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Dokumentenidentifikation DE202006002387U1 01.06.2006
Titel Möbelplatte
Anmelder Studio Inform Tische GmbH, 27321 Thedinghausen, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner Anwaltssozietät GbR, 28209 Bremen
DE-Aktenzeichen 202006002387
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.06.2006
Registration date 27.04.2006
Application date from patent application 14.02.2006
IPC-Hauptklasse A47B 96/20(2006.01)A, F, I, 20060214, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47B 13/08(2006.01)A, L, I, 20060214, B, H, DE   B32B 27/06(2006.01)A, L, I, 20060214, B, H, DE   B27N 7/00(2006.01)A, L, I, 20060214, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Möbelplatte, insbesondere Tischplatte, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Möbelplatten der eingangs genannten Art sind grundsätzlich in verschiedenen Ausgestaltungen in der Praxis bekannt. Im Prinzip lässt sich zwischen massiven und mehrschichtig aufgebauten Möbelplatten unterscheiden. Als Vertreter aus der Gruppe der massiven Möbelplatten sind beispielsweise Massivholz- oder Vollkunststoffplatten zu nennen. Die mehrschichtigen Möbelplatten bestehen hingegen in der Regel aus unterschiedlichen Materialien oder Schichten wie beispielsweise furnierte oder folienbeschichtete Span- bzw. Sperrholzplatten. Durch die Furniere oder Folien im Bereich der Oberfläche der Möbelplatte lassen sich Massivholzplatten oder Möbelplatten aus anderen Materialien nachahmen. Der Einsatz derartiger Platten in der Möbelindustrie ist weit verbreitet.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Möbelplatten der eingangs genannten Art weiterzuentwickeln und/oder alternative Möbelplatten zur Verfügung zu stellen.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Möbelplatte mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Es ist demnach vorgesehen, dass die Möbelplatte wenigstens aus einer Trägerplatte und einer Oberflächenplatte besteht, die derart miteinander verbunden sind, dass die Oberflächenplatte wenigstens einen Teil einer Außenseite der Möbelplatte bildet. Erfindungsgemäß besteht die Oberflächenplatte aus einem glasfaserverstärkten Kunstharz und verfügt über eine lediglich geringe Materialstärke im Verhältnis zur Trägerplatte.

Eine derartige Möbelplatte verfügt im Bereich der Oberflächenplatte über eine Oberfläche, die hinsichtlich ihrer Härte, ihrer Abriebfestigkeit und Haltbarkeit einer üblichen Kunststeinplatte, beispielsweise aus Polymerbeton, entspricht. Gleichzeitig weist sie aber bei Einsatz eines geeigneten Trägermaterials insgesamt ein geringeres Gewicht als derartige herkömmliche Kunststeinplatten auf. Die erfindungsgemäße Möbelplatte ist zudem kostengünstiger herzustellen als herkömmliche Kunststeinplatten.

Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im Kunstharz der Oberflächenplatte ein oder unterschiedliche Farbpigmente eingebettet sind. Auf diese Weise kann die Farbe der Oberflächenplatte angepasst werden. Zusätzlich und/oder alternativ kann das Kunstharz der Oberflächenplatte auch wenigstens einen mineralischen Füllstoff aufweisen. Denkbar sind hier beispielsweise gefärbte Quarzsande mit unterschiedlichen Korngrößen. Auf diese Weise kann eine Naturstein-, insbesondere Granitoberfläche, nachgeahmt werden.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Trägerplatte aus einem verhältnismäßig leichten Werkstoff besteht, also eine geringere Dichte als das Material der Oberflächenplatte aufweist. Auf diese Weise kann die Möbelplatte insgesamt ein geringeres Gewicht aufweisen als herkömmliche Kunststeinplatten, jedoch bei Beibehaltung der gewohnten Optik. Vorzugsweise kommt eine Trägerplatte aus Holz oder einem Holzwerkstoff zum Einsatz. Je nach Bestimmung der Möbelplatte für den Innen- oder Außenbereich können geeignete Holzarten oder Holzwerkstoffe ausgewählt werden, beispielsweise MDF, Spanplatte, etc.

Um die Möbelplatte auch optisch an herkömmliche Kunststeinplatten anzugleichen, die in der Regel Natursteinplatten nachempfunden sind, kann die Oberfläche der Oberflächenplatte eine eingeformte und/oder eingeprägte Struktur aufweisen, die vorzugsweise bei der Herstellung der Oberflächenplatte angebracht wird.

Vorzugsweise liegt die Materialstärke der Oberflächenplatte in einem Bereich von 0 mm bis 50 mm. Besonders bevorzugt wird eine Materialstärke im Bereich von 0,5 mm bis 25 mm, höchst vorzugsweise ca. 1 mm bis 1,5 mm. Die Verbindung zwischen der Oberflächenplatte und der Trägerplatte kann beispielsweise durch Verkleben erfolgen.

