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Dokumentenidentifikation DE102004054389A1 18.05.2006
Titel Polymere Werkstoffzusammensetzung
Anmelder REHAU AG + Co., 95111 Rehau, DE
Erfinder Eibl, Stefan, 95032 Hof, DE
DE-Anmeldedatum 11.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004054389
Offenlegungstag 18.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.05.2006
IPC-Hauptklasse C08L 77/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C08K 3/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C08J 5/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C08J 5/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B29C 35/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B29D 23/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Polymere Werkstoffzusammensetzung auf Basis teilkristalliner Polyamide mit einer verbesserten Formbeständigkeit bei höheren Temperaturen zur Herstellung von Formteilen,
wobei sich die polymere Werkstoffzusammensetzung aus folgenden Bestandteilen, die sich in Summe zu 100 Gewichtsprozent addieren, zusammensetzt:
(A) 40 bis 95 Gewichtsprozent
mindestens eines teilkristallinen Polyamids (A)
und
(B) 4 bis 55 Gewichtsprozent
mindestens einer grenzflächenaktiven Substanz (B)
und
(C) 0,1 bis 55 Gewichtsprozent
mindestens einer Wirkkomponente (C),
wobei mindestens eine ausgewählte grenzflächenaktive Substanz (B) und/oder eine ausgewählte Wirkkomponente (C) eine amorphe Verbindung mit einem Glasübergangspunkt Tg > 120°C ist und das aus der polymeren Werkstoffzusammensetzung hergestellte Formteil eine Wärmedehnung von kleiner 0,45% bei Temperaturen größer 100°C unter einer Spannung von 0,4 N/mm2 während einer Beanspruchungsdauer von 15 min aufweist.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist eine polymere Werkstoffzusammensetzung auf Basis von teilkristallinen Polyamiden und daraus hergestellte Formteile mit verbesserter Formbeständigkeit bei höheren Temperaturen.

Polyamide finden breite Anwendung.

Konstruktionsteile aus teilkristallinem Polyamid werden im Bereich Industrie- und Konsumeranwendungen vielfältiger Art, beispielsweise im Bereich Automobilbau, Elektrotechnik und Elektronikanwendungen, Hausgeräte, Bau- und Konstruktionswerkstoffe, Spielzeuge, medizintechnische Artikel, Flugzeug- und Schiffsbau, Maschinen- und Anlagentechnik, Fördertechnik, Post- und Fernmeldewesen, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie eingesetzt.

Einbauteile und/oder Komponenten vielfältiger Art aus teilkristallinem Polyamid sind bekannter Stand der Technik, beispielsweise in Form von Abdeckungen, Leitungen, Behältern, als Platten, Folien und Fasern.

Formteile aus teilkristallinem Polyamid, welche unter dem ständigen Einwirken von Kräften bei hohen Dauergebrauchstemperaturen stehen, verlieren in der Regel oberhalb 100 °C deutlich an Formbeständigkeit.

Von Formteilen aus PA11 oder PA12 ist bekannt, dass diese im Temperaturintervall 30 bis 120 °C allmählich an Formbeständigkeit verlieren. Dieses Verhalten ist charakteristisch für teilkristalline Polyamide und lässt sich auch aus dem Verlauf des dynamischen Schubmoduls G', aufgenommen über der Temperatur T, erkennen.

Die mangelnde mechanische Festigkeit führt insbesondere bei Hochtemperaturanwendungen dazu, dass das Formteil an Maßhaltigkeit verliert.

Insbesondere unter einer Spannung von größer 0,4 N/mm2 zeigen Bauteile aus teilkristallinem Polyamid bei Temperaturen größer 100°C eine abnehmende Formbeständigkeit, indem durch Fließen des Materials eine plastische Verformung stattfindet. Dieses Fließen ist auf einen Verlust der molekularen Nahordnung zurückzuführen.

Von den jeweils verwendeten teilkristallinen Polyamiden ist bekannt, dass diese einen umgekehrt s-förmigen Verlauf des dynamischen Schubmoduls G', aufgenommen über die Temperatur T, mit starker Spreizung aufweisen.

Dieser Verlauf ist bereits ein Indiz für den drohenden Verlust der Formbeständigkeit bei sukzessiver Erhöhung der Temperatur. Verstärkt wird die Abnahme der Formbeständigkeit bei Einfluss zusätzlicher Kräfte, wie beispielsweise Druck.

Die daraus resultierende mangelnde mechanische Festigkeit führt insbesondere bei Hochtemperaturanwendungen bis 150 °C dazu, dass das Formteil an Maßhaltigkeit einbüßt. Im Fall von Anwendungen, wo zusätzlich zur Temperatur noch ein Druck auf das Formteil einwirkt, z.B. bei Hydraulik- und Pneumatikanwendungen, besteht die Gefahr, dass das Formteil sich allmählich aufweiet.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine polymere Werkstoffzusammensetzung auf Basis von teilkristallinen Polyamiden bereitzustellen, deren relative Dehnbarkeit bei höherer Temperatur reduziert ist.

Eine weitere Aufgabe besteht darin, Formteile aus der erfindungsgemäßen polymeren Werkstoffzusammensetzung anzugeben.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, indem eine polymere Werkstoffzusammensetzung auf Basis von teilkristallinen Polyamiden, bestehend aus

  • – mindestens einem teilkristallinen Polyamid (A) und
  • – mindestens einer grenzflächenaktiven Substanz (B) und
  • – mindestens einer Wirkkomponente (C)
bereitgestellt wird.

Dabei ist mindestens eine ausgewählte grenzflächenaktive Substanz (B) und/oder eine ausgewählte Wirkkomponente (C) eine amorphe Verbindung mit einem Glasübergangspunkt Tg > 120 °C.

Die polymere Werkstoffzusammensetzung setzt sich aus folgenden Bestandteilen, die sich in Summe zu 100 Gewichtsprozent addieren, zusammen:

  • (A) 40 bis 95 Gewichtsprozent

    mindestens eines teilkristallinen Polyamids (A) und
  • (B) 4 bis 55 Gewichtsprozent

    mindestens einer grenzflächenaktiven Substanz (B) und
  • (C) 0,1 bis 55 Gewichtsprozent

    mindestens einer Wirkkomponente (C).

