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Dokumentenidentifikation DE102004058083A1 08.06.2006
Titel Gedeckt eingefärbte, infrarotreflektierende Kunststoffformmasse
Anmelder Röhm GmbH & Co. KG, 64293 Darmstadt, DE
Erfinder Schultes, Klaus, Dr., 65197 Wiesbaden, DE;
Becker, Ernst, 64625 Bensheim, DE;
Golchert, Ursula, 64807 Dieburg, DE;
Clamer, Elisabeth, 64283 Darmstadt, DE
DE-Anmeldedatum 01.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004058083
Offenlegungstag 08.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2006
IPC-Hauptklasse C08K 3/20(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C08J 3/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C08J 5/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C08L 33/12(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft gedeckt eingefärbte (braun, grau, schwarz, grün) infrarotreflektierende PMMA-Formmassen, die als IR-Sperrschicht auf weitere Kunststoffformkörper aufgebracht werden können.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft gedeckt eingefärbte, infrarotreflektierende Poly(meth)acrylat-Formmassen, die als IR-Sperrschicht auf weitere Kunststoffformkörper aufgebracht werden können.

Stand der Technik

Aufgrund der sehr guten Eigenschaften von PMMA werden die entsprechenden Formmassen auch zu Coextrusionsschichten oder als Deckschichten von hinterspritzten Teilen verarbeitet. Diese Schichten dienen als Deckschicht u. a. von Folien, Platten, Profilen und Rohren, deren Hauptkomponente bzw. Trägerschicht aus teilweise anderen Kunststoffen bestehen. Diese Kunststoffe, wie z. B. PVC, Polystyrol, Polycarbonat, ABS und ASA, haben weitere wichtige Eigenschaften wie Schlagzähigkeit und/oder niedriger Preis.

Als Anwendungen für diese Coextrudate oder hinterspritzten Gegenstände gelten beispielsweise Bauanwendungen, wie Regenrohre und Fensterrahmen; Automobilanwendungen, wie Dachmodule, Abdeckungen im Außen- und Innenbereich (Blenden), Spoiler und Spiegelgehäuse; Haushalts- und Sportanwendungen, wie Werkzeugabdeckungen, Außenpanels für Boote und Skifolien.

Es ist bekannt, gedeckt eingefärbte Poly(meth)acrylat (PMMA)-Formmassen zum Witterungsschutz von Kunststoffformkörpern aus beispielsweise Polyvinylchlorid (PVC) einzusetzen.

Der beschichtete Kunststoffformkörper wird dann mit einem Farbmittel wie beispielsweise TiO2 versehen, das an der Grenzschicht der beiden Kunststoffformkörper die IR-Strahlung reflektiert und so die übermäßige Aufheizung des Gegenstandes verhindert.

DE 27 19 170 (Dynamit Nobel) beschreibt ein Verfahren zum Schutz von PVC-Schichten gegen Sonnenlichteinwirkungen durch eine dauerhaft auf die PVC-Schicht aufgebrachte Schicht, die sowohl mit UV-Stabilisatoren als auch mit IR-Reflektoren ausgerüstet ist. Als IR-Reflektoren werden Bleichchromat, Molybdatrot, Molybdatorange, Chromoxydgrün, Antimonsulfid, Cadmiumsulfoselenid, Cadmiumsulfid, Anthrachinonschwarzpigment, Anthrachinondunkelblaupigment, Monoazopigment oder Phthalocyanine verwendet. Einige dieser Pigmente sind heute nicht mehr zulässig. Als Material für die Deckschicht wird ein nicht näher spezifiziertes PMMA beschrieben. DE 26 05 325 (Dynamit Nobel) beschreibt ebenfalls ein Verfahren zum Schutz von PVC-Oberflächen, die aufgebrachte Schutzschicht wird so deckend eingefärbt, dass im IR-Bereich eine möglichst hohe Reflektion und im UV-Bereich eine möglichst geringe Durchlässigkeit erreicht wird. Das Ziel wird durch die Verwendung mindestens eines IR-reflektierenden Schwarz- oder Farbpigments erreicht. Für die dunkleren Farbpigmente werden keine überwiegend IR-absorbierenden Pigmente verwendet. Als Pigment wird in den Beispielen Titandioxid oder Anthrachinonschwarz in Kombination mit einem UV-Absorber eingesetzt.

