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Dokumentenidentifikation DE102005051218A1 11.05.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Vermeidung von Unfällen
Anmelder Conti Temic microelectronic GmbH, 90411 Nürnberg, DE
Erfinder Steiner, Werner, Dipl.-Ing., 86529 Schrobenhausen, DE;
Beuschel, Michael, Dr.-Ing., 85134 Stammham, DE
DE-Anmeldedatum 26.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005051218
Offenlegungstag 11.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.05.2006
IPC-Hauptklasse B60S 1/08(2006.01)A, F, I, 20051026, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betrieb einer Scheibenwisch- und Scheibenwaschanlage, wobei mittels eines in einem Fahrzeug (1) angeordneten Sensors (3) ein Abstand und/oder eine Näherungsgeschwindigkeit eines sich dem Fahrzeug, insbesondere einer Windschutzscheibe (1.2), nähernden Objektes (X) ermittelt und, falls mindestens eine Bedingung als erfüllt identifiziert wird, ein Wischvorgang eines Scheibenwischers (2) und/oder ein Waschvorgang ausgelöst wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betrieb einer Scheibenwisch- und/oder Scheibenwaschanlage sowie Verwendung der Vorrichtung für ein Insassenschutz- und/oder Unfallschutzsystem.

Aus der DE 44 27 171 C2 und der EP 0 460 180 B1 sind Scheibenwasch- und/oder Scheibenwischanlagen bekannt, welche bei Betätigung eines Tasters und in Abhängigkeit von Feuchtigkeit auf der Windschutzscheibe diese reinigen, z. B. durch mehrere Wisch- und/oder Spritzvorgänge. Herkömmliche Scheibenwasch- und/oder Scheibenwischanlagen werden im Allgemeinen durch Tastenbetätigung oder bei einer auf der betreffenden Scheibe vorhandenen Feuchtigkeit und/oder Nässe betrieben.

Darüber hinaus werden im Stand der Technik automobile Insassenschutzsysteme verwendet, um bevorstehende Kollisionen mit Hindernissen, anderen Fahrzeugen und Fußgängern zu identifizieren und Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten. So kann beispielsweise frühzeitig eine automatische Gurtstraffung durchgeführt werden.

Aus der Druckschrift DE 101 61 233 A1 ist dazu eine Sensoranordnung zur Abstands- oder Geschwindigkeitsmessung mit einer Sendeeinheit zum Aussenden von Licht in einen Beobachtungsraum und mit einer Empfangseinheit zum Empfangen von im Beobachtungsraum an Objekten reflektiertem Licht bekannt, bei der die Empfangseinheit eine Spiegelvorrichtung zur Fokussierung des empfangenen Lichts in mindestens einem Fokussierungspunkt aufweist und in der Empfangseinheit dem oder jedem Fokussierungspunkt ein Photodetektorelement zur Detektion des fokussierten Lichts zugeordnet ist. Eine solche Sensoranordnung ist auch unter der Bezeichnung Closing-Velocity-Sensor(CV-Sensor) bekannt.

Aus DE 101 36 138 A1 ist die Verwendung eines Radarsensors zur Ermittelung der Niederschlagsintensität und -art bekannt, wobei der Radarsensor lediglich einen horizontalen Erfassungsbereich aufweist.

Aus DE 103 03 046 A1 ist ein Kamerasystem bekannt, welches durch statistische Auswertung des Kontrastes die Sichtweite aufgrund verschiedener Niederschlagarten bestimmen kann. Ein Abstandsmesssystem ist lediglich zur Bestimmung von Referenzdaten vorgesehen.

Aus DE 198 06 592 A1 ist ein Nahfeld-Radar für Bewegungsmessung im Abstandsbereich unter 50 cm bekannt.

Aus DE 198 22 347 A1 ist die Verwendung eines vorzugsweiseweise vertikal angeordneten Radarsensors zur Ermittelung der Niederschlagsintensität bekannt. Dieser Sensor nutzt die Bewegung des Niederschlags zur Unterscheidung zwischen Niederschlag und stationären Reflexionen. Eine Erfassung horizontal und plötzlich auf die Winschutzscheibe zukommender Materie ist nicht vorgesehen.

