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Dokumentenidentifikation DE102004058184A1 08.06.2006
Titel 3/2-Wegeventil
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Frasch, Juergen, 71088 Holzgerlingen, DE;
Dutt, Andreas, 70469 Stuttgart, DE
DE-Anmeldedatum 02.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004058184
Offenlegungstag 08.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2006
IPC-Hauptklasse F02M 47/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird ein 3/2-Wegeventil zum Ansteuern eines Injektors einer Einspritzanlage vorgeschlagen, das vollständig druckausgeglichen ist und somit ein sehr günstiges Betriebsverhalten aufweist. Auch ist das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil sehr einfach aufgebaut.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein 3/2-Wegeventil zur Steuerung der Einspritzung von Kraftstoff in einem Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine, mit einem in einer Stufenbohrung eines Gehäuses geführten Steuerkolben, wobei an dem Gehäuse ein erster Ventilsitz und ein zweiter Ventilsitz ausgebildet sind, die mit dem Steuerkolben zusammenwirken.

Ein derartiges 3/2-Wegeventil ist bspw. aus der DE 197 24 637 A1 bekannt. In Common-Rail-Einspritzsystemen fördert eine Hochdruckpumpe den Kraftstoff in den zentralen Hochdruckspeicher, der als Common-Rail bezeichnet wird. Von dem Rail führen Hochdruckleitungen zu den einzelnen Injektoren, die den Motorzylindern zugeordnet sind. Die Injektoren werden einzeln von der Motorelektronik angesteuert. Wenn das Steuerventil öffnet, gelangt mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff an der gegen die Vorspannkraft einer Düsenfeder abgehobenen Düsennadel vorbei in den Verbrennungsraum.

Bei einem erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventil zur Steuerung der Einspritzung von Kraftstoff in einem Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine, mit einem in einer Stufenbohrung eines Gehäuses geführten Steuerkolben, wobei an dem Gehäuse ein erster Ventilsitz und ein zweiter Ventilsitz ausgebildet sind, die mit dem Steuerkolben zusammenwirken, ist vorgesehen, dass die Stufenbohrung einen ersten Abschnitt, einen zweiten Abschnitt und einen dritten Abschnitt aufweist, dass der Durchmesser der Stufenbohrung im ersten Abschnitt dem Durchmesser der Stufenbohrung im dritten Abschnitt entspricht, dass der Durchmesser der Stufenbohrung im zweiten Abschnitt kleiner als der Durchmesser der Stufenbohrung im ersten und im dritten Abschnitt ist, dass an dem Übergang zwischen erstem Abschnitt und zweitem Abschnitt der Stufenbohrung ein erster Ventilsitz ausgebildet ist, dass an dem Übergang zwischen zweitem Abschnitt und drittem Abschnitt der Stufenbohrung ein zweiter Ventilsitz ausgebildet ist, und dass der Steuerkolben in dem ersten Abschnitt und in dem dritten Abschnitt der Stufenbohrung dichtend geführt ist.

Vorteile der Erfindung

Durch die erfindungsgemäße Ausbildung als Sitz/Sitz-Ventil ist das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil sowohl bezüglich des am Ventil anliegenden Hochdrucks als auch bezüglich des am Ventil anliegenden Niederdrucks vollständig ausgeglichen. Dadurch werden die Schaltzeiten und/oder die Stellkräfte verringert. Durch den Niederdruckausgleich ist das erfindungsgemäße Ventil unempfindlich gegenüber Druckschwingungen im Niederdruckbereich des Einspritzsystems, was sich vorteilhaft auf das Schaltverhalten und die Genauigkeit mit der eine vorgegebene Kraftstoffmenge eingespritzt werden kann auswirkt. Außerdem können die zu steuernden Zumess- bzw. Absteuerquerschnitte in weiten Grenzen frei gestaltet werden, so dass sich mit dem erfindungsgemäßen 3/2-Wege-Zumessventil kurze Steuerzeiten realisieren lassen.

