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Dokumentenidentifikation DE202004017598U1 27.04.2006
Titel Teleskopausleger
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004017598
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.04.2006
Registration date 23.03.2006
Application date from patent application 12.11.2004
IPC-Hauptklasse B66C 23/687(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Teleskopausleger mit einem Anlenkschuss und zumindest einem daraus austeleskopierbaren Teleskopschuss, einem an dem Anlenkschuss angelenkten Teleskopierantrieb zum Ein- und Ausfahren des zumindest einen Teleskopschusses, sowie Teleskopverriegelungsmitteln zur Verriegelung der Anlenk- und Teleskopschüsse relativ zueinander, wobei an dem Teleskopierantrieb eine Entriegelungsvorrichtung zur Betätigung der Teleskopverriegelungsmittel sowie eine Kupplungseinrichtung zum An- und Abkuppeln des Teleskopierantriebs an den aus- bzw. einzufahrenden Teleskopschuss vorgesehen sind.

Bei Teleskopauslegern von Kranen, insbesondere Fahrzeugkranen, werden die in dem Anlenkschuss aufgenommenen Teleskopschüsse regelmäßig mit einer einstufigen Kolbenzylindereinheit ausgeschoben, die einerseits an dem Anlenkschuss angelenkt ist und andererseits wahlweise an den jeweils auszuschiebenden Teleskopschuss angekuppelt werden kann. Hierzu ist es bekannt, als Kupplungseinrichtung an dem Kragen des Zylinders der Kolbenzylindereinrichtung hydraulisch ein- und ausfahrbare Kupplungsbolzen vorzusehen, die radial aus dem Kragen des Zylinders ausfahren und in Kupplungsausnehmungen an dem jeweiligen Teleskopschuss einfahren. Zusätzlich ist an dem Kragen des Teleskopierzylinders auch noch die Entriegelungsvorrichtung für die Teleskopverriegelungsbolzen vorgesehen, wobei hier als Bolzenziehvorrichtung regelmäßig ein ebenfalls hydraulisch ein- und ausfahrbarer Zylinder an dem Kragen des Teleskopierzylinders vorgesehen ist. Dieser ist mit den Teleskopverriegelungsbolzen in Eingriff bringbar, die zur Verriegelung der Teleskopschüsse relativ zueinander vorgesehen sind. Für das Ein- und Austeleskopieren des jeweiligen Teleskopschusses muss der jeweilige Teleskopverriegelungsbolzen selbstverständlich gezogen sein. Solche Teleskopsausleger, die mit einer einstufigen Kolbenzylindereinheit mit Entriegelungsvorrichtung und Kupplungseinrichtung ein- und ausfahrbar sind, sind beispielsweise aus der DE 94 22 159 U1 oder der DE 297 13 297 U1 bekannt. Die Anordnung der diversen Kupplungsbolzen sowie der Bolzenziehvorrichtung an dem Kragen der Kolbenzylindereinheit leidet zum einen an den dort begrenzten Platzverhältnissen und ist zum anderen relativ aufwendig und teuer zu fertigen.

Aus der DE 297 13 297 ist es weiterhin bekannt, das An- und Abkuppeln der Teleskopier-Kolbenzylindereinheit an den jeweiligen Teleskopschuss nicht durch radial ausfahrbare Kupplungsbolzen, sondern durch Schwenkhebel zu bewerkstelligen, die um die Längsachse des Teleskopierzylinders drehbar an diesem gelagert und durch einen Schwenkantrieb verschwenkbar sind. Sie können durch Schwenken in Aufnahmetaschen eingefahren werden, die an den ein- und auszuteleskopierenden Teleskopschüssen vorgesehen sind. In einer ausgeschwenkten Stellung hingegen ist der Teleskopierzylinder von dem jeweiligen Schuss abgekuppelt. Auch bei dieser Ausbildung der Kupplungseinrichtung bestehen jedoch die oben genannten Nachteile.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Teleskopausleger der genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik vermeidet und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Vorzugsweise soll die Entriegelung der Teleskopverriegelungsbolzen sowie das An- und Abkuppeln der Teleskopier-Kolbenzylindereinheit an den jeweiligen Teleskopschuss vereinfacht und damit kostengünstig herstellbar gemacht werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Teleskopausleger gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß ist als Entriegelungsvorrichtung für die Teleskopverriegelungsmittel ein radial auskragendes Schwenkstück an dem Teleskopierantrieb vorgesehen, das von einem Schwenkantrieb verschwenkbar ist und einen Entriegelungsabschnitt aufweist, der je nach Schwenkstellung des Schwenkstücks mit den Teleskopverriegelungsmitteln in und außer Eingriff bringbar ist, um diese zu entriegeln bzw. zu verriegeln und damit den jeweiligen Teleskopschuss zu lösen bzw. zu sichern. Auf einen in den Mantel des Teleskopierantriebs, insbesondere den Kragen der entsprechenden Kolbenzylindereinheit, eingearbeiteten und dementsprechend die Fertigung verteuernden Druckkolben zum Ziehen der Teleskopverriegelungsmittel kann verzichtet werden. Um die Teleskopverriegelungsmittel zu lösen, wird das an dem Teleskopierantrieb gelagerte Schwenkstück so verschwenkt, dass es mit dem jeweiligen Teleskopiermittel in Eingriff gerät und dieses in seine entriegelte Stellung bewegt, so dass der jeweilige Teleskopschuss sodann ein- oder ausgefahren werden kann.

Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfüllt das Schwenkstück eine Doppelfunktion und bildet sowohl die Entriegelungsvorrichtung zur Betätigung der Teleskopverriegelungsmittel als auch die Kupplungsvorrichtung zum An- und Abkuppeln des Teleskopierantriebs an den jeweils aus- bzw. einzuschiebenden Teleskopschuss. Das Schwenkstück kann hierzu einerseits den vorgenannten Entriegelungsabschnitt zur Betätigung der Teleskopverriegelungsmittel sowie andererseits einen Kupplungsabschnitt zum An- und Abkuppeln an den jeweils auszufahrenden Teleskopschuss aufweisen. Da auch das An- und Abkuppeln des Teleskopierantriebs an den jeweiligen Teleskopschuss durch das verschwenkende Schwenkstück erledigt wird, das hierzu mit seinem Kupplungsabschnitt in eine entsprechende Kupplungsaufnahme an einer Innenwandung des jeweiligen Teleskopschusses einfährt, können separate Kupplungsbolzen, die radial ein- und ausgefahren werden, entfallen. Hierdurch entspannt sich die Platzsituation an dem Mantel des Teleskopierantriebs beträchtlich. Je nach Schwenkstellung des Schwenkstücks kuppelt dieses in die Kupplungsausnehmungen der Teleskopierschüsse oder löst sich von diesen.

Um die Schwenkbewegung des Schwenkstücks in eine entsprechende Bewegung der Teleskopverriegelungsmittel umzusetzen, ist vorteilhafterweise an dem Entriegelungsabschnitt des Schwenkstücks eine Kurvensteuerfläche, insbesondere -nut, vorgesehen, die mit einem Eingriffskopf des Teleskopverriegelungsmittels in Eingriff gerät, so dass dieses auf der Kurvensteuerfläche abgleitet bzw. je nach Ausbildung des Eingriffskopfs auch abrollt. Hierdurch wird je nach Schwenkstellung des Schwenkstücks eine bestimmte Stellung der Teleskopverriegelungsmittel vorgegeben. Es versteht sich, dass die Kurvensteuerfläche sozusagen in kinematischer Umkehr auch an dem Eingriffskopf der Teleskopverriegelungsmittel vorgesehen sein könnte, so dass der entsprechende Eingriffsabschnitt des Schwenkstücks darüber hinweg gleitet. Die zuvor beschriebene Anordnung der Kurvensteuerfläche an dem Entriegelungsabschnitt des Schwenkstücks erlaubt es jedoch, als Teleskopverriegelungsmittel standardmäßige Verriegelungsbolzen mit tellerförmigen oder kugelförmigen Eingriffsköpfen zu verwenden. Insbesondere bei Teleskopauslegern mit einer Vielzahl von Teleskopschüssen besitzt dies Vorteile, da die Kurvensteuerfläche nur einmal an dem Schwenkstück gefertigt werden muss.

