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Dokumentenidentifikation DE60024412T2 18.05.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001156712
Titel ANORDNUNG VON ERNTEGUTBEARBEITUNGSWALZE FÜR FELDHÄCKSLER
Anmelder CNH Belgium N.V., Zedelgem, BE
Erfinder DESNIJDER, J., Dirk, B-9032 Wondelgem, BE;
DE BUSSCHER, R., Cyriel, B-8340 Sijsele, BE;
NAAKTGEBOREN, Adrianus, B-8490 Varsenare, BE;
VAN VOOREN, W., Sandor, NL-4527 BH Aardenburg, NL;
OSSELAERE, H., Guy, B-8210 Loppem, BE
Vertreter Patentanwälte Wallach, Koch & Partner, 80339 München
DE-Aktenzeichen 60024412
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 22.12.2000
EP-Aktenzeichen 009920976
WO-Anmeldetag 22.12.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/EP00/13354
WO-Veröffentlichungsnummer 0001047342
WO-Veröffentlichungsdatum 05.07.2001
EP-Offenlegungsdatum 28.11.2001
EP date of grant 30.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.05.2006
IPC-Hauptklasse A01D 43/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Feldhäcksler, die Einrichtungen zur Verarbeitung von Erntematerial, unter Einschluss von Maiskörnern, aufweisen, wobei diese Einrichtungen beispielsweise eine Quetschwalzen-Baugruppe, die betreibbar ist, um Maiskörner aufzubrechen, sowie Einrichtungen zur Verarbeitung von körnerfreien Erntematerialien, wie z. B. Alfalfa oder Gras umfassen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zur Verarbeitung von Erntematerial unter Einschluss von Maiskörnern oder körnerfreien Erntematerialien, wie z. B. Alfalfa oder Gras.

Technischer Hintergrund

Ein Feldhäcksler ist eine landwirtschaftliche Maschine zur Zerkleinerung von Erntematerial für Silagezwecke. Eine derartige Erntemaschine wird hauptsächlich zum Ernten von Gras und Mais verwendet. Mit grasartigen Materialien (körnerfrei) ist es ausreichend, das Erntematerial zu schlitzen, das heißt die Stängel der Pflanzen werden unter Verwendung einer Schneidvorrichtung, beispielsweise einer rotierenden Messertrommel, auf Länge geschnitten. Wenn Mais zerkleinert wird, so können die Kolben auf eine kleinere Größe zerkleinert werden, doch wird die Mehrzahl der Körner nicht aufgebrochen oder zerteilt. Dies verringert den Nährwert des der Silagebehandlung unterworfenen Erntematerials, weil die Körner mehr oder weniger unverdaulich sind, wenn sie nicht aufgebrochen werden. Eine Messertrommel-Einheit eines Feldhäckslers wird dazu verwendet, von dem Feld empfangenes Erntematerial zu empfangen und es in Futtermaterial zu zerkleinern, das durch ein Gebläse oder eine Beschleunigungsvorrichtung in einen vorübergehenden Behälter geliefert wird, bevor es gespeichert und schließlich an den Viehbestand verfüttert wird. Um die vollständige Verdauung des Erntematerials unter Einschluss der Maiskörner zu erleichtern, muss die Außenhaut der Körner aufgebrochen oder geschnitten werden. Dies kann durch einen Satz von eng benachbarten zusammenwirkenden Quetschwalzen mit genuteten Oberflächen erfolgen, die vor dem Gebläse oder der Beschleunigungsvorrichtung installiert sind, wie dies beispielsweise in der EP-A-0 177 995, der EP-A-0 664 077 oder EP-A-0 680 687 gezeigt ist.

Wenn Mais zerkleinert wird, so verwenden die Feldhäcksler die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung, um die Körner aufzubrechen, um einen höheren Nährwert des zerkleinerten Materials zu erzielen. In diesem Fall wird das zerkleinerte oder gehäckselte Material von der Messertrommel in die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung geschleudert, die die Körner verarbeitet (quetscht) und das Material mit ausreichender Geschwindigkeit in ein Gebläse oder eine Beschleunigungsvorrichtung überführt, das bzw. die ihrerseits das Erntematerial in einen Anhänger oder Behälter ausstößt. Wenn körnerfreie Erntematerialien, wie z. B. Gras oder Alfalfa, zerkleinert werden, so ist die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung überflüssig, doch können die Walzen immer noch durch den Sand/die Erde in dem Erntematerial abgenutzt und durch darin enthaltene Steine beschädigt werden. Daher wird die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung in vielen Fällen aus der Materialströmung dadurch entfernt, dass sie körperlich aus der Maschine entfernt wird.

Zur Entfernung der Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung aus dem Erntematerial-Pfad wurden verschiedene Verfahren vorgeschlagen. Beispielsweise kann die vollständige Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung entfernt werden, wie dies aus der DE-A-4040888 bekannt ist. In der DE-A-19538199 wird vorgeschlagen, nicht die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung-Walzen zu entfernen, sondern die Richtung der Erntematerial-Strömung mit Hilfe einer Ablenkplatte zu ändern. Als zusätzliche weitere Alternative kann die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung in der Erntemaschine verbleiben, doch sind Einrichtungen zum Verschieben der Erntematerial-Verarbeitungseinheit zwischen einer aktiven Position, in der sie mit einem Kanal von der Messertrommel ausgerichtet ist, und einer inaktiven Position hinter dem Kanal vorgesehen. Ein derartiges System ist aus der DE-A-4215696 bekannt.

Gemäß der DE-A-3407333, der DE-A-3522376, der DE-A-19638034, der DE-A-3313673 und der FR-A-2571214 wird der Abstand zwischen den Walzen der Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung vergrößert, um eine Lücke zwischen den Walzen zu belassen. Die DE-A-3407333 beschreibt, dass eine Walze eines Walzenpaares von der anderen Walze des Paares fort verschwenkt werden kann. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass eine Walze in einer festen Position verbleibt und sich daher immer noch in der Erntematerial-Strömung befindet, selbst wenn sie nicht in Gebrauch sein soll. Die DE-A-19638034 ist auf eine Lösung dieses Problems dadurch gerichtet, dass eine Abdeckplatte über der festen Walze vorgesehen wird, wenn sich die bewegliche Walze in der angehobenen inaktiven Stellung befindet. Bei der Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung, die aus der DE-A-3522376 bekannt ist, bleibt die bewegliche Walze selbst in der inaktiven Position auf dem Erntematerial-Pfad. Weiterhin verwendet diese bekannte Vorrichtung einen Riemenantrieb für die beiden gegensinnig rotierenden Erntematerial-Verarbeitungswalzen. Dies erfordert es, dass die Rückseite des Riemens für eine der Walzen verwendet wird. Im Allgemeinen ist die Rückseite eines Antriebriemens nicht ideal für den Antrieb einer Erntematerial-Verarbeitungswalze, insbesondere dann, wenn der Riemen durch den Kontakt mit feuchtem Erntematerial oder Schlamm feucht wird. Die DE-A-3313673 beschreibt eine Vorrichtung, bei der die Erntematerial-Verarbeitungswalzen jeweils auf einer Seite einer Platte angeordnet sind. Die Schleifwirkung der Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung wird daher zwischen jeder Walze und der festen Platte erzielt. Der Geschwindigkeitsunterschied ist daher hoch und kann nicht optimal eingestellt werden. Beide Erntematerial-Verarbeitungswalzen können von der Platte fortbewegt werden, um sie aus der Erntematerial-Strömung heraus zu bewegen. Die Vorrichtung erfordert weiterhin, dass die Achsen der Erntematerial-Verarbeitungswalzen unter 90° zu ihrer normalen Position angeordnet werden (das heißt vertikal anstelle von horizontal), was einen komplizierten 90°-Winkelantrieb zu den Erntematerial-Verarbeitungseinrichtungs-Walzen erfordert.