WO 00/24817 (Ferro) beschreibt Korund-Hämatit Strukturen, in die Oxide des Aluminiums, Antimons, Wismuts, Bors, Chroms, Kobalts, Galliums, Indiums, Eisens, Lanthans, Lithiums, Magnesiums, Mangans, Molybdäns, Neodyms, Nickels, Niobs, Siliziums, Zinns eingebunden sind.

Aufgabe

Der Wunsch nach dunkel eingefärbten Kunststoffformteilen für Außenanwendungen wirft einige zu lösende Probleme auf:

  • – der Kunststoffformkörper muss – unabhängig von der Einfärbung – wetterfest sein
  • – es muss eine gute und dauerhafte Haftung zwischen Deckschicht und zu beschichtendem Kunststoffformkörper gewährleistet sein
  • – die Aufheizung der Kunststoffformkörper durch direktes Sonnenlicht darf Maß nicht überschreiten. Die ein zulässiges Aufheizung darf nicht so groß werden, dass sich der Gegenstand über ein Maß hinaus ausdehnt und Temperaturen oberhalb der Glasübergangstemperatur des Formkörpers erreicht werden. Beispielsweise kann so ein Fensterrahmen sich irreversibel verziehen und sich nicht mehr öffnen lassen
  • – die verwendeten Farbpigmente selbst müssen ebenfalls witterungsstabil sein, ferner toxikologisch unbedenklich und preisgünstig.

Weitere Aufgaben, die mit der erfindungsgemäßen Formulierung gelöst werden, sind:

  • – die eingefärbten Formmassen sollen gut zu verarbeiten sein,
  • – die Formulierung soll bei den Verarbeitungstemperaturen stabil sein.

Lösung

Durch den Einsatz von verschiedenen Infrarot-reflektierenden, anorganischen Farbpigmenten in PMMA – Formmasse können mit diesen Formmassen dunkelfarbige Kunststoffformkörper hergestellt und andere Kunststoffformkörper mit den vorher erwähnten PMMA – Formmassen beschichtet werden, die eine deutlich geringere Aufheizrate bei Sonneneinstrahlung aufweisen als Formkörper, die aus konventionell dunkel eingefärbtem PMMA bestehen oder mit diesem beschichtet sind.

Es wurde nun gefunden, dass man durch den Einsatz von Pigmenten der Klassen

C.I. Nomenklatur nach Colour Index, The Society of Dyers and Colourists (SDC)

in PMMA-Formmassen dunkel gedeckt eingefärbte Formmassen hergestellt werden können, ohne dass der damit ausgerüstete Kunststoffformkörper bzw. hiermit hergestellte Formkörper sich zu sehr im Sonnenlicht aufheizt. Die Eigenschaft „dunkel" lässt sich durch den L*-Wert gemäß DIN 6174 (01/1979): Farbmetrische Bestimmung von Farbabständen bei Körperfarben nach der CieLAB-Formel; definieren. Bei den dunkel gedeckt eingefärbten Formmassen liegt der L*-Wert nach CieLab bei unter 51, bevorzugt unter 41 und ganz besonders bevorzugt unter 31.

Die Pigmente oder ihre Mischungen werden in Mengen von 0,05 – 5,0 Gew..-% in die Formmassen eingearbeitet, bevorzugt sind 0,075 – 3,0 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt sind 0,1 – 2 Gew.-%.

Daneben können weitere Farbmittel, welche zur Einfärbung von PMMA Formmassen geeignet sind, zusätzlich zur Variation der Farbe eingesetzt werden. Diese Farbmittel können sowohl IR-reflektierend – bspw. Titandioxid – als auch nicht IR-reflektierend sein. Der Anteil dieser zusätzlichen Farbmittel kann zwischen 0 und 3,0 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0 und 2,5 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 0 und 2,0 Gew.-% bezogen auf die Formmasse betragen.

Unter dunklen Farbtönen werden

  • – braune
  • – graue
  • – grüne und
  • – schwarze

Farbtöne verstanden, Mischtöne sind ebenfalls möglich.

