) und Granalien, insbesondere in Wasser dispergierbare Granalien erwähnt werden.

Benetzbare Pulver (oder zu versprühende Pulver) enthalten allgemein 1 bis 90% des oder der aktiven Materialien sowie zusätzlich zu dem festen Vehikel 1 bis 30% eines Benetzungsmittels, 2 bis 20% eines Dispergiermittels und, wenn dies erforderlich ist, 0,1 bis 10% eines oder mehrerer Stabilisierungsmittel und/oder anderer Additive, wie Penetrationsmittel, Klebstoffe oder Verklumpung verhindernde Mittel, Farbstoffe und dergleichen.

Um Pulver zu erhalten, die versprüht werden sollen oder benetzbare Pulver sind, werden die aktiven Materialien in geeigneten Mischern innig mit dem weiteren Substanzen vermischt, und das Gemisch wird mit Mühlen oder anderen geeigneten Mahleinrichtungen vermahlen. Zu versprühende Pulver werden dabei mit vorteilhafter Benetzbarkeit und Suspendierbarkeit erhalten. Sie können in Wasser mit jeglicher erwünschten Konzentration suspendiert werden, und diese Suspensionen können sehr günstig, insbesondere für die Aufbringung, wie beispielsweise auf Streu, verwendet werden.

Verschiede Zusammensetzungen benetzbarer Pulver (oder von zu versprühenden Pulvern) sind hier als Beispiele aufgeführt. WP-Beispiel 1: – aktives Material bzw. aktive Materialien 50% – ethoxylierter Fettalkohol (Benetzungsmittel) 2,5% – ethoxyliertes Phenylethylphenol (Dispergiermittel) 5% – Kalk (inertes Vehikel) 42,5%
WP-Beispiel 2: – aktive Materialien 10% – synthetischer Oxoalkohol vom verzweigen C-13 Typ, ethoxyliert mit 8 bis 10 Molekülen Ethylenoxid (Benetzungsmittel) 0,75% – neutrales Calciumlignosulphonat (Dispergiermittel) 12% – Calciumcarbonat (inerter Füllstoff) nach Bedarf für 100%

WP-Beispiel 3:

Das benetzbare Pulver enthält die gleichen Inhaltsstoffe wie in dem vorherigen Beispiel, in den nachfolgenden Proportionen: – aktive Materialien 75% – Benetzungsmittel 1,50% – Dispergiermittel 8% – Calciumcarbonat (inerter Füllstoff) nach Bedarf für 100%
WP-Beispiel 4: – aktive Materialien 90% – ethoxylierter Fettalkohol (Bentzungsmittel) 4% – ethoxyliertes Phenylethylphenol (Dispergiermittel) 6%
WP-Beispiel 5: – aktive Materialien 50% – Gemisch anionischer und nicht-ionischer oberflächenaktiver Mittel (Benetzungsmittel) 2,5% – Natriumlignosulphonat (Dispergiermittel) 5% – Kaolinton (inertes Vehikel) 42,5%

Wäßrige Dispersionen und Emulsionen, beispielsweise die durch Verdünnung eines benetzbaren Pulvers nach der Erfindung mit Wasser erhaltenen Zusammensetzung, kommen in den allgemeinen Gedanken der vorliegenden Erfindung. Emulsionen können vom Wasser-in-Öl-Typ oder vom Öl-in-Wasser-Typ sein und können eine dicke Konsistenz, wie jene von Mayonnaise, haben.

Die Zusammensetzungen nach der Erfindung können in der Form von Granalien vorliegen, insbesondere als Wasser-dispergierbare Granalien.

Die Granalien können durch Extrudieren, durch Verdichten, durch Imprägnieren eines granulierten Vehikels oder durch Granulieren aus einem Zusatz (der Gehalt an aktivem Material in diesen Granalien liegt zwischen 0,5 und 85% in den letzteren Fällen) erhalten werden.

Die mit Wasser dispergierbaren Granalien mit einer Massendichte allgemein zwischen etwa 0,2 und 08 (vorzugsweise 0,3 bis 0,6) haben eine Teilchengröße allgemein zwischen etwa 0,1 und 3 mm und vorzugsweise zwischen 0,3 und 1,5 mm.

