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Dokumentenidentifikation DE102004053505A1 04.05.2006
Titel Verfahren zum Optimieren der Produktionsleistung einer Spinnmaschine
Anmelder Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE
Erfinder Schäffler, Gernot, 73116 Wäschenbeuren, DE
Vertreter Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 02.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004053505
Offenlegungstag 04.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.05.2006
IPC-Hauptklasse D01H 13/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Beschrieben wird ein Verfahren zum Optimieren der Produktionsleistung einer Spinnmaschine, indem jede einzelne Spinnstelle hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche gesondert überwacht und auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt wird. Bei Anwendung für eine Luftdüsenspinnmaschine wird auch die den Spinnstellen zugeführte Druckluft in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Optimieren der Produktionsleistung einer Spinnmaschine, indem die Produktionsgeschwindigkeit bei erhöhter Anzahl von Fadenbrüchen reduziert und bei verringerter Anzahl von Fadenbrüchen erhöht wird.

Ein Verfahren dieser Art ist durch eine Patentanmeldung 10 30 432 der Sowjet-Union bekannt. Gemäß dieser Patentanmeldung wird die Maschinengeschwindigkeit insgesamt an die Fadenbruchquote angepasst. Das Verfahren wird dabei am Beispiel einer Falschdrallspinnmaschine erläutert.

Es hat sich allerdings in der Praxis gezeigt, dass hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche die einzelnen Spinnstellen einer Spinnmaschine sich sehr unterschiedlich verhalten können. Wenn man sich also, wie dies bei dem bekannten Verfahren der Fall ist, nach der schlechtesten Spinnstelle ausrichtet, dann erreicht man zwar einen Zustand, bei dem wenig Fadenbrüche auftreten, jedoch ist die Produktionsleistung der Spinnmaschine insgesamt nicht optimiert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die unterschiedliche Fadenbruchquote an den einzelnen Spinnstellen für ein Optimieren der Produktionsleistung gebührend zu berücksichtigen.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass jede einzelne Spinnstelle der Spinnmaschine hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche gesondert überwacht und auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt wird.

Ein solches individuelles Einregeln der einzelnen Spinnstellen in Abhängigkeit von der Anzahl der Fadenbrüche setzt natürlich voraus, dass jede Spinnstelle gesondert antreibbar ist. Dies bedeutet, dass für das Zuführen des Fasermaterials, das Antreiben von Drallorganen sowie das Abziehen und Aufspulen des ersponnenen Fadens entsprechend regelbare Einzelantriebe vorhanden sein müssen. Trotz dieses gegenüber dem eingangs genannten Stand der Technik erhöhten Aufwandes ergibt sich der große Vorteil, dass nicht wegen einzelner „schlechter" Spinnstellen die gesamte Spinnmaschine in ihrer Geschwindigkeit herabgesetzt zu werden braucht. Vielmehr läuft jede einzelne Spinnstelle mit einer optimierten Spinngeschwindigkeit, was letztlich zu einer optimierten Produktionsleistung der gesamten Spinnmaschine führt.

Beim Einregeln der Produktionsgeschwindigkeit ist es sinnvoll, wenn auch die Höhe der erteilten Spinndrehung entsprechend angepasst wird. Bei Anwendung für eine Luftdüsenspinnmaschine bedeutet dies, dass die den Spinnstellen zugeführte Druckluft im Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit hinsichtlich des Spinndruckes eingeregelt wird. Hierfür kann das Messen des statischen Druckes an den einzelnen Spinnstellen hilfreich sein. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass selbst bei einer geringen Verstopfung in der Druckluftzufuhr an den einzelnen Spinnstellen dennoch mit korrektem Spinndrall gearbeitet werden kann. Für das Anpassen der Produktionsgeschwindigkeit ist jeder einzelnen Spinnstelle ein Regler, der zugleich eine Auswerteeinrichtung enthält, zugeordnet.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das eine schematisch dargestellte Luftdüsenspinnmaschine mit den Einrichtungen zum Einregeln einer optimierten Produktionsgeschwindigkeit zeigt.

Eine Luftdüsenspinnmaschine enthält eine Vielzahl von Spinnstellen, von denen in der Figur lediglich vier Spinnstellen 1, 2, 3 und 4 dargestellt sind. Jede Spinnstelle 1, 2 ... dient dem Erspinnen eines Fadens 5 aus einem Stapelfaserverband 6 und enthält als wesentliche Bestandteile ein Luftdüsenaggregat 7, ein vorzugsweise als Drei-Zylinder-Streckwerk ausgebildetes Streckwerk 8, weiterhin ein Abzugswalzenpaar 9 sowie eine nicht dargestellte Aufspuleinrichtung, der der abgezogene Faden 5 in Abzugsrichtung B zugeführt wird.

Wie am Beispiel der Spinnstelle 4 ersichtlich ist, enthält jedes Streckwerk 8 ein Eingangswalzenpaar 10, dem der zu verstreckende Stapelfaserverband 6 in Zuführrichtung A zugeführt wird, ferner ein Riemchenwalzenpaar 11, das von Führungsriemchen 12 und 13 umschlungen ist, sowie ein Ausgangswalzenpaar 14, an dem die Verzugszone des Streckwerks 8 beendet ist. Im Streckwerk 8 wird in bekannter Weise der Stapelfaserverband 6 bis zur gewünschten Feinheit verstreckt.

