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Dokumentenidentifikation DE202004017990U1 27.04.2006
Titel Kran, insbesondere Mobilkran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004017990
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.04.2006
Registration date 23.03.2006
Application date from patent application 19.11.2004
IPC-Hauptklasse B66D 1/36(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B66D 5/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere einen Mobilkran mit wenigstens einem Seil zum Heben einer Last sowie mit wenigstens einer Winde, auf die das Seil aufwickelbar ist, wobei der Kran Mittel aufweist, durch die der Seilzug beim Aufwickeln des Seils auf die Winde steigerbar ist.

Insbesondere im Bereich der Mobilkrane werden häufig Winden mit Mehrlagenwicklung eingesetzt. Die Anzahl der Lagen kann bis zu zehn betragen. Um eine gute Wickelqualität zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass das Seil mit ausreichender Vorspannung aufgewickelt wird. Um beim Aufwickeln des Seils auch im Leerhakenbetrieb eine gute Wickelqualität zu erzielen, ist es aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 203 19 073 U bereits bekannt, im Bereich der Auslegerspitze Seilbremsen vorzusehen, die beispielsweise aus einer Spillwinde, um die das Seil mehrfach geschlungen ist, besteht. Der Aufbau der bekannten Seilbremsen ist sehr komplex, so daß hierdurch hohe Fertigungskosten bedingt sind.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einfach bauende Mittel bereitzustellen, durch die der Seilzug beim Aufwickeln des Seils auf die Winde steigerbar ist.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Kombination der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach sind bei einem gattungsgemäßen Kran die Mittel, durch die der Seilzug beim Aufwickeln des Seiles auf die Winde steigerbar ist, aus zwei Rollen gebildet, zwischen denen das wenigstens eine Seil läuft, wobei die Rollen in Richtung des Absenken des Seils einen Freilauf aufweisen und wobei sie in Richtung des Hebens des Seils über zugeordnete Bremsmittel abgebremst werden. Diese hierdurch gebildete Seilbremse baut sehr einfach und platzsparend.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

Demnach können die Bremsmittel aus Lamellenbremsen bestehen. Die Bremskraft der Lamellenbremsen kann über Einstellschrauben nach Bedarf eingestellt werden.

Der Anpressdruck der Rollen kann an das wenigstens eine Seil durch Krafterzeugungselemente, wie Hydraulikzylinder oder Federn, erzeugbar sein.

Besonders vorteilhaft sind die Rollen jeweils mittels Hebeln schwenkbar gelagert, wobei diese über Federn an das Seil derart anlegbar sind, dass das Seil den Anpressdruck selbsttätig über die entstehende Keilwirkung mit zunehmendem Seilzug verstärkt.

Gemäß einem weiteren Vorteil der Erfindung ist die maximale Anpresskraft über einstellbare Anschläge für die Hebel begrenzbar.

Vorteilhaft können an den Hebeln jeweils Hydraulikzylinder angreifen, mit denen die Rollen von dem wenigstens einen Seil bei hohen Seilzügen abhebbar sind.

Die Hydraulikzylinder können hydraulisch mit dem Lastdruck der Winde gekoppelt sein.

Das wenigstens eine Seil ist vor dem Einlauf in das Mittel zur Erhöhung des Seilzugs in einem Spalt zwischen gegenüberliegenden Rollen geführt.

Vorteilhaft können die Mittel zur Erhöhung des Seilzugs im Kopfbereich des Teleskopauslegers aufgehängt sein.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:

1: eine schematische Seitenansicht eines Teleskopauslegers eines erfindungsgemäßen Mobilkrans mit Mitteln zur Steigerung des Seilzuges,

2: eine Draufsicht auf den Teleskopausleger gemäß der vorliegenden Erfindung,

3: eine Vorderansicht auf den Teleskopausleger gemäß 1,

4: eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen Mittels zur Steigerung des Seilzuges,

5: eine perspektivische Darstellung entsprechend 4, bei der eine Deckplatte weggelassen ist,

6: eine detaillierter perspektivische Darstellung ähnlich derjenigen gemäß 4 und

7: eine Darstellung gemäß 6, bei der eine Deckplatte weggelassen ist.

Die 1, 2 und 3 zeigen jeweils einen Teleskopausleger 10 üblicher Bauart, der daher von seinem Aufbau nicht näher erläutert werden muß. Über den Teleskopausleger ist ein Seil 12 geführt, an welchem ein hier nicht näher dargestellter Haken hängt. Mit seinem Endbereich ist das Seil 12 auf einer hier ebenfalls nicht näher dargestellten Seilwinde aufgewickelt. Wie aus den 1, 2 und 3 weiter ersichtlich, sind im Bereich des Auslegers Mittel zur Steigerung des Seilzuges beim Aufwickeln des Seiles 12 vorgesehen, die im folgenden als Seilbremse 14 bezeichnet werden.

Die Seilbremse 14 ist in den 4 und 5 bzw. 6 und 7 im Detail dargestellt.

Die Seilbremse 14 besteht jeweils aus zwei Rollen 16, die in ihrer Nabe 18 jeweils einen hier nicht näher dargestellten Freilauf in der Art besitzen, dass in Richtung des Absenkens der Last auf das Seil 12, das durch die Seilbremse 14 geführt wird, keine Bremswirkung ausgeübt wird. In Richtung des Hebens des Seils 12 werden die Seilrollen jedoch über entsprechende Lamellenbremsen 20 abgebremst.