Im Straßenverkehr kommt es häufig zu Situationen, in denen die Sicht des Fahrers durch einen plötzlich auftretenden Matsch-, Schnee- oder Wasserschwall behindert ist. Matsch kann beispielsweise durch ein entgegenkommendes Fahrzeug von der Fahrbahn auf die Windschutzscheibe gespritzt werden. Schnee- oder Wassermengen werden oft von vorausfahrenden LKW-Dächern auf die Windschutzscheibe geschleudert. Die Dauer der Sichtbehinderung ist in einem solchen Fall bei Verwendung eines manuell einzustellenden Scheibenwischers von der Reaktionszeit des Fahrers abhängig. Sogar bei Verwendung eines Regensensors vergeht mindestens eine halbe Sekunde bis zum Beginn eines Wischvorgangs. In dieser Zeit hat der Fahrer keine oder zumindest keine ausreichende Sicht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mittels derer die Sicht des Fahrers verbessert wird.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren, welches die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist, und eine Vorrichtung, welche die in Anspruch 12 angegebenen Merkmale aufweist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Durch die Erfindung ist eine Sichtbehinderung durch auf die Windschutzscheibe eines Fahrzeugs geschleuderte Materiemengen minimierbar. Die Erfindung sieht dazu vor, dass zum Betrieb einer Scheibenwisch- und/oder Scheibenwaschanlage mittels eines in einem Fahrzeug angeordneten Sensors ein Abstand und/oder eine Näherungsgeschwindigkeit eines sich dem Fahrzeug, insbesondere der Windschutzscheibe des Fahrzeugs nähernden Objektes ermittelt wird und, falls mindestens eine vorgebbare Bedingung als erfüllt identifiziert wird, ein Wischvorgang eines Scheibenwischers und/oder ein Waschvorgang für die Windschutzscheibe ausgelöst wird.

In einer bevorzugten Ausgestaltung wird dazu als eine Bedingung vorgegeben, dass als Objekt mindestens eine vorgegebene Materiemenge auf die Windschutzscheibe aufzutreffen droht. Eine beliebige Materiemenge wird dadurch noch vor Auftreffen auf die Windschutzscheibe erkannt. Daraufhin wird unverzüglich ein Wischvorgang initiiert. Der Fahrer hat somit in kürzester Zeit wieder freie Sicht. Vorzugsweise wird der Wischvorgang nur ausgelöst, wenn als zusätzliche Bedingung die Materiemenge eine vorgegebene Mindestmenge und/oder ein vorgegebenes Mindestvolumen erreicht oder überschreitet.

Des Weiteren wird vorzugsweise als eine weitere oder alternative Bedingung vorgegeben, dass die Materiemenge aus Matsch und/oder Schnee und/oder Wasser besteht. Eine Sichtbehinderung durch größere Mengen an Matsch, Schnee und/oder Wasser wird auf diese Weise sicher vermieden.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird alternativ oder zusätzlich als eine Bedingung vorgegeben, dass der Abstand des Objekts geringer ist als die Entfernung zwischen Windschutzscheibe und Front des Fahrzeugs. Dadurch sind Hindernisse vor dem Fahrzeug sehr einfach von herangeschleuderten Materiemengen unterscheidbar. Derselbe Sensor kann somit gleichzeitig zur Hinderniserkennung, Sicherheitsabstands-Messung sowie zur frühzeitigen Erkennung von sichtbehindernden Materiemengen verwendet werden. Durch eine derartige frühzeitige Reinigung der Windschutzscheibe kann eine mögliche Unfallsituation vermieden werden. Hierdurch eignet sich das Verfahren und die Vorrichtung vorzugsweise für eine Verwendung in einem Insassenschutz- und/oder Unfallschutzsystem, insbesondere in einem als so genannter Pre-Crash-Sensor ausgebildeten System.

Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass der Abstand des Objekts einen vorgegebenen Mindestabstand überschreitet. Dies bewirkt einen Wisch- und/oder Waschvorgang nur in Fällen einer hohen Wahrscheinlichkeit für ein sich der Windschutzscheibe nähernden oder auf die Windschutzscheibe aufschlagenden Objektes. Herunterfallende Blätter werden so beispielsweise nicht als Grund für einen unnötigen Wisch- und/oder Waschvorgang identifiziert.

