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Dokumentenidentifikation DE102005015775A1 01.06.2006
Titel Pneumatisch oder elektromechanisch betätigbare Scheibenbremse
Anmelder Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, 80809 München, DE
Erfinder Iraschko, Johann, 85301 Schweitenkirchen, DE
DE-Anmeldedatum 06.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005015775
Offenlegungstag 01.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.06.2006
IPC-Hauptklasse F16D 65/52(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Eine pneumatisch oder elektromechanisch betätigbare Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe übergreifenden Bremssattel (1), einer im Bremssattel (1) angeordneten Zuspanneinrichtung (2) zum Andrücken von Bremsbelägen an die Bremsscheibe, zwei parallel und abständig zueinander angeordneten Stellspindeln (5, 6), die mit der Zuspanneinrichtung (2) in Wirkverbindung stehen, einer im Bremssattel (1) positionierten Nachstelleinrichtung (3), mit der über eine axiale Verstellung der Stellspindeln (5, 6) eine verschleißbedingte Änderung eines Lüftspiels zwischen dem Bremsbelag und der Bremsscheibe im Wesentlichen ausgleichbar ist, sowie einem Transmissionselement, das an beiden Stellspindeln (5, 6) angreift und mit dem diese synchron verstellbar sind, ist so ausgebildet, dass das Transmissionselement aus einem mit Vorsprüngen oder Löchern (12) versehenen Blechband (11) besteht, das formschlüssig an den Stellspindeln (5, 6) befestigten Treibrädern (9, 10) anliegt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine pneumatisch oder elektromechanisch betätigbare Scheibenbremse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine derartige Scheibenbremse ist aus der DE 94 22 342 U1 bekannt. Hierbei wirkt ein Drehhebel auf eine Brücke ein, in der zwei Stellspindeln gelagert sind, die jeweils ein Druckstück zur Aufnahme eines Bremsbelages aufweisen, der bei einer Bremsung an eine Bremsscheibe angedrückt wird. Die beiden Stellspindeln sind mit einem Außengewinde versehen und jeweils in eine Gewindebohrung der Brücke eingeschraubt.

Mittels einer Nachstelleinrichtung, die einer der Stellspindeln zugeordnet ist, wird durch Verdrehen der Stellspindeln in den Gewindebohrungen bei Verschleiß des Reibbelages der Bremsbelag soweit zugestellt, dass ein Lüftspiel zwischen dem Bremsbelag und der Bremsscheibe im wesentlichen immer konstant bleibt. Hierzu wird ein konzentrisch in einer Stellspindel angeordneten Nachsteller z.B. über ein Antriebselement vom Bremshebel angetrieben.

Da dieser Nachsteller jedoch lediglich in einer Stellspindel angeordnet ist, die Nachstellung des Bremsbelages jedoch gleichmäßig erfolgen soll und damit auch die zweite Stellspindel entsprechend zu verstellen ist, ist eine Transmissionseinrichtung vorgesehen, die die Drehbewegung der einen Stellspindel auf die andere synchron überträgt.

Als Transmissionselement wird beispielsweise eine Gliederkette eingesetzt, die auf Kettenrädern der Stellspindeln umlaufend geführt ist.

Aus der DE 40 32 886 A1 ist eine Scheibenbremse bekannt, bei der das Transmissionselement aus einem Zahnriemen besteht, der in entsprechend geformte Zahnräder der Stellspindeln eingreift.

Allerdings sind sowohl die Gliederkette wie auch der Zahnrjemen relativ dick, so dass ein entsprechender Bauraum vorhanden sein muss, was jedoch der Forderung entgegensteht, die Abmaße der Scheibenbremse insgesamt zu minimieren.

Darüber hinaus ist für die Gliederkette aufgrund der beweglichen Teile wie Gliederbolzen für einen dauerhaften Betrieb eine Schmierung erforderlich, was naturgemäß sowohl bei der Montage wie auch beim Betrieb mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden ist.

Auch ist die Herstellung der Kettenräder als integraler Bestandteil der Stellspindeln verhältnismäßig aufwendig und daher teuer.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Scheibenbremse der gattungsgemäßen Art so weiter zu entwickeln, dass ihr Nachstellsystem einfacherer und kostengünstiger realisierbar und unempfindlicher im Betrieb ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Scheibenbremse gelöst, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.

Ein mit Vorsprüngen oder Löchern versehenes, aus handelsüblichem Bandmaterial gebildete Blechband ist sehr einfach und kostengünstig herzustellen. Dies trifft gleichermaßen auf die Fertigung der Treibräder zu, wobei die Vorsprünge oder Löcher durch Stanzen hergestellt sein können, während die Treibräder ebenfalls aus Blech bestehen können, vorzugsweise durch Umformen hergestellt.