An Formteilen aus den erfindungsgemäßen Mischungen gemäß Patentanspruch 1 ist die Dehnbarkeiten unter Last bei 120 °C um 20 bis 70 % gegenüber den teilkristallinen Polyamiden, welche als Ausgangsmaterialien verwendet werden, reduziert.

Die erfindungsgemäße Werkstoffzusammensetzung weist an Formteilen unter Einwirkung mechanischer Kräfte eine ausreichende Formstabilität bis zu Temperaturen größer 150 °C auf.

Der Vorteil der vorliegenden Erfindung ist eine deutlich verringerte Neigung zum Fließen, also zum Verformen unter Einwirkung von Kräften auf das Formteil, insbesondere bei erhöhter Temperatur im Bereich von 80 bis 160 °C.

Die mit der Erfindung bereitgestellte Werkstoffzusammensetzung ermöglicht es somit, Formteile herzustellen, deren Lebensdauer bei hohen Temperaturen erhöht ist.

Von besonderem Vorteil ist dabei, dass durch die verringerte Dehnbarkeit die Gefahr des Bauteilversagens deutlich reduziert werden kann.

Formteile können in der erfindungsgemäßen Werkstoffzusammensetzung bedingt durch die reduzierte Dehnbarkeit so ausgelegt werden, das sie vorteilhafterweise verkleinert werden können und/oder Wandstärkenreduzierung bei sonst gleichen mechanischen Eigenschaften vorgenommen werden können.

Die Erfindung stellt weiterhin mit der angegebenen Werkstoffzusammensetzung eine Polymermatrix zur Verfügung, die es gestattet, Formteile mit erhöhter Maßhaltigkeit und sehr guter dimensioneller Stabilität insbesondere bei höherer Temperatur herzustellen.

Dabei weisen diese Formteile auch eine erhöhte Steifigkeit auf, wobei die Kriechneigung verringert ist.

Die Oberfläche der Formteile zeigt eine glattere Morphologie.

Schließlich ist das herstellungsbedingte Schrumpfverhalten der Formteile geringer, was erfindungsgemäß auf den amorphen Anteil in der polymeren Werkstoffzusammensetzung zurückgeführt wird, wobei diese als grenzflächenaktive Substanz und/oder Wirkkomponente mit einem Glasübergangspunkt Tg > 120 °C enthalten ist.

Als Mechanismus, dem diese Vorteile der erfindungsgemäßen Werkstoffzusammensetzung zugrunde liegen, kann die spontane Erstarrung der amorphen Phasen, die als skelettartige Versteifungen wirken, angenommen werden.

Hierzu wirken die Bestandteile, die erfindungsgemäß dem teilkristallinen Polyamid zugegeben werden, zumindest teilweise nukleierend.

Aus dem Stand der Technik wurde erkannt, dass teilkristalline Polyamide einen umgekehrt s-förmigen Verlauf des dynamischen Schubmoduls G' aufweisen, der im allgemeinen in einem Temperaturbereich von 60 bis 100 °C von einem weitgehend linearen Verlauf in einen exponentiellen Abfall übergeht und dann bei höheren Temperaturen wieder konstant – sich einem Grenzwert nähernd – verläuft.

Demgegenüber zeigen die erfindungsgemäß ausgewählten amorphen Bestandteile nach Anspruch 1 bis zu ihrem Glasübergangspunkt Tg einen flach linear degressiven Verlauf des dynamischen Schubmoduls G', wobei die Abnahme von G' über die zunehmende Temperatur gering ist.

Die erfindungsgemäße Kombination aus mindestens einem teilkristallinen Polyamid und einem amorphen Bestandteil mit dem dargestellten Verlauf des dynamischen Schubmoduls in Abhängigkeit zur Temperatur führt zu der gewünschten dimensionellen Stabilität der Formteile bei erhöhter Temperatur.

Daraus resultiert eine deutlich verringerte Dehnung.

Im folgenden wird die Erfindung hinsichtlich der Werkstoffzusammensetzung näher erläutert.

Als Polyamide (A), die in der Werkstoffzusammensetzung enthalten sind, werden Homo- und/oder Copolymere verwendet.

Das teilkristalline Polyamid (A) kann dabei aus Monomeren, ausgewählt aus aliphatischen Lactamen mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen gebildet sein.

Es ist ebenso möglich, dazu Monomere, ausgewählt aus omega-Aminocarbonsäuren mit 4 bis 44 Kohlenstoffatomen zu verwenden.

Die Lactame bzw. omega-Aminocarbonsäuren können dazu ausgewählt sein aus epsilon-Caprolactam und/oder omega-Aminoundecansäure und/oder epsilon-Aminocapronsäure und/oder Capryllactam und/oder omega-Aminocaprylsäure und/oder omega-Aminododecansäure und/oder 11-Aminoundecansäure und/oder 12-Aminododecansäure und/oder Enanthlactam und/oder omega-Laurinlactam und/oder Mischungen hiervon.

Das teilkristalline Polyamid (A) kann auch durch Polykondensation von mindestens

  • – einem aliphatischen Diamin mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen und/oder
  • – einem cycloaliphatischen Diamin mit 7 bis 22 Kohlenstoffatomen und/oder
  • – einem aromatischen Diamin mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen
in Kombination mit mindestens einer Dicarbonsäure aus der Gruppe der
  • – aliphatischen Dicarbonsäuren mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und/oder
  • – cycloaliphatischen Dicarbonsäuren mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und/oder
  • – aromatischen Dicarbonsäuren mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen
gebildet werden.