Der Gehalt an aktivem Material in diesen Granalien liegt allgemein zwischen etwa 1% und 90%, vorzugsweise zwischen 25% und 85%.

Der Rest der Granalie besteht im wesentlichen aus einem festen Füllstoff und gegebenenfalls aus oberflächenaktiven Hilfsstoffen, die der Granalie Dispergiereigenschaft in Wasser verleihen. Diese Granalien können im wesentlichen aus zwei unterscheidaren Typen bestehen, je nachdem, ob der verwendete Füllstoff in Wasser löslich oder unlöslich ist. Der Füllstoff kann organisch oder anorganisch sein. Ausgezeichnete Ergebnisse wurden mit Harnstoff erhalten. Kaolin oder Bentonit können auch verwendet werden. Die Granalien umfassen vorteilhafterweise oberflächenaktive Mittel (in einem Anteil von 2 bis 20 Gew.-% der Granalie), von welcher mehr als die Hälfte beispielsweise wenigstens eines Dispergiermittels, im wesentlichen anionisch, wie ein Alkalimetall- oder Erdalkalimettall-Polynaphthalinsulfonat oder Alkalimetall- oder Erdalkalimetall-Lignosulfonat, wobei der Rest aus nich-ionischen oder anionischen Benetzungsmitteln besteht, wie beispielsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetall-Alkylnaphthalinsulfonat.

Darüber hinaus ist es zwar nicht unerläßlich, doch möglich, andere Hilfsstoffe, wie Antischäumungsmittel, zuzugeben.

Die Granalien nach der Erfindung können durch Vermischen der erforderlichen Bestandteile und anschließendes Granulieren gemäß verschiedenen bekannten Techniken (Granulator, Wirbelschicht, Zerstäuber, Extrudiereinrichtung und dergleichen) hergestellt werden. Die Herstellung endet allgemein mit Brechen, gefolgt von Sieben zu einer Teilchengröße, die innerhalb der oben erwähnten Grenzen liegt. Es ist auch möglich, Granalien zu verwenden, die man wie oben erhält, und dann mit einer die Wirkstoffe enthaltenden Zusammensetzung tränkt.

Bevorzugt erhält man sie durch Extrudieren und Herstellung, wie in den nachfolgenden Beispielen angegeben.

DG-Beispiel 1: Dispergierbare Granalien

90 Gew.-% aktives Material oder aktive Materialien und 10% Harnstoff in der Form von Perlen werden in einem Mischer miteinander vermischt. Das Gemisch wird dann in einer Stiftmühle vermahlen. Ein Pulver wird erhalten, welches mit etwa 8 Gew.-% Wasser befeuchtet wird. Das feuchte Pulver wird in einem Extruder mit perforierter Walze extrudiert. Man erhält Granalien, die getrocknet und dann zerstoßen und gesiebt werden, um so nur die Granalien mit einer Größe zwischen 0,15 und 2 mm zurückzuhalten.

DG-Beispiel 2: Dispergierbare Granalien

Die folgenden Bestandteile werden in einem Mischer vermengt. – aktive Materialien 75% – Netzmittel (Natriumalkylnaphthalinsulfonat) 2% – Dispergiermittel (Natriumpolynaphthalinsulfonat) 8% – wasser-unlöslicher inerter Füllstoff (Kaolin) 15%

Dieses Gemisch wird auf einer Wirbelschicht in Gegenwart von Wasser granuliert und dann getrocknet, zerstoßen und gesiebt, um so Granalien mit einer Größe zwischen 0,15 und 0,80 mm zu bekommen.

DG-Beispiel 3: Dispergierbare Granalien

Die folgenden Bestandteile werden in einem Mischer miteinander vermengt: – aktive Materialien 80% – Netzmittel (Dioctylnatriumsulfosuccinat) 2% – Dispergiermittel (Natriumpolycarboxylat) 5% – Antischäumungsmittel (Silikonöl) 0,3% – Alkalilignosulfonat 2,7%

Dieses Gemisch wird auf einer Wirbelschicht in Gegenwart von Wasser granuliert und dann getrocknet, zerkleinert und gesiebt, um Granalien mit einer Größe von 0,15 und 0,80 mm zu bekommen.