Weitere Einzelheiten des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Möbelplatte ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung im Übrigen.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben. In dieser zeigen:

1 eine Möbelplatte in räumlicher Darstellung mit schematischer Darstellung des Schichtverlaufs,

2 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Möbelplatte in einer Darstellung gemäß 1, und

3 einen Vertikalschnitt durch die Möbelplatte gemäß 2 in schematischer Darstellung.

Bei der in den 1 bis 3 gezeigten Möbelplatte 10 kann es sich vorzugsweise um eine Tischplatte, beispielsweise eines Gartentisches, handeln. Die Möbelplatte 10 kann aber nicht nur in diesem Zusammenhang verwendet werden, sondern auch in anderen Zusammenhängen, beispielsweise für andere Teile eines Möbels.

Die gezeigten Möbelplatten 10 bestehen alle aus einer Trägerplatte 11 und einer Oberflächenplatte 12. Die Trägerplatte 11 verfügt über eine vergleichsweise große Materialstärke, wohingegen die Oberflächenplatte 12 gegenüber der Trägerplatte 11 vergleichsweise dünn ausgebildet ist. Die beiden Platten 11, 12 sind miteinander fest verbunden, nämlich durch ein Befestigungsmaterial 13, beispielsweise eine Kleberschicht, die in den Figuren schematisch dargestellt ist. Die Dicke der Kleberschicht kann nach den jeweiligen Anforderungen angepasst werden. In der Regel wird die Kleberschicht eine geringere Stärke haben als die Oberflächenplatte 12.

Die Oberflächenplatte 12 kann vorzugsweise im Bereich einer großflächigen Außenseite der Möbelplatte 10 angebracht sein, vorzugsweise im Bereich einer Sichtseite der Möbelplatte 10. In der Praxis wird sich die Oberflächenplatte 12 in der Regel über die gesamte Oberseite der Möbelplatte 10 erstrecken. In 2 ist gezeigt, dass die Oberflächenplatte 12 auch um Kanten der Möbelplatte 10 herumgeführt werden kann, so dass auch Schmalseiten der Möbelplatte 10 verdeckt werden. Falls gewünscht, kann die Oberflächenplatte 12 nur Teilbereiche der Außenseiten der Möbelplatte 10 bedecken.

Selbstverständlich ist es auch möglich, dass sich die Oberflächenplatte 12 komplett nach alle Außenseiten der Möbelplatte 10 erstreckt.

Eine Besonderheit der hier gezeigten Möbelplatte 10 besteht in deren Aufbau.

Die Trägerplatte 11 besteht im gezeigten Ausführungsbeispiel aus einem Holzwerkstoff. Sofern die Möbelplatte 10 für den Innenbereich bestimmt ist, können hier MDF-Platten oder Spanplatten eingesetzt werden. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der Möbelplatte 10 im Außenbereich sind wetterfeste Materialien zu bevorzugen. Im Bereich der Sichtseite der Trägerplatte 11 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel oberseitig (1) bzw. oberseitig und seitlich (2) die Oberflächenplatte 12 vollflächig aufgeklebt. Die Oberflächenplatte 12 erstreckt sich dabei in den später sichtbaren Bereichen der Möbelplatte 10. Die Oberflächenplatte 12 besteht im wesentlichen aus Kunstharz, beispielsweise Polyester und diversen Zuschlagstoffen. Denkbar sind beispielsweise die Zugabe von Farbpigmenten oder farbigen mineralischen Füllstoffen. Denkbar ist weiterhin, dass diese Zusatzstoffe in unterschiedlichen Farben, Korngrößen bzw. Konzentrationen zugegeben werden. Durch die Wahl entsprechender Zuschlagstoffe und gezielte Vermengung derselben, kann die Gestalt von anderen Oberflächen nachgeahmt werden. Beispielsweise kann auf diese Weise die Oberflächenplatte 12 eine Gestalt erhalten, durch die die Möbelplatte 10 einem Naturstein, beispielsweise aus Granit, ähnelt.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel verfügt die Oberflächenplatte 12 über eine Materialstärke von ca. 1 mm bis 1,5 mm Stärke.

Die Oberfläche der Oberflächenplatte 12 kann zusätzlich bearbeitet sein, beispielsweise durch Auftrag von Farben, metallisch reflektierenden Teilchen (Glitter), etc., um die Anmutung der Oberfläche zu verbessern.

Der Vorteil dieser Möbelplatte 10 besteht darin, dass die Möbelplatte 10 insgesamt vergleichsweise leicht ist, zumindest verglichen mit massiven Möbelplatten aus Polymerbeton. Die hier vorgestellten Möbelplatten 10 sind damit einfacher zu verarbeiten und zu transportieren. Gleichzeitig aber verfügt die Möbelplatte 10 über eine Oberfläche die in Härte, Abrieb und Belastbarkeit einer üblichen Kunststeinplatte aus Polymerbeton entspricht. Insgesamt ist diese Lösung zudem kostengünstiger als herkömmliche Polymerbetonplatten.