Das aliphatische Diamin und/oder cycloaliphatische Diamin und/oder aromatische Diamin ist ausgewählt aus 2,2,4-Trimethylhexamethylendiamin und/oder 2,4,4-Trimethylhexamethylendiamin und/oder 1,3-Bis(aminomethyl)cyclohexan und/oder 1,4-Bis(aminomethyl)cyclohexan und/oder Bis(p-aminocyclohexyl)methan und/oder m-Xylylendiamin und/oder p-Xylylendiamin und/oder Ethylendiamin und/oder 1,4-Diaminobutan und/oder 1,6-Diaminohexan und/oder 1,10-Diaminodecan und/oder 1,12-Diaminododecan und/oder Cyclohexyldimethylenamin und/oder 3,3'Dimethyl-4,4'-diaminodicyclohexylmethan und/oder 1,3-Bis(aminomethyl)cyclohexan und/oder 3,6-Bis(Aminomethyl)norbornen und/oder 2,2-Bis(para-Aminocyclohexyl)propan und/oder Isophorondiamin und/oder 1-Amino-3-aminomethyl-3,5,5-trimethylcyclohexan und/oder 2-Methylpentamethylendiamin und/oder Bis(4-aminocyclohexyl)methan und/oder Hexamethylendiamin und/oder Octamethylendiamin und/oder Decamethylendiamin und/oder Dodecamethylendiamin und/oder Mischungen hiervon.

Die Dicarbonsäure kann ausgewählt sein aus Bernsteinsäure und/oder Glutarsäure und/oder Adipinsäure und/oder Suberinsäure und/oder Pimelinsäure und/oder Azelainsäure und/oder Sebazinsäure und/oder Dodecandicabonsäure und/oder 1,6-Cyclohexandicarbonsäure und/oder Terphthalsäure und/oder Isophthalsäure und/oder Naphthalindicarbonsäure und/oder Brassylsäure und/oder Octadecandicarbonsäure und/oder 1,1,3-Trimethyl-3-phenylindan-4,5-dicarbonsäure und/oder 5-tertiär-Butylisophthalsäure und/oder Korksäure und/oder Cyclohexan-1,4-dicarbonsäure und/oder Trimesinsäure und/oder Trimellitsäure und/oder Mischungen hieraus.

Das Polyamid (A) kann ein PA 6 und/oder PA6.6 und/oder PA46 und/oder PA9 und/oder PA10 und/oder PA11 und/oder PA12 und/oder PA 69 und/oder PA610 und/oder PA612 und/oder PA666 und/oder PA66/6T und/oder PAMXD6 und/oder PA611 und/oder PA618 sein.

Bevorzugt wird ein PA 6 und/oder PA 12 und/oder PA 612 eingesetzt.

Die Polyamide können einzeln oder in Form von Mischungen vorliegen.

Die Polymerzusammensetzung enthält weiter eine grenzflächenaktive Substanz (B), die ein Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymer (SMA) und/oder ein Styrol-N-phenylmaleinimid-Copolymer (SMI) und/oder ein Styrol-Propylen-Styrol-Blockcopolymer gepfropft mit Maleinsäureanhydrid (SPS-g-MAH) und/oder ein Styrol-Ethylen-Propylen-Styrol-Blockcopolymer gepfropft mit Maleinsäureanhydrid (SEPS-g-MAH) und/oder ein Ethylenvinylalkohol (EVOH) und/oder ein Epoxidharz und/oder ein NafionTM- und/oder ein AciplexTM- und/oder ein FlemionTM-Ionomeres (Copolymere auf Basis von Fluorpolymeren mit Carboxylat- oder Sulfonatgruppen als funktionelle Gruppen) und/oder eine Mischungen hiervon sein kann.

Eine Wirkkomponente (C) ist in der Polymerzusammensetzung enthalten, wobei diese ein Polymer B (C1) und/oder ein funktionales Additiv (C2) und/oder ein Hilfsmittel (C3) und/oder eine Mischungen hiervon sein kann.

Das Polymer B (C1) zeigt einen linearen, flach degressiven Verlauf des dynamischen Schubmoduls G' in einem Temperaturbereich von – 40 bis + 150 °C.

Als Polymer B kann ein Polycarbonat (PC-HAT) (mit einer Glasübergangstemperatur Tg von 180 °C und einer Wasseraufnahme von 0,4 % bei Raumtemperatur) und/oder ein Polysulfon (PSU) (Tg 190 °C, Wasseraufnahme 0,8 % bei Raumtemperatur) und/oder ein Polyphenylsulfon (PPSU) (Tg 215 °C, Wasseraufnahme 0,3 % bei Raumtemperatur) und/oder ein Polyethersulfon (PES) (Tg 225 °C, Wasseraufnahme 0,7 % bei Raumtemperatur) und/oder ein Polyphenylether (PPE) auf Basis von 2,6-Dimethylphenol und/oder 2,6-Dimethyldiphenylether und/oder 4(2',6'-Dimethylphenoxy)-2,6-dimethylphenol und/oder 4-(2',6'-Dimethylphenoxy)-2,6-dimethylanisol und/oder 4-(2',6'-Dimethylphenoxy)-1-phenoxy-2,6-dimethylbenzol und/oder 4-(4'-(2'',6''-Dimethylphenoxy)-2',6'dimethylphenoxy)-2,6-dimethylphenol und/oder 4-(4'-(2'',6''-Dimethylphenoxy)-2',6'dimethylphenoxy)-2,6-dimethylanisol mit einem Glasübergangspunkt Tg > 140 °C und einer Wasseraufnahme < 2 %, gemessen bei Raumtemperatur und/oder ein Liquid Crystalline Polymer (LCP) (Schmelzpunkt 212 °C, Wasseraufnahme 0,04 % bei Raumtemperatur) und/oder ein Polyesterimid (Tg > 150 °C, Wasseraufnahme < 1 % bei Raumtemperatur) und/oder ein amorphes-semicycloaliphatisches Polyamid, wie PAMACM12 (Homopolyamid aus 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodicyclohexylmethan und Dodecandicarbonsäure) und/oder PA12/MACMI (Copolyamid aus PA12, 3,3-Dimethyl-4,4-diaminocyclohexylmethan und Isophthalsäure) mit einem Glasübergangspunkt Tg von 155 bis 190 °C und einer Wasseraufnahme von 3 bis 4 % bei Raumtemperatur und/oder eine Mischung hiervon eingesetzt werden.