Diese Granalien können allein oder in Lösung oder in Wasser dispergiert verwendet werden, um so die erforderliche Dosis zu erhalten. Sie können auch verwendet werden, um Kombinationen mit anderen aktiven Materialien zu erzeugen, da letztere in der Form von benetzbaren Pulvern oder wäßrigen Suspensionen oder Granalien erhalten werden.

Als Formen flüssiger Zusammensetzungen oder jener, die dazu bestimmt sind, flüssige Zusammensetzungen zum Zeitpunkt der Aufbringung zu bilden, können Lösungen, insbesondere wasserlösliche Konzentrate, Emulsionen, dispergierbare Konzentrate oder Suspensionskonzentrate (Suspensionen eines Feststoffs in einer flüssigen Emulsion) erwähnt werden.

Die Suspensionskonzentrate, die durch Aufsprühen aufbringbar sind, werden so hergestellt, daß sie ein stabiles Fluidprodukt erhalten, welches nicht absitzt, und sie enthalten allgemein 5 bis 75% des oder der aktiven Stoffe, 0,5 bis 25% oberflächenaktive Mittel, 0,1 bis 10% thixotrope Mittel und 0 bis 10% geeignete Additive, wie Schäumung verhindernde Mittel, Korrosionsinhibitoren, Stabilisierungsmittel, Penetrationsmittel und Klebstoffe sowie Vehikel Wasser und/oder organische Flüssigkeit, worin das oder die aktiven Stoffe unlöslich oder nahezu unlöslich machen: bestimmte organische Feststoffe oder anorganische Salze können in dem Vehikel gelöst werden, um eine Verhinderung der Sedimentation oder Antigele für Wasser zu unterstützen.

Diese Suspensionskonzentrate, die in der Erfindung verwendet werden, umfassen bevorzugt 10 bis 35% aktive Stoffe der Formel (I), 20 bis 40% Wasser, 20 bis 40% Pflanzenöl und 2 bis 20% oberflächenaktive Benetzungs- oder Dispergiermittel, insbesondere Salze und Ester von ethoxylierten Polystyrylphenolen und ethoxylierten Alkylphenolen.

Die Zusammensetzung eines Suspensionskonzentrats ist hier als ein Beispiel angegeben: SC-Beispiel 1: – aktive Stoffe 500 g – polyethoxyliertes Tristyrylphenylphosphat 50 g – polylyethoxyliertes Alkylphenol 50 g – Natriumpolycarboxylat 20 g – Ethylenglycol 50 g – Organopolysiloxanöl (Antischäumungsmittel) 1 g – Polysaccharid 1,5 g – Wasser 316,5 g
SC-Beispiel 2 – aktive Materialien 200 g – polyethoxyliertes Tristyrylphenylphosphat 100 g – polyethoxyliertes Alkylphenol 79 g – Natriumpolycarboxylat 20 g – Organopolysiloxanöl (Antischäumungsmittel) 1 g – Wasser 300 g – Sonnenblumen- oder Sojabohnenöl 300 g

Die Erfindung betrifft auch die Methode der Aufbringung der oben beschriebenen Zusammensetzungen. Für das Verfahren für die Behandlung von Fußböden, Streu und flüssiger Gülle ist es bevorzugt, Granalien zu verwenden, insbesondere in Wasser dispergierbare Granalien. Für nicht-horizontale Stellen, speziell andere Teile als die Fußböden von Gebäuden, ist es bevorzugt, verdünnte flüssige Formulieren zu versprühen, die von festen oder flüssigen konzentrierten Zusammensetzungen, vorzugsweise durch Verdünnung mit Wasser, erhalten werden.

Bezüglich der Anwendung fester Formulierungen, insbesondere von Granalien, auf Fußböden, Streu oder flüssiger Gülle ist es möglich, mehrere zehn Gramm der Zusammensetzung für die Behandlung einer Tieraufzucht mit einer Fläche von 2000 m2, bevorzugt zwischen 0,5 und 5 g per 100 m2, benutzen zu können, abhängig von der Konzentration der Zusammensetzung (I) in den Granalien.

