PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004046869A1 13.04.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Überprüfung der Funktion einer automatisierten Bremseinrichtung
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Haffelder, Joerg, 74906 Bad Rappenau, DE;
Blattert, Dieter, 74366 Kirchheim, DE;
Baehrle-Miller, Frank, 71101 Schönaich, DE;
Caruso, Corrado, Bari, IT;
Tristano, Nicola, Matera, IT
DE-Anmeldedatum 28.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004046869
Offenlegungstag 13.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.2006
IPC-Hauptklasse F16D 66/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60T 17/22(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Feststellung einer Funktion einer Feststellbremse in einer automatisierten Bremseinrichtung.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überprüfung der Funktion einer automatisierten Bremseinrichtung und insbesondere zur Überprüfung der Funktion einer automatisierten Feststellbremse (Parkbremse), welche als elektrohydraulische Feststellbremse ausgebildet ist.

Bremseinrichtungen für Fahrzeuge sind aus dem Stand der Technik in unterschiedlichen Ausgestaltungen bekannt. Alternativ zur mechanischen, hydraulischen oder pneumatischen Bremseinrichtung werden in Fahrzeugen in jüngster Zeit auch verstärkt elektromechanische oder elektrohydraulische Bremsen eingesetzt. Derartige Bremsen sind dabei als kombinierte Betriebs- und Feststellbremsen bekannt. Die Feststellbremse wird bei derartigen Bremsen beispielsweise durch einen einfachen Schalter im Fahrzeuginneren von einem Fahrer betätigt. Der Feststellbremswunsch des Fahrers wird dabei einer Steuerung zugeführt, welche einen Bremskolben elektrisch oder elektrohydraulisch antreibt, um den Feststellbremswunsch auszuführen. Bei derartigen Bremseinrichtungen ist es jedoch wünschenswert, die Funktion der Feststellbremse mit möglichst geringem Aufwand überprüfen zu können.

Vorteile der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Überprüfung der Funktion einer automatisierten Bremseinrichtung mit einer mechanischen Verriegelung für die Verriegelung einer Parkstellung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 weist dem gegenüber den Vorteil auf, dass es sehr einfach aufgebaut ist, kostengünstig herstellbar ist und verlässlich die Funktion der Feststellbremse überprüfen kann. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass eine Spindeleinrichtung, welche zur Verriegelung der Parkstellung verwendet wird, in Ihrer Verriegelungsstellung kurz in einer Richtung betrieben wird, welche entgegengesetzt zur Antriebsrichtung der Spindeleinrichtung zur Erlangung der verriegelten Position ist. Eine Diagnoseeinrichtung bestimmt dabei, dass, wenn die Spindeleinrichtung ausgehend von der verriegelten Position bewegbar ist, eine Fehlfunktion der Feststellbremse vorliegt, und wenn die Spindeleinrichtung nicht bewegbar ist, dass keine Fehlfunktion vorliegt. Mit anderen Worten wird in der verriegelten Stellung der Feststellbremse überprüft, ob die Spindeleinrichtung ausgehend von Ihrer verriegelten Position frei bewegbar ist. Wenn dies der Fall ist, kann die Spindeleinrichtung die Verriegelungsfunktion nicht ausführen, so dass ein Systemfehler vorliegen muss. Als Fehler in der Bremseinrichtung kommt dabei insbesondere eine fehlerhafte Einrichtung zur Belagverschleißkompensation oder ein mangelhafter Druck bei elektrohydraulischen Bremseinrichtungen für das in Eingriff bringen während der Feststellbremsfunktion in Frage.

Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.

Um nach einer Überprüfung der Funktion der automatisierten Bremseinrichtung die Spindeleinrichtung wieder in ihre verriegelte Stellung zu bringen, wird die Spindeleinrichtung vorzugsweise wieder in Richtung ihrer verriegelten Stellung bewegt.