Beispiele

Als PMMA-Komponente wird die Formmasse Plexiglas® 7N eingesetzt. Sie ist kommerziell von der Firma Röhm GmbH & Co. KG erhältlich.

Die Formmassen der vorliegenden Erfindung enthalten Poly(meth)acrylate. Der Ausdruck(Meth)acrylate umfaßt Methacrylate und Acrylate sowie Mischungen aus beiden.

Poly(meth)acrylate sind in der Fachwelt bekannt. Diese Polymere werden im allgemeinen durch radikalische Polymerisation von Mischungen erhalten, die (Meth)acrylate enthalten.

Diese Monomere sind weithin bekannt. Zu diesen gehören unter anderem (Meth)acrylate, die sich von gesättigten Alkoholen ableiten, wie beispielsweise Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat, Propyl(meth)acrylat,

n-Butyl(meth)acrylat, tert.-Butyl(meth)acrylat, Pentyl(meth)acrylat und

2-Ethylhexyl(meth)acrylat;

(Meth)acrylate, die sich von ungesättigten Alkoholen ableiten, wie z. B.

Oleyl(meth)acrylat, 2-Propinyl(meth)acrylat, Allyl(meth)acrylat,

Vinyl(meth)acrylat;

Aryl(meth)acrylate, wie Benzyl(meth)acrylat oder

Phenyl(meth)acrylat, wobei die Arylreste jeweils unsubstituiert oder bis zu vierfach substituiert sein können;

Cycloalkyl(meth)acrylate, wie 3-Vinylcyclohexyl(meth)acrylat,

Bornyl(meth)acrylat;

Hydroxylalkyl(meth)acrylate, wie

3-Hydroxypropyl(meth)acrylat,

3,4-Dihydroxybutyl(meth)acrylat,

2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, 2-Hydroxypropyl(meth)acrylat;

Glycoldi(meth)acrylate, wie 1,4-Butandiol(meth)acrylat,

(Meth)acrylate von Etheralkoholen, wie

Tetrahydrofurfuryl(meth)acrylat, Vinyloxyethoxyethyl(meth)acrylat;

Amide und Nitrile der (Meth)acrylsäure, wie

N-(3-Dimethylaminopropyl)(meth)acrylamid,

N-(Diethylphosphono)(meth)acrylamid,

1-Methacryloylamido-2-methyl-2-propanol;

schwefelhaltige Methacrylate, wie

Ethylsulfinylethyl(meth)acrylat,

4-Thiocyanatobutyl(meth)acrylat,

Ethylsulfonylethyl(meth)acrylat,

Thiocyanatomethyl(meth)acrylat,

Methylsulfinylmethyl(meth)acrylat,

Bis((meth)acryloyloxyethyl)sulfid;

mehrwertige (Meth)acrylate, wie

Trimethyloylpropantri(meth)acrylat.

Neben den zuvor dargelegten (Meth)acrylaten können die zu polymerisierenden Zusammensetzungen auch weitere ungesättigte Monomere aufweisen, die mit den zuvor genannten (Meth)acrylaten copolymerisierbar sind. Im allgemeinen werden diese Verbindungen in einer Menge von 0 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 0 bis 40 Gew.-% und besonders bevorzugt 0 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Monomeren, eingesetzt, wobei die Comonomere einzeln oder als Mischung verwendet werden können.

Hierzu gehören unter anderem 1-Alkene, wie Hexen-1, Hepten-1; verzweigte Alkene, wie beispielsweise Vinylcyclohexan, 3,3-Dimethyl-1-propen, 3-Methyl-1-diisobutylen, 4-Methylpenten-1;

Acrylnitril; Vinylester, wie Vinylacetat;

Styrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstituenten in der Seitenkette, wie z. B. &agr;-Methylstyrol und &agr;-Ethylstyrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstitutenten am Ring, wie Vinyltoluol und p-Methylstyrol, halogenierte Styrole, wie beispielsweise Monochlorstyrole, Dichlorstyrole, Tribromstyrole und Tetrabromstyrole;