Die FR-A-2571214 bezieht sich auf einen Feldhäcksler, der mit einem scheibenförmigen Messerkopf versehen ist und kein getrenntes Gebläse für den Ausstoß des zerkleinerten Erntematerials hat. Die Achsen der Erntematerial-Verarbeitungswalzen sind durch Schlitze hindurch befestigt, was die Bewegung der Walzen von einer inneren Betriebsstellung zu einer äußeren Ruhestellung ermöglicht. Dieses Dokument gibt nicht die Einrichtungen an, die zum Verriegeln der Walzen in einer dieser Positionen oder zur Bewegung der Walzen zwischen diesen Positionen verwendet werden.

Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, eine bessere Anordnung zur Einführung von Quetschwalzen in den Erntematerial-Strom oder zum Entfernen dieser Walzen aus dem Erntematerial-Strom zu schaffen.

Es ist weiterhin ein Ziel der vorliegenden Erfindung, die Verwendung der Rückseite eines Riemenantriebs zum Antrieb einer der gegensinnig rotierenden Erntematerial-Verarbeitungswalzen zu vermeiden.

Zusammenfassung der Erfindung

Gemäß der Erfindung wird ein Feldhäcksler geschaffen, der eine Erntematerial-Verarbeitungseinheit umfasst, die in einer Erntematerial-Strömung zwischen einer Messertrommel und einem Gebläse angeordnet ist, wobei die Erntematerial-Verarbeitungseinheit zur Handhabung von Erntematerial vorgesehen ist, das Körner einschließt, wobei die Erntematerial-Verarbeitungseinheit ein Paar von gegensinnig rotierenden Verarbeitungswalzen umfasst, die zum Aufbrechen von Körnern zwischen den Walzen angeordnet sind, wenn sich die Walzen in einer ersten Position befinden, wobei jede Verarbeitungswalze gelenkig auf einer Achse über ein Halterungsteil befestigt und im Wesentlichen aus der Erntematerial-Strömung heraus auf eine zweite Position beweglich sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Feldhäcksler weiterhin ein Stellglied umfasst, dessen eines Ende an dem Halterungsteil einer Walze angebracht ist, während ein anderes Ende an dem Halterungsteil der anderen Walze befestigt ist, um die Verarbeitungswalzen voneinander fort und in die zweite Stellung zu bewegen, wobei das Stellglied als eine elastische Klammer zum elastischen Klemmen der Relativstellung der Verarbeitungswalzen ausgebildet ist, wenn sie sich in der ersten Stellung befinden.

Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Antriebsverbindung eines des Paares von Erntematerial-Verarbeitungswalzen unabhängig von dem Antrieb der anderen Walze hiervon. Einer oder beide der unabhängigen Antriebe können ein Riemenantrieb sein. Beispielsweise wird es bevorzugt, eine der Walzen langsamer anzutreiben als die andere. Vorzugsweise befindet sich die langsamer angetriebene Walze unterhalb der schneller angetriebenen Walze. Der Antrieb an die schnellere Walze ist vorzugsweise ein Riemenantrieb. Der Antrieb an die langsamere der zwei Walzen kann ein weiterer Riemenantrieb oder ein elektrischer, hydraulischer oder pneumatischer Antrieb sein. Ein hydraulischer Antrieb wird besonders bevorzugt. Der Antrieb kann direkt auf die betreffende Erntematerial-Verarbeitungswalze wirken und kann mit der Erntemaschine über eine flexible Kraftübertragungsverbindung, beispielsweise ein Kabel, eine Leitung oder ein Rohr verbunden sein. Die Leistungseinheit zum Antrieb der Walze kann beispielsweise eine Hydraulikpumpe, ein Kompressor oder eine elektrische Leistungsversorgung sein.

Es wird bevorzugt, dass der Hydraulikantrieb auch zur Drehung der Messertrommel in der Rückwärtsrichtung verwendet wird, wenn dies erforderlich ist. Es wird bevorzugt, dass sich eine Abdeckplatte über die untere der zwei gegensinnig rotierenden Walzen bewegt, wenn die Walzen in ihrer einen großen Abstand aufweisende Position bewegt werden, so dass die untere Walze gegenüber der Erntematerial-Strömung isoliert ist.

Der Feldhäcksler gemäß der vorliegenden Erfindung kann selbstfahrend sein, oder er kann durch einen Traktor geschleppt werden.

Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Betrieb eines Feldhäckslers geschaffen, wobei der Feldhäcksler eine Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung aufweist, die sich in einer Erntematerial-Strömung zwischen einer Messertrommel und einem Gebläse befindet, und die zur Handhabung von Körner einschließendem Erntematerial vorgesehen ist, wobei die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung ein Paar von gegensinnig rotierenden Verarbeitungswalzen umfasst, die zum Aufbrechen von Körnern zwischen den Walzen angeordnet sind, wenn sich die Walzen in einer ersten Position befinden, wobei jede Verarbeitungswalze gelenkig auf einer Achse über ein Halteteil befestigt ist, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

Bewegen beider Verarbeitungswalzen im Wesentlichen aus der Erntematerial-Strömung heraus, um es der Erntematerial-Strömung zu ermöglichen, die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung zu umgehen,

dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Bewegens die Verwendung eines Stellgliedes umfasst, dessen eines Ende an dem Halteteil einer Walze befestigt ist und dessen anderes Ende an dem Halteteil der anderen Walze befestigt ist, um die Walzen voneinander fort und im Wesentlichen aus der Erntematerial-Strömung heraus zu bewegen; und

das Betriebsverfahren den weiteren Schritt der Verwendung des Stellgliedes zum elastischen Klemmen der Relativstellung der Verarbeitungswalzen umfasst, wenn diese sich in der ersten Position befinden.

Ein Feldhäcksler und ein Verfahren zu seinem Betrieb gemäß der vorliegenden Erfindung wird nunmehr mit weiteren Einzelheiten in Form eines Beispiels unter Bezugnahme auf die folgenden Zeichnungen beschrieben.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 ist eine Seitenansicht eines Feldhäckslers, der eine vordere Einheit, die an einem Hauptrahmen befestigt ist, und eine Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung umfasst.

2 ist eine ausführliche linke Seitenansicht einer Quetschwalzenbaugruppe in einer Betriebsstellung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

3 ist eine ausführliche rechte Seitenansicht der Quetschwalzenbaugruppe nach 2 in einer Betriebsstellung.

4 ist eine linke Seitenansicht der Quetschwalzen-Baugruppe nach 2, die einen Feineinstell-Mechanismus in einer anderen als der in 2 gezeigten Stellung zeigt.

5 ist eine linke Seitenansicht der Quetschwalzen-Baugruppe nach 2 in einer inaktiven Position.

6 ist eine Schnittansicht einer PTO-(Zapfwellen-)Baugruppe einer Erntemaschine, die mit der vorliegenden Erfindung verwendet werden kann.

7 ist eine schematische Ansicht der Antriebsstränge und der angetriebenen Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe gemäß Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung.

8 ist eine schematische Darstellung eines Teils des Hydraulikkreises gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

Ausführliche Beschreibung der zu Erläuterungszwecken dienenden Ausführungsformen

Die vorliegende Erfindung wird unter Bezugnahme auf bestimmte Ausführungsformen und bestimmte Zeichnungen beschrieben, doch ist die Erfindung nicht hierauf beschränkt, sondern lediglich durch die Ansprüche. Die Zeichnungen sind schematisch. Die Ausdrücke „vorne", „hinten", „vorwärts", „rückwärts", „rechts" und „links", die in der gesamten Beschreibung verwendet werden, werden unter Bezugnahme auf die normale Bewegungsrichtung der Maschine im Betrieb bestimmt und sollten nicht als beschränkende Ausdrücke ausgelegt werden.

In den Zeichnungen und insbesondere in 1 ist ein Feldhäcksler mit einem Hauptrahmen 1 gezeigt, auf dem auf dem Boden abrollende Antriebsräder 2 und Lenkräder 3 befestigt sind. Der Feldhäcksler ist bei einer Ausrüstung mit einer Erntematerial-Sammelvorrichtung in Form eines Reihenfrucht-Anbaugerätes 10 gezeigt, das für das Ernten von Mais geeignet ist, das jedoch durch eine übliche Schwad-Aufnahmevorrichtung oder ein übliches Mähbalken-Vorsatzgerät in Abhängigkeit von dem zu erntenden Erntematerial ersetzt werden kann. Üblicherweise umfasst das Reihenfrucht-Anbaugerät 10 einen Anbaugeräte-Rahmen 12, der eine Vielzahl von Reihenfrucht-Einheiten 14 haltert, die zum Ernten von Maisstängeln von dem Feld und zum Fördern der Maisstängel in Rückwärtsrichtung zu einem Schneckenförderer 16 betreibbar sind, der seinerseits das Erntematerial in den Pressspalt von Zuführungseinrichtungen liefert, die in der vorderen Einheit des Feldhäckslers installiert sind.