Gemäß einem anderen bevorzugten Verfahren zur Überprüfung der Funktion einer Verriegelung der Parkstellung wird für eine Verriegelung der Parkstellung die Spindeleinrichtung in Richtung des Bremskolbens bewegt, bis sie am Bremskolben oder einem anderen Bauteil anschlägt, dann wird Fluid in den Fluidraum zugeführt, um den Bremskolben mit einer Bremsscheibe in Eingriff zu bringen, wobei ein Hilfskolben mit der Spindeleinrichtung gleichzeitig vom Bremskolben fortbewegt wird, und anschließend wird in einer zweiten Betätigung die Spindeleinrichtung nochmals in Richtung auf den Bremskolben bewegt, um die mechanische Verriegelung der Parkstellung auszuführen. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren dieses Ausführungsbeispiels bestimmt eine Diagnosevorrichtung, dass eine Fehlfunktion vorliegt, wenn ein Vergleich der gemessenen Weglängen, welche die Spindeleinrichtung während der ersten und der zweiten Betätigung zurückgelegt hat, mit vorgegebenen Weglängen ergibt, dass ein Unterschied zwischen den gemessenen und den vorgegebenen Weglängen einen vorbestimmten Wert übersteigt. Die Diagnoseeinrichtung bestimmt ferner, dass keine Fehlfunktion vorliegt, wenn ein Vergleich der gemessenen Weglängen mit den vorgegebenen Weglängen ergeben hat, dass ein Unterschied der Werte für die Weglängen einen vorbestimmten Wert nicht übersteigt.

Vorzugsweise werden die zurückgelegten Weglängen der Spindeleinrichtung anhand von Messungen der jeweiligen Motorlaufzeiten während der ersten und zweiten Betätigung der Spindeleinrichtung bestimmt.

Weiter bevorzugt wird ein Quotient aus der ersten gemessenen Weglänge und der zweiten gemessenen Weglänge gebildet und mit einem vorgegebenen Quotienten verglichen.

Vorzugsweise umfasst die automatisierte Bremseinrichtung eine Einrichtung zur Kompensation eines Belagverschleißes mit einer zweiten Spindeleinrichtung und einer mit dem Druckkolben verbundenen Mutter. Die zweite Spindeleinrichtung bildet einen Anschlag für die erste Spindeleinrichtung. Bei nicht funktionierender Belagverschleißkompensation wird eine Weglänge der ersten Betätigung bei einem vom Fahrer eingestellten kleinen Vordruck (<25 bar) kontinuierlich länger, so dass die Diagnoseeinrichtung für eine Funktionsprüfung einen Vergleich mit gespeicherten Weglängen vorheriger Betätigungen der Feststellbremse durchführt.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird eine Bewegung, insbesondere eine lineare Bewegung, der ersten Spindeleinrichtung mittels eines Sensors, insbesondere eines optischen Sensors, erfasst.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Erfassung des Spindelweges über die Anzahl der Spindel- oder Motor-Umdrehungen. Vorzugsweise wird hierfür ein optischer Sensor oder ein Hall-Sensor eingesetzt.

Weiter bevorzugt umfasst das erfindungsgemäße Verfahren den Schritt, dass wenn eine Diagnoseeinrichtung erkennt, dass eine Fehlfunktion der Feststellbremse vorliegt, einem Fahrer eine Warnmeldung, z.B. eine akustische und/oder optische Warnmeldung gegeben wird.

Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Feststellung einer Funktion einer Feststellbremse einer automatisierten Bremseinrichtung, wobei die Vorrichtung ein wie im vorherigen beschriebenes Verfahren verwendet.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann somit anhand von einfach durchführbaren Prüfungsroutinen feststellen, ob die automatisierte Feststellbremse defekt ist oder nicht. Das erfindungsgemäße Verfahren kann dabei problemlos bei jeder Betätigung der Feststellbremse durchgeführt werden, ohne dass es hierbei zu großen Zeitverzögerungen während des Feststellvorgangs kommt.