Da die Bewegung der Stellspindeln mit sehr geringer Geschwindigkeit, quasi statisch, erfolgt, kann auf eine besonders präzise, für größere Dynamik ausgelegte Bauweise des Transmissionselementes sowie der Treibräder verzichtet werden.

Naturgemäß ist dies mit einer wesentlichen Kostenersparnis verbunden, die vor al-lem deshalb von besonderer Bedeutung ist, weil Scheibenbremsen für Nutzfahrzeuge als Serienteile in großen Stückzahlen hergestellt werden.

Eine einfache und kostengünstige Herstellung der Treibräder ist auch dann möglich, wenn diese als Aluminiumdruckgussteile, als Sinterteile, Kalkfließpressteile oder als Kunststoffteile ausgebildet sind.

Entsprechend der Ausbildung des Blechbandes weist jedes Treibrad umfängliche, mit den Vorsprüngen oder Löchern des Blechbandes korrespondierende Formschlussteile auf, die bei Ausbildung von Vorsprüngen im Blechband als Zähne oder Vertiefungen ausgebildet sind.

Bei Löchern im Blechband, die in ihrer Grundfläche rechteckig, rund oder in anderen geometrischen Formen ausgebildet sein können, sind an diese Grundfläche angepasste Stifte an den Treibrädern vorgesehen.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung sind diese Stifte konisch, zum freien Ende hin sich vejüngend ausgebildet, so dass das aufgesteckte Blechband spielfrei anliegt.

Die durch Näpfchenbildung hergestellten Vorsprünge des Blechbandes können in ihrer Querschnittskontur ebenfalls unterschiedlich ausgebildet sein. Auch hier bietet sich eine konische Formgebung an, die überdies beim Prägen der Näpfchen Vorteile bietet.

Da das Blechband, im Gegensatz zu einer Gliederkette, keine beweglichen Teile aufweist, kann auf eine Schmierung vollständig verzichtet werden. Hierdurch ergeben sich natürlich Vorteile gegenüber der Gliederkette, sowohl hinsichtlich der Montage wie auch hinsichtlich der Betriebsbereitschaft.

Bei entsprechender Materialauswahl des Blechbandes und/oder der Treibräder ist die gesamte Nachstelleinrichtung unempfindlich gegenüber Korrosions- und Schmutzbelastung, wobei als Material für das Blechband ebenso wie für die aus Blech geformten Treibräder ein rostfreies Metall, wie rostfreier Stahl oder ein geeignetes Nichteisenmetall denkbar ist.

Das Blechband weist im übrigen eine geringe Materialdicke und damit eine geringe Masse auf, durch die der gesamte Mechanismus unempfindlich gegen auftretende Rüttelbeanspruchungen ist.

Auch aufgrund der geringen Dicke ist der Bauraumbedarf insbesondere in Längserstreckung des Blechbandes sehr gering, was den Forderungen nach einer Minimierung der Bauteile sehr entgegenkommt.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung beschrieben.

Die einzige Figur zeigt einen Teilausschnitt einer erfindungsgemäßen Scheibenbremse in einer geschnittenen Draufsicht.

In der Figur ist ein Teil einer Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug, gezeigt, mit einem eine nicht dargestellte Bremsscheibe umfassenden Bremssattel 1.

Im Bremssattel 1 ist eine Zuspanneinrichtung 2 angeordnet, mit der ebenfalls nicht dargestellte Bremsbeläge an die Bremsscheibe drückbar sind.

Hierzu greift die Zuspannvorrichtung 2 über eine Brücke 4 an zwei parallel und mit Abstand zueinander in der Brücke 4 angeordnete Stellspindeln 5, 6 an.

Zur Beibehaltung eines Lüftspiels zwischen dem Bremsbelag und der Bremsscheibe ist eine Nachstelleinrichtung 3 vorgesehen, mittels der Gewinderohre 7, 8 der Stellspindeln 5, 6, die in die Brücke 4 eingeschraubt sind, relativ dazu axial verstellbar sind. Dabei greift ein Antrieb an die eine Stellspindel 5 an, während die andere, abtriebseitige Stellspindel 6 über ein als Blechband 11 ausgebildetes Transmissionselement bewegungsabhängig damit verbunden ist.

Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist das Blechband im gleichmäßigem Abstand in Längsrichtung angeordnete, im Grundriss rechteckige Löcher 12 auf, die formschlüssig an Treibrädern 9, 10 der Stellspindeln 5, 6 anliegen.