Vorteilhafterweise wird als eine zusätzliche oder alternative Bedingung vorgegeben, dass die Näherungsgeschwindigkeit des Objekts eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit erreicht oder überschreitet. Dies bewirkt ebenfalls einen Wischvorgang nur in Fällen einer hohen Wahrscheinlichkeit für ein sich der Windschutzscheibe nähernden oder auf die Windschutzscheibe aufschlagenden Objektes. Herunterfallende Blätter, Teile eines Dachgepäckträgers oder ein Schneebelag auf der Windschutzscheibe werden so beispielsweise nicht als Grund für einen unnötigen Wisch- und/oder Waschvorgang identifiziert.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung wird als eine Bedingung vorgegeben, dass das Fahrzeug eine vorgegebene, minimale Eigengeschwindigkeit erreicht oder überschreitet. Unnötige Wisch- und/oder Waschvorgänge bei niedrigen Eigengeschwindigkeiten sind auf diese Weise vermeidbar.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass ein Regensensor des Fahrzeugs ein Bestätigungssignal an den Sensor und/oder an eine Steuereinheit abgibt. Dadurch ist eine schnelle Überprüfung einer als erfüllt identifizierten Bedingung möglich, da keine Unterscheidung zu Regen erforderlich ist.

Zweckmäßigerweise wird als Sensor ein optischer Sensor verwendet. Beispielsweise wird dabei ein so genannter Closing-Velocity-Sensor (kurz CV-Sensor genannt) oder ein Radar-Sensor oder ein Video-Sensor verwendet.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst einen Sensor, mittels dessen ein Abstand und/oder eine Näherungsgeschwindigkeit eines sich einem Fahrzeug, insbesondere einer Windschutzscheibe des Fahrzeugs nähernden Objektes ermittelbar sind, einen Scheibenwischer und eine Steuereinheit, mittels der, falls mindestens eine vorgebbare Bedingung erfüllt ist, ein Wischvorgang des Scheibenwischers und/oder ein Waschvorgang auslösbar ist.

Eine bevorzugte Ausgestaltung sieht dabei vor, dass der Sensor hinter einer Windschutzscheibe des Fahrzeugs angeordnet ist. Er ist dadurch vor Verschmutzungen geschützt. Derselbe Sensor kann zweckmäßigerweise gleichzeitig zur Hinderniserkennung, Sicherheitsabstands-Messung sowie zur frühzeitigen Erkennung von sichtbehindernden Materiemengen dienen.

Vorteilhafterweise ist der Sensor als optischer Sensor ausgebildet. Dabei basiert der Sensor vorteilhafterweise auf dem Prinzip der Laufzeitmessung von Laserlicht. Derartige Sensoren sind mit geringem Aufwand verfügbar. In einer alternativen Ausgestaltung ist der Sensor als Radar-Sensor oder Video-Sensor ausgebildet. Vorzugsweise wird der Sensor in einem Insassenschutz- und/oder Unfallschutzsystem, insbesondere in einem so genannten Pre-Crash-Sensor verwendet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen:

1 eine Vorrichtung zum Betrieb einer Scheibenwisch- und/oder Scheibenwaschanlage und

2 ein Blockschaltbild dieser Vorrichtung.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

In 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung V zum Betrieb einer Scheibenwisch- und/oder Scheibenwaschanlage an einem fahrenden Fahrzeug 1 gezeigt. Im Abstand dmax von der Front 1.1 des Fahrzeugs 1, beispielsweise in einem Abstand dmax von 1 m, ist eine Windschutzscheibe 1.2 angeordnet. Die Vorrichtung V weist einen Scheibenwischer 2 an der Windschutzscheibe 1.2 und einen hinter der Windschutzscheibe 1.2 angeordneten Sensor 3 in Form eines auf Laufzeitmessung von Laserlicht basierenden CV-Sensors und eine nicht näher dargestellte Scheibenwaschanlage auf. Alternativ kann der Sensor 3 als ein Radar-Sensor oder ein Video-Sensor ausgebildet sein.

Ein Objekt X beispielsweise in Form einer von einem vorausfahrenden, nicht abgebildeten LKW heruntergeschleuderten Schneemasse bewegt sich auf das Fahrzeug 1, insbesondere auf dessen Windschutzscheibe 1.2 zu. Mittels des Sensors 3 ist der Abstand s des Objekts X von dem Sensor 3 messbar. Anhand des Abstands s wird der Abstand d des Objekts X von der Windschutzscheibe 1.2 ermittelt. Darüber hinaus wird mittels des Sensors 3 zusätzlich beispielsweise die Annäherungsgeschwindigkeit des Objekts X ermittelt, anhand der die relative Annäherungsgeschwindigkeit bezüglich der Windschutzscheibe 1.2 bestimmt wird. Die Ermittlung der relativen Annäherungsgeschwindigkeit erfolgt dabei in herkömmlicher Weise.