Die Kurvensteuerfläche besitzt vorteilhafterweise eine sanft gekrümmte Kontur, um eine ruck- und stoßfreie sanfte Bewegung der Teleskopverriegelungsmittel zu erreichen. Es versteht sich jedoch, dass die Kurvensteuerfläche keine bogenförmige Krümmung besitzen muss, sondern auch an sich ebene, geneigte Flächen nach Art einer Rampe oder eines Keils besitzen kann, um die Umsetzung der Schwenkbewegung in die Entriegelungsbewegung zu erreichen.

In Weiterbildung der Erfindung ist eine zweiachsige Bewegung der Teleskopverriegelungsmittel vorgesehen. Sind die Teleskopverriegelungsmittel als Verriegelungsbolzen ausgebildet, ist nicht einfach eine radiale Bolzenziehbewegung vorgesehen.

Vielmehr ist das Schwenkstück, insbesondere sein Entriegelungsabschnitt, derart ausgebildet, dass der jeweilige Teleskopverriegelungsbolzen einerseits quer zu seiner Längsachse und andererseits in Richtung seiner Längsachse bewegt wird. Bei im wesentlichen radialer Anordnung der Verriegelungsbolzen werden diese also zum einen in Längsrichtung des Teleskopauslegers sowie in radialer Richtung zur Längsachse des Teleskopauslegers bewegt. Grundsätzlich wäre es möglich, hierzu das Schwenkstück zweiachsig zu bewegen, und zwar einerseits in Längsrichtung des Teleskopantriebs zu verschieben und zum anderen um eine zur Längsachse des Teleskopauslegers parallele Schwenkachse zu verschwenken. In Weiterbildung der Erfindung jedoch wird das Schwenkstück nur einachsig bewegt, nämlich um die Längsachse des Teleskopierantriebs verschwenkt. Um die zweiachsige Bewegung des Teleskopverriegelungsbolzens herbeizuführen, ist die Kurvensteuerfläche, die die Schwenkbewegung des Schwenkstücks in die Riegelbewegung umsetzt, entsprechend ausgebildet. Insbesondere kann die Kurvensteuerfläche einen ersten Steuerflächenabschnitt zur Bewegung des Verriegelungsbolzens parallel zur Wandung des jeweiligen Teleskopschusses sowie einen zweiten Steuerflächenabschnitt zur Bewegung des Verriegelungsbolzens radial zur Teleskopauslegerlängsachse besitzen.

Durch die zweiachsige Bewegung des Teleskopverriegelungsbolzens kann dieser mit einer Arretiernase versehen sein, die in der verriegelnden Stellung den Rand der Verriegelungsausnehmung in dem jeweiligen Teleskopschuss übergreift, so dass sich der Verriegelungsbolzen nicht ungewollt lösen kann. Um den Verriegelungsbolzen dennoch aus der Verriegelungsausnehmung herausziehen zu können, bewirkt das Schwenkstück beim Aufschwenken auf den Verriegelungsbolzen mit seinem ersten Steuerflächenabschnitt zunächst eine Bewegung des Verriegelungsbolzens quer zu seiner Längsachse, um die Arretiernase zu lösen. Sodann bewirkt beim weiteren Verschwenken des Schwenkstücks der zweite Steuerflächenabschnitt das Ziehen des Verriegelungsbolzens im wesentlichen parallel zu seiner Längsachse.

Um günstige Platzverhältnisse zu schaffen, sind der Entriegelungsabschnitt des Schwenkstücks und der Kupplungsabschnitt des Schwenkstücks voneinander um zumindest etwa 90° in Schwenkrichtung beabstandet. Nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung kann der Kupplungsabschnitt des Schwenkstücks bezüglich des Teleskopierantriebs auf der gegenüberliegenden Seite des Entriegelungsabschnittes liegen. Es versteht sich, dass die Anordnung von Entriegelungsabschnitt und Kupplungsabschnitt von der Anordnung der Teleskopverriegelungsbolzen abhängt. Gemäß einer vorteilhaften Anordnung können die Teleskopverriegelungsbolzen mittig in der Oberseite der Teleskopschüsse angeordnet sein, während innenseitig die Kupplungsausnehmungen zum Ankuppeln des Teleskopierantriebs mittig an der Unterseite der Teleskopschüsse vorgesehen sind.

Vorteilhafterweise sind der Kupplungsabschnitt und der Entriegelungsabschnitt des Schwenkstücks oder ggf. auch die Kupplungsabschnitte und die Entriegelungsabschnitte des Schwenkstücks symmetrisch bzw. zumindest annähernd symmetrisch verteilt, um günstige Krafteinleitungsverhältnisse zu erreichen.