Das in der Wirkkomponente (C) enthaltene funktionale Additiv (C2) ist anorganischer Natur.

Das funktionale Additiv (C2) kann die Elemente Kohlenstoff (C) und/oder Silizium (Si) und/oder Germanium (Ge) und/oder Aluminium (Al) und/oder Titan (Ti) und/oder Eisen (Fe) und/oder Zink (Zn) und/oder Zinn (Sn) und/oder Zirkonium (Zr) und/oder Indium (In) und/oder Bor (B) und/oder Sauerstoff (O) und/oder Stickstoff (N) und/oder Wismut (Bi) und/oder Magnesium (Mg) und/oder eine Mischung dieser Elemente in der molekularen Zusammensetzung von Nanofüllstoffen enthalten.

Die Nanofüllstoffe können ausgewählt sein aus Metalloxiden und/oder Metallnitriden und/oder Metallcarbiden und/oder Kohlenstoffnanoteilchen.

Als Metalloxide sind sphärolithische Metalloxidpartikel und/oder monodisperse Metalloxidnanopartikel und/oder nanoskalige Metalloxidfasern und/oder nanoskalige Keramikwhisker und/oder Schichtsilikate und/oder Aerosile hydrophil und/oder hydrophobiert und/oder Aerogele hydrophil und/oder hydrophobiert und/oder Zeolithe und/oder Silsesquioxane und/oder als Mischungen hiervon geeignet.

Die Schichtsilikate sind aus Smectit-Schichtsilikaten der Montmorillonit- oder Beidellit-Reihe, umfassend Montmorillonit Na0,33{(Al1,67Mg0,33)(OH)2[Si4O10]} und/oder Beidellit (Ca,Na)0,3{Al2(OH)2[Al0,5Si3,5O10]} und/oder Nontronit Na0,3{Fe2(OH)2[Al0,33Si3,67O10]} und/oder Saponit (Ca,Na)0,33{(Mg,Fe)3(OH)2[Al0,33Si3,67O10]} und/oder Hectorit Na0,33{Mg,Li)3(OH, F)2[Si4O10]} und/oder exfolierten Schichtsilikaten und/oder Organoclays und/oder Mischungen hiervon auszuwählen.

Die Aerosile und/oder Aerogele in der Wirkkomponente (C) bestehen aus Silikaten und/oder Titandioxid und/oder Zirkoniumdioxid und/oder Dialuminiumtrioxid.

Als monodisperse Metalloxidnanopartikel sind solche geeignet, die aus RSi(OR')3 und/oder RR''Si(OR')2 und/oder R2Si(OR')2 und/oder Ti(OR)4 und/oder Zr(OR)4 und/oder Al(OR)3 und/oder Mischungen hiervon gebildet werden.

Nanoskaligen Metalloxidfasern und/oder nanoskaligen Keramikwhisker können Titandioxid, TiO2 (Rutil- und/oder Anatas- und/oder Brookit-Modifikation) und/oder Zirkoniumdioxid, ZrO2 (monoklines &agr;-ZrO2 und/oder tetragonales &bgr;-ZrO2 und/oder kubisches &ggr;-ZrO2), und/oder Dialuminumtrioxid, Al2O3 (hexagonales &agr;-Al2O3 und/oder &ggr;-Al2O3 mit kubisch dichtester Packung) enthalten.

Als nanoskaligen Metalloxidfasern und/oder nanoskaligen Keramikwhisker können Mischoxide, ausgewählt aus Al2O3 und/oder TiO2 und/oder ZrO2 und/oder Y2O3 und/oder B2O3 und/oder SiO2 und/oder FeO und/oder Fe2O3 und/oder Na2O und/oder CaO und/oder MgO und/oder K2O, herangezogen werden.

Die nanoskaligen Metalloxidfasern und/oder nanoskaligen Keramikwhisker können einzeln und/oder in Bündeln vorliegen, wobei die Faserlänge 50 nm bis 2 cm, der Außendurchmesser 1 nm bis 500 nm und das Längen/Dickenverhältnis größer 20 beträgt.

Die Kohlenstoffnanoteilchen können ausgewählt sein aus Diamantnanopartikeln und/oder Diamantanen (Tri- bis Dodecadiamantan), welche funktionalisiert sind und/oder in ihrer ursprünglichen Form verwendet werden, und/oder exfolierten Graphiten und/oder Kohlenstoffnanoröhrchen und/oder Kohlenstoffnanofasern (VGCF, vapor grown carbon fiber) und/oder Fullerenen und/oder Mischungen hiervon.

Als Kohlenstoffnanoröhrchen können armchair single-wall carbon nantubes (SWCNT) und/oder zigzag single-wall carbon nanotubes (SWCNT) und/oder chirale single-wall carbon nanotubes und/oder multiwall carbon nanotubes (MWCNT) und/oder Mischungen hiervon eingesetzt werden.

Die armchair single-wall carbon nanotubes (SWCNT) weisen vorteilhaft einen Außendurchmesser von 0,6 bis 2 nm, eine Faserlänge von 0,1 bis 50 &mgr;m und ein Längen/Dickenverhältnis größer 100 auf.

Bei den multiwall carbon nanotubes (MWCNT) und/oder Kohlenstoffnanofasern beträgt der Außendurchmesser 1 bis 1.000 nm, der Innendurchmesser 5 bis 100 nm, die Faserlänge 1 &mgr;m und 2.000 &mgr;m und das Längen/Dickenverhältnis größer 10.

Die Kohlenstoffnanoröhrchen und/oder Kohlenstoffnanofasern können einzeln oder in Bündeln vorliegen.

Als Hilfsmittel (C3) der Wirkkomponente (C) kann eine Fluorverbindung und/oder ein Stabilisator und/oder ein Färbemittel und/oder ein Flammschutzmittel und/oder ein Weichmacher und/oder eine Mischung hiervon eingesetzt werden.

