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Dokumentenidentifikation DE202004017115U1 20.04.2006
Titel Wärmedämmplatte
Anmelder SCHWENK Dämmtechnik GmbH & Co KG, 86899 Landsberg, DE
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 202004017115
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 20.04.2006
Registration date 16.03.2006
Application date from patent application 05.11.2004
IPC-Hauptklasse E04B 1/80(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wärmedämmkörper, insbesondere eine Wärmedämmplatte zur Isolierung von Bauwerken, mit mindestens einem Formling, der ein poröses Wärmedämmmaterial aufweist, das in eine luftdichte Umhüllung aufgenommen ist.

Stand der Technik

Wärmedämmkörper der eingangs genannten Art finden beispielsweise in der Automobilindustrie, im Anlagenbau oder bei Kühlschränken zunehmend Anwendung. So offenbaren beispielsweise die EP 0 315 169 B1 und die DE 44 32 896 C2 Wärmedämmkörper auf der Basis von verpresster, mikroporöser Kieselsäure, die mit einer Aluminiumfolie umhüllt ist, wobei innerhalb der Umhüllung ein Unterdruck aufgebaut wird.

Derartige Wärmedämmkörper besitzen ausgezeichnete wärmedämmende Eigenschaften, vor allem da durch den vakuumähnlichen Zustand innerhalb der Umhüllung Wärmeleitung infolge Konvektion weitgehend unterbunden ist. Hierdurch lassen sie die Abmessungen und das Gewicht der Wärmedämmung erheblich reduzieren.

Allerdings hat sich gezeigt, dass diese Technologie für Anwendungen mit hohen mechanischen Beanspruchungen nur bedingt geeignet ist, da durch Stöße, Schläge etc. leicht eine Beschädigung der luftdichten Umhüllung hervorgerufen werden kann, was zu einem drastischen Absinken der Wärmedämmung führt. Darüber hinaus können die bekannten Wärmedämmkörper nicht nachträglich an die Geometrie der zu dämmenden Gegenstände angepasst werden.

Ferner offenbart die DE 43 44 713 A1 eine doppelwandige thermische Isolierung, die für eine Hochtemperaturbatterie vorgesehen ist. Die Druckschrift befasst sich mit dem Einsatz von Metallhydriden zur Erzielung einer variablen Wärmeleitung. Die in „Behältern" innerhalb der Isolierung vorgesehenen Metallhydride stehen mit einem Vorratsgefäß ist Verbindung, das je nach Temperaturzustand den Austausch von Wasserstoff ermöglichen soll. Diese Konstruktion eignet sich nicht für allgemeine Einsatzgebiete und besitzt eine geringe Variabilität.

Darstellung der Erfindung

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Wärmedämmkörper bereitzustellen, der ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften mit einer verbesserten geometrischen Anpassbarkeit verbindet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Wärmedämmkörper mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, den Wärmedämmkörper derart auszugestalten, dass dieser (auch nachträglich) für den jeweiligen Anwendungsfall in die gewünschte Form bzw. Geometrie gebracht werden kann, ohne seine Wärmedämmeigenschaften weitgehend zu verlieren.

Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Wärmedämmkörper eine Mehrzahl von Formlingen aufweist, wobei zumindest zwei benachbarte Formlinge einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers höchstens teilweise überlappen. Auf diese Weise werden innerhalb des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers „überlappungsfreie" Bereiche geschaffen, in denen ein Durchtrennen des Wärmedämmkörpers möglich ist, ohne eine Vielzahl oder gar alle Formlinge zu beschädigen. Hierdurch kann der erfindungsgemäße Wärmedämmkörper, ggf. unter Berücksichtigung der Anzahl und Anordnung der Formlinge, auch nachträglich in eine gewünschte Form gebracht werden.

Diese Variabilität des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers stellt beispielsweise bei der Dämmung von Bauwerken sicher, dass das Bauwerk vollflächig gedämmt werden kann, ohne dass im Bereich von Rändern, Ecken, Öffnungen, Vorsprüngen etc. Sondermaßnahmen wie beispielsweise eine dickere Dämmung mit herkömmlichen Platten oder dergleichen erforderlich sind. Hierdurch werden Logistik und Arbeitsablauf auf der Baustelle vereinfacht, und die Möglichkeit von Baumängeln bzw. -schäden wird verringert. Nicht zuletzt werden hierdurch auch Kosteneinsparungen erzielt.

