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Dokumentenidentifikation DE102004058311A1 08.06.2006
Titel Fugenfüllmaterial
Anmelder Voß, Stefan, 28755 Bremen, DE
Erfinder Esser, Rudolf, 28215 Bremen, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner Anwaltssozietät GbR, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 02.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004058311
Offenlegungstag 08.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2006
IPC-Hauptklasse C04B 14/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Fugenfüllmaterial, insbesondere Fugenmörtel, für plattenförmige Bauteile aus einem Bindemittel und aus einem Zuschlagstoff. Erfindungsgemäß besteht der Zuschlagstoff im Wesentlichen aus Glasperlen.
Des Weiteren ist das Fugenfüllmaterial zur Herstellung eines (farbigen) Klebers für plattenförmige Bauteile und zur Herstellung einer (farbigen) Dehnungsfuge geeignet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fugenfüllmaterial, insbesondere einen Fugenmörtel, für plattenförmige Bauteile gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung des Fugenfüllmaterials zur Herstellung eines Klebers bzw. einer Dehnungsfuge.

Die in Rede stehenden Fugenfüllmaterialien bestehen in der Regel aus Bindemittel und Zuschlagstoff(en). Gegebenenfalls werden noch Zusatzmittel zur Erzielung besonderer Effekte oder besonderer Eigenschaften zugegeben. Die Fugenfüllmaterialien eignen sich zur Verfugung von zwischen benachbarten plattenförmigen Bauteilen angeordneten Fugen im Boden-, Wand- oder Deckenbereich von Bauwerken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bekannte Fugenfüllmaterialen der eingangs genannten Art weiterzuentwickeln.

Zur Lösung dieser Aufgabe weist das erfindungsgemäße Fugenfüllmaterial einen Zuschlagstoff auf, der im Wesentlichen aus Glasperlen besteht. Im Unterschied zu Fugenfüllmaterialien, die aus gebrochenen Zuschlagstoffen bestehen, lässt sich das erfindungsgemäße Fugenfüllmaterial aufgrund des perlenförmigen Zuschlagstoffs sehr leicht verarbeiten.

Vorzugsweise weisen die Glasperlen derartige Durchmesser auf, dass das (abgebundene) Fugenfüllmaterial eine glatte, insbesondere glasartige Oberfläche aufweist. Es wird insbesondere vorgeschlagen, durch Verwendung entsprechender Durchmesser des Zuschlagstoffes eine besonders glatte Oberfläche zu erstellen. Vorzugsweise erfolgt dies dadurch, dass die Glasperlen einen maximalen Durchmesser aufweisen, der kleiner als 150 &mgr; ist. Das Fugenfüllmaterial ist damit besonders leicht zu reinigen. Insbesondere lassen sich wegen der glatten Oberfläche Verschmutzungen, wie Graffiti, besonders leicht entfernen. Das Fugenfüllmaterial eignet sich somit insbesondere zum Einsatz in graffitigefährdeten Flächen im Außenbereich

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Zuschlagstoff zur Einfärbung des Fugenfüllmaterials wenigstens teilweise colorierende Eigenschaften aufweist und dass das Bindemittel transparent oder im Wesentlichen transparent ist. Auf diese Weise kann ein farbiges Fugenfüllmaterial zur Verfügung gestellt werden, wobei die Farbe nicht durch Zugabe von Pigmenten oder dergleichen zum Bindemittel erzielt wird, sondern durch besondere Eigenschaften des Zuschlagstoffes, also der Glasperlen. Die auf diese Weise hergestellte Fuge ist im Ergebnis einerseits farbig, andererseits aber auch transparent durchscheinend, etwa in Art eines eingefärbten Glases. Auch die Oberfläche ist "glasartig". Das Fugenfüllmaterial weist damit auch ein ansprechendes Äußeres auf und ermöglicht die Erzielung besonderer optischer Wirkungen.

In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind wenigstens einige Glasperlen transparent oder im Wesentlichen transparent ausgebildet. Maßnahmen zur Erzielung der colorierenden Wirkung oder besonderer Eigenschaften sind Gegenstand von Unteransprüchen.