Die Lamellenbremsen 20 haben üblicherweise eine konstante Bremskraft, die über Einstellschrauben (hier nicht näher dargestellt) justierbar sind. Das bedeutet, dass beim Aufspulen des Seils und dem dadurch bedingten Antreiben der Rollen 16 auf das Seil 12 eine Bremskraft wirkt. Um nun die Bremskraft auf das Seil 12 aufzubringen, muß ein entsprechender Anpressdruck, der über etwa das zehnfache der Bremskraft beträgt, ausgeübt werden.

Dieser Anpressdruck kann in verschiedener Art und Weise erzeugt werden. So können hier in nicht näher dargestellter Art und Weise Hydraulikzylinder oder Federn vorgesehen sein oder auch andere Kraft erzeugende Elemente. In der hier dargestellten Ausführungsvariante sind jedoch nur recht schwache Federn, beispielsweise Zugfedern oder Druckfedern vorgesehen, die die Seilrollen leicht an das Seil anlegen. Diese entsprechenden Federn sind in den Darstellungen gemäß der 6 und 7 mit 22 bezeichnet.

Die Rollen 16 selbst sind jeweils auf Hebeln 24 schwenkbar in einem Grundplattenpaar 26 gelagert. Aufgrund der entsprechenden schwenkbaren Lagerung der Rollen 16 und der sich aus den 4 bzw. 5 und 6 bzw. 7 ergebenden geometrischen Verhältnisse zu dem zwischen den Rollen geführten Seil 12 wird bei entsprechendem Durchlauf des Seils eine Keilwirkung erzeugt, wobei sich hierdurch die Anpresskraft selbsttätig mit zunehmendem Seilzug erhöht. Die maximale Anpresskraft, die durch diese Keilwirkung erzeugt wird, kann durch entsprechend einstellbare Anschläge 28 gegen die sich die schwenkbaren Hebel 24 anlegen, begrenzt werden. Hierdurch kann eine Beschädigung des Seils 12 durch ein Abquetschen bei zu hoch auftretender Keilwirkung wirksam verhindert werden.

Wie in den 5 und 7 dargestellt, sind zur besseren Führung des Seiles 12 sich gegenüberliegende Rollenpaare 30, 32 vorgesehen, deren Achsrichtung senkrecht zu der Achsrichtung der Rollen 16 steht. Diese Rollenpaare 30, 32 sichern den richtigen Einlauf des Seils 12 in die Rollen 16, die ja als Anpressrollen dienen.

Die gesamte Seilbremse 14 kann als Gesamtvorrichtung beispielsweise mit zwei Seilen im Kopfbereich des Teleskopauslegers aufgehängt werden, so daß bei aufspulendem Seil die Bremskraft in den Teleskopausleger eingeleitet wird.

Um den gegenüber der hydraulischen Bremsvorrichtung geringen Nachteil der hier vorgestellten Seilbremse 14 zu verringern, können zwei kleine Hydraulikzylinder (hier nicht näher dargestellt) vorgesehen sein. Der vorgenannte geringfügige Nachteil besteht darin, dass die tatsächlich an dem Haken zur Verfügung stehende Seilkraft sich um die Bremskraft, die beim Heben des Haken induziert wird, reduziert wird.

Die beiden kleinen Hydraulikzylinder können diesen Nachteil dadurch beheben, dass die beiden Hebel 24 bei hohen Seilzügen vom Seil 12 abheben. Die Ansteuerung der beiden Hydraulikzylinder kann dabei entweder von der Steuerung oder einfacher, hydraulisch mit dem Lastdruck der entsprechenden Winde gekoppelt werden. Das bedeutet, dass bei steigendem Druck im Antriebsmotor der Winde die Seilbremse abgeschaltet werden kann.


Anspruch[de]
  1. Kran, insbesondere Mobilkran, mit wenigstens einem Seil zum Heben einer Last sowie mit wenigstens einer Winde, auf die das Seil aufwickelbar ist, wobei der Kran Mittel aufweist, durch die der Seilzug beim Aufwickeln des Seils auf die Winde steigerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zwei Rollen aufweisen, zwischen denen das wenigstens eine Seil läuft, wobei die Rollen in Richtung des Absenkens des Seils einen Freilauf aufweisen und wobei sie in Richtung des Hebens des Seils über zugeordnete Bremsmittel abgebremst werden.
  2. Kran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsmittel Lamellenbremsen sind.
  3. Kran nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremskraft der Lamellenbremsen über Einstellschrauben einstellbar ist.
  4. Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anpressdruck der Rollen an das wenigstens eine Seil durch Krafterzeugungselemente, wie Hydraulikzylinder oder Federn, erzeugbar ist.
  5. Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen jeweils mittels Hebeln schwenkbar gelagert sind und dass diese über Federn an das Seil derart anlegbar sind, dass das Seil den Anpressdruck selbsttätig über die entstehende Keilwirkung mit zunehmendem Seilzug verstärkt.
  6. Kran nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Anpresskraft über einstellbare Anschläge für die Hebel begrenzbar ist.
  7. Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Hebeln jeweils Hydraulikzylinder angreifen, mit denen die Rollen von dem wenigstens einen Seil bei hohen Seilzügen abhebbar sind.
  8. Kran nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikzylinder hydraulisch mit dem Lastdruck der Winde gekoppelt sind.
  9. Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Seil vor dem Einlauf in das Mittel zur Erhöhung des Seilzugs in einem Spalt zwischen gegenüberliegenden Rollen geführt ist.
  10. Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Erhöhung des Seilzugs im Kopfbereich des Teleskopauslegers aufgehängt sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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