Der Feldhäcksler weist Zuführungseinrichtungen auf, die untere Zuführungseinrichtungen unter Einschluss einer vorderen unteren Zuführungswalze 26 und einer glatten hinteren oberen Zuführungswalze 27 und obere Zuführungseinrichtungen unter Einschluss einer oberen vorderen Zuführungswalze 20 und einer oberen hinteren Zuführungswalze 21 umfassen. Die unteren Zuführungswalzen 26, 27 sind drehbar in einem unteren Zuführungsrahmen befestigt, und die oberen Zuführungswalzen 20, 21 sind in einem oberen Zuführungsrahmen befestigt, an dem das Reihenfrucht-Anbaugerät 10 angebracht ist. Die oberen und unteren Zuführungseinrichtungen drehen sich, um das Erntematerial zwischen diesen in einem Messertrommel-Rahmen 34 zu fördern, der eine Messertrommel 36 umgibt, die eine Vielzahl von Messern 37 umfasst, die eine zylindrische Umfangsform oder ein Umfangsprofil erzeugen, wenn die Messertrommel 36 in Drehung versetzt ist. Die Messertrommel 36 ist drehbar befestigt.

Die Messer 37 wirken mit einem festen Scherbalken zusammen, um das Erntematerial auf Länge zu schneiden. Eine Erntematerial-Verarbeitungswalzen-Baugruppe ist vorgesehen, die einen Satz von gegensinnig rotierenden Quetschwalzen 38, 38' umfasst, die darin befestigt sind, wobei die Walzen die vollständigen Körner, die in dem zerhackten Material verbleiben, aufbrechen. Die zwei gegensinnig rotierenden Quetschwalzen 38, 38' weisen eine im Wesentlichen zylindrische, genutete Oberfläche auf. Die Messertrommel 36 schleudert das zerkleinerte Material in den Pressspalt der Quetschwalzen-Baugruppe. Diese liefert die zerkleinerten oder gequetschten Maiskörner an den Gebläserotor 49, der in einem Gebläsegehäuse 48 installiert ist. Der Gebläserotor 49 umfasst eine Vielzahl von Schaufeln 50, die das Erntematerial nach oben durch den Gebläse- oder Beschleunigungseinrichtungs-Auslass in einen Auswurfbogen 52 schleudern, der von einem Fahrer so angeordnet werden kann, dass er das zerkleinerte Erntematerial in der erforderlichen Weise lenkt, normalerweise in einen Anhänger, der sich neben dem Feldhäcksler oder hinter diesem bewegt. Ein Hydraulikzylinder 54 ist zwischen der Mündung 52 und dem Gebläsegehäuse 48 befestigt und ergibt eine vertikale Bewegung des Auswurfbogens.

Gemäß 2 treibt, wenn die Messertrommel 36 zum Zerkleinern von ankommendem Erntematerial in Drehung versetzt wird, eine Riemenscheibe 48 einen Antriebsriemen 89 an. Dieser Antriebsriemen treibt eine Keilriemenscheibe 90 an, die mit der oberen Erntematerial-Verarbeitungswalze 38 verbunden ist. Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Antrieb an die untere Verarbeitungswalze 38' unabhängig von dem Antrieb der oberen Walze 38 und wird weiter unten beschrieben.

Wenn Mais verarbeitet wird, sind die Walzen 38 nahe beieinander. Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird eine Feineinstellung des Abstandes zwischen den Walzen vorgesehen, um ein optimales Aufbrechen der Maiskörner zu erzielen. Wenn kein Mais zu verarbeiten ist, so wird es bevorzugt, die Erntematerial-Verarbeitungswalzen 38 aus der Erntematerial-Strömung zu entfernen. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt dies dadurch, dass beide Erntematerial-Verarbeitungswalzen 38 aus der Erntematerial-Bahn herausbewegt werden. Die Bewegung der Walzen 38 ist vorzugsweise so groß, dass beide Walzen 38 im Wesentlichen den Erntematerial-Pfad freigeben. Eine typische Bewegung ist 150 mm oder mehr, beispielsweise 180 mm. Eine derart große Bewegung der Walzen 38 macht es schwierig, einen üblichen einzigen dauernden Antriebsriemen-Antrieb sowohl an die oberen als auch die unteren Erntematerial-Verarbeitungswalzen 38, 38' unter Verwendung von Umlenkrollen-Baugruppen vorzusehen, um eine kontinuierliche und gleichförmige Spannung zwischen dem Antriebsriemen und den Riemenscheiben auf den Walzen aufrechtzuerhalten. Entsprechend wird, wie dies weiter oben angegeben wurde, ein getrennter Antrieb an die untere Walze 38' bevorzugt. Vorzugsweise können die Walzen sehr einfach, schnell und mit einem Minimum von Änderungen an Komponenten des Feldhäckslers oder ohne Änderung voneinander fortbewegt werden. Dieses letztere Ausführungsbeispiel kann in vorteilhafter Weise mit der Ausführungsform der Feineinstellung der Werkzeuge kombiniert werden.

Die Feineinstellung der Walzen 38 in der Arbeitsstellung wird nunmehr unter Bezugnahme auf die 2 und 4 beschrieben. Die untere Quetschwalze 38' ist in einem Paar von beweglichen Lagergehäusen 186 drehbar gelagert, und die obere Quetschwalze 38 ist in einem weiteren Paar von beweglichen Lagergehäusen 187 drehbar gelagert. Die Betriebsstellung der Walzen 38, 38' und damit ihr Abstand voneinander wird durch ein Paar von Nocken 82 auf beiden Seiten des Messertrommel-Rahmens 43 bestimmt, gegen den die Lagergehäuse von zumindest einer der beiden Walzen 38, 38' mit Hilfe einer Klemmeinrichtung gezogen werden, beispielsweise mit Hilfe von Hydraulikzylindern 92, einer an jeder Seite der Erntematerial-Verarbeitungswalzen 38, 38'. Vorzugsweise sind die Klemmeinrichtungen elastisch und ermöglichen ein vorübergehendes Öffnen der Walzen, wenn eine große Menge an Erntematerial zwischen diese gedrückt wird. Für Hydraulikzylinder kann dies durch ein oder mehrere Gasakkumulatoren verwirklicht werden, die mit den Druckleitungen der Zylinder verbunden sind. Die Nocken 82 werden um ein Paar von Stummelwellen 170 verschwenkt. Wenn die Nocken mit den Lagergehäusen 187 von lediglich einer der Erntematerial-Verarbeitungswalzen 38 in Eingriff kommen, können die Lagergehäuse 186 der anderen Walze 38' gegen die Oberflächen 188 von stationären Nockenhalterungen 85 gehalten werden, die auf beiden Seiten des Erntematerial-Verarbeitungsrahmens vorgesehen sind. Die Stummelwellen 170 der Nocken 82 sind drehbar an diesen Halterungen 85 befestigt.

