PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004052996A1 04.05.2006
Titel Rollenrost für den Transport von Warmgut, insbesondere von Stranggießbrammen aus Stahlwerkstoffen, in einem Rollenherdofen
Anmelder ISPAT Industries Ltd., Taluka-Pen, Raigad, IN
Erfinder Pleschiutschnigg, Fritz-Peter, Prof. Dr.-Ing., 47269 Duisburg, DE
Vertreter Flaig, S., Dipl.-Ing.(FH), Pat.-Anw., 47229 Duisburg
DE-Anmeldedatum 03.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004052996
Offenlegungstag 04.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.05.2006
IPC-Hauptklasse F27B 9/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F27D 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65G 13/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Rollenrost (1) für den Transport von Warmgut (4), insbesondere von Stranggussbrammen (4a) aus Stahlwerkstoffen, in einem Rollenherdofen (5), in dem die Vielzahl von Transport- und/oder Stützrollen (11) eine gemeinsame Tragfläche (12) bilden, kann während des Betriebes an der Unterseite des Warmgutes (4) von zu Krusten (14) zusammenklebendem Zunder und Gießschlacke (9) befreit werden, indem die Rollen (11) einer Rollenwelle (11a) paarweise gegenläufig oder paarweise parallel jeweils schräg zur Transportrichtung (17), nämlich entweder eine Rolle (11) jeweils schräg zur Mittenachse (18) und eine andere Rolle (11) jeweils schräg zur Außenkante (4b) des Warmgutes (4) angeordnet sind und indem alle Rollenwellen (11a) angetrieben sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rollenrost für den Transport von Warmgut, insbesondere von Stranggießbrammen aus Stahlwerkstoffen, in einem Rollenherdofen, in dem die Vielzahl von Transport- und/oder Stützrollen eine gemeinsame Tragfläche bilden.

Es ist ein Verfahren zum Feststellen von Rollenstörungen in Rollenherdofen-Systemen bekannt (DE 690 04 527 T2). Allerdings wird der Rollenherdofen nur zum Sintern von Keramik eingesetzt. Der Antrieb der Rollen erfolgt außerdem gemeinsam über eine Kette. Das Verfahren misst daher auch nur über eine optische Einrichtung die Störung. Ablagerungen an den Rollen oder an den keramischen Teilen werden nicht gemessen.

Ferner ist eine kühlbare Ofenrolle, insbesondere für einen Rollenherdofen, bekannt (DE 100 47 046 A1). Die Ofenrolle umfasst eine in Rotation antreibbare, außerhalb des Ofens gelagerte Welle, insbesondere mit innen liegenden Kühlmittelkanälen und mit auf der Welle mittels einer Aufnahmebohrung angeordneten, eine Förderebene bildenden Tragringen für das Transportgut. Es wird durch verschiedene Maßnahmen eine möglichst hohe Wärmeleitfähigkeit zwischen Tragring und Welle angestrebt. Die hohe Wärmeleitfähigkeit kann jedoch nicht das Ankleben von Zunder oder Krusten an dem Tragring verhindern.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die an Rollen in einem Rollenherdofen auftretenden Ablagerungen aus FeO (Zunder) dadurch zu vermeiden, dass die Ablagerungen laufend an den Rollen entfernt werden und dadurch keine Pickel an der Unterseite des Warmgutes entstehen können.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Rollen einer Rollenwelle paarweise gegenläufig oder paarweise parallel jeweils schräg zur Transportrichtung, nämlich entweder eine Rolle jeweils schräg zur Mittenachse und eine andere Rolle jeweils schräg zur Außenkante des Warmgutes angeordnet und dass alle Rollenwellen angetrieben sind. Dadurch werden Ablagerungen vornehmlich aus Zunder sofort entfernt und es können keine Pickel mehr in das Warmgut eingedrückt werden. Der Erfolg wird im wesentlichen durch Querkräfte erzeugt, die als Scher- oder Schabkräfte auftreten.

Eine Ausgestaltung sieht vor, dass die Einzelrollen jeweils eines Rollenpaares eine in Transportrichtung offene oder weitgehend geschlossene V-Form bilden. Dadurch werden die gewünschten Querkräfte oder Schabkräfte gegenüber der Unterseite des Warmgutes bewirkt.

Weiterhin ist vorgesehen, dass in Transportrichtung vor einer Gruppe von schräg gestellten Einzelrollen eine oder mehrere Rollenwellen mit parallel zur Transportrichtung ausgerichteten zylindrischen Rollen vorgesehen sind.