Die Anzahl und Anordnung der Mehrzahl von Formlingen des Wärmedämmkörpers kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung vielfältig variieren und auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in dem Wärmedämmkörper eine Mehrzahl von überlappungsfreien Zonen vorgesehen, in denen benachbarte Formlinge einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers nicht überlappen. Diese Zonen ermöglichen, dem Wärmedämmkörper beispielsweise durch Sägen oder Schneiden entlang dieser Zonen eine gewünschte Form zu geben, ohne die Wärmedämmeigenschaften des Wärmedämmkörpers übermäßig zu beeinträchtigen.

Dabei können die überlappungsfreien Zonen eine Vielfalt von Formen besitzen, beispielsweise geradlinig, kreisförmig oder auf andere Weise gekrümmt. Im Hinblick auf ein vollständiges Durchtrennen des Wärmedämmkörpers hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass sich die Zonen jeweils zwischen gegenüberliegenden Rändern des Wärmedämmkörpers erstrecken.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen die Formlinge Seitenflächen auf, die gegenüber der flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers einen spitzen Winkel einnehmen, wobei benachbarte Formlinge bevorzugt im Bereich der Seitenflächen miteinander verbunden sind.

Alternativ oder zusätzlich zu den oben genannten, überlappungsfreien Zonen mit höchstens teilweiser Überlappung ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass der Wärmedämmkörper zwischen zumindest zwei benachbarten Formlingen Bereich besitzt, die in einer Richtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers frei von Formlingen sind. Diese Bereiche können z.B. Sollbruchstellen bzw. Sollbohrstellen bilden, in denen ein Durchtrennen des Wärmedämmkörpers keinerlei Beeinträchtigung der Wärmedämmung verursacht. Diese Bereiche können insbesondere nützlich sein, um größere Wärmedämmkörper zunächst ohne jeglichen Verlust an Wärmedämmung in kleinere Wärmedämmkörper aufteilen zu können, die anschließend gegebenfalls noch in kleinere Einheiten zugeschnitten werden können. Ferner können punktförmige, „formlingfreie" Bereiche vorteilhaft als Durchgangsbohrungen für Befestigungsmittel oder dergleichen verwendet werden.

Ferner ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt, dass die überlappungsfreien Zonen und/oder formlingfreien Bereiche an der Außenseite des Wärmedämmkörpers sichtbar sind. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Wärmedämmkörper nicht ungewollt derart durchtrennt wird, dass großflächig eine Vielzahl von Formlingen beschädigt wird.

Die Formlinge können prinzipiell in beliebiger Anordnung und Konfiguration in dem Wärmedämmkörper vorgesehen sein. Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist jedoch bevorzugt, dass zumindest einige Formlinge miteinander zu mindestens einem flächigen Element verbunden sind. Diese Maßnahme verleiht dem Wärmedämmkörper eine hohe Stabilität, stellt die gewünschte Lage der einzelnen Formlinge sicher und ermöglicht darüber hinaus einen kontinuierlichen Herstellungsvorgang.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Wärmedämmkörper eine Vielzahl kleinformatiger Formlinge auf, deren Volumen höchstens 2000 cm3 beträgt. Durch die kleinformatige Ausgestaltung der Formlinge wird erreicht, dass bei einem Durchtrennen oder Durchstoßen des Wärmedämmkörpers nur Formlinge in einem extrem begrenzten Bereich beschädigt werden, sodass im Übrigen Bereich des Wärmedämmkörpers dessen Dämmeigenschaften vollkommen unverändert bleiben. Als besonders vorteilhaft hat es sich ferner erwiesen, dass die Formlinge ein Volumen von höchstens 1000 cm3, bevorzugt höchstens 500 cm3 besitzen.

Die Formlinge des Wärmedämmkörpers können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch in einer gemeinsamen Ebene angeordnet sein, sodass keinerlei gegenseitige Überlappung der Formlinge vorliegt. Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass die Formlinge und/oder flächigen Elemente in mehreren Lagen angeordnet sind, die sich im Wesentlichen parallel zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers erstrecken.