Die Nocken 82 können durch einen Nockenantrieb gedreht werden. Dieser Nockenantrieb kann ein Paar von Antriebsstangen 172, die mit den Nocken 82 verbunden sind, ein Paar von Hebeln 173, 174, die mit einer gemeinsamen, sich in Querrichtung erstreckenden Schwenkwelle 175 verbunden sind, eine Spindel 176 und einen Motor 178 umfassen. Wenn der Motor 178 das Schraubengewinde 176 antreibt, wird ein mit Innengewinde versehener Vorsprung 179, der an einem Ende des Hebels 174 angebracht ist, entlang der Schraubenspindel 176 bewegt. Hierdurch wird der Hebel 176 und die Welle 175 gedreht, die eine nach oben gerichtete Kraft auf die Stangen 172 ausübt, um die Nocken 82 zu drehen. Wie dies weiter oben ausgeführt wurde, werden die Gehäuse 186 der unteren Walze 38' gegen die Oberfläche 188 der Nockenhalterung 85 gezogen. Die Gehäuse 187 der oberen Walze 38 werden gegen die Nocken 82 durch Zylinder 92 gezogen. Eine obere Oberfläche 189 des Nockens 82 ist so geformt, dass sie die obere Walze 38 bewegt, wenn der Nocken 82 gedreht wird. Die obere Walze 38 ist an einer Achse 200 befestigt und dreht sich um diese, die gegenüber dem Drehmittelpunkt der oberen Walze 38 versetzt ist. Das Lagergehäuse 187 der oberen Walze weist ein starres Element, beispielsweise eine Platte oder einen Arm 185 auf, der drehbar an der Achse 200 befestigt ist. Eine relativ große Bewegung des Vorsprunges 179 entlang der Schraubenspindel 176 ist erforderlich, um eine kleine Drehung des Nockens hervorzurufen, so dass eine sehr feine Steuerung des die Walzen 38, 38' trennenden Abstandes geschaffen wird (siehe 3, 4).

Alternativ kann das Feineinstellsystem mit einem Paar von Nocken versehen sein, die sowohl mit dem oberen als auch dem unteren Lagergehäuse 186, 187 in Eingriff kommen. Dann ist keine untere Nockenhalterung erforderlich. Die obere Nockenoberfläche 189 kann in der vorstehend beschriebenen Weise geformt sein, um eine kleine vertikale Bewegung der oberen Walze 38 zu bewirken, wenn der Nocken gedreht wird. Die untere Oberfläche, die mit dem unteren Lagergehäuse 186 in Eingriff steht, weist dann vorzugsweise eine kreisförmige oder bogenförmige Form auf, wobei der Mittelpunkt des Kreises oder Bogens mit dem Mittelpunkt der Welle 170 zusammenfällt. Entsprechend bleibt, wenn der Nocken 82 gedreht wird, die untere Walze 38' in der gleichen Position.

Von seiner Fahrerkabine aus hat der Fahrer keinen direkten Blick auf die Position der Erntematerial-Verarbeitungswalzen. Daher ist es vorteilhaft, die Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe mit einer Vorrichtung oder einem Sensor auszurüsten, der ein den momentanen Walzenabstand anzeigendes Signal liefert. Ein derartiger Sensor kann in den Elektromotor 178 selbst eingefügt sein, oder es kann ein getrennter Sensor, beispielsweise ein Potentiometer 181 sein, das mit irgendeinem der sich bewegenden Teile verbunden ist. Beispielsweise kann der Arm des Potentiometers über einen Hebel 182 mit dem Antriebshebel 174 verbunden sein. Das Sensorsignal kann an eine Überwachsungseinrichtung oder eine Anzeige geliefert werden, die den Fahrer über den Rollenabstand, wie er durch die Nocken 82 eingestellt ist, informiert.

Die Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, die es ermöglicht, die Walzen 38 schnell auf einen großen Abstand einzustellen, wird nunmehr anhand der 2 und 5 beschrieben. Wie dies gezeigt ist, ist die obere Walze 38 gelenkig über die Achse 200 befestigt. Die untere Walze 38' ist um eine Querachse 202 herum gelenkig befestigt, deren Mittelpunkt gegenüber dem Mittelpunkt der unteren Walze 38' versetzt ist. Die Lagergehäuse 186, 187 der zwei Walzen 38, 38' werden gegen den Nocken 82 und die Nockenhalterung 85 mit Hilfe einer geeigneten Klemmeinrichtung gepresst, beispielsweise durch hydraulische oder pneumatische Zylinder 92, von denen einer an jeder Seite der Walzen 38, 38' bei Betrachtung in der Vorwärtsrichtung der Erntemaschine angeordnet ist. Ein Ende der Zylinder 92 ist drehbar an einem Arm 204 befestigt, der an dem unteren Walzengehäuse 186 angebracht ist. Das andere Ende des Zylinders 92 ist drehbar an dem oberen Arm 185 an einer Position zwischen dem Mittelpunkt der oberen Walze 38 und der Achse 200 angebracht. Durch Umkehren der Betätigung der Zylinder 92, das heißt dadurch, dass sie ausgefahren werden, werden die Walzen 38, 38' auseinanderbewegt. Die untere Walze 38' dreht sich um die Achse 202 nach unten, bis ihr Gehäuse 186 einen Anschlag erreicht. Dieser Anschlag kann durch den Kopf einer Anschlagschraube 197 auf einen Hebelarm 198 des Gehäuses 186 bewirkt werden, der auf ein hinteres Element 199 des Erntematerial-Verarbeitungsrahmens auftrifft. Diese Bewegung sollte ausreichend sein, um die untere Walze 38' aus der Erntematerial-Strömung zu entfernen (typischerweise ungefähr 20 mm).

Die obere Walze 38 dreht sich um die Achse 200, bis sie sich ebenfalls im Wesentlichen außerhalb der Erntematerial-Strömung befindet. Diese Bewegung ist typischerweise größer, beispielsweise ungefähr 160 mm. Die obere Position der Walze 38 kann durch den vollen Hub der Zylinder 92 bestimmt werden. Entsprechend ist es möglich, die Erntematerial-Verarbeitungswalzen 38, 38' um 180 mm voneinander fort zu bewegen.

Die Wellen der oberen Erntematerial-Verarbeitungswalze 38 erstrecken sich durch gekrümmte Öffnungen in den Seitenplatten der Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe hindurch, diese Öffnungen sind durch in ähnlicher Weise gekrümmte Platten 210, 211 abgedeckt, die mit beiden Seiten des Lagergehäuses 187 verbunden sind. Damit werden sie zusammen mit der Walze 30 um die Achse 200 bewegt, wodurch sich ein kontinuierlicher Verschluss des Erntematerial-Verarbeitungsgehäuses ergibt.

Allgemein sollte eine vorgespannte Spannriemenscheibe 214 für den Antriebsriemen-Antrieb 89 an die obere Walze 38 von der Messertrommel 36 aus vorgesehen sein, so dass die obere Walze 38 immer noch von dem Riemenantrieb angetrieben wird, selbst wenn die obere Walze 38 nicht mehr länger nahe an der unteren Walze 38' liegt. Der Zweck des dauernden Antriebs der oberen Walze 38 besteht darin, eine Grübchenbildung der Walzenlager zu verhindern, wenn die Walze über lange Zeit stationär gehalten wird. Der Schwenkpunkt 200 der oberen Walze 38 sollte in einer derartigen Position gewählt werden, dass der Abstand zwischen der oberen Walze 38 und der Antriebswelle der Messertrommel 36 sich nur wenig ändert. Damit ergibt sich nur eine geringe Änderung der Länge des Riemenantriebs zwischen der Messertrommel 36 und der oberen Walze 38. Wenn dies erwünscht ist, kann der Riemenantrieb entfernt werden, wenn sich die obere Walze nicht mehr länger drehen sollte, doch wird dies weniger bevorzugt.

Wie dies in den 2, 4 und 5 gezeigt ist, ist die Spannriemenscheibe 214 drehbar an einem Ende eines Spannriemenscheiben-Armes 216 befestigt, dessen anderes Ende an einem Schwenkpunkt 218 auf dem hinteren Teil des Lagergehäuse-Arms 185 befestigt ist. Die Spannriemenscheibe 214 ist gegen den Riemen 89 mit Hilfe einer Druckfeder 220 vorgespannt, die zwischen dem Ende einer Zugstange 222 und einem Haltebügel auf dem Spannriemenscheiben-Arm 216 befestigt ist. Das andere Ende der Zugstange ist an dem Schwenkpunkt 224 mit dem Gehäusearm 185 verbunden. Wenn das Spannsystem nach oben und nach unten zusammen mit der oberen Erntematerial-Verarbeitungswalze 38 bewegt wird, und weil sich der Abstand zwischen den Riemenscheiben 88 und 90 nur wenig ändert, besteht keine Notwendigkeit, irgendwelche Einstellungen der Feder 220 oder irgendeines anderen Teils des Antriebssystems durchzuführen, wenn die Walzen 38, 38' von ihren aktiven auf die inaktiven Stellungen bewegt werden, und umgekehrt.