Eine Verbesserung kann durch weitere Merkmale geschaffen werden, indem die Rollenbreite in Abstimmung mit der Temperatur zwischen Rolle und Warmgut und dem Gewicht des Warmgutes gewählt ist. Bei höherem Warmgut-Gewicht wird dementsprechend eine größere Breite gewählt, um die relative Flächenpressung zu senken.

Die Wirkung der Rollen kann in einzelnen Fällen dadurch gesteigert werden, dass an der Mantelfläche jeder Einzelrolle dünne Riefen schräg zur Achsrichtung der Rollenwelle angebracht sind.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die nachstehend näher erläutert werden.

Es zeigen:

1 eine Kompaktansicht einer Stranggießvorrichtung mit Rollenherdofen, Walzstraße und Aufwickelstation,

2 eine perspektivische Teilansicht mit Blickrichtung in das Innere des Rollenherdofens,

3 eine Ansicht auf das Warmgut von unten gegen eine Stranggießbramme,

4 eine Teil-Seitenansicht gegen eine mit Zunder belastete Rolle,

5 dieselbe Teil-Seitenansicht gegen die gereinigte Rolle,

6 einen Querschnitt durch den Rollenherdofen mit das Warmgut stützenden, senkrecht auf der Rollenwelle montierte Transportrollen,

7 eine Teilquerschnitt durch innen gekühlte Transportrollen und

8 eine Einzelheit „A" aus 3 in vergrößertem Maßstab.

Der flüssige Stahlwerkstoff wird gemäß 1 in einer Stranggießvorrichtung 1 vergossen und gekühlt und in einer Schere 2 in Teillängen 3 geteilt, die das Warmgut 4 in einem Rollenherdofen 5 bilden. Nach dem Austreten wird das Warmgut 4 entzundert und für das Walzen in einer Walzstraße 6 vorbereitet. Nach dem Walzen, bspw. zu Breitband, erfolgt in einer Wickelstation 7 das Aufwickeln zu Bandbunden 8.

Gemäß 2 befindet sich im Rollenherdofen 5 als Warmgut 4 eine in Teillängen 3 geteilte Strangussbramme 4a, die durch Zutritt von Sauerstoff an der Außenfläche Zunder und Gießschlacke 9 (FeO) bildet. An der Oberseite kann der Zunder 9 außerhalb des Rollenherdofens 5 abgespritzt oder durch Beizen beseitigt werden. An der Unterseite 10 liegt das Warmgut 4 auf einem aus einer Vielzahl von Rollen 11 Transport- und/oder Stützrollen) des Rollenrostes 13 gebildeten Tragfläche 12 auf, wobei nach einiger Zeit der Zunder 9 auf der Mantelfläche 28 eine Kruste 14 bildet, die ihrerseits beim Weitertransport in der Unterseite 10 des Warmgutes 4 Pickel durch Anbackungen 14a verursacht, die für die Weiterbehandlung und Weiterverwendung des Warmgutes 4 schädlich sind. Die Ausdehnung des Rollenrostes 13 mit der Vielzahl der Rollen 11 (Einzelrollen) verursacht auf der Unterseite 10 des Warmgutes somit erhebliche Schäden. Bei Beseitigung der Krusten 14 von den Rollen 11 kann dieser Zunder 9 nach Abscheren oder Abschaben aus einem Sammelraum 15 durch Öffnen von Klappen 16 aus dem Herd-ofen 5 entfernt und weiterverwendet werden.

In 3 ist der Rollenrost 13 innerhalb des Rollenherdofens 5 ersichtlich. Die Rollen 11 sitzen drehfest auf jeweils einer Rollenwelle 11a. Die Rollen 11 einer Rollenwelle 11a sind in Gruppen paarweise gegenläufig (4. und 5. Rollenwelle 11a, von oben gezählt) oder paarweise parallel (3. Rollenwelle 11a) und paarweise parallel gegenläufig zur Transportrichtung 17 angeordnet. Entweder ist eine Rolle 11 jeweils schräg zur Mittenachse 18 oder eine andere Rolle 11 jeweils schräg zur Außenkante 4b des Warmgutes 4 angeordnet. Alle Rollenwellen 11a sind mit einem Antrieb 19 versehen. Auf den 4. und 5. Rollenwellen 11a bilden zwei Rollen 11 jeweils eine einseitig offene und anderseitig weitgehend geschlossene V-Form 20 (8). Auf der 3. Rollenwelle 11a vor einer Gruppe von schräg gestellten zylindrischen Rollen 11 sind zwei Rollen 11 unter sich parallel und beide schräg und gegenläufig zur Mittenachse 18 bzw. zur Transportrichtung 17 angeordnet. Alle Gruppen der unterschiedlichen Arten tragen dazu bei, hintereinander beim Durchlauf des Warmguts 4 die Kruste 14 zu entfernen, so dass hinter den Rollen 11 in Transportrichtung 17, wie in den 4 und 5 gezeigt ist, der Zunder 9 abfällt.