Die Fluorverbindung ist dabei ein Perfluorpolyether (PFPE) und/oder ein difunktionaler Perfluorpolyether und/oder ein multifunktionaler Perfluorpolyether und/oder ein Oligo(hexafluorpropenoxid) und/oder ein Polyvinylidendifluorid (PVDF) und/oder ein Polyvinyliden-polyhexafluorpropene (PVDF-HFP) und/oder Mischungen hiervon.

Als funktionelle Gruppen im difunktionale Perfluorpolyether und/oder multifunktionale Perfluorpolyether kommen ein Carbonsäureester (-COOR) und/oder eine Carbonsäure (-COOH) und/oder ein Alkohol (-CH2OH) und/oder ein Polyethylenglycol (-CH2(OCH2CH2)nOH) und/oder ein Alkylamid (-CONHC18H37) und/oder ein Phosphat und/oder eine Alkoxysilyl-Gruppe in Frage.

Die Aufbereitung der Bestandteile der polymeren Werkstoffzusammensetzung erfolgt durch bekannte Verfahren, wobei diese Mischen und/oder chaotisches Mischen und/oder Kneten und/oder Compoundieren und/oder Extrudieren und/oder reaktives Extrudieren und/oder Festphasenpolymerisieren und/oder Kombinationen hiervon umfassen.

Die Formteile werden aus der polymeren Werkstoffzusammensetzung in einem Fertigungsverfahren hergestellt.

Dieses kann ausgewählt sein aus der Extrusion und/oder der Koextrusion und/oder dem Extrusionsblasen und/oder dem Spritzgießen und/oder dem Spritzblasen und/oder einem Sprühverfahren jeglicher Art und/oder einem Walzverfahren jeglicher Art und/oder einem Templatverfahren und/oder einer Kombinationen hiervon.

Die polymere Werkstoffzusammensetzung der Formteile kann in einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens durch energiereiche Strahlung jeglicher Art und/oder peroxidisch und/oder silanisch unter Ausbildung von Disilyloxybrücken und/oder durch Kombinationen hieraus vernetzt sein.

Als energiereiche Strahlung eignet sich hierzu Elektronenstrahlung und/oder Gammastrahlung und/oder UV-Strahlung und/oder Strahlung im Mikrowellenbereich und/oder Kombinationen dieser Strahlungen.

Die erfindungsgemäße Werkstoffzusammensetzung kann für die Herstellung von Formteilen verwendet werden, insbesondere für Rohre, Schläuche und Profile.

Die nachstehend aufgeführten Beispiele dienen zur Verdeutlichung der Erfindung.

Tabelle 1 Eigenschaften der teilkristallinen Polyamide gemäß der Vergleichsbeispiele 1 bis 3 (Vglbspl. 1 bis 3) und Eigenschaften der Wirkkomponente (C)
Prüfbedingungen:
  • Spannung &sgr; = 0,8 N/mm2
  • Temperatur T = 120 °C
  • Dauer t = 15 min.

Bestimmt wurde die Dehnung bei T = 120 °C vor und nach 15 minütiger Lagerung unter der angegebenen Spannung.

Tabelle 2 Zusammensetzungen und Eigenschaften der erfindungsgemäßen polymeren Werkstoffzusammensetzung gem. der Beispiele 1 bis 6

Tabelle 2 zeigt die Zusammensetzungen und Eigenschaften der erfindungsgemäßen polymeren Werkstoffzusammensetzung, die hinsichtlich Dehnung deutlich gegenüber den Vergleichsbeispielen aus Tabelle 1 verbessert sind.

Die Bestimmung der Dehnung wurde in einem Wärmeofen an S2-Prüfkörpern durchgeführt.

Hierbei wurden die Prüfkörper 15 Minuten lang bei 120 °C mit einer Kraft F = 0,8 N gedehnt. Zur Erzeugung dieser Kraft F wurden an den Prüfkörper Gewichte befestigt. Das Gewicht wurde wie folgt bestimmt: Gewicht [kg] = (Spannung [N/mm2] × Querschnittsfläche [mm2])/(Ortsfaktor [9,81 N/kg])

Die Messung der Dehnung fand im Wärmeofen statt, wobei die gegenüber der Ausgangslänge I0 erfolgte Dehnung in [%] bestimmt wurde. Dehnung [%] = (I15min – I0)/(I0) × 100


Anspruch[de]
  1. Polymere Werkstoffzusammensetzung auf Basis teilkristalliner Polyamide mit einer geringeren Dehnung in der Wärme zur Herstellung von Formteilen, dadurch gekennzeichnet, dass diese sich aus folgenden Bestandteilen, die sich in Summe zu 100 Gewichtsprozent addieren, zusammensetzt:

    (A) 40 bis 95 Gewichtsprozent

    mindestens eines teilkristallinen Polyamids (A) und

    (B) 4 bis 55 Gewichtsprozent

    mindestens einer grenzflächenaktiven Substanz (B) und

    (C) 0,1 bis 55 Gewichtsprozent

    mindestens einer Wirkkomponente (C),

    wobei mindestens eine ausgewählte grenzflächenaktive Substanz (B) und/oder eine ausgewählte Wirkkomponente (C) eine amorphe Verbindung mit einem Glasübergangspunkt Tg > 120 °C ist,

    und das aus der polymeren Werkstoffzusammensetzung hergestellte Formteil

    -a- bei Temperaturen größer 100 °C und

    -b- bei einer Spannung größer 0,4 N/mm2 während

    -c- einer Dehnbeanspruchungsdauer von 15 min

    eine Dehnung von kleiner 0,45 % aufweist.
  2. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das teilkristalline Polyamid (A) ein Homo- und/oder Copolymer ist.
  3. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das

    teilkristalline Polyamid (A)

    a. aus Monomeren, ausgewählt aus aliphatischen Lactamen mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen und/oder

    b. aus Monomeren, ausgewählt aus omega-Aminocarbonsäuren mit 4 bis 44 Kohlenstoffatomen und/oder

    c. durch Polykondensation von mindestens

    – einem aliphatischen Diamin mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen und/oder