Es ist bevorzugt, die Granalien in geeignetem Wasservolumen aufzulösen, um die Stellen zu behandeln, die mit Vorteil besprüht werden können.

Gemäß dieser Ausführungsform ist es auch möglich, nach Ausbreiten von Granalien über dem Fußboden letzteren zu befeuchten.

Bei der vorliegenden Anwendung muß, wenn man vom Auflösen der Granalien in Wasser spricht, dies natürlich als die Auflösung des Trägerstoffs verstanden werden, der die Granalien bildet, wobei die Verbindung (I) dann in diesem Wasser dispergiert wird.

Nach einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine Suspension verwendet, die durch Verdünnen eines Suspensionskonzentrats oder eines emulgierten Konzentrats von Verbindung (I) in dem Wasservolumen erhalten wird. Die Menge von Verbindung der Formel (I), die beträgt allgemein zwischen 0,05 und 100 mg/m2, speziell bevorzugt zwischen 0,5 und 50 mg/m2 und noch stärker bevorzugt zwischen 10 und 15 mg/m2.

Allgemein kann das je m'' aufgebrachte Volumen der Zusammensetzung zwischen 0,1 und 1 Liter liegen.

Allgemein erfolgt die Aufbringung der Zusammensetzungen nach der Erfindung bevorzugt in Abwesenheit von Tieren.

Die Erfindung wird nicht nur bei der Behandlung von Streu und Gülle angewendet, die in Verbindung mit kleinen Tieren in Intensivtierhaltung auftreten, sondern auch bei der Haltung von großen Tieren, insbesondere Rinder und in allen Fällen bei Tieren, die in Gruppen zusammengefaßt werden, insbesondere bei Tieren für Tierhaltung. Beispielsweise kann man speziell Tierhaltung für die „Futterparzelle" von Nordamerika erwähnen, welche ein Zusammenpferchen einer großen Anzahl von Rindern (wie beispielsweise 1000 bis 20000 Stück) im Freien während einer Zeitdauer von einem bis zu mehreren Monaten vor dem Schlachten ist.

Ein anderer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Bekämpfung von Kakerlaken mit den oben für die Behandlung der verschiedenen Stellen (Fußböden, Streu, Gülle, Plätze oder Gebäude).

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Fertigstreu oder eine Streu mit Streukomponenten, die durch das Verfahren nach der Erfindung erhalten werden können. Mit anderen Worten, die Erfindung betrifft auch solche Produkte, die wenigstens eine Verbindung nach der Erfindung umfassen, insbesondere bei einer Dosierung von 0,01 bis 50 mg/kg der Fertigstreu und vorzugsweise von 0,1 bis 10 mg/kg.

Die Beschreibung der Erfindung wird nun im einzelnen ergänzt in ihrer Anwendung, der Verwendung einer Verkörperung zur Erläuterung der Erfindung in einer nicht-beschränkenden Weise und um zu zeigen, wie sie angewendet werden kann.

Beispiel 1

Ein Geflügelhaus wurde mit Wasser-dipergierbaren Granalien behandelt, die 80% der Verbindung (A) enthielten, und zwar bei einer Geschwindigkeit von 150 g/ha = 1,5 g/100 m2. Die Behandlung fand auf der sauberen Streu statt, bevor das Geflügel darin untergebracht wurde. Die saubere Streu setzte sich im wesentlichen aus Stroh zusammen.

Am Tag nach der Behandlung wurde eine Gruppe von Küken mit einem Alter von 1 bis 2 Tagen in das Züchtungshaus mit einer ungefähren Verteilung von 7 Tieren pro m2 eingesetzt.

Die Veränderung in der Population von Kakerlaken (Alphitobius diaperinus) in dem Streu wurde regelmäßig unter Verwendung von 9 homogen verteilten Verschlüssen überwacht. Messungen wurden jede Woche ab der zweiten nach der Behandlung durchgeführt, bis die Zunahme aufhörte.

Die Gesamtpopulation von Kakerlaken in den 9 Abschlüssen des behandelten Geflügelhauses variierte zwischen 11 und 96, bis zur neunten Woche nach der Behandlung, während in einem ähnlichen, aber unbehandelten Geflügelhaus die Population von Kakerlaken (Larven und ausgewachsene Tiere) zwischen 1000 und 300 bei jedem Zählpunkt betrug.