In 6 sind die auf der 1. und 2. Rollenwelle 11a befindlichen Rollen 11 sichtbar, wobei die Rollenwelle 11a mit einer Kühlung 21 im Innern versehen ist. Der Aufbau der Kühlung 21 ist größer und umfassender in 7 gezeigt. Das Warmgut 4 liegt mit seinem Gewicht auf der Tragfläche 12 auf, die aus der Vielzahl der Rollen 11 gebildet ist. Die Rollen 11 stehen bspw. unter einem spitzen Winkel &agr; (bspw. 10°) zur Normalen und bilden mit ihrer Mantelfläche 28 die Tragfläche 12. Die Rollenwelle 11a ist von einer Schicht Feuerfestwerkstoff 22 konzentrisch umgeben. Die Rollenwelle 11a ist hohl und ein Stahlmantel 11c nimmt Kühlmittelkanäle 23 und 24 auf, in denen das Kühlmittel, bspw. Wasser, zu- und abgeführt wird.

In 8 ist die Einzelheit „A" aus 3 vergrößert wiedergegeben. Die Rollen 11 in V-Form 20 drehen sich mit ihrer Rollenwelle 11a, so dass jeweils eine Querkraft 26, 27 jeweils symmetrisch zur Mittenebene 25 hin entsteht. Diese Querkräfte 26, 27 führen das Warmgut 4 in Transportrichtung 17 und sorgen für das Entfernen der Kruste 14.

In geeigneten Fällen kann die Antriebs- und Querkraft an der Mantelfläche 28 durch erhöhte Rauhigkeit der Rollen 11 verstärkt werden. Es können noch intensivere Mittel, wie Rillen, Wülste u. dgl. angewendet werden.

Die Rollenbreite 11d wird in Abstimmung mit dem Gewicht des Warmgutes 4 gewählt.

1Stranggießvorrichtung 2Schere 3Teillängen 4Warmgut 4aStranggussbramme 4bAußenkante 5Rollenherdofen 6Walzstraße 7Wickelstation 8Bandbund 9Zunder und Gießschlacke 10Unterseite des Warmgutes 11Rolle (Einzelrolle) 11aRollenwelle 11bRollenwellenachse 11cStahlmantel 11dRollenbreite 12Tragfläche 13Rollenrost 14Kruste auf Warmgut (aus Zunder und Gießschlacke) 14aAnbackung 15Sammelraum 16Klappe 17Transportrichtung 18Mittenachse des Warmgutes 19Antrieb für Rollenwelle 20V-Form 21Kühlung 22Feuerfest-Werkstoff 23Kühlmittelkanal 24Kühlmittelkanal 25Mittenebene 26Querkraft 27Querkraft 28Mantelfläche 29Achsrichtung der Rolle

Anspruch[de]
  1. Rollenrost (13) für den Transport von Warmgut (4), insbesondere von Stranggießbrammen (4a) aus Stahlwerkstoffen, in einem Rollenherdofen (5), in dem die Vielzahl von Transport- und/oder Stützrollen (11) eine gemeinsame Tragfläche (12) bilden, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (11) einer Rollenwelle (11a) paarweise gegenläufig oder paarweise parallel jeweils schräg zur Transportrichtung (17), nämlich entweder eine Rolle (11) jeweils schräg zur Mittenachse (18) und eine andere Rolle (11) jeweils schräg zur Außenkante (4b) des Warmguts (4) angeordnet und dass alle Rollenwellen (11a) angetrieben sind.
  2. Rollenrost nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelrollen (11) jeweils eines Rollenpaares (11, 11) eine in Transportrichtung (17) offene oder weitgehend geschlossene V-Form (20) bilden.
  3. Rollenrost nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (17) vor einer Gruppe von schräg gestellten Einzelrollen (11) eine oder mehrere Rollenwellen (11a) mit parallel zur Transportrichtung (17) ausgerichteten zylindrischen Rollen (11) vorgesehen sind.
  4. Rollenrost nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollenbreite (11d) in Abstimmung mit der Temperatur zwischen Rolle (11) und Warmgut (4) und dem Gewicht des Warmgutes (4) gewählt ist.
  5. Rollenrost nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Mantelfläche (28) jeder Einzelrolle (11) dünne Riefen schräg zur Achsrichtung (29) der Rollenwelle (11a) angebracht sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com