Des Weiteren ist mittels des Sensors 3 ein Wisch- und/oder Waschvorgang des Scheibenwischers 2 auslösbar, wenn mindestens eine der nachfolgend aufgeführten, vorgebbaren Bedingungen als erfüllt identifiziert wird.

Als eine Bedingung kann beispielsweise vorgegeben werden, dass der kleinste Abstand d des Objekts X zur Windschutzscheibe 1.2 geringer ist als die Entfernung dmax zwischen Windschutzscheibe 1.2 und Front 1.1 des Fahrzeugs 1. In einer alternativen Ausgestaltung können zusätzlich weitere für einen Wischvorgang zu erfüllende Bedingungen vorgegeben sein, die anhand der 2 näher erläutert werden.

2 zeigt ein Blockschaltbild der Vorrichtung V. Die Vorrichtung V umfasst den Sensor 3, mittels dessen ein Abstand s und/oder eine Näherungsgeschwindigkeit eines sich vor dem Fahrzeug 1 und/oder vor der Windschutzscheibe 1.2 des Fahrzeugs 1 befindenden Objektes X ermittelbar sind. Der Sensor 3 ist mit einer Steuereinheit 4 verbunden, die, falls mindestens eine vorgebbare Bedingung erfüllt ist, automatisch einen Wisch- und /Waschvorgang des Scheibenwischers 2 auslöst. Zusätzlich kann ein Regensensor R an die Steuereinheit 4 angeschlossen sein.

Falls sich ein Objekt X vor dem Fahrzeug 1 und/oder vor der Windschutzscheibe 1.2 befindet und sich dieser nähert, ermittelt der Sensor 3 den Abstand s und die Näherungsgeschwindigkeit des Objekts X. Diese werden beispielsweise in den kleinsten Abstand d zwischen Objekt X und Windschutzscheibe 1.2 und in die Näherungsgeschwindigkeit des Objektes entlang des kleinsten Abstands d umgerechnet. Falls beispielsweise eine oder mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt ist bzw. sind, wird mindestens ein Wisch- und/oder Waschvorgang des Scheibenwischers 2 ausgelöst:

  • 1. Als Objekt X droht mindestens eine vorgegebene Materiemenge auf die Windschutzscheibe 1.2 aufzutreffen;
  • 2. Die Materiemenge besteht aus Matsch und/oder Schnee und/oder Wasser;
  • 3. Der kleinste Abstand d des Objekts X zur Windschutzscheibe 1.2 ist geringer ist als die Entfernung dmax zwischen Windschutzscheibe 1.2 und Front 1.1 des Fahrzeugs 1, die in diesem Beispiel 1 m beträgt;
  • 4. Der kleinste Abstand d des Objekts X überschreitet oder erreicht einen vorgegebenen Mindestabstand von beispielsweise 5 cm;
  • 5. Die Näherungsgeschwindigkeit des Objekts X in Bezug auf die Windschutzscheibe 1.2 erreicht oder überschreitet eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit von beispielsweise 20 km/h;
  • 6. Das Fahrzeug 1 erreicht oder überschreitet eine vorgegebene, minimale Eigengeschwindigkeit von beispielsweise 10 km/h; und/oder
  • 7. Ein Regensensor R des Fahrzeugs gibt ein Bestätigungssignal an den Sensor 3 und/oder an die Steuereinheit 4 ab.

Zur Vereinfachung des Verfahrens kann auf die Vorgabe einer oder mehrerer dieser Bedingungen verzichtet werden. Vorzugsweise wird die Vorrichtung V in einem nicht näher dargestellten Insassenschutz- und/oder Unfallschutzsystem, insbesondere in einem so genannten Pre-Crash-Sensor verwendet.

Besonders vorteilhaft bei der vorliegenden Erfindung ist, dass eine Bewertung, inwieweit insbesondere plötzlich aufgewirbeltes Wasser/Schnee/Matsch die Windschutzscheibe treffen und damit die Sicht des Fahrers erheblich beeinträchtigen wird, ermöglicht ist. Hierdurch wird ein Fahrer eines Fahrzeuges durch die erfindungsgemäße Vorrichtung insoweit entlastet und unterstütz, dass die Scheibenwischer auch auf singulär auftretende Ereignisse, wie eben plötzlich aufgewirbeltes Wasser/Schnee/Matsch reagieren und dies vor allem noch vor dem Auftreffen auf die Windschutzscheibe erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Der Sensor ist derart montiert ist, dass er insbesondere plötzlich auftretende Objekte erfassen kann, die sich der Windschutzscheibe nähern. Damit können frühzeitige Maßnahmen eingeleitet werden, um eine Sichtbehinderung des Fahrers durch solche Objekte zu minimieren. Gleichzeitig ist eine Unterscheidung von sich nähernden Objekten vor/über der Motorhaube möglich.