Eine Hauptkontrolle (oder Abbaugrad der Kakerlaken) von 95 bis 97% wurde so nach der Erfindung erhalten mit einer Kontrolle von 86% während der zehnten Woche (Ende eines Aufzuchtzyklus).

Beispiel 3

Eine Aufbringung erfolgte auf der Oberfläche von Geflügeldung und Kuhmist, die vorher mit Fliegenlarven behandelt waren. Bei einer Dosis von 25 ppm Verbindung (A) wurde die Larvenentwicklung der Fliegen vollständig gehemmt (100% Effektivität in Bezug auf unbehandeltes Material).

Beispiel 4

Behälter, die einen Boden, Geflügelstreu und Geflügeldung enthielten, wurden mit der Verbindung (A) behandelt. Diese Substrate waren von Larven einer Hausfliege und von Kakerlaken (Alphitobius daperinus) befallen waren.

Behandlungen erfolgten mit Larven der Hausfliege und der Kakerlake. Behandlungen wurden mit Dosierungen von 1,10 und 100 ppm auf ein einzelnes Auftreten unter Verwendung von Zusammensetzungen vom Emulsionstyp oder Granalientyp verabreicht. 100% Hemmung der Entwicklung der Larvenstufen (Fliege oder Kakerlake) wurden für die Dosis von 10 und 100 ppm beobachtet. 99 bis 100% Hemmung der Entwicklung der Larvenstufen (Fliege oder Kakerlake) wurden für die Dosis 1 ppm beobachtet.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur antiparasitären Behandlung von Orten, die von Tenebrionidae-Käfern befallen sind oder befallen werden können, bei dem eine wirksame Menge einer Zusammensetzung, die mindestens eine Verbindung der Formel (I):
    in der

    R1 ein Halogenatom oder eine CN- oder Methylgruppe bedeutet,

    R2 S(O)nR3, 4,5-Dicyanimidazol-2-yl oder Halogenalkyl bedeutet,

    R3 Alkyl oder Halogenalkyl bedeutet,

    R4 ein Wasserstoff- oder Halogenatom oder einen NR5R6-, S(O)mR7-, C(O)R7-, C(O)O-R7-, Alkyl-, Halogenalkyl- OR8- oder -N=C(R9)(R10)-Rest darstellt,

    R5 und R6 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder einen Alkyl-, Halogenalkyl-, C(O)-Alkyl-, Alkoxycarbonyl- oder S(O)rCF3-Rest darstellen, oder R5 und R6 gemeinsam einen zweiwertigen Alkylenrest, der durch ein oder zwei zweiwertige Heteroatome, wie Sauerstoff oder Schwefel, unterbrochen sein kann, bilden können,

    R7 eines Alkyl- oder Halogenalkylrest darstellt,

    R8 einen Alkyl- oder Halogenalkylrest oder ein Wasserstoffatom darstellt,

    R9 einen Alkylrest oder ein Wasserstoffatom darstellt,

    R10 eine Phenyl- oder Heteroarylgruppe, die gegebenenfalls durch ein oder mehrere Halogenatome oder ein oder mehrere Gruppen wie OH, -O-Alkyl, -S-Alkyl, Cyan oder Alkyl substituiert ist, darstellt,

    R11 und R12 unabhängig voneinander ein Wasserstoff- oder Halogenatom und gegebenenfalls CN oder NO2 darstellen, wobei jedoch H oder Halogen bevorzugt sind,

    R11 ein Halogenatom oder eine Halogenalkyl-, Halogenalkoxy-, S(O)qCF3- oder SF5-Gruppe darstellt,

    m, n, q und r unabhängig voneinander eine ganze Zahl 0, 1 oder 2 darstellen,

    X ein dreiwertiges Stickstoffatom oder einen C-R12-Rest darstellt, wobei die übrigen drei Valenzen des Kohlenstoffatoms einen Teil des aromatischen Rings bilden,

    mit der Maßgabe, daß, wenn R1 Methyl bedeutet, entweder R3 Halogenalkyl, R4 NH2, R11 Cl, R13 CF3 und X N bedeuten oder R2 4,5-Dicyanimidazol-2-yl, R4 Cl, R11 Cl, R13 CF3 und X =C-Cl bedeuten,