Um eine stabile Ankupplung des Teleskopierantriebs an den jeweils auszuschiebenden Teleskopschuss zu erreichen, ist in Weiterbildung der Erfindung an dem Kupplungsabschnitt des Schwenkstücks und/oder an der dazu komplementären Kupplungsaufnahme an dem zumindest einen Teleskopschuss eine keilförmige Klemmfläche vorgesehen, durch die der Kupplungsabschnitt des Schwenkstücks relativ zu dem jeweiligen Teleskopschuss beim Einschwenken fest fixiert wird. Vorzugsweise ist an der Innenwandung des jeweiligen Teleskopschusses als Kupplungsaufnahme ein sich in Umfangsrichtung verjüngender Umfangsschlitz vorgesehen, in den der Kupplungsabschnitt des Schwenkstücks eingeschwenkt werden kann.

Der Schwenkantrieb für das Schwenkstück kann grundsätzlich verschieden ausgebildet sein. Nach einer Ausführung der Erfindung kann eine Kolbenzylindereinheit als Schwenkantrieb vorgesehen sein, die einerseits an dem Teleskopierantrieb und andererseits an dem Schwenkstück angelenkt ist.

Um das sich aus dem Verschwenken des Kupplungsstücks ergebende Drehmoment abzufangen und eine Torsionsbelastung des Teleskopierantriebs zu vermeiden, ist in Weiterbildung der Erfindung an dem Teleskopierantrieb eine Drehmomentstütze vorgesehen, die in eine an dem zumindest einen Teleskopschuss angebrachte Längsschiebeführung einfahrbar ist. Die Drehmomentstütze kann einen starr an dem Mantel des Teleskopierantriebs befestigten Stützarm aufweisen, der durch Ein- und Ausfahren des Teleskopierantriebs in die genannte Längsschiebeführung einfahrbar ist.

Der Teleskopierantrieb besteht zweckmäßigerweise aus einer einstufigen Kolbenzylindereinheit, die mit ihrer Kolbenstange am Anlenkschuss des Teleskopauslegers angelenkt ist und am Kragen ihres Zylinders das Schwenkstück trägt. Letzteres ist um die Längsachse der Kolbenzylindereinheit drehbar, jedoch axial fest auf dem Mantel des Zylinders sitzend, ggf. unter Zwischenschaltung geeigneter Lagerelemente, angeordnet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1: einen Längsschnitt durch den Teleskopausleger und die Teleskopier-Kolbenzylindereinheit zum Ein- und Ausfahren der Teleskopschüsse in einer schematischen Darstellung, die das auf der Kolbenzylindereinheit sitzende Schwenkstück in einer Eingriffsstellung mit einem Teleskopverriegelungsbolzen sowie in Eingriff mit einer Kupplungsausnehmung zeigt,

2: einen Querschnitt durch den Teleskopausleger aus 1 in Höhe des Schwenkstücks in einer schematischen Darstellung, die das Schwenkstück in einer Schwenkstellung zeigt, in der es außer Eingriff von dem Teleskopverriegelungsbolzen und außer Eingriff von der Kupplungsausnehmung ist,

3: einen ausschnittsweisen Querschnitt des Teleskopauslegers aus 1 in Höhe einer Drehmomentstütze zur Abstützung des Teleskopierzylinders gegen Torsion, und

4: eine ausschnittsweise Draufsicht auf die Umfangsseite des Entriegelungsabschnittes des Schwenkstücks in Richtung des Pfeils A in 2, die den Verlauf der nutförmigen Kurvensteuerfläche zur Entriegelung des Teleskopverriegelungsbolzens zeigt.

Der in den Figuren gezeigte Teleskopausleger 1 umfasst, wie 1 zeigt, einen Anlenkschuss 2, der in an sich bekannter Weise um eine liegende Wippachse wippbar, beispielsweise an einem Kranoberwagen eines Fahrzeugkrans, angelenkt sein kann. Im Inneren des Anlenkschusses 2 sind zwei Teleskopschüsse 3 und 4 aufgenommen, die durch den Teleskopierantrieb 5 im Inneren des Teleskopauslegers 1 aus dem Anlenkschuss 2 ausgefahren bzw. wieder eingefahren werden können.