Vorzugsweise ist ein Schutzelement für zumindest eine der oberen und unteren Walzen 38, 38' vorgesehen, um die Ansammlung von Erntematerial auf der jeweiligen Walze zu verhindern, wenn die Walzen in der einen großen Abstand aufweisenden Position sind. Typischerweise wird dieses Schutzelement für die untere Walze 38' vorgesehen, zu der der größte Teil des Erntematerials entlang der Führungsplatte 207 weitergeleitet wird und auf die Erntematerial fallen kann. Dieses Erntematerial-Schutzelement kann eine Platte 206 sein, die automatisch in ihre Position verschwenkt wird, wenn die Walzen 38, 38' durch die Zylinder 92, 93 auf Abstand gebracht werden. Die Platte 206 hat die Funktionen des Verhinderns einer Ansammlung von Erntematerial, das von der Messertrommel 36 entlang der Führungsplatte 207 zugeführt wird, auf der unteren Walze 38', und des Führens von irgendwelchem derartigen Erntematerial in Richtung auf den Gebläserotor 49.

Die Platte 206 kann gekrümmt sein, das heißt eine Bogenform aufweisen, und sie kann eng an den Außendurchmesser der unteren Walze 38' angepasst sein. Sie ist drehbar auf der gleichen Welle wie die untere Walze 38' befestigt und dreht sich um diese Welle entlang eines Umfanges eines Kreises. Eine Zugstange 208 ist zwischen dem Arm 185 und der Seitenplatte 206 vorgesehen. Wenn die Zylinder 92 ausgefahren werden, dreht sich der Arm 185 um die Achse 200 und zieht somit die Zugstange 208 mit sich. Hierdurch wird die Platte 206 in einem Bogen um die untere Walze 38' gezogen, bis sie oberhalb der abgesenkten Walze 38' liegt (am besten in 5 zu erkennen). Vorzugsweise lenkt in der endgültigen Position der Platte 206 deren hinterer Teil Erntematerial von der Führungsplatte 207 direkt in das Gebläsegehäuse 48. Vorzugsweise bildet die Platte 206 einen geschlossenen Hohlraum mit einem Teil des Messertrommel-Rahmens 34, wenn sich die Platte 206 sowohl in ihrer oberen als auch unteren Stellung befindet, so dass Erntematerial nicht aus der Erntematerial-Strömung entweichen kann und zu dem Gebläse 500 überführt werden muss. Zur gleichen Zeit verbleibt bei der Bewegung der Platte 206 in die obere Position eine große Öffnung unterhalb der unteren Erntematerial-Verarbeitungswalze 38'. Diese letztere Walze wird immer noch angetrieben, wenn sie sich in ihrer unteren Position befindet, so dass Abfälle, wie z. B. Sand oder Schlamm von der unteren Walze 38' entfernt werden und aus der Maschine herausfallen. Wenn somit die Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe erneut benötigt wird, so kehrt die untere Walze in ihre obere Betriebsstellung zurück, ohne dass sie durch Sand, Schlamm oder altes angetrocknetes Erntematerial blockiert ist.

Die untere Walze 38' wird vorzugsweise durch einen unabhängigen Kraftantrieb angetrieben. Dieser Antrieb ist vorzugsweise mit der unteren Walze 38' durch eine flexible Kraftübertragungsverbindung verbunden, so dass, wenn sich die Walze 38' in ihre untere Stellung bewegt, der Antrieb aufrechterhalten wird. Geeignete Antriebe für die untere Walze 38' können ein getrennter Riemenantrieb, ein Elektromotor mit einer flexiblen Kabelverbindung an diesen oder ein hydraulischer oder pneumatischer Motor mit einer flexiblen hydraulischen oder pneumatischen Verbindung an diesen sein. Im Folgenden wird ein Hydraulikmotor ausführlich beschrieben.

Es wird allgemein angenommen, dass die zum Antrieb einer Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung erforderliche Leistung weit jenseits dessen liegt, was in wirtschaftlicher Weise durch übliche Hydraulikmotoren geliefert werden kann. Ein Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung besteht in der Verwendung eines hydraulischen Antriebes für die untere und langsamere der zwei gegensinnig rotierenden Walzen 38, 38' der Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe. Die obere Walze 38 wird durch den Hauptantriebsstrang der Erntemaschine angetrieben, vorzugsweise über einen Antriebsriemen. Somit liefert die Haupt-Krafteinheit der Erntemaschine den Hauptleistungsbedarf für die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung. Die Drehzahl der oberen Walze 38 ist so eingestellt, dass sie höher ist als die Drehzahl der unteren Walze 38', so dass der Drehzahlunterschied die Schleif- und Aufbrechwirkung der Erntematerial-Verarbeitungswalzen auf die Maiskörner hervorruft. Die vorliegenden Erfinder haben festgestellt, dass die an die untere Walze 38' gelieferte Leistung kleiner als die für die obere Walze 38 sein kann, und dass diese niedrigere Leistung innerhalb des Bereiches liegt, der von einem Hydraulikmotor 91 geliefert werden kann. Zusätzlich ist ein weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung die optimale Verwendung eines Zahnradmotors 110 als eine Pumpe zum Antrieb eines Hydraulikmotors für die untere Walze 38' sowie eines Motors, wenn die Messertrommel 36 in ihrer Drehrichtung umgekehrt werden muss. Diese doppelte Funktionalität des Zahnradmotors 110 ist besonders wirkungsvoll.

Wie dies in den 1, 6 und 7 gezeigt ist, wird der Feldhäcksler durch ein Antriebsaggregat oder einen Motor 70 angetrieben, der antriebsmäßig mit einem Zapfwellen-(PTO-)Getriebe 71 verbunden ist. Die Ausgangswelle 72 des PTO-Getriebes 70 ist mit einem Kreuzgelenk 74 einer Antriebswelle 73 verbunden, während ein weiteres Kreuzgelenk 74 mit einem Getriebe 75 verbunden ist. Eine Ausgangswelle des Getriebes 75 ist mit einer Gebläse-Antriebswelle 77 verbunden, die ein Gebläse-Getriebe 78 antreibt, das den Gebläserotor 49 lagert und in Drehung versetzt. Wie dies in 6 gezeigt ist, trägt die Ausgangswelle 72 des PTO-Getriebes 71 eine mit Keilnuten versehene PTO-Riemenscheibe 95, an der das Kreuzgelenk 74 der Antriebswelle 73 befestigt ist. Ein Arm 96 des Lagergehäuses 97 ist an der rechten Seite des PTO-Getriebegehäuses 71 angebracht. In dem Lagergehäuse 97 wird eine Welle 98 in Drehung versetzt, die eine Riemenscheibe 99 an ihrem vorderen Ende trägt. Ein Antriebsriemen 100, der über beide Riemenscheiben 95, 99 läuft, kann mit einer inneren Spannriemenscheibe 102 gespannt werden, die drehbar in einer Spannriemenscheiben-Armbaugruppe 103 gelagert ist, die um einen Lagerzapfen 104 verschwenkbar ist, der sich von dem PTO-Getriebegehäuse 71 aus erstreckt. Die Spannriemenscheibe 102 wird durch einen Hydraulikzylinder 106 vorgespannt, der zwischen dem Lagergehäuse 97 und einem Vorsprung der Spannriemenscheiben-Armbaugruppe 103 eingebaut ist.

Ein hydraulischer Zahnradmotor 110 ist auf der Rückseite des Getriebegehäuses 97 befestigt, und seine Ausgangswelle ist mit dem hinteren Ende der Welle 98 verbunden. Eine Messertrommel-Antriebswelle 110 ist mit einem Kreuzgelenk 74 mit der Vorderseite der Riemenscheibe 99 verbunden. Das andere Ende der Antriebswelle 111 ist über ein weiteres Kreuzgelenk mit der Eingangswelle eines Winkelgetriebes 112 verbunden, das die Welle 39 der Messertrommel antreibt.