Die Mehrlagigkeit ermöglicht nicht nur eine Anpassung des Wärmedämmkörpers bzw. der Wärmedämmeigenschaften an die jeweiligen Anforderungen, sondern erlaubt auch eine besonders variable Gestaltung der jeweiligen Bereiche mit oder ohne Überlappung benachbarter Formlinge. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass jeweils benachbarte, flächige Elemente gleichartig aufgebaut, jedoch versetzt und/oder gedreht zueinander angeordnet sind.

Die einzelnen Formlinge einer Lage oder auch benachbarter Lagen können auf beliebige Weise miteinander verbunden werden, beispielsweise durch Verschweißen, Verkleben, etc. Bei einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die einzelnen Formlinge einer Lage sogar teilweise integral ausgeführt. Dabei ist die luftdichte Umhüllung zumindest einiger Formlinge durch mindestens zwei gemeinsame, luftdichte Schichten gebildet, die abschnittsweise miteinander verbunden sind, um das Wärmedämmmaterial bevorzugt unter Vakuum einzuschließen. Auf diese Weise sind die Formlinge einer Lage gewissermaßen blisterartig aufgebaut. Hierdurch kann auf ein nachträgliches Verbinden benachbarter Formlinge verzichtet werden, was einen besonders einfachen und zügigen Herstellungsvorgang ermöglicht.

Um auch bei kompakten Abmessungen des Wärmedämmkörpers eine ausgezeichnete Wärmedämmung zu erzielen, ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass innerhalb der luftdichten Umhüllung ein Vakuum herrscht, wobei der Druck bevorzugt höchstens 10 HPa beträgt. Durch das Vorsehen eines Vakuums innerhalb der jeweiligen Formlinge wird deren Wärmeleitfähigkeit extrem herabgesetzt, insbesondere aufgrund der unterbundenen bzw. verminderten Wärmekonvektion.

Als Wärmedämmmaterial können im Rahmen der vorliegenden Erfindung verschiedene Materialien zum Einsatz kommen.

Insbesondere in Verbindung mit dem vorstehend genannten Vakuum ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung jedoch bevorzugt, dass das Wärmedämmmaterial zumindest teilweise mikroporös, bevorzugt zumindest teilweise nanoporös ist. Hierdurch lässt sich ein besonders hoher Porenanteil erzielen, was die Wärmedämmung weiter verbessert. Obgleich die vorliegende Erfindung nicht auf ein bestimmtes Material beschränkt ist, haben sich Kieselsäure oder ähnliche Stoffe als besonders geeignet erwiesen.

Der erfindungsgemäße Wärmedämmkörper eignet sich besonders gut als Wärmedämmplatte zur Dämmung von Bauwerken, kann jedoch auch in anderen Gebieten vorteilhaft eingesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass insbesondere in Fällen, in denen nicht mit übermäßigen mechanischen Beanspruchungen zu rechnen ist, der erfindungsgemäße Wärmedämmkörper auch ohne eine die Mehrzahl von Formlingen zumindest abschnittsweise bedeckende, wärmedämmende Deckschicht ausgeführt werden kann.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 zeigt schematische Schnittansichten, die den Aufbau einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers zeigen;

2 zeigt schematische Schnittansichten, die den Aufbau einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers zeigen;

3 zeigt eine schematische Schnittansicht, die den Aufbau einer dritten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers zeigt;

4 zeigt eine schematische Schnittansicht, die den Aufbau einer vierten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers zeigt;

5 zeigt eine schematische Schnittansicht, die den Aufbau einer fünften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers zeigt (5a), sowie ein eine Draufsicht eines flächigen Elements in dieser Ausführungsform (5b).

Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen

Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren beschrieben.

Obgleich in den Figuren nicht als Ganzes gezeigt, besitzt der erfindungsgemäße Wärmedämmkörper 1 eine flächige, platten- bzw. scheibenartige Gestalt mit einer flächigen Erstreckung in der Platten- bzw. Scheibenebene. In den 1 bis 5 ist jeweils zunächst eine Schnittansicht des entsprechenden Wärmedämmkörpers gezeigt, die senkrecht zu dessen flächiger Erstreckung geführt ist. Darüber hinaus zeigen die 1b) und 2b) Schnittansichten des jeweiligen Wärmedämmkörpers, die parallel zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers geführt sind.