    – einem cycloaliphatischen Diamin mit 7 bis 22 Kohlenstoffatomen und/oder

    – einem aromatischen Diamin mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen

    in Kombination mit mindestens einer Dicarbonsäure aus der Gruppe der

    – aliphatischen Dicarbonsäuren mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und/oder

    – cycloaliphatischen Dicarbonsäuren mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und/oder

    – aromatischen Dicarbonsäuren mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen

    gebildet wird.
  4. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Monomere ausgewählt ist aus

    a. epsilon-Caprolactam und/oder

    b. omega-Aminoundecansäure und/oder

    c. epsilon-Aminocapronsäure und/oder

    d. Capryllactam und/oder

    e. omega-Aminocaprylsäure und/oder

    f. omega-Aminododecansäure und/oder

    g. 11-Aminoundecansäure und/oder

    h. 12-Aminododecansäure und/oder

    i. Enanthlactam und/oder

    j. Omega-Laurinlactam und/oder

    k. Mischungen hiervon.
  5. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das aliphatische Diamin und/oder cycloaliphatische Diamin und/oder aromatische Diamin ausgewählt ist aus

    a. 2,2,4-Trimethylhexamethylendiamin und/oder

    b. 2,4,4- Trimethylhexamethylendiamin und/oder

    c. 1,3-Bis(aminomethyl)cyclohexan und/oder

    d. 1,4-Bis(aminomethyl)cyclohexan und/oder

    e. Bis(p-aminocyclohexyl)methan und/oder

    f. m-Xylylendiamin und/oder

    g. p-Xylylendiamin und/oder

    h. Ethylendiamin und/oder

    i. 1,4-Diaminobutan und/oder

    j. 1,6-Diaminohexan und/oder

    k. 1,10-Diaminodecan und/oder

    l. 1,12-Diaminododecan und/oder

    m. Cyclohexyldimethylenamin und/oder

    n. 3,3'Dimethyl-4,4'-diaminodicyclohexylmethan und/oder

    o. 1,3-Bis(aminomethyl)cyclohexan und/oder

    p. 3,6-Bis(Aminomethyl)norbornen und/oder

    q. 2,2-Bis(para-Aminocyclohexyl)propan und/oder

    i. Isophorondiamin und/oder

    s. 1-Amino-3-aminomethyl-3,5,5-trimethylcyclohexan und/oder

    t. 2-methyl-pentamethylendiamin und/oder

    u. Bis(4-aminocyclohexyl)methan und/oder

    v. Hexamethylendiamin und/oder

    w. Octamethylendiamin und/oder

    x. Decamethylendiamin und/oder

    y. Dodecamethylendiamin und/oder

    z. Mischungen hiervon.
  6. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicarbonsäure ausgewählt ist aus

    a. Bernsteinsäure und/oder

    b. Glutarsäure und/oder

    c. Adipinsäure und/oder

    d. Suberinsäure und/oder

    e. Pimelinsäure und/oder

    f. Azelainsäure und/oder

    g. Sebazinsäure und/oder

    h. Dodecandicabonsäure und/oder

    i. 1,6-Cyclhexandicarbonsäure und/oder

    j. Terphthalsäure und/oder

    k. Isophthalsäure und/oder
  7. Naphthalindicarbonsäure und/oder

    m. Brassylsäure und/oder

    n. Octadecandicarbonsäure und/oder

    o. 1,1,3-Trimethyl-3-phenylindan-4,5-dicarbonsäure und/oder

    p. 5-tertiär-Butylisophthalsäure und/oder

    q. Korksäure und/oder

    r. Cyclohexan-1,4-dicarbonsäure und/oder

    s. Trimesinsäure und/oder

    t. Trimellitsäure und/oder

    u. Mischungen hieraus.
  8. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyamid (A) PA 6 und/oder PA6.6 und/oder PA46 und/oder PA9 und/oder PA10 und/oder PA11 und/oder PA12 und/oder PA69 und/oder PA610 und/oder PA612 und/oder PA666 und/oder PA66/6T und/oder PAMXD6 und/oder PA611 und/oder PA618 ist.
  9. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bevorzugt PA 6 und/oder PA 12 und/oder PA 612 verwendet werden.
  10. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyamide einzeln oder in Form von Mischungen vorliegen.
  11. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die grenzflächenaktive Substanz (B)

    a. ein Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymer (SMA) und/oder

    b. ein Styrol-N-phenylmaleinimid-Copolymer (SMI) und/oder

    c. ein Styrol-Propylen-Styrol-Blockcopolymer gepfropft mit Maleinsäureanhydrid (SPS-g-MAH) und/oder

    d. ein Styrol-Ethylen-Propylen-Styrol-Blockcopolymer gepfropft mit Maleinsäureanhydrid (SEPS-g-MAH) und/oder

    e. ein Ethylenvinylalkohol (EVOH) und/oder

    f. ein Epoxidharz und/oder

    g. ein NafionTM- und/oder ein AciplexTM- und/oder ein FlemionTM-Ionomeres (Copolymere auf Basis von Fluorpolymeren mit Carboxylat- oder Sulfonatgruppen als funktionelle Gruppen) und/oder

    h. eine Mischung hiervon

    ist.
  12. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkkomponente (C)

    a. ein Polymer B (C1) und/oder

    b. ein funktionales Additiv (C2) und/oder

    c. ein Hilfsmittel (C3) und/oder

    d. eine Mischung hiervon

    ist
  13. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer B (C1) einen linearen, flach degressiven Verlauf des dynamischen Schubmoduls G' in einem Temperaturbereich von –40 bis +150 °C aufweist.
  14. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer B (C1)

    a. ein Polycarbonat (PC-HT) (Glasübergangspunkt Tg 180 °C, Wasseraufnahme 0,4 % bei Raumtemperatur) und/oder

    b. ein Polysulfon (PSU) (Tg 190 °C, Wasseraufnahme 0,8 % bei Raumtemperatur) und/oder

    c. ein Polyphenylsulfon (PPSU) (Tg 215 °C, Wasseraufnahme 0,3 % bei Raumtemperatur) und/oder

    d. ein Polyethersulfon (PES) (Tg 225 °C, Wasseraufnahme 0,7 % bei Raumtemperatur) und/oder

    e. ein Polyphenylether (PPE) auf Basis von

    – 2,6-Dimethylphenol und/oder

    – 2,6-Dimethyldiphenylether und/oder

    – 4(2',6'-Dimethylphenoxy)-2,6-dimethylphenol und/oder

    – 4-(2',6'-Dimethylphenoxy)-2,6-dimethylanisol und/oder

    – 4-(2',6'-Dimethylphenoxy)-1-phenoxy-2,6-dimethylbenzol und/oder

    – 4-(4'-(2'',6''-Dimethylphenoxy)-2',6'dimethylphenoxy)-2,6-dimethylphenol und/oder