Der Teleskopantrieb 5 umfasst eine einstufige Kolbenzylindereinheit 6, deren Kolbenstange 7 an dem Fuß des Anlenkschusses 2 angelenkt ist. Der Zylinder 8 der Kolbenzylindereinheit 6 kann mittels einer an dem Kragen 9 des Zylinders 8, aus dem die Kolbenstange 7 austritt, angeordneten Kupplungseinrichtung 10 wahlweise an einen der Teleskopschüsse 3 oder 4 angekuppelt werden, um diesen auszuschieben bzw. einzufahren, wie noch näher erläutert wird. Weiterhin ist an dem Kragen 9 des Zylinders 8 eine Entriegelungsvorrichtung 11 angeordnet, mit Hilfe derer Verriegelungsbolzen 12 entriegelt werden können, um das Ausschieben und Einfahren der Teleskopschüsse 3 und 4 zu erlauben. Wie die 1 und 2 zeigen, ist am inneren Ende eines jeden Teleskopschusses 3 und 4 etwa mittig an dessen Oberseite jeweils ein Verriegelungsbolzen 12 im wesentlichen radial angeordnet und durch eine Feder 13 radial nach außen vorgespannt, um in eine Verriegelungsausnehmung 14 in der Wandung des den jeweiligen Teleskopschuss aufnehmenden Auslegerschusses 3 bzw. 2 einzugreifen, um den jeweiligen Teleskopschuss in der eingefahrenen oder ausgefahrenen Stellung relativ zu dem ihn aufnehmenden Auslegerschuss zu verriegeln.

Sowohl die Kupplungseinrichtung 10 als auch die Entriegelungsvorrichtung 11 werden von einem Schwenkstück 15 gebildet, das drehbar, jedoch axial fest auf dem Kragen 9 des Zylinders 8 sitzt und von einem Schwenkantrieb 16 um eine zur Längsachse der Kolbenzylindereinheit 6 koaxiale Schwenkachse 17 verschwenkt werden kann. In der gezeichneten Ausführung ist der Schwenkantrieb 16 eine Kolbenzylindereinheit, die einerseits an dem Mantel des Zylinders 8 und andererseits an dem Schwenkstück 15 angelenkt ist.

Wie die 1 und 2 zeigen, umfasst das Schwenkstück 15 einen sich radial zu dem jeweiligen Verriegelungsbolzen 12 erstreckenden Arm, dessen auskragendes Ende einen Entriegelungsabschnitt 18 bildet, in dem eine Kurvennut 19 ausgebildet ist. Die nach zumindest einer Seite offene Kurvennut 19 ist in der radial außenliegenden Umfangsfläche 20 ausgebildet und erstreckt sich – grob gesprochen – im wesentlichen in Umfangsrichtung. Wie 4 zeigt, erstreckt sich jedoch insbesondere ein erster Abschnitt der Kurvennut 19, der mit dem Verriegelungsbolzen 12 zunächst in Eingriff kommt, jedoch nicht exakt in Umfangsrichtung, sondern geneigt hierzu. Die die Kurvennut 19 begrenzenden Ränder bilden in diesem ersten Abschnitt eine erste Kurvensteuerfläche 21, die dann, wenn das Schwenkstück 15 mit der Kurvennut 19 mit dem Verriegelungsbolzen 12 in Eingriff gerät, den Verriegelungsbolzen 12 zunächst quer zu dessen Längsrichtung in X-Richtung, d. h. parallel zur Längsachse des Teleskopauslegers 1 verschiebt. Hierzu ist der Verriegelungsbolzen 12 in X-Richtung, d. h. quer zu seiner Längsachse verschieblich gelagert. Gegebenenfalls wäre es auch denkbar, den Verriegelungsbolzen 12 kippbar zu lagern, so dass er durch die erste Kurvensteuerfläche 21 eine Kippbewegung um eine Querachse erfährt. Wesentlich ist, dass das in der Verriegelungsausnehmung 14 sitzende Ende des Verriegelungsbolzens 12 zunächst eine seitliche Querbewegung ausführt, so dass die Rastnase 22 über den Rand der Verriegelungsausnehmung 14 zurückgeschoben wird. Die Rastnase 22 dient in der verriegelten Stellung der Sicherung des Verriegelungsbolzens, indem sie den Rand der Verriegelungsausnehmung 14 übergreift, wie die 1 zeigt. Die Verriegelungsausnehmung 14 ist hierzu als Langlauf ausgebildet oder in ihrem Durchmesser gegenüber dem Durchmesser des Verriegelungsbolzens 12 entsprechend größer ausgebildet.