Zeichnungen

Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitende Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung ist:

1 eine schematische Schnittansicht einer erfindungsgemäßen automatisierten Bremseinrichtung, welche ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Überprüfung der Feststellfunktion der Bremseinrichtung verwendet,

2 ein Diagramm, welches die Weglängen der Spindeleinrichtung bei unterschiedlichem Belagverschleiß darstellt,

3 ein Diagramm, welches die Weglängen der Spindeleinrichtung bei unterschiedlichem Verschleiß der Bremsbeläge und einen Quotienten der gemessenen Weglängen bei einem normalen Betriebsdruck der elektrohydraulischen Bremseinrichtung darstellt und,

4 ein Diagramm, welches die gemessenen Weglängen und als Quotienten der Weglängen bei einem zu geringen Betriebsdruck darstellt.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Nachfolgend werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen bevorzugt die Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.

1 zeigt einen grundsätzlichen Aufbau einer automatisierten Bremseinrichtung 1, welche gleichzeitig als Betriebsbremse und als Feststellbremse eines Fahrzeugs verwendet wird. Die Bremseinrichtung 1 ist in 1 nur schematisch dargestellt und es werden nur die zum Verständnis der Erfindung notwendigen Teile und Betriebsabläufe beschrieben.

Wie aus 1 ersichtlich ist, umfasst die automatisierte Bremseinrichtung 1 einen Bremskolben 2, welcher einen nicht dargestellten Bremsbelag gegen eine Bremsscheibe drückt. Ferner umfasst die Bremseinrichtung 1 einen Hilfskolben 3, welcher mittels eines Federelements 7 in Richtung des Bremskolbens vorgespannt ist. Zwischen dem Bremskolben 2 und dem Hilfskolben 3 ist ein Fluidraum 4 angeordnet. Dem Fluidraum 4 wird während einer Betriebsbremsung des Fahrzeuges unter Druck stehendes Fluid zugeführt, so dass der Bremskolben 2 den Bremswunsch des Fahrers ausführt. Im Fluidraum 4 ist ferner zumindest teilweise eine Einrichtung 8 zur Kompensation eines Belagverschleißes angeordnet.

Der Hilfskolben 3 ist über eine Gewindeverbindung 6 mit einer Spindel 5 verbunden. Die Spindel 5 ist mittels eines nicht dargestellten Elektromotors in zwei Drehrichtungen antreibbar.

Die Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes umfasst eine zweite Spindel 9 und eine Mutter 10, welche mit dem Bremskolben 2 in Verbindung steht. Ferner umfasst die Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes eine erste Feder 11, eine zweite Feder 12 und eine Platte 13. Das zum Hilfskolben 3 gerichtete Ende der zweiten Spindel 9 dient dabei als Anschlag für die Spindel 5.

Die Funktion der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung zur Durchführung eines Feststellvorgangs ist dabei wie folgt: in einem ersten Schritt wird die erste Spindel 5 mittels des Antriebs betrieben, um in Richtung des Bremskolbens 2 bewegt zu werden. Die Spindel 5 wird dabei so lange bewegt, bis sie die zweite Spindel 9 berührt. Die zweite Spindel 9 dient somit als Anschlag für die erste Spindel 5. Das Drehmoment der Spindel 5 kann dabei nicht die zweite Spindel 9 bzw. den Bremskolben 2 bewegen. Anschließend wird unter Druck stehendes Fluid in den Fluidraum 4 zugeführt, so dass der Bremskolben 2 und der Hilfskolben 3 in entgegengesetzten Richtungen bewegt werden. Der Bremskolben 2 bringt dabei einen Bremsbelag in Kontakt mit einer Bremsscheibe, so dass die Feststellbremse aktiviert ist. Der Hilfskolben 3 wird in entgegengesetzter Richtung zum Bremskolben 2 mitsamt der ersten Spindel 5 bewegt und spannt dabei das Federelement 7 weiter vor. Der Hilfskolben 3 bewegt sich dabei so lange, bis er an einem Anschlag am Gehäuse 14 anschlägt. Ein Kopf der ersten Spindel 5 ist dabei von dem Gehäuse 14 der Bremseinrichtung beabstandet.