Heterocyclische Vinylverbindungen, wie 2-Vinylpyridin, 3-Vinylpyridin, 2-Methyl-5-vinylpyridin, 3-Ethyl-4-vinylpyridin, 2,3-Dimethyl-5-vinylpyridin, Vinylpyrimidin, Vinylpiperidin, 9-Vinylcarbazol, 3-Vinylcarbazol, 4-Vinylcarbazol,

1-Vinylimidazol, 2-Methyl-1-vinylimidazol, N-Vinylpyrrolidon, 2-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpyrrolidin, 3-Vinylpyrrolidin, N-Vinylcaprolactam, N-Vinylbutyrolactam, Vinyloxolan, Vinylfuran, Vinylthiophen, Vinylthiolan, Vinylthiazole und hydrierte Vinylthiazole, Vinyloxazole und hydrierte Vinyloxazole;

Vinyl- und Isoprenylether;

Maleinsäurederivate, wie beispielsweise Maleinsäureanhydrid, Methylmaleinsäureanhydrid, Maleinimid, Methylmaleinimid; und Diene, wie beispielsweise Divinylbenzol.

Die Polymerisation wird im allgemeinen mit bekannten Radikalinitiatoren gestartet. Zu den bevorzugten Initiatoren gehören unter anderem die in der Fachwelt weithin bekannten Azoinitiatoren, wie AIBN und 1,1-Azobiscyclohexancarbonitril, sowie Peroxyverbindungen, wie Methylethylketonperoxid, Acetylacetonperoxid, Dilaurylperoxyd, tert.-Butylper-2-ethylhexanoat, Ketonperoxid, Methylisobutylketonperoxid,

Cyclohexanonperoxid, Dibenzoylperoxid, tert.-Butylperoxybenzoat, tert.-Butylperoxyisopropylcarbonat, 2,5-Bis(2-ethylhexanoyl-peroxy)-2,5-dimethylhexan, tert.-Butylperoxy-2-ethylhexanoat, tert.-Butylperoxy-3,5,5-trimethylhexanoat, Dicumylperoxid, 1,1-Bis(tert.-butylperoxy)cyclohexan,

1,1-Bis(tert.-butylperoxy)3,3,5-trimethylcyclohexan, Cumylhydroperoxid, tert.-Butylhydroperoxid, Bis(4-tert.-butylcyclohexyl)peroxydicarbonat, Mischungen von zwei oder mehr der vorgenannten Verbindungen miteinander sowie Mischungen der vorgenannten Verbindungen mit nicht genannten Verbindungen, die ebenfalls Radikale bilden können.

Diese Verbindungen werden häufig in einer Menge von 0,1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren, eingesetzt.

Bevorzugte Poly(meth)acrylate sind durch Polymerisation von Mischungen erhältlich, die mindestens 20 Gew.-%, insbesondere mindestens 60 Gew.-% und besonders bevorzugt mindestens 80 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der zu polymerisierenden Monomere, Methylmethacrylat aufweisen.

Hierbei können verschiedene Poly(meth)acrylate eingesetzt werden, die sich beispielsweise im Molekulargewicht oder in der Monomerzusammensetzung unterscheiden.

Des weiteren können die Formmassen weitere Polymere enthalten, um die Eigenschaften zu modifizieren. Hierzu gehören unter anderem Polyacrylnitrile, Polystyrole, Polyether, Polyester, Polycarbonate und Polyvinylchloride. Diese Polymere können einzeln oder als Mischung eingesetzt werden, wobei auch Copolymere, die von den zuvor genannten Polymere ableitbar sind, den Formmassen beigefügt werden können. Zu diesen gehören insbesondere Styrol-Acrylnitril-Polymere (SAN), die vorzugsweise den Formmassen in einer Menge von bis zu 45 Gew.-% beigefügt werden.

Besonders bevorzugte Styrol-Acrylnitril-Polymere können durch die Polymerisation von Mischungen erhalten werden, die aus

70 bis 92 Gew.-% Styrol

8 bis 30 Gew.-% Acrylnitril und

0 bis 22 Gew.-% weiterer Comonomere, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der zu polymerisierenden Monomere, bestehen.

In besonderen Ausgestaltungen beträgt der Anteil der Poly(meth)acrylate mindestens 20 Gew.-%, bevorzugt mindestens 60 Gew.-% und besonders bevorzugt mindestens 80 Gew.-%.