Wird das Schwenkstück 15 weitergelenkt, gleitet das innere Ende des jeweiligen Verriegelungsbolzens 12 in der Kurvennut 19 weiter, so dass deren zweite Kurvensteuerfläche 23 aktiv wirkt. Wie 1 zeigt, ist die Kurvennut 19 hinterschnitten ausgebildet und besitzt einen zangenförmigen Querschnitt, der einen tellerförmigen Eingriffskopf des Verriegelungsbolzens 12 an dessen innerem Ende übergreift. Wie 2 zeigt, wird die Kurvennut 19 von rechts nach links zunehmend tiefer, d. h. die Randstege 24, deren Unterseite die zweite Kurvensteuerfläche 23 bilden, nehmen in ihrem radialen Abstand von der Schwenkachse des Schwenkstücks 15 ab. Dies bewirkt, dass bei zunehmendem Einschwenken des Schwenkstücks 15 die Randstege 24 den Eingriffskopf 25 und damit den Verriegelungsbolzen 12 nach innen ziehen und ihn aus der Verriegelungsausnehmung 14 lösen.

Die Kurvennut 19, in die der Eingriffskopf des Verriegelungsbolzens 12 beim Verschwenken des Schwenkstücks 15 einfährt, ist also derart ausgebildet, dass der Verriegelungsbolzen 12 zunächst eine Bewegung in X-Richtung (vgl. 1) und sodann in Y-Richtung (vgl. ebenfalls 1) erfährt.

Wie die 1 und 2 zeigen, umfasst das Schwenkstück 15 einen weiteren Arm, der sich radial nach außen erstreckt, und zwar auf der den Entriegelungsabschnitt 18 tragenden Arm gegenüberliegenden Seite. Das auskragende Ende dieses zweiten Armes bildet einen Kupplungsabschnitt 26, mit Hilfe dessen das Schwenkstück 15 und damit die Kolbenzylindereinheit 6 an den jeweils auszufahrenden Teleskopschuss 3 oder 4 angekuppelt wird. Die Teleskopschüsse 3 und 4 haben hierzu auf der den Verriegelungsbolzen 12 gegenüberliegenden Seite jeweils eine Kupplungsaufnahme 27, die aus einer sich in Umfangsrichtung erstreckenden schlitzförmig Ausnehmung besteht, die in der gezeichneten Ausführung von zwei sich quer zur Längsrichtung des Teleskopauslegers 1 erstreckenden Stegflächen 28 und 29 gebildet wird. Wie 1 zeigt, besitzt das Stegblech 28 eine Keilfläche 30, so dass sich die Kupplungsaufnahme 27 in Einschwenkrichtung verjüngt. Jedoch wird der Kupplungsabschnitt 26 beim Einschwenken in die Kupplungsaufnahme 27 spielfrei in die gewünschte Position gezwungen. Es versteht sich, dass alternativ oder zusätzlich auch der Kupplungsabschnitt 26 entsprechend keilförmig ausgebildet sein könnte.

Das Schwenkstück 15 erfüllt somit eine Doppelfunktion. Über den Entriegelungsabschnitt 18 mit der Kurvennut 19 bewirkt das Schwenkstück 15 beim Verschwenken ein Entriegeln der Verriegelungsbolzen 12. Gleichzeitig wird über den Kupplungsabschnitt 26 der Teleskopierantrieb 5 an den jeweiligen Teleskopschuss 3 oder 4 angekuppelt.