Um eine mechanische Verriegelung der Feststellbremsstellung der Bremseinrichtung 1 zu erreichen, wird der Antrieb der ersten Spindel 5 nochmals betätigt, um die erste Spindel 5 in Richtung des Bremskolbens 2 zu bewegen. Die Spindel 5 kann dabei so lange bewegt werden, bis sie an der zweiten Spindel 9 der Einrichtung zur Kompensation des Belagverschleißes anschlägt. Dadurch ist die Feststellbremse mechanisch verriegelt, so dass ein Druck im Fluidraum 4 abgebaut werden kann und die Feststellbremsstellung mechanisch gesichert ist.

Die Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes stellt dabei einen während des Betriebes der Bremse auftretenden Verschleiß des Bremsbelages automatisch nach. Wenn die Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes normal funktioniert, ändert sich dabei die Stellung der zweiten Spindel 9 relativ zum Gehäuse 14 nicht, so dass der Anschlag für die erste Spindel 5 während des Betriebes unverändert bleibt.

Zur Überprüfung der Funktion der Feststellbremse wird nun gemäß einem ersten erfindungsgemäßen Verfahren nach der zweiten Betätigung der Spindel 5 die Spindel 5 vom Antrieb in entgegengesetzter Richtung, d.h. von der zweiten Spindel 9 fort, angetrieben. Wenn sich die Spindel 5 bei diesem Betätigungsversuch in der entgegengesetzten Richtung bewegen lässt, bestimmt eine Diagnoseeinrichtung, dass eine Fehlfunktion der Feststellbremse vorliegt. Wenn sich die Spindel 5 in der Feststellposition nicht bewegen lässt, bestimmt die Diagnoseeinrichtung, dass keine Fehlfunktion vorliegt und die Feststellbremse ordnungsgemäß arbeitet.

Die Überprüfung, ob sich die Spindel 5 in der Feststellbremsstellung der Bremseinrichtung 1 bewegen lässt, kann dabei mittels eines Sensors, welcher eine Bewegung der Spindel 5 detektiert, erfasst werden oder mittels Erfassung eines aufgenommenen Motorstroms des Antriebs der Spindel 5.

Wenn festgestellt wurde, dass die Feststellbremse nicht ordnungsgemäß funktioniert, wird einem Fahrer eines Fahrzeugs ein entsprechender Warnhinweis gegeben.

Nachfolgend wird ein erfindungsgemäßes Verfahren gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel beschrieben. Gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird zur Überprüfung der Funktion der Feststellbremse einer automatisierten Bremseinrichtung 1 eine Weglänge der Bewegung der Spindel 5 während der ersten und der zweiten Betätigung der Spindel 5 erfasst. Anschließend erfolgt mittels einer Diagnoseeinrichtung ein Vergleich der erfassten Weglängen W1, W2 mit vorgegebenen Weglängen. Die Diagnoseeinrichtung bestimmt dabei, dass eine Fehlfunktion der Feststellbremse vorliegt, wenn ein Vergleich der erfassten Weglängen mit den vorgegebenen Weglängen ergibt, dass eine über einem Schwellenwert liegende Abweichung zwischen den erfassten und den vorgegebenen Weglängen vorliegt. Die Diagnoseeinrichtung bestimmt, dass keine Fehlfunktion vorliegt, wenn ein Vergleich der erfassten und vorgegebenen Weglängen ergibt, dass ein Unterschied innerhalb einer akzeptablen Toleranz liegt. 2 zeigt ein Diagramm, in welchem die Weglängen W1, W2 der ersten Betätigung der Spindel 5 und der zweiten Betätigung der Spindel 5 in Abhängigkeit von einem Bremsbelagverschleiß dargestellt sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Änderung der Weglänge W1 der ersten Betätigung der Spindel 5 linear ansteigend, während die Weglänge W2 der zweiten Spindelbetätigung zuerst konstant ist und ab einem Verschleißwert von ca. 0,9 mm zurückgeht, wenn die Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes nicht ordnungsgemäß arbeitet. Wenn die Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes ohne Fehler arbeitet, bleibt ein Bremsbelagverschleiß in 2 immer auf dem Wert 0, da die Einrichtung 8 den Verschleiß immer richtig kompensiert. In 2 ist ferner noch die Zurückdrehmöglichkeit der Spindel 5 im Feststellbremszustand dargestellt. Wie aus 2 ersichtlich ist, ist bis zu einem Bremsbelagverschleißwert von ca. 1,6 mm die Zurückdrehmöglichkeit der Spindel 5 nicht gegeben. Ab einem Verschleiß von ca. 1,6 mm kann keine mechanische Verriegelung mehr durch die Spindel 5 sichergestellt werden. Hierbei kann zusätzlich zur Überprüfung der zurückgelegten Weglängen während der ersten und zweiten Betätigung der Spindel 5 auch noch die Überprüfung im Feststellbremszustand durchgeführt werden, ob sich die Spindel 5 zurückdrehen lässt. Dadurch kann ein redundantes Überprüfungsverfahren bereit gestellt werden.