Weiterhin kann das erfindungsgemäße Fugenfüllmaterial bei der Herstellung eines Klebers für plattenförmige Bauteile oder einer Dehnfuge zum Einsatz kommen.

Beschreibung von Ausführungsbeispielen:

Bei der Herstellung eines Fugenfüllmaterials kommt ein transparentes oder im Wesentlichen transparentes Bindemittel zum Einsatz, dass diese Eigenschaft wenigstens nach dem Abbinden des Fugenfüllmaterials aufweist. Denkbar ist beispielsweise der Einsatz folgender Bindemittel:

  • – (2-Komponenten) Epoxydharz
  • – Acrylate
  • – Wasserglas
  • – Polyester
  • – (1-Komponenten oder 2-Komponenten) Polyurethane
  • – redispergierbare (Pulver-)Dispersion

Demnach wird vorgeschlagen vorzugsweise zementfreie Bindemittel zu verwenden. Auf diese Weise können die mit dem Fugenfüllmaterial hergestellten Fugen säurebeständig bzw. chemikalienbeständig sein und auch mit scharfen Reinigungsmitteln behandelt werden.

Als Zuschlagstoff kommen transparente oder im Wesentlichen transparente Glasperlen zum Einsatz. Der maximale Durchmesser der Glasperlen sollte 150 &mgr;m nicht überschreiten. Den Glasperlen kann auch ein geringer Anteil, insbesondere von weniger als 20 % Glasmehl bzw. Quarzmehl als Füllstoff zugegeben werden. Vorzugsweise werden Glasperlen mit unterschiedlichen Durchmessern benutzt, so dass die Oberfläche der Fuge möglichst glatt ist. Die Glasperlen können mit Silane (beispielsweise Fabr. GENIOSIL®) beschichtet sein, um die Haftung zu erhöhen. Die Glasperlen können auch antistatisch ausgerüstet sein.

Zur Erzielung einer colorierenden Wirkung können folgende Maßnahmen einzeln oder in sinnvoller Kombination miteinander vorgesehen sein:

  • – die Glasperlen können opak durchgefärbt sein,
  • – die Glasperlen können mit einer vorzugsweise lösungsmittelbeständigen Oberflächenbeschichtung versehen sein,
  • – die Glasperlen können mit einer vorzugsweise eingebrannten Oberflächenfärbung versehen sein,
  • – die Glasperlen können vorzugsweise lösungsmittelbeständig silberbeschichtet sein und insbesondere eine zusätzliche Silanesierung aufweisen,
  • – die Glasperlen können irisierend bedampft sein,
  • – die Glasperlen können mit einer lösungsmittelbeständigen Tagesleuchtfarbe beschichtet sein.

Aufgrund der Transparenz des Bindemittels bleibt die colorierende Wirkung des Zuschlagstoffes, d.h. die Farbgebung bzw. Effektgebung der Glasperlen sichtbar. Dies ermöglicht die Herstellung von farbigen Fugen, die einerseits eine gewisse Transparenz. bzw. Durchsichtigkeit aufweisen und andererseits farblich oder anderweitig gestaltet sind, beispielsweise etwa wie ein eingefärbtes Glas. Zudem ist die Oberfläche mit einem geschlossenen, glatten Gefüge ausgestattet, so dass insbesondere aufgesprühte Farbpigmente nicht in die Fuge eindringen können und/oder leicht von der Oberfläche der Fuge entfernt werden können.

Die Farb- bzw. Effektgebung des Fugenfüllmaterials bzw. der daraus hergestellten Fuge wird demnach nicht dadurch erzielt, dass dem Bindemittel ein Pigment zugegeben wird, sondern über eine besondere Ausstattung bzw. Behandlung der Glasperlen.

Um den gewünschten Effekt zu erzielen müssen nicht Glasperlen entsprechend ausgestattet sein. Es kann ausreichend sein nur Glasperlen ab einer bestimmten Größe zu behandeln und beispielsweise sehr kleine Glasperlen und das Glasmehl bzw. das Quarzmehl transparent zu belassen.