Um das beim Verschwenken des Schwenkstücks 15 entstehende Drehmoment abzufangen, sind an dem Zylinder 8 zwei sich radial erstreckende Drehmomentstutzen 31 und 32 starr befestigt. Sie fahren beim Anfahren der Kupplungsposition beim entsprechenden Ein- bzw. Ausfahren der Kurvenzylindereinheit 6 in längsschlitzförmige Kupplungsausnehmungen 33 und 34 ein. Wie 3 zeigt, sind hierzu auf gegenüberliegenden Seiten entsprechend beabstandete Stege bzw. Flansche vorgesehen, die an der Innenwandung des jeweiligen Teleskopschusses 3 und 4 befestigt sind und nach innen vorspringen. In den von den Stegen jeweils begrenzten Zwischenraum fahren die Drehmomentstutzen 31 und 32 beim Anfahren der Kupplungsstellung ein. Hierdurch wird verhindert, dass das über den Schwenkantrieb 16 in den Zylinder 8 eingebrachte Drehmoment zu einer Torsion der Kolbenzylindereinheit 6 führt.

Das Ein- und Ausfahren eines Teleskopschusses wird hierbei folgendermaßen bewerkstelligt:

Zunächst wird durch axiales Ein- und Ausfahren der Kolbenzylindereinheit 6 der jeweilige Teleskopschuss angefahren. Soll beispielsweise der Teleskopschuss 4 aus der in 1 gezeigten eingefahrenen Stellung ausgefahren werden, wird die Kolbenzylindereinheit 6 axial in die in 1 gezeigte Kupplungsstellung eingefahren. Hierbei fahren die Drehmomentstutzen 31 und 32 in die längsschlitzförmigen Ausnehmungen 33 und 34 ein. Es versteht sich, dass hierbei das Schwenkstück 15 zunächst in eine kollisionsverhindernde Nichteingriffsstellung geschwenkt ist, wie sie 2 zeigt und die es erlaubt, die auskragenden Enden des Schwenkstücks 15 an den Verriegelungsbolzen 12 und den Kupplungsaufnahmen 27 vorbeizufahren.

Ist die Kupplungsstellung erreicht, wird das Schwenkstück 15 durch den Schwenkantrieb 16 um die Längsachse der Kolbenzylindereinheit 6 verschwenkt, wie dies die Pfeile 35 in 2 andeuten. Hierdurch fädelt einerseits der tellerförmige Eingriffskopf 25 des Verriegelungsbolzens 12 in die Kurvennut 19 ein, so dass dieser in der oben beschriebenen Weise zunächst in X-Richtung und dann in Y-Richtung bewegt wird, bis er aus der Verriegelungsausnehmung 14 herausgezogen ist und damit der Teleskopschuss 4 entriegelt ist. Um das Einfädeln des Verriegelungsbolzens 12 zu ermöglichen, besitzt die Kurvennut 19 eine offene Stirnseite. Andererseits wird gleichzeitig durch die Schwenkbewegung des Schwenkstücks 15 der gegenüberliegende Kupplungsabschnitt 26 des Schwenkstücks 15 in die Kupplungsaufnahme 27 eingeschwenkt, so dass die Kolbenzylindereinheit 6 an den Teleskopschuss 4 angekuppelt wird. Ist das Schwenkstück in seine entriegelnde und ankuppelnde Teleskopierstellung geschwenkt, kann die Kolbenzylindereinheit 6 ausgefahren werden, um den Teleskopschuss 4 in der gewünschten Weise auszufahren. Ist die ausgefahrene Stellung erreicht, wird das Schwenkstück 15 entgegengesetzt geschwenkt, so dass einerseits der Verriegelungsbolzen 12 in seine verriegelnde Stellung gebracht wird und andererseits sich der Kupplungsabschnitt 26 aus der Kupplungsaufnahme 27 löst, um die Kolbenzylindereinheit 6 wieder abzukuppeln.