Es sei angemerkt, dass die zurückgelegte Weglänge W1, W2 der Spindel 5 während er ersten und der zweiten Betätigung auch durch eine Überwachung der Motorlaufzeiten des Antriebs der Spindel 5 ermittelt werden kann. Da sich die Temperatur im Bremssattel zwischen der ersten und der zweiten Betätigung der Spindel 5 nur unwesentlich ändern kann, ist ein Rückschluss von der Motorlaufzeit des Antriebs auf den zurückgelegten Weg der Spindel 5 bei einem bekannten Arbeitsstrom zulässig. Dadurch könnte auf einen Sensor zur Bestimmung des zurückgelegten Weges der Spindel 5 verzichtet werden oder eine zusätzliche Plausibilitätsprüfung für die Funktion der Feststellbremse durchgeführt werden.

Wie weiter aus 2 ersichtlich ist, wird bei einer nicht funktionierenden Einrichtung 8 zur Belagverschleißkompensation die Weglänge W1 der Spindel 5 bei der ersten Betätigung kontinuierlich länger und die Weglänge W2 bei der zweiten Betätigung der Spindel 5 ab einem gewissen Wert deutlich kürzer.

In den 3 und 4 ist eine weitere Fehlererkennung durch ein erfindungsgemäßes Verfahren dargestellt, wobei in 3 ein Druck im Fluidraum 4 einen normalen Wert aufweist und in 4 der Druck im Fluidraum 4 zu gering ist. Wie auch ein Vergleich der 3 und 4 zeigt, ist die Weglänge W1 während der ersten Betätigung der Spindel 5 sowohl bei einem normalen Betriebsdruck als auch bei einem zu geringen Betriebsdruck gleich. Wenn der Druck im Fluidraum 4 allerdings unterhalb des normalen Betriebsdrucks liegt (4), ist die Weglänge W2 für die zweite Betätigung der Spindel 5 deutlich kürzer. In dem in den 3 und 4 gezeigten Beispielsfall liegt die zurückgelegte Weglänge W2 bei der zweiten Betätigung der Spindel bei zu geringem Druck bei ca. 0,5 mm (4), während sie bei normalem Betriebsdruck bei ca. 1,4 mm liegt (3). Ein Verhältnis Q der ersten zurückgelegten Weglänge W1 zur zweiten zurückgelegten Weglänge W2 ist dabei bei zu niedrigem Druck im Fluidraum 4 sehr groß (vgl. 4). In den 3 und 4 ist bei einem Wert 0 für den Bremsbelagverschleiß, d.h. bei korrekt arbeitender Einrichtung 8 zur Kompensation des Belagverschleißes, der Quotient deutlich höher als bei normalem Betriebsdruck (vgl. Kennzeichnung bei dem Wert 0 in 3 und 4).