Der erfindungsgemäß sehr einfache Aufbau erlaubt eine kostengünstige und weitestgehend automatisierbare Fertigung. Dadurch können die erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventile mit höchster Präzision und sehr geringer Streuung des Betriebsverhaltens hergestellt werden.

Bei einer Variante des erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils ist vorgesehen, dass der Steuerkolben in einer ersten Schaltstellung eine hydraulische Verbindung zwischen einem Injektor und einem Kraftstoffrücklauf freigibt, und dass der Steuerkolben in einer zweiten Schaltstellung eine hydraulische Verbindung zwischen Injektor und einem Kraftstoffhochdruckspeicher freigibt. Dies wird Vorteilhafterweise dadurch erreicht, dass ein Kraftstoffrücklauf in den ersten Abschnitt der Stufenbohrung mündet, dass ein Hochdruckanschluss des Injektors in den zweiten Abschnitt der Stufenbohrung mündet und dass zwischen dem dritten Abschnitt der Stufenbohrung und dem Kraftstoffhochdruckspeicher eine hydraulische Verbindung besteht. Dadurch übernehmen die verschiedenen Abschnitte der Stufenbohrung nicht nur die Führung des Steuerkolbens, sondern dienen gleichzeitig auch zur hydraulischen Schaltung der drei Anschlüsse des erfindungsgemäßen Ventils, was den Aufbau weiter vereinfacht.

Um die Montage und Herstellung des erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils zu vereinfachen, ist in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung vorgesehen, dass der Steuerkolben eine Hülse umfasst, dass die Hülse in dem ersten Abschnitt der Stufenbohrung dichtend geführt wird und dass an der Hülse ein mit dem ersten Ventilsitz im Gehäuse zusammenwirkender Absatz vorhanden ist. Dadurch ist es möglich, den Hub des Steuerkolbens zwischen dem ersten Ventilsitz und dem zweiten Ventilsitz schon bei der Herstellung des Gehäuses, des Steuerkolbens und der Hülse festzulegen und auf eine Paarung geeigneter Bauteile in der Montage zu verzichten.

Vorteilhafterweise kann ein Anker eines Elektromagneten, der zur Betätigung des erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils dient, fest mit dem Steuerkolben und/oder der Hülse verbunden sein. Diese Verbindung kann beispielsweise durch einen Umformprozess, durch Schälnieten, Schweißen oder eine Pressverbindung erfolgen.

In jedem Fall wird durch eine fertigungstechnisch einfach beherrschbare Verbindung der Anker an einer geeigneten Position so an der Hülse oder dem Steuerkolben befestigt, dass der Steuerkolben von einer ersten Schaltstellung in eine zweite Schaltstellung bewegt werden kann und ein gegebenenfalls erforderlicher Restluftspalt zur Wicklung des Elektromagneten eingehalten wird. Gleichzeitig wird dadurch auch die Hülse am Ventilglied fixiert. Auch diese Ausgestaltung erlaubt eine einfache und vollständig automatisierbare Fertigung und Montage.

Damit der Steuerkolben bei stromlos geschaltetem Elektromagneten stets eine definierte Schaltstellung einnimmt, kann zwischen dem Gehäuse und dem Steuerkolben eine Feder, insbesondere eine Druckfeder, vorgesehen sein, die den Steuerkolben mit einer Kraft beaufschlagt, welche den Steuerkolben in Richtung des ersten Ventilsitzes zu bewegen sucht.

Wegen des vollständigen Druckausgleichs des erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils können Vorspannung und Federrate dieser Druckfeder sehr klein sein.

Um die Vorspannung bestmöglich einzustellen, kann erfindungsgemäß zwischen Gehäuse und Druckfeder eine Einstellplatte vorgesehen sein. Über die Dicke dieser Einstellplatte kann die Vorspannung der Druckfeder eingestellt sein.