Das PTO-Getriebegehäuse 71 umfasst eine PTO-Eingangswelle 114, die an ihrem hinteren Ende mit dem Schwungrad 115 des Motors 70 und an ihrem vorderen Ende mit einem ersten Stirnzahnrad 116 verbunden ist, das mit einem zweiten Stirnzahnrad 117 kämmt. Das letztere Zahnrad 117 treibt ein drittes Stirnzahnrad 118 an, das die Eingangswelle einer hydraulischen Pumpenbaugruppe 119 aufnimmt, die eine Taumelscheibenpumpe 120, die die Antriebsleistung an die Vortriebsräder 2 liefert, und Zahnradpumpen 121, 122 umfasst. Die PTO-Eingangswelle 114 ist mit der PTO-Ausgangswelle 72 über eine hydraulisch betätigte Kupplung 124 verbunden. Wenn dieser Strömungsmitteldruck zugeführt wird, so wird die Kupplung 124 eingekuppelt, und die Ausgangswelle 72 wird gemeinsam mit der Eingangswelle 114 angetrieben.

Die Antriebsstränge sind schematisch in 7 zusammen mit ihrer Beziehung zu der Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe des Feldhäckslers gezeigt. Ein erster Antriebsstrang-Teil umfasst die Antriebswelle 111 der Messertrommel, das Winkelgetriebe 112, die Messertrommel-Welle 39, eine Freilaufkupplung 87 und das Riemengetriebe, das die Riemenscheibe 88, die Riemenscheibe 90 der oberen Erntematerial-Verarbeitungswalze und den Antriebsriemen 89 umfasst. Ein zweiter Antriebsstrang-Teil umfasst die Antriebswelle 73, das Getriebe 75, die Gebläse-Antriebswelle 77 und das Getriebe 78, die Antriebswelle 80, das Getriebe 81 für die untere Zuführungswalze, die Antriebswelle 83 und das Getriebe 84 für die obere Zuführungswalze. Ein dritter Antriebsstrang-Teil umfasst den Antriebsriemen 100, der über die Riemenscheiben 95, 99 läuft, die innere Spannriemenscheibe 102, einen Zahnradmotor 110, die Hydraulikkreise 150, 151, 157 und den Hydraulikmotor 91 zum Antrieb der unteren Quetschwalze 38'. Andere Geräte, wie z. B. das Reihenfrucht-Anbaugerät 10 können in gleicher Weise durch den einen oder den anderen der Antriebsstrang-Teile angetrieben werden.

Der erste Antriebsstrang-Teil ist mit dem zweiten über das Haupt-Riemengetriebe verbunden, das die Riemenscheiben 95, 99 und den Riemen 100 umfasst. Er kann dadurch getrennt werden, dass der Druck an den Hydraulikzylinder 106 beseitigt wird, der sich dann unter der Wirkung des Riemens 100 und der Spannriemenscheibe 102 zurückzieht. Der Riemen 100 wird dann lose gemacht und trennt sich von den Nuten der Riemenscheiben 95, 99.

Die ersten und zweiten Antriebsstränge können mit dem Motor 70 über die hydraulische Kupplung 124 verbunden und von diesem getrennt werden. Während dieser Zeit bleibt die hydraulische Pumpenbaugruppe 119 dauernd von dem Motor 70 über die Zahnräder 116, 117 und 118 angetrieben.

Ein Teil des hydraulischen Steuersystems ist schematisch in 8 dargestellt. Wenn der Motor 70 läuft, saugt die hydraulische Zahnradpumpe 122 Öl von einem Paralleltank 127 über ein Ölfilter 128 an und speist es über eine hydraulische Speiseleitung 132 an ein magnetspulenbetätigtes Steuerventil 129 und den Hydraulikzylinder 106 des Haupt-Riemengetriebes. Ein Ausgangsanschluss des Ventils 129 ist mit der hydraulischen Kupplung 124 verbunden, der andere ist mit der Rücklaufleitung 131 verbunden, die in dem Paralleltank 127 endet.

Unmittelbar nach dem Starten des Motors 70 befindet sich das Ventil 129 noch in ihrer Ruhestellung, die in 8 gezeigt ist, und die Speiseleitung 132 wird mit Druck beaufschlagt, um den Zylinder 106 auszufahren. Der Druckpegel wird durch ein Entlastungsventil 130 gesteuert, das ebenfalls mit der Speiseleitung 132 verbunden ist. Die Position des Ventils 129 wird durch eine (nicht gezeigte) elektrische Schaltung gesteuert, die eine programmierbare Steuereinheit, wie z. B. einen Mikroprozessor umfasst.

Um die Hydraulikkupplung 124 einzukuppeln, wird das Ventil 129 nach rechts verschoben, so dass der Druck von der Speiseleitung 132 an den Kolben der Kupplung 124 angelegt wird. Lediglich eine kleine Menge an Lecköl tropft von der Kupplung in das PTO-Getriebegehäuse 71, das ebenfalls mit der Rücklaufleitung 131 verbunden ist. Die Speiseleitung 132 und der Zylinder 106 bleiben mit Druck beaufschlagt. Entsprechend werden nunmehr sowohl der erste als auch der zweite Antriebsstrang-Teil von dem Motor 70 angetrieben.

Das Hydrauliköl von der Kupplung 124 dient auch als ein Schmiermittel für die Lager und Zahnräder 116, 117, 118 in dem Getriebegehäuse 71. Der größte Teil des Öls wird mit Luft gemischt und über die Innenoberfläche des Getriebegehäuses 71 verteilt, was das letztere zur Verwendung als ein Tank ungeeignet macht, von dem das Öl von der Zahnradpumpe 122 abgesaugt werden kann. Daher wird das überschüssige Öl an den Paralleltank 127 geliefert, in dem es sich absetzen kann, bevor es der Zahnradpumpe 122 zugeführt wird.

Wenn das Ventil 129 nach links verschoben wird, wird die Speiseleitung 132 mit der Rücklaufleitung 131 verbunden, so dass der Druck in der Speiseleitung 132 abfällt und die hydraulische Kupplung 124 ausgekuppelt wird. Gleichzeitig wird der Hydraulikzylinder 106 unter der Wirkung des Antriebsriemens 100 eingezogen, so dass der erste Antriebsstrang-Teil, der die Antriebswelle 111 der Messertrommel umfasst, von dem zweiten Antriebsstrang-Teil getrennt wird. Wenn das Steuerventil 129 zurück nach rechts verschoben wird, um die Kupplung 124 wieder einzukuppeln, so durchläuft es die Mittelstellung, in der lediglich der Zylinder 106 mit Druck beaufschlagt wird. Die Spannriemenscheibe 102 wird somit vorgespannt, bevor die Kupplung 124 beginnt, die Zapfwellen-Riemenscheibe 95 zu drehen. Diese Betriebsfolge verhindert ein unnötiges Rutschen des Riemens 100, so dass dessen Lebensdauer verlängert wird.

Der Motor 70 treibt außerdem die Zahnradpumpe 121 an, die Hydrauliköl von einem Öltank 134 ansaugt und das Hydrauliköl über eine andere Speiseleitung 135 an eine Ventilbaugruppe 136 zuführt, die den Ölfluss an die Hydraulik-Hubzylinder 59 zwischen dem Messertrommel-Rahmen 34 und dem Hauptrahmen 1 steuert. Die Speiseleitung 135 wird gegen Überdruck durch ein Druckentlastungsventil 138 geschützt, das mit einer Rücklaufleitung 139 verbunden ist, die das Rücklauföl über ein Filter 140 in den Öltank 134 einspeist.

Die Ventilbaugruppe 136 umfasst ein nachgeführtes Ventil 142, das hydraulisch über ein magnetspulenbetätigtes Steuerventil 143 gesteuert wird, und zwei Druckentlastungsventile 144. Die elektrische Schaltung, die das Kupplungsventil 129 steuert, steuert auch das Ventil 143. Wenn sich das Letztere in seiner Ruhestellung gemäß 8 befindet, baut sich ein Öldruck auf der linken Seite des nachgeführten Ventils 142 auf, das als Folge hiervon nach rechts verschoben wird und die Speiseleitung 135 mit einer Speiseleitung 150 eines Stapelventils 151 verbindet. Wenn eine Magnetspule des Ventils 143 eingeschaltet wird, um das Letztere nach rechts zu verschieben, wird ein gleicher Öldruck auf beiden Seiten des nachgeführten Ventils 142 aufgebaut, das dann durch eine Feder auf die in 8 gezeigte Stellung zurückverschoben wird. Öl von der Speiseleitung 135 wird über die Ventile 142, 143 und ein Rückschlagventil 145 an die Hydraulik-Hubzylinder 59 geliefert, die ausgefahren werden, um das Anbaugerät 10 anzuheben. Wenn die andere Magnetspule des Steuerventils 143 eingeschaltet wird, um das Steuerventil nach links zu verschieben, so wird Öldruck an das Rückschlagventil 145 geliefert, das sich öffnet, um einen Ölfluss von den Zylindern 59 zu dem Ventil 143 und von diesem zur Rücklaufleitung 139 zu ermöglichen, wodurch die Zylinder 59 eingezogen werden und der Messertrommel-Rahmen 34 und das Anbaugerät 10 abgesenkt werden.