Obgleich der erfindungsgemäße Wärmedämmkörper 1 häufig eine gestreckt quaderförmige Gestalt besitzen wird, ist die vorliegende Erfindung nicht hierauf beschränkt. Vielmehr kann der erfindungsgemäße Wärmedämmkörper auch in einer oder mehreren Richtungen verjüngt sein, an den Rändern abgerundet sein, im Grundriss auf beliebige Weise polygonal oder gekrümmt sein, etc.

Eine erste bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf 1 beschrieben. In 1a) sind zwei benachbarte, prinzipiell gleichartige Wärmedämmkörper 1 in einer Schnittansicht dargestellt. Die Wärmedämmkörper 1 umfassen eine Mehrzahl von Formlingen 10, die jeweils ein poröses Wärmedämmmaterial aufweisen, das in eine luftdichte Umhüllung aufgenommen ist. Bei dem porösen Wärmedämmmaterial handelt es sich bevorzugt um ein mikroporöses, besonders bevorzugt ein nanoporöses Material, wie beispielsweise Kieselsäure (SiO2) oder ähnliche geeignete Stoffe. Dieses ist durch die luftdichte Umhüllung vollständig umgeben, wobei die luftdichte Umhüllung folienartig ausgebildet ist, bevorzugt als schweißbare Folie, wie beispielsweise aus Polystyrol oder dergleichen. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die luftdichte Umhüllung durch einen Verbund einer schweißbaren Folie mit weiteren Schichten insbesondere aus Polyethylen, Aluminium und/oder Polyester gebildet ist. Hierdurch lässt sich eine dauerhafte, leicht schweißbare und kostengünstige Umhüllung des Wärmedämmmaterials erzielen.

Obgleich es zur Ausführung der vorliegenden Erfindung nicht unbedingt erforderlich ist, herrscht bei der vorliegenden Ausführungsform innerhalb der luftdichten Umhüllung ein Vakuum, wobei der Druck innerhalb der luftdichten Umhüllung unterhalb 10 HPa liegt. Hierdurch wird eine besonders vorteilhafte Wärmedämmwirkung der Formlinge 10 erzielt.

Wie in 1a) ebenfalls zu erkennen ist, sind die Formlinge 10 in eine wärmedämmende Deckschicht 2 eingebettet, welche die Formlinge 10 in der vorliegenden Ausführungsform vollständig umgibt. Je nach Anwendungsfall ist es jedoch ebenso möglich, dass die wärmedämmende Deckschicht 2 die Formlinge 10 nur abschnittsweise bedeckt, beispielsweise um die Formlinge 10 in bestimmten Bereichen vor mechanischen Beschädigungen, Feuchtigkeit oder sonstigen äußeren Einwirkungen zu schützen und gleichzeitig zur Wärmedämmung beizutragen. Für die wärmedämmende Deckschicht kommt eine Vielzahl von Materialien in Frage. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung besteht die Deckschicht 2 bevorzugt aus Hartschaum, insbesondere aus expandierbarem Polystyrol, extrudiertem Polystyrol, Polyurethan, Polyisotianurat oder dergleichen.

Die Formlinge 10 (von denen in den Figuren jeweils nur einige mit Bezugszeichen versehen sind) können auf vielfältige Weise innerhalb des flächigen Wärmedämmkörpers 1 angeordnet sein. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sollte die Anordnung jedoch derart sein, dass benachbarte Formlinge 10 einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers 1 – d.h. bei Betrachtung von oben nach unten in 1a) – höchstens teilweise überlappen. Auf diese Weise entstehen, wie in 1a) am besten zu erkennen ist, überlappungsfreie Zonen 16, in denen benachbarte Formlinge 10 einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers 1 nicht überlappen. In diesen Zonen kann der Wärmedämmkörper 1 problemlos durchtrennt werden, ohne die wärmedämmenden Eigenschaften des Wärmedämmkörpers übermäßig zu beeinträchtigen.

Wie in 1b) am besten zu erkennen ist, erstrecken sich die überlappungsfreien Zonen 16 bevorzugt jeweils zwischen gegenüberliegenden Rändern 18, 20 des Wärmedämmkörpers 1. Hierdurch werden Schnittzonen geschaffen, in denen der Wärmedämmkörper ohne wesentliche Beeinträchtigung der wärmedämmenden Eigenschaften in kleinere Abschnitte zerteilt werden kann.