Alternativ kann das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil auch von einem Piezoaktor oder hydraulisch gesteuert werden.

Das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil kann bevorzugt in Verbindung mit einem Injektor, einer Pumpe-Düse-Einheit, einer Pumpe-Leitung-Düse-Einheit oder einer Einspritzdüse verwendet werden.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen sind der nachfolgenden Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen entnehmbar. Alle in der Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen beschriebenen Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.

Zeichnungen

Es zeigen:

1 die schematische Darstellung eines Common-Rail-Einspritzsystems;

2 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils und

3 ein Detail aus 2

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

In 1 ist ein Common-Rail-Einspritzsystem schematisch dargestellt. Aus einem Kraftstofftank 1 wird Kraftstoff mit Hilfe einer Pumpeinheit 2 in einen Kraftstoffhochdruckspeicher 3 gefördert und mit Hochdruck beaufschlagt. Der mit Hochdruck beaufschlagte Kraftstoff wird dann bedarfsabhängig den einzelnen Zylindern der zu versorgenden Brennkraftmaschine zugeteilt. Die Einspritzung des mit Hochdruck beaufschlagten Kraftstoffs erfolgt durch Injektoren 4, 5, 6 und 7.

In 1 ist aus Gründen der Übersichtlichkeit nur der Injektor 7 dargestellt. Die Versorgung des Injektors 7 mit Kraftstoff erfolgt über ein Zumess- oder Steuerventil 8. Das Zumessventil 8 kann, unabhängig von der gewählten Ausführungsform, als eigenständige Baugruppe ausgelegt sein. Dadurch ist es möglich, das Ventil beliebig zwischen dem Kraftstoffhochdruckspeicher und einem Düsenhalter anzubauen, wodurch eine freie Wahl der Leitungslängen zwischen Kraftstoffhochdruckspeicher und Zumessventil und zwischen Zumessventil und Düsenhalter besteht. Alternativ kann das Zumessventil 8 auch in den Injektor 7 integriert werden.

Bei dem Zumessventil 8 handelt es sich um ein 3/2-Wegeventil, das beispielsweise elektromagnetisch betätigt wird. Der Hochdruckanschluss 10 des Injektors 7 ist in der in 1 dargestellten ersten Schaltstellung des 3/2-Wegeventils 8 mit einem Kraftstoffrücklauf 9 verbunden. Außerdem ist in der ersten Schaltstellung die Verbindung zwischen dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 und einem Hochdruckanschluss 10 des Injektors 7 unterbrochen. Die Hochdruckleitung zwischen dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 und dem 3/2-Wegeventil 8 hat in 1 das Bezugszeichen 15.

Wenn das Zumessventil 8 von einem nicht dargestellten Steuergerät in geeigneter Weise angesteuert wird, schaltet es in die zweite, in 1 nicht dargestellte, Schaltstellung um. In der zweiten Schaltstellung ist der Hochdruckanschluss 10 des Injektors 7 über die Hochdruckleitung 15 mit dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 verbunden. In der zweiten Schaltstellung gelangt mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff aus dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 über den Hochdruckanschluss 10 in einen Druckraum 11, der in dem Injektor 7 ausgebildet ist, hebt eine gegen eine Düsenfeder 13 vorgespannte Düsennadel 12 von ihrem Sitz ab und mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff wird in den Brennraum 14 der zu versorgenden Brennkraftmaschine eingespritzt.

In 2 ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils 8 dargestellt. Das 3/2-Wegeventil 8 umfasst ein zweiteiliges Gehäuse 20a und 20b. In dem Gehäuseteil 20a ist eine Stufenbohrung 22 vorhanden, die unter anderem einen ersten Abschnitt 24, einen zweiten Abschnitt 26 und einen dritten Abschnitt 28 aufweist. Die Durchmesser des ersten Abschnitts 24 und des dritten Abschnitts 28, die in 2 mit dem Bezugszeichen D1 versehen wurden, sind gleich. Demgegenüber ist der Durchmesser D2 des zweiten Abschnitts 26 der Stufenbohrung 22 kleiner als der Durchmesser D1.