Weiterhin besteht die Möglichkeit die Glasperlen mit Nanotechnik zu behandeln, beispielsweise mit Nanopool®, um die Fuge wasserabweisend zu machen. Dies erhöht zusätzlich den Schutz gegen Graffitis.

Als Einsatzgebiet für das erfindungsgemäße Fugenfüllmaterial sind beispielsweise folgende plattenförmigen Beläge denkbar:

  • – keramische Fliesenbeläge
  • – Glasmosaik
  • – Natursteine, Marmor, Granit etc.
  • – PVC-, PUR- oder Melaninharzplatten
  • – Pflastermörtel
  • – Cottobeläge
  • – Steingut (glasiert und unglasiert)
  • – Steinzeug (glasiert und unglasiert)
  • – Spaltplatten

Selbstverständlich sind auch andere Beläge in Betracht zu ziehen.

Das Einbringen des Fugenfüllmaterials kann über Kartuschen mit gebrauchsfertig abgefüllter Ware erfolgen. Die Verarbeitung erfolgt im Prinzip wie bei Fugenfüllmaterialien üblich, jedoch wird kommt vorzugsweise ein Fugenbrett zum Einsatz, dass mit einer weichen, schrägen Gummikante, Gummilippe versehen ist.

Weiterhin ist es möglich, das Fugenfüllmaterial als (farbigen) Kleber zu verwenden, indem die Mischung verdünnt wird. Auf diese Weise ist es möglich, einen Kleber zur Verfügung zu stellen, der die gleiche Farbe aufweist wie das Fugenfüllmaterial. Durch elastische Einstellung des Fugenfüllmaterials ist die Verwendung als Material für Dehnungsfugen denkbar. Dies kann erfolgen durch eine elastifizierte, flüssige Dispersion, eine elastische Pulverdispersion, ein elastisches Zweikomponentenepoxydharz, ein elastisches Pulverharz oder ein elastisches Polyurethan als Bindemittel.


Anspruch[de]
  1. Fugenfüllmaterial, insbesondere Fugenmörtel, für plattenförmige Bauteile aus einem Bindemittel und aus einem Zuschlagstoff, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuschlagstoff im Wesentlichen aus Glasperlen besteht.
  2. Fugenfüllmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasperlen derartige Durchmesser aufweisen, dass das (abgebundene) Fugenfüllmaterial eine glatte, insbesondere glasartige Oberfläche aufweist.
  3. Fugenfüllmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasperlen einen maximalen Durchmesser aufweisen, der kleiner als 150 &mgr; ist.
  4. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuschlagstoff zur Einfärbung des Fugenfüllmaterials colorierende Eigenschaften aufweist und dass das Bindemittel transparente oder im wesentlichen transparent ist.
  5. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasperlen transparent oder im Wesentlichen transparent sind.
  6. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen durchgefärbt, insbesondere opak durchgefärbt, sind.
  7. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen zur Haftvermittlung mit Silane beschichtet sind.
  8. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen antistatisch ausgerüstet sind.
  9. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen insbesondere lösungsmittelbeständig oberflächenbeschichtet sind.
  10. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen oberflächengefärbt sind, wobei die Glasperlen Oberflächenfärbung vorzugsweise eingebrannt ist.
  11. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen mit Nanotechnik behandelt sind, insbesondere mit Nanopool.
  12. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen insbesondere lösungsmittelbeständig silberbeschichtet sind und vorzugsweise zusätzlich silanesiert sind.
  13. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen irisierend bedampft sind.
  14. Fugenfüllmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Glasperlen insbesondere lösungsmittelbeständig mit Tagesleuchtfarben beschichtet sind.
  15. Verwendung des Fugenfüllmaterials nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Herstellung eines (farbigen) Klebers für plattenförmige Bauteile.
  16. Verwendung des Fugenfüllmaterials nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Herstellung einer (farbigen) Dehnungsfuge.
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