Anspruch[de]
  1. Teleskopausleger mit einem Anlenkschuss (2) und zumindest einem daraus austeleskopierbaren Teleskopschuss (3, 4), einem an dem Anlenkschuss (2) angelenkten Teleskopierantrieb (5) zum Ein- und Ausfahren des zumindest einen Teleskopschusses (3, 4), sowie Teleskopverriegelungsmitteln (12) zur Verriegelung der Anlenk- und Teleskopschüsse (2, 3, 4) relativ zueinander, wobei an dem Teleskopierantrieb (5) eine Entriegelungsvorrichtung (11) zur Betätigung der Teleskopverriegelungsmittel (12) sowie eine Kupplungseinrichtung (10) zum An- und Abkuppeln des Teleskopierantriebs (5) an den aus- bzw. einzufahrenden Teleskopschuss (3, 4) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass als Entriegelungsvorrichtung (10) ein radial auskragendes Schwenkstück (15) an dem Teleskopierantrieb (5) vorgesehen ist, das von einem Schwenkantrieb (16) verschwenkbar ist und einen Entriegelungsabschnitt (18) aufweist, der je nach Schwenkstellung des Schwenkstücks (15) mit den Teleskopverriegelungsmitteln (12) in und außer Eingriff bringbar ist.
  2. Teleskopausleger nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Schwenkstück (15) einerseits den Entriegelungsabschnitt (18) zur Betätigung der Teleskopverriegelungsmittel (12) und andererseits einen Kupplungsabschnitt (26) zum An- und Abkuppeln des ein- bzw. auszufahrenden Teleskopschusses (3, 4) aufweist.
  3. Teleskopausleger nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Entriegelungsabschnitt (18) und der Kupplungsabschnitt (26) des Schwenkstücks (15) in Umfangs- bzw. Schwenkrichtung um zumindest etwa 90° zueinander versetzt, vorzugsweise auf gegenüberliegenden Seiten des Teleskopierantriebs (5) angeordnet sind.
  4. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Entriegelungsabschnitt (18) des Schwenkstücks (15) und/oder ein Betätigungskopf (25) der Teleskopverriegelungsmittel (12) eine Kurvensteuerfläche (21, 23), insbesondere -nut (19), aufweist, die je nach Schwenkstellung des Schwenkstücks (15) relativ zu den Teleskopverriegelungsmitteln (12) deren Stellung bestimmt und eine Schwenkbewegung des Schwenkstücks (15) in eine Riegelbewegung umsetzt.
  5. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Schwenkstücks (15), insbesondere sein Entriegelungsabschnitt (18), derart ausgebildet ist, dass die Teleskopverriegelungsmittel (12) durch das Schwenkstück (15) zweiachsig, insbesondere in Längsrichtung des Teleskopauslegers sowie in Radialrichtung bezüglich der Längsachse des Teleskopauslegers (1), bewegbar sind.
  6. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Teleskopverriegelungsmittel (12) als Verriegelungsbolzen mit einer Arretiernase (22) ausgebildet sind und das Schwenkstück (15) beim Aufschwenken auf den jeweiligen Verriegelungsbolzen (12) diesen zunächst quer zu seiner Längsachse bewegt, um die Arretiernase (22) zu lösen, und sodann beim weiteren Verschwenken des Schwenkstücks (15) den Verriegelungsbolzen (12) in dessen Längsrichtung in dessen Entriegelungsstellung bewegt.
  7. Teleskopausleger nach den beiden vorhergehenden Ansprüchen, wobei die Kurvensteuerfläche des Schwenkstücks (15) einen ersten Kurvensteuerflächenabschnitt (21) zur Bewegung des Verriegelungsbolzens (12) parallel zur Wandung des jeweiligen Teleskopschusses (3, 4) sowie einen zweiten Kurvensteuerflächenabschnitt (23) zur Bewegung des Verriegelungsbolzens (12) in dessen Längsrichtung aufweist.
  8. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an dem Kupplungsabschnitt (26) des Schwenkstücks (15) und/oder an der dazu komplementären Kupplungsaufnahme (27) an dem zumindest einen Teleskopschuss (3, 4), in die der Kupplungsabschnitt (26) einschwenkbar ist, eine Keilfläche (30) vorgesehen ist.
  9. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schwenkantrieb (16) eine Kolbenzylindereinheit aufweist, die einerseits an dem Teleskopierantrieb (5) und andererseits an dem Schwenkstück (15) angelenkt ist.
  10. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an dem Teleskopierantrieb (5) eine Drehmomentstütze (31, 32) vorgesehen ist, die in eine an der Innenwandung des zumindest einen Teleskopschusses (3, 4) angebrachte Längsschiebeführung (33, 34) einfahrbar ist.
  11. Teleskopausleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Teleskopierantrieb (5) aus einer einstufigen Kolbenzylindereinheit (6) besteht, die mit ihrer Kolbenstange (7) am Anlenkschuss (2) angelenkt ist und am Kragen ihres Zylinders (8) das Schwenkstück (15) trägt.
  12. Teleskopausleger nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Schwenkstück (15) drehbar, jedoch axial fest auf dem Kragen des Zylinders (8) des Teleskopierantriebs (5) sitzt.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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