Die Durchmesserveränderung beim Übergang vom ersten Abschnitt zum zweiten Abschnitt und beim Übergang vom zweiten Abschnitt zum dritten Abschnitt sind als Ventilsitze ausgebildet. An dem Übergang zwischen dem ersten Abschnitt und dem zweiten Abschnitt 26 ist ein erster Ventilsitz 30 im Gehäuse 20a ausgebildet. Am Übergang zwischen zweitem Abschnitt 26 und drittem Abschnitt 28 ist ein zweiter Ventilsitz 32 ausgebildet.

In der Stufenbohrung 22 ist ein Steuerkolben 34 angeordnet. Zu dem Steuerkolben 34 gehört auch eine Hülse 36, die fest mit dem Steuerkolben 34 verbunden ist.

Im Bereich des dritten Abschnitts 28 ist der Steuerkolben 34 direkt in der Stufenbohrung 22 dichtend geführt, während der Steuerkolben im Bereich des ersten Abschnitts und des ersten Abschnitts 24 über die Hülse 36 in der Stufenbohrung 22 dichtend, aber dennoch beweglich geführt ist.

Im Bereich des zweiten Abschnitts 26 hat der Steuerkolben 34 einen Durchmesser, der kleiner ist als der Durchmesser D2 des zweiten Abschnitts 26. Das Ende der Hülse 36 an dem Übergang zwischen dem ersten Abschnitt 24 und dem zweiten Abschnitt 26 wirkt mit dem ersten Ventilsitz 30 im Gehäuse 20a zusammen. Die Durchmesseränderungen des Steuerkolbens 34 im Bereich des Übergangs zwischen dem zweiten Abschnitt 26 und dem dritten Abschnitt 28 wirkt mit dem zweiten Ventilsitz im Gehäuse 20a zusammen.

Oberhalb des ersten Ventilsitzes 30 ist im Bereich des ersten Abschnitts 24 der Stufenbohrung 22 ein erster Ringraum 38 vorgesehen, der eine Verbindung zu dem Kraftstoffrücklauf 9 aufweist.

Ein zweiter Ringraum 40, der von dem zweiten Abschnitt 26 der Stufenbohrung 22 begrenzt wird, ist hydraulisch mit dem Hochdruckanschluss 10 des Injektors 7 verbunden.

Im Bereich des dritten Abschnitts 28 der Stufenbohrung 22 ist ein dritter Ringraum 42 vorhanden, der hydraulisch mit der Hochdruckleitung 15 und dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 verbunden ist.

Alternativ kann die hydraulische Anbindung des 3/2-Wegeventils 8 auch getauscht werden. Dann wird der erste Ringraum 38 mit dem Hochdruckanschluss 10 und der dritte Ringraum 42 mit dem Kraftstoffrücklauf 9 verbunden.

Im unteren Teil 20b des Gehäuses ist eine Druckfeder 44 vorgesehen, die sich über eine Einstellplatte 46 einenends am Gehäuse 20b und anderenends an dem Steuerkolben 34 abstützt. Der im unteren Teil 20b ausgesparte Teil der Stufenbohrung 22, welcher zur Aufnahme der Druckfeder 44 und der Einstellplatte 46 dient, ist mit dem Kraftstoffrücklauf 9 verbunden, so dass eventuell aufgetretene Leckagemengen abgeführt werden können.

An dem in 2 oberen Ende der Stufenbohrung 22 ist ein Elektromagnet 48 vorgesehen. Dieser Elektromagnet 48 weist eine Magnetscheibe 52, eine Spule 54, einen Magnettopf 56 und einen Anker 50 auf. Der Anker 50 ist fest mit dem Steuerkolben 34 verbunden und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Hülse 36 auf dem Steuerkolben 34 fixiert wird. Die elektrischen Kontakte des Elektromagneten 48 sind in 2 mit dem Bezugszeichen 58 versehen. Der Elektromagnet 48 wird, mit Ausnahme des Ankers 50, durch eine Unterlegscheibe 60 und eine Tellerfeder 62 in der Stufenbohrung 22 fixiert.