Somit kann ab einem gewissen Schwellenwert im Verhältnis Q der beiden zurückgelegten Weglängen auf eine Fehlfunktion in der Druckeinstellung im Fluidraum 4 geschlossen werden. Es sei angemerkt, dass wie oben beschrieben die zurückgelegte Weglänge auch durch eine Überwachung der Motorlaufzeiten während der ersten und der zweiten Betätigung der Spindel 5 ermittelt werden kann.

Wenn der Druck im Fluidraum 4 sehr gering ist, kann der zweite Motoranlauf für die Spindel 5 überhaupt nicht mehr ausgeführt werden, da der Hilfskolben 3 durch die Kraft des Federelements 7 in seine ursprüngliche Position gehalten wird und die Spindel 5 nicht mehr in Richtung des Bremskolbens 2 bewegbar ist. D.h. der Wert W2 für die zweite Weglänge wäre gleich Null.

Die im vorhergehenden beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren können dabei selbstverständlich auch in beliebigen Kombinationen durchgeführt werden, um eine exakte Fehlerbestimmung der Feststellbremse durchzuführen. Ferner ist auch ein Vergleich mit aufgenommenen Werten möglich, welche von vorhergehenden Überprüfungen stammen. Dabei können auch Mittelwerte von vorhergehenden Überprüfungen genommen werden und als Referenzwert für die aktuelle Überprüfung herangezogen werden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Überprüfung der Funktion einer Feststellbremse in einer automatisierten Bremseinrichtung mit einer mechanischen Verriegelung für die Feststellbremsstellung, wobei die Bremseinrichtung (1) einen Bremskolben (2), einen Hilfskolben (3), einen zwischen dem Bremskolben (2) und dem Hilfskolben (3) angeordneten Fluidraum (4), eine mit dem Hilfskolben (3) über eine Gewindeverbindung (6) verbundene Spindeleinrichtung (5) und einen Antrieb für die Spindeleinrichtung (5) umfasst, wobei der Hilfskolben (3) mittels eines Federelements (7) in Richtung des Bremskolbens (2) vorgespannt ist und die Spindeleinrichtung (5) zur mechanischen Verriegelung der Feststellposition in Richtung auf den Bremskolben (2) bewegt wird, bis die Spindeleinrichtung (5) am Bremskolben (2) oder einem anderen Bauteil anschlägt, Fluid in den Fluidraum (4) zugeführt wird, wodurch der Bremskolben (2) einen Bremsbelag mit einer Bremsscheibe in Eingriff bringt und der Hilfskolben (3) mit der Spindeleinrichtung (5) vom Bremskolben (2) fortbewegt wird, und anschließend die Spindeleinrichtung (5) nochmals in Richtung auf den Bremskolben (2) bewegt wird, bis die Spindeleinrichtung (5) am Bremskolben (2) oder einem Anschlag anliegt, wodurch die Feststellbremse mechanisch verriegelt ist, und dann die Spindeleinrichtung (5) vom Antrieb in die entgegengesetzte Richtung fort vom Bremskolben (2) angetrieben wird, wobei wenn die Spindeleinrichtung (5) in die entgegengesetzte Richtung bewegbar ist, eine Diagnoseeinrichtung bestimmt, dass eine Fehlfunktion der Feststellbremse vorliegt und wobei wenn die Spindeleinrichtung (5) in die entgegengesetzte Richtung nicht bewegbar ist, die Diagnoseeinrichtung bestimmt, dass keine Fehlfunktion vorliegt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung der Spindeleinrichtung (5) mittels eines Sensors und/oder eines aufgenommenen Motorstroms des Antriebs der Spindeleinrichtung (5) festgestellt wird.
  3. Verfahren zur Überprüfung der Funktion einer Feststellbremse einer automatisierten Bremseinrichtung mit einer mechanischen Verriegelung der Feststellbremsposition, wobei die Bremseinrichtung einen Bremskolben (2), einen Hilfskolben (3), einen zwischen dem Bremskolben (2) und dem Hilfskolben (3) angeordneten Fluidraum (4), eine mit dem Hilfskolben (3) über eine Gewindeverbindung (6) verbundene Spindeleinrichtung (5) und einen Antrieb für die Spindeleinrichtung (5) umfasst, wobei ein Federelement den Hilfskolben (3) in Richtung des Bremskolbens (2) vorspannt und wobei die Spindeleinrichtung (5) zur mechanischen Verriegelung der Feststellposition in Richtung auf den Bremskolben (2) bewegt wird, bis die Spindeleinrichtung (5) am Bremskolben (2) oder an einem anderen Bauteil anschlägt, Fluid in den Fluidraum (4) zugeführt wird, wodurch der Bremskolben (2) einen Bremsbelag mit einer Bremsscheibe in Eingriff bringt und der Hilfskolben (3) mit der Spindeleinrichtung (5) vom Bremskolben (2) fortbewegt wird, und anschließend die Spindeleinrichtung (5) nochmals in Richtung auf den Bremskolben (2) bewegt wird, bis die Spindeleinrichtung (5) am Bremskolben (2) oder einem Anschlag (9) anschlägt, wodurch die Feststellbremsstellung der Bremseinrichtung mechanisch verriegelt ist, wobei eine Weglänge (W1, W2) der Bewegung der Spindeleinrichtung (5) in ihrer Axialrichtung während der ersten und der zweiten Betätigung der Spindeleinrichtung (5) erfasst wird und mit vorgegebenen Werten für die Weglängen verglichen wird, und eine Diagnoseeinrichtung bestimmt, dass eine Fehlfunktion vorliegt, wenn ein Vergleich der erfassten Weglängen mit den vorgegebenen Weglängen ergibt, dass ein Unterschied zwischen der erfassten und der vorgegebenen Weglänge einen vorbestimmten Wert übersteigt, und die Diagnoseeinrichtung bestimmt, dass keine Fehlfunktion vorliegt, wenn ein Vergleich der erfassten Weglängen mit den vorgegebenen Weglängen ergibt, dass ein Unterschied zwischen der erfassten und der vorgegebenen Weglänge einen vorbestimmten Wert nicht übersteigt.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zurückgelegten Weglängen (W1, W2) der Spindeleinrichtung (5) mittels eines Sensors oder anhand von Motorlaufzeiten des Antriebs der Spindeleinrichtung (5) erfasst werden.
  5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Quotient (Q) aus der erfassten Weglänge (W1) der ersten Betätigung der Spindeleinrichtung (5) und der erfassten Weglänge (W2) der zweiten Betätigung der Spindeleinrichtung (5) gebildet wird und mit einem vorgegebenen Quotienten verglichen wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung eine Belagverschleißkompensation mit einer zweiten Spindeleinrichtung (9) und einer mit dem Druckkolben (2) verbundenen Mutter (10) umfasst und die zweite Spindeleinrichtung (9) einen Anschlag für die erste Spindeleinrichtung (5) bildet.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenn die erste erfasste Weglänge (W1) der Spindeleinrichtung (5) um einen vorbestimmten Betrag länger als die zweite erfasste Weglänge (W2) der Spindeleinrichtung (5) ist, die Diagnoseeinrichtung bestimmt, dass ein Druck im Fluidraum (4) nicht ausreichend ist.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinrichtung die erfassten Weglängen der Spindeleinrichtung (5) speichert und die aktuell erfassten Weglängen der Spindeleinrichtung (5) mit den vorherigen, abgespeicherten erfassten Weglängen vergleicht.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenn die Diagnoseeinrichtung erkennt, dass eine Fehlfunktion der Bremseinrichtung (1) vorliegt, eine Warnmeldung an einen Fahrer eines Fahrzeugs abgegeben wird.
  10. Vorrichtung zur Feststellung einer Funktion einer Feststellbremse einer automatisierten Bremseinrichtung (1), wobei die Vorrichtung ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche verwendet.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com