Das Stapelventil 151 steuert eine Vielzahl von hydraulischen Geräten, von denen nur einige wenige gezeigt sind. Beispielsweise kann es auch zur Lieferung von Drucköl an die Zylinder 92 der Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe verwendet werden. Die Speiseleitung 150 wird an einem Verteilerventil 152 aufgenommen, an dem zumindest zwei magnetspulenbetätigte Steuerventile 153, 154 befestigt sind. Die Letzteren sind elektrisch mit der oben erwähnten elektrischen Schaltung verbunden. Wenn sich die genannten Ventile 153, 154 in ihrer Ruhestellung gemäß 8 befinden, drückt der Öldruck in der Speiseleitung 150 das Ventil 152 nach unten, um die Speiseleitung 150 mit der Rücklaufleitung 139 zu verbinden. Wenn irgendeine der Magnetspulen der Ventile 153, 154 eingeschaltet wird, um das Ventil nach oben oder nach unten zu verschieben, so wird Öldruck an eine Steuerleitung 195 geliefert, und das Verteilerventil 152 wird nach oben verschoben, um die Ölströmung von der Rücklaufleitung 139 auf das betätigte Ventil umzulenken.

Das magnetspulenbetätigte Ventil 154 ist mit dem Hydraulikzylinder 54 des Auswurfbogens 52 verbunden. Wenn das Ventil 154 nach oben verschoben wird, wird der Zylinder 54 ausgefahren, um den Auswurfbogen 52 anzuheben. Wenn das Ventil nach unten verschoben wird, wird der Zylinder 54 eingezogen, um den Auswurfbogen 52 abzusenken. Ein paralles (nicht gezeigtes) Ventil kann zur Steuerung der Zylinder 92 auf der Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe in einer ähnlichen Weise verwendet werden.

Das magnetspulenbetätigte Ventil 153 ist mit dem hydraulischen Zahnradmotor 110 verbunden, der antriebsmäßig mit der Messertrommel 36 verbunden ist. Wenn das Ventil 153 nicht betätigt ist und die Messertrommel 36 in ihrer normalen Betriebsrichtung (das heißt zur Zerkleinerung von Erntematerial) durch den Motor 70, das PTO-Getriebegehäuse 71 und den Haupt-Riemenantrieb in Drehung versetzt wird, wird der Zahnradmotor 110 ebenfalls durch die gleichen Antriebsstränge angetrieben. Die Drehung des Zahnradmotors 110 erfolgt in umgekehrter Richtung, und er wirkt als eine Zahnradpumpe, die eine Ölströmung und einen Öldruck über eine Leitung 157 an den Hydraulikmotor 91 liefert, der die untere Quetschwalze 38' antreibt. Die Drehzahl der unteren Walze 38' ist so eingestellt, dass sie niedriger ist als die Drehzahl der oberen Walze 38. Beispielsweise kann die obere Walze 38 auf einen Wert zwischen 3900 und 4300 Umdrehungen pro Minute eingestellt sein, und die untere Walze auf zwischen 3000 und 3400 Umdrehungen pro Minute. Dieser Unterschied verbessert die Mais-Quetschwirkung zwischen den zwei gegensinnig rotierenden Walzen 38, 38'. Die an die obere Walze 38 gelieferte Leistung kann bis zu 100 HP betragen, während der hydraulische Zahnradmotor 91 ungefähr 20 kW liefern kann.

Wenn die Messertrommel von der PTO-Riemenscheibe 95 getrennt wird und die Magnetspule des Ventils 153 durch die elektrische Schaltung eingeschaltet wird, strömt das Öl von der Zuführungsleitung 150 zu dem Zahnradmotor 110 und treibt den Letzteren als einen Motor zur Drehung der Messertrommel 36 in einer Richtung entgegengesetzt zu der normalen Betriebsrichtung an. Der Motor 110 ist durch ein Druckentlastungsventil 165 geschützt.

Wenn der Fahrer des Feldhäckslers den Befehl zur Umkehrung der Drehrichtung der Messertrommel 36 über die elektrische Schaltung gibt, schaltet die Steuereinheit die Magnetspulen des Steuerventils 129 ab, das entsprechend in seine Ruhestellung gemäß 8 zurückkehrt. Die hydraulische Kupplung 124 wird ausgekuppelt, doch bleibt der Haupt-Riemenantrieb durch den Druck des Hydraulikzylinders 106 eingekuppelt, wodurch der erste Antriebsstrang-Teil mit dem zweiten Antriebsstrang-Teil gekoppelt gehalten wird und damit die rotierende Messertrommel 36 mit den anderen Erntematerial-Verarbeitungseinrichtungen gekoppelt bleibt, die den Gebläserotor 49 und die Zuführungswalzen 20, 21, 26, 27 umfassen. Das Trägheitsmoment der Messertrommel 36 treibt vorübergehend die anderen Erntematerial-Verarbeitungseinrichtungen an, wobei deren Reaktion die Verlangsamung der rotierenden Messertrommel 36 unterstützt. Inzwischen wird die Drehzahl der Messertrommel 36 durch einen Sensor 168 (7) überwacht, der mit einer Steuereinheit verbunden ist, die die Betätigung des Reversier- oder Drehrichtungsumkehrmechanismus so lange sperrt, wie die Drehzahl den Schwellenwert von 10 Umdrehungen pro Minute übersteigt. Wenn die Messertrommel-Drehzahl unter den Schwellenwert abgesunken ist, schaltet die Steuereinheit eine Magnetspule des Ventils 129 ein, um das Letztere nach links zu verschieben, um den Zylinder 106 einzuziehen und den Haupt-Riemenantrieb auszuschalten. Danach schaltet die Steuereinheit die Magnetspule des Ventils 153 ein, um Antriebsleistung an den Reversier-Zahnradmotor 110 zu liefern, der nunmehr die Messertrommel 36 in der entgegengesetzten Richtung dreht. Gleichzeitig wird die Hydraulikleistung an den Motor 91 der unteren Erntematerial-Verarbeitungswalze 38' durch die Wirkung des Ventils 153 abgeschaltet. Die Freilaufkupplung 87, die sonst die obere Erntematerial-Verarbeitungswalze 38 antreibt, wird ausgekuppelt, und weil der Haupt-Riemenantrieb zwischen der Messertrommel 36 einerseits und dem Gebläserotor 49 und den Zuführungswalzen 20, 21, 26, 27 andererseits bereits ausgekuppelt wurde, muss der Zahnradmotor 110 lediglich die Messertrommel 36 antreiben.

Der Fachmann wird erkennen, dass die vorliegende Erfindung eine Erntematerial-Verarbeitungsbaugruppe in einem Feldhäcksler mit gegensinnig rotierenden Walzen einschließt, bei denen der Abstand zwischen den Walzen fein eingestellt wird, wenn sie sich in einer ersten Position befinden, die für das Aufbrechen von Körnern geeignet ist, wobei andererseits der Abstand zwischen den Walzen beträchtlich auf eine zweite Position vergrößert werden kann, so dass sie sich im Wesentlichen außerhalb der Erntematerial-Strömung befinden. Beide diese Betriebsarten werden in einer einfachen Weise ausgeführt, die schnell, effizient ist und die ohne oder mit einer minimalen Menge von Änderungen an vorhandenen Bauteilen ausgeführt werden kann, beispielsweise durch Vertauschen oder Entfernen von Riemenantrieben. Diese Funktionen können mit einem Messertrommel-Reversiermechanismus kombiniert werden, der einen Teil des Antriebssystems verwendet, ohne Änderungen in Bauteilen während des Wechsels zum Reversieren der Messertrommel zu beinhalten, das heißt Ändern der Riemenantriebe.