Das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil arbeitet wie folgt:

Wenn der Elektromagnet 48 stromlos geschaltet ist, bewegt die Druckfeder 44 den Steuerkolben 34 in 2 nach oben, bis der Durchmessersprung am Übergang zwischen drittem Abschnitt 28 und zweitem Abschnitt 26 an dem zweiten Ventilsitz 32 aufliegt. Dadurch ist die hydraulische Verbindung zwischen dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 und dem Hochdruckanschluss 10 des Injektors unterbrochen. Da in dieser ersten Schaltstellung die Hülse 36 nicht am ersten Ventilsitz 30 aufliegt, ist eine hydraulische Verbindung zwischen dem Hochdruckanschluss 10 des Injektors und dem Kraftstoffrücklauf 9 hergestellt. In anderen Worten: Der Injektor 7 ist in dieser Schaltstellung drucklos.

Sobald der Elektromagnet 48 bestromt wird, wirkt eine elektromagnetische Kraft auf den Anker 50. Diese Kraft überträgt der Anker auf den Steuerkolben 34 und bewegt ihn entgegen der Vorspannkraft der Druckfeder 44 in 2 nach unten. Diese Bewegung wird so lange fortgeführt, bis die Hülse 34 auf dem ersten Ventilsitz 30 aufliegt und somit die hydraulische Verbindung zwischen Hochdruckanschluss 10 des Injektors 7 und Kraftstoffrücklauf 9 unterbrochen wird. Gleichzeitig führt diese Bewegung des Steuerkolbens dazu, dass eine hydraulische Verbindung zwischen dem Kraftstoffhochdruckspeicher 3 und dem Hochdruckanschluss 10 des Injektors 7 hergestellt wird, weil der Steuerkolben 34 vom zweiten Ventilsitz 32 abhebt. Durch den hohen Druck, der sich nun im Injektor 7 einstellt, wird die Düsennadel 12 geöffnet und Kraftstoff wird in den Brennraum 14 eingespritzt.

Um die Einspritzung zu beenden, wird der Elektromagnet 48 wieder stromlos geschaltet, so dass die Druckfeder 44 den Steuerkolben 34 in die in 2 dargestellte erste Schaltstellung bringt.

Da das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil 8 sowohl hochdruckseitig als auch niederdruckseitig vollständig druckausgeglichen ist, genügen sehr kleine Stellkräfte, um das 3/2-Wegeventil 8 sehr schnell von einer Schaltstellung in die andere zu bringen. Dadurch ergeben sich eine sehr kompakte Bauweise und sehr kurze Steuerzeiten. Wegen des Druckausgleichs, insbesondere im Niederdruckbereich, können auch Druckschwingungen im Kraftstoffrücklauf 9 das Betriebsverhalten des erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventils nicht negativ beeinflussen.

Im Ergebnis ist mit dem erfindungsgemäßen 3/2-Wegeventil 8 eine sehr schnelle und präzise Ansteuerung des Injektors 7 möglich. Außerdem ist das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil 8 sehr einfach aufgebaut, so dass es in großen Stückzahlen zu günstigen Kosten und weitestgehend vollautomatisch hergestellt und montiert werden kann.

Wegen der geringen Stellkräfte ist in der Regel eine hydraulische Betätigung des 3/2-Wegeventils nicht erforderlich. Trotzdem kann das erfindungsgemäße 3/2-Wegeventil bei Bedarf auch hydraulisch oder durch einen Piezoaktor (beides nicht dargestellt) betätigt werden.