Hierzu ist jedes Treibrad 9, 10 mit umfänglichen Zähnen 13 versehen, die passgenau in die jeweils zugeordneten Löcher 12 eingreifen und so den Formschluss herstellen.

Die Treibräder 9, 10 sind als Blechformteile topfartig ausgebildet und mit der jeweiligen Stellspindel 5, 6 verdrehsicher verbunden.

Die Zähne 13 sind durch von innen her eingeprägte Näpfchen gebildet, die nach außen hin vorstehen. Die topfartigen Treibräder 9, 10 überdecken die zugeordneten Gewinderohre 7, 8 stirnseitig und bilden somit gleichzeitig einen Schutz von deren Innenräumen vor Verschmutzungen.

Das Blechband 11 ist in seiner Dicke so bemessen, dass eine problemlose Umlenkung entsprechend dem Radius der Treibräder 9, 10 möglich ist.

Aufgrund der dadurch gegeben hohen Flexibilität des Blechbandes 11 sind auch die zur Umlenkung des Blechbandes 11 notwendigen, durch die Nachstelleinrichtung 3 aufzubringenden Kräfte vernachlässigbar gering.

Im übrigen kann auch die Breite des Blechbandes 11 relativ schmal gehalten sein, so dass sich bei unveränderter Funktionsfähigkeit gegenüber dem bekannten Transmissionselement lediglich ein verminderter Platzbedarf ergibt.

1Bremssattel 2Zuspanneinrichtung 3Nachstelleinrichtung 4Brücke 5Stellspindel 6Stellspindel 7Gewinderohr 8Gewinderohr 9Treibrad 10Treibrad 11Blechband 12Loch 13Zahn

Anspruch[de]
  1. Pneumatisch oder elektromechanisch betätigbare Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug, mit

    a) einem eine Bremsscheibe übergreifenden Bremssattel (1),

    b) einer im Bremssattel (1) angeordneten Zuspanneinrichtung (2) zum Andrücken von Bremsbelägen an die Bremsscheibe,

    c) zwei parallel und abständig zueinander angeordneten Stellspindeln (5, 6), die mit der Zuspanneinrichtung (2) in Wirkverbindung stehen,

    d) einer im Bremssattel (1) positionierten Nachstelleinrichtung (3), mit der über eine axiale Verstellung der Stellspindeln (3, 6) eine verschleißbedingte Änderung eines Lüftspiels zwischen dem Bremsbelag und der Bremsscheibe im wesentlichen ausgleichbar ist,

    e) sowie einem Transmissionselement, das an beiden Stellspindeln (5, 6) angreift und mit dem diese synchron verstellbar sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    f) das Transmissionselement aus einem mit Vorsprüngen oder Löchern (12) versehenen Blechband (11) besteht, das formschlüssig an an den Stellspindeln (5, 6) befestigten Treibrädern (9, 10) anliegt.
  2. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (12) bzw. Vorsprünge des Blechbandes (11) durch Stanzen oder Prägen eingebracht sind.
  3. Scheibenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (12) oder Vorsprünge im Grundriss rechteckig, rund, oval oder polygon sind.
  4. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Treibrad (9, 10) mit den Löchern (12) bzw. den Vorsprüngen korrespondierende Zähne (13) bzw. Vertiefungen aufweist.
  5. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zähne (13) bzw. Vertiefungen der Treibräder (9, 10) passgenau in den zugeordneten Löchern (12) bzw. Vorsprüngen einliegen.
  6. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge des Blechbandes (11) oder die Zähne (13) der Treibräder (9, 10) zu ihrem freien Ende hin konisch verjüngt sind.
  7. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Treibrad (9, 10) als Blechformteil ausgebildet ist.
  8. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Treibrad (9, 10) topfartig ausgebildet ist und an seiner Mantelfläche umlaufend mit Zähnen (13) oder Ausnehmungen versehen ist, in denen die zugeordneten Löcher (12) bzw. Vorsprünge einliegen.
  9. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zähne (13) jedes Treibrades (9, 10) durch näpfchenartiges Prägen nach außen hin geformt sind.
  10. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die topfartigen Treibräder (9, 10) die Stellspindeln an einem Ende stirnseitig weitgehend überdecken.
  11. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Blechband (11) und/oder die Treibräder (9, 10) aus rostfreiem Metall, vorzugsweise aus rostfreiem Stahl gebildet sind.
  12. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibräder (9, 10) als Aludruckguss-, Sinter-, Kalkfließpress- oder Kunststoffteile ausgebildet sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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