    – 4-(4'-(2'',6''-Dimethylphenoxy)-2',6'dimethylphenoxy)-2,6-dimethylanisol

    mit einem Glasübergangspunkt Tg > 140 °C und einer Wasseraufnahme < 2 %, gemessen bei Raumtemperatur und/oder

    f. ein Liquid Crystalline Polymer (LCP) (Schmelzpunkt 212 °C, Wasseraufnahme 0,04 % bei Raumtemperatur) und/oder

    g. ein amorphes Liquid Crystalline Polymer, wie Polyesterimid (Tg > 150 °C, Wasseraufnahme < 1 % bei Raumtemperatur) und/oder

    h. ein amorphes – semicycloaliphatisches Polyamid, wie

    – PAMACM12 (Homopolyamid aus 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodicyclohexylmethan und Dodecandicarbonsäure) und/oder

    – PA12/MACMI (Copolyamid aus PA12, 3,3-Dimethyl-4,4-diaminocyclohexylmethan und Isophthalsäure) mit einem Glasübergangspunkt Tg von 155 bis 190 °C und einer Wasseraufnahme von 3 bis 4 % bei Raumtemperatur und/oder

    i. eine Mischung hiervon

    ist.
  15. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer B (C1) in einer Menge bis zu 70 Gewichtsprozent enthalten ist.
  16. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das funktionale Additiv (C2) anorganischer Natur ist.
  17. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das funktionale Additiv (C2) die Elemente

    a. Kohlenstoff (C) und/oder

    b. Silizium (Si) und/oder

    c. Germanium (Ge) und/oder

    d. Aluminium (Al) und/oder

    e. Titan (Ti) und/oder

    f. Eisen (Fe) und/oder

    g. Zink (Zn) und/oder

    h. Zinn (Sn) und/oder

    i. Zirkonium (Zr) und/oder

    j. Indium (In) und/oder

    k. Bor (B) und/oder

    l. Sauerstoff (O) und/oder

    m. Stickstoff (N) und/oder

    n. Wismut (Bi) und/oder

    o. Magnesium (Mg) und/oder

    p. eine Mischung der vorgenannten Elemente

    in der molekularen Zusammensetzung von Nanofüllstoffen enthält.
  18. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanofüllstoffe ausgewählt sind aus

    – Metalloxiden und/oder

    – Metallnitriden und/oder

    – Metallcarbiden und/oder

    – Kohlenstoffnanoteilchen.
  19. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Metalloxide als

    a. sphärolithische Metalloxidpartikel und/oder

    b. monodisperse Metalloxidnanopartikel und/oder

    c. nanoskalige Metalloxidfasern und/oder

    d. nanoskalige Keramikwhisker und/oder

    e. Schichtsilikate und/oder

    f. Aerosile hydrophil und/oder hydrophobiert und/oder

    g. Aerogele hydrophil und/oder hydrophobiert und/oder

    h. Zeolithe und/oder

    i. Silsesquioxane und/oder

    j. als Mischungen hiervon

    vorliegen.
  20. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtsilikate aus

    a. Smectit-Schichtsilikaten der Montmorillonit- oder Beidellit-Reihe, umfassend Montmorillonit Na0,33{(Al1,67Mg0,33)(OH)2[Si4O10]} und/oder

    b. Beidellit (Ca,Na)0,3{Al2(OH)2[Al0,5Si3,5O10]} und/oder

    c. Nontronit Na0,3{Fe2(OH)2[Al0,33Si3,67O10]} und/oder

    d. Saponit (Ca,Na)0,33{(Mg,Fe)3(OH)2[Al0,33Si3,67O10]} und/oder

    e. Hectorit Na0,33{Mg,Li)3(OH,F)2[Si4O10]} und/oder

    f. exfolierten Schichtsilikaten und/oder

    g. Organoclays und/oder

    h. Mischungen hiervon

    bestehen.
  21. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Aerosile und/oder Aerogele aus Silikaten und/oder Titandioxid und/oder Zirkoniumdioxid und/oder Dialuminiumtrioxid bestehen.
  22. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die monodispersen Metalloxidnanopartikel aus RSi(OR')3 und/oder RR''Si(OR')2 und/oder R2Si(OR')2 und/oder Ti(OR)4 und/oder Zr(OR)4 und/oder Al(OR)3 und/oder Mischungen hiervon gebildet werden.
  23. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die nanoskaligen Metalloxidfasern und/oder nanoskaligen Keramikwhisker

    a. Titandioxid, TiO2 (Rutil- und/oder Anatas- und/oder Brookit-Modifikation) und/oder

    b. Zirkoniumdioxid, ZrO2 (monoklines &agr;-ZrO2 und/oder tetragonales &bgr;-ZrO2 und/oder kubisches &ggr;-ZrO2), und/oder

    c. Dialuminumtrioxid, Al2O3 (hexagonales &agr;-Al2O3 und/oder &ggr;-Al2O3 mit kubisch dichtester Packung)