Darüber hinaus sind in der vorliegenden ersten Ausführungsform drei Lagen I, II und III von Formlingen 10 vorgesehen, obgleich im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch eine geringere oder größere Anzahl von Lagen möglich ist. Die Formlinge 10 sind miteinander beispielsweise durch Verschweißen oder Verkleben der jeweiligen, luftdichten Umhüllung verbunden. Obgleich in den Figuren nicht ausdrücklich gezeigt, können in dem flächigen Wärmedämmkörper zwischen benachbarten Formlingen auch formlingfreie Bereiche vorgesehen sein, in denen entweder gar kein Material oder gegebenenfalls die wärmedämmende Deckschicht 2 angeordnet ist.

Obgleich in den Figuren ebenfalls nicht gezeigt, ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung sinnvoll, dass die formlingfreien Bereiche und/oder überlappungsfreien Zonen 16 auf der Außenseite des Wärmedämmkörpers 1 sichtbar gemacht sind, beispielsweise durch einen geeigneten Aufdruck oder dergleichen. Hierdurch wird sichergestellt, dass ein Zerteilen oder Durchstoßen des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers 1 tatsächlich ohne erhebliche Beeinträchtigung der wärmedämmenden Eigenschaften durchgeführt werden kann.

Die Abmessungen und Formen der einzelnen Formlinge 10 sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung grundsätzlich beliebig. Im Hinblick auf eine möglichst variable Zerteilbarkeit des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers ist es jedoch bevorzugt, dass die Formlinge 10 kleinformatig ausgebildet sind und beispielsweise ein Volumen von höchstens 500 cm2 besitzen.

2 zeigt schematisch eine zweite bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Diese unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform durch die geometrische Ausgestaltung und Anordnung der Formlinge 10, sodass zu den übrigen Eigenschaften und Merkmalen des Wärmedämmkörpers 1 der zweiten Ausführungsform auf die erste Ausführungsform Bezug genommen werden kann. Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform sind die Formlinge 10 im Querschnitt rautenförmig ausgebildet, sodass sie jeweils Seitenflächen 10' aufweisen, die gegenüber der flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers 1 einen spitzen Winkel (einen von 90° abweichenden Winkel) einnehmen, der beispielsweise 45° betragen kann. Dabei sind jeweils benachbarte Formlinge im Bereich der Seitenflächen 10' miteinander verbunden. Auf diese Weise ergibt sich eine Anordnung der Formlinge 10, bei der trotz Anordnung in einer einzelnen Ebene eine teilweise Überlappung benachbarter Formlinge, aber auch formlingfreie Bereiche 16 ergeben.

Die freien Ränder des erfindungsgemäßen Wärmedämmkörpers können einen Falz 4 aufweisen, um das Verbinden benachbarter Wärmedämmkörper 1 zu erleichtern, wie in 1 und 2 gezeigt. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Falzes 4 sind in 3 und 4 als bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung gezeigt. Diese Ausführungsformen unterscheiden sich von den vorhergehend diskutierten Ausführungsformen ebenfalls nur durch die gezeigte Ausbildung und Anordnung der Formlinge 10 sowie des Falzes 4.

Eine fünfte bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf 5 beschrieben. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von den vorhergehenden Ausführungsformen insbesondere dadurch, dass die Formlinge 10 einer Lage blisterartig ausgebildet sind. In 5b) ist ein flächiges Element 24 mit mehreren Formlingen 10 in einer Draufsicht gezeigt. Wie in 5b) zu erkennen ist, ist die luftdichte Umhüllung 14 der Formlinge 10 durch zwei gemeinsame, luftdichte Schichten 26, 28 gebildet, die in den schraffierten Bereichen miteinander verbunden sind, um das in den ovalen, nicht schraffierten Bereichen vorgesehene Wärmedämmmaterial bevorzugt unter Vakuum einzuschließen.

Wie in 5a) zu erkennen ist, ist in der fünften Ausführungsform eine Mehrzahl der flächigen Elemente 24 gemäß 5d) in dem Wärmedämmkörper 1 versetzt zueinander vorgesehen, und zwar in vier Lagen I, II, III und IV. Dabei sind die flächigen Elemente 24 derart versetzt zueinander angeordnet, dass sich jeweils überlappungsfreie Bereiche 16 ergeben, in denen benachbarte Formlinge einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers 1 nicht überlappen.