Derartig besonders bevorzugte Formmassen sind unter dem Handelsnamen PLEXIGLAS® von der Fa. Röhm GmbH & Co. KG kommerziell erhältlich.

Das Gewichtsmittel des Molekulargewichts Mw der erfindungsgemäß als Matrixpolymere zu verwendenden Homo- und/oder Copolymere kann in weiten Bereichen schwanken, wobei das Molekulargewicht üblicherweise auf den Anwendungszweck und die Verarbeitungsweise der Formmasse abgestimmt wird. Im allgemeinen liegt es aber im Bereich zwischen 20 000 und 1 000 000 g/mol, vorzugsweise 50 000 bis 500 000 g/mol und besonders bevorzugt 80 000 bis 300 000 g/mol, ohne dass hierdurch eine Einschränkung erfolgen soll.

Als Farbmittel wurden folgende Stoffe eingesetzt:

  • – Cromophtalbraun 5R, Fa. Ciba Specialty Chemicals
  • – Sandoplastrotviolett R, Fa. Clariant
  • – Thermoplastblau 684, Fa. BASF
  • – Ultramarinblau 31, Fa. Nubiola
  • – Bayferrox 180 M, Fa. Bayer
  • – Bayferrox 645 T, Fa. Bayer
  • – Microlithgrün GA, Fa. Ciba Specialty Chemicals
  • – Farbruss FW1, Fa. Degussa
  • – PK 24-10204, Fa. Ferro
  • – PK 10456, Fa. Ferro
  • – Titandioxid CL 2220, Fa. Kronos

Einfärbung der Formmassen:

Farbmittel und Formmassen wurden mittels Walzen homogenisiert. Die Zusammensetzungen der einzelnen Beispiele sind in Anlage 1 dokumentiert. Daneben wurde eine 3mm dicke Plexiglas® GS Weiß 003 Platte (40 mm 21 mm) verwendet (s. Prüfung der Formmassen). In der Gussplatte, bestehend aus PMMA, ist als farbgebendes, IR-reflektierendes Pigment 1,5% Titandioxid CL 2220 enthalten.

Die Restmengen auf 100 Gew.-% sind PLEXIGLAS® 7N.

Prüfung der Formmassen:

Aus den eingefärbten Formmassen wurden Pressplättchen in einer Dicke von 0,5 mm mit Hilfe einer Presse hergestellt. Die entsprechenden Prüfkörper wurden nach folgenden Methoden geprüft: Aufheizverhalten: Die Probe mit 50 mm Durchmesser und 0,5 mm Dicke wurde auf einen Rohacell® Würfel von 50 mm Kantenlänge platziert. Unter die Probenmitte war mit Tesa® Film ein Thermoelement von 0,5 mm Durchmesser fixiert. In das Rohacell® war eine 3 mm dicke Plexiglas® GS Weiß 003 Platte (40 mm·21 mm) eingepresst. Die Probe mit Thermoelement wurde hierauf mit beidseitig klebendem Tesa® Fotostrip befestigt. Die Bestrahlung der Probe erfolgte mit einer Glühlampe 60 W mit 220V geregelt (Wechselspannungs-Stabilisator). Senkrechter Abstand zwischen Unterkante Glaskolben und Probe 50 mm. Nach 20 Minuten Bestrahlung wurde die Temperatur abgelesen. Die Messung der Aufheizung erfolgte in Anlehnung an die Norm ASTM D4803-97. Lichtreflektion: Spektren gemessen am Perkin Elmer Lambda 19. Hierzu wurden die Prüfkörper mit und teilweise ohne die 3 mm dicke Plexiglas GS Weiß 003 Platte vermessen.

Die Ergebnisse des Aufheizverhaltens der Prüfkörper sind in Tabelle 2 zu sehen.

Die Reflektionsspektren sind in Tabelle 3 (Braunfarben mit 3 mm dicker Plexiglas GS Weiß 003 Platte), Tabelle 4 (Schwarzfarben mit 3 mm dicker Plexiglas GS Weiß 003 Platte) und Tabelle 5 (Braunfarben ohne 3 mm dicke Plexiglas GS Weiß 003 Platte) zu sehen.