    enthält, auf diesen Ort ausgebracht wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, in dessen Formel (I) R1 CN und/oder R3 Halogenalkyl und/oder R4 NH2 und/oder X CR12 und/oder R11 und R12 unabhängig voneinander ein Hallogenatom und/oder R13 Halogenalkyl bedeuten.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei der Verbindung der Formel (I) um das im Folgenden als Verbindung A bezeichnete 1-[2.6-Cl2-4-CF3-Phenyl]-3-CN-4-[SO-CF3]-5-NH2-pyrazol handelt.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem behandelten Ort um den Boden oder eine Einstreu oder Gülle oder einen Platz oder ein Gebäude oder einen Stall für die Aufzucht von Nutztieren handelt.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem behandelten Ort um den Boden oder eine Einstreu oder Gülle oder einen Platz oder ein Gebäude oder einen Stall für die Aufzucht von Nutztieren, in den Geflügel eingestellt werden soll, handelt.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der behandelte Ort mit Alphitobius diaperinus befallen ist oder befallen werden kann.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der behandelte Ort mit Dermestes maculatus, Tenebrio molitor oder einem Käfer der Familie Tenebrionidae befallen ist oder befallen werden kann.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung mit einer Häufigkeit von weniger als einmal pro Monat durchgeführt wird.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung mit einer Häufigkeit durchgeführt wird, die einmal pro Aufzuchtzyklus nicht überschreitet.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung mit einer Zusammensetzung, die 0,00001 bis 95% Wirkstoff(e) der Formel (I). vorzugsweise 0,5 bis 90%, enthält durchgeführt wird.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehendes Ansprüche, wobei die Behandlung mit einer Zusammensetzung mit einem Tensidgehalt von 2% bis 40% durchgeführt wird.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung ausgehend von einer Zusammensetzung in Form eines dispergierbaren Granulats oder einer Suspension oder eines emulgierbaren Konzentrats durchgeführt wird.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung ausgehend von einer Zusammensetzung in Form eines dispergierbaren Granulats mit einer Dichte zwischen 0,2 und 0,8, vorzugsweise zwischen 0,3 und 0,6 und mit einer Größe zwischen 0,1 und 3 mm, vorzugsweise zwischen 0,3 und 1,5 mm, durchgeführt wird.
  14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung durch Ausbringung der Wirksubstanz der Formel (I) in einer Menge von 0,05 bis 100 mg pro m2, vorzugsweise zwischen 0,5 und 50 mg/m2, noch stärker bevorzugt zwischen 10 und 15 mg/m2, durchgeführt wird.
  15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlung in Abwesenheit von Tieren durchgeführt wird.
  16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Boden oder eine Einstreu oder Gülle mit einer Menge von 0,01 bis 50 mg Aktivsubstanz der Formel (I) pro kg gebrauchsfertige Einstreu, vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 10 mg/kg, behandelt wird.
  17. Tiereinstreu mit einer wirksamen Menge an nach einem der Ansprüche 1 bis 3 definierter antiparasitärer Wirksubstanz der Formel (I).
  18. Geflügeleinstreu mit einer wirksamen Menge an nach einem der Ansprüche 1 bis 3 definierter antiparasitärer Wirksubstanz der Formel (I).
  19. Boden, Einstreu oder Gülle mit einer wirksamen Menge an nach einem der Ansprüche 1 bis 3 definierter antiparasitärer Wirksubstanz der Formel (I).
  20. Boden, Einstreu oder Gülle nach einem der Ansprüche 18 bis 20 mit zwischen 0,05 und 100 mg antiparasitärer Wirksubstanz der Formel (I) pro m2, vorzugsweise zwischen 0,5 und 50 mg/m2 und noch stärker bevorzugt zwischen 10 und 15 mg/m2.
  21. Einstreu nach einem der Ansprüche 18 bis 20 mit 0,01 bis 50 mg Wirksubstanz der Formel (I) pro kg gebrauchsfertige Einstreu, vorzugsweise 0,1 bis 10 mg/kg.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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