Obwohl die Erfindung unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen gezeigt und beschrieben wurde, ist es für den Fachmann verständlich, dass vielfältige Änderungen oder Modifikationen hinsichtlich der Form und von Einzelheiten gemacht werden können, ohne von dem Schutzumfang dieser Erfindung abzuweichen, wie sie in den Ansprüchen definiert ist.


Anspruch[de]
  1. Feldhäcksler mit:

    einer Erntematerial-Verarbeitungseinheit, die in dem Pfad einer Erntematerial-Strömung zwischen einer Messertrommel (36) und einem Gebläse (49) angeordnet ist, wobei die Erntematerial-Verarbeitungseinheit zur Handhabung von Erntematerial vorgesehen ist, das Körner einschließt, wobei die Erntematerial-Verarbeitungseinheit ein Paar von gegensinnig rotierenden Verarbeitungwalzen (38, 38') umfasst, die zum Aufbrechen von Körnern zwischen den Walzen angeordnet sind, wenn sich die Walzen in einer ersten Position befinden, wobei jede Verarbeitungswalze gelenkig auf einer Achse (200/202) über ein Halterungsteil (185/204) befestigt und im Wesentlichen aus der Erntematerial-Strömung heraus in eine zweite Stellung beweglich ist,

    dadurch gekennzeichnet, dass er weiterhin ein Stellglied (92) umfasst, dessen eines Ende an dem Halterungsteil (185) einer Walze (38) angebracht ist, und dessen anderes Ende an dem Halterungsteil (204) der anderen Walze (38') angebracht ist, um die Verarbeitungswalzen (38, 38') voneinander fort und in die zweite Stellung zu bewegen, wobei das Stellglied (92) als elastische Klammer zum elastischen Klemmen der Relativstellung der Verarbeitungswalzen ausgebildet ist, wenn sich diese in der ersten Stellung befinden.
  2. Feldhäcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Antrieb (110, 150, 151, 157, 91) an eine Walze (38') des Paares von Erntematerial-Verarbeitungswalzen unabhängig bezüglich eines zweiten Antriebs (8790) an die andere Walze hiervon steuerbar ist.
  3. Feldhäcksler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass einer oder beide der unabhängigen ersten und zweiten Antriebe ein Riemenantrieb (8790) ist.
  4. Feldhäcksler nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb (110, 150, 151, 157, 91) der ersten und zweiten Antriebe langsamer angetrieben ist, als der andere.
  5. Feldhäcksler nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Antrieb (8790) der ersten und zweiten Antriebe der schneller angetrieben ist, ein Riemenantrieb ist.
  6. Feldhäcksler nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der andere der ersten und zweiten Antriebe, der langsamer angetrieben ist, einer von einem weiteren Riemenantrieb, einem elektrischen Antrieb, einem hydraulischen Antrieb (110, 150, 151, 157, 91) oder einem pneumatischer Antrieb ist.
  7. Feldhäcksler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der andere (110, 150, 151, 157, 91) der Antriebe so ausgebildet ist, dass er direkt auf die betreffende Erntematerial-Verarbeitungswalze (38') arbeitet und mit dem Antriebsaggregat (70) des Feldhäckslers über eine flexible Kraftübertragungsverbindung (157) verbunden ist.
  8. Feldhäcksler nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der andere Antrieb ein hydraulischer Antrieb (110, 150, 151, 157, 91) ist, und dass der hydraulische Antrieb so ausgebildet ist, dass er die betreffende Erntematerial-Verarbeitungswalze in einer Betriebsart in Drehung versetzt, und die Messertrommel (36) in einer zweiten Betriebsart in Rückwärtsrichtung in Drehung versetzt.
  9. Feldhäcksler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der weiterhin eine Deckplatte (206) umfasst, die beweglich ist, um eine der zwei gegensinnig rotierenden Walzen (38, 38') gegenüber der Erntematerial-Strömung abzuschirmen, wenn die Walzen in die einen weiten Abstand aufweisende zweite Stellung bewegt werden.
  10. Feldhäcksler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied ein Hydraulikzylinder (92) ist.
  11. Feldhäcksler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halterungsteil (204) der unteren Verarbeitungswalze (38') mit einem Anschlag (197) zum Arretieren der Walze (38') in einer Position im Wesentlichen außerhalb der Erntematerial-Strömung versehen ist, während das Stellglied (92) die andere Walze (38) weiter aus der Erntematerial-Strömung heraus bewegt.
  12. Feldhäcksler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der weiterhin einen Walzenabstand-Einstellmechanismus (82, 172179) zur Feineinstellung des Abstandes zwischen den gegensinnig rotierenden Walzen (38, 38') in der ersten Position umfasst.
  13. Feldhäcksler nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Einstellmechanismus (82, 172179) einen Nocken (82) und einen ersten Nockenfolger einschließt, der durch einen Teil eines Gehäuses (187) für eine des Paares von gegensinnig rotierenden Walzen (38, 38') gebildet wird.
  14. Verfahren zum Betrieb eines Feldhäckslers, wobei der Feldhäcksler eine Erntematerial-Verarbeitungseinheit aufweist, die in einer Erntematerial-Strömung zwischen einer Messertrommel (36) und einem Gebläse (49) angeordnet ist, und zur Handhabung von Erntematerial, das Körner einschließt, wobei die Erntematerial-Verarbeitungseinrichtung ein Paar von gegensinnig rotierenden Verarbeitungswalzen (38, 38') umfasst, die zum Aufbrechen von Körnern zwischen den Walzen angeordnet sind, wenn sich die Walzen in einer ersten Position befinden, wobei jede Verarbeitungswalze gelenkig auf einer Achse (200/202) durch ein Halterungsteil (185/204) befestigt ist, wobei das Verfahren den Schritt der:

    Bewegung beider Verarbeitungswalzen (38, 38') im Wesentlichen aus der Erntematerial-Strömung heraus umfasst, um es der Erntematerial-Strömung zu ermöglichen, die Erntematerial-Verarbeitungseinheit zu umgehen,

    dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Bewegens die Verwendung eines Stellgliedes (92) umfasst, das ein an dem Halterungsteil (185) einer Walze (38) befestigtes Ende und ein weiteres an dem Halterungsteil (204) der anderen Walze (38') befestigtes Ende zum Bewegen der Walzen (38, 38') voneinander fort (38') und im Wesentlichen aus der Erntematerial-Strömung heraus aufweist; und

    das Betriebsverfahren den weiteren Schritt der Verwendung des Stellgliedes (92) zum elastischen Klemmen der Relativstellung der Verarbeitungswalzen umfasst, wenn sich diese in der ersten Position befinden.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass es den Schritt der Verwendung von zwei Antrieben (110, 150, 151, 157, 91/8790) zum Antrieb einer Walze (38') des Paares von Erntematerial-Verarbeitungswalzen unabhängig von dem Antrieb der anderen Walze (38) des Paares umfasst.
  16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Verwendens des Antriebs den Antrieb eines Antriebs (110, 150, 151, 157, 91) der ersten und zweiten Antriebe langsamer als den anderen Antrieb (8790) umfasst.
  17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin die folgenden Schritte umfasst:

    Verwenden eines der Antriebe (110, 150, 151, 157, 91) zum Drehen einer Erntematerial-Verarbeitungswalze in einer Betriebsart und zur Drehung der Messertrommel (36) in einer Rückwärtsrichtung in einer zweiten Betriebsart.
  18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14–17, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin den Schritt der:

    Bewegung einer Deckplatte (206) zum Trennen einer der zwei gegensinnig rotierenden Walzen (38, 38') von der Erntematerial-Strömung umfasst, wenn die Walzen in ihre einen großen Abstand aufweisende Position bewegt werden.
  19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14–18, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin den Schritt der:

    Feineinstellung des Abstandes zwischen den gegensinnig rotierenden Walzen (38, 38') umfasst, wenn sie sich in der ersten Position befinden.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






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