Anspruch[de]
  1. 3/2-Wegeventil zur Steuerung der Einspritzung von Kraftstoff in einem Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine, mit einem in einer Stufenbohrung (22) eines Gehäuses (20a, b) geführten Steuerkolben (34), wobei an dem Gehäuse (20a) ein erster Ventilsitz (30) und ein zweiter Ventilsitz (32) ausgebildet sind, die mit dem Steuerkolben (34) zusammenwirken, dadurch gekennzeichnet, dass die Stufenbohrung (22) einen ersten Abschnitt (24), einen zweiten Abschnitt (26) und einen dritten Abschnitt (28) aufweist, dass der Durchmesser (D1) der Stufenbohrung (22) im ersten Abschnitt (24) dem Durchmesser (D1) der Stufenbohrung (22) im dritten Abschnitt (28) entspricht, dass der Durchmesser (D2) der Stufenbohrung (22) im zweiten Abschnitt (26) kleiner als der Durchmesser (D1) der Stufenbohrung (22) im ersten und im dritten Abschnitt (24, 28) ist, dass der erste Ventilsitz (30) an dem Übergang zwischen erstem Abschnitt (24) und zweitem Abschnitt (26) der Stufenbohrung (22) ausgebildet ist, dass der zweite Ventilsitz (32) an dem Übergang zwischen zweitem Abschnitt (26) und drittem Abschnitt (28) der Stufenbohrung (22) ausgebildet ist, und dass der Steuerkolben (34) in dem ersten Abschnitt (24) und in dem dritten Abschnitt (28) der Stufenbohrung (22) dichtend geführt ist.
  2. 3/2-Wegeventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (34) in einer ersten Schaltstellung eine hydraulische Verbindung zwischen einem Injektor (7) und einem Kraftstoffrücklauf (9) freigibt, und dass der Steuerkolben (34) in einer zweiten Schaltstellung eine hydraulische Verbindung zwischen Injektor (7) und einem Kraftstoffhochdruckspeicher (3) freigibt.
  3. 3/2-Wegeventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftstoffrücklauf (9) in den ersten Abschnitt (24) der Stufenbohrung (22) mündet, dass ein Hochdruckanschluss (10) des Injektors (7) in den zweiten Abschnitt (24) der Stufenbohrung (22) mündet, und dass zwischen dem dritten Abschnitt (28) der Stufenbohrung (22) und dem Kraftstoffhochdruckspeicher (3) eine hydraulische Verbindung (15) besteht.
  4. 3/2-Wegeventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (34) eine Hülse (36) umfasst, dass die Hülse (36) in dem ersten Abschnitt (24) der Stufenbohrung (22) geführt wird, und dass an der Hülse (36) ein mit dem ersten Ventilsitz (30) im Gehäuse (20a) zusammenwirkender Absatz vorhanden ist.
  5. 3/2-Wegeventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anker (50) eines Elektromagneten (48) fest mit dem Steuerkolben (34) und/oder der Hülse (36) des Steuerkolbens (34) verbunden ist.
  6. 3/2-Wegeventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (34), der Anker (48) und/oder der Steuerkolben (34) durch einen Umformprozess, durch Schälnieten, Schweißen oder eine Pressverbindung miteinander verbunden sind.
  7. 3/2-Wegeventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Gehäuse (20b) und dem Steuerkolben (34) eine Feder, insbesondere eine Druckfeder (44), vorgesehen ist, und dass die Feder den Steuerkolben (34) mit einer Kraft beaufschlagt, die den Steuerkolben (34) in Richtung des ersten Ventilsitzes (30) zu bewegen sucht.
  8. 3/2-Wegeventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das 3/2-Wegeventil von einem Piezoaktor oder hydraulisch gesteuert wird.
  9. 3/2-Wegeventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung in Verbindung mit einem Injektor (7), einer Pumpe-Düse-Einheit, einer Pumpe-Leitung-Düse-Einheit oder einer Einspritzdüse.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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