Als bevorzugte Ausführungsform wird ein hinter der Windschutzscheibe angeordneter optischem Abstandssensor eingesetzt.

Zusätzlich werden erfindungsgemäß Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen als Kriterium für Umwelteinflüsse herangezogen. Dadurch ist das Verfahren in der Lage, auf singuläre und plötzlich auftretende Ereignisse, wie aufspritzendes Wasser/Schnee/Matsch) schnell zu reagieren. In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung besitzt optische Abstandssensor eine Reichweite von deutlich mehr als 50 cm. Dies erlaubt eine Erfassung von aufspritzendem Wasser, Schnee, Matsch etc. deutlich vor dem Auftreffen auf der Windschutzscheibe, was eine frühzeitige und rasche Aktivierung des Scheibenwischers bei plötzlichen Ereignissen erst möglich.

1Fahrzeug 1.1Front 1.2Windschutzscheibe 2Scheibenwischer 3Sensor 4Steuereinheit dKleinster Abstand dmaxEntfernung Front des Fahrzeugs zur Windschutzscheibe sAbstand VVorrichtung zum Betrieb einer Scheibenwisch- und/oder Scheibenwaschanlage XObjekt

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Betrieb einer Scheibenwisch- und/oder Scheibenwaschanlage, wobei mittels eines in einem Fahrzeug (1) angeordneten Sensors (3) ein Abstand (s, d) und/oder eine Näherungsgeschwindigkeit eines sich dem Fahrzeug, insbesondere der Windschutzscheibe (1.2) des Fahrzeugs (1) nähernden Objektes (X) ermittelt und, falls mindestens eine vorgebbare Bedingung als erfüllt identifiziert wird, mindestens ein Wischvorgang eines Scheibenwischers (2) und/oder mindestens ein Waschvorgang ausgelöst wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass als Objekt (X) mindestens eine vorgegebene Materiemenge auf die Windschutzscheibe (1.2) aufzutreffen droht.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass die Materiemenge aus Matsch und/oder Schnee und/oder Wasser besteht.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass der Abstand (s, d) des Objekts (X) geringer ist als die Entfernung (dmax) zwischen Windschutzscheibe (1.2) und Front (1.1) des Fahrzeugs (1 ).
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass der Abstand (s, d) des Objekts (X) einen vorgegebenen Mindestabstand erreicht oder überschreitet.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass die Näherungsgeschwindigkeit des Objekts (X) eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit erreicht oder überschreitet.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass das Fahrzeug (1) eine vorgegebene, minimale Eigengeschwindigkeit erreicht oder überschreitet.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine Bedingung vorgegeben wird, dass ein Regensensor (R) des Fahrzeugs ein Bestätigungssignal an den Sensor (3) und/oder an eine Steuereinheit (4) abgibt.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Sensor (2) ein optischer Sensor verwendet wird.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass singulär auftretende Ereignisse erfasst und erkannt werden.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das singulär auftretende Ereignisse plötzlich aufgewirbeltes Wasser oder Schnee oder Matsch ist.
  12. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch einen Sensor (3), mittels dessen ein Abstand (s, d) und/oder eine Näherungsgeschwindigkeit eines sich einem Fahrzeug (1), insbesondere einer Windschutzscheibe (1.2) nähernden Objektes (X) ermittelbar sind, einen Scheibenwischer (2) und eine Steuereinheit (4), mittels der, falls mindestens eine Bedingung erfüllt ist, ein Wischvorgang des Scheibenwischers (2) und/oder ein Waschvorgang auslösbar ist.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) hinter einer Windschutzscheibe (1.2) des Fahrzeugs (1) angeordnet ist.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) als optischer Sensor ausgebildet ist.
  15. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) auf dem Prinzip der Laufzeitmessung von Laserlicht basiert.
  16. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) als Radar-Sensor oder Video-Sensor ausgebildet ist.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung singulär auftretende Ereignisse erfasst und erkennt.
  18. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 17 in einem Insassen- und/oder Unfallschutzsystem.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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