Jedes Luftdüsenaggregat 7 enthält einen Zuführkanal 15, dem der verstreckte, noch drehungsfreie Stapelfaserverband 6 zum Erteilen seiner Spinndrehung zugeführt wird. Das Luftdüsenaggregat 7 enthält ferner einen Fadenabzugskanal 16 für den ersponnenen Faden 5. Im Innern des Luftdüsenaggregates 7 sind Druckluftdüsen 17 angeordnet, deren Austrittsmündungen in eine Wirbelkammer 18 führen, wo die eigentliche Drallerteilung stattfindet.

Zwischen dem Luftdüsenaggregat 7 und dem Abzugswalzenpaar 9 ist ein Fadenwächter 19 angeordnet, der bei einem Fadenbruch das Stillsetzen der betreffenden Spinnstelle 1, 2 ... auslöst.

Wie am Beispiel der Spinnstelle 1 zu erkennen ist, ist für den Antrieb sowohl des Ausgangswalzenpaares 14 als auch des Abzugswalzenpaares 9 jeder einzelnen Spinnstelle 1, 2 ... jeweils ein gemeinsamer erster Antriebsmotor 20 vorgesehen, so dass die Walzenpaare 14 und 9 immer gemeinsam angetrieben werden, allerdings mit geringfügigem Geschwindigkeitsunterschied, der einem gewünschten Anspannverzug des Fadens 5 Rechnung trägt. Der Antriebsmotor 20 ist in seiner Drehzahl regelbar.

Das Eingangswalzenpaar 10 und das Riemchenwalzenpaar 11 des Streckwerks 8 ist jeweils durch einen gemeinsamen zweiten Antriebsmotor 21 angetrieben. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Riemchenwalzenpaar 11 deutlich schneller laufen muss als das Eingangswalzenpaar 10, da in diesem Bereich bereits der Vorverzug des Stapelfaserverbandes 6 stattfindet. Auch der Antriebsmotor 21 ist in seiner Drehzahl regelbar.

Durch irgendwelche Umstände, beispielsweise nach einem Fadenbruch, wird der normale Spinnvorgang bisweilen unterbrochen, was an der betreffenden Spinnstelle 1, 2 ... die Produktionsleistung vermindert. Damit im Falle eines Fadenbruches kein weiterer Stapelfaserverband 6 dem Streckwerk 8 zugeführt wird, ist – gesteuert durch den Fadenwächter 19 – vorgesehen, dass dann die Antriebsmotoren 20 und 21 stillgesetzt werden. Auch die Druckluftzufuhr zu den Druckluftdüsen 17 wird an der wartungsbedürftigen Spinnstelle 1, 2 ... abgeschaltet.

Gemäß der vorliegenden Erfindung soll die Produktionsleistung der Luftdüsenspinnmaschine optimiert werden, indem jede einzelne Spinnstelle 1, 2... mit einer optimierten Geschwindigkeit läuft. Hierzu wird jede einzelne Spinnstelle 1, 2... hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche gesondert überwacht und auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt, die bei einer relativ hohen Fadenbruchquote reduziert und bei einer relativ geringen Fadenbruchquote erhöht ist.

Um festzustellen, an welcher Spinnstelle 1, 2... mehr Fadenbrüche und an welcher Spinnstelle 1, 2... weniger Fadenbrüche auftreten, ist an jeder einzelnen Spinnstelle 1, 2... ein Fadenbruchzähler 22 vorhanden. Er ist direkt mit dem zugehörigen Fadenwächter 19 verbunden. Jede Spinnstelle 1, 2 ... enthält einen Regler 23, die unter anderem eine Auswerteeinrichtung für die Anzahl der registrierten Fadenbrüche aufweist. Der Regler 23 ist in der Lage, die Antriebsmotoren 20 und 21 auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit einzuregeln, bei welcher die Anzahl der Fadenbrüche ein vorgegebenes Maß nicht überschreitet.

Damit trotz der unterschiedlichen Produktionsgeschwindigkeiten an den einzelnen Spinnstellen 1, 2 ... jeweils die Höhe der teilten Spinndrehung in Relation zur Liefergeschwindigkeit konstant bleibt, ist vorgesehen, an jeder einzelnen Spinnstelle 1, 2 ... auch die zugeführte Druckluft in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit einzuregeln. Jede Spinnstelle 1, 2 ... ist über eine Abzweigung 26 mit einer Maschinendruckluftleitung 27 verbunden. An jeder Abzweigung 26 kann beispielsweise ein Druckluftsensor 24 und ein Drosselventil 25 vorgesehen sein, so dass über den Regler 23 das Drosselventil 25 betätigt und der Spinndruck einreguliert werden kann.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Optimieren der Produktionsleistung einer Spinnmaschine, indem die Produktionsgeschwindigkeit bei erhöhter Anzahl von Fadenbrüchen reduziert und bei verringerter Anzahl von Fadenbrüchen erhöht wird, dadurch gekennzeichnet, dass jede einzelne Spinnstelle der Spinnmaschine hinsichtlich der Anzahl der Fadenbrüche gesondert überwacht und auf eine optimierte Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Einregeln der Produktionsgeschwindigkeit die Höhe der erteilten Spinndrehung entsprechend angepasst wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass – bei Anwendung für eine Luftdüsenspinnmaschine – die den Spinnstellen zugeführte Druckluft in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsgeschwindigkeit eingeregelt wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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