    enthalten.
  24. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die nanoskaligen Metalloxidfasern und/oder nanoskaligen Keramikwhisker Mischoxide, ausgewählt aus Al2O3 und/oder TiO2 und/oder ZrO2 und/oder Y2O3 und/oder B2O3 und/oder SiO2 und/oder FeO und/oder Fe2O3 und/oder Na2O und/oder CaO und/oder MgO und/oder K2O, sind.
  25. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die nanoskaligen Metalloxidfasern und/oder nanoskaligen Keramikwhisker einzeln und/oder in Bündeln vorliegen, wobei die Faserlänge 50 nm bis 2 cm, der Außendurchmesser 1 nm bis 500 nm und das Längen/Dickenverhältnis größer 20 beträgt.
  26. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Kohlenstoffnanoteilchen ausgewählt sind aus

    a. Diamantnanopartikeln und/oder

    b. Diamantanen (Tri- bis Dodecadiamantan), welche funktionalisiert sind und/oder in ihrer ursprünglichen Form verwendet werden, und/oder

    c. exfolierten Graphiten und/oder

    d. Kohlenstoffnanoröhrchen und/oder

    e. Kohlenstoffnanofasern (VGCF, vapor grown carbon fiber) und/oder

    f. Fullerenen und/oder

    g. Mischungen hiervon.
  27. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Kohlenstoffnanoröhrchen

    a. Röhrchen vom Typ „armchair single-wall carbon nantubes (SWCNT)" und/oder

    b. Röhrchen vom Typ „zigzag single-wall carbon nanotubes (SWCNT)" und/oder

    c. Röhrchen vom Typ „chirale single-wall carbon nanotubes" und/oder

    d. Röhrchen vom Typ „multiwall carbon nanotubes (MWCNT)" und/oder

    e. Mischungen hiervon

    sind.
  28. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Röhrchen vom Typ „armchair single-wall carbon nanotubes (SWCNT)" einen Außendurchmesser von 0,6 bis 2 nm, eine Faserlänge von 0,1 bis 50 &mgr;m und ein Längen/Dickenverhältnis größer 100 aufweisen.
  29. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Röhrchen vom Typ „multiwall carbon nanotubes (MWCNT)" und/oder Kohlenstoffnanofasern einen Außendurchmesser von 1 bis 1.000 nm, einen Innendurchmesser von 5 bis 100 nm, eine Faserlänge zwischen 1 &mgr;m und 2.000 &mgr;m und ein Längen/Dickenverhältnis größer 10 aufweisen.
  30. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Kohlenstoffnanoröhrchen und/oder Kohlenstoffnanofasern einzeln oder in Bündeln vorliegen.
  31. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das funktionale Additiv (C2) in einer Menge bis zu 10 Gewichtsprozent in der polymeren Werkstoffzusammensetzung enthalten ist.
  32. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsmittel (C3)

    a. eine Fluorverbindung und/oder

    b. ein Stabilisator und/oder

    c. ein Färbemittel und/oder

    d. ein Flammschutzmittel und/oder

    e. ein Weichmacher und/oder

    f. eine Mischung hiervon

    ist.
  33. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluorverbindung

    a. ein Perfluorpolyether (PFPE) und/oder

    b. ein difunktionaler Perfluorpolyether und/oder

    c. ein multifunktionaler Perfluorpolyether und/oder

    d. ein Oligo(hexafluorpropenoxid) und/oder

    e. ein Polyvinylidendifluorid (PVDF) und/oder

    f. ein Polyvinyliden-polyhexafluorpropene (PVDF-HFP) und/oder

    g. eine Mischung hiervon

    ist.
  34. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, dass der difunktionale Perfluorpolyether und/oder multifunktionale Perfluorpolyether

    funktionelle Gruppen, ausgewählt aus

    a. einem Carbonsäureester (-COOR) und/oder

    b. einer Carbonsäure (-COOH) und/oder

    c. einem Alkohol (-CH2OH) und/oder

    d. einem Polyethylenglycol (-CH2(OCH2CH2)nOH) und/oder

    e. einem Alkylamid (-CONHC18H37) und/oder

    f. einem Phosphat und/oder

    g. einer Alkoxysilyl-Gruppe

    trägt.
  35. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsmittel (C3) in einer Menge bis zu 20 Gewichtsprozent in der polymeren Werkstoffzusammensetzung enthalten ist.
  36. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufbereitung der Bestandteile der polymeren Werkstoffzusammensetzung durch

    a. Mischen und/oder

    b. chaotisches Mischen und/oder

    c. Kneten und/oder

    d. Compoundieren und/oder

    e. Extrudieren und/oder

    f. reaktives Extrudieren und/oder

    g. Festphasenpolymerisieren und/oder

    h. Kombinationen hiervon

    erfolgt.
  37. Polymere Werkstoffzusammensetzung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Formteil in einem Fertigungsverfahren hergestellt wird.
  38. Formteil nach Anspruch 36, dadurch gekennzeichnet, dass das Fertigungsverfahren ausgewählt ist aus

    a. der Extrusion und/oder

    b. der Koextrusion und/oder

    c. dem Extrusionsblasen und/oder

    d. dem Spritzgießen und/oder

    e. dem Spritzblasen und/oder

    f. einem Sprühverfahren jeglicher Art und/oder

    g. einem Walzverfahren jeglicher Art und/oder

    h. einem Templatverfahren und/oder

    i. einer Kombination

    hiervon.
  39. Formteil nach Anspruch 36, dadurch gekennzeichnet, dass die polymere Werkstoffzusammensetzung

    a. durch energiereiche Strahlung jeglicher Art und/oder

    b. peroxidisch und/oder

    c. silanisch unter Ausbildung von Disilyloxybrücken und/oder

    d. durch Kombinationen hieraus

    vernetzt wird.
  40. Formteil nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, dass die energiereiche Strahlung ausgewählt ist aus

    a. Elektronenstrahlung und/oder

    b. Gammastrahlung und/oder

    c. UV-Strahlung und/oder

    d. Strahlung im Mikrowellenbereich und/oder

    e. Kombinationen hieraus.
  41. Verwendung von Formteilen aus einer polymeren Werkstoffzusammensetzung nach einem der Ansprüche 37 bis 39, insbesondere als Rohre, Schläuche und Profile.
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