Eine weitere Besonderheit der Möbelplatte 10 ist in einem entsprechenden Herstellungsverfahren zu sehen. Zunächst wird in einem ersten Arbeitsschritt eine Form für die Oberflächenplatte 12 hergestellt. Beispielsweise ist es denkbar, dass eine Muster-Möbelplatte aus einem anderen Material gebaut wird, beispielsweise direkt aus Naturstein. Im nächsten Arbeitsschritt wird von dieser Original-Möbelplatte eine Form abgenommen, die hinsichtlich der Abmessungen und der Oberflächenstruktur der Original-Möbelplatte entspricht. Nach Herstellung der Oberflächenplatte 12 wird dann Kunstharz in die Form eingefüllt und verteilt. Das Kunstharz wird schichtweise in die Form eingebracht und vorzugsweise mit einer Armierung versehen, beispielsweise mit einer Glasfasermatte oder dergleichen. Auf Grund des Aufbaus der Form wird die Oberflächenplatte 12 face-down gefertigt, so dass die Glasfaserarmierung einfach in die Form eingelegt und gegebenenfalls eingebettet werden kann. Je nach Erfordernis können weitere Schichten Kunstharz folgen. Beim Einbringen des Kunstharzes können gezielt Pigmente zugegeben werden. Bevorzugt wird aber die Verwendung eines eingefärbten Kunstharzes. Gleiches gilt für die Verwendung unterschiedlicher mineralischer Füllstoffe, wie zum Beispiel von gefärbten Quarzsanden mit unterschiedlichen Korngrößen. Durch Verwendung geeigneter Zuschlagstoffe kann beispielsweise eine Granitoptik nachgeahmt werden.

Nach dem Aushärten wird die Oberflächenplatte 12 der Form entnommen. Auf Grund der geringen Dicke ist die Oberflächenplatte 12 biegsam und kann gut verarbeitet werden. Die Oberflächenplatte 12 wird dann auf die Trägerplatte 11 aufgeklebt, so dass eine feste Verbindung zwischen den beiden Platten 11, 12 entsteht.

Abschließend kann die Oberfläche der Oberflächenplatte 12 noch bearbeitet werden, beispielsweise durch patinieren. Denkbar ist beispielsweise der Auftrag von Farbe, Glitter, etc., um optisch den gleichen Gesamteindruck zu erzielen wie bei einer Natursteinplatte. Denkbar ist auch, dass die über die Produktionsform abgeformte Struktur der Vorlage durch zusätzliche Bearbeitungsschritte nachgearbeitet werden kann. Denkbar ist beispielsweise ein nachträgliches Hervorheben von Vertiefungen, Fugen, Nuten oder dergleichen.

10Möbelplatte 11Trägerplatte 12Oberflächenplatte 13Befestigungsmaterial

Anspruch[de]
  1. Möbelplatte, insbesondere Tischplatte, vorzugsweise für Gartentische oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelplatte (10) wenigstens aus einer Trägerplatte (11) und einer Oberflächenplatte (12) besteht, die derart miteinander verbunden sind, dass die Oberflächenplatte (12) wenigstens einen Teil einer Außenseite der Möbelplatte (10) bildet und wobei die Oberflächenplatte (12) eine geringe Materialstärke aufweist und aus einem glasfaserverstärkten Kunstharz besteht.
  2. Möbelplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunstharz der Oberflächenplatte (12) wenigstens ein Farbpigment aufweist.
  3. Möbelplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunstharz der Oberflächenplatte (12) wenigstens einen mineralischen Füllstoff aufweist.
  4. Möbelplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunstharz der Oberflächenplatte (12) unterschiedliche mineralische Füllstoffe aufweist, die miteinander vermischt sind zur Nachahmung einer Natursteinoberfläche, insbesondere unterschiedlich farbige Füllstoffe und/oder Füllstoffe mit unterschiedlicher Korngröße.
  5. Möbelplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (11) aus einem Werkstoff mit geringerer Dichte als die Oberflächenplatte (12) besteht.
  6. Möbelplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (11) aus einem Holzwerkstoff besteht.
  7. Möbelplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (11) aus MDF oder einer Spanplatte besteht bei Bestimmung der Möbelplatte (10) für den Innenbereich.
  8. Möbelplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (11) aus einem wetterfesten Material besteht bei Bestimmung der Möbelplatte (10) für den Außenbereich.
  9. Möbelplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite der Oberflächenplatte (12) eine eingeformte und/oder eingeprägte Struktur aufweist zur Nachahmung einer Natursteinoberfläche.
  10. Möbelplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenplatte (12) eine Materialstärke von 0 mm bis 50 mm aufweist, insbesondere von 0,5 mm bis 25 mm, vorzugsweise ca. 1 mm bis 1,5 mm.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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