Anhand der Beispiele erkennt man deutlich die Verbesserungen, welche durch die hier beschriebene Erfindung erreicht werden:

  • – In Tabelle 2 erkennt man, dass die Aufheizrate bei den erfindungsgemäßen braunen Pressplättchen (Beispiel 1, 2, 3) besser ist als Vergleich 2 (braunes Pressplättchen, dass mit einem anorganisch IR-absorbierenden Farbmittel hergestellt ist) und vergleichbar mit Vergleich 1 (verwendetes Farbmittel ist hier IR-durchlässig – IR-Reflektion erfolgt an der weißen Plexiglas GS Platte) ist. Auch erkennt man an dem erfindungsgemäßen schwarzen Pressplättchen (Beispiel 4), dass hier die Aufheizrate deutlich besser (niedriger) ist als bei den Vergleichen 3 und 4.
  • – In den Tabellen 3 und 4 erkennt man deutlich, dass die erfindungsgemäßen Pressplättchen bezogen auf den jeweiligen Farbton das IR-Licht (Wellenlänge > 700 nm) deutlich besser reflektieren als die Vergleiche. Als Ausnahme gilt hier Vergleich 1 – hier geschieht allerdings die Reflektion an der weißen Plexiglas® GS Platte.
  • – In Tabelle 5 erkennt man deutlich, dass die erfindungsgemäßen braunen Pressplättchen auch ohne die hinterliegende Plexiglas® GS Platte das IR-Licht deutlich besser als die Vergleiche reflektieren.


Anspruch[de]
  1. Verwendung von anorganischen Pigmenten zur Herstellung von dunkelfarbigen Formmassen hauptsächlich aus Polymethyl(meth)acrylat, dadurch gekennzeichnet, dass die anorganischen Pigmente IR-reflektierend sind und dass der daraus hergestellte Formkörper eine Aufheizrate von weniger als 50°C/20 min aufweist.
  2. Verwendung von anorganischen Pigmenten zur Herstellung von dunkelfarbigen Formmassen nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der daraus hergestellte Formkörper eine Aufheizrate von weniger als 45°C/20 min aufweist.
  3. Verwendung von anorganischen Pigmenten zur Herstellung von dunkelfarbigen Formmassen nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der daraus hergestellte Formkörper eine Aufheizrate von weniger als 40°C/20 min aufweist.
  4. Verwendung von anorganischen Pigmenten zur Herstellung von dunkelfarbigen Formmassen nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Formmasse aus einer Mischung aus Polymethyl(meth)acrylat und bis zu 45 Gew.-% einer weiteren Matrix aus

    – 70–92 Gew.-% Styrol

    – 8–30 Gew.-% Acrylnitril

    – 0–22 Gew.-% weiterer Comonomere

    und anorganischen Pigmenten besteht.
  5. Verwendung der dunkelfarbigen Formmassen nach den Ansprüchen 1–4 zur Herstellung von Kunststoffformkörpern.
  6. Verwendung des Kunststoffformkörper nach Anspruch 5 zum Beschichten von Kunststoffformkörpern, dadurch gekennzeichnet, dass man den Kunststoffformkörper mit Hilfe üblicher Methoden auf den zweiten Kunststoffformkörper aufbringt.
  7. Verwendung des Kunststoffformkörpern nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man auf den Kunststoffformkörper mit Hilfe üblicher Methoden mindestens eine weitere Kunststoffschicht aufbringt.
  8. IR-reflektierend ausgerüstete Formmassen aus Polymethyl(meth)acrylat, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge an PMMA-Formmasse zwischen 95 und 99,5 Masse-% beträgt und die Menge an IR-reflektierendem Pigment zwischen 5 und 0,5 Masse-% beträgt.
  9. IR-reflektierend ausgerüstete Formmasse aus PMMA und weiteren Polymeren

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Formmasse aus 90–40 Gew.-% aus PMMA besteht und von 0–45 Gew.-% aus einer Matrix aus

    – 70–72 Gew.-% aus Polystyrol

    – 8–30 Gew.-% Polyacrylnitril und

    – 0–22 Gew.-% weiteren Copolymeren und

    – 0,5–5 Gew.-% IR-reflektierendem Pigment besteht.
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