Wie in 5b) ferner zu erkennen ist, umfassen die flächigen Element 24 jeweils eine Mehrzahl von Durchgangsöffnungen 22, die dazu vorgesehen sind, eine Durchdringung der wärmedämmenden Deckschicht 2 zu ermöglichen, sodass sich eine stabile Einbettung der einzelnen flächigen Elemente 24 in dem Wärmedämmkörper 1 ergibt. Obgleich in den Figuren nicht gezeigt, ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen, den Wärmedämmkörper mit Mitteln zur Abschirmung von Elektrosmog auszustatten, die bevorzugt in die luftdichte Umhüllung integriert sind. Hierbei kann es sich beispielsweise um eine leitfähige Schicht oder ein leitfähiges Gewebe handeln, das in die luftdichte Umhüllung oder auch die wärmedämmende Deckschicht eingebettet ist.


Anspruch[de]
  1. Flächiger Wärmedämmkörper (1), insbesondere Wärmedämmplatte zur Dämmung von Bauwerken, mit

    einer Mehrzahl von Formlingen (10), die jeweils ein poröses Wärmedämmmaterial aufweisen, das in eine luftdichte Umhüllung aufgenommen ist, und

    einer wärmedämmenden Deckschicht (2), welche die Mehrzahl von Formlingen (10) zumindest abschnittsweise bedeckt, wobei

    zumindest zwei benachbarte Formlinge (10) einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers (1) höchstens teilweise überlappen.
  2. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von überlappungsfreien Zonen (16) vorgesehen ist, in denen benachbarte Formlinge (10) einander bei Betrachtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers (1) nicht überlappen.
  3. Wärmedämmkörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die überlappungsfreien Zonen (16) jeweils zwischen gegenüberliegenden Rändern (18, 20) des Wärmedämmkörpers (1) erstrecken.
  4. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Formlinge (10) Seitenflächen (10') aufweisen, die gegenüber der flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers einen spitzen Winkel einnehmen, wobei benachbarte Formlinge bevorzugt im Bereich der Seitenflächen (10') miteinander verbunden sind.
  5. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zumindest zwei benachbarten Formlingen (10) Bereiche vorgesehen sind, die in einer Richtung senkrecht zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers (1) frei von Formlingen sind.
  6. Wärmedämmkörper nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die überlappungsfreien Zonen (16) und/oder formlingfreien Bereiche an der Außenseite des Wärmedämmkörpers (1) sichtbar sind.
  7. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige Formlinge (10) miteinander zu mindestens einem flächigen Element (24) verbunden sind.
  8. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Vielzahl kleinformatiger Formlinge (10) aufweist, wobei das Volumen der Formlinge (10) höchstens 2000 cm3, bevorzugt höchstens 1000 cm3, besonders bevorzugt höchstens 500 cm3 beträgt.
  9. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Formlinge (10) und/oder flächigen Elemente (24) in mehreren Lagen (I, II, III) angeordnet sind, die sich im wesentlichen parallel zur flächigen Erstreckung des Wärmedämmkörpers (1) erstrecken.
  10. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdichte Umhüllung (14) zumindest einiger Formlinge (10) durch mindestens zwei gemeinsame, luftdichte Schichten (26, 28) gebildet ist, die abschnittweise miteinander verbunden sind, um das Wärmedämmmaterial bevorzugt unter Vakuum einzuschließen.
  11. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der luftdichten Umhüllung ein Vakuum herrscht, wobei der Druck bevorzugt höchstens 10 HPa beträgt.
  12. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmedämmmaterial zumindest teilweise mikroporös, bevorzugt zumindest teilweise nanoporös ist, und insbesondere Kieselsäure (SiO2) oder ähnliche geeignete Stoffe aufweist.
  13. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdichte Umhüllung eine schweißbare Folie, insbesondere aus Polystyrol oder dergleichen, aufweist, und zwar bevorzugt in einem Verbund mit weiteren Schichten, insbesondere aus Polyethylen, Aluminium und/oder Polyester.
  14. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (2) aus Hartschaum, bevorzugt aus expandierbarem Polystyrol, extrudiertem Polystyrol, Polyurethan, Polyisocyanurat oder dergleichen besteht.
  15. Wärmedämmkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er Mittel zur Abschirmung von Elektrosmog aufweist, die bevorzugt in die luftdichte Umhüllung integriert sind, insbesondere eine mit der luftdichten Umhüllung verbundene, leitfähige